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Montag, 17. April 2017

“Spiegel”-Journalist Hasnain Kazim : “Integration gescheitert”

Wahlkampfauftritte türkische Politiker treiben die EU Anfang des Jahres zur Weißglut. Doch der Ärger scheint sich für den türkischen Präsidenten gelohnt zu haben: In Deutschland, Österreich und anderen EU-Staaten erhält seine Verfassungsreform deutlich mehr Zustimmung als in der Heimat.

In Deutschland hat das angestrebte Präsidialsystem von Staatschef Recep Tayyip Erdogan beim Referendum viel mehr Zustimmung erfahren als in der Türkei selbst. Fast zwei Drittel der Türken in Deutschland haben der Verfassungsänderung zugestimmt. Nach Auszählung fast aller Stimmen aus dem Ausland waren der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge waren es 63,1 Prozent. In Österreich lag die Zustimmung mit 73,5 Prozent noch höher. In den Niederlanden konnten die Unterstützer des Präsidialsystems 71 Prozent der Stimmen für sich verbuchen. Auf den höchsten Wert in Europa kam Belgien mit 75,1 Prozent Ja-Stimmen. In der Schweiz blieb das Ja-Lager dagegen mit 38 Prozent klar in der Minderheit.

http://www.n-tv.de/politik/Auslandstuerken-tragen-Erdogan-zum-Sieg-article19795853.html

“Integration gescheitert”
Dementsprechend heftig, verbittert und enttäuscht fallen die Reaktionen auf das Votum der wahlberechtigten Türken in Deutschland aus.

Der “Spiegel”-Journalist Hasnain Kazim schrieb auf Facebook: “Es tut mir in der Seele weh, so etwas sagen zu müssen, aber man kann nicht für ein autokratisches System sein, für die Todesstrafe, für die Inhaftierung von kritischen Journalisten, für das Einsperren von politischen Konkurrenten, und sich dann beschweren, in Deutschland nicht als Deutsche akzeptiert zu werden. Das geht nicht. Da ist Integration in der Tat gescheitert, aber die Schuld liegt nicht bei Deutschland.”

http://www.huffingtonpost.de/2017/04/17/story_n_16053584.html