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Verbrennung von freigemessenen Abfällen im Müllkraftwerk Schwandorf

Pressemitteilung

Zur Thematik „Verbrennung freigemessener Abfälle aus AKWs im Müllkraftwerk Schwandorf“ können wir folgende Informationen geben:

Im Jahr 2019 wurden 103,84 Tonnen aus den Kernkraftwerken Isar I, Isar II und Grafenrheinfeld bei ZMS angenommen. Das Kernkraftwerk Isar I und das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld, von dem wir insgesamt 12,57 Tonnen bezogen haben, befinden sich bereits in der Rückbauphase, das Kernkraftwerk Isar II wird noch bis zum Ende des Atomkompromisses betrieben und anschließend auch in die Rückbauphase gehen.

Der Landkreis Landshut, in dem die beiden Kernkraftwerke Isar I und Isar II liegen, wurde im Jahr 2006 als Verbandsmitglied des ZMS aufgenommen. Seitdem werden auch Abfälle aus diesem Bereich von ZMS entsprechend den gesetzlichen Vorschriften angenommen. Dabei muss man bezüglich der Herkunft der Abfälle drei Bereiche unterscheiden. Zum einen den Überwachungsbereich, den Kontrollbereich und den sonstigen Bereich ohne strahlenschutzrechtliche Relevanz. Die Abfälle aus Letzterem, die nie mit radioaktiven Stoffen im Kernkraftwerk in Berührung gekommen sind, machen die überwiegende Menge aus, die wir aus den Kernkraftwerken entsorgen. Materialien, die aus dem Kontroll- oder Überwachungsbereich kommen, werden in einer aufwendigen Messkampagne auf Radioaktivität getestet. Die Überwachung hierfür führen das Landesamt für Umwelt und das Bayerische Umweltministerium als die zuständigen Genehmigungs- und Atombehörden durch. Abfälle, die thermisch verwertet werden können und eine Strahlenbelastung von maximal 0,01 Millisievert haben, werden durch die zuständigen Behörden „freigemessen“ und per Bescheid freigegeben. Danach sind sie wie alle anderen Gewerbeabfälle zu behandeln. Es bedarf weder beim Transport noch bei der thermischen Behandlung der Abfälle noch bei der Entsorgung der Rauchgasreinigungsrückstände oder der Schlacke besonderer Anforderungen. Die Freigabe wird für jede einzelne Charge und per Bescheid mitgeteilt.

Die Mengen, die bisher aus den drei Bereichen in diesem Jahr angeliefert wurden, betragen mit 55,93 Tonnen bis einschließlich Juli 2020 in etwa genauso viel wie letztes Jahr. Mit Beendigung der Rückbauphasen in den nächsten Jahren werden die Anlieferungen dann komplett aus diesen Bereichen eingestellt werden. Unsere Kollegen an der Müllverbrennungsanlage in Weißenhorn, die ebenfalls freigemessene Abfälle aus dem Rückbau eines Kernkraftwerkes annehmen, haben Kontrollmessungen durchgeführt. Diese haben bestätigt, dass mit diesen Messungen ausschließlich die bereits vorhandene natürlich vorkommende kosmische und terrestrische Strahlung erfasst werden konnte.

Die Materialien aus Grafenrheinfeld, für die eigentlich die Müllverbrennungsanlage in Schweinfurt zuständig wäre, wurden von ZMS auf vertraglicher Basis angenommen. Im Jahr 2019 betrug diese Menge 12,57 Tonnen. Nachdem uns gerade die Müllverbrennungsanlage in Schweinfurt in den letzten Jahren bei technischen Problemen in unserer Anlage regelmäßig Abfälle im Wege der Nothilfe abgenommen hat, haben wir uns entschlossen, umgekehrt diese geringen Mengen bei uns zu entsorgen. Bezüglich der wesentlich größeren Mengen aus den Kernkraftwerken Isar I und Isar II sind wir gesetzlich verpflichtet, diese bei uns zu verbrennen.

Foto: ZMS