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Wissen, wann der Bus kommt

Neben den Soll-Zeiten zeigt die Fahrplan-App sowohl bei der Abfahrtsauskunft als auch bei der Fahrtauskunft mit eingegebenen Start und Ziel die Ist-Zeiten in Form von „+ Minuten“ an.

Echtzeitdaten der Stadtbusse jetzt in der Bayern-Fahrplan-App

Berufsverkehr, Autos füllen die Straßen, auch der Bus scheint zu spät zu kommen. Man wartet bereits mehrere Minuten an der Haltestelle. Kommt der Bus gleich um die Ecke oder läuft man doch lieber zum nächsten Anschluss? Diese Frage können sich Fahrgäste jetzt leichter beantworten: Die Abfahrtszeiten der Stadtbusse in Landshut, Ergolding, Kumhausen und Altdorf sind seit Donnerstag, 16.07.2020, auch in Echtzeit abrufbar – entweder über die Bayern-Fahrplan-App oder über www.bayern-fahrplan.de. Eine Weiterleitung auf die Fahrplanauskunft erfolgt auch über die Eingabe auf der Stadtwerke-Startseite.

Damit ist ein Wunsch des Werksenates von 2018 erfüllt, der von CSU-Fraktionsvorsitzenden Rudolf Schnur über einen Antrag angestoßen wurde. Eigentlich sollte eine Stadtwerke-eigene Bus-App die Echtzeitdaten und noch zusätzliche Informationen für die Fahrgäste bereitstellen, die sogenannte „realtime.app“ der IVU Traffic Technologies AG. Die Stadtwerke wollten in dieser App neben der Echtzeitdatenübertragung jedoch eine Fahrplanauskunft integriert haben, die nicht am Bedienungsgebiet des Stadtbusnetzes endet. Sie sollte mindestens das Gebiet des Landshuter Verkehrsverbundes (LAVV) umfassen.

Ein konkretes Angebot für diese Funktionserweiterung haben die Stadtwerke bis heute nicht erhalten. Im Gegenteil, nach gut eineinhalbjährigen Vertröstens seitens IVU erhielten die Stadtwerke Anfang 2020 die Mitteilung, dass die Firma die App nicht mehr selbst weiterentwickeln und die vorhandene App nicht mehr zum Einsatz bringen wird. IVU suche nach potenziellen Partnern, mit denen sie integrierte Fahrgastinformation und Handy-Ticketing anbieten können. „Wir werden jedoch noch Zeit für die Festlegung und Umsetzung benötigen“, so die Auskunft der IVU Anfang 2020.

Die Stadtwerke hätten die App von IVU gerne deswegen eingeführt, da auch andere Komponenten wie zum Beispiel die Bordrechner in den Bussen und das Abrechnungssystem von der Firma betreut werden. „Das hätte weniger Software-Schnittstellen bedeutet“, erklärt Verkehrsbetriebsleiter Robert Schie. „Sobald mehrere Software-Anbieter zusammenarbeiten müssen, wird es in der Regel kompliziert, wenn Updates notwendig werden oder es Änderungen gibt, wie zum Beispiel die Änderung einer Linienführung oder der Fahrpläne. Das hätten wir gerne vermieden.“

Wesentliches Ziel von den Stadtwerken wäre nämlich gewesen, den Fahrgästen nicht nur die aktuelle Fahrplanlage mobil verfügbar zu machen, sondern in weiteren Entwicklungsschritten auch Baustellen- oder Unfall-bedingte Umleitungen, kurzfristige Fahrplanänderungen zum Beispiel bei Blitzeis oder Schneefällen im Winter etc. unmittelbar zu kommunizieren. Aktuell erfolgt dies über den „Umweg“ der Internetseite der Stadtwerke. Über die Bayern-Fahrplan-App ist diese Funktionserweiterung nicht möglich.

Um wenigstens die Echtzeitdatenübertragung anbieten zu können, haben die Stadtwerke daher den Fokus seit Anfang des Jahres auf die Bayern-Fahrplan-App gelegt. Sie ist eine kostenlose App der Bayerischen Eisenbahngesellschaft mbH (BEG) und stellt Fahrplandaten des öffentlichen Verkehrs für ganz Bayern und darüber hinaus zur Verfügung. Bisher konnten Fahrgäste mit ihr also schon die Soll-Zeiten der Stadtbusse abrufen. Seit Mitte Juli werden daneben auch die Ist-Zeiten in Form von „+ Minuten“ angezeigt: Fährt der Bus gemäß Fahrplan, ist eine grüne Null angegeben. Hat er eine Verspätung, zeigt es die Anzahl der Minuten in roter Farbe an.

Neben Tür-zu-Tür-Verbindungen informiert die mobile Fahrplanauskunft der Bayern-Fahrplan-App auch über die Verbindungen der Bahn sowie über Abfahrten und Ankünfte vom Standort des Nutzers, von Haltestellen oder aus der Karte.

Eine eigene App ist für die Stadtwerke jedoch nicht gänzlich abgehakt. Nach Einführung des E-Tickets steht derzeit die Umsetzung des Online-Portals für die E-Ticket-Inhaber an. Der nächste Schritt soll dann eine Weiterentwicklung in Richtung Handy-Ticket sein. „Dies wird jedoch noch dauern, denn die Sicherheitsanforderungen sind hier besonders hoch und das muss gut vorbereitet sein, damit Missbrauch keine Chance haben“, sagt Schie.

Foto/Grafik: Stadtwerke Landshut