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Volkstrauertag 2014 in Frauenberg

Volkstrauertag 2014                                                      Frauenberg, 16.11.2014

 

Sehr geehrter Herr Pfarrer, Herr Vorsitzender und Herr Zugführer, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!

 

Wie in jedem Jahr, wenn der Herbst die Blätter fallen lässt, wenn die Tage kurz und die Abende lang werden, gedenken wir in Deutschland der Toten.

Schwer ist es für unsere Gesellschaft heute, die wir so lange im Frieden gelebt haben, sich die Aufgabe und Opferbereitschaft der Soldaten und Soldatinnen klar zu machen. Doch es gibt keinen Frieden ohne die Bereitschaft, sich im Ernstfall gegen fremde Gewalt zu verteidigen.

Bedenken wir: In allen Ländern sind Soldaten! Entweder die Eigenen oder Fremde.

Schwerer fällt uns immer mehr das Gedenken für die Millionen gefallener Soldaten der beiden Weltkriege des vergangenen Jahrhunderts. Einhundert Jahre liegt nun der Beginn des Ersten Weltkriegs zurück, das Ende des Zweiten Weltkrieges bald 70 Jahre, ein ganzes Menschenalter also.

Doch weil auch große Umbrüche stattfanden in diesem vergangenen Jahrhundert, weil der Zweite Weltkrieg auch von deutschen Verbrechen begleitet war, fällt es der Öffentlichkeit heute schwer, dennoch der Tapferkeit und des Mutes der toten Soldaten in Ehren zu gedenken.

Wir können aber heute sagen, dass solche Bedenken unbegründet sind. Denn die weitaus größte Zahl der deutschen Soldaten des Zweiten Weltkrieges war genauso ehrenhaft, tapfer und pflichtbewusst wie die Soldaten Polens, Frankreichs, Englands, Russlands und aller anderen kriegsteilnehmenden Nationen.

Im Krieg selbst, an der Front, standen alle Soldaten in der Pflicht der Kameradschaft, und schließlich hatten sie auch das Gefühl, ihr Vaterland vor dem Eindringen der Kriegsgegner schützen zu sollen.

Auch die deutschen Soldaten des Zweiten Weltkrieges verdienen ein ehrendes Gedenken. Wir verneigen uns heute vor all denjenigen, die im guten Glauben an ihre Pflichten und Aufgaben ihr Leben oder ihre Gesundheit als tapfere Soldaten Deutschlands verloren haben.

Was für die Soldaten des Zweiten Weltkrieges gilt, das gilt auch für die des Ersten Weltkrieges. Deutschland hat diese „Urkatastrophe“  nicht allein begonnen, wie wir heute wissen.

Gedenken wir also gemeinsam all den Menschen unseres Volkes, die im 20. und auch bereits im 21. Jahrhundert durch Krieg und Vertreibung, durch Gewalt und Gewaltherrschaft ihr Leben lassen mussten.

Und gedenken wir derer, die wegen ihrer Überzeugung, Religion oder Rasse verfolgt, geschunden und ermordet wurden.

Aber auch jenen, die in Ausübung Ihres Dienstes und im Ehrenamt (insbesondere Angehörige der Feuerwehr, der Rettungsdienste und Polizeibeamte) geschädigt wurden oder ihr Leben verloren haben.

Wir denken ebenso an die Opfer der innerdeutschen Grenze und der deutschen Soldaten des 2. Weltkrieges, die in Kriegsgefangenschaft durch einen geplanten Tod umgekommen sind.

Die beispiellose Zahl der zivilen Opfer des Luftkrieges mahnt uns dauerhaft keine Gewalt gegen Wehrlose und Unbeteiligte zur Durchsetzung politischer Ziele einzusetzen.

Das Gedenken an die Toten, an die Opfer, bedeutet für uns Lebende die Verpflichtung für den Frieden immer und überall einzutreten.

Rudolf Schnur

Stadtrat




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