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SCHNUR ZIEHT SCHLUSSTRICH! – WOHL KAUM EINER WIE ER, SORGT SICH „MEHR“ IN SEINER PARTEI UM DIE UMWELT

Bildtext: “Rudolf Schnur (rechts) übergibt den Stab an Herbert Führer und wünscht ihm viel Erfolg”

Schnur zieht Schlussstrich

Wohl kaum einer wie er, sorgt sich in seiner Partei für die Umwelt

Rudolf Schnur, CSU-Stadtrat, Fraktionsvorsitzender und ökologischer Vorreiter in der Stadt Landshut, der die inzwischen über die Grenzen Bayerns hinaus bekannte Landshuter Umweltmesse ins Leben gerufen hat, der das Landshuter Umweltzentrum gründete und weit über ein Jahrzehnt als Bezirksvorsitzender des CSU-Arbeitskreises Umweltsicherung und Landesentwicklung tätig war, zog am Dienstag, den 12.11.2019 bei der Jahresversammlung des AKU mit Neuwahlen den Schlußstrich: er kandidierte nicht wieder als Bezirks-Chef. Auch für alle übrigen Ämter, die reichlich zu wählen waren, stand er nicht zur Verfügung.

Kaum einer wie er, befasst sich so intensiv mit den Umweltthemen unserer Tage. Schon sehr früh, als sich noch sehr Wenige um die Themen kümmerten, die die Umweltveränderungen mit sich bringen, beschäftigte er sich mit der Atomenergie und ihren Begleiterscheinungen. Schnur befasste sich bereits bei der Jungen Union und erst recht nachdem er selbst gesundheitlich durch chemische Substanzen geschädigt war, die an seinem Arbeitsplatz ausgebracht wurden, mit schadstoffarmen Baustoffen und gesunden Lebensräumen. 1995 absolvierte er das staatlich anerkannte Fernstudium zum zertifizierten Baubiologen. Wenig wählte man ihn in den Bundesvorstand der bundesweit agierenden Interessengemeinschaft der Holzschutzgeschädigten e.V., heute „Das Umweltzentrum e.V.“. Dort berät er bis heute europaweit Schadstoffgeschädigte ebenso wie Bauherren, die sich ein gesundes Wohnklima erstellen möchten.

Als Stadtrat der Stadt Landshut stellt er immer wieder Anträge im Hinblick auf den Umweltschutz und als Vorsitzender des CSU-Arbeitskreises Umweltsicherung und Landesentwicklung, im Namen des Bezirksvorstandes richtet er stellvertretend Vorschläge an die CSU Landesleitung. Er war Mitgründer des Arbeitskreises Energiewende der CSU und in beiden Landesvorständen tätig.
Erst im Dezember 2018 wurde der Antrag zum Thema „Einlagerung von Fremdcastoren in das Atommülllager Niederaichbach“ einstimmig in der Landesversammlung in der CSU-Landesleitung angenommen.
Bis heute wurde dann aber in der Sache seitens der CSU-Führung nichts weiter unternommen.

Da sich diese Handhabung mit verschiedensten Impulsen und Konzepten (power-to-gas in Pleinting, Abwärmennutzung, Energieeffizienzvorschläge eines Hans Hartl und viele mehr) die vom AKU-Bezirksvorstand an die Parteispitze gingen in den letzten Jahren ebenso darstellte und der Umstand, dass im Niederbayernprogramm 2018 zur Landtags- und Bezirkstagswahl weder die Themen Umweltschutz, Energie oder Klimaschutz beinhaltet waren sind für ihn so inakzeptabel, dass er und sein Mitkandidat Prof. Dr. Ralph Pütz von dem Bezirksvorsitzenden Andreas Scheuer eine Aussprache forderten. Den beiden wurde vom CSU-Bezirksvorsitzenden und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer in Bad Griesbach an einem Samstagmorgen im Februar um 7.30 Uhr eine Audienz bei einem Arbeitsfrühstück eingeräumt. Der Minister allerdings, der dem Vernehmen nach erst gegen morgen ins Bett ging, erschien nach Intervention und Hilfe seiner Mitarbeiter erst gegen 08.30 Uhr im Frühstücksraum. Er machte aus seiner Einstellung gegenüber den Umweltthemen keinen Hehl und wies den Vorwurf der Außerachtlassung der Themen und Vorschläge des AKU schroff zurück. Letztlich gab er zu verstehen, dass ihn die Überlegungen und Anregungen des AKU-Bezirksverbandes wenig interessieren und zum Größtenteil nicht einmal zur Kenntnis genommen hat. Schnur erwiderte die Geringschätzungen Scheuers gegenüber dem ehrenamtlichen Engagement zahlreicher Mitglieder damals, dass er die Konsequenzen ziehen würde und nicht weiter bereit sei „Perlen vor die Säue“ zu werfen. Die von Prof. Pütz angebotenen Informationen wurden ebenfalls nicht angemessen oder ernsthaft in Betracht gezogen. Dies trug später dazu bei, dass der ausgewiesene und weltweit anerkannte Dieselexperte sogar die CSU verließ.

Bereits der Vorgänger von Scheuer, Manfred Weber, war zwei Jahre lang im Bezirksvorstand dem Thema „Atommülllager Niederaichbach“ ausgewichen. Seinen umweltpolitischen Offenbarungseid hat er nun nach Ansicht Schnurs geleistet als er Ende September für eine Zusammenarbeit mit den Grünen in der Bundespolitik („Zukunftsmodell für Deutschland“) warb. Er, der sich intern nie wesentlich für Umwelt- und Klimaschutz interessierte erklärt damit einschlägigen Arbeitskreis seiner Partei zum Feigenblatt.
Parteichef Söder propagiert nun die Pflanzung von Bäumen als Klimaschutz-Maßnahme. Als 2007 Schnur gemeinsam mit Andrea Lapper den 1. Landshuter Klimawald ins Leben gerufen hat sprachen nur wenige davon und von den Parteioberen war bis heute niemand zu sehen. Schnur kommentierte deren Alibi-Aktionismus: „Wo der jetzt hin will, kommen wir schon her!“

Bei der Landesversammlung im Dezember 2018 hatte Generalsekretär Markus Blume vor den über Hundert Delegierten bekundet: „In Sachen Energie sind wir alle ziemlich ratlos!“ Der damalige Bezirksvorsitzende Schnur erwiderte ihm vor allen Anwesenden spontan, dass er nur für sich sprechen könne und nicht für die Mitglieder des AKU-Bezirksverbandes Niederbayern.

Herbert Führer (vorne Mitte) mit seiner neugewählten Vorstandschaft

Nachfolger von Rudolf Schnur als Bezirksvorsitzender des Arbeitskreises Umweltsicherung  und Landesentwicklung ist nun Herbert Führer, 60 Jahre alt – Diplomphysiker, TU München – Verheiratet, 3 erwachsene Töchter –  Ehefrau Lehrerin – 30 Jahre in der Halbleiter und Solarindustrie gearbeitet; Schwerpunkt Reinstsilicium: Forschung, Entwicklung, Qualitätsmanagement, Vertrieb, Fabrikplanung –  Geboren und aufgewachsen in Burghausen/Obb., seit 10 Jahren lebend in Simbach am Inn,  der seine Ziele als neugewählter Bezirksvorsitzender wie folgt vorgibt:

  • AKU Aktivitäten in möglichst allen Landkreisen anstoßen
  • Mehr Mitglieder – vor allem junge – zur aktiven Mitarbeit motivieren
  • Umsetzung der Ziele aus den Leitanträgen des Landesverbandes und aus dem Koalitionsvertrag (CSU/FW) von 2018 unterstützen
  • Verbesserung im Umweltschutz und in der Landesentwicklung durch Anträge zur Landesversammlung anstoßen
  • Arbeit und Aktivitäten des AKU den Bürgern in Niederbayern näher bringen und damit klar machen, dass sich auch die CSU um Klima- und Umweltschutz intensiv kümmert
  • Den AKU Niederbayern im Landesverband aktiv vertreten

 

-hjl-

 

Fotos: h.j.lodermeier