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Wohnungsnot

Jetzt liest man es wieder an jeder Ecke und fast auf jedem Wahlkampf-Flyer:
„Man ist für bezahlbaren Wohnraum in Landshut“
Nur, wie soll das gehen? Wer ist denn dafür verantwortlich oder wodurch kann überhaupt bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden?
Das sind Fragen, die keineswegs leicht zu beantworten sind. Ausgerechnet in Landshut, wo schon seit Jahren Immobilien- und Grundstückspreise förmlich durch die Decke gehen?
Die einzigen Garanten, die in Landshut explizit für bezahlbaren Wohnraum stehen und das auch schon über Jahrzehnte bewiesen haben, sind die Wohnbaugenossenschaften in Landshut. Ohne sie gäbe hier sicher weniger günstigen Wohnraum.

Deshalb traf ich mich kürzlich mit einem Vorstand der Landshuter Wohnungsbaugenossenschaft, Herrn Johann Bergmeier, am Herzog-Georg-Platz zu einem längeren Gedankenaustausch. Hierbei machte Herr Bergmeier deutlich, dass es heutzutage keinesfalls selbstverständlich und daher fast unmöglich ist, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Wenn die Grundstückspreise so hoch sind, wie zur Zeit, können die Genossenschaften mit anderen Investoren kaum mithalten. Zudem gibt es in Landshut kaum Grundstücke der Stadt, die sich für bezahlbaren Wohnraum per se oder als Grundlage dafür eignen.
Einzig die Stadt Landshut, genauer der Liegenschaftssenat, können dafür sorgen, dass unsere Genossenschaften für die weitere Zukunft planen können, indem sie ablaufende Erbpachtverträge verlängert oder daraus frei werdende Grundstücke günstig an die Genossenschaften veräußert. Und hier taucht schon das nächste Problem auf. Sie ahnen es schon vermutlich….
Da die Stadt schon notorisch über klamme Kassen verfügt, wird es schwierig oder gar unmöglich eine für beide Seiten einvernehmlich finanzielle Lösung zu erarbeiten.
Andernfalls passiert aber das, was schon vor Jahren den Wohnungen der „Neuen Heimat“ widerfahren ist. Verkauf an Investoren und das Ende vom bezahlbaren Wohnraum.😢

Tun wir was dagegen!

Ihr Richard Eder😉

Bildtext: Sie ist ein Kletterkünstler – die Haselmaus, die übrigens näher mit dem Siebenschläfer verwandet ist als mit der Waldmaus: Naturschützer haben für Haselmäuse sowie für Fledermäuse maßgeschneiderte Kästen als Ersatz für natürliche (Baum-)Höhlen aufgestellt in den Auwäldern zwischen Landshut und der Grenze zum Nachbarlandkreis Freising. Sie hoffen nun, dass möglichst viele der selten gewordenen Kleinsäuger die Kästen im Frühjahr auch als Kinderstube verwenden und Nachwuchs aufziehen.

 

 

Auch bei Haselmäusen herrscht Wohnungsnot

Naturschützer packen zusammen an, um Kleinsäugetieren Nist-Möglichkeiten zu bieten

 

Auch Haselmäuse und Fledermäuse – die einen Kletter-, die anderen Flugkünstler – leiden hierzulande unter Wohnungsmangel: aber nicht, weil sie zu viele von ihnen gäbe, sondern weil der Mensch viele ihrer Lebensräume zerstört und Nahrungsquellen der Kleinsäugetiere versiegen lässt. Unter der Ägide des Landschaftspflege-Verbands (LPV) Landshut stellen sich Naturschützer im Naturschutzgebiet „Vogelfreistätte Mittlere Isar-Stauseen“ dieser Entwicklung entgegen: Sie haben zahlreiche Nistkästen für die beiden selten gewordenen Tierarten aufgehängt.

Der nächste Frühling kommt bestimmt: Wenn Haselmaus und Fledermaus sich den Winterschlaf aus den Augen gerieben haben, sollen sie jedenfalls im Raum Landshut in eine hellere Zukunft blicken können. Naturschützer haben, unter Leitung des Ökologen Fabian Hertrich, im Oktober und November in den Auwäldern links und rechts der Isar westlich von Landshut 40 Nistkästen für Haselmäuse und 30 Kästen für Fledermäuse an geeigneten Stellen installiert.

Ein naher Verwandter der Siebenschläfer

Diese Hilfe, eine Art von sozialem Wohnungsbau-Programm für die beiden Tierarten, haben die beiden kleinen Säuger auch sehr wohl nötig, wie Hertrich deutlich macht, der als Gebietsbetreuer für das Isartal westlich von Landshut bis zur Landkreisgrenze zuständig ist: In der zunehmend ausgeräumten Agrarlandschaft und in monotonen Wäldern herrscht großer Mangel an Wohnraum und Überwinterungs-Quartieren für die beiden Kleinsäugetier-Arten.

Die Haselmaus ballt sich für den Winterschlaf zu einer festen kleinen Kugel zusammen. Dazu muss sie freilich einen geeigneten Platz finden – dichtes Laubstreu am Waldboden, oder noch besser ein frostsicheres Loch in einem Baum. Oder einen Nistkasten, wie sie die Naturschützer im Herbst an geeigneten Stellen beiderseits der Isar angebracht haben in der Hoffnung, dass die maßgeschneiderten Quartiere auch angenommen worden sind.

Der putzige Geselle, der in der Wissenschaft unter dem klangvollen Namen Muscardinus avellanarius firmiert, zählt zoologisch übrigens nicht zu den herkömmlichen Mäusen: Haselmäuse gehören zu den Bilchen, auch Bilchmäuse genannt, und sind näher mit dem Siebenschläfer verwandt als mit der Waldmaus.

Und macht sich in der Dämmerung auf den Weg

Der kleine, bis etwa neun Zentimeter lange Nager lebt in Laub- und Mischwäldern, die noch dichte, artenreiche Sträucher im Unterholz aufweisen und deren Waldränder strukturreich, zum Beispiel mit Hecken und Wildfrüchte tragenden Büschen bewachsen sind. Solche Lebensräume hat der Mensch immer weiter zurückgedrängt. Kein Wunder, dass der Bestand der Haselmaus seit Jahren zurückgeht.

Die Tage verbringen die Tiere in Nestern aus Laub, Gräsern und Moos, die sie geschickt in Kugelform bringen, in Baumhöhlen oder eben in Nistkästen, die der Mensch aufgestellt hat. In der Dämmerung werden die Haselmäuse aktiv und sammeln über Nacht ihre Nahrung: Früchte, Samen, Knospen.

Sie sind phantastische Kletterer, tänzeln mit ihren 15 bis höchstens 40 Gramm Körpergewicht selbst über Blumenstängel und dünnes Geäst – bis hoch hinauf in die Kronen von Sträuchern und Bäumen. Als Balancier-Stange dient den Kletterkünstlern der Schwanz, der fast so lang ist wie der Körper der Tiere.

Wenn sich die kalte Jahreszeit ankündigt, fressen sich die Haselmäuse einen Winterspeck an – vor allem mit fettreichen Baumfrüchten wie Bucheckern und mit Haselnüssen: Von dieser Lieblingsspeise der Nager leitet sich auch ihr Name her. Von November bis in den April legen sie dann Winterschlaf ein:

Scharfer Gegenwind für Langohr und Abendsegler

Stark rückläufig sind auch die Bestände einer Reihe von Fledermaus-Arten wie das Graue Langohr, der Große Abendsegler und die Mops-Fledermaus. In der auf Effizienz getrimmten Kulturlandschaft fehlt es den Flug-Akrobaten und Insektenjägern an Unterschlüpfen wie alten Baumen mit Astlöchern und Höhlen in den Stämmen. Dies schwächt die Fledermaus-Populationen, die ohnehin schwer unter Druck sind durch das Insektensterben, durch das viele ihrer Nahrungsquellen beeinträchtigt werden und oft sogar weitgehend versiegen.

Auch Fledermäuse halten Winterschlaf. Anders als die meisten Winterschläfer rollen sie sich nicht zusammen, sondern hängen sich, den Kopf nach unten, fest an dunklen und feuchten Stellen in natürlichen Höhlen, so wie sie es ja sonst zum Ausruhen und Schlafen tun. Die Naturschützer hoffen, dass möglichst viele Haselmäuse und Fledermäuse das Wohnraum-Angebot annehmen und, nachdem sie sich den Winterschlaf aus den Augen gerieben haben, die Nistkästen auch als Kinderstuben benutzen.

Das umso mehr, als die beiden Arten bei Zoologen dafür bekannt sind, dass sie auf einem Feld spitze sind, das biologisch die Grundlage für den Erfolg der Säugetiere und damit letztlich auch des Menschen gebildet hat: Haselmäuse und Fledermäuse sind großartige Eltern, sie zeichnen sich durch hingebungsvolle Brutpflege aus.

Haselmaus-Mütter polstern die Kinderstuben der Jungmäuse liebevoll aus mit Moosen und Pflanzenflaumhaaren. Und Fledermaus-Mütter lassen noch kleine und hilflose Jungen nicht allein zurück in ungeschützten Nisthöhlen. Die Jungtiere halten sich mit ihren Milchzähnen im Brustfell der Mütter fest – und schon geht’s auf zu Flügen durch die Nacht.

INFO:

Für die Nistkästen-Aktion unter der Federführung des Gebietsbetreuers Fabian Hertrich, der für Stadt und Landkreis Landshut arbeitet, haben verschiedene Institutionen zusammengearbeitet, insbesondere der Landschaftspflege-Verband Landshut e. V., die Unteren Naturschutzbehörden der Stadt und des Landkreises Landshut, die Bayerischen Staatsforsten und die Stadtwerke München. Finanziert wurde das Projekt aus Fördermitteln der Regierung von Niederbayern.

 

Foto: Landkreis Landshut

 

CSU-STADTRATSFRAKTION KÜMMERT SICH ERNEUT UM DIE OBDACHLOSEN DER STADT

 

Die CSU-Stadtratsfraktion trifft sich mit den Sozialverbänden der Stadt im Welt Café am Kennedyplatz, um deren Erkenntnisse und Verbesserungsvorschläge entgegenzunehmen. Die Obdachlosigkeit trifft alle Schichten der Bevölkerung. Besonders Alleinerziehende und ältere Frauen sind davon betroffen.

 

Der Fraktionschef der CSU im Landshuter Stadtrat, Rudolf Schnur, erinnerte an das vor einem Jahr, am 04.12. 2017, stattgefundene Fraktionsforum, zu dem die CSU zum Themenbereich „Obdachlosigkeit und Wohnungsnot in Landshut“ im „Netzwerk“ eingeladen hatte. Überrascht und betroffen von den dabei gewonnenen Erkenntnissen wurde in derselben Nacht ein umfassender Antrag von Fraktionschef Rudolf Schnur gestellt, der eine dauerhafte und zeitnahe Abhilfe der Missstände einleiten sollte. Dieser und ein weiterer Antrag führten dann zur Veranstaltung der Stadt Landshut im April 2018. Die Landshuter Medien haben darüber immer wieder berichtet. Dieses war insofern gut, weil die Landshuter Bevölkerung erfuhr, dass sich in dieser Sache etwas tut. Ein Presseorgan in Landshut hatte das Ganze ins Lächerliche gezogen und als Wahlkampfthema bezeichnet. Schnur und sein Team sieht diese Thematik als sehr ernsthaft an. Denn es gibt in der Bundesrepublik Deutschland allein 4 Millionen Kinder, die unter der Armutsgrenze leben. Das sei eine Sache, die man nicht kurz- sondern langfristig betrachten muss. Bisher sei keine tragfähige Lösung gefunden worden. Bei der anberaumten Zusammenkunft wurde eine Bilanz des vergangenen Jahres gezogen und ein Ausblick in die Zukunft erstellt. Wenn die Stadt bis 31. Januar 2019 ein innovatives Konzept, das noch in keiner anderen Stadt etabliert ist, erstellt bzw. entwickelt, so könnte ein Maßnahmenpaket von 5 Millionen mit Fördermitteln von 80% abgeschöpft werden. Eine enorme Chance für einen sprunghaften Fortschritt zu diesem Thema. Zum Erstaunen von Schnur und seinen Kolleginnen und Kollegen, hat die Stadtverwaltung leidglich mitgeteilt, dass kein Konzept bekannt sei oder in der Kürze entwickelt wird. Darum sollte der Stadtrat bereits im Novemberplenum beschließen, die Sache als erledigt zu behandeln. Der Stadtrat habe sich fraktionsübergreifend gewehrt und habe beschlossen abzuwarten, wenn bis 31. Januar von irgendwo her, sei es von einer Hochschule oder einem Sozialverband ein Konzept käme, dieses dann einreicht. Wer nichts einreicht hat auch gar keine Chance Fördermittel zu bekommen meinten die anwesenden Stadträte Dr. Dagmar Kaindl, Lothar Reichwein, Maxi Götzer, Dr. Max Fendl und Rudolf Schnur.

Stadtrat Maximilian Götzer, Mitglied des Sozialausschusses, hat noch einmal die Medien angesprochen und vor allem das Wochenblatt zitiert, das diese Aktion der CSU der Thematik des Wahlkampfverhaltens geschuldet war. Als Quatsch bezeichnete Götzer die Berichte, erst den Deutschen und dann erst den Flüchtlingen helfen zu wollen. Maximilian Götzer erinnerte an die vielen Anträge, die die CSU zum Thema Wohnungsnot und Obdachlosigkeit bei der Stadt gestellt habe. Ein halbes Jahr nach den Anträgen habe es die Stadtverwaltung erstmals geschafft, einen sehr umfänglichen Bericht zu erstellen. Im letzten Jahr seien 200 Obdachlose gemeldet worden, die allesamt, so sagt es die Stadt, einer Bleibe zuzuordnen sind, entweder im Nikolausheim oder in vergleichbaren Wohnungen. Seit dem 1.11. hat die Stadt eine neue Sozialpädagogin, Frau Knobloch eingestellt, die sich speziell um das Thema Obdachlosigkeit und Wohnungsnot in Landshut kümmern soll, und deren Qualifikation nicht angezweifelt wird. Die Forderung, ein Obdachlosenkonzept von der Stadt zu fordern, hat die Stadt dann auch aufgegriffen. Behilflich war dabei eine Vorstellung des Konzepts der Stadt Freising. In einem Dreistufenkonzept werden gerade Arbeits- oder Obdachlosgewordene kommen und in die am besten ausgestatteten Wohnungen. Die schon länger arbeitslos sind und sehr schlecht vermittelbar sind, müssen mit Containern vorlieb nehmen. Anhand der Zahlen, die die Obdachlosen betreffen, hat der Sozialausschuss einen Antrag an die Stadt gestellt, weitere 50 Wohnungen zu bauen.

Die Vertreter der einzelnen Sozial- und caritativen Personenverbände berichteten aus ihrem jeweiligen sozialen Arbeitsfeld. Die Gesuche von Obdachlosen oder Menschen, die gerade dabei sind ihre Wohnung zu verlieren nehmen ständig zu, so ein Vertreter einer caritativen Personenvereinigung. Die Anträge kämen weniger aus der Stadt vermehrt aus dem Landkreis. Die Ursachen hierfür seien unterschiedlicher Art. Verstärkt wird festgestellt, dass viele Rentner ihre Wohnungen nicht mehr bezahlen können, dass Behinderte alleine dastehen. Pflegefälle bräuchten eigentlich eine bessere und größere Wohnung, die sie sich aber in keiner Weise leisten können, geschweige denn einen Heimplatz. Sehr oft müssen die Leute vertröstet werden. Die Verbindungen zu den einzelnen Sozialverbänden der Stadt sind in Ordnung. Was ein großes Problem darstellt und beschämend sei, ist die Sozialarbeit des Landkreises Landshut. Besonders die Unterbringung der obdachlosen Menschen in Unterkünften mit einem äußerst schlechten Zustand ist nicht nach zu vollziehen. “In diesen Räumen werden Kranke noch kränker“, beschrieb ein Vertreter einer sozialen Personenvereinigung diesen Missstand.

In weiteren Schilderungen der verschiedenen Verbandsvertreter wurden besonders die Alleinerziehenden und die durch eine mindere Rente finanziell schlecht ausgestatteten älteren Frauen betrachtet. Ein Wohnberechtigungsschein bringt nicht die Lösung, selbst wenn er nichts kostet, denn es fehlen einfach gesagt, bezahlbare Wohnungen in der Stadt Landshut.

Ein Verbandsvertreter findet es super, dass die CSU dieses Thema aufgegriffen hat. Speziell im aufstrebenden Nikolaviertel für das er sich verantwortlich fühlt, gibt es immer wieder extreme Probleme, wie z. Bsp. das spezielle Thema Drachenburg. Er verwies zudem auf die Problematik der Mini Job Verträge, in die Menschen hineingedrängt werden. Die Mindestlohnverträge, Stundenmodelle ohne Krankheitsregularien tragen dazu bei, dass sich die Menschen, die davon betroffen sind, sich keine Wohnung mehr leisten können. In vielen Bereichen herrsche reine Ausbeutung und damit sei die zukünftige Altersarmut vorprogrammiert.

 

-hjl-

 

Foto: h.j.lodermeier

PRESSEMITTEILUNG                                                                                  14.10.2018

Zwei-Drittel-Mehrheit zeichnet sich ab; Quorum wird klar erfüllt

Die Stadt Landshut soll eine kommunale Wohnungsbaugesellschaft gründen: Dafür haben sich die Wahlberechtigten am Sonntag per Bürgerentscheid ausgesprochen. Das von der SPD auf den Weg gebrachte Bürgerbegehren erhielt nach Auszählung von 60 der 75 Stimmbezirke (Stand Sonntag, 22.45 Uhr) rund 66 Prozent Ja-Stimmen – ein eindeutiger Trend, der sich höchstwahrscheinlich nicht mehr umkehren wird. Klar war außerdem, dass das erforderliche Quorum erfüllt wird. Damit ist das Ergebnis des Bürgerentscheids für ein Jahr für den Stadtrat bindend. Dieser hatte sich bislang mehrheitlich – ebenso wie OB Alexander Putz (FDP) – gegen die Gründung einer Wohnungsbaugesellschaft ausgesprochen.

Zwischenergebnis Bürgerentscheid „Gründung einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft“ (Sonntag, 22.45 Uhr; Auszählungsgrad: 60 von 75 Stimmbezirken)

Ja                               13.805 Stimmen      (66,3 Prozent)

Nein                             7.008 Stimmen      (33,7 Prozent)

Bildtext: Diskutierten politische, planerische und bautechnische Ansätze, wie zügig bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden kann (von links): Landrat Peter Dreier, Claudia Zehentbauer, Obermeisterin der Bauinnung Landshut, Dr. Heike Piasecki vom Bauwirtschaftsanalysten bulwiengesa, Oberbürgermeister Alexander Putz, Stefan Feigel, Inhaber des Architekturbüros Feigel Dumps, Helmut Spillmann, Geschäftsführender Gesellschafter des Bauunternehmens Kellhuber, Thomas Bader, Vorstand des Bayerischen Ziegelindustrie-Verbands, und Moderator Michael Bragulla.

 

Einfacher planen und schneller entscheiden gegen die Wohnungsnot

Kommunales Wohnungsbaugespräch im Zeughaus Landshut

 

Die Bauinnung Landshut und der Bayerische Ziegelindustrie-Verband (BZV) haben am Mittwoch im Zeughaus in Landshut das Kommunale Wohnungsbaugespräch 2018 veranstaltet. Unter dem Motto „Bezahlbarer Wohnungsbau – nachhaltig, wohngesund und kosteneffizient“ diskutierten Claudia Zehentbauer, Obermeisterin der Bauinnung Landshut, BZV-Vorstand Thomas Bader, Oberbürgermeister Alexander Putz und Landrat Peter Dreier mit Vertretern aus Kommunen, Politik und Wirtschaft über die Lage auf dem Wohnungsmarkt und in der Bauwirtschaft. Zusätzlich informierten Bauexperten in kurzen Vorträgen darüber, wie Kommunen günstigen Wohnraum mit hoher Qualität schaffen können.

„Wir haben in Landshut viele erfolgreiche Wohnbaugenossenschaften, die jederzeit bereit sind, weitere Wohnungen zu errichten, wenn die Stadt dafür Grundstücke zur Verfügung stellt“, sagte Bauinnungsobermeisterin Zehentbauer. Eine städtische Wohnbaugesellschaft sei keine Lösung. Denn obwohl es viele solche Gesellschaften in Deutschland gebe, sinke die Zahl der Sozialwohnungen bundesweit immer schneller – allein von 2010 bis 2016 sei sie von fast 1,7 Millionen auf nur noch 1,3 Millionen Wohnungen zurückgegangen. „Dem Sozialwohnungsbau in Landshut ist mit privaten Investoren und den hervorragend arbeitenden Wohnbaugenossenschaften mehr geholfen, als mit der teuren Gründung einer städtischen Gesellschaft.“ Die Stadt müsse vielmehr massiv Bauland ausweisen und versuchen, diese Flächen selbst in die Hand zu bekommen, um die extremen Preisspekulationen einzudämmen. „Nur so können Investoren dazu gebracht werden, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.“ Laut Zehentbauer müssten in Landshut pro Jahr rund 200 Wohnungen mehr gebaut werden, als aktuell entstehen, um die Nachfrage trotz des hohen Zuzugs auf gleichem Niveau zu halten.

BZV-Vorstand Bader nannte den politischen Einfluss auf das Bauen immens. Die Abschaffung des sozialen Wohnungsbaus 2001 und der Eigenheimzulage 2006 hätten wesentlich zur aktuellen Krise auf dem Wohnungsmarkt beigetragen. „Darum sind wir froh, dass die Staats- und die Bundesregierung nun erkannt haben, dass das gesellschaftliche Megathema Bauen nur mit Unterstützung der Politik gemeistert werden kann.“ Vor allem aus dem neu geschaffenen bayerischen Bauministerium erhoffe man sich neue Impulse. Mehr Stabilität für die Bauwirtschaft brächten zum Beispiel steuerliche Regelungen, die den Verkauf von Baugrund für Landwirte attraktiver machen. Außerdem solle den Bauherren die Entscheidung überlassen werden, mit welchen Technologien und Baustoffen die Energieeinsparvorgaben erreicht werden. „Das würde Genehmigungsverfahren beschleunigen, das Bauen günstiger machen und damit den angespannten Wohnungsmarkt zügiger entlasten.“

Oberbürgermeister Putz betonte, dass die Stadt auf die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt reagiert und vor wenigen Monaten im Baureferat ein neues Sachgebiet für Wohnungsbau und Wohnungswesen eingerichtet habe. „Dort sollen sämtliche strategische Fragen des Wohnbaus erörtert und die Kräfte in diesem Bereich gebündelt werden. Einige große Projekte, zum Beispiel der Neubau von 107 Sozialwohnungen an der Breslauer Straße und am Isarweg für rund 18 Millionen Euro, sind bereits angelaufen.“ Den stetig steigenden Bedarf an bezahlbarem Wohnraum werden die Stadt Landshut – wie andere Wachstumsregionen auch – aber nicht alleine lösen können. Dazu sei einerseits die Mitwirkung privater Investoren und Genossenschaften nötig. „Andererseits sehe ich auch den Freistaat und den Bund in der Pflicht, sich stärker als in den vergangenen Jahren im Wohnungsbau zu engagieren.“ Ermutigende Signale dazu gebe es schon. „Jetzt müssen die Ankündigungen aber auch nachhaltig umgesetzt werden, damit diese gesamtgesellschaftliche Aufgabe gemeinsam gelöst werden kann.“

Landrat Dreier bezeichnete den Wohnungsbau als eines der zukunftsbestimmenden Themen für die Kommunen. In der Zuzugsregion Landshut sei der Wohnungsmarkt schon seit längerem äußerst angespannt. „Darum brauchen wir vor allem neue Lösungen für das Bauen im Außenbereich, damit zum Beispiel nicht mehr genutzte Bauernhöfe in Wohnraum umgewandelt werden können.“ Der große Nachholbedarf bei der Schaffung von Wohnraum stelle auch die Bauwirtschaft vor Herausforderungen. „Darum können wir uns glücklich schätzen, vor Ort weltweit bekannte Unternehmen dieser Branche zu haben, deren vielseitige Innovationen und Ideen ein Segen für die Bauherren sind.“ Außerdem seien sie als verlässliche Arbeitgeber eine bedeutende Stütze für die wirtschaftliche Stärke des Landkreises.

Um den Kommunen Ansätze für eine Entspannung des Wohnungsmarktes aufzuzeigen, informierten drei Bauexperten über kommunales Bauen. Dr. Heike Piasecki, Leiterin der Münchner Niederlassung des Bauwirtschafsanalysten bulwiengesa, sprach zum Thema „Kostentreiber im Wohnungsbau in Bayern und was Kommunen selbst dagegen tun können“. Der größte Kostentreiber aus Sicht der Bauträger sind laut Piasecki die Zeitverzögerungen in den Genehmigungsverfahren bis zur Erteilung des Baurechts. „Investoren würden sich wünschen, dass die Behörden frühzeitig kommunizieren, wie die Chancen oder Risiken für ihre Projekte stehen“, sagte Piasecki. Es könne viel Zeit und Geld gespart werden, wenn schon in der Ideenphase klare Antworten kommen würden und nicht erst bei einer Bauvoranfrage. „Die Kommunen müssen aber personell, fachlich und auch finanziell in die Lage versetzt werden, diesem Anspruch gerecht zu werden.“ Es reiche nicht, wenn die Politik Wohnbaufördermaßnehmen beschließe, wenn die Genehmigungsbehörden sie nicht umsetzen könnten.

Stefan Feigel vom Landshuter Architekturbüro Feigel-Dumps stellte anhand von Praxisbeispielen über Genossenschaftswohnungen in Landshut und Ingolstadt vor, wie anspruchsvoll und dennoch günstig gebaut werden kann: Die Gebäude müssten einfach strukturiert sein, in allen Geschossen die gleichen Grundrisse und Konstruktionen aufweisen und glatte Fassaden mit einheitlichen Fenstertypen haben. Außerdem sollten Balkone mit dem Rohbau verbunden werden. „Um das einzuhalten, müssen aber auch wir Planer uns stets kritisch hinterfragen.“

Und Helmut Spillmann, geschäftsführender Gesellschafter des Bauunternehmens Kellhuber, zeigte Wege zum günstigen Wohnungsbau mit öffentlicher Förderung auf. „Nur durch steuerliche Anreize für Grundstückseigentümer wird es möglich sein, dass Bauträger und Kommunen künftig an bezahlbaren Baugrund kommen.“ Wenn Grundstücke zur Verfügung stehen, sollten Kommunen von Bauträgern in Wettbewerben Bebauungspläne entwickeln lassen. „Das ist eine gute Basis für kommunale Entscheidungen und kostenbewusstes Bauen.“

Bildtext: Rund 100 Gäste aus Politik, Verwaltung und Bauwirtschaft tauschten sich im Zeughaus darüber aus, was Politiker, Genehmigungsbehörden, Planer und Bauherren noch besser machen können, damit sich die Lage auf dem Wohnungs- und Immobilienmarkt entspannt.

 

Fotos: Michael Bragulla

 

Fachtreffen gegen die Wohnungsnot

Kommunales Wohnungsbaugespräch am 11. Juli im Zeughaus Landshut

 

Die Bauinnung Landshut und der Bayerische Ziegelindustrie-Verband (BZV) veranstalten am Mittwoch, 11. Juli, um 17 Uhr im Zeughaus in Landshut ein Kommunales Wohnungsbaugespräch. Unter dem Motto „Bezahlbarer Wohnungsbau – nachhaltig, wohngesund und kosteneffizient“ diskutieren Claudia Zehentbauer, Obermeisterin der Bauinnung Landshut, BZV-Vorstand Thomas Bader, Oberbürgermeister Alexander Putz und Landrat Peter Dreier mit Vertretern aus Kommunen, Politik und Wirtschaft über die Lage auf dem Wohnungsmarkt und in der Bauwirtschaft. Zusätzlich informieren Bauexperten in kurzen Vorträgen darüber, wie Kommunen günstigen Wohnraum mit hoher Qualität schaffen können.

„Wir haben in Landshut viele erfolgreiche Wohnbaugenossenschaften, die jederzeit bereit sind, weitere Wohnungen zu errichten, wenn die Stadt dafür Grundstücke zur Verfügung stellt“, sagt Bauinnungsobermeisterin Zehentbauer. Eine städtische Wohnbaugesellschaft sei keine Lösung. Denn obwohl es viele solche Gesellschaften in Deutschland gebe, sinke die Zahl der Sozialwohnungen bundesweit immer schneller – allein von 2010 bis 2016 sei sie von fast 1,7 Millionen auf nur noch 1,3 Millionen Wohnungen zurückgegangen. „Dem Sozialwohnungsbau in Landshut ist mit privaten Investoren und den hervorragend arbeitenden Wohnbaugenossenschaften mehr geholfen, als mit der teuren Gründung einer städtischen Gesellschaft.“ Die Stadt müsse vielmehr massiv Bauland ausweisen und versuchen, diese Flächen selbst in die Hand zu bekommen, um die extremen Preisspekulationen einzudämmen. „Nur so können Investoren dazu gebracht werden, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.“ Laut Zehentbauer müssten in Landshut pro Jahr rund 200 Wohnungen mehr gebaut werden, als aktuell entstehen, um die Nachfrage trotz des hohen Zuzugs auf gleichem Niveau zu halten.

BZV-Vorstand Bader nennt den politischen Einfluss auf das Bauen immens. Die Abschaffung des sozialen Wohnungsbaus 2001 und der Eigenheimzulage 2006 hätten wesentlich zur aktuellen Krise auf dem Wohnungsmarkt beigetragen. „Darum sind wir froh, dass die Staats- und die Bundesregierung nun erkannt haben, dass das gesellschaftliche Megathema Bauen nur mit Unterstützung der Politik gemeistert werden kann.“ Vor allem aus dem neu geschaffenen bayerischen Bauministerium erhoffe man sich neue Impulse. Mehr Stabilität für die Bauwirtschaft brächten zum Beispiel steuerliche Regelungen, die den Verkauf von Baugrund für Landwirte attraktiver machen. Außerdem solle den Bauherren die Entscheidung überlassen werden, mit welchen Technologien und Baustoffen die Energieeinsparvorgaben erreicht werden. „Das würde Genehmigungsverfahren beschleunigen, das Bauen günstiger machen und damit den angespannten Wohnungsmarkt zügiger entlasten.“

In der Diskussion um diese Punkte werden Oberbürgermeister Putz und Landrat Dreier ebenso Stellung nehmen wie die Bauexperten, die zuvor über kommunales Bauen informieren. Dr. Heike Piasecki, Leiterin der Münchner Niederlassung des Bauwirtschafsanalysten bulwiengesa, spricht zum Thema „Kostentreiber im Wohnungsbau in Bayern und was Kommunen selbst dagegen tun können“. Stefan Feigel vom Landshuter Architekturbüro Feigel-Dumps stellt anhand von Praxisbeispielen vor, wie anspruchsvoll und dennoch günstig gebaut werden kann. Und Helmut Spillmann, geschäftsführender Gesellschafter des Bauunternehmens Kellhuber, zeigt Wege zum günstigen Wohnungsbau mit öffentlicher Förderung auf.

Weitere Informationen und Anmeldung für Interessierte aus Bauwirtschaft, Politik und Bauverwaltung bei Peter Hülsen, Bereichsleiter Politik & regionale Kommunikation des Bayerischen Ziegelindustrie-Verbands unter Telefon 089/746 616 30 oder per E-Mail unter p.huelsen@ziegel.com.

 

BILDTEXT: 50 Star-Nistkästen gibt der Landschaftspflegeverband (LPV) Landshut kostenlos an die ersten 50 interessierten Bürger aus den LPV-Mitgliedsgemeinden ab, die in einer kleinen Ausstellung im Foyer des Landratsamts ein Formblatt ausfüllen. Das Bild zeigt im Gespräch, von links, Dr. Burkhard Bauer (Landesbund für Vogelschutz, LBV), Landrat Peter Dreier sowie Elisabeth Heilmeier und den Naturschutz-Fachmann Helmut Naneder vom LPV Landshut.

 

Auch bei den Staren herrscht Wohnungsnot

Landschaftspflegeverband gibt 50 Star-Nistkästen aus – Ausstellung im Landratsamt

In der Vogelwelt ist es so ähnlich wie in der Welt der Menschen: Deutschland leidet unter dem Mangel an bezahlbaren Wohnungen, der Star, der „Vogel des Jahres 2018“, noch mehr unter dem Mangel an Nist-Möglichkeiten. Denn in der ausgeräumten Zivilisationslandschaft fehlen zum Beispiel alte Bäume, in deren Hohlräumen sie ihre Gelege einrichten können. Der dramatische Rückgang von Insekten(arten) raubt den Staren zudem die Nahrungsgrundlagen. Man kann höhlenbrütenden Vögeln aber auch helfen, wenn man, wie Landrat Peter Dreier, im eigenen Garten Star-Nistkästen aufstellt. 50 Stück solcher Kästen gibt der Landschaftspflege-Verband (LPV) Landshut in diesen Tagen kostenlos ab.

 

Man muss dazu nur seine Angaben in ein Formblatt eintragen, das im Foyer des Landratsamts in der Ausstellung aufliegt bis einschließlich Mittwoch, 6. Juni, und dann das ausgefüllte Blatt am Empfang abgeben. Im Auftrag des Landschaftspflegeverbands Landshut werden derzeit 50 Nistkästen angefertigt, die den ersten 50 Interessenten kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Eine weitere Voraussetzung ist zu beachten: Interessenten müssen Bürger einer der Mitgliedsgemeinden des LPV Landshut sein.

Menschen, Vögel und andere Tiere haben im Grunde dieselben materiellen Grundbedürfnisse: Die beiden wichtigsten sind Nahrung und Wohnung, sagte Dr. Burkhard Bauer, Vorstandsmitglied beim Kreisverband Landshut des Landesbundes für Vogelschutz (LBV), im Gespräch mit Landrat Peter Dreier sowie mit dem Naturschutz-Fachmann Helmut Naneder und seiner Kollegin Elisabeth Heilmeier vom Landschaftspflegeverband Landshut.

Auf diese Grundbedürfnisse auch der Tierwelt, vor allem aber auf die Gefährdung eines der am weitesten verbreiteten Singvögel Europas und Asiens, macht der LBV mit der kleinen Ausstellung im Landratsamt aufmerksam. Der Bestand an Staren ist in den letzten Jahrzehnten fast um die Hälfte zurückgegangen, erläuterte Dr. Bauer: Der Mensch lege im buchstäblichen ebenso wie im übertragenen Sinne Axt an die Lebensgrundlagen der Stare – aber auch der übrigen Vogelwelt und weiterer ungezählter Tierarten.

In der ausgeräumten Landschaft mit ihren landwirtschaftlich intensiv genutzten Flächen bleibe selten ein alter Baum stehen, Hecken und Sträucher, die Schutz und Nahrung für Vogel bieten, gebe es auch immer weniger, schilderte Dr. Bauer die Misere. Nicht recht viel anders sehe es in ungezählten Gärten um die Wohnhäuser der Menschen aus:

Auf Bürstenlänge gestutzter, monotoner Rasen dominiere, wo früher Natur, Kräutern und Pflanzen freier Wuchs gelassen wurde. Und wer habe schon noch heimische Holunder-, Liguster- oder Schneeball-Sträucher im Garten? Auch die Weidewirtschaft, die Haltung von Rindern auf Wiesen, sei massiv zurückgegangen: Früher haben die Kuhfladen Myriaden von Insekten ernährt – und die wiederum zahlreiche Vogelarten, die ihnen nach oben in der Nahrungskette folgen.

Im Frühling sollten eigentlich die Felder und Wiesen vor Insekten und Vögeln wimmeln. Stattdessen bleibt es immer häufiger verdächtig still, führte Dr. Bauer aus: Selbst in seinem eigenen Garten, in dem er auf beerentragende Gehölze ebenso wie auf eine Vielfalt von heimischen Wiesenpflanzen achte, müsse er beobachten, wie massiv die Zahl der Insekten zurückgegangen ist, legte der frühere Mediziner des Achdorfer Krankenhauses dar.

Vor diesem Hintergrund schlägt der LBV derzeit mit Nachdruck Alarm: Bewusst hat der Verband einen „Allerwelts-Vogel“ (Dr. Bauer) wie den Star ausgewählt, um auf das Elend in der chemikalien-belasteten Umwelt und die Gefahr eines „stummen Frühlings“ aufmerksam zu machen. Die Ausstellung, die derzeit im Foyer des Landratsamts zu sehen ist, ist dabei vor allem für Schulen konzipiert. Der LBV wolle gerade auch die jungen Leute, die ja die Zukunft seien, erreichen mit seinen Informationen, erklärte Dr. Bauer, der dem Landrat für die Gelegenheit dankte, für das LBV-Anliegen im Landratsamts-Foyer zu werben.

Landrat Peter Dreier gab sich als Tierfreund und besonders auch als Freund der Welt der Vögel zu erkennen: Er habe schon viele verschiedene Vogelarten gehalten, aber gegenwärtig viel zu wenig Zeit für das schöne Hobby. Aber dafür biete er mit einem Nistkasten einer Staren-Familie im eigenen Garten die Möglichkeit, jedes Jahr mindestens eine weitere Staren-Generation sicher aufzuziehen.

Helmut Naneder wies darauf hin, dass im Volksmund in Bayern aus gutem Grund von „Starlkästen“ gesprochen wird, wenn man allgemein Nistkästen für Vögel jeder Art meine. Das zeige auch, dass Stare früher überaus zahlreich vorgekommen sind. Er verwies darauf, dass man mit dem Anlegen und Pflegen von artenreichen Streuobst-Wiesen – das sei eine der vielen wichtigen Aufgaben des LPV – gerade auch für viele Vogelarten Nahrungsquellen schaffe.

Naneder schilderte darüber hinaus einige Beispiele für die Intelligenz, aber auch die Originalität vieler Stare: So ahmten die Vögel gerne und mit hohem Geschick Töne nach – vom Telefon-Klingelton bis zu anderen Lauten in der Umwelt wie das Gackern von Hühnern oder das Krähen von Hähnen. Von Staren, die in Afrika überwintert haben, sei zum Beispiel bekannt, dass sie nach ihrer Ankunft in der alten Heimat die Laute von Vogelarten täuschend nachahmen, die sie in ihrem exotischen Winter-Quartier kennengelernt haben. Erst nach einiger Zeit hörten sie dann auf, mit ihren Fremdsprachen-Kenntnissen anzugeben.

 

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Ein harter Job, den auch Vogel-Eltern aufopferungsvoll ausüben: Fütterung der Jungtiere. (Foto: Helmut Naneder)

 

Intelligenz und Originalität werden dem „Vogel des Jahres 2018“ aber letztlich nicht helfen können, wenn seine natürlichen Lebensgrundlagen weiterhin zerstört werden. Damit hat er dann noch eine weitere Gemeinsamkeit mit dem Wesen, auf das die meisten Zerstörungen zurückgehen – dem Menschen.

 

Bildtext: Stellvertretender LB-Werkleiter Felix Graf (Dritter von rechts) führt (von links) Frank Steinberger, Sprecher der Grünen im Landkreis Landshut, Peter Hülsen vom Bayerischen Ziegelindustrieverband, Landtagsabgeordnete Rosi Steinberger und Stefan Gruber, Vorsitzender der Landshuter Grünen- Stadtratsfraktion durch die moderne Mauerziegelproduktion. Im Hintergrund tauschen sich LB-Inhaber Thomas Bader (rechts) und Hedwig Borgmann, Sprecherin der Grünen in der Stadt Landshut, aus.

 

Mit ökologischem Massivbau gegen die Wohnungsnot

Grüne aus Stadt und Landkreis Landshut zum baupolitischen Gespräch bei Leipfinger-Bader

 

Vertreter von Bündnis90/Die Grünen aus Stadt und Landkreis Landshut um die Landtagsabgeordnete Rosi Steinberger und Stefan Gruber, Vorsitzender der Stadtratsfraktion, habensich am Montag bei einem baupolitischen Gespräch am Hauptsitz der Leipfinger-Bader (LB) Ziegelwerke in Vatersdorf mit LB-Inhaber Thomas Bader und Peter Hülsen, Bereichsleiter Politik des Bayerischen Ziegelindustrieverbands, über die aktuelle Lage auf dem Immobilienmarkt und in der Bauwirtschaft ausgetauscht. Ein zentrales Ergebnis: Mit Massivbauweise und mehr Flexibilität für das Erreichen von Energieeinsparvorgaben kann zügig und gleichzeitig ökologisch sinnvoll gebaut werden, um den Wohnraummangel einzudämmen.

„Um die Lage auf dem Immobilienmarkt zu entschärfen, muss die Politik einen Rahmen schaffen, indem schnelleres und günstigeres Bauen möglich ist“, sagte Bader. „Wichtig dafür wäre vor allem, den Bauherren offen zu lassen, wie sie die Werte zur Energieeinsparung erfüllen, anstatt konkrete Bauweisen und Baustoffe vorzuschreiben.“ Gerade der massive Mauerziegel sei ein energetisches und umweltfreundliches Vorzeigeprodukt, das viele Vorteile gegenüber anderen Baustoffen habe.

Durch die Herstellung aus regionalen Rohstoffen ist der Ziegel laut Bader in Sachen Nachhaltigkeit kaum zu übertreffen. Gleichzeitig erfülle er Top-Werte bei Wärmedämmung, Schall- und Brandschutz. Im Vergleich von Baustoffen gehe es auch oft um die CO2-Bilanz bei der Produktion. “Hier müssen wir uns mit unseren energieeffizienten Standorten nicht verstecken.“ Ökologie, verantwortungsvolle Ökonomie und Soziales seien bei Leipfinger-Bader nicht nur Schlagworte. „Das prägt unsere Unternehmenskultur, weil wir seit knapp zehn Jahren schon Ziegel für Passivhausbauweise anbieten, weil wir Aufträge fast ausschließlich an regionale Betriebe vergeben und weil 80 Prozent der Mitarbeiter aus der unmittelbaren Umgebung unserer Werke kommen.“

 

Zum Vergleich von Ziegel- und Holzbauweise erklärte Bader: „Holzbau ist nicht gleich Holzbau. 80 Prozent der Holzhäuser werden in Holzständerbauweise errichtet. Der prozentuale Holzanteil lässt sich hier fast an zwei Händen abzählen.“ Nur ein massives Holzhaus sei in Sachen Ökologie, Schallund Brandschutz mit einem Ziegelhaus vergleichbar.

„Wir vereinen mit einem Ziegel mit 65 Prozent Holzanteil als Dämmstoff sogar beide Bauweisen in einer, sagte Bader. Das zeige, wie intensiv das Unternehmen an der stetigen Verbesserung des Naturprodukts Ziegel arbeite. Ein umwelttechnischer Durchbruch wird laut dem LB-Chef das Ziegelrecycling sein, für das im Werk Puttenhausen bei Mainburg gerade die weltweit erste Anlage entsteht. „Als erstes Unternehmen der Baustoffindustrie bieten wir ab Herbst einen vollständig geschlossenen Rohstoffkreislauf an. Dabei können zum Beispiel die Dämmstoffe vollständig wiederverwertet und für neue Ziegel genutzt werden.“

MdL Rosi Steinberger lobte die Umweltanstrengungen des Betriebs: „Der funktionierende Rohstoffkreislauf ist eine der großen Zukunftsfragen. Der Umgang mit unseren Ressourcen ist ein existenzielles Thema für Politik und Gesellschaft. Es ist toll, dass Leipfinger-Bader hier Vorreiter ist.“ Was die bewusste Auswahl des Baustoffes durch Bauherren angehe, sei noch mehr Aufklärung notwendig: „Viele Menschen möchten ökologisch bauen, sind aber mit der Vielfalt des Angebots überfordert.“

Über die Leipfinger-Bader Ziegelwerke

Leipfinger-Bader ist ein in fünfter Generation produzierendes Familienunternehmen mit Sitz in Vatersdorf bei Landshut und eines der führenden Unternehmen der deutschen Baustoffindustrie. Rund 200 Mitarbeiter stellen jährlich Ziegel für etwa 6.000 Wohneinheiten her. Neben dem Stammwerk in Vatersdorf gibt es weitere LB-Werke in Puttenhausen bei Mainburg und Schönlind bei Amberg. Von den drei Standorten aus gehen innovative und ökologisch nachhaltige Produkte wie Ziegel mit integriertem Schall- und Wärmeschutz auf Baustellen in ganz Deutschland.

Das Unternehmen bildet eigene Nachwuchskräfte in den Berufen Industriemechaniker, Industrieelektriker und Industriekaufmann/-frau aus. Für den Ausbildungsbeginn 2018 sind noch freie Lehrstellen zu besetzen.

 

Innerhalb von weniger als 12 Stunden nach der Anhörung hatte die CSU-Stadtratsfraktion bereits begonnen den aus den gewonnenen Erkenntnissen gebotenen Antrag zu entwerfen. Kurz vor 14.00 Uhr wurde er bereits beim Oberbürgermeister vorgelegt:

An den

Stadtrat der

Stadt Landshut

ANTRAG
Der Stadtrat möge beschließen :

Die Ver waltung wird gebeten, im nächst möglichen Plenum einen Situationsbericht zum Thema Obdachlosigkeit in der Stadt Landshut zu erstellen, insbesondere die Situation Nikolausheim, Leerstände städtischer Imm obilien, statistische Daten bezüglich der betroffenen Personen, soweit möglich, sind darzustellen.

Es sollen Maßnahmen vorgeschlagen werden, um eine gebotene Verbesserung der Situation zu erreichen.

Die Möglichkeiten zur Erlangung entsprechender För dermittel sind abzufragen.

Die Schaffung einer zentralen Koordinierungs – und Anlaufstelle soll geprüft werden.

Die Erstellung einer „ Sozialfibel “ als Ratgeber und Übersicht für Hilfeleistungen im Bereich Obdachlosigkeit und Wohnungssuche wird angeregt.

BEGRÜNDUNG

Die CSU – Fraktion möchte die Informationen des CSU – Forums beziehungsweise Hearings vom 4.12.2017, an dem auch der Oberbürgermeister teilnahm, gezielt und gründlich angehen, wo bei die wesentlichen Erkenntnisse seitens der Verwaltung über die in Landshut vorliegenden Verhältnisse hinsichtlich Obdachlosigkeit , Wohnungsnot und Unterbringung eine wichtige Voraussitzung bilden, um erforderliche Lösungen zu erarbeiten.

Für die CSU-Fraktion:

gez. Rudolf Schnur          gez. Dr. Dagmar Kaindl        gez. Ludwig Zellner        gez. Maximilian Götzer

Leserbrief zum Interview “Alle müssen helfen – nicht jedem können wir helfen” (Wochenblatt Regensburg, 5. August 2015, Seite 3)

Zum zweiten Mal binnen kurzer Zeit – zuletzt beim Arbeitnehmerempfang vor dem 1. Mai 2015 – schwadroniert SPD-OB Wolbergs vom “deutschen Tätervolk“. In freien Wahlen haben die Nazis jedoch nie die Mehrheit bekommen, und an den Verbrechen hat sich nur eine Minderheit beteiligt. Wolbergs tritt damit zudem das Andenken des deutschen Widerstands mit Füßen, der 1939 (Elser) und 1944 (Stauffenberg) beinahe Hitler getötet hätte. Zehntausende Kommunisten, Sozialisten, Sozialdemokraten und Gewerkschafter leisteten Widerstand und bezahlten oft mit ihrem Leben dafür. Der rechte Sozialdemokrat Wolbergs leugnet dies indirekt durch seinen Kollektivschuld-Vorwurf, was ungeheuerlich ist.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Martin Hohmann verlor für sein unsägliches Gerede vom “jüdischen Tätervolk” sein Ansehen und alle Posten – zurecht! Stellen wir uns vor, jemand würde vom “portugiesischen Tätervolk” oder “spanischen Tätervolk” salbadern, wegen der weitgehenden Ausrottung der lateinamerikanischen Ureinwohner, oder vom US-amerikanischen “Tätervolk”, wegen des Völkermords an den Indianern, usw.: Wer so etwas unternähme, würde zurecht in die äußerste rechte Ecke gestellt, womöglich sogar als Volksverhetzer angeklagt und verurteilt. Was reitet Herrn Wolbergs, dass er wiederholt zu solchen üblen rassistischen Ausfällen gegen ein ganzes Volk neigt?

Nun, die gleiche Motivation wie 1999: Er missbraucht den Nationalsozialismus für niedere politische Ziele. 1999 hat Wolbergs sich öffentlich hinter den Kosovo-Krieg von SPD und GRÜNEN gestellt, der mit der dreisten revisionistischen Lüge begründet würde, man müsse “Auschwitz im Kosovo” verhindern. Heute fällt OB Wolbergs und seiner SPD auf die Füße, dass sie – obwohl seit 2008 in der Regensburger Stadtregierung vertreten – so gut wie nichts für sozialen Wohnungsbau gemacht haben. Die Wohnungsnot in Regensburg führt nun zur Hilflosigkeit der Politik angesichts der Flüchtlingsströme. Da lenkt ein “Entlastungsmanöver” wie das vom “deutschen Tätervolk” elegant vom Versagen der SPD ab.

Der Verfasser des Leserbriefes ist der Redaktion bekannt.