Home Allgemein Trotz Corona-Pandemie: Stadt Landshut verzeichnet keine Übersterblichkeit im ersten Halbjahr 2020

Trotz Corona-Pandemie: Stadt Landshut verzeichnet keine Übersterblichkeit im ersten Halbjahr 2020

Grafik 1: Sterbefälle in der Stadt Landshut im 1. Halbjahr der Jahre 2017, 2018, 2019 und 2020, aufgeschlüsselt nach Monaten

PRESSEMITTEILUNG                                                                                  09.07.2020 

OB Putz: „Konsequente Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln war und ist der Schlüssel zum Erfolg im Kampf gegen das Virus“ – Weniger Zuzüge: Einwohnerzahl sinkt 

Seit rund vier Monaten bestimmt die Corona-Pandemie auch in der Stadt Landshut das Alltagsleben. Insgesamt haben sich nach aktuellen Angaben des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) seit Ausbruch der Pandemie bisher 283 Bürgerinnen und Bürger der Stadt nachweislich mit dem Virus infiziert, neun Landshuterinnen und Landshuter sind an oder mit Covid-19 gestorben (Stand: 9. Juli, 9 Uhr). Von einer zuletzt vor allem in überregionalen Medien wiederholt thematisierten, Corona-bedingten Übersterblichkeit kann in Landshut aber glücklicherweise bislang keine Rede sein: Vom 1. Januar bis zum 30. Juni 2020 wurden der Stadt insgesamt 416 Sterbefälle gemeldet. Das waren zwar zwei mehr als im Vorjahreszeitraum (plus 0,5 Prozent), allerdings ist dabei zu berücksichtigen, dass 2020 ein Schaltjahr und der Betrachtungszeitraum damit um einen Tag (oder eben 0,5 Prozent) länger ist. Im Vergleich mit dem ersten Halbjahr 2018 ist dagegen ein Rückgang um 25 Sterbefälle zu verzeichnen. Und gegenüber dem ersten Halbjahr 2017, als in Landshut 455 Menschen starben, waren in den ersten sechs Monaten 2020 sogar 39 Tote weniger zu beklagen.  

Oberbürgermeister Alexander Putz sieht in diesen Zahlen eine Bestätigung für den vorsichtigen Kurs, den Stadt und Freistaat bei der Bekämpfung der Pandemie steuern. „Die konsequente Einhaltung der geltenden Abstands- und Hygieneregeln, das Verbot von Großveranstaltungen und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in öffentlichen Räumen waren und sind nach meiner festen Überzeugung der Schlüssel zum Erfolg im Kampf gegen das Virus“, betont der Rathauschef. „Die nun vorliegenden Zahlen sind der beste Beweis dafür, dass die Maßnahmen vor Ort gewirkt haben. Es lohnt sich deshalb weiterhin, wenn wir die Regelungen befolgen und aufeinander Rücksicht nehmen.“ Das sei übrigens auch in wirtschaftlicher Hinsicht der sinnvollste Weg, denn: „Wir müssen unbedingt einen neuerlichen starken Anstieg der Infektionszahlen vermeiden, der dann wieder strengere Einschränkungen womöglich bis hin zu einem zweiten Lock-Down erforderlich machen würde.“

Die Gefahr, die vom Corona-Virus ausgehe, sei ungeachtet der zwischenzeitlichen Entspannung der Lage leider noch nicht gebannt, warnt Putz: „Der jüngste Ausbruch in einem Ergoldinger Betrieb hat gezeigt, dass wir sehr wachsam bleiben müssen.“ Dabei sei die Mithilfe jedes Einzelnen nötig. „Ich bitte deswegen alle Bürgerinnen und Bürger, die Situation weiter ernst zu nehmen und sich insbesondere zum Schutz der bekannten Risikogruppen auch in der nun anstehenden Urlaubszeit so vernünftig und solidarisch wie in den vergangenen Wochen zu verhalten.“

Wie ernst die Situation auch in der Stadt Landshut zwischenzeitlich war, verdeutlicht ein Blick auf die Patientenzahlen des Klinikums. Dort wurden seit Ausbruch der Pandemie insgesamt bisher etwa 180 Corona-Infizierte aus der Region Landshut versorgt, rund ein Fünftel davon auf der Intensivstation. In der Spitze, also rund um Ostern, befanden sich bis zu 65 Covid-19-Patienten in stationärer Behandlung. 13 davon lagen zu diesem Zeitpunkt auf der Intensivstation, viele von ihnen mussten beatmet werden. „Die Ärztinnen und Ärzte haben zusammen mit dem Pflegepersonal in den vergangenen Monaten unter höchster Belastung gestanden und dabei großartige Arbeit geleistet“, lobt Putz. „Dutzenden Menschen konnte dadurch das Leben gerettet werden. Diese medizinische und pflegerische Leistung ist gar nicht hoch genug einzuschätzen. Alle Bediensteten des Klinikums haben daher unseren tiefen Respekt und herzlichen Dank verdient.“

Die Corona-Pandemie hat indes nicht nur Auswirkungen auf das Alltagsleben und speziell auf das Gesundheitswesen, sondern auch auf die Einwohnerzahl der Stadt Landshut. Diese ist im Juni zum vierten Mal in Folge gegenüber dem Vormonat gesunken. Im Februar 2020 wurde mit 73.606 Bürgerinnen und Bürgern noch ein neues Allzeithoch verzeichnet, Ende Juni waren dagegen nur noch 73.120 Männer und Frauen mit Wohnsitz in Landshut gemeldet. Laut Statistiker Berthold Bär sind die Gründe für diese Entwicklung insbesondere in einem starken Rückgang der Zuzüge zu suchen. „Das über eineinhalb Jahrzehnte anhaltende, kräftige Stadtwachstum war ja zu erheblichen Teilen auf Zuwanderung nicht zuletzt aus dem Ausland und hier schwerpunktmäßig auf Arbeitsmigration aus den osteuropäischen EU-Mitgliedsstaaten zurückzuführen“, erläutert Bär. „Durch den pandemiebedingten Einbruch der Konjunktur sind einerseits zahlreiche Arbeitsplätze insbesondere in der Zeitarbeit weggefallen. Andererseits war Zuzug aus dem Ausland aufgrund der monatelangen Grenzschließungen gar nicht möglich.“ Ob der signifikante Bevölkerungsrückgang auch in den nächsten Monaten anhalten werde, sei indes nur schwer zu prognostizieren. „Das hängt wohl entscheidend von der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie und deren wirtschaftlichen Folgen ab“, sagt Bär. „Wenn die Wirtschaft wieder anspringt und die Nachfrage nach Arbeitskräften steigt, dürfte auch der Zuzug nach Landshut wieder zunehmen.“

 

Grafiken:   Stadt Landshut

 

Erläuterung der Grafiken:

Grafik 1:  Sterbefälle in der Stadt Landshut im 1. Halbjahr der Jahre 2017, 2018, 2019 und 2020, aufgeschlüsselt nach Monaten

Grafik 2:  Entwicklung der Einwohnerzahl der Stadt Landshut von Juli 2019 bis Juni 2020