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Volkstrauertag 2012 in Frauenberg

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In Vertretung der Stadt Landshut sprach Stadtrat Rudolf Schnur am Volkstrauertag 2012 in Frauenberg (auch für den Stadtteil Auloh):

 

Sehr geehrter Herr Pfarrer Rödl,

sehr geehrter Herr Vorsitzender,

liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!

 

Den Charakter eines Volkes erkennt man daran, wie es nach einem verlorenen Krieg mit seinen Soldaten umgeht.“

Charles de Gaulle

 

In unserer Stadt begehen wir gemeinsam alljährlich den Volkstrauertag. Die Zahl der Teilnehmer sinkt stetig und die Jugend nimmt, meistens, nicht teil. Hier in Frauenberg ist die Jugend in erfreulicher Zahl vertreten.

Es mehren sich die Meldungen, dass andernorts Denkmäler geschändet oder von den Gemeinden achtlos entfernt werden.

In der Marktgemeinde Untergriesbach im Landkreis Passau allerdings ging man vor zwei Jahren einen anderen Weg:

Dort kam auf dem Kriegerdenkmal für die gefallenen Soldaten des 1. und 2. Weltkrieges der Name eines in Afghanistan gefallenen Bundeswehrsoldaten, der aus dem Ort stammte, hinzu.

Ein in Deutschland bisher ungewöhnlicher Vorgang.

Die damit verbundene politische Botschaft der dortigen Bürger ist beabsichtigt:

Vielen ist nicht klar, dass sich Deutschland seit Jahren wieder in einem Krieg befindet. Mit dieser neuen Inschrift wird der Sinn des Ehrenmals als Mahnung vor dem Krieg und dem Respekt vor den Gefallenen wieder stärker ins Bewusstsein gerückt.

Es bleibt zu hoffen, dass sich dadurch wieder mehr Menschen mit dem derzeitigen Krieg und den gegenwärtigen Militäreinsätzen auseinandersetzen und das „freundliche Desinteresse“ ablegen.

Verteidigungsminister Thomas de Maiziere hat vor kurzem die rhetorische Frage gestellt, wer denn heute als erster nach militärischen Interventionen rufe:

„Intellektuelle oder Soldaten?“

 

Sehen wir auch einmal in Landshut genau hin:

Ich habe mit Verwunderung auf Nachfrage feststellen müssen, dass es für das größte geplante Massensterben in unserer Stadt, nämlich der Bombardierung des Hauptbahnhofes, zwar ein Denkmal gibt, dieses aber seit vielen Jahren in einem Innenhof ein nichtöffentliches Dasein fristet.

Wir erinnern uns:

Am 19. März 1945 wurde der Landshuter Hauptbahnhof bei einem systematischen Bombenangriff der amerikanischen Luftwaffe zur Gänze zerstört.

In diesem Inferno fanden in Landshut hunderte von Menschen den Tod. Soldaten, Kinder, Alte und Frauen ebenso wie Verwundete und Flüchtlinge.

Wieviele Opfer es genau waren, wird nie mehr geklärt werden.

Wieso soll daran nicht öffentlich erinnert werden?

Gibt es Opfer zweiter Klasse?

 

Lassen wir die Jugend aus der Geschichte lernen,

damit sie die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen.

 

Gedenken wir gemeinsam all den Menschen, die durch Krieg und Vertreibung, Gewalt und Gewaltherrschaft ihr Leben lassen mussten. Ebenso denen, die wegen ihrer Überzeugung, Religion oder Rasse verfolgt, geschunden und ermordet wurden.

Aber auch jenen, die in Ausübung Ihres Dienstes und im Ehrenamt geschädigt wurden oder ihr Leben verloren haben.

 

Lassen Sie mich mit Ernst Jünger schliessen:

Wir sollten an jeden Toten denken,

als ob er lebte, und an jeden Lebenden,

als trennte uns schon der Tod.

So richten wir die Wünsche höher,

auf die unverletzliche Person.

 




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