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UNSERE GESELLSCHAFT BRAUCHT PFLEGE MEHR ALS JE ZUVOR — 2. Niederbayerischer Pflegekongress in Landshut

 

Unsere Gesellschaft braucht Pflege mehr als je zuvor!

2. Niederbayerischer Pflegekongress in Landshut

v.l. Palliativmediziner Dr. Wolfgang Häring, Pfarrer Hartmut Grosch, Generaloberin Edith Dürr, Katarina Theissing, Pflegefachkraft, MAS Palliative Care, Pflegedirektorin Angelika Alke, Karin Probst, Business Coach

Der Pflegeberuf ist in unserer Gesellschaft unverzichtbar. Was gibt es Neues, was wird in Zukunft wichtig? Zum zweiten Mal lud Angelika Alke, Pflegedirektorin am Klinikum Landshut, zum Niederbayerischen Pflegekongress nach Landshut ein. Rund 170 Teilnehmer sind gestern aus den verschiedenen Pflegebereichen gekommen, um sich über Interessantes und Neues aus Berufspolitik, Ethik, Pflegepraxis und Humor in der Pflege zu informieren. Auch Oberbürgermeister und Schirmherr Alexander Putz und Landrat Peter Dreier waren zur Eröffnung der Veranstaltung gekommen und hoben die Bedeutung der Pflege hervor. Generaloberin Edith Dürr aus der Schwesternschaft München vom BRK startete die Vorträge mit einem wichtigen Beitrag zur aktuellen Diskussion zur Pflegekammer. Eine Pflegekammer wird es in Bayern vorerst nicht geben – dafür aber eine Vereinigung der Pflegenden. Für Edith Dürr die falsche politische Entscheidung: Die Generaloberin Dürr ist gleichzeitig Vorsitzende des Bayerischen Landespflegerats und mahnt: „Eine Vereinigung kann keine Wirkmacht entfalten.“

Die Zeit am Lebensende stellte am Donnerstag einen Schwerpunkt im Programm dar: Mit den Themen Sterbehilfe und Palliativ Care habe man hoch aktuelle Themen aufgegriffen, so Pflegedirektorin Angelika Alke. „Palliative Care – Woher? Wohin?“ Immer mehr Menschen fragen die Pflegepersonen, „wie kann ich human sterben?“: Diesem Thema widmete sich Katarina Theissing, Pflegefachkraft, MAS Palliative Care, Christophorus Hospiz Verein München. „Palliative Care verbessert die Lebensqualität von Patienten und ihren Familien“, die mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung konfrontiert sind. Dies geschehe durch Vorbeugen und Lindern von Leiden. Wichtig sei, auch die Angehörigen miteinzubeziehen. Einer ihrer Wünsche für die Zukunft: Die stationäre Altenhilfe solle als Ort des Sterbens mehr anerkannt werden.

Was ist bei der Sterbehilfe zu beachten – für die Pflegenden genauso wie für Ärzte und Patienten? Handelt es sich um Hilfe zum oder beim Sterben? Diese Fragen beantwortete Oberarzt Dr. Wolfgang Häring, Facharzt für Anästhesiologie/Schmerzmedizin/Palliativmedizin am Klinikum Landshut. Seine drei wichtigsten Regeln für gute Entscheidungen am Lebensende: „reden, reden, reden“. So sollten lebensverlängernde Maßnahmen rechtzeitig mit dem Patienten und ggf. auch mit den Angehörigen besprochen werden. An Patientenverfügungen muss sich heutzutage medizinisches Personal halten.  Sein Fazit: „Keine absolute Verpflichtung zum Lebenserhalt und Therapiebegrenzung am Lebensende“. „Es geht um die Wiederentdeckung des natürlichen Todes.“

In schwierigen Situationen für den Patienten gut entscheiden. Anhand eines Beispiels erläuterte der evangelische Pfarrer und Krankenhausseelsorger Hartmut Grosch, wie eine Multidisziplinäre Ethische Fallbesprechung (MEFES) im Krankenhaus stattfinden kann. Gerechtigkeit, Würde und Autonomie sind dabei maßgeblich, um für den Patienten, die beste Entscheidung treffen zu können.

 

 „Anleitung zur Faulheit“: Mit einem Augenzwinkern war der Vortrag von Karin Probst zu verstehen: „Was könnte faules Arbeiten alles bedeuten?“, fragte die Schauspielerin und Beraterin gegen Stress und Burnout. „Heißt es nicht: gelassen bleiben, ruhig die Anforderungen bewältigen, achtsam und besonnen agieren?“ Damit man das auch im stressigen Arbeitsalltag schafft,  hatte sie eine ganze Palette an Tipps mitgebracht. Einer davon: „Bei der Arbeit öfters Pausen machen“. Eine Pause zum bewusst atmen und bewusst innehalten, so Business Coach Karin Probst. „Wann waren Sie das letzte Mal im Bällebad?“, fragte sie ihre Zuhörer auch.

Altenpflege ging der TagBei einem fachlichen Austausch u. a. zu Überleitungsmanagement bei Menschen mit Demenz, Ernährung von onkologischen Patienten und Überleitungsmanagement vom Krankenhaus in die ambulante Versorgung oder  zu Ende.