Home Allgemein STANDORTFAKTOR DENKMAL — Vortrag von Prof. Dr. Erben im Skulpturenmuseum im Hofberg

STANDORTFAKTOR DENKMAL — Vortrag von Prof. Dr. Erben im Skulpturenmuseum im Hofberg

Denkmäler sind Kristallisationspunkte von gezielt gesteuerten Erlebnisqualitäten!

Die Leiterin des Museums, Frau Stefanje Weinmayr, begrüßte am späten Sonntag-Nachmittag im Skulpturenmuseum im Hofberg, Herrn Prof. Dr. Dietrich Erben sowie einige interessierte Besucher zum Vortrag mit dem Thema:”Standfaktor Denkmal”!

Prof. Dr. phil. Dietrich Erben hat seit 2009 den Lehrstul für Theorie und Geschichte von Architektur, Kunst und Design an der Technischen Universität München inne. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in der Kunst-und Architekturgeschichte seit der Frühen Neuzeit.

Der Vortrag von Prof. Dr. Dietrich Erben, richtete das Augenmerk auf einen nach wie vor wenig behandelten Aspekt der Denkmalkultur im 19. und 20. Jahrhundert.

In der Auseinandersetzung mit Denkmälern geht es normalerweise um die Interessen, aus denen die einzelnen Monumente zustande kommen und um die visuellen Mitteilungen, die sie machen. Denkmäler dienen jedoch nicht nur der Vermittlung von rationalem Wissen, sondern sind auch Generatoren von sinnlicher, über das Sehen hinausreichender Erfahrung und von affektivem Erleben. Dies kann durch unterschiedliche Maßnahmen am Denkmal selbst gewährleistet werden, indem etwa Denkmäler in riesenhaften Denkmälern etworfen werden oder als Momumente, die im Inneren begehbar sind.

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Einweihung des Herrmanns-Denkmals mit ca.20 000 Menschen und vielen Fuhrwerken

 

Das affektive Erleben kann aber auch durch den Umgebungsraum hergestellt werden, zum Beispiel die Funktionalisierung von Denkmälern als touristische Ausflugsziele in mehr oder weniger spektakulärer, landschaftlicher Umgebung. All dies kann auch Wissen konstituieren und erlebbar machen, meist entfalten aber die Denkmäler ein ganz anderes Eigenleben.

Sie sind Kristallisationspunkte von gezielt gesteuerten Erlebnisqualitäten. Der Dauerhaftigkeit des materiellen Betsandes steht die Flüchtigkeit des Erlebens gegenüber. Dieses Erlebnisangebot, das Denkmäler machen, steht nicht nur im Dienste der Politik sondern auch der kommerziellen Verwertbarkeit von politischer Ideologie. Beides schließt sich, so Professor Erben, zusammen im Begriff der Standortpolitik.

 

 

 

-hjl-




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