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Vom rebellischen Volk am Fuße der Alpen – Professor Heinrich Oberreuter bei CSU-Senioren zu Gast

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Bildunterschrift: Ein Buchskranzl und ein Weinpräsent für Professor Oberreuter als Dank Für einen anregenden Votrag überreichten die Kreisvorsitzenden Hans Zöller (links) und Willi Hess (rechts)

Landshut/Wörth. Am letzten Mittwoch war Professor Dr. Heinrich Oberreuter aus Passau zu Gast in Landshut. Zu dieser Veranstaltung der CSU-Seniorenunion waren 120 Zuhörer gekommen, darunter auch Stadtrat Maximilian Götzer, der ein Semester bei dem Professor studiert hat. Eingeladen zu diesem Nachmittag hatten die Kreisverbände Stadt und Land der CSU-Seniorenunion. Als kritischer Beobachter des politischen Geschehens und der Parteienlandschaft ist Professor Oberreuter ein viel gefragter Gast bei Talk-Shows und Veranstaltungen im ganzen Bundesgebiet. Dabei, so Oberreuter, vermittelten ihm seine Gastgeber oft das Gefühl, er käme aus Bayern, dem rebellischen kleinen Volk an Fuße der Alpen. Dabei schwinge allerdings oft der Neid mit auf die Erfolgsgeschichte Bayerns. Bereits in den 60er Jahren habe unter Ministerpräsident Hanns Seidl die Modernisierung Bayerns, der Wandel vom Agrar- zum Industrieland begonnen. Das mache deutlich, dass politischer Erfolg immer mit wirtschaftlichem Erfolg einhergehe. Das so erreichte soziale Wohlbefinden sei auch die Basis der anhaltenden Wahlerfolge der CSU. Entscheidend für die Sicherung des Wohlstandes auch in Zukunft nannte Oberreuter eine Politik mit Entscheidungsfreude, die politische Führung fordert und sich nicht nur den jeweiligen Wählerstimmungen unterwerfen darf. Politische Führung bedeute immer auch einen Auftrag wahrzunehmen, auch gegen Widerstände. Eine bemerkenswerte Tatsache nannte Oberreuter, dass trotz anhaltendem Zuzug und wachsender Mobilität die bayerische Identität auch von Neubürgern empfunden werde. Wer allerdings, zum Beispiel aus dem ländlichen Raum, wegziehen müsse, verliere rasch seine sozialen Bindungen, etwa in Vereine, Kirche, Dorfgemeinschaft. Den ländlichen Raum lebenswert zu gestalten sei daher geboten. An der Wahlbeteiligung, in den 70er Jahren lag sie bei 91 Prozent, mittlerweile bei nur zirka 56 Prozent, machte Oberreuter deutlich, dass die allgemeine Zuwendung zur parlamentarischen Demokratie abgenommen habe. Der Wertewandel habe für Viele die Haltung mit sich gebracht: Ich bin mir wichtig – ich folge dem, der meine Interessen wahr nimmt. Als Beispiel nannte Oberreuter die Piratenpartei, die ganz spezielle Interessen bündelte, der aber mangels Substanz nur ein kurzes Leben beschieden war. Volksparteien müssten alle Aspekte bedienen, eventuell auch solche, die gegen meine Interessen sind. Demokratie, so das Fazit von Oberreuter, müssen Meinungen aushalten bis zur Gefährdung der Ordnung, dann aber wehrhaft in der Abwehr sein. Andersdenkende dürften nicht durch Verunglimpfung ausgegrenzt werden. Damit war die gegenwärtige Meinungslandschaft in unserem Land erreicht, was schließlich zu einer regen Diskussion führte. Mit einem Buchskranzl und einem Weinpräsent bedankten sich die Kreisvorsitzenden Willi Hess und Hans Zöller bei Professor Oberreuter.

 




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