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Tierwohl und Fleischqualität

Auf der Weide fühlen sich die Schweine „sauwohl“.

Genussregion Niederbayern startet Weiterbildungsinitiative.

Landau. Die Genussregion Niederbayern, ein Gemeinschaftsprojekt des Amts für ländliche
Entwicklung (ALE) und des Bezirks Niederbayern, blickt über den Tellerrand hinaus und
startete kürzlich ihre Weiterbildungsinitiative, in diesem Fall zum Thema „Größtmögliches
Tierwohl als Grundstein für höchstmögliche Fleischqualität — MehrWert für Tier, Mensch und
Umwelt“. Der Fokus lag auf Erzeugung, Produktion und Verarbeitung von Rind- und
Schweinefleisch in einem naturnahen Umfeld.

Schon seit Monaten hatte sich ein Kompetenzteam mit der Fragestellung beschäftigt:
„Warum verstehen wir größtmögliches Tierwohl als Grundstein für höchstmögliche
Fleischqualität? Und was ist eigentlich Fleischqualität?” Mit dabei waren
Nachhaltigkeitsexperte Vincent Fricke von Holistic Food, der Geschäftsführer Josef
Straubinger vom Austragungsort Land.Luft Leberfing im Rottal sowie der Projektleiter der
Genussregion Niederbayern, Lukas Dillinger.

Erster Kurs ausgebucht

Der Kurs richtete sich an alle Akteurinnen und Akteure entlang der Lieferkette sowie an
Lehrende aus dem Bildungsumfeld und war mit 21 Teilnehmern voll ausgebucht. Darunter
waren unter anderem ein Metzger- und Küchenmeister, die Inhaberin eines Landgasthofs,
Hofladenbesitzer und Direktvermarkter sowie eine Landwirtschaftsinspektorin, ein
Fleischsommelier und eine Hauswirtschaftsmeisterin mit Schweine-Direktvermarktung. Auch
der stellvertretende Amtsleiter des ALE in Landau, Michael Kreiner, nahm aktiv am
Workshop teil.

Im Mittelpunkt stand der Tierwohlgedanke des Betriebs und der Beteiligten. Es ging um
ganzjährige Freilandhaltung von alten robusten Nutztierrassen bei Schweinen und Rindern in
Bio, die stressfreie Schlachtung mit eigenem Schlacht-Anhänger sowie die handwerkliche
Verarbeitung von Fleisch und Wurst.

Die Teilnehmer brachten sich engagiert in die Diskussionen ein und gaben wertvolle Anstöße
aus ihrer langjährigen Erfahrung heraus. Neben all den interessanten Einblicken nutzten
viele die Möglichkeit, sich mit den weiteren Akteuren an diesem Tag zu vernetzen und sich
über ein Engagement in der Genussregion zu informieren.

Von Milzknödel bis zum Herz im Smoker

Nach dem interaktiven Theorie- und Workshop-Teil am Vormittag gab es am Nachmittag
eine Hof- und Weideführung bei „Land.Luft Leberfing“. Im Anschluss wurden alle von
Küchenchef Andy mit Schmankerln von frisch am Morgen geschlachteten Schweinen
verköstigt, darunter Milzknödel, Zwerchfell mit Gemüse und Herz aus dem hofeigenen
Smoker.

Am Ende des Tages kristallisierten sich verschiedene Themen heraus, bei denen die
Teilnehmer weiteren Bedarf haben: mehr (mobile) regionale Schlachtmöglichkeiten, mehr
Vernetzungsmöglichkeiten und regelmäßigen Austausch, mehr Beratung für die Themen
Kommunikation und Vermarktung sowie ein allgemeines Umdenken der Kunden hin zu mehr
Weide-Fleisch aus der Region, das von Haus aus einen hohen Qualitätsstandard besitzt und
zum Konzept des nachhaltigen Landwirtschaftens passt.

Leitfaden bald auf Webseite abrufbar

„Es sind weitere Weiterbildungs-Formate geplant, nicht nur zum Thema Fleisch, sondern zu
allen Themen, die dazu beitragen, das Lebensmittelsystem in Niederbayern
weiterzuentwickeln und in Richtung Zukunft weiterhin gut aufzustellen”, sagt der Projektleiter
Lukas Dillinger. „Aus der Veranstaltung heraus wird ein Leitfaden entwickelt, der an alle
Interessenten weitergegeben wird, damit viele weitere Akteure von diesem spannenden Tag
und der Philosophie hin zu mehr Tierwohl profitieren. Dieser wird in den kommenden
Monaten auch auf der entstehenden Internetseite der Genussregion abrufbar sein.“

Die Genussregion Niederbayern ist ein Gemeinschaftsprojekt des Bezirks Niederbayern und des
Amts für Ländliche Entwicklung Niederbayern.

Der Bezirk Niederbayern:
Mit den anderen sechs bayerischen Bezirken bildet der Bezirk Niederbayern die dritte kommunale
Ebene. Das Bezirksgebiet umfasst neun Landkreise, drei kreisfreie Städte und eine Große Kreisstadt.
Die Kernaufgaben umfassen die Bereiche Soziales, Gesundheit, Kultur- und Heimatpflege, Bildung und
Jugend sowie die Fachberatung für Fischerei. Als überörtlicher Träger der Sozialhilfe unterstützt der
Bezirk Pflegebedürftige, Senioren und Kranke sowie Menschen mit Behinderungen, die auf
Hilfeleistungen angewiesen sind. Mit dem Bezirksklinikum Mainkofen sowie den Bezirkskrankenhäusern
Landshut, Straubing und Passau sichert der Bezirk die psychiatrische Versorgung Niederbayerns. Der
Bezirk Niederbayern ist auch ein wichtiger Arbeitgeber in der Region: Insgesamt sind für den Bezirk und
seine Einrichtungen rund 3.000 Mitarbeiter tätig. Dazu gehören neben den Bezirkskrankenhäusern auch schulische Einrichtungen wie das Institut für Hören und Sprache in Straubing sowie das
Agrarbildungszentrum Landshut-Schönbrunn.

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