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Bildtext: Bauherr Thomas Bader, Elfriede Bader-Nusser, Innenarchitektin Marlene Thimet, Kunsthistorikerin Michaela Firmkäs und Heimatforscher Hans Schneider (von rechts) im künftigen Seminarraum – dort wirkt der historische Dachstuhl besonders imposant.

 

 

Eröffnung des Museums Buch auf Herbst verschoben

Start im Frühjahr wegen Corona-Krise nicht möglich – Verantwortliche informieren auf Baustelle

Der Bau des neuen Bucher Museums am Firmensitz der Leipfinger-Bader (LB) Ziegelwerke in Vatersdorf geht voran. Der Innenausbau der modernen Ausstellungsräume für den Heimatforscher Hans Schneider steht kurz vor dem Abschluss. Am heutigen Freitag haben Elfriede Bader-Nusser, Vorsitzende der Kastulus-Bader-Stiftung als Trägerin des Museums, Innenarchitektin Marlene Thimet, Kunsthistorikerin Michaela Firmkäs, Hans Schneider und Bauherr Thomas Bader die Baustelle besichtigt und über den Stand des Projekts informiert: Die Eröffnung der Ausstellung zur Geschichte der Gemeinde Buch und ihrer Ortsteile muss wegen der Einschränkungen in der Corona-Krise verschoben werden. Aktuell ist der Start des Museumsbetriebs im Herbst geplant. „Leider kann die Einrichtung der Ausstellung in der aktuellen Situation nicht so zügig wie ursprünglich geplant umgesetzt werden“, sagte Bader. „Darum verschieben wir die Eröffnung, auch weil wir kein Risiko für alle Beteiligten und Helfer eingehen wollen. Aber wir sind froh über die guten baulichen Fortschritte. Schon jetzt wird in den Räumlichkeiten das besondere Flair des künftigen Kulturdomizils spürbar.“ Im Dachgeschoss des historischen Gebäudes sind in den vergangenen Wochen die Trockenbau-, Installations- und Malerarbeiten beendet worden. Außerdem wurden die Bodenbeläge verlegt. Nun folgt noch die Endmontage der Elektro- und Leuchteinbauten sowie der Sanitäranlagen und der Einbau der Lüftungsrohre.

Der Landshuter Architekt Stefan Feigel befindet sich mit seinem Team gerade in der Endabstimmung der Möblierung für das Foyer und den Seminarraum, die den Ausstellungsraum ergänzen werden. Außerdem plant er gemeinsam mit Innenarchitektin Thimet aus Nabburg anhand des Ausstellungskonzepts der Kunsthistorikern Firmkäs aus Nußdorf am Inn die Möbel für die Ausstellung. „Das wichtigste Gestaltungsziel ist, die besondere Architektur des 150 Jahre alten Gebäudes mit seinem imposanten Dachstuhl in Einklang mit dem Ausstellungskonzept und der Möblierung zu bringen“, sagte Elfriede Bader-Nusser. „Auch wenn es bis zur Eröffnung noch etwas dauert“, sagte Hans Schneider, „ist die Vorfreude auf die Geschichtsboden-Abende, Ausstellungsführungen und andere Kulturveranstaltungen in den neuen Räumlichkeiten umso größer.“

 

Im Ausstellungsraum begutachten Thomas Bader, Elfriede Bader-Nusser und Hans Schneider (von links), wie gut der dunkle Architekturestrich mit dem historischen Holzkonstruktion des Dachgeschosses harmoniert.

 

Fotos: Bragulla

 

Bildtext: Alljährlich zu Pfingsten wird zu Ehren des als selig verehrten Eremiten Englmar das Englmarisuchen mit einem Umzug statt.

 

„Englmarisuchen“ als immaterielles Kulturerbe ausgezeichnet

Kulturreferat des Bezirks Niederbayern unterstützte den erfolgreichen Antrag

 

Im Zuge der vierten deutschlandweiten Bewerbungsrunde hatte der Förderverein Sankt Englmar 2019 die Aufnahme des „Englmarisuchens“ ins Bayerische Landesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes beantragt. Dieser Antrag wurde nun vom Bayerischen Staatsministerium für Heimat und Finanzen positiv beschieden. Die Entscheidung wurde auf Basis der Einschätzung eines neunköpfigen Expertengremiums getroffen. Neben dem Englmarisuchen wurden lediglich zwölf weitere kulturelle Ausdrucksformen neu aufgenommen, von denen keine in Niederbayern beheimatet ist.

Das Kulturreferat des Bezirks Niederbayern freut sich, durch das Verfassen eines der zwei erforderlichen fachlichen Begleitschreiben einen Beitrag für die erfolgreiche Bewerbung geleistet zu haben. Dr. Laurenz Schulz hatte im vergangenen Jahr das Englmarisuchen besucht und bei einer Informationsveranstaltung anlässlich der Bewerbung in St. Englmar referiert. „Es ist schön, dass mit dem Englmarisuchen ein Brauch offiziell zum immateriellen Kulturerbe zählt, der in so hohem Maße gemeinschaftsbildend und identitätsstiftend ist“, so der Kulturwissenschaftler. Die Aufnahme ins Bayerische Landesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes dürfen die „Englmari-Sucher“ jedenfalls als Ausdruck der Anerkennung für ihr Engagement um den Erhalt und die Weitergabe des traditionellen Brauchs werten.

Urkundlich seit 1850 belegt, kann das Englmarisuchen auf eine beachtliche Tradition zurückblicken. Der Brauch geht auf die Ermordung des als selig verehrten Eremiten Englmar im Jahr 1100 zurück. Ihm zu Ehren wird alljährlich am Pfingstmontag ein Umzug veranstaltet, bei dem Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde St. Englmar in historisierenden Kostümen zu Pferd, zu Fuß sowie mit von Ochsen und Pferden gezogenen Wagen zum örtlichen Kapellenberg ziehen, wo der Eremit der Überlieferung nach gelebt und ermordet aufgefunden wurde. Der nachgespielten Entdeckung Englmars folgen eine Feldmesse, die Segnung der Tiere und das abschließende Tedeum in der Pfarrkirche Sankt Englmars. Weiterer essentieller Bestandteil des Brauchs sind der Pfingstl und seine peitschenknallenden Tuscher. 1936 wurde der komplett mit Zweigen verhüllte Pfingstl, der in anderen Teilen des Bayerischen Walds von Haus zu Haus geht und Gaben erbittet, ins Englmarisuchen aufgenommen. Hier erbittet er nichts und steht als Symbol für die Jahreszeitenwende. Die ihn begleitenden Tuscher tragen mit ihrem Peitschenknallen ihren Teil dazu bei. Für die Besucherinnen und Besucher aus nah und fern gehören auch sie zusammen mit den zahlreichen, dem historischen Umzug nachfolgenden Reiterinnen und Reitern aus dem Umkreis zu den Höhepunkten des Brauchs.

 

Die nachgespielte Entdeckung Englmars

-eb-

 

Fotos: Bezirk Niederbayern/L. Schulz

 

Mitgliederversammlung des Freundeskreises Stadtmuseum entfällt

Aufgrund der aktuellen Ausnahmesituation muss der Freundeskreis Stadtmuseum Landshut e.V. seine für den 2. April angekündigte Mitgliederversammlung absagen. Die Veranstaltung mit allen Zahlen des Vereins, mit den Neuigkeiten zur baulichen Situation im Alten Franziskanerkloster und mit der Neuwahl der Kuratoriumsmitglieder könnte derzeit nicht stattfinden, ohne Teilnehmer und Besucher zu gefährden. Zu gegebener Zeit soll ein Ersatztermin gefunden und bekanntgegeben werden. Bitte besuchen Sie auch unsere homepage unter www.landshutmuseum.de

 

Foto: Stadtmuseum Landshut

Jamsession bei den Jazzfreunden mit der Band JAZZWALK

 

Donnerstag 12.03.2020 – Einlass 19 Uhr, Beginn 20 Uhr – Eintritt frei
Alte Kaserne – Liesl-Karlstadt-Weg 4 – Landshut

 

JazzWalk kümmert sich wenig um die Grenzen zwischen Bebop, Swing, Latin, Funk oder Rock. Sie wählen einfach Stücke aus, die sie selbst ansprechen, mit dem Ziel den Zuhörer im Verlauf eines Konzerts immer wieder zu überraschen.

 

Harry Saltzman (sax)

Herbert Siebler (git)

Uli Lachmann (b)

Thomas Elwenspoek (dr)

Nach der Opener Band ist die Bühne frei für die monatliche Jazz Session, Einsteiger sind herzlich willkommen. Sessionleitung: Christoph Naleppa

 

Foto: Jazzfreunde

 

Bildtext: Das neue, für drei Jahre vergebene Gütesiegel 2020-2022.

„Premium-Auszeichnung für die Gemeinwohlarbeit“

Erneute Gütesiegel-Zertifizierung für die Landshuter Bürgerstiftung

 

Der Vorstand der ausgezeichneten Stiftung: Prof. Dr. Thomas Küffner, Anke Humpeneder-Graf, Friederike Appold

Zum fünften Mal in Folge wurde die Bürgerstiftung Landshut nun mit dem Gütesiegel des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen ausgezeichnet. Dieses Siegel belegt, dass die Landshuter weiterhin die „10 Merkmale einer Bürgerstiftung“ erfüllen, die sie unter anderem zu Unabhängigkeit, Gemeinwohlorientierung, Transparenz und offenen Strukturen verpflichtet. Dieses Gütesiegel, das jeweils für drei Jahre verliehen wird, haben die Landshuter schon seit ihrer ersten Bewerbung, 2009, ohne Pause inne. Am 6. März wurde das neue Siegel in der Münchener LMU verliehen.

„Es ist jedesmal eine Menge Papierkram, der der Verleihung vorausgeht. Wir müssen uns praktisch nackt ausziehen und alles, was die Stiftung macht, säuberlich belegen“, so beschreibt Stiftungsvorsitzende Anke Humpeneder-Graf das Verfahren, für das Tätigkeitsberichte, Entscheidungsträger und viele, viele Zahlen nachgefragt werden. Nur so ist die Transparenz gegeben, die eine der Voraussetzungen für das begehrte Siegel ist. Mittlerweile hat die dem Zuschlag vorgeschaltete Jury ihre inhaltliche Prüfung der eingereichten Unterlagen noch weiter verstärkt, sodass die Familie der Gütesiegel-Bürgerstiftungen immer exklusiver wird.

Der Bundesverband Deutscher Stiftungen attestiert den so ausgezeichneten Bürgerstiftungen, dass sie wirklich etwas bewegen. Sie stellen die größte Gruppe lebender Stifter, sind offen für neue Themen und kreative Projektideen und zeichnen sich durch ihre Unabhängigkeit aus, die sie vor Instrumentalisierung durch einzelne andere Akteure schützt.

Die Bürgerstiftung Landshut hat in den letzten Jahren viel gearbeitet, die Vorstände und die Stiftungsräte haben für die Stadtgesellschaft viel erreicht und die Landshuter Stiftung ist beträchtlich angewachsen, ist mittlerweile auch für Treuhandstifter interessant geworden. „Aber wir stoßen an unsere Kapazitätsgrenzen und bräuchten dringend personelle Verstärkung in Form von Ehrenamtlichen, die bei Projekten oder im Stiftungsrat mitarbeiten wollen. Informieren Sie sich über uns auf www.buergerstiftung-landshut.de“, so Humpeneder-Graf.

Das Bürgerhaus Landshut ist eines der Projekte der Bürgerstiftung Landshut, es spielt eine wichtige Rolle bei der Integration von Migranten in die Landshuter Stadtgesellschaft.

 

Fotos: Bürgerstiftung

Ein Stadtrat spricht Klartext:

BFL-Resolution zu 70 Millionen Sanierungsstau an Landshuter Schulen!

 

 

H.J. Lodermeier von KLARTEXT.LA im Interview mit BFL-Stadtrat Friedrich:

 

H.J. Lodermeier:

Woher kommen plötzlich 70 Millionen Sanierungsstau an Landshuter Schulen und warum wurde bisher nicht darüber diskutiert?

 

Bernd Friedrich:

Dass wir Sanierungsprobleme mit Containerlösungen an Landshuter Schulen haben, weiß man im Stadtrat spätestens seit Schulleiter und Elternbeiräte mit Briefen wiederholt an Verwaltung und Stadtrat herangetreten sind. In meiner Bürgersprechstunde war es ein immer wiederkehrendes Thema von Eltern und Lehrern, die mich kontaktierten.

Wer den im Stadtrat beschlossenen Haushalt 2020 unter die Lupe nimmt, wird schnell herausfinden, dass diese dringenden Sanierungsmaßnahmen bis ins Haushaltsjahr 2024 verschoben wurden. Die Diskussionen darüber waren (gefühlt) eher schwach, obwohl es sich dabei um Pflichtaufgaben handelt.

 

Aber 70 Millionen EURO sind ja keine Bagatelle, sondern ein gewaltiger Betrag. Wie kommen die zustande?

Das ist die Summe der anstehenden Sanierungen an folgenden Schulen, wie beispielsweise GS Konradin mit 5 Mio €, GS St. Wolfgang mit 10 Mio €, GS Karl Heiß mit 7,5 Mio €, St. Nikola mit 5 Mio €, Staat. Wirtschaftsschule mit 6 Mio €, Berufsfachsch. Maschinenbau mit 5 Mio €, FOS mit 4 Mio €, Hans Carossa Gymnasium mit einem Rest für den veralteten Realschulkomplex mit 3,5 Mio €. Lediglich für die GS Peter und Paul wurde für Planungskosten ein geringer Betrag in Höhe von 1,5 Mio € in den Haushalt 2020 eingestellt. Vom Gesamtbedarf 26.5 Mio € für die Sanierung bleiben also 25 Mio verschoben bis nach 2024.

Das sind zusammen rund 70 Millionen EURO, die bis 2024 nicht berücksichtigt wurden.

 

Für den Neubau von drei Schulen kommen ja auf die Stadt Gesamtkosten von rund 122 Millionen EURO zu. Wie wird das geschultert, wenn auch noch ein Stadttheater mit 75 Millionen EURO in der Planung steht?

Bei den Schulneubauten rechnet man insgesamt mit geschätzten 51 Millionen als Zuwendung vom Freistaat. Trotzdem bleiben für die Stadt Landshut voraussichtlich 71 Mio EURO für diese Pflichtaufgaben übrig, die mit Planungs- und Baumaßnahmen mittelfristig bis 2024 einplant sind.

Für das Stadttheater, vorläufige Gesamtkosten 75 Mio EURO, werden im Haushalt 2020  aus freiwilligen Leistungen 1,85 Mio EURO für Planungskosten bis zur Leitungsstufe 4 bereitgestellt. Danach stehen  keine weiteren Mittel  zur Verfügung.

Aus meiner Sicht, realistisch betrachtet, eine Investition ins Blaue. Ich denke der Theatergesellschaft werden damit falsche Hoffnungen gemacht.

 

Woher sollen die Finanzierungsmittel für die Sanierung der von ihnen aufgezählten Schulen von 70 Mio EURO kommen und warum fordern die BFL das gerade jetzt mit der Resolution?

Wir fordern die Regierung von Niederbayern auf, der Stadt Landshut eine zusätzliche Kreditaufnahme für diese Pflichtaufgaben zu gewähren, um zumindest zeitnah mit Planungs- und Baumaßnahmen für die Sanierung der betroffenen Schulen zu beginnen.

Die Sanierung bis in die Zeit nach 2024 zu verschieben ist eigentlich unverantwortlich. Hier geht es um die Zukunftsfähigkeit der betroffenen Schulen und die Bildungsgrundlagen unserer jungen Schüler-Generationen. Deshalb machen wir die Regierung von Niederbayern nochmals aufmerksam auf diese prekäre Situation und die teilweise inakzeptablen Zustände mit Containerlösungen. Es ist für uns eine Ausnahmesituation.

Daß wir gerade jetzt mit der Forderung kommen ist nicht ganz zufällig. Zur Zeit liegt der Haushalt der Stadt Landshut bei der Regierung zur rechtsaufsichtlichen Prüfung und Genehmigung vor.

 

Die anfangs gestellte Frage, woher plötzlich ein solcher Investitionsstau kommt, haben sie mir noch nicht vollständig beantwortet. Besonders erklärungsbedürftig ist die Tatsache, daß relativ kurzfristig der Bedarf von 3 neuen Schulen notwendig erscheint. Hat da der Stadtrat geschlafen?

Der Stadtrat hat sicher nicht geschlafen, denn es ist Aufgabe der Verwaltung, insbesondere der Schulbehörde, die Entwicklung der Schülerzahlen für die Zukunft zu beurteilen. Der Gesamtelternbeirat spricht in seiner Stellungnahme gegenüber der Verwaltung von jahrzehntelangen Versäumnissen in der Beurteilung der Schülerentwicklung.

Erlauben sie mir, daß ich das relativieren muß. Wir wissen inzwischen, daß der rasante Zuzug von ca.1000 Neubürgern, Flüchtlingen und Zuwanderung pro Jahr diesen Druck zusätzlich erhöht hat.

 

Sie sprechen immer wieder von Pflichtaufgaben und freiwilligen Leistungen. Die Eissporthalle wird ja fast ausschließlich mit über 20 Mio EURO aus freiwilligen Leistungen ohne bemerkenswerte Förderung finanziert. Liegen da viellicht die fehlenden Mittel für die versäumten Schulsanierungen?

Das könnte man heute so sehen. Aber als wir damals vor der Entscheidung standen, abreißen und stilllegen oder Sanierung, hat man sich für letzteres entschieden. Es wäre damals das Aus für eine der traditionsreichsten Eishockey-Vereine und außergewöhnliche Nachwuchs-Kaderschmiede gewesen. Außerdem, soweit ich mich erinnere, war die Problematik der Schülerentwicklung zu diesem Zeitpunkt nicht im Fokus des Stadtrates.

 

Was versprechen sie sich nun von dieser Resolution an die Regierung von Niederbayern und wie schätzen sie den Erfolg ein?

Zunächst ist uns wichtig der Regierung zu vermitteln, daß dieses Anliegen für die kommenden Haushalte von großer Bedeutung ist. Es geht, aufgrund des großen notwendigen Volumens, um zusätzliche Kreditaufnahmen für dringende Pflichtaufgaben, auch wenn es eine Neuverschuldung bedeutet.

Die Regierung von Niederbayern hatte in den letzten Jahren in der rechtsaufsichtlichen Bewertung  der Haushalte immer wieder auf die Diskrepanz zwischen Pflichtaufgaben und freiwilligen Leistungen hingewiesen. Dabei wurde auch scharfe Kritik am überzogenen Projekt des Stadttheaters geäußert, das mit erheblichen Mitteln aus freiwilligen Leistungen mitfinanziert werden muß.

Wir versprechen uns zumindest Gehör für die dringend notwendigen Maßnahmen für Schulsanierungen, auch für die nächsten Haushalte, zu finden.

 

Vielen Dank, Bernd Friedrich, für ihre Stellungnahmen zu meinen Fragen.

 

Foto: B. Friedrich priv.

Bildtext: Heinz Oliver Karbus (rechts) liest in der musikalisch-poetischen Matinee „Mitten ins Herz“ am Sonntag, 22. März, im Lesecafé der Stadtbücherei im Salzstadel Werke des amerikanischen Autors Mark Twain. Musikalisch umrahmt wird der Vortrag von Martin Kubetz (links).

 

„Mitten ins Herz“ mit Mark Twain

Ein ungewöhnlicher Mensch, einer der bedeutendsten amerikanischen Schriftsteller des 19. Jahrhunderts, Kämpfer gegen Sklaverei, Rassismus und Imperialismus, Abenteurer, Weltenbummler, Humorist und begnadeter Erzähler – das alles war Mark Twain. Mit scharfer Zunge und beißender Ironie nahm er die US-amerikanische Gesellschaft seiner Zeit aufs Korn und setzte sich für Menschlichkeit und Toleranz ein. Seine Geschichten, Reiseberichte und Reportagen stehen am Sonntag, 22. März, auf dem Programm bei „Mitten ins Herz“, der literarisch-musikalischen Reihe mit Oliver Karbus und Martin Kubetz. Wer die beiden kennt, weiß, dass sie mit der besonderen Art der Lesung und der eigens darauf abgestimmten Musik eine besonders intensive Stimmung erzeugen können, die dem jeweiligen Dichter und seinen Texten entspricht. Die Matinee-Lesung findet wie immer um 11 Uhr im Lesecafé der Stadtbücherei im Salzstadel statt und dauert eine Stunde.

Mark Twain wurde als Samuel Langhorne Clemens am 30. November 1835 in Florida, Missouri, geboren. Seine Familie war wirtschaftlich schlecht gestellt. Er hatte sechs Geschwister und oftmals reichte das Geld kaum für die Miete ihrer Unterkünfte. Als er vier Jahre alt war, zog die Familie nach Hannibal, eine Kleinstadt am Mississippi. Seine Kindheit dort ähnelte stark der seiner späteren Helden Tom Sawyer und Huckleberry Finn: „Sam war ein richtiger Lausejunge, er strolchte am Ufer herum, fuhr Kanu, rauchte Maiskolben und gab nichts auf die Schule.“ (Antje Leser) Ab 1852, nach der Ausbildung zum Schriftsetzer, reiste er als Journalist und wandernder Schriftsetzer durch Amerika. Er schrieb Reiseberichte und Glossen für die Zeitung seines Bruders.

Ab 1852, nach der Ausbildung zum Schriftsetzer, reiste er als Journalist und wandernder Schriftsetzer durch Amerika. Er schrieb Reiseberichte und Glossen für die Zeitung seines Bruders. 1857 heuerte er auf einem Mississippi-Dampfer an und arbeitete sich hoch bis zum Steuermann. In dieser Zeit nahm er den Künstlernamen an, unter dem man ihn bis heute kennt. „Mark Twain“ ist ein Begriff aus der Lotsensprache und bedeutet „zwei Faden Wassertiefe“, also ausreichend Wasser unter dem Kiel. Mit Ausbruch des amerikanischen Bürgerkrieges wurde die Schifffahrt auf dem Mississippi eingestellt und er verlor seine Arbeit. Sehr kurz kämpfte er auf Seiten der Konföderierten, quittierte aber den Militärdienst nach nur zwei Wochen wieder und floh mit seinem Bruder in den Westen, wo sich die beiden als Goldgräber versuchten – jedoch ohne Erfolg. Mitte der 60er Jahre des 19. Jahrhunderts stellten sich erste Erfolge als Autor ein. 1869/70 erschienen seine Reisebücher „Die Arglosen im Ausland“ und „Bummel durch Europa“. 1870 heiratete Mark Twain Olivia Langdon, mit der er bis zu ihrem Tod 1904 zusammenblieb. Seine kreativsten und erfolgreichsten Jahre verbrachte er mit „Livy“, seiner Ehefrau, und seinen Kindern in Hartford. Dort, in seinem Schreibzimmer unterm Dach, entstanden seine berühmtesten Geschichten Tom Sawyer (1876) und Huckleberry Finn (1884). Letzteres wurde übrigens gleich nach Erscheinen in den amerikanischen Schulen verboten, da der Held angeblich ein schlechtes Beispiel für Kinder und Jugendliche sei. Das tat aber dem Erfolg des Buches keinen Abbruch.

In seinen letzten Jahren ereilten Mark Twain mehrere Schicksalsschläge. In kurzer Zeit verlor er nacheinander seinen kleinen Sohn Langdon, zwei seiner Töchter und seine Frau Livy, die ihn bei seiner schriftstellerischen Arbeit immer unterstützt hatte. Mark Twain starb am 21. April 1910 im Alter von 74 Jahren als äußert erfolgreicher, aber einsamer Autor. Die Helden seiner Geschichten und seine Geschichten selbst sind unsterblich. Sie treffen auch heute „Mitten ins Herz“, rütteln auf, sind unangepasst, ironisch, witzig, pointiert. Man darf sich auf einen vergnüglichen Sonntagvormittag gefasst machen. Karten für 7 Euro sind in der Stadtbücherei im Salzstadel erhältlich oder zu reservieren unter Telefon 0871/22787.

 

Foto: Abdruck honorarfrei

 

Bildtext: Eröffnung des Museums 1998 mit dem Architekten-Ehepaar Gehring. Peter Gehring hatte maßgeblich als Architekt am Museum mitgearbeitet

 

Stefanje Weinmayr: “Habe alle meine Kompetenzen zurückbekommen”

Wenn sich die Stadt zukünftig an das Urteil nicht hält, kann sofort ein Zwangsgeld erhoben werden. Das ist die wesentliche Aussage des richterlichen Spruches.

Wie die dpa (Deutsche Presse Agentur) dieser Tage meldete, hat das Landesarbeitsgericht (LAG) Im Streit um die Leitung des Landshuter Koenig-Museums eine Entscheidung getroffen: Das «Vier-Augen-Prinzip» sei unverhältnismäßig und unwirksam, teilte das LAG letzten Mittwoch mit. Die Leiterin des Museums, Stefanje Weinmayr, hatte geklagt, weil sie viele Aufgaben nur mit Zustimmung des Museumsamtsleiters machen durfte.

Der Konflikt zwischen der Stadt Landshut und der Leiterin des Museums, kam nach dem Tod des Bildhauers Fritz Koenig im Jahr 2017 auf. Die Stadt ordnete das Skulpturenmuseum dem Direktor der Städtischen Museen, Franz Niehoff, zu. Niehoff ist seitdem der Vorgesetzte Weinmayrs, die als Vertraute Koenigs und Kennerin seines Werks gilt. Sie, hatte sich der Künstler als Museumsleiterin gewünscht. Koenig und Niehoff galten dagegen als heillos zerstritten.

Nach fast zwei Jahren Rechtsstreit kam das LAG nun zu dem Ergebnis, dass der Arbeitsvertrag von Weinmayr aus dem Jahr 2010 «teilweise weiter Geltung hat». Die Stadt darf ihr damit weniger Vorgaben machen. Der Leiterin des Museums stehe aber kein Schmerzensgeld wegen Mobbing zu, verkündete das LAG. Die Revision zum Bundesarbeitsgericht wurde nicht zugelassen

Aus dem sogenannten ‘Urteilstenor’ kann man entnehmen, dass Stefanje Weinmayr alle ihre Kompetenzen zurückbekommen hat und der Entzug derselben rechtswidrig war. Wenn die Stadt (was ja leider in dem Fall die Herren Bohmeyer, Putz und Niehoff sind) sich künftig nicht an dieses Urteil hält, kann sofort ein Zwangsgeld verhängt werden. Das ist die wesentliche Aussage des richterlichen Spruches.

URTEILSTENOR:

Landesarbeitsgericht München

8 Sa 766/18

2 Ca 306/18

(ArbG Regensburg – Kammer Landshut -)

Sitzungsprotokoll über die öffentliche Sitzung in München am Mittwoch, 04.03.2020

Gegenwärtig: Dyszak, Vorsitzender Richter am Landesarbeitsgericht

In dem Rechtsstreit Stefanje Weinmayr Karlstraße 8, 84034 Landshut

Klägerin und Berufungsklägerin

Prozessbevollmächtigte:

Rechtsanwälte Schönefelder, Ziegler, Lehners Friedastraße 22, 81479 München

gegen

Stadt Landshut vertreten durch den Oberbürgermeister Alexander Putz Altstadt 315 (Rathaus), 84028 Landshut

Beklagte und Berufungsbeklagte

Prozessbevollmächtigte:

Rechtsanwälte Eversheds Sutherland (Germany) LLP Brienner Straße 12, 80333 München erscheinen:

  1. für die Klägerin niemand
  2. für die Beklagte Rechtsanwalt Dr. Jäger von der Kanzlei Eversheds Sutherland (Germany) LLP

8 Sa 766/18

Der Vorsitzende verkündet im Namen des Volkes folgendes Urteil:

  1. Auf die Berufung der Klägerin wird das Endurteil des Arbeitsgerichts Regensburg – Kammer Landshut – vom 17.07.2018 – 2 Ca 306/18 – unter Zurückweisung des Rechts-mittels im Übrigen teilweise abgeändert und in den Nummern 1) und 2) seines Tenors gefasst wie folgt:
  2. a) Die Beklagte wird verurteilt, die Klägerin als Museumsleiterin des Skulpturenmuse-ums (Koenig Museum) Landshut zu beschäftigen, zu deren Aufgabenbereich auch folgende Aufgaben zählen:
  3. Wissenschaftliche, auch konservatorische, jedoch nicht dem Weisungsrecht entzo-gene Aufarbeitung und Betreuung des Oeuvres Fritz Koenigs, Schwerpunkt auf dem Stiftungsbestand von ca. 3.000 Objekten
  4. Wissenschaftliche, jedoch nicht dem Weisungsrecht entzogene Aufarbeitung und Betreuung der kunst- und kulturgeschichtlichen und ethnologischen Sammlungs-bestände der Fritz-und-Maria-Koenig-Stiftung
  5. Konzeption von Sonderausstellungen und konzeptionelle Kooperation mit anderen Museen und Ausstellungshallen im bedeutsamen regionalen und überregionalen Kontext
  6. Betreuung von Publikationen des Museums, auch bei Kooperationsprojekten
  7. Publikation von Aufsätzen bei deutschen und internationalen Ausstellungsprojek-ten
  8. Konzeption und Betreuung von Veranstaltungen im Museum, wie Ausstellungen, Vorträge, Konzerte, Workshops und Exkursionen

8 Sa 766/18

  1. Konzeption und Betreuung von Veranstaltungskooperationen im Skulpturenmu-seum der Beklagten und im Prantlgarten in Landshut
  2. Vorträge, Führungen und Workshops.
  3. b) Im Übrigen wird die Klage abgewiesen.
  4. Von den Kosten des Rechtsstreits erster Instanz trägt die Klägerin 85%, die Beklagte 15%.
  5. Von den Kosten des Berufungsverfahrens Instanz trägt die Klägerin 80%, die Beklagte 20%

III. Die Revision wird nicht zugelassen.

Der Vorsitzende gibt die wesentlichen Entscheidungsgründe bekannt.

Sitzungsende: 09:32 Uhr

Der Vorsitzende: Für die Richtigkeit der Übertragung aus der vorläufigen

Tonaufzeichnung: Dyszak Aumeier

 

-hjl-

 

Foto: Horst Hanske – Weinmayr priv.