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Woolit Ziegel – der Giftskandal

Enthalten diese Ziegel giftige Schadstoffe?
Nach dem Holzschutzmittelskandal der 90er Jahre sorgt momentan ein neuer folgenschwerer Einsatz von giftigen Zusatzstoffen, hergestellt aus recycelten und hoch belasteten Stein- und Glaswolldämmungen und Filterstäuben, für Unruhe in der Baubranche.

Verbraucher und Bauwillige sind über den unverantwortlichen Umgang mit krebserregenden Stoffen aus Sondermüllbeständen sehr verunsichert. Gemäß der Veröffentlichung im ARD vom 27. Juli 2015 wird ein inzwischen geschlossenes hessisches Recycling-Unternehmen  wegen einer nicht genehmigten Verbreitung von Gefahrstoffen beschuldigt. Dem hessischen Unternehmer wird angelastet, in einem Recyclestoff namens Woolit, der als Hilfsstoff für mineralische Baustoffe wie Ziegelsteine zum Einsatz kam, kostensparend aber unrechtmäßig die giftigen Metall- und Faserabfälle für  die Entsorgungs- und Keramikindustrie wiederverwertet zu haben. Es wird nun befürchtet, dass in noch weiteren  Baustoffgruppen dieser patentierte und hochgelobte Zusatzstoff zum Einsatz kam. Während der Bearbeitung oder durch Baufugen können möglicherweise diese höchst gefährlichen Metalle und Fasern in die Raumluft  und dann in die Lunge gelangen.
Obwohl der Woolit Zusatzstoff von einer hessischen Universität geprüft und von der hessischen Umweltbehörde güteüberwacht wurde, konnten Verbraucher, Hersteller und Baufirmen trotzdem getäuscht werden. Label und Prüfzertifikate sind oftmals zu industriefreundlich und prüfen daher nur genehme Produktmerkmale, mit denen ein Gefährdungspotential eines Produktes wie die Giftstoffe in Woolit nicht aufgedeckt werden können. Wichtige Aspekte wie eine Inhaltsstoffprüfung oder eine Kontrolle der Liefer- und Produktionsketten werden meistens nicht berücksichtigt. Deshalb wird Baufirmen, Hausbesitzern und Bauwilligen schon vor dem Kauf empfohlen die Inhaltsstoffe von Bauprodukten anzufordern. Wegen dem neuen Gift- und Umweltskandal bangen nun viele Hausbesitzer um ihre Gesundheit oder befürchten einen Wertverlust ihrer Immobilie ähnlich wie beim Asbestproblem. Wie man den Hausstaub oder Baustoffproben auf Woolit- Gefahrstoffe hin untersuchen lassen kann, erfahren Sie unter der Hotline: +49 (0)7161 / 3543587.

Karl-Heinz Weinisch
Vizepräsident der DGUHT – aktiv für Mensch und Umwelt