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Zeitumstellung

Baldrian, Melisse und Passionsblume (© wikimedia/NobbiP, wikimedia/Jamain)

Fünf einfache Tipps für die Winterzeitumstellung am 30. Oktober

Wien (pts006/24.10.2016/08:00) – Am Sonntag, 30. Oktober, um drei Uhr nachts ist es wieder soweit: Die Uhren werden um eine Stunde zurückgestellt. Was für die Lärchen, die Frühaufsteher, ein Segen ist, da sie Helligkeit am Morgen als Stimulation empfinden, ist für die Eulen, die Nachtaktiven, ein Fluch. Besonders Störungen der Schlafdauer und der Schlafqualität stehen dabei im Vordergrund.

“Bei vielen Menschen löst die Umstellung des Schlaf-Wach-Rhythmus körperliche oder psychische Beschwerden aus”, sagt Prim. Dr. Heidemarie Abrahamian, Fachärztin für Innere Medizin, Intensivmedizin, Nephrologie, Endokrinologie & Stoffwechselerkrankungen in Wien, und verrät, wie sie ihre “innere Uhr” auf die Zeitumstellung vorbereitet.

Es kann mehrere Tage dauern, bis sich der Körper an den neuen Schlaf-Wach-Rhythmus anpasst, im Extremfall sogar mehrere Wochen. Die Anpassungsphase ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. “Auch eine scheinbar kleine Schwankung von 60 Minuten kann zu Reaktionen wie Müdigkeit, Herz-Kreislauf-Probleme, Verdauungsstörungen und natürlich Ein- und Durchschlafstörungen führen”, weiß Dr. Abrahamian: “Ungefähr ein Fünftel der Menschen ist von solchen Beschwerden unmittelbar betroffen. Aber auch für alle anderen ist eine Verschiebung des Schlafrhythmus nicht gesundheitsfördernd.”

Wie die Zeitumstellung auf das hormonelle System wirkt

Im Winter sind wir generell hormonbedingt weniger unternehmungslustig, öfter müde und niedergeschlagen und haben ein erhöhtes Schlafbedürfnis. Denn unsere innere Uhr wird vor allem über Lichtreize und Hormone aktiviert, dabei spielen die Hormone Cortisol und das “Schlafhormon” Melatonin wichtige Rollen. Diese Hormone sind in ihrer Wirkung einander entgegengesetzt. Bedingt durch längere Dunkelphasen im Winter produziert unser Körper vermehrt Melatonin, das unser Schlafbedürfnis erhöht.

Darüberhinaus können zwar die Zeiger der Uhr einfach umstellen, die Umstellung der “inneren Uhr” braucht jedoch bei vielen Menschen mehr Aufwand. Dem Mini-Jetlag, der durch die Zeitumstellung entsteht, können wir durch einfache Mittel – etwa aus Mutter Natur – vorbeugen.

Folgende Tipps helfen der inneren Uhr bei der Umstellung auf die Winterzeit:

1. Am besten schon an den Abenden davor etwas später als gewohnt zu Bett gehen.

2. Am Montag eine halbe Stunde früher als üblich aufstehen und die Zeit zum Beispiel für einen kurzen Morgenspaziergang oder Sport nutzen.

3. In den ersten Tagen nach der Zeitumstellung abends leichte Mahlzeiten essen und drei Stunden vor dem Schlafengehen auf Alkohol, Kaffee oder andere aufputschende Getränke verzichten.

4. Bei Müdigkeit tagsüber eine kleine Pause einlegen (keinen Mittagsschlaf), frische Luft atmen und Wasser trinken. Zudem helfen pflanzliche Arzneimittel wie Johanniskraut bei Antriebslosigkeit und sorgen für mehr seelisches Wohlbefinden.

5. Wenn das Ein- und Durchschlafen Probleme bereitet, nicht sofort zu starken Schlaftabletten greifen. Lieber zuerst ein natürliches aber wirksames Ein- und Durchschlafmittel, wie die klassische Kombination aus Baldrian, Passionsblume und Melisse, ausprobieren – welches ohne Rezept in jeder Apotheke erhältlich ist:
– Baldrian verkürzt die Einschlafzeit und beeinflusst die Schlaftiefe positiv.
– Passionsblume beruhigt und löst Stress.
– Melisse harmonisiert und entspannt.

Über die Initiative Natürlich Gesund
Die Initiative Natürlich Gesund versteht sich als Drehscheibe zwischen PatientInnen und ExpertInnen. Auf dieser Website bietet sie allen Interessierten fundiertes Wissen sowie aktuelle Informationen über häufig auftretende Beschwerden und natürliche Behandlungsmöglichkeiten (Heilpflanzen, Hausmittel etc.).

Weitere Infos und Tipps:
http://www.initiative-natuerlich-gesund.at

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FAU-Expertenkommentar: “Was bringt die Zeitumstellung wirklich?”
26.10.2012 12:06
In der Nacht zum Sonntag endet die Sommerzeit und die Uhr wird wieder eine Stunde zurückgedreht. Im Jahr 1979 wurde die Zeitumstellung eingeführt, um Energie zu sparen. Welchen energiewirtschaftlichen Nutzen die Zeitumstellung tatsächlich hat, erläutert Philipp Dees, Doktorand am Institut für Wirtschaftswissenschaft der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU).
Die Überlegung damals: Bei der „normalen“ Zeit wird es im Sommer hell, bevor die meisten Menschen aufstehen, und abends bereits dunkel, bevor die meisten schlafen gehen. Wenn man einfach den Tag um eine Stunde nach vorne verschiebt, ist es beim Aufstehen immer noch hell, abends aber nun auch. Es wird also weniger Beleuchtung und damit weniger Strom benötigt. 

Bestätigt hat sich diese Überlegung nicht. In Deutschland macht die Beleuchtung weniger als zwei Prozent des gesamten Energieverbrauchs aus. Deshalb ist die Einsparung durch die „Vorverlegung“ des Tages vernachlässigbar klein. Andererseits ist zu beobachten, dass durch die Verschiebung des Tages im Frühjahr und Herbst mehr geheizt wird: Wenn die Menschen eine Stunde früher aufstehen, ist es noch kälter, und daher müssen die Heizungen laufen. Dieser Effekt ist auch nicht groß, gleicht aber die Einsparung bei der Beleuchtung aus.

Die bei weitem meiste Energie in Deutschland – und auch ansonsten in Europa – wird in der Industrie und im Handwerk verbraucht. Dort ist es aber weitgehend gleich, ob Sommer- oder Winterzeit gilt: Produziert und Energie verbraucht wird zu immer gleich langen Betriebszeiten.

Denkbar wäre allerdings, dass die Zeitumstellung zu sinkenden Stromkosten führen könnte: Der Preis konventionellen Stroms richtet sich nach der Nachfrage – tagsüber ist er also teurer. Solarenergie kostet unabhängig von der Nachfrage immer gleich viel – durch die Vergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz. Je mehr sich also die Zeiten, in denen die Menschen aktiv sind mit den Sonnenstunden decken, desto mehr Solarenergie könnten sie nutzen. Dieser Einspareffekt lässt sich aber bisher noch nicht belegen. Das liegt an der relativ geringen Menge des Stroms, der zurzeit in Solaranlagen erzeugt wird: 2011 machten Solaranlagen nur 3,2 Prozent der deutschen Stromproduktion aus, am gesamten Energieverbrauch lag der Anteil der Solarenergie bei etwa einem Prozent.
Zur Energieeinsparung oder besseren Energienutzung führt die Zeitumstellung also nicht.

Einen Vorteil hat sie trotzdem: Im Sommer ist es abends länger hell und damit auch länger warm. Das erlaubt es uns abends mehr im Freien zu unternehmen: seien es lauschige Besuche im Biergarten, Sport, Grillrunden mit Freunden oder nur gemütliche Abende auf dem heimischen Balkon.

Kontakt:
Philipp Dees M.A
Tel.: 09131/85-22381
philipp.dees@wiwi.phil.uni-erlangen.de