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Rezension
18.10.2016 Die Schuldfrage
http://www.spektrum.de/rezension/buchkritik-zu-schuld-oder-schicksa 1/1426482
Paul Riemann

Michael Scheele
Schuld oder Schicksal?

Verlag: Komplett-Media, Grünwald 2016 ISBN: 9783831204397 , 19,99 €

Ab wann ist ein Mörder ein Mörder? Und bis wohin
Totschläger oder fahrlässig Tötender? Kann man
genetisch so geprägt sein, dass man objektiv unschuldig ist, egal was man tut? Und wie soll die Gesellschaft mit Menschen umgehen, bei denen eine genetische
Disposition zum Gewaltverbrecher schon als Kind
festgestellt wird? Sind nüchterne Alkoholiker schuldfähig -und Traumata vererbbar? All diese Fragen streifen das Problem, ob unser Leben Schicksal ist oder wir es mit freiem Willen gestalten
können. Michael Scheele, Münchner Prominentenanwalt, der es selbst zu einiger Prominenz gebracht hat, geht dem im vorliegenden Buch nach, wobei er eine Rundreise durch die Wissenschaften unternimmt. Er
liebt offensichtlich den ganz weiten Blick über den Tellerrand und umkreist mit Hilfe neuer Forschungsergebnisse aus Psychologie, Hirnforschung und Humangenetik das Thema individuelle Schuld in der Rechtssprechung.
Auch philosophische Thesen zieht er hierfür heran.
Homo imperfectus
Schon auf den ersten Seiten macht Scheele seine Intention klar, wenn er schreibt, die Welt “wäre eine bessere, wenn es den in jeder Hinsicht unvollkommenen menschlichen Primaten gelänge, die Gewissheit von eigener Perfektion und die Überzeugung von einer autonomen, willensgesteuerten Wahlfreiheit zu reduzieren oder sogar ganz über Bord zu werfen.” Dass der Autor auf eine möglichst breite Leserschaft zielt, zeigt sich in seinem Kapitel über kognitive Dissonanz – jenen unangenehmen Zustand, wenn Wahrnehmungen mit einer kognitiven Vorprägung (oft Vorurteilen und Schubladendenken) kollidieren. Scheele geht hier auf den Kachelmann-Prozess ein, auf die Querelen um Sepp Blatter und behandelt Platons Höhlengleichnis. Der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff, der wegen Bestechlichkeitsvorwürfen Schloss Bellevue verlassen musste, und Starmeterologe Jörg Kachelmann, der seit den Vergewaltigungsvorwürfen einer Expartnerin nicht mehr im Fernsehen auftritt, präsentiert Scheele als Opfer der kognitiven Dissonanz von Staatsanwälten.
Um Fehlurteile der Justiz zu veranschaulichen, erörtert der Autor unter anderem die Fälle Gustl Mollath und Uli Hoeneß. Diktatoren wie Idi Amin und Josef Stalin und Serienkiller von Ted Bundy bis zu Gräfin Erzebet Bathory dienen ihm als Beispiele für Psychopathie. Etwa fünf Prozent der Bevölkerung, zitiert er Schätzungen von Neuropsychologen, sind von Funktionsstörungen im präfrontalen Kortex betroffen – einer Hirnregion, die für Empathie und moralisches Empfinden zuständig ist. Bei diesen fünf Prozent handle es sich häufig um Psychopathen; rund siebzig Prozent der schweren Verbrechen würden von ihnen begangen.

Verstand ist nicht alles 
Anschaulich beschreibt Scheele, wie das Streben nach Bedürfnisbefriedigung sozial Isolierte in die Arme von Radikalen treibt, und wie die genetisch vorgegebene Neigung zu Depression oder Aggression unser Leben
bestimmt. Auch auf Prägungen im Kindesalter geht er ein: Wer als Kind missbraucht beziehungsweise vernachlässigt werde, neige eher dazu, “eine krumme moralische Kompassnadel” zu entwickeln. Zudem wendet sich der Autor ausführlich der deterministisch geprägten Hirnforschung zu, die dem
Menschen mehr oder weniger jeden freien Willen abspricht. Er tendiert dazu, ihren Schlüssen im Großen und Ganzen zuzustimmen, hat aber einen differenzierten Blick auf diesen Forschungszweig. Scheele ist kein
Technikfeind, doch sind ihm die manipulativen Risiken der Humangenetik und Hirnforschung durchaus bewusst.
Autobiografisches wie der Suizid seiner Zwillingsschwester nach einer Vergewaltigung, oder Scheeles Panikattacken in der Dunkelheit aufgrund einer höchst unsensiblen Augenoperation im Kindesalter, geben dem Buch eine persönliche Note. Scheele appelliert an die deutsche Rechtsprechung, indem er beklagt, dass Staatsanwälte noch immer das Unbewusste, die Erkenntnisse der Hirnforschung und den Einfluss des Genoms weitgehend ignorieren, wenn sie über individuelle Schuld befinden. Mit seinem Buch legt er eine im besten Sinne populärwissenschaftliche Streitschrift vor, in der er leidenschaftlich für ein humanistisches, wissenschaftlich orientiertes Weltbild plädiert.

Foto: Komplett Media / Scheele

Gemeinsam mit dem Freundeskreis Stadtmuseum Landshut e.V. veranstalten die Museen der Stadt Landshut ein Programm rund um das zwanzigjährige Jubiläum des Fördervereins, der sich erneut als generöser Mäzen erweist.

Aktuell wird das LANDSHUTmuseum zur Bühne für die zeitgenössische Kunst. Anlässlich der Reparatur von Wand-Schäden bietet sich die Chance für eine spektakuläre Aktion.

Zwei Wände im Inneren des Kreuzgangs werden von Maximilian, einem jungen Künstler der Hallenser Street-Art-Szene, mit großformatigen Wandbildern neu gestaltet (anbei ein Foto von der Vor-Skizze).

Seine großformatigen Werke entstehen Ende September 2020 und werden bis Anfang November 2020 mit ihrer unbändigen Farbkraft eine Vorstellung von lebendiger Jugendkultur und aktiver Street-Art vermitteln.

Als Reaktion auf die Coronakrise hat es weltweit eine Explosion von Street-Art-Aktionen gegeben: ›All Art has been contemporary‹.

Zum Auftakt wird am Freitag, den 25. September 2020, die mobile Jugendarbeit der Stadt Landshut mit ihrem Moja-Bus auf dem Alten Franziskanerplatz vor dem LANDSHUTmuseum als Ansprechpartner für alle Jugendlichen präsent sein.

Zwei Hinweise zu erfolgreichen Kooperationen zwischen Sprayern und Museen untermauern die Aktualität dieser Facette zeitgenössischer Kunst:
Der Hamburger Bahnhof, Museum für Gegenwart in Berlin ermöglicht Sprayern seit sieben Jahren Wandgemälde im Innern des Museums. Ab Ende September 2020 gibt das Kunstmuseum Stuttgart mit der Ausstellung ›Wände | Walls‹ spannende Einblick in die Stuttgarter Szene.

Im Anschluss an die Street-Art-Ausstellung und der danach durchgeführten Sanierung wird eine umfangreiche Wechselausstellung zu Landshuter Schützenscheiben zu einem weiteren Traditionsstrang der Gelegenheitsmalerei vor Ort stattfinden (ab Frühjahr 2021).

Foto: Museen der Stadt Landshut

Bayerns Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Bernd Sibler (l.), und Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier.

Landshut. Jahr für Jahr fördert der Freistaat auch nichtstaatliche Theater. Der für dieses Jahr vom Zweckverband Landestheater Niederbayern gestellte Antrag wurde nun bewilligt, freut sich Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier (CSU).

 

Der Freistaat hat seinen Zuschuss zum laufenden Theaterbetrieb in den vergangenen Jahren kontinuierlich erhöht, führt Radlmeier aus. „2016 standen wir noch bei rund 2,46 Mio. Euro. Seitdem ist der Zuschuss Jahr für Jahr angewachsen.“ In diesem Jahr erreicht der Zuschuss einen Höchstwert: Über 2,82 Mio. Euro erhält der Zweckverband für den Betrieb. „Dieser stolze Betrag zeigt, dass der Freistaat zum Landestheater Niederbayern steht. Als jemand, der sich mit so vielen anderen seit langem für unser Landestheater einsetzt, danke ich Kunstminister Bernd Sibler sehr für diese frohe Kunde. Die Erhöhung des Zuschusses war und ist ein Anliegen, für das wir schon länger kämpfen. Hier sei beispielhaft auf das Engagement des langjährigen Vorsitzenden des Zweckverbandes, Manfred Hölzlein, verwiesen. Der Förderbetrag macht zudem deutlich, dass wir im Landtag mit unserer Haushaltspolitik die richtigen Weichen gestellt haben: Die Mittel ermöglichen qualitativ hochwertige Kultur im ganzen Freistaat“, so Radlmeier, Mitglied im Ausschuss für Wissenschaft und Kunst.

Bildquelle: Pressefoto Ringelstetter

Essenbach. Am 25. September, um 20 Uhr, kehrt der niederbayerische Wirbelwind Andrea Limmer mit ihrem Programm „Das Corona-Schweigen der Limmer“ zurück nach Essenbach. Eigentlich sollte die „Limmerin“ in Corona-Zeiten Schweigen. Doch wer die Kabarettistin Andrea Limmer kennt, weiß, dass sie alles auf der Bühne tut, nur ganz bestimmt nicht Schweigen. Stattdessen wird sie erneut über die Bühne am Schardthof wirbeln und das Publikum mit einem Kalauer nach dem anderen zu Lachsalven verleiten. Die Flut von Blablabla, BILDern und Blödsinn verwandelt immer mehr Menschinnen und Menschen in neurotische Elendshäufchen. Da hilft weder Urschrei-Kartoffel, noch Blutwurz-Pille. Doch Andrea Limmer hat ein Mittel gegen die kollektive, seelische Verstummung und -stimmung! Charmant, hintersinnig und stimmgewaltig richtet das niederbayrische Energiebündel ihrem Publikum die Wadeln wieder nach vorn und das Wurzelchakra auf Fortuna aus. Die Veranstaltung dauert rund eine Stunde. Tickets gibt es nur im Online-Vorverkauf unter www.buehne-am-schardthof.de. Die Plätze werden nach Ticket-Bestellung nach dem Bestplatz-System am Abend namentlich zugeordnet. Weitere Informationen telefonisch unter 0151-253 233 73 und auf der Homepage www.buehne-am-schardthof.de. Die Gastronomie der Bühne am Schardthof öffnet wie an allen Veranstaltungstagen auch an diesem Tag bereits um 17 Uhr. Aufgrund der eingeschränkte Plätze ist eine Tischreservierung für die Gastronomie erforderlich.

Essenbach. Am 25. September, um 20 Uhr, kehrt der niederbayerische Wirbelwind Andrea Limmer mit ihrem Programm „Das Corona-Schweigen der Limmer“ zurück nach Essenbach. Eigentlich sollte die „Limmerin“ in Corona-Zeiten Schweigen. Doch wer die Kabarettistin Andrea Limmer kennt, weiß, dass sie alles auf der Bühne tut, nur ganz bestimmt nicht Schweigen. Stattdessen wird sie erneut über die Bühne am Schardthof wirbeln und das Publikum mit einem Kalauer nach dem anderen zu Lachsalven verleiten. Die Flut von Blablabla, BILDern und Blödsinn verwandelt immer mehr Menschinnen und Menschen in neurotische Elendshäufchen. Da hilft weder Urschrei-Kartoffel, noch Blutwurz-Pille. Doch Andrea Limmer hat ein Mittel gegen die kollektive, seelische Verstummung und -stimmung! Charmant, hintersinnig und stimmgewaltig richtet das niederbayrische Energiebündel ihrem Publikum die Wadeln wieder nach vorn und das Wurzelchakra auf Fortuna aus. Die Veranstaltung dauert rund eine Stunde. Tickets gibt es nur im Online-Vorverkauf unter www.buehne-am-schardthof.de. Die Plätze werden nach Ticket-Bestellung nach dem Bestplatz-System am Abend namentlich zugeordnet. Weitere Informationen telefonisch unter 0151-253 233 73 und auf der Homepage www.buehne-am-schardthof.de. Die Gastronomie der Bühne am Schardthof öffnet wie an allen Veranstaltungstagen auch an diesem Tag bereits um 17 Uhr. Aufgrund der eingeschränkte Plätze ist eine Tischreservierung für die Gastronomie erforderlich.

Antonio D’Auria

Bühne am Schardthof/MUT – Musik und Tun e.V.

Schardthof 1

84051 Essenbach

Tel. 0151-253 233 73

E-Mail go.musica@gmx.de

info@buehne-am-schardthof.de

www.buehne-am-schardthof.de

Facebook Bühne am Schardthof

Im Bildungs- und Kultursenat wurde am Donnerstag ein Antrag der Fraktion SPD/Die Linke/mut mit 9:1 Stadtratsstimmen abgelehnt. Es waren sich alle anderen politischen Lager einig, dass der Platz nach dem Begründer der Sozialversicherung Otto von Bismarck seinen Namen BISMARCKPLATZ behalten kann.
141 Anlieger sowie das Kloster und Schulstiftung Seligenthal müssen Ihre Adresse in vielen Unterlagen nicht ändern.
Stadtrat Lothar Reichwein bat im Senat auf mehr Rücksichtnahme für die Bürgerschaft und Überdenken solcher belastenden und unsinnigen Stadtratsanträge.

Essenbach. Am 17. Oktober, um 20 Uhr, gastiert die bayerische Singer-Songwriterin MONI mit ihrem Programm „Mei Realität“ in der Bühne am Schardthof in Essenbach. Der inneren Stimme folgen, den nicht vorgezeichneten Weg gehen, den Moment einfangen und sich selber spüren – MONI erfasst dieses Lebensgefühl in ihren Songs wie keine Zweite! Wer einmal vom ebenso federleichten wie erdig-eingängigen Sound der bayerischen Singer-Songwriter Hoffnung mitgerissen wurde, verspürt unmittelbar selbst den Mut, den es für die Freiheit braucht, man selbst zu sein und genau das zu tun, was man im Innersten will. Genau diesen Mut hat MONI auch selbst bewiesen: Um ihren Traum, die Musik, leben zu können, kündigte sie vor einiger Zeit ihren geregelten Job als Erzieherin und berührt seitdem auf Bühnen in ganz Bayern ihre stetig wachsende Fangemeinde mit ihren mitreißenden, emotionsgeladenen Songs ohne Netz und doppelten Boden. Die positive Energie, die die gebürtige Aichacherin dabei versprüht, ihre sanfte Stärke und ihr augenzwinkernder Humor übertragen sich im Handumdrehen auf das Publikum und erzeugen bei ihren Konzerten eine intime Stimmung, die ihresgleichen sucht. In MONI’s dem Leben abgelauschten Geschichten, die in vielen ihrer Songs übers Träumen, Scheitern und Muthaben stecken, kann sich der Zuhörer verlieren und wiederfinden, egal ob es um den Aufbruch in ein Leben ohne Zwänge geht, um den letzten Gin Tonic am Ende einer durchfeierten Nacht oder um die Zweifel, die vor dem Aufbruch in das Abenteuer Freiheit überwunden werden wollen. Mit ihrem Talent, durch wenige Worte Gefühle und Erlebnisse in den Herzen und Ohren ihrer Zuhörer wachzurufen, bleibt sie auf unverkennbar sympathische Weise ganz sie selbst: die MONI! Auf ihrer Debüt-EP „Mei Realität“ nimmt sie alle mit auf eine Reise in ihre ganz eigene Wirklichkeit, in der es so einiges zu entdecken gibt.
Derzeit sind nur Online-Tickets unter www.buehne-am-schardthof.de erhältlich. Mit dem Ticketkauf erfolgt automatisch vor Ort eine Bestplatz-Reservierung unter Beachtung der Abstandsregelungen.
Die Gastronomie der Bühne am Schardthof öffnet wie immer an den Veranstaltungstagen bereits um 17 Uhr.
Tischreservierung aufgrund der eingeschränkten Platzzahl erforderlich.
Weitere Informationen telefonisch unter 0151-253 233 73

Foto MONI – (Foto von Severin Schweiger)

 

Einladung zum

Landshuter Kunst-Wochenende

von Freitag, 4. September bis Sonntag, 6. September

jeweils von 14 bis 19 Uhr.

Wir zeigen Ihnen unter dem Motto:

L.A. – SUMMER IN THE CITY

farbenfrohe Kunst aus dem anderen L.A.
Genießen Sie einfach die Kunst – auch in Corona-Zeiten!

Zu den Künstlerinnen und Künstlern in der Ausstellung gehören: Ed Ruscha, John Baldessari, Gronk, Sarah Morris, Barry Le Va, David Hockney, Felipe Ehrenberg, Shinkiji Tajiri, Sam Francis, Bruce Nauman, Patricia Gomez, Dolores Guerrero-Cruz, Karla Klarin.
Ed Ruscha: A Particular Kind of Heaven
In der Ausstellung treffen berühmte Künstler aus der Museumswelt und Künstler der alternativen und Street-Art Szenen mit ihren Werken aufeinander. So zeigt sie einen Augenblick in die Kultur der poly-ethnischen, multi-kulturellen Metropole.
Felipe Ehrenberg: Primero de Enero
Glen Rubsamen: Mae West in Paradise
Nach dem Kunstwochenende ist die Ausstellung nach tel. Anmeldung geöffnet: Tel. 0871 9654197 oder 0176 45662416 (auch Whatsapp)
Herzlicher Gruss aus der Landshuter Kirchgasse
Jörg W. Ludwig – LAProjects

LAProjects | Galerie für Gegenwartskunst | Kirchgasse 239 | 84028 Landshut

Copyright © 2020 LAProjects

Richard Weinfurtner (l.) und Oskar Weinfurtner (4.v.l.) erläutern dem niederbayerischen Europaabgeordneten Manfred Weber (3.v.l.) und Bürgermeisterin Angelika Leitermann (2.v.l.) die Produktionsschritte einer Glaseule. (Foto: Schachtner)

Pressemitteilung

Straubing, 30. August 2020

MdEP Manfred Weber im Glasdorf Arnbruck – „Unternehmen enger vernetzen“

Arnbruck. Der niederbayerische CSU-Europaabgeordnete und EVP-Fraktionsvorsitzende Manfred Weber hat am Donnerstag, gemeinsam mit Bürgermeisterin Angelika Leitermann, das Glasdorf der Familie Weinfurtner in Arnbruck besucht und sich vor Ort über die aktuelle Lage und Entwicklung des Familienunternehmens informiert. Mit seinen 200 Mitarbeitern strahlt das Unternehmen weit über den Bayerischen Wald hinaus.

Im Rahmen eines Firmenrundgangs zeigte Oskar Weinfurtner, Chef des Glasdorfes, gemeinsam mit der gesamten Familie die einzelnen Bereiche der weitläufigen Anlage. „Das Glasdorf ist ein wichtiger Arbeitgeber für viele aus der Region. Rund 200 Kräfte aus den Bereichen Handwerk, Kunst, Einzelhandel und Gastronomie arbeiten im Glasdorf“, schilderte Weinfurtner. Die Eltern des heutigen Firmenchefs haben den Grundstock für das Unternehmen gelegt, das sich in den letzten 50 Jahren zu einem überregionalen Anlaufpunkt in der Glasszene etabliert hat.

Dennoch fordert auch die Corona-Pandemie das Unternehmen: „Die aktuelle Situation ist für alle nicht leicht und wir müssen uns täglich disziplinieren und an die hygienischen Vorschriften zum Schutz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie unseren Kundinnen und Kunden halten, aber gemeinsam schaffen wir das“ so Oskar Weinfurtner.

Nach einen Führung durch den Betrieb und der Vorstellung der vielfältigen Glasproduktionen im Haus wurde sich bei einer Weißwurst-Brotzeit im Freien und mit musikalischer Einlage der Glasdorf Musi über konkrete Maßnahmen zur Stärkung der regionalen Wirtschaft unterhalten.

Manfred Weber betonte im Gespräch mit den Unternehmern und Bürgermeisterin Leitermann die stetige Aufgabe, das Image des Bayerischen Waldes überregional sowie international als wirtschaftlich und technologisch herausragende Region zu stärken und gerade jetzt in der schwierigen Zeit noch stärker herauszuarbeiten.

Auf die Frage von Oskar Weinfurtner, was einzelne Unternehmer mit der Leidenschaft für die innovative Produktentwicklung mit dem einzigartigen Werkstoff Glas unternehmen können, um die Region mit anderen Firmen gemeinsam noch mehr zu stärken, forderte Weber eine engere Vernetzung der Unternehmen und Betriebe in den einzelnen Branchen. Als Beispiel nannte Weber das Glas-Unternehmernetzwerk, das am Technologieanwenderzentrum Spiegelau angesiedelt ist und dem sich auch das Glasdorf Weinfurtner angeschlossen hat. „Vernetzen, Ressourcen bündeln und immer an Innovationen arbeiten, das sind die Stärken unserer Region.“

Neben der Wissenschaft und Hochtechnologie rund um Glas sei es aber für die Urlaubs- und Ferienregion Bayerischer Wald nach Webers Ansicht auch wichtig, die Tradition der Glaskunst am Leben zu halten. Hierfür sei das Glasdorf Weinfurtner ein Leuchtturm, der weit über den Bayerischen Wald hinaus strahlt.

 

 

Am Sonntag, den 23. August führt um 15 Uhr Max Tewes M.A. durch die Ausstellung „Rudolf Scheibenzuber – Bilder einer vergangenen Welt“ im 2. OG der Stadtresidenz.

In unzählige Zeichnungen, Aquarellen und Skizzen hielt der vor 50 Jahren verstorbene Landshuter Lehrer, Maler und Sammler Rudolf Scheibenzuber bekannte und verborgene Orte fest und dokumentierte ländlich-bäuerliche und kleinstädtische Motive. Einen Chronisten mit Pinsel und Stift könnte man ihn nennen. Seine Bilder sind Dokumente einer vergangenen Welt und zugleich eine Liebeserklärung an seine niederbayerische Heimat.

Die Führung kostet vier Euro (Mitglieder des Freundeskreises Stadtmuseum bei Vorlage des Mitgliedsausweises frei, Eintritt frei).

Achtung: Die Führung ist auf 7 Teilnehmer begrenzt und wird mit dem neuen Audio-System, gesponsert durch den Freundeskreis Stadtmuseum Landshut e.V., durchgeführt. Gerne dürfen Sie ihre eigenen Kopfhörer mitbringen. Bitte melden Sie sich daher bis zum 21. August an unter Tel. 0871-9223890 oder per e-mail unter museen@landshut.de.

Foto: Museen der Stadt Landshut

Von Sebastian Eder und Timo Steppat (Auszüge)

…. Die große Frage, was einen guten Lehrer ausmacht, ist nicht leicht zu beantworten. Josef Kraus hat sich viele Jahre darüber Gedanken gemacht. Als Direktor eines bayerischen Gymnasiums ist er häufig selbst in die Vertretungsstunden gegangen und hat den Schülern ein Angebot gemacht: Entweder macht er als Deutschlehrer eine Stunde Grammatik mit ihnen, oder die Schüler sollten ihm erzählen, was aus ihrer Sicht einen guten Lehrer ausmacht. Weil sich fast keiner für Grammatik entschied, erfuhr Kraus viel. Am Anfang der Schullaufbahn, in den fünften Klasse, ging es vor allem darum, welche Lehrer sympathisch und witzig sind, wer bändigen und unterhalten kann. “Mit 15, 16, wenn es mehr Richtung Abitur ging, legten die Schüler größeren Wert auf die fachlichen Fähigkeiten, auf wirklich guten Unterricht”, sagt Kraus. Mit der Zeit hat Kraus neun Punkte für sich entwickelt, die einen guten Lehrer ausmachen:

  1. Kann gut erklären, weil er fachlich souverän ist. Kann spannend erzählen.

Das ist für Kraus der vielleicht wichtigste Punkt. “Wenn ein Physik- oder Geschichtslehrer sein Fach so begriffen hat, dass er begeistert davon berichten kann, steckt er damit automatisch die Schüler an.”

  1. Ist ein Vorbild an Neugier.

 

  1. Ist gerecht. Das impliziert, dass er unter Umständen auch streng sein kann/muss.

 

  1. Ist politisch neutral, aber durchaus engagiert.

 

  1. Ist Chef im Ring, ohne es immer zeigen zu müssen.

 

  1. Ist bei aller gebotenen Loyalität souverän auch gegenüber der Obrigkeit.

 

  1. Zeigt, dass er junge Menschen mag. Traut ihnen etwas zu, mutet ihnen aber auch etwas zu.

 

  1. Behält auch mal etwas für sich, wenn die Eltern es nicht unbedingt wissen müssen.

 

  1. Räumt auch selbst mal einen Fehler oder eine Schwäche ein.

 

So ein Lehrer zu werden ist schwer. Die Lehrerausbildung könne vieles leisten, glaubt Kraus als ehemaliger Präsident des Lehrerverbandes, “aber das meiste ist in der Persönlichkeit angelegt”. Es gehe darum, die Richtigen für den Beruf zu begeistern. Kraus hat deshalb manche Abiturienten angesprochen, von denen er glaubte, dass sie ein guter Lehrer werden könnten. Sie brachten eine Mischung aus fachlicher Begeisterung und Alleinunterhalter-Qualitäten mit. Manche winkten gleich ab. “Dann muss ich mich ja mit Leuten wie mir rumschlagen”, hat einer zu Kraus gesagt.

Die andere Herausforderung sei es, die Falschen vom Lehramtsstudium abzuhalten oder rauszuziehen, wenn sie einmal drin sind. Er selbst hat manchmal Praktikanten, bei denen er das Gefühl hatte, dass sie Schwierigkeiten im Job bekommen könnten, auf seine Bedenken hingewiesen. “Der Lehrerberuf kann sehr erfüllend sein”, sagt Kraus. “Aber wer dafür nicht gemacht ist, den quält es.” ….

… Seit Jahren besagen Studien wie Iglu oder Pisa, dass Lehrer entscheidend sind für den Lernerfolg. Sie können, wenn sie gut sind, die Schwächen des Schulsystems ausgleichen. Der australische Bildungsforscher John Hattie etwa wertete vor einigen Jahren englischsprachige Metaanalysen zur Unterrichtsqualität aus, Zehntausende quantitative Einzeluntersuchungen. Hattie schreibt, dass die gängigen Rezepte zum Bildungserfolg – kleine Klassen, offener Unterricht oder jahrgangsübergreifendes Lernen – wenig helfen. Besonders positiv sollen sich dagegen direkte Ansprache, der vielfach verschriene Frontalunterricht und Leistungsüberprüfungen auswirken. Kurz: Es braucht den Superlehrer.

Dabei geht es Hattie um Leistung, nicht um Noten. Der Einfluss der Lehrer kann überragend sein, heißt es bei ihm, wenn sie ständig an den Schüler denken und daran, was er braucht. Josef Kraus, der ehemalige Lehrerverbandspräsident, atmet schwer, wenn es um die Überhöhung seines Berufs geht. “Es entsteht der Eindruck, dass Lehrer allein das Bildungssystem und die Schule retten können”, sagt er. Ein Drittel hänge von den Rahmenbedingungen ab, die die Politik schaffe, glaubt Kraus, ein Drittel vom Schüler selbst – und ein weiteres Drittel trage der Lehrer zum Lernerfolg bei.

Vollständiger Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 16. August 2020
Dieser Auszug mit freundlicher Genehmigung von Josef Kraus
Foto: klartext.LA