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Landsmannschaft Schlesien NS/OS

Stammtisch “Schlesische Runde trifft sich mit CSU-Kandidat Dr. Thomas Haslinger

Am Donnerstag, den 23. 01.2020 um 19.00 Uhr im Gasthaus „Zur Insel“ Stammtisch „Schlesische Runde“, ein Treffen von Mitgliedern, Freunden und an Schlesien Interessierten. Dabei besteht  auch die Möglichkeit zur Information über die  geplante  Kulturreise ins heutige Schlesien vom Samstag, 27.6.2020  bis  Samstag, 4.7.2020  mit Ziele  von Grünberg mit seinem auch früheren Weinbaugebiet, Freystadt, Sagan, Glogau,  Breslau, Hirschberg, Schweidnitz, Trebnitz u.a., – Info: Hans J. Kupke Tel 53158

 

Bildquelle: Schlesische Landsmannschaft

Starkbierfest der Jungen Union am Samstag, 29. Februar 2020,
in den Bernlochner Stadtsälen

Der Einlass beginnt ab 18.00 Uhr, die Veranstaltung startet um 19.00 Uhr.

Für das Starkbierfest wird es im Jahr 2020 erstmals zwei Kategorien an Karten geben:

  • nummerierte Sitzplatzkarten für das 1.OG (Saal) zu 10 Euro pro Karte,
  • Stehplatzkarten für das 2. OG (Galerie) zu 5 Euro pro Karte.Die Karten für Sitzplätze sind nummeriert einem Tisch bzw. einem Stuhl zugewiesen und können entsprechend je nach Wunsch erworben werden. Die Sitzplätze werden einzeln verkauft, vollständige Tische müssen nicht abgenommen werden. An den Verkaufsstellen kann ein Bestuhlungsplan eingesehen werden, aus welchem sich der jeweils aktuelle Stand bereits verkaufter und noch verfügbarer Sitzplätze ergibt. (Es wird darauf hingewiesen, dass Teile der vorderen Reihen für Ehrengäste reserviert sind.)Die Stehplätze finden sich im 2. OG entlang der Galerie an Stehtischen mit guter Sicht auf die Bühne. Vor der Veranstaltung und während der Pause stehen im sog. Künstlerzimmer im 2. OG Sitzplätze zum Verzehr zur Verfügung.

Die Eintrittskarten können ab dem 20. Januar 2020 im Reformhaus Andrea Lapper, Regierungsplatz 542, 84028 Landshut, von Montag bis Freitag von 09.00 Uhr bis 18.00 Uhr und Samstags von 09.00 bis 13.00 Uhr erworben werden.
Ferner können die Karten im Rahmen des CSU-Neujahrsempfangs am Abend des 20.01.2020 gekauft werden.
In dringenden Fällen können sich Interessenten auch an schnur@ju-landshut.de wenden.

Programm:

Bußpredigt des Bruder Barnabas (JU-Kreisvorsitzender Ludwig Schnur)

und

Schauspiel der JU-Mitglieder unter dem Titel „Zirkus Luftikus – alles muss, nichts geht!“.

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(Fotos aus LZ v. 15.04.2020 – Beez)

Schauspiel: „Zirkus Luftikus – alles muss, nichts geht!“

Der Landshuter „Zirkus Luftikus“ gibt eine Sonderaufführung!
Seien Sie dabei, wenn sich die gesamte Zirkus-Entourage nach sechs Jahren Dauervorstellung im Landshuter Rathaus nun auf eine Tour durch die Stadt begibt, um den besten Selbstdarsteller für die kommenden sechs Jahre zu küren. Erleben Sie überraschende Illusionen, kraftstrotzende Showeinlagen und schwindelerregende Traumtänzer! Nach der großen Haushalts-Show im Herbst heißt es „Alles muss, nichts geht“ – lassen Sie sich daher nicht entgehen, wenn Wunsch an Wirklichkeit scheitert!
Wir versprechen Ihnen nichts – das werden wir dafür aber halten!

Beitragsbild: klartext.LA

Kochkabarett mit Huhn

Wer kocht, schießt nicht

 

Am 22. Februar, um 20 Uhr kocht die Bühne am Schardthof. Denn an diesem Abend präsentiert die Essenbacher Kleinkunstbühne ein einzigartiges Koch-Kabarett. Ein Mann, ein Huhn und eine Packung Fertignahrung:

Das sind die Dinge, die bei „Wer kocht, schießt nicht“ eine Rolle spielen. Ulrich Gall ist Molekularbiologe Dr. Theo Kögel. Der Gastwirtssohn aus dem Sauerland und Hobbykoch, steckt in einer Lebenskrise: Eltern tot, Frau weg, kein Job. Und als Krönung schickt ihn das Arbeitsamt zum Fertigprodukthersteller „Schnell & Lecker“. Dort soll er einem ausgewählten Testpublikum demonstrieren, wie mühsam und ungesund die traditionelle Küche ist, und welch ein Segen die moderne Instantküche für die heutige Zeit darstellt. Blöd nur, dass Kögel seine eigenen, ganz anderen Ansichten zum Kochen nicht hinten anhalten kann. Die Vorführung gerät außer Rand und Band. Nicht nur, dass er die eindrucksvolle chemische Zutatenliste einer Suppe vorliest während er ein Biohuhn zubereitet, er ergeht sich auch über Hühnermast und die ach so gesunden Koch- und Essgewohnheiten unserer Zeit.

Gespielt wird das Frankfurter Erfolgsstück und es wird wirklich gekocht. Übrigens: Wer Glück hat, bekommt für sein Eintrittsgeld vielleicht sogar einen Happen Huhn zum Probieren. Und weil Fasching ist bekommt jeder der als Koch verkleidet kommt ein Freigetränk. Beginn am 22. Februar ist um 20 Uhr (Einlass 19 Uhr). Tickets mit freier Platzwahl gibt es beim Wochenblatt Landshut, im Online-Vorverkauf unter www.buehne-am-schardthof.de und in Essenbach in der der Bühne am Schardthof während aller Veranstaltungen, bei der Lottoannahme Sohr im Edeka und bei der Postagentur. Die Gastronomie der Bühne am Schardthof öffnet wie immer an den Veranstaltungstagen bereits um 17 Uhr und steht mit einem Büfett zur Verfügung. Für Gastronomie-Gäste wird angeboten, am Veranstaltungstag Plätze im Saal zu reservieren, damit sie bis Vorstellungsbeginn in der gemütlichen Gaststube verweilen können.

 

Bildquelle: Ulrich Gall

 

Bildtext: Der neue Laienspielberater des Bezirks Niederbayern Sebastian Goller (Mitte), Bezirkstagsvizepräsident Dr. Thomas Pröckl (re.) und Bezirksheimatpfleger Dr. Max Seefelder

 

Professionelle Unterstützung für niederbayerische Laientheater

Bezirkstagsvizepräsident Dr. Thomas Pröckl begrüßt Sebastian Goller als neuen Laienspielberater des Bezirks Niederbayern

 

Niederbayern hat eine lebhafte Laientheaterszene, die seit beinahe 30 Jahren vom Bezirk Niederbayern unterstützt wird. Im Zentrum dieser Unterstützung steht der Laienspielberater – ein „Theaterprofi“, der Amateurschauspielgruppen mit Rat und Tat zur Seite steht.

 

Ende vergangenen Jahres wurde der langjährige Laienspielberater Peter Glotz im Kultur-, Jugend- und Sportausschuss von dessen Vorsitzendem, Bezirkstagsvizepräsident Dr. Thomas Pröckl, verabschiedet und Sebastian Goller zum Nachfolger ernannt. Nun trafen sich der Bezirkstagsvizepräsident, Bezirksheimatpfleger Dr. Maximilian Seefelder und der neue Laienspielberater zum Gespräch über die künftige Zusammenarbeit.

Dr. Pröckl: „Ich freue mich sehr, dass wir einen so erfahrenen Profi für unsere Laienspielberatung gewinnen konnten. Damit können wir dazu beitragen, die niederbayerische Laientheater-Landschaft lebendig zu halten.“ „Amateurtheater hat in Niederbayern mit etwa 200 aktiven Laienspielgruppen eine große Tradition.“, ergänzte Bezirksheimatpfleger Dr. Seefelder. „Laienspielgruppen sind also ein wesentlicher Kulturfaktor, der zu unserer regionalen Identität gehört. Dies gilt es zu unterstützen und zu fördern.“

„Ich möchte die Arbeit von Peter Glotz einerseits fortsetzen, andererseits möchte ich auch eigene Impulse setzen“, so Goller. Wie sein Vorgänger wolle er ratsuchende Schauspielgruppen nicht nur telefonisch oder via E-Mail beraten, sondern auch vor Ort besuchen. Nur so könne man einen echten Eindruck von den Proben einer Schauspielgruppe bekommen und passgenaue Hilfen anbieten.

Sebastian Goller ist gebürtiger Niederbayer aus dem Landkreis Rottal-Inn und ein professionell ausgebildeter Schauspieler sowie Regisseur und Theaterexperte. 2002 schloss er sein Schauspielstudium an der Athanor Akademie für darstellende Kunst ab. Bereits von 2003 bis 2007 und ab 2014 arbeitete er dort als Schauspiel- und Regiedozent, seit 2019 ist er der Leiter der Akademie. Außerdem hatte er zahlreiche freie Schauspiel-Engagements an renommierten Bühnen wie beispielsweise bei den Salzburger Festspielen, war Schauspieler bei den Carl-Orff-Festspielen unter der Intendanz von Marcus Everding, festes Ensemblemitglied, Gastschauspieler und Regisseur im Theater an der Rott. Für den Bezirk Niederbayern ist Goller bereits seit einigen Jahren tätig: 2015 betreute er beispielsweise gemeinsam mit seinem Vorgänger Peter Glotz das Theaterprojekt einer internationalen Jugendbegegnung des Bezirks Niederbayern mit 26 Jugendlichen aus fünf Ländern und stellte mit ihnen in etwas mehr als einer Woche ein Theaterstück auf die Beine – vom ersten Manuskript bis hin zur Premiere vor Publikum. Außerdem führte er 2018 und 2019 Regie bei Kulturmobil, dem fahrenden Theater des Bezirks Niederbayern.

Am 21. März 2020 startet Sebastian Goller eine vierteilige Workshop-Reihe. Im ersten Workshop in Abensberg bringt er den Teilnehmern das Thema Regie näher und erläutert, wie ein geschriebener Text dramaturgisch in Szene gesetzt wird.

Weiter geht es am 26. Mai mit dem Workshop „Schauspiel“. Es folgen zwei weitere Termine mit den Schwerpunkten „Beleuchtung“ und „Maske“ im Herbst. Weitere Infos unter www.laienspiel-niederbayern.de

 

– sb –

 

Foto: Bezirk Niederbayern, Bäter

 

Stiftspropst Dr. Franz Joseph Baur zelebriert Sebatianiamt in der Jodokskiche

Am Sonntag  ab 11 Uhr – Zu Ehren des Stadtpatrons

 

Am Sonntag ab 11 Uhr zelebriert Stiftspropst Monsignore Dr. Franz Joseph Baur in der Pfarrkirche St. Jodok das Sebastianiamt der Stadt Landshut. An diesem Gottesdienst zu Ehren des Stadtpatrons nehmen auch Oberbürgermeister Alexander Putz, die Bürgermeister Dr. Thomas Keyßner und Erwin Schneck sowie die Mitglieder des Stadtrats teil. Der Festgottesdienst wird von den Landshuter Turmbläsern und vom Achdorfer Männerchor mit Franz Köglers „Landshuter Messe“ musikalisch umrahmt. Alle Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, das Sebastianiamt mitzufeiern.

 

Foto: Archiv – KLARTEXT.LA

Ein Herz für Kinder

 

zeigten die Besucher am vergangenen Sonntag beim „Tastenspiele”-Konzert in der Städtischen Musikschule Landshut. Sie spendeten 800 Euro für Projekte der Hilfsorganisation in Bayern. Sechs junge Talente im Alter von acht bis 17 Jahren begeisterten die Zuhörer mit souveränen Darbietungen von Musik für Klavier, Trompete und Posaune. – Unser Bild zeigt (hinten, von links) Klavierlehrerin Tanja Wagner, Moritz Gill, Emma Gill und Florian Krüger sowie (vorne von links) Jonathan Nolewajka, Lea Werner und Tibo Siebert.

 

Foto: Stadt Landshut

 

Modern Jazz Gruppe Babak Nemeti Quartett im Gasthaus Bayerwald

Das Babak Nemati Quartett ist eine bunte Modern Jazz Gruppe, mit erfahrenen und hoch experimentellen Musikern aus der Schweiz, Spanien und aus dem Iran.

Kurz nachdem die Band Anfang 2011 vom Bandleader und Gitarristen Babak Nemati (mit persischen Wurzeln) in Zürich gegründet wurde, fanden sich die vier engagierten Musiker in einem Aufnahmestudio wieder und haben ihr erstes Album mit sieben Eigenkompositionen aufgenommen. Nach ihrem umjubelten Auftritt bei den Jazzfreunden Landshut 2017 haben sie nach mehreren Nachfragen  das Babak Nemati Quartett heuer wieder ins Programm genommen.

Gasthaus Bayerwald, Bayerwaldstraße 34 (Buslinie 1)

Samstag 18.01.2020 – Einlass 19:00 Uhr, Beginn 20:00 Uhr

Eintritt Abendkasse 15 € – ermäßigt 10 €

 

Bildquelle: Jazfreunde Landshut

Bildtext: Bürgermeister Dr. Thomas Keyßner, Schios neue Ehrenbürgerin Irmgard Neßlauer und Vizebürgermeisterin Cristina Marigo beim Empfang im Teatro Civico

 

Anerkennung für große Verdienste um Städtepartnerschaft:

Schio verleiht Irmgard Neßlauer die Ehrenbürgerwürde

Vizebürgermeisterin Cristina Marigo überreicht der Landshuterin bei einem Empfang im historischen Teatro Civico Urkunde und „Goldene Medaille der Stadt Schio“

 

Groß waren die Überraschung und natürlich auch die Freude bei Irmgard Neßlauer, der Vorsitzenden des Partnerschaftsvereines Landshut-Schio, als sie Anfang Dezember diese Nachricht aus Italien erhielt: Der Stadtrat von Schio hatte beschlossen, ihr in Anerkennung ihrer großen Verdienste um die Städtepartnerschaft die Ehrenbürgerwürde zu verleihen. Die Ehrung erfolgte am Samstag, 21. Dezember, im historischen Teatro Civico als Höhepunkt eines jährlich um diese Zeit stattfindenden Empfangs der Stadt Schio, in dessen Rahmen Scledenser Bürger für herausragende Leistungen in den Bereichen Kultur, Soziales und Sport ausgezeichnet werden.

Begleitet wurde Irmgard Neßlauer an diesem Tag von der stellvertretenden Vereinsvorsitzenden Christel Ludwig, dem Beauftragten der Stadt Landshut für Städtepartnerschaften, Verwaltungsdirektor Walter Blaschke, und vom Zweiten Bürgermeister Dr. Thomas Keyßner, der als Vertreter von Oberbürgermeister Alexander Putz in einem kurzen Grußwort seine Freude über die Ehrung zum Ausdruck brachte. Keyßner nutzte die Gelegenheit außerdem, um auf die immense Bedeutung gut funktionierender Städtepartnerschaften hinzuweisen.

Da Schios Bürgermeister Valter Orsi krankheitsbedingt verhindert war, wurde die Verleihung der Ehrenbürgerwürde von Vizebürgermeisterin Cristina Marigo vorgenommen. Sie überreichte Irmi Neßlauer als äußeres Zeichen der Ehrenbürgerwürde unter lang anhaltendem Applaus eine Urkunde und die wertvolle „Goldene Medaille der Stadt Schio“. Cristina Marigo wies in ihrer Laudatio darauf hin, dass sich Irmi Neßlauer schon vor mehr als 30 Jahren als damalige Vorsitzende des Elternbeirats des Gymnasiums Seligenthal für die Entwicklung eines auch heute noch bestens funktionierenden Schüleraustausches eingesetzt habe. Im Jahr 1994 sei sie zur stellvertretenden Vorsitzenden und im Jahr 2000 zur Vorsitzenden des Partnerschaftsvereins gewählt worden, womit die Beziehung zwischen den Städten einen neuen und zusätzlichen Schwung erhalten habe. Irmi Neßlauer sei mit ihrer integrativen und aktiven Art ein unverzichtbarer Bezugspunkt für die vertrauensvolle Kommunikation zwischen den Verwaltungen und den Partnerschaftsorganisationen geworden.

Auch Oberbürgermeister Putz schließt sich der großen Schar von Gratulanten an und bedankt sich bei Irmi Neßlauer für ihre beispielgebende Arbeit im Sinne des völkerverbindenden Gedankens der Städtepartnerschaften.

 

Foto:

Stadt Landshut

 

Luftbild: Luftbild der Grabungsfläche während der Baggerarbeiten im Juli 2019. Bagger und Lastwägen stehen gerade an der Stelle, an der sich später der Friedhof der Jungsteinzeit fand. Im Hintergrund der Ort Essenbach.

 

Auf geschichtsträchtigem Boden

Archäologische Ausgrabungen am Gelände des neuen Landratsamtes bringen
herausragende Funde zu Tage

 

Damit nach der Planungsphase für das neue Landratsamt in Essenbach auch bald die Bagger und Kräne anrollen können, hat die Kreisarchäologie Landshut bereits im vergangenen Jahr erste bauvorgreifende archäologische Ausgrabungen durchgeführt. Dabei zeigte sich, dass das Areal des Neubaus bereits vor mehr als 3.000 Jahren besiedelt war. Direkt neben der Musikschule stießen die Archäologen zudem überraschend auf einen mehr als 4.200 Jahre alten Friedhof aus der Jungsteinzeit.

Siedlungsgünstig. Dieses Wort beschreibt das Gebiet des heutigen Marktes Essenbach aus archäologischer Sicht. Seitdem der Mensch in unseren Breitengraden Landwirtschaft betreibt, also seit rund 7.500 Jahren, ist die Gegend um Essenbach bereits dicht bewohnt. „Grund für diese Siedlungsbewegungen ist die Ablagerung fruchtbarer Böden in Form einer Hochterrasse der Isar von Bruckberg bis Essenbach. Noch heute prägt diese Terrasse sichtbar die Landschaft. Durch diese fruchtbare Lage finden sich im Bereich des Marktes Essenbach zahlreiche archäologische Fundstellen“, erklärt der Kreisarchäologe Dr. Thomas Richter und verweist auf Beispiele wie den namensgebenden Fundort der Altheimer Kultur, mehrere römische Landgüter, Friedhöfe der Kelten und Bajuwaren und vieles mehr.

Da auch im Umfeld der der Baufläche des neuen Landratsamtes zahlreiche archäologische Fundstellen bekannt sind, waren von Beginn der Planungen an archäologische Ausgrabungen vorgesehen. In Zusammenarbeit mit allen an der Planung des Baus beteiligten Stellen wurde daraufhin ein Konzept erstellt, um alle Bodendenkmäler noch während der Planungsphase des Neubaus freizulegen. Mit Abschluss der Planungsphase ist auch das Ende der archäologischen Ausgrabungen vorgesehen, um pünktlich mit dem Bau beginnen zu können.

Der erste Teil der weitläufigen Fläche wurde im vergangenen Jahr, von Anfang Juli bis Mitte Oktober, archäologisch untersucht. Innerhalb von 56 Arbeitstagen wurde auf einer Fläche von rund 20.000 m² gegraben und freigelegt. Und die Kreisarchäologen sind fündig geworden: Wo einmal das neue Landratsamt stehen soll, fanden sich Siedlungsspuren der späten Bronzezeit (ca. 1.300- 800 v. Chr.), der frühen Eisenzeit (ca. 800- 475 v. Chr.) und ein kleiner Friedhof der ausgehenden Jungsteinzeit (2.600- 2.200 v. Chr.). Das restliche Areal ist etwa gleich groß und wird 2020 unter die Lupe genommen.

Die nahezu über die gesamte Grabungsfläche verteilten Siedlungsspuren der späten Bronze- und frühen Eisenzeit zeigen deutlich, dass das Grundstück des zukünftigen Landratsamtes zu dieser Zeit mit mehreren Höfen besiedelt war. Neben den Resten der ehemaligen Häuser, deren Funktionsgebäuden und auch eines Brunnens fanden sich am Rand der Grabungsfläche, entlang der Straße nach Altheim zwei Abfallgruben deren Inhalt Rätsel aufgibt. In ihnen lagen kiloweise Keramikscherben. „Die Keramik war so dicht in die Grube gepackt, dass sich dazwischen kaum Erde befand. Teilweise handelte es sich um einst vollständige Gefäße, die erst in der Grube zerbrachen, teilweise um die Einzelteile bereits zerbrochener Gefäße. Alle Scherben haben aber gemeinsam, dass die Keramik kurz vor oder kurz nach ihrer Ablagerung in der Grube einem Feuer ausgesetzt gewesen sein muss“, erklärt Kreisarchäologe Richter.

Auch der bisher schönste Fund der Grabung des vergangenen Jahres, eine vollständig erhaltene sogenannte Vasenkopfnadel stammt aus einer dieser Gruben. Vasenkopfnadeln waren in der Zeit zwischen 1.300 und 1.000 v. Chr. im Süddeutschen, Österreichischen und Schweizer Raum in Mode. Sie dienten zum Verschließen von Überhängen und Kleidern. Die Nadel war, wie auch die Keramik, bevor sie in der Grube entsorgt wurde, dem Feuer ausgesetzt.

Während sich das Alter der Gruben durch Verzierungen der Keramik und die Nadel sehr gut bestimmen lässt, ist unklar, warum Keramik und Nadel verbrannt und anschließend in der Grube entsorgt wurden. Vergleiche mit ähnlichen Befunden aus anderen Ausgrabungen legen zwei Erklärungsansätze nahe: Bei der Keramik könnte es sich um Reste eines Geschirrsatzes handeln, der im Rahmen eines rituellen Festes genutzt wurde. Derartige Geschirrsätze wurden anschließend oft zerstört, damit sie nicht mehr verwendet werden konnten. Wie aber die Gewandnadel mit dieser Erklärung in Zusammenhang zu bringen ist, das muss noch untersucht werden. Eine weitere mögliche Erklärung ist, dass in den Gruben der zerstörte Hausstand eines oder mehrerer abgebrannter Häuser entsorgt wurde.

Rätselhaft ist auch die Kultur, aus der der kleine Friedhof neben der Musikschule stammt. Die Archäologen nennen sie Glockenbecherkultur (2.600- 2.200 v. Chr.). Sie tritt am Ende der Jungsteinzeit schlagartig in ganz West und Mitteleuropa in Erscheinung. „Wir kennen Gräber dieser Kultur von der portugiesischen Atlantikküste bis nach Ungarn und von Schottland bis Sizilien. Durch schnelle Ausbreitung über Europa ist es unwahrscheinlich, dass sie sich durch die Wanderung Menschengruppe so verbreitet hat“, erklärt Richter. Vielmehr geht die Archäologie heute davon aus, dass es sich um eine neue Religion oder Ideologie handelte, die sich in Windeseile über Europa verbreitete.

Für diese Annahme spricht auch die Tatsache, dass die Toten in einem strengen Ritus beigesetzt wurden. Sie liegen stets in Embryonalstellung, als sogenannte Hocker, im Grab. Dabei bettete man die Frauen auf die rechte Körperseite, mit ihrem Kopf Richtung Süden, die Männer genau anders herum: auf die linke Seite, mit ihrem Kopf Richtung Norden. Häufig finden sich bei den Toten Keramikgefäße in Form einer Glocke, die der Kultur ihren Namen gaben. Während einzeln liegende Gräber der Glockenbecherkultur immer wieder auftauchen, sind ganze Friedhöfe in Niederbayern bisher erst ein paar Mal entdeckt worden. Der Essenbacher Friedhof bestand aus sechs Gräbern. Beigaben fanden sich, mit Ausnahme einer Haarnadel aus Tierknochen, nicht. „Da bisher kaum Siedlungen aus dieser Zeit bekannt sind, wissen wir nicht, wie die Dörfer der Menschen der Glockenbecherkultur ausgesehen haben. Auch in Essenbach fand sich bisher nur der Friedhof. Ob die zugehörige Siedlung an den Friedhof angrenzte, werden die Grabungen in diesem Jahr zeigen“, erklärte der Kreisarchäologe.

 

Abbildungen (Quelle jeweils: Landratsamt Landshut, Kreisarchäologie):

 

 

Arbeitsfoto: Impressionen der archäologischen Ausgrabung in Essenbach 2019

 

Bestattung – Glockenbecherkultur: Ein Grab des Friedhofes der Glockenbecherkultur während der Ausgrabung.

 

Freilegung Brunnen: Ausgrabung des Brunnens der frühen Eisenzeit.

 

 

Vasenkopfnadel: Foto der Vasenkopfnadel im noch unrestaurierten Zustand kurz nach ihrer Auffindung. Die Nadel befindet sich aktuell in der Restaurierung.

 

*ENDE*

Führung in der Ausstellung »Fritz Koenig. Kultbild. Aus Werk und Sammlung«

am Freitag, 17.01.2020, 15:00 Uhr

Am Freitag, den 17. Januar führt Cordula Schreiner um 15 Uhr durch die Dauerausstellung »Fritz Koenig. Kultbild. Aus Werk und Sammlung«, mit der das KOENIGmuseum zu Gast in der Zisterzienserinnenabtei Seligenthal ist. Die Kunstwerke in den Räumlichkeiten des Kreuzgangs konzentrieren sich auf die sakralen Kunstobjekte, die entweder von Fritz Koenig selbst geschaffen wurden oder aus seiner reichen kultur- und kunsthistorischen Sammlung stammen.

Als Künstler hat sich Fritz Koenig mit sakralen Inhalten und tradierten Kultbildern befasst und diese überlieferten Formen in individuelle Neuschöpfungen überführt. Der Eintritt kostet 5 € (erm. 3 €), Treffpunkt ist im Innenhof des Klosters Seligenthal. Eine Anmeldung bis 16.01. ist erforderlich unter Tel. 0871/9223890 oder unter museen@landshut.de

Foto: Titelbild – Toni Ott

 

Sammlergespräch – Potthässlich oder bildschön? am Sonntag, 19.01.20, 11:00 Uhr

Am Sonntag, den 19. Januar, um 11 Uhr, stellt der Münchner Rudolf Strasser im Rahmen eines »Sammlergesprächs« die aktuelle Studioausstellung zur zeitgenössischen Keramik in der Stadtresidenz (Altstadt 79) vor. »Potthässlich oder bildschön« ‒ der Titel zeigt es unmissverständlich an: Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Die Stücke sollen irritieren oder sogar Ablehnung provozieren. Im Gespräch mit dem Sammler öffnen sich diese ausgewählten, bewusst ‚kontroversen‘ Werke zeitgenössischer Keramik aus England, Deutschland oder Japan einem zweiten Blick.

Die Führung kostet vier Euro (Mitglieder des Freundeskreises Stadtmuseum Landshut e.V. bei Vorlage des Mitgliedsausweises frei, Eintritt frei).

Foto: Peter Litvai

 

Öffentliche Führung „Sammeln in der Moderne – eine Museumsgeschichte in Objekten“ am Sonntag, 19.01.20, 15:00 Uhr

Wie wurde aus einer kleinen Altertumssammlung im Landshuter Rathaus in knapp 200 Jahren das LANDSHUTmuseum? Was wurde gesammelt? Wer waren die Akteure? Warum ist es gerade das 19. Jahrhundert, in dem man sich verstärkt für das Alte interessiert? Und wie wird aus einzelnen Sammlungen ein Museum? Antworten auf diese Fragen gibt die Führung im LANDSHUTmuseum mit Max Tewes M.A. am Sonntag, den 19. Januar um 15 Uhr.

Die Führung kostet vier Euro (Mitglieder des Freundeskreises Stadtmuseum Landshut e.V. bei Vorlage des Mitgliedsausweises frei, Eintritt frei).

Foto: Harry Zdera