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Bildtext: Oberbürgermeister Alexander Putz begrüßte die neue Schulleiterin der Keramikschule, Dr.-Ing. Veronika Märkl, bei ihrem Antrittsbesuch im Rathaus.

 

 

„Kunst und Technik vereinen”

Neue Schulleiterin der Keramikschule, Dr. Veronika Märkl, absolviert Antrittsbesuch im Rathaus

 

Seit 16. August ist die gebürtige Landshuterin Dr.-Ing. Veronika Märkl neue Schulleiterin der Keramikschule Landshut. Die Nachfolgerin von Annette Ody kehrt damit zu ihren Wurzeln zurück, war sie doch selbst Schülerin an der Keramiker-Ausbildungsschmiede. Seit Dienstag ist Schulbetrieb und Märkl freut sich auf ihre neue Herausforderung. Beim Kennenlern-Termin mit Oberbürgermeister Alexander Putz bemerkten beide schnell Gemeinsamkeiten, die sich auch in der Ausrichtung der Schule wiederspiegeln sollen.

Dr. Märkl besuchte selbst die Keramikschule, anschließend folgte das Studium der Keramik, Glas- und Baustofftechnik an der Technischen Universität Bergakademie Freiberg. Nach der Promotion an der Technischen Universität Berlin führte sie ihr beruflicher Werdegang unter anderem als stellvertretende Werksleiterin zu den Porzellanfabriken Seltmann und als Produktmanagerin zum Baustoffunternehmen Cemex.

Der Kontakt zur Keramikschule war über die Jahre hinweg nie abgerissen. Die heute 36-Jährige besuchte regelmäßig Absolventenausstellungen, den Tag der offenen Tür und ist Mitglied im Förderverein der Keramikschule. Im April kam schließlich ein überraschender Anruf aus der Schule mit der Bitte um eine Bewerbung, die Erfolg haben sollte. „Das war eine glückliche Fügung”, sagt Märkl. „Der Einstand war sehr gut in meiner neuen Funktion.” Der Wechsel von der ehemaligen Schülerin zur Chefin des Kollegiums war für Märkl angenehm. „Wir pflegen einen offenen Austausch, Ideen werden diskutiert – das möchte ich unbedingt so beibehalten”, verspricht die neue Schulleiterin. Drei Schulen in einer – die Meisterschule, die Berufsfachschule und die Berufsschule – das sei eine Herausforderung, der sie sich gerne stellt. Circa 120 Schüler besuchen die Keramikschule derzeit.

Besonders stolz ist Märkl auf den neuen 3D-Drucker – ein Projekt, das noch von Annette Ody ins Rollen gebracht wurde – und nun in den Schulalltag integriert werden soll. Hier macht sich auch Märkls Ingenieursausbildung schnell bemerkbar, die sie mit Putz teilt. „Wir waren gleich auf einer Wellenlänge”, so Märkl. „Ich möchte die künstlerisch-kreative Herangehensweise und die technische Orientierung gleichermaßen herausstellen und vereinen.” Putz hieß Märkl bei ihrem Besuch herzlich willkommen und sicherte ihr die Unterstützung der Schule durch die Stadt zu: „Für Landshut als Keramikstadt ist die Schule natürlich von besonderer

Bedeutung und verbindet Tradition mit Zukunft”. Für diese Unterstützung ist Märkl dankbar – so konnte mit städtischen Mitteln ein Analysegerät angeschafft werden, das intern wie auch für Externe genutzt werden kann. Damit können Bestandteile von Glasuren genau ermittelt werden, was zum Beispiel im Hinblick auf Lebensmittelechtheit wichtig ist.

 

Foto: Stadt Landshut

 

Vortrag „Zum Ganslberg“ am Mittwoch, 18.09.19, 19:30 Uhr

Am Mittwoch, den 18. September um 19:30 Uhr im KOENIGmuseum (Am Prantlgarten 1) findet ein Vortrag von Prof. Andreas Hild zum Wohnsitz des Künstlers Fritz Koenigs auf dem Ganslberg statt. Prof. Hild hat an der TU München die Professur für Entwerfen, Umbau und Denkmalpflege inne.

Der Vortrag ist eine Kooperation mit der Fritz und Maria Koenig-Stiftung und zudem Teil des Rahmenprogramms zur Ausstellung „Ganslberg – Zukunftsperspektiven“. Der Eintritt ist frei.

Foto: Peter Litvai

 

Führung in der Ausstellung »Fritz Koenig. Kultbild. Aus Werk und Sammlung« am Freitag, 20.09.2019, 15:00 Uhr

Am Freitag, den 20. September führt Cordula Schreiner um 15 Uhr durch die Dauerausstellung »Fritz Koenig. Kultbild. Aus Werk und Sammlung«, mit der das KOENIGmuseum zu Gast in der Zisterzienserinnenabtei Seligenthal ist. Die Kunstwerke in den Räumlichkeiten des Kreuzgangs konzentrieren sich auf die sakralen Kunstobjekte, die entweder von Fritz Koenig selbst geschaffen wurden oder aus seiner reichen kultur- und kunsthistorischen Sammlung stammen.

 

Als Künstler hat sich Fritz Koenig mit sakralen Inhalten und tradierten Kultbildern befasst und diese überlieferten Formen in individuelle Neuschöpfungen überführt. Der Eintritt kostet 5 € (erm. 3 €), Treffpunkt ist im Innenhof des Klosters Seligenthal. Eine Anmeldung bis 18.09. ist erforderlich unter Tel. 0871/9223890 oder unter museen@landshut.de

Foto: Toni Ott

 

Öffentliche Führung „Ganslberg – Zukunftsperspektiven“ am Sonntag, 22.09.19, 11:00 Uhr

Am Sonntag, den 22. September führt um 11 Uhr Thomas Stangier M.A. durch die Ausstellung „Ganslberg – Zukunftsperspektiven“ im KOENIGmuseum (Am Prantlgarten 1). In der Ausstellung zeigen Architekturmodelle der Münchener Studierenden (TU und Hochschule München) verschiedene Entwurfskonzepte zu künftigen Nutzungsmöglichkeiten des Ganslbergs.

Hinzu treten wichtige Themen im Werk Fritz Koenigs: das Mahnmal und sein wohl bekanntestes Werk, die Kugelkaryatide in New York.

Die Führung kostet vier Euro (Mitglieder des Freundeskreises Stadtmuseum Landshut e.V. frei, Eintritt frei).

Foto: Peter Litvai

 

Öffentliche Führung »Landshut in der Moderne« am Sonntag, 22.09.19, 15:00 Uhr

Die Ausstellung »Landshut in der Moderne« im LANDSHUTmuseum (Alter Franziskanerplatz 483) entwirft mit vier Abteilungen ein buntes Themenspektrum. Der Rundgang mit Thomas Stangier M.A. am 22. September um 15 Uhr bietet dabei einen kompakten Überblick und gewährt anhand von ausgewählten Stationen detailreiche Perspektiven in die neuere Stadtgeschichte.

Die Führung kostet vier Euro (Mitglieder des Freundeskreises Stadtmuseum Landshut e.V. frei, Eintritt frei, Eintritt frei).

 

Foto: Harry Zdera

 

Stadtbücherei macht Lust auf neue Medien

 

Der monatliche Infonachmittag kehrt aus der Sommerpause zurück: Am Donnerstag, 19. September, von 15 bis 17 Uhr, informiert die Stadtbücherei im Salzstadel im dortigen Lernzentrum wieder über ihre neuesten digitalen Angebote und deren Nutzungsmöglichkeiten. Besucher können die E-Reader der Stadtbücherei testen und erfahren, wie die Geräte funktionieren und welche spezifischen Vorzüge die jeweiligen Geräte haben. Für all diejenigen, die noch keine Erfahrung mit E-Readern oder der digitalen Bibliothek „Onleihe“ gesammelt haben, hierzu wird ab 15 Uhr ebenfalls informiert. In der ersten Stunde erfahren die Besucher alles Wichtige zu den Unterschieden zwischen E-Readern und Tablets; es können auch die eigenen Geräte mitgebracht werden. Ab 16 Uhr geht die Stadtbücherei auf persönliche Fragen und Anregungen ein. Es wird um telefonische Anmeldung gebeten unter 0871/22878 oder auch per E-Mail an christian.stegner@landshut.de. Weitere Informationen gibt es auch auf der Internetseite der Stadt Landshut unter www.landshut.de/stadtbuecherei. Weitere Termine sind am 24. Oktober und 28. November.

 

Foto: Stadt Landshut

 

Allerheiligenverkauf am Hauptfriedhof

 

An Allerheiligen findet auch heuer wieder von Dienstag, 29. Oktober, bis Freitag, 1. November, der Verkauf von Blumen, Kränzen und Gestecken vor dem Friedhofseingang an der Bauhofstraße statt. Anträge auf Erteilung einer Sondernutzungserlaubnis können bis spätestens 27. September beim Straßenverkehrsamt der Stadt Landshut gestellt werden: Fleischbankgasse 310, Telefon 0871/881447 oder per E-Mail: georg.kammermeier@landshut.de. Ohne Genehmigung ist der Verkauf nicht gestattet.

 

Foto: h.j.lodermeier

“Ganslberger Jahreszeit”

Filmvorführung am 19. Septembder 2019

 

Zum ersten Mal wird der Film von Eleonore und Percy Adlon über und mit Fritz Koenig einem Publikum in unmittelbarer Nähe zum „Tatort“, d.h. in Altdorf gezeigt. Natürlich sind auch all jene, welche die überbuchte Film-Veranstaltung im Skulpturenmuseum nicht besuchen konnten, ganz herzlich willkommen. Die „Alte Ziegelei“ in Altdorf bietet ausreichendes Forum. Der Freundeskreis Fritz Koenig  würde sich sehr freuen, viele Besucher zu ihrer Veranstaltung am 19. September begrüßen zu können.

 

Bei gutem Wetter “open air” – Eintritt frei

 

Der Freundeskreis Koenig möchte an dieser Stelle noch einmal auf die Chillida-Veranstaltung am 26. September 2019 hinweisen!

 

Eduardo Chillida und Fritz Koenig

Weggefährten und Bildhauer von internationalem Rang

 

Mit einem Bilder-Vortrag über „Chillida Leku“ stellt der Freundeskreis Fritz Koenig e. V. in Kooperation mit dem Christlichen Bildungswerk Landshut den baskischen Bildhauer Eduardo Chillida und seinen Skulpturenpark in San Sebastián vor. Wie Fritz Koenig mit dem Ganslberg-Areal hat Eduardo Chillida mit seiner Wirkungsstätte einen einzigartigen künstlerischen Mikrokosmos hinterlassen.

Beide Bildhauer – desselben Jahrgangs 1924 –  waren sich mehrmals begegnet, besuchten einander und schätzten das Werk des jeweils anderen hoch.

Sie gehörten zu den ersten Protagonisten ihrer Generation, die aus den Trümmern des Dritten Reiches bzw. des Franco-Regimes die Kunst ihres Landes auf die internationale Bühne führten. Während Koenig sich zeitlebens der Figur verpflichtete, entschied sich Chillida für eine freie, gestische Bildsprache. Gemeinsam war beiden ein souveräner Umgang mit Materie, Raum und Linie.

Eine weitere verbindende Ebene war und ist ihr Bezug zur Landschaft ihrer Heimat, die jeweils bewusste Entscheidung dafür, Lebens- und Arbeitsmittelpunkt dort zu verorten: Koenig im niederbayerischen Ganslberg, Chillida im Baskenland: Chillida Leku.

Das emblematische Anwesen wurde im Jahr 2000 zum ersten Mal für Besucher geöffnet. Luis Chillida, ein Sohn des Künstlers, wird in seinem Vortrag unter anderem berichten, wie es der Familie Chillida gelungen ist, es nach dem frühen Tod des Künstlers im Jahr 2002 bis zur diesjährigen Wiedereröffnung als Museum im Originalzustand zu erhalten. Auch von – in Landshut durchaus nicht unbekannten – Schwierigkeiten auf diesem Weg wird die Rede sein. Und zwar aus berufenem Munde: Luis Chillida hat über Jahrzehnte mit seinem Vater und nach dessen Tod in der „Eduardo Chillida–Pilar Belzunce-Stiftung“, deren Präsident er derzeit ist, gearbeitet.

 

 

Flyers: Freudesverein Koenig

 

Bildtext: Eine Besuchergruppe vor dem etwa 2500 Jahre alten Brunnen

 

 

Durch knöcheltiefen Schlamm in die Bronzezeit

 

Obwohl es in Strömen regnete, besuchten mehr als 100 Interessierte am vergangenen „Tag des offenen Denkmals“ die bauvorgreifende archäologische Ausgrabung auf dem Areal des geplanten Landratsamts-Neubaus am Ortseingang von Essenbach. Durch knöcheltiefen Schlamm wurden sie vom Team der Kreisarchäologie Landshut zuerst zu einem etwa 2500 Jahre alten, eisenzeitlichen Brunnen geführt, dessen hölzerne Brunnenstube noch in Teilen erhalten war.

Von dort ging es zu den Resten einer etwa 3000 Jahre alten Siedlung der späten Bronzezeit mit Wohnhaus, Getreidespeicher und Abfallgruben, deren Inhalt als Reste eines rituellen Mahles interpretiert werden kann. Ganz am Rand der Grabungsfläche, neben der Musikschule, konnten schließlich vorgeschichtliche Gräber betrachtet werden, deren genaues Alter noch unklar ist.

Die Erwachsenen und Kindergräber gruppieren sich in einer kleinen Grabgruppe. Noch sind nicht alle Bestattungen ausgegraben, doch einen Eindruck von den Gräbern vermittelte den Besuchern am Sonntag das Grab eines Kleinkindes, das aktuell von der Kreisarchäologie ausgegraben wird.

 

Foto: E. Stöttner

„Das älteste Bairisch spricht man in Italien“

Cimbern-Kuratorium Bayern e.V. feiert in Velden mit Staatsminister Sibler 50 Jahre seines Bestehens

 

„Erfreulicherweise ist bundesweit ein zunehmendes Interesse am Mundartsprechen zu verzeichnen. Dies gilt auch für unseren bayerischen Dialekt und, mit ihm verbunden, für die zimbrische Sprache, dem ältesten Bairisch“, so der Vorsitzende des Kuratoriums Jakob Oßner in der Festschrift 50 Jahre Cimbern-Kuratorium Bayern e.V.. Auf Sprachinseln in Italien hat sich die älteste noch gesprochene Form des Deutschen erhalten.

 

Vor fünfzig Jahren wurde im Münchner Rathaus mit Befürwortung des damaligen Oberbürgermeisters Vogel und des Bayerischen Kultusministeriums, das Cimbern Kuratorium Bayern auch „Curatorium Cimbricum Bavarense“ genannt, gegründet. Freunde und Befürworter der Bairischen Sprache und speziell der Sprachforschung in Bayern und darüber hinaus in Deutschland, haben sich in diesem Verein mit begeisterten Laien und Fachleuten und auch mit der Bevölkerung in Regionen am Südrand der Alpen zusammengetan, deren Vorfahren aus Bayern kamen und sich vor tausend Jahren in den Bergen nördlich von Verona und Vicenza angesiedelt haben. Über Jahrhunderte konnten sich die Nachkommen dieser Siedler ihre überlieferte Sprache bewahren, die wegen ihrer germanischen Herkunft „Cimbrisch“ genannt wurde. In den Wirren des Nationalismus im 19. Jahrhunderts ging diese Sprache fast verloren. Geradezu noch rechtzeitig wieder entdeckt und erforscht, konnte sie wieder belebt werden. Große Protagonisten aus dem Landkreis Landshut dieser Bewegung, waren der Landrat Hans Geiselbrechtinger und der Angestellte des Arbeitsamtes Landshut Hugo Resch unter deren Führung diverse Kulturfahrten in die deutschen Sprachinseln der „Sieben Gemeinden“ durchgeführt und neue Kontakte geknüpft wurden.

 

Das nun fünfzigjährige Bestehen feierte der Verein am Wochenende vom 07. und 08. September in Velden an der Vils, dem Wohnort des jetzigen Vorsitzenden Jakob Oßner. Das Festprogramm war gekennzeichnet von einem Italienisch-zimbrischen Markt auf dem Veldener Schulhof. Verschiedene Köstlichkeiten aus der Region konnten verkostet werden, wie Wein, Käse, Würste und Schinken aller Art. Backwaren wurden von der Bäckerei Elsaß aus Velden angeboten. Die Besucher des Festes machten davon großen Gebrauch. Für Unterhaltung sorgten der „Veld`ner Blechhaufa“, die Goaßlschnoizer aus Hinterskirchen, die Böllerschützen (Trombini) aus Baldia Calavena, die Kindertrachtengruppe Gebensbach, der Männerchor Wurmsham, der Bürgermeisterchor des Landkreises Landshut und die Rock-Band Balt Hüttar aus Asiago.

In der Aula der Schule konnten die Mitglieder des Vereins und Besucher der Veranstaltung wissenschaftliche Vorträge mit anschließender Diskussion mit Prof. Dr. Remigius Geiser, Salzburg – Mag. Oliver Baumann, Frankfurt – Prof. DDr. Heydenreuther, München – Prof. Dr. Peter Wiesinger, Wien erleben. Moderiert wurde die Diskussionsrunde vom Sprachenwissenschaftler Dr. Reinhard Bauer.

In Begleitung der Blaskapelle „Veld`ner Blechhaufa“ und des Vorsitzenden des Vereins Jakob Oßner, begab sich der Bayerische Staatsminister Bernd Sibler in die Mehrzweckhalle der Veldener Schule, wo er und diverse Vertreter der heimischen Politik Grußworte an die von sehr zahlreichen Besuchern belegte Mehrzweckhalle richteten. Verdiente Mitglieder wurden mit einer Urkunde ausgezeichnet. Danksagungen von Jakob Oßner waren angereichert mit der Cimbernhymne und Liedern vorgetragen vom Coro Tre Torri aus Tregnago. Erwähnenswert wäre hierbei noch die zimbrische Stammessage (Abstammung und Frühgeschichte), die von dem Sprachenwissenschaftler Dr. Remigius Geiser in Cimbrisch vorgetragen wurde.

Bei einem gemeinsam eingenommenen Abendessen in der Halle gab es viel zu erzählen aus früheren Begegnungen mit den Cimbrisch sprachigen Menschen aus den Sprachinseln aus Italien. Musik, Gesang und Folklore trugen die Gruppen Pierangelo Tamiozzo, der Coro Tre Torri, und die Volkstanzgruppe aus Palai zum Besten vor. Mit der Folk-Metal-Band Balt Hüttar klang der Abend aus.

Mit Marktbetrieb, einem bayerischen Weißwurstfrühstück und einer Messe in Cimbrisch begleitet von Geistlichkeiten und Würdenträgern aus dem Landkreis Landshut, endete die Feier des 50-jährigen Bestehens des Vereins des Cimbern-Kuratoriums Bayern in Velden an der Vils.

Schirmherr und Bayerischer Staatsminister Bernd Sibler bedankte sich für die Einladung zu dem Fest des Kuratoriums und sei froh, bei diesem Fest dabei sein zu dürfen. Denn als ehemaliger Student der Germanistik, der als Fachgebiet „Ältere deutsche Literatur“ belegt hatte, ist ihm bei den vorangegangenen Beiträgen das Herz aufgegangen, wie er sagte. Es gäbe viele bairische Menschen, die die Grenzen vom Jahre 950 n. Chr. auch heute noch für gut befänden und da gehörte eben Franken noch nicht dazu (das sage er nur dann, wenn Markus Söder nicht zuhören kann). Das damalige Baiern (mit ai geschrieben) war damals in seinen Grenzen nach Süden bis an die Adria ausgerichtet und war umspannend aufgestellt, so wohl kirchlich wie auch politisch, Salzburg spielte dabei eine gewichtige Rolle.

Sibler war, wie er bemerkte, heuer in einer Zeit in Italien in Urlaub, wo es nicht so klar war, wie in Italien der europapolitische Kurs weitergehen würde. Er sei zufrieden mit dem, wie es nun gekommen sei, dass der politische Kurs in Italien wieder mehr nach Europa ausgerichtet wurde. Das Zeichen sei wieder auf ein Miteinander und nicht auf ein Gegeneinander gesetzt worden.

Sprache, Tracht und Brauchtum seien Kriterien, die bemerkenswert seien und die Menschen erst zu Menschen machen würden, das heißt auch die Muttersprache, die Sprache in der man aufwächst und in der man sich wohlfühlt. Etwas orientierungslos war der Bayerische Staatsminister, da er, wie er hier in die Mehrzweckhalle der Schule mit einem Grüß Gott einmarschiert sei, ihm als Antwort ein Hallo entgegen kam. Er glaubt, dass man gerade hier in Bayern mit einem herzlichen Grüß Gott unterwegs sein kann und zu den Wurzeln der Identität und kulturellen Prägung, basierend auf einem christlich abendländischen Weltbild und die kirchliche Soziallehre mit Subsidiarität, Solidarität und Personalität Eigenschaften seien, die uns zu Menschen machen. Ein Dankeschön sprach er noch einmal dem Kuratorium aus, sich mit diesen Dingen wie Sprache und Brauchtum wissenschaftlich auseinander zu setzen. Staatsminister Sibler erinnerte in diesem Zusammenhang an die Verleihung des Bayerischen Heimat und Mundartpreises durch den Bayerischen Minister für Finanzen und für Heimat, Albert Füracker. Für Sibler sei es wichtig, dass besonders die Mundart gepflegt wird, dass man weiterhin „schmatzn ko, wia uns da Schnobe gwachsn is“! Jeder Lehrer solle ihm gemeldet werden, der Kinder in der Schule komisch anschaut, die bairischen Dialekt sprechen. „Der Dialekt passt“, führte er aus und wies auf eine Studie hin, die klar und deutlich gemacht hat, dass Kinder die Dialekt sprechen gescheiter seien, als die anderen Kinder. Das hätte nichts mit Dialekttümelei zu tun, sondern das seien objektive und wissenschaftliche Studien. Ideal wäre es natürlich, wenn man zwischen Dialekt und Hochsprache hin und herschalten könnte. Im Namen der gesamten Bayerischen Staatregierung wünschte der Bayerische Staatsminister dem Kuratorium für die Zukunft alles Gute.

 

-hjl-

 

Grußworte überbrachten Politiker/Innen aus der Region:

 

Landrat Peter Dreier

Erster Bürgermeister Markt Velden, Ludwig Greimel

Bezirksrätin, Martina Hammerl

Dr. Dr. Hugo-Daniel Stoffella

 

Ehrungen von verdienten Mitgliedern:

Luis-Luigi Nicolussi Castellan aus Lusern/Italien – “Ich erinnere mich mit Dankbarkeit an Hans Geiselbrechtinger und Hugo Resch”

Christine Fischer (Vortsandsmitglied), Tochter von Hugo Resch

Anneliese und Sepp Mertlbauer, Kenner und Förderer der Cimbernfreundschaft

Josef Seidl, langjähriger Vorsitzender des Cimbern Kuratoriums und Stellv. Landrat, der vor kurzem seinen 80. Geburtstag feiern konnte

 

Weitere Bilder von der Veranstaltung 50 Jahre Cimbern Kuratorium Bayern e.V.:

 

Fotos: h.j.lodermeier

 

*ENDE*

 

Bildtext: Die Städtische Musikschule bietet ein breitgefächertes Unterrichtsangebot – bereits ab einem Kleinkindalter von 18 Monaten: Ab sofort kann man sich fürs neue Schuljahr anmelden.

 

Städtische Musikschule startet ins neue Schuljahr

 

„Lernen um des Musizierens willen, ohne Vorurteil und Leistungsdruck” lautet auch im neuen Schuljahr das Credo in der Städtischen Musikschule an der Niedermayerstraße 59. Kostenlose Schnupperstunden und Anmeldungen für das neue Schuljahr sind jederzeit möglich. Für einen Großteil der Unterrichtsfächer stehen Leihinstrumente zur Verfügung.

Die Städtische Musikschule Landshut verfügt über eine sorgfältig abgestimmte Struktur, um Kinder ab 18 Monaten gezielt an die Musik heranzuführen. Nahtlos anschließende Unterrichtskonzepte und Methoden, die perfekt auf die individuelle altersgerechte Vermittlung abgestimmt sind, ermöglichen es, die jeweils vorhandenen Fähigkeiten der Musikschüler optimal zu nutzen. Von Barock bis Rock – Jugendliche und Erwachsene können ihre Wünsche in allen musikalischen Genres auf unterschiedlichsten Instrumenten verwirklichen.

Derzeit unterrichten engagierte und fachlich ausgezeichnete Lehrkräfte in nicht weniger als 30 Instrumentalfächern: von der Violine zum Kontrabass, von der Blockflöte zur Oboe, vom Klavier zur Harfe, vom Akkordeon bis zum Schlagzeug. Darüber hinaus gibt es ein breitgefächertes Angebot an Grundfächern sowie Ensemble- und Orchesterfächer; Neben- und Ergänzungsfächer wie Musiktheorie runden das Angebot ab.

Grundfächer: Für Kinder zwischen 18 Monaten und vier Jahren gibt es die Angebote Musikgarten I und II, für Kinder ab vier beziehungsweise ab fünf Jahren „Musikalische Früherziehung” und „Musikalische Grundausbildung”. Diese seit vielen Jahren bewährte Unterrichtsform öffnet den Kindern den Weg zur Musik, sie legt die Grundlagen für das erfolgreiche Erlernen eines Instrumentes oder die Teilnahme am Gesangsunterricht.

Die instrumentalen und vokalen Hauptfächer bilden den „klassischen” Bereich einer Musikschule. In diesem sind sämtliche Streichinstrumente (Violine, Viola, Violoncello, Kontrabass), die Zupfinstrumente (Gitarre, E-Gitarre, E-Bass, Harfe, Hackbrett), Blasinstrumente (Querflöte, Klarinette, Saxophon, Oboe, Blockflöte, Trompete, Flügelhorn, Tenorhorn, Tuba), Schlaginstrumente (Drum-Set, Mallets, Pauken, Percussion), Tasteninstrumente (Klavier, Cembalo, Kirchenorgel, Akkordeon) und die Stimme als ureigenstes Instrument jedes Menschen enthalten.

Die Neben- und Ergänzungsfächer sind die wichtigste Domäne einer kommunal getragenen Musikschule, da sie in besonderem Maße die Zielvorgabe verdeutlichen: das Hinführen an das gemeinsame Musizieren im Orchester, Chor, Kammermusikensemble. Diese reichen an der Musikschule vom Kinderchor über das Streichorchester und Instrumentenensembles verschiedenster Couleur und Klangfarben bis hin zur Big Band.

Das Sekretariat der Städtischen Musikschule steht für Fragen, Beratung und Informationen unter Telefon 0871-26427 oder per E-Mail unter musikschule@landshut.de zur Verfügung. Kostenlose Schnupperstunden sowie Anmeldungen für das neue Schuljahr sind jederzeit möglich. Infos gibt es auch unter www.landshut.de/musikschule.

 

Foto: Stadt Landshut

 

Tanz in den Herbst

Neue Kurse im Tanzforum Eva Hornberger

 

Freundlich, modern, vielseitig – so lässt sich die angenehme Atmosphäre im Tanzforum Eva Hornberger in der Landshuter Neustadt wohl am Treffendsten beschreiben. Die großzügigen und hellen Räume sind in freundlichen Farben gehalten und laden zum Tanzen oder auch zum Verweilen bei einer guten Tasse Kaffee ein.

Die Ausstattung des Tanzforums ist aufwändig und auf der Höhe der Zeit. Zwei Tanzsäle, ein ausgeklügeltes Lüftungssystem, eine große Garderobe mit Ballettboutique und vieles mehr machen das Tanzen in einer der größten Ballettschulen Ostbayerns zum wahren Genuss. Der runde Saal bekam zudem in den Sommerferien einen brandneuen Bodenbelag des Weltmarktführers für professionelle Tanzböden.

Durch das interessante Kursangebot und die freundliche Ausstrahlung der Tanzpädagoginnen entsteht im Tanzforum eine herzliche und persönliche Atmosphäre. Selbstverständlich sind alle Lehrkräfte fundiert ausgebildete Tanzpädagoginnen, die nicht nur das Unterrichten, sondern auch den Bühnentanz studiert haben – und zusätzlich laufend Fortbildungen belegen. Somit wird den Schülerinnen und Schülern ein praxisnaher und lebendiger Unterricht präsentiert, der allen viel Spaß macht – von den Dreijährigen bis zu den Senioren. Bei den spektakulären Aufführungen des Tanzforums präsentieren dann auch alle Schüler und Schülerinnen regelmäßig das Erlernte – so im letzten Schuljahr bei den Großproduktionen „Krabat“ und „Residenz 2019“.

Im September beginnen nun wieder Anfängerkurse in allen Tanzrichtungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. In kostenlosen und unverbindlichen Probestunden können alle Tanzinteressierten den Unterricht im Tanzforum testen.

Die Kleinsten beginnen mit dem Purzelballett, das es exklusiv und nur im Tanzforum gibt. Schulleiterin Eva Hornberger hat hier ein ausgefeiltes Konzept entwickelt. Behutsam und spielerisch werden die Kleinsten an das Kinderballett herangeführt und erleben den Zauber des Tanzens.

Die 4-6jährigen können gleich in die neuen Kurse in Kinderballett einsteigen. Hier gibt es Anfängerkurse an fast allen Wochentagen.

Für die Kids zwischen 8 und 16 Jahren bietet das Tanzforum Kurse in Teenie Jazz, Musical Jazz und HipHop an. Hierbei wird Spaß und tänzerischer Anspruch ideal verbunden, um ja keine Langweile aufkommen zu lassen.
Für die Erwachsenen wird das Angebot durch Modern Contemporary-, Jazz- und Ballett-Kurse abgerundet.

Niemand sollte sich scheuen, eine Probestunde zu besuchen – es ist nie zu spät, mit dem Tanzen zu beginnen. Erwiesenermaßen fördert die tänzerische Bewegung Körper, Geist und Seele – im Tanzforum mit Herz und kreativem Anspruch.

Anmeldungen und Informationen gerne und jederzeit unter:

Tanzforum Eva Hornberger; Neustadt 455, 84028 Landshut, Tel. 0871/24530

 

Foto: Hornberger

Bildtext: Grabungsarbeiten auf dem Gelände des künftigen neuen Landratsamts im Süden von Essenbach: Die Ausgräber fanden vor allem Spuren einer über 3000 Jahre alten Siedlung.

 

 

Neubau auf geschichtsträchtigem Boden

Am Sonntag Führungen durch Ausgrabungen auf dem Areal des künftigen Landratsamts Landshut

 

Wo künftig, am Südrand von Essenbach, das neue Landratsamt Landshut in die Höhe gezogen wird, lebten schon vor Tausenden von Jahren Menschen: Das Ausgrabungsteam um den Kreisarchäologen Dr. Thomas Richter hat dort Reste von Siedlungen und Gräber vor allem aus der Epoche der Urnenfelder-Kultur (etwa 1300 bis 800 vor Christus) entdeckt. Am Sonntag, dem Tag des offenen Denkmals, ist die Grabungsstätte von 13.30 bis 16 Uhr geöffnet, jeweils um 13.45 und 14.45 Uhr werden kurze Führungen (15 bis 20 Minuten) über die Grabungsfläche angeboten.

Die fruchtbaren Fluren auf dem Gebiet des Markts Essenbach haben schon die Linienband-Keramiker angelockt, die ersten Bauern Mitteleuropas – vor fast 7500 Jahren. Auf den Lössböden erblühte all die Jahrtausende danach eine Kultur um die andere. Seit Jahrzehnten haben Archäologen großartige Funde in Essenbach gemacht – rund 300 Fundstellen sind auf dem Gebiet der Marktgemeinde bekannt.

3000 Jahre alte Siedlung

Aus allen Epochen der Vorgeschichte bis zu den Bajuwaren im frühen Mittelalter sind zum Teil herausragende Funde gemacht worden, von denen – als Repliken – viele im Archäologischen Museum im Heimathaus von Essenbach zu sehen sind. Darunter finden sich zwei Schüsseln mit den Namen der ältesten bekannten Gemeindebürger – „Attius und Clementtianus, festgehalten auf zwei Keramik-Schalen aus einem rund 1800 Jahre alten römischen Landgut („villa rustica“).

Eine Vasenkopfnadel aus der Zeit zwischen 1300 und 1000 vor Christus, also aus der letzten Epoche der Bronzezeit, der Zeit der Urnenfelder-Kultur. Sie diente zum Verschließen von Umhängen und Gewändern.

 Es ist daher kein Wunder, dass das jetzige Grabungsteam auf dem rund sechs Hektar großen Areal des neuen Landratsamts fündig geworden ist: Die Ausgräber sind auf Überreste einer rund 3000 Jahre alten Siedlung, auf Gräber, einen Brunnen und unter anderem auch auf eine Vasenkopfnadel aus Bronze gestoßen. Solche Ziernadeln waren am Ende der Bronzezeit in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz in Mode, sie dienten zum Verschließen von Überhängen und Kleidern und gehörten gewissermaßen zur Feiertagstracht.

Aus der Zeit der Urnenfelder-Kultur ist im Baugebiet Blumenäcker im Sommer 2011 von dem Team einer Ausgrabungsfirma ein Fund von europaweiter Bedeutung gemacht worden: das Wagen-Grab eines Fürsten, reich ausgestattet mit Beigaben wie einem Goldring, einem wertvollen, bronzenen Vollgriffschwert und zahlreichen Keramikgefäßen mit Speis und Trank für den Weg ins Jenseits. Der Bestattete zählte zu den Mächtigen seiner Zeit. Hätte er in Griechenland gelebt, hätte er an der Tafel von legendären Königen wie Agamemnon oder Menelaos gesessen.

Handelsweg der Bronzezeit

Der Archäologe Dr. Robert Graf hat das 60 Zentimeter lange Bronze-Schwert vor zwei Jahren originalgetreu nachgegossen – und in einem Experiment im Essenbacher Museum nachgewiesen, dass es vor 3200 Jahre rituell gebogen und unbrauchbar gemacht worden war, bevor es seinem vormaligen Besitzer ins Grab gelegt wurde. Der Urnenfelderzeit-Fürst von Essenbach beherrschte wohl ein Teilstück einer der großen Kupfer-Handelsrouten quer durch Europa, eine Etappe zwischen den Alpenraum mit seinen reichen Kupferlagerstätten und Böhmen.

Dieser Handelsroute, die Richtung Norden über Geiselhöring und die Cham-Further Senke weiterführte, ist die aus Landshut stammende Archäologin Dr. Angelika Hofmann seit Jahren auf der Spur. Hofmann arbeitet und forscht inzwischen am Germanischen Nationalmuseum (Nürnberg). Die einzigartigen Funde aus dem Essenbacher Fürstengrab werden derzeit unter ihrer Ägide in Nürnberg restauriert und untersucht.

 

Text und Fotos: Elmar Stöttner