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Warum Gefahrgut sicher transportiert werden muss

Wenn Unternehmen Gefahrgüter transportieren müssen, ist es von entscheidender Bedeutung, dass diese die (internationalen) Richtlinien und Vorschriften kennen. Diese Richtlinien und Vorschriften im Zusammenhang mit dem Gefahrguttransport und der Risikovermeidung sowie die besten Praktiken für den Transport von Gefahrgut zu kennen, sorgt für einen sicheren Gefahrguttransport. Unternehmen, die mit solchen Stoffen zu tun haben, sollten sich Wissen zum Thema Gefahrgut aneignen.

Deshalb wollen wir in diesem Artikel das Thema Gefahrgut und die Vermeidung der Risken für Privatpersonen sowie für Unternehmen, genauer beleuchten. 

Was Unternehmen beachten müssen

Der Transport von Gefahrstoffen birgt erhebliche finanzielle, umwelt- und gesundheitsbezogene Risiken. Daher ist es unerlässlich, dass eine zuverlässige gesetzliche Regelung vorhanden ist, um das Risiko von Unfällen während des Transports solcher Stoffe zu verringern.

Die folgenden internationalen Richtlinien und Vorschriften regeln den Transport von Gefahrgut auf der Straße, der Schiene, dem Wasser und in der Luft:

Der Transport von Gefahrgütern auf der Straße wird durch ein europäisches Abkommen geregelt, das als ADR bekannt ist. 

Gefährliche Güter müssen speziell verpackt und gekennzeichnet sein, damit der Transport sicher durchgeführt werden kann. Auch die Fahrzeuge unterliegen bestimmten Anforderungen an die Ausstattung und deren Bauvorschriften. So ist z. B. eine bestimmte Anzahl von Feuerlöschern erforderlich – abhängig von der Größe des Fahrzeugs. Die Transportdokumente, wie z. B. das Frachtbrief oder der Lieferschein, müssen genau definierte Informationen enthalten. Außerdem müssen alle Mitarbeiter vor dem ersten Transport entweder geschult oder unterwiesen (z. B. bei der ADR-Schulung) worden sein. In Deutschland ist diese Pflicht 3 Abs. 1 Nr. 14 des Gefahrgutbeförderungsgesetz (GGBefG) i. V. m. § 3 der Gefahrgutbeauftragtenverordnung (GbV) festgelegt.

Das bedeutet in der Konsequenz, dass Sie auch bei kleinen Mengen an Gefahrgut einen hohen und intensiven Aufwand betreiben müssten. Alle Fahrzeuge müssten wie oben beschrieben ausgerüstet und die Fahrer geschult werden. Hierfür wurde nun u.a. die 1000-Punkte-Regelung geschaffen. Jedem Gefahrgut wurde, je nach Gefährlichkeit, ein Faktor (Zahlenwert 0, 1, 3 oder 50) zugeordnet. 

Zur Einhaltung dieser 1000-Punkte-Regel gibt es ADR-Rechner diese helfen die ADR Punkte beim Gefahrgut zu berechnen.

Was im Privatgebrauch zu beachten ist

Ob brennbar, ätzend, explosiv oder giftig, bei der Beförderung von Gefahrgut ist Vorsicht geboten, insbesondere dann, wenn sie mit dem eigenen PKW transportiert werden. Zur Vermeidung von Gefahren für Leib und Leben sowie für die Umwelt müssen Spraydosen, Benzinkanister oder Gasflaschen ordnungsgemäß verpackt und sicher verstaut werden. Für bestimmte Stoffe gibt es zudem Mengengrenzen, die nicht überschritten werden dürfen.

So vermeiden Sie Gefahren

Als Gefahrgut werden Stoffe bezeichnet, von denen beim Transport eine Gefahr für Leben und Gesundheit oder für Tiere und Umwelt ausgeht. Dazu gehören z. B. Propangasflaschen, Kraftstoff in Kanistern oder Spraydosen aus dem Discounter. Produkte mit gefährlichem Inhalt sind mit entsprechenden Warnhinweisen, meist einem umgedrehten Quadrat, gekennzeichnet. Privatpersonen dürfen gefährliche Güter transportieren, sofern sie dies unter Einhaltung des Europäischen Übereinkommens über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße (ADR) tun. Das befreit Privatpersonen von der Beförderung gefährlicher Güter, sofern die Güter für den Einzelhandel verpackt sind, für den persönlichen Gebrauch bestimmt sind und wenn bestimmte Maßnahmen getroffen wurden, um sicherzustellen, dass der Inhalt nicht freigesetzt wird.

Mengenbegrenzungen einhalten

Privatleute dürfen Gefahrgut für eigene Zwecke transportieren, dürfen aber die vorgeschriebenen Mengengrenzen für bestimmte Stoffe nicht überschreiten. Für Propangasflaschen und Spraydosen mit brennbarem Inhalt gilt zum Beispiel ein Limit von 333 kg. Wird dieses Gewicht überschritten, muss man eine orangefarbene Warntafel am Fahrzeug anbringen damit entfällt aber die Ausnahme für Privatpersonen von den ADR-Vorschriften.

Beim Kauf von Farben, Lacken, Säuren und anderen Gefahrstoffen ist es ratsam, sich beraten zu lassen, wie hoch die jeweilige Höchstmenge ist. Oft wird die Mengengrenze bei 333 kg überschritten, bei manchen Stoffen aus dem Baumarkt kann die Grenze aber auch schon bei 20 kg liegen. Bei Kraftstoffen liegt die Mengengrenze bei 240 Litern insgesamt und die Einzelverpackung darf nicht mehr als 60 Liter enthalten. Gefährliche Güter in Großpackmitteln (IBC), Großverpackungen oder Tanks sind komplett ausgeschlossen, da diese nicht als für den Einzelhandelsverkauf verpackt gelten.

Foto: iStock by GettyImages

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