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Zum LZ-Leserbrief vom 9. Jan. 2021 von Susanne Padua („Lose-Lose-Situation“ )

Ich wohne seit fast 60 Jahren in Auloh, nachdem mein Vater ein Haus direkt angrenzend an den Pfarrgarten der Erlöser/Gnadenkirche gebaut hat. Die Zukunft des Pfarrgartens liegt mir sehr am Herzen. Ich habe als Kind darin gespielt, habe an zahlreichen Gartenfesten der evangelischen Gemeinde teilgenommen und das Naturidyll für Menschen, Tiere und Pflanzen genossen. Deshalb habe ich mich auch an der Unterschriftenaktion gegen eine Bebauung des Pfarrgartens beteiligt.

Ich war überrascht, über eine Reihe von unwahren Behauptungen, die Frau Susanne Padua, Kirchenvorsteherin der Erlöser-/Gnadenkirche in Auloh, in ihrem Leserbrief vom 9. Januar 2021 aufgestellt hat und möchte diese hiermit richtigstellen.

Im Leserbrief wird der Eindruck erweckt, als ob von Seiten der Auloher immer wieder „nachtarockt“ wurde und eine Forderung nach der nächsten erhoben wurde. Das ist falsch. Auf der Unterschriftenliste waren drei klare Ziele definiert: 1. Keine Großküche mit Emissionen und zusätzlichem LKW-Verkehr bei engen Straßen ohne Gehweg. 2. Gebäude mit nur zwei Vollgeschossen, nicht drei Vollgeschossen (beides ist gebietsunverträglich und passt nicht in die Umgebung). 3. Gegen die Zerstörung des Pfarrgartens wegen dessen naturschutzfachlicher Bedeutung.

Die Behauptung von Frau Padua, die Organisatoren der Unterschriftenaktion wären von der Rücknahme der Küche im Mai informiert worden und hätten trotzdem die Unterschriftenaktion weitergeführt, ist schlichtweg falsch. Ich habe mich persönlich bei den Organisatoren erkundigt. Sie wurden nicht von der evangelischen Kirche oder von ANSWERK über die Rücknahme der Küche informiert, sondern haben erst im Oktober durch die Medien davon erfahren. Noch bei einem Gespräch am 29. 9. 2020 wurde auf Nachfrage klargestellt, dass die Großküchenplanung bei der Stadt Landshut noch nicht zurückgenommen war.

Eine weitere Behauptung, daß viele der 501 (es waren 507) Unterzeichner nicht betroffene Anwohner aus dem Raum Landshut seien, entspricht auch nicht der Wahrheit! Es wurde geprüft und festgestellt, dass nur 21 von 507 Unterzeichnern nicht in Auloh wohnen.

Die Aussage, daß die direkten Anlieger kein Problem sehen würden, ist falsch. Mit einer Ausnahme sehen alle direkten Anlieger ein Problem in der geplanten Bebauung.

Dem vorbildlichen sozialen Engagement von ANSWERK und dem Wegfall der geplanten Großküche ist es zu verdanken, daß die Auloher Bürger inzwischen nicht mehr generell gegen eine Bebauung des Pfarrgartens sind. Von einem einseitigen Kompromiss-Marathon von Seiten der evangelischen Kirche und von ANSWERK kann also keine Rede sein. Auch wir machen einen Kompromiss.

Wir setzen uns aber weiter dafür ein, daß statt eines dreigeschossigen Wohngebäudes mit Flachdach ein zweigeschossiges mit ausgebautem Satteldach geplant wird, das besser in die Umgebung passt und kein Fremdkörper sein wird. Das letzte von ANSWERK gebaute Wohngebäude in der Danziger Straße ist auch zweigeschossig mit Satteldach. Wieso sollte ein ähnliches Gebäude und die darin gebotenen Leistungen nicht auch im Pfarrgarten der Gnadenkirche möglich sein? Im ersten Treffen mit den direkten Anliegern, an dem ich teilgenommen habe, wurde übrigens von ANSWERK und den Vertretern der evangelischen Kirche davon gesprochen, daß die zukünftigen Bewohner jüngeren Alters mit seelischen und geistigen Benachteiligungen wären, von Rollstuhlfahrern war nie die Rede. Selbst wenn körperlich behinderte Personen einziehen würden, kann ich mir nicht vorstellen, daß für diese kein adäquater Lift in einem zweigeschossigen Gebäude mit ausgebautem Dach eingebaut werden könnte, wie im Leserbrief von Frau Padua behauptet. Im von ANSWERK gebauten, zweigeschossigen (2 plus D) Haus in der Danziger Straße befindet sich ein Aufzug.

Laut Frau Padua überragt das geplante Gebäude nicht die Nachbargebäude. Auch das ist falsch. Es würde drei von vier Nachbargebäuden überragen.

Die höchsten Häuser in Alt-Auloh sind zweigeschossig mit ausgebautem Dach. In den vergangenen Jahren wurden von der Stadt nur Bauanträge von zweigeschossigen Wohnhäusern genehmigt, u.a. ein Miethaus mit mehreren Apartments in der Stauseestraße (Parallelstraße der Oderstraße), dessen Bau in Kürze beginnt. Die Auloher, deren Bauanträge für höhere Häuser in der Vergangenheit abgelehnt wurden, würden sich mit Recht darüber wundern und sich beschweren, warum auf einmal ein höheres Haus genehmigt wird. Gleiches Recht für alle! Es würde auch ein Präzedenzfall geschaffen, auf den sich künftige Bauanträge berufen könnten, um höhere Gebäude zu bauen. Dadurch würde der Charakter des alten Ortskerns komplett verändert.

Ich möchte auch (zusammen mit 506 Auloher Bürgern) in Zukunft darauf vertrauen, daß meine Bürgermeinung akzeptiert wird und wir mitbestimmen können, wie unser Stadtteil in Zukunft aussehen soll (zweigeschossige Gebäude mit Satteldach) und alle Bauherren gleich behandelt werden.

Mir ist sehr daran gelegen, daß das Wohngebäude, ebenso wie seine zukünftigen Bewohner, in Auloh gut integriert werden können und kein baulicher Fremdkörper entsteht. Daß Frau Padua denjenigen (auch Politikern), vorwirft, die Bedenken bzgl. des geplanten Baus haben und auch die Belange der Auloher Bürger im Auge haben, nicht menschlich, nicht christlich und nicht sozial zu sein, empfinde ich als ein starkes Stück! Ist diese Verurteilung wohlmeinender Bürger und Politiker menschlich, christlich und sozial?

Manuela Urso
84036 Landshut

Foto: Klartext.LA

 

Leserbrief zum Artikel „Lose-Lose-Situation“ in der LZ vom 23.12.2020

„Wieso nicht bewährtes beibehalten?

In der Aussage des Baureferenten Doll kommt die Überraschung und fast Empörung einiger Mitglieder des Bauausschusses sowie der Leiterin des Amtes für Stadtentwicklung und -planung und des Baudirektors zum Ausdruck. Die Überraschung war, daß die Mehrheit der Mitglieder des Bauausschusses sich dafür aussprach kein dreigeschossiges Gebäude mit Flachdach in dem Ortskern von Auloh zuzulassen, sondern das seit Jahrzehnten einzig zulässige Hausmodell zu genehmigen: zweigeschossig mit (ausgebautem) Satteldach. Dieser Grundsatz war bisher in dem über Jahrzehnte gewachsenen Ortsteil ausnahmslos durchgesetzt worden.

Ich verstehe diese Aufregung nicht. Demokratie bedeutet doch, die Entscheidung der Mehrheit zu akzeptieren und die Meinung der Bürger zu respektieren.

Ursprünglich hatten sich 507 Auloher in einer Unterschriftenaktion gegen die Bebauung des Pfarrgartens ausgesprochen, der ein Paradies für Mensch, Tier und Pflanzen ist. Auloh hat ca. 1200 Haushalte – die Unterschrift von 507 Auloher Bürgern ist also keine Kleinigkeit. Dem vorbildlichen sozialen Engagement von Answerk und dem Wegfall der geplanten Großküche ist es zu verdanken, daß die Auloher Bürger überhaupt mit einer Bebauung des Pfarrgartens einverstanden sind.

Dieses Engagement wird unter anderem seit 2018 in der Danziger Straße in einem zweigeschossigen Gebäude mit Satteldach gelebt.

Wieso sollte dieses Gebäude und die darin gebotenen Leistungen nicht auch im Naturidyll Pfarrgarten Gnadenkirche möglich sein?

Wieso wird nicht ein sicher gut geplantes und durchdachtes Gebäude einfach nur ein weiteres Mal errichtet?

Mein Appell an die Volksvertreter ist – akzeptieren Sie den Willen der Bürger, die auch künftig darauf vertrauen möchten zu wissen, wie ihr Stadtteil in Zukunft aussehen soll und belassen Sie es beim Beschluss des Bauausschusses, also bei der Gleichbehandlung mit den bisherigen Bauherren in Auloh.
Uns Bürgern ist sehr daran gelegen, daß das Wohngebäude, ebenso wie seine zukünftigen Bewohner, in Auloh gut integriert werden können und kein baulicher Fremdkörper entsteht.„

Gabriele Sirtl, Stauseestraße, 84036 Auloh

Hier der Bericht der LZ vom 23.12.2020 auf den Bezug genommen wird:

 

PRESSEMITTEILUNG
Bereits im Spätsommer wurde ein intensiv genutzter Acker im Bereich der Ochsenau unmittelbar angrenzend an die LAs 14 auf einer Fläche von 4.600 Quadratmetern als Ausgleichsfläche angelegt. Dazu wurde die oberste Bodenschicht abgeschoben, der Boden aufbereitet und mit gebietsheimischem Saatgut eingesät. Im kommenden Jahr wird dort eine blütenreiche Wiese entstehen. Aktuell wird der erste Schritt für eine weitere Ausgleichsfläche in der Ochsenau getan, die in dem Bebauungsplan „Ochsenau – West“ gefordert wird. Dazu wird ein Teil des bestehenden Wegenetzes in der Ochsenau zurückgebaut. Der betroffene Weg (inklusive Lagerfläche) zweigt von dem Weg zum ehemaligen Schäferhundeverein ab. Im kommenden Jahr werden in diesem Bereich dann seltene Pflanzenarten angesiedelt und Sträucher gepflanzt (vgl. Karte). Ergänzend werden bereits jetzt Reptilienhabitate bestehend aus Stein- und Sandschüttungen im unmittelbaren Einzugsbereich des Wegerückbaus angelegt.

FREIE WÄHLER Landtagsfraktion verteidigt Fünf-Hektar-Ziel gegen Flächenfraß

Eibl: Bayerische Naturlandschaft mittels genauer Nutzungsprüfung erhalten

Zum Gesetzentwurf der Staatsregierung zur Änderung des Bayerischen Landesplanungsgesetzes am Donnerstag im Wirtschaftsausschuss ein Statement von Manfred Eibl, Sprecher für Landesentwicklung der FREIE WÄHLER Landtagsfraktion:

„Bereits im Koalitionsvertrag haben wir das Fünf-Hektar-Ziel als Maßnahme gegen den Flächenverbrauch verhandelt – und es bis zum jetzigen Gesetzentwurf auch erfolgreich verteidigt. Das Ziel ist, unsere schöne Heimat mit ihren einzigartigen Naturlandschaften für künftige Generationen sinnvoll zu bewahren und den Flächenfraß zu reduzieren. Deshalb müssen wir in Zukunft noch genauer prüfen, wie Grund und Boden genutzt werden. Denn klar ist, dass eine ökologisch wertvolle Photovoltaik-Freiflächenanlage künftig sicher anders zu bewerten ist als ein betonierter Parkplatz. Doch am Ziel des Flächensparens per se ändert dies nichts. Schließlich zeigt uns die Corona-Pandemie gerade jetzt auf, wie wichtig der Erhalt der wunderschönen Täler, Berge, Wälder und Felder vor der eigenen Haustüre sind – und auch weiterhin bleiben wird.“


Symbolbilder (Ochsenau in Landshut): Klartext.LA

 

Wie das Wohnareal in der Ochsenau künftig aussehen könnte, ist in einer Ausstellung ab Donnerstag, 17. September, im Saal der Hauptfeuerwache zu sehen. (Foto: Klaus Leidorf)

PRESSEMITTEILUNG
Realisierungswettbewerb: Ausstellung zeigt 20 Pläne und Modelle
Um die künftige Wohnbebauung in der Ochsenau dreht sich die Ausstellung des Amts für Stadtentwicklung und Stadtplanung, die ab Donnerstag, 17. September, um 14 Uhr, im Saal der Hauptfeuerwache an der Niedermayerstraße 6 zu sehen ist. Von einer offiziellen Eröffnung musste coronabedingt leider abgesehen werden. Gezeigt werden 20 Pläne und Modelle, die im Rahmen eines von der Stadt ausgelobten Realisierungswettbewerbs eingereicht wurden. Darunter werden auch drei prämierte Arbeiten sein, die in der kommenden Woche von einem Preisgericht in nichtöffentlicher Sitzung ausgewählt werden. Zur Ausstellung sind alle Interessierten eingeladen.

Wie bereits bekannt, soll im Zuge der Neunutzung und -bebauung des ehemaligen Standortübungsplatzes die südöstlich der LAs 14 gelegene Fläche als Wohngebiet mit Kinderbetreuungsstätte und Nahversorgereinrichtung entwickelt werden. Das Gebiet ist im Osten und Süden durch ein Naturschutzgebiet sowie im Westen von einer 2,5 Hektar großen Grünzäsur begrenzt. Es soll in mehreren Bauabschnitten zu einem ökologisch hochwertigen Wohnquartier werden. Im Rahmen der Vorgaben ist unter anderem auch besonderes Augenmerk auf eine verkehrssichere und städtebaulich qualitätsvolle Anbindung an den bestehenden Stadtteil Auloh zu richten. Das geplante Wohnquartier soll Wohnraum für circa 800 Einwohner schaffen; 20 Prozent der Fläche sind für den sozialen Wohnungsbau vorgesehen.
Ende Mai hat die Stadt, federführend das Amt für Stadtentwicklung und Stadtplanung, hierzu einen „offenen einphasigen Realisierungswettbewerb“ ausgelobt. Das für die Planung zur Verfügung stehende Grundstück hat eine Größe von circa 11 Hektar.
Im Rahmen des Wettbewerbs hatten Arbeitsgemeinschaften bestehend aus Architekten, Landschaftsarchitekten und Stadtplanern, so die Vorgabe der Stadt, die Möglichkeit, sich bis Ende Juli mit entsprechenden Planungsvorschlägen um das Bauprojekt zu bewerben.
Eingereicht wurden insgesamt 20 Arbeiten – drei davon werden noch prämiert. Welche das sind, entscheidet sich kommende Woche. Am Dienstag und Mittwoch wird eine elfköpfige Preisrichter-Jury in nichtöffentlicher Sitzung alle eingereichten Wettbewerbsarbeiten entsprechend bewerten.

Die Ausstellung mit allen 20 Arbeiten, einschließlich den der Preisträger, ist ab Donnerstag, 17., bis einschließlich Sonntag, 20. September, im Saal der Hauptfeuerwache an der Niedermayerstraße 6 zu sehen. Öffnungszeiten sind am Donnerstag, Freitag und Sonntag von 14 bis 18 Uhr sowie am Samstag von 11 bis 18 Uhr. Beim Betreten des Gebäudes muss eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen und das Abstandsgebot (mindestens 1, 5 Meter) zu anderen Personen eingehalten werden.

Darüber hinaus können die Modelle – ebenso ab Donnerstag – online auf der Internetseite der Stadt Landshut unter
www.landshut.de/ochsenau eingesehen werden.

Foto:
Klaus Leidorf

Die Zauneidechse (Lacerta agilis) ist nach europäischem Naturschutzrecht streng geschützt und besiedelt die Ochsenau flächendeckend. Sie ist das Reptil des Jahres 2020 (Foto: S. Gaspar).

 

Elke März-Granda, Stadträtin, Pressesprecherin

Dr. Stefan Müller-Kroehling, Stadtrat

Landshut, den 19.7.2020

Derzeit wird intensiv die Zukunft der Landwirtschaftseinrichtungen in Landshut diskutiert. Nun meldet sich die ÖDP mit ihrer Position zu Wort. Klar ist: Viele Landwirte stehen aktuell vor großen Herausforderungen im Zusammenhang mit Klimawandel und Artenvielfalt und brauchen daher gute Ausbildung und kompetente Berater.

„Das Grünes Zentrum ausgerechnet auf dem größten Kalkmagerrasen des Isartals zu planen, war von Anfang an eine Fehlplanung, und jetzt ist spätestens der Zeitpunkt, umzudenken“, sind sich die beiden ÖDP-Stadträte Elke März-Granda und Dr. Stefan Müller-Kroehling einig. Mit ihren knapp 50 Hektar wurde die Panzerwiese der Ochsenau seit 1880 vor der landwirtschaftlichen Intensivierung bewahrt. Auf der Fläche haben zahlreiche Arten überleben können, die bayernweit in der höchsten Gefährdungskategorie der „Rote Liste“ stehen oder hier ihr einziges Vorkommen in ganz Niederbayern haben. Dieser größte Kalkmagerrasen des Unteren Isartals ist als Biotop gesetzlich gegen alle Formen von Beeinträchtigungen und Veränderungen geschützt. Das Bayerische Naturschutzgesetz verpflichtet zudem die öffentliche Hand, ökologisch besonders wertvolle Flächen in ihrem eigenen Eigentum als solche zu erhalten. Diese Gesetze gelten auch für den Freistaat selbst. Das neue Naturschutzgesetz, seit einem Jahr in Kraft, hat diese Zusammenhänge eher noch gestärkt.

Nun soll der Südwestteil dieser „Arche Noah“ ausgerechnet dem Grünen Zentrum weichen. „Für die ÖDP stand schon immer fest, dass diese einmalig wertvolle Fläche nicht zu ersetzen ist und daher keinesfalls zerstört oder massiv verkleinert werden darf“, so März-Granda. Das sieht auch ÖDP-Kreisrat Josef Schmid so, selbst erfahrener Biolandwirt: „Die Landwirtschaft mit ihren Institutionen muss endlich wieder als etwas verstanden werden, das die Artenvielfalt erhält, und sie nicht gefährdet und zerstört“.

Auch die ÖDP Kreisrätin Renate Hanglberger sieht die Notwendigkeit und Chancen, das Areal zu erhalten, beispielsweise in einer Ausweitung der historischen Ochsenbeweidung. „Erst dann kann dieses bemerkenswerte Projekt seine volle Strahlkraft und ökologische Wirkung entfalten“, pflichtet Stadtrat Dr. Stefan Müller-Kroehling ihr bei.

Die ÖDP bekennt sich klar zur ökologischen Landwirtschaft und staatlichen Einrichtungen, die den Landwirten als unabhängige und gemeinwohlorientiere Betriebsberater und Ausbilder zur Seite stehen. Die ÖDP-Agrarfachleute und Umweltpolitiker sind sich dabei jedoch einig: „Wenn von den Städten und Gemeinden gefordert wird, nicht in naturschutzfachlichen und hochwassersensiblen Bereichen zu bauen, muss dies auch für ein Grünes Zentrum in Landshut gelten.“

Das Schrägluftbild zeigt die Panzerwiese der Ochsenau als geschlossene Einheit. Es handelt sich um das größte Naturjuwel im gesamten Stadtgebiet. Fast die gesamte westliche Hälfte würde unter Asphalt und Beton verschwinden, wenn es nach den derzeigen Planungen der Stadt geht, auch für das geplant gewesene “Grüne Zentrum”. Die öffentlichen Einrichtungen in Schönbrunn im Süden des Areals und die Wohnbebauung in Auloh weisen indes noch erhebliche alternative Flächen auf.
(Luftbild Klaus Leidorf)

Neben der stark beschädigten Esche im Pfarrgarten an der Klötzlmüllerstraße 2 wurde eine Betonwand an der Grundstücksgrenze errichtet.

Zwei Pfarrgärten, einer in der Klötzlmüllerstraße im Westen der Stadt 

und der andere in Alt-Auloh zwischen der Stauseestraße (Gnadenkirche) und  der Oderstraße.
Letzteres gehweglose Straßen in einem allgemeinen Wohngebiet.


Die Esche im Pfarrgarten an der Klötzlmüllerstraße 2 steht fast an der Grundstücksgrenze und wurde nun bei Bauarbeiten im Nachbargrundstück arg in Mitleidenschaft gezogen. Nachdem mindestens die Hälfte der Wurzeln zerstört wurden ist davon auszugehen, dass der Baum aus Sicherheitsgründen beseitigt werden muss.
Die Umgebung der Esche war bisher bereits versiegelt (Garagenzufahrt). Die Tageszeitung berichtete ausführlich über die Behandlung im Umweltsenat vom 7.7.2020 (siehe Anlage), die aufgrund eines Dringlichkeitsantrages der Stadträte Hedwig Borgmann und Dr. Thomas Keyßner (Die Grünen) erfolgte.
Einstimmig wurde dann nach längerer Debatte in öffentlicher Sitzung unter Tagesordnungspunkt 6 beschlossen:
“…über die erhebliche Schädigung einer Esche im Wurzelbereich bei der Baumaßnahme Klötzlmüllerstraße 4 wird ebenso Kenntnis genommen wie von der Tatsache, dass die Baumaßnahme in Bezug auf die Esche nicht wie beantragt und genehmigt ausgeführt wurde…”
und
“Nach Abklärung über das konkrete Vorgehen mit dem Baumeigentümer und den artenschutzrechtlichen Anforderungen, empfiehlt der Umweltsenat ein Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen des schwerwiegenden Verstoßes gegen die Baumschutzverordnung einzuleiten.”

Ganz anders war bei dem Tagesordnungspunkt 2 in der selben Sitzung. Hier ging es um die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes Nr. 07-4 “Östlich Oderstraße” im beschleunigten Verfahren. In dem seit Jahrzehnten weitgehend der Natur überlassenen Pfarrgarten (derzeit Sondergebiet “Gemeingebrauch Kirche”) soll nach dem Willen von “Answerk Landshut e.V. in Projektkooperation mit der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde in Landshut/Auloh” eine Anlage für inkludiertes Wohnen und Arbeiten entstehen.
Konkret soll eine Wohnanlage entstehen die sich über drei Vollgeschosse erstreckt und eine Zentralküche mit Anlieferzone vorsieht. Damit würde die bisher höchste bauliche Verdichtung in Alt-Auloh erreicht werden. Der naturnahe Pfarrgarten wäre unwiederbringlich zerstört – 22 geschützte Bäume würden zumindest zum Teil entfernt.
Während bei der leider erheblich geschädigten Esche die Stadträte der Grünen noch für den vorgenannten Beschluss stimmten und das Schicksal des Einzel-Baumes im Pfarrgarten der Christuskirche – zu Recht – beklagten, nahmen die Grünen-Stadträtinnen Hedwig Bergmann und Sigrid Hagl am Schicksal der Natur-Insel Pfarrgarten mit insbesondere 22 geschützten Bäumen in Alt-Auloh keinen Anteil.
“Den Antrag der Stadträtin März-Granda auf 2. Lesung, verbunden mit dem Auftrag durch Herrn Stadtrat Schnur, einen Baumbestandsplan vorzulegen,…”
wurde mit 6 zu 5 Stimmen entsprochen.

Für eine weitergehende Prüfung der Erhaltenswürdigkeit des Pfarrgartens stimmten:
Falk Bräcklein
Elke-März Granda
Christian Pollner
Traudl Rössl
Rudolf Schnur
Wolfram Schubert

Gegen weitere Prüfungen von Naturschutzbelangen stimmten:
Hedwig Borgmann  “…(das Bauvorhaben ist) dort gut angesiedelt auf der Fläche…”
Sigrid Hagl
Dr. Thomas Haslinger, 2. Bürgermeister und Vorsitzender des Umweltsenates
Hans-Peter Summer    “…(das Bauvorhaben ist) gut in Auloh angesiedelt…”
Jürgen Wachter

Bereits vor der Behandlung im Umweltsenat hatten sich alle Nachbarn des Pfarrgartens per Unterschriftenliste an Oberbürgermeister Alexander Putz und 2. Bürgermeister Dr. Thomas Haslinger gegen eine Zerstörung des Naturidylls Pfarrgarten ausgesprochen. Mittlerweile haben sich ehemalige Bewohner des Pfarrgrundstücks in Auloh zu Wort gemeldet und die Schutzwürdigkeit des letzten unberührten Natur-Trittsteins zwischen dem Naturschutzgebiet und dem Stausee belegt und bekräftigt. So ist das Vorkommen von zahlreichen Reptilien, wie Zauneidechsen und Blindschleichen gesichert. Auch die Schlingnatter wurde früher in dem Garten angetroffen. Die Schlingnatter ist gemäß Anhang IV der FFH-Richtlinie und §44 BNatschG geschützt und bekannt dafür, dass sie naturnahe Gärten besiedeln kann, wenn sie für die Art erreichbar sind.

Fotos/Grafik: Klartext.LA

Link zum vorherigen Artikel zu dem Thema: https://www.klartext.la/eine-zentralkueche-im-naturidyll/

RS

Im letzten Bausenat der Stadtratsperiode wurde der Antrag behandelt auf einer Teilfläche von ca. 1300 m2 eine „Neuerrichtung einer Anlage für inkludierendes Wohnen und Arbeiten“ an der Oderstraße in Landshut-Auloh auf den baurechtlichen Weg zu bringen.
Die Fläche auf der sich die Evangelisch-Lutherische Kirche befindet, war bereits in der ehemaligen Gemeinde Frauenberg (bis August 1974) als „Fläche für den Gemeinbedarf – Kirche“ ausgewiesen und dient damit seit dem grundsätzlich der Allgemeinheit.
Das gesamte Grundstück ist ca. 3000m2 groß und in Bezug auf die aktuelle Nutzung zweigeteilt. Auf der Osthälfte findet sich die Kirche mit Verwaltungsanbau und Vorplatz. Die Westhälfte ist seit mindestens 50 Jahren als Grünfläche weitgehend sich selbst überlassen. Darauf stehen derzeit wenige Spielgeräte, Stühle sowie ein ausrangierter Bauwagen. Auf dieser Grünfläche stehen insgesamt 22 Bäume wovon 20 von der Baumschutzverordnung geschützt sind.
Für den Ortsteil Auloh wurde im urspünglichen Bebauungsplan im Bereich der Neißestraße eine größere Fläche für den Gemeinbedarf festgesetzt. Hier sind die katholische Kirche, der katholische Kindergarten, die Grundschule und der Friedhof angesiedelt. Im übrigen Ortsteil Auloh findet sich mittig nur die jetzt zur Hälfte zur Disposition gestellte Gemeinbedarfsfläche um die evangelische Kirche.
In der neuen Planung soll neben dem geplanten Wohngebäude mit drei Vollgeschossen eine gewerbliche Großküche eingerichtet werden, die von den Mitgliedern des Bausenats wegen ihrer Größe länger diskutiert wurde. „Als soziales Projekt gesehen, sei eine Großküche von Bedeutung, durchaus vertretbar, und man solle es sehr positiv betrachten“, meinte abschließend Oberbürgermeister Putz.
Die Stadträte Ludwig Graf und Rudolf Schnur aus Auloh, die gemeinsam mit Bürgern aus Auloh das Großprojekt in dem bisherigen Naturidyll skeptisch betrachtet, beantragten die Angelegenheit zunächst, wie beim ersten Anlauf der Versiegelung der Fläche im Jahr 2016, den Umweltsenat zu beteiligen.
Dieser hatte damals nach einstimmiger Kenntnisnahme der Stellungnahmen mit 8:2 beschlossen:

„Der Umweltsenat empfiehlt dem Bausenat, den Bebauungsplan und den Flächennutzungsplan für das Vorhaben der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Erlöserkirche Landshut nicht zu ändern und für das Grundstück die Festsetzung „Fläche für den Gemeinbedarf“ zu belassen.“

Die allgemeine und naturschutzrechtliche Stellungnahme war damals eindeutig:

“Der vorhandene Baumbestand besteht überwiegend aus Feldahorn. Daneben sind auch mehrere Strauchgruppen und Naturverjüngung aus dem Altbaumbestand vorhanden. Die Gehölze sind Lebensraum für die heimische Vogelwelt und erfüllen zusammen mit anderen Gehölzgruppen, die locker verstreut in Auloh auf Privatgrundstücken noch vorhanden sind, eine Trittsteinfunktion für die heimische Vogelwelt. 

Für das Mikroklima in der umgebenden Siedlung sind Grünflächen in der vorliegenden Größenordnung regelmäßig ausgleichend wirksam. Aus der Sicht der Unteren Naturschutzbehörde sollte die Grünfläche erhalten bleiben und nicht mit zwei relativ großen Baukörpern und oberirdischen Stellplätzen weitgehend versiegelt werden.

Unabhängig von der naturschutzfachlichen Betrachtung sollte bedacht werden, dass der überbaute Grundstücksteil für den Gemeinbedarf unwiederbringlich verloren ginge. Auloh hatte in den vergangenen Jahren ein starkes Wachstum zu verzeichnen und es ist wohl nicht auszuschließen, dass die Fläche eines Tages für eine konkrete Maßnahme des Gemeinbedarfs benötigt wird. Die Festsetzung des Flächennutzungsplanes sollte weiterhin bestehen bleiben.“

Als weitere Argumente wurden jetzt in die Diskussion im Bausenat eingebracht:

  • Im gesamten Wohngebiet von Alt-Auloh gibt es derzeit keine Bebauung mit drei Vollgeschossen; vor wenigen Jahren wurde in der Umgebung des betreffenden Grundstücks selbst die Anlegung von Kniestöcken abgelehnt.
  • Ein Flachdach wäre in weitem Umkreis ein Novum.
  • Die Grundfläche und der Umfang des geplanten Wohngebäudes übertrifft das des Kirchengebäudes. Die Grundfläche der gewerblichen Zentralküche entspricht annähernd der Grundfläche der Kirche. Fazit: es handelt sich um eine geplante Nachverdichtung und Versiegelung, die sich nicht in die Umgebung einfügt und möglicher Weise Nachahmer motiviert.
  • Das Muster-Wohngebäude für Inklusion des Vereins AnsWerk e.V. in Mitterwöhr wurde nicht mit drei Vollgeschossen errichtet, obwohl dort in der Umgebung bereits solche Wohngebäude bestanden.
  • Eine gewerbliche Zentralküche mit Cateringstützpunkt gehört nicht in ein Wohngebiet, dort sind nur nichtstörende Gewerbe möglich. Eine Erweiterungsmöglichkeit besteht innerhalb der seit Jahrzehnten bebauten Wohngrundstücke nicht.
  • In Auloh besteht seit Jahren Nachfrage nach einem Seniorensitz bzw. Altenheim. Anfragen an den Grundstückseigentümer in dieser Hinsicht sollen bisher nicht beantwortet worden sein.
  • Es geht nicht um den Bestand des Vereins oder gar gegen seine Arbeit oder das inkludierte Wohnen. Es geht vielmehr um die Abwägung zwischen an verschiedenen Orten möglichem sozialem Handeln und den Allgemeingütern Naturschutz, Klimaschutz, Gemeinbedarf, Lärmschutz, Geruchsbelästigung und vermehrtem Verkehrsaufkommen in verschiedenen Wohnstraßen ohne Geh- und Radwege.

 Die die äußerst dürftige und ihrer Aufgabe nicht im Ansatz nachkommende Stellungnahme des Klimaschutzmanagement vom 22.04.2020 „…keine Einwände/Äußerungen…“ wurde als nicht nachvollziehbar beurteilt.

Im übrigen müssen bei Aufrechterhaltung des Verlagerungswunsches der derzeitigen Zentralküche von AnsWerk e.V. von der Friedhofstraße/Niedermayerstraße in die Mitte des Wohngebietes Auloh ein schalltechnisches Gutachten und ein Lüftungskonzept bezüglich der Küchenabluftreinigung erstellt werden.

Die nächste Behandlung des Projekts erfolgt nun im Umweltsenat.


hjl

Fotos: Klartext.LA
Pläne: Stadt Landshut

 

 

 

 

 

 

Wer sich zur Wahl stellt sollte sich in der Gemeinde oder Stadt auskennen. Die Elbe- und Neißestraße liegt nicht in Schönbrunn, sondern im Ortsteil Auloh.
Auloh ist wiederum ein Teil des Stadtteils Frauenberg (Eingemeindet im Jahre 1974).

Da wundert es letztlich nicht, wenn der in Achdorf wohnende Stadtrat Gerd Steinberger, der Vater der OB-Kandidatin Patricia Steinberger den Ortsteil Auloh als
“Wüste an Einfamilienhäuser” bezeichnet.