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Wildtiere

Deutsche Wildtier Stiftung

Die Deutsche Wildtier Stiftung rät, zur Zeitumstellung noch vorsichtiger zu fahren

Wildunfälle passieren im Bruchteil einer Sekunde: Gerade ist die Straße noch frei – und plötzlich läuft Ihnen völlig überraschend ein Wildtier vor das Auto! Der Zusammenprall – zum Beispiel mit einem Rothirsch – mit über 200-Kilo-Lebendgewicht kann für die Insassen und das Tier tödlich ausgehen. Gerade wenn die Uhren, wie am 25. Oktober, wieder auf die Winterzeit zurückgestellt werden, steigt das Risiko für Wildunfälle. Abends wird es früher dunkel. Der Feierabend-Verkehr verstärkt sich gerade in der Dämmerung. „Genau dann sind Wildtiere besonders aktiv“, sagt Dr. Andreas Kinser von der Deutschen Wildtier Stiftung. „Nur wenn Sie am Steuer richtig reagieren, können Sie das Schlimmste verhindern.“

Besondere Vorsicht gilt auf Straßen, die durch Wälder führen oder entlang von Waldrändern. Die Statistik belegt: Jährlich verenden in Deutschland etwa 230.000 Wildtiere im Straßenverkehr, davon über 190.000 Rehe. Dabei wurden rund 3.000 Menschen verletzt und 27 Menschen getötet. Die Versicherungen beziffern den Sachschaden auf eine halbe Milliarde Euro. Und in der Statistik taucht nur das so genannte Schalenwild, also Rehe, Rot- und Damwild und Schwarzwild auf! Hasen, Füchse, Dachse oder gar Haustiere sind nicht erfasst.
Die Gefahr, mit einem Wildtier zu kollidieren, nimmt im Herbst deutlich zu! „Wildtiere haben eine biologische Uhr im Kopf“, erklärt Kinser. „Sie verlassen bei Einbruch der Dämmerung ihre Deckung und gehen auf Nahrungssuche.“

Die Deutsche Wildtier Stiftung rät allen Verkehrsteilnehmern:
* 1. Erkennen Sie Gefahren-Zonen: Neben den Warnschildern „Achtung Wildwechsel“ sind Unfallschwerpunkte oft durch blaue Reflektoren an Begrenzungspfählen gekennzeichnet. Häufig werden Orte, an denen Wildunfälle passiert sind, durch farbige Dreibeine markiert.
* 2. Fahren Sie bremsbereit. Behalten Sie die Straßenränder im Auge, reduzieren Sie das Tempo.
* 3. Machen Sie sich klar, worauf achten müssen: Tier-Silhouetten oder reflektierende Augenpaare bedeuten Gefahr!
* 4. Halten Sie ausreichend Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug.
* 5. Wenn ein Tier auftaucht, bremsen Sie so stark, wie es der nachfolgende Verkehr zulässt. Blenden Sie die Scheinwerfer ab.
* 6. Hat bereits ein Tier die Straße überquert, rechnen Sie mit Nachfolgern!
* 7. Ausweichmanöver können zu schwersten Unfällen führen. Lässt sich eine Kollision nicht vermeiden, halten Sie das Steuer fest und bleiben Sie auf Ihrer Fahrbahnseite.

Kommt es trotzdem zu einem Wildunfall, halten Sie an, markieren Sie die Unfallstelle mit Warndreieck und Warnblinker und informieren Sie die Polizei. „Die schaltet den zuständigen Jäger oder Förster ein und stellt für die Versicherung eine Wildschadensbescheinigung aus“, sagt Andreas Kinser. „Verwundete Tiere nicht anfassen! Berührungen sind ein zusätzlicher Stressfaktor für das Wild und können Panik auslösen.“ Totes Wild darf nie mitgenommen werden. Das erfüllt den Tatbestand der Wilderei.
Ist das Tier nicht am Unfallort auffindbar, muss der Autofahrer trotzdem die Polizei informieren und die Unfallstelle so gut wie möglich beschreiben. „Ein angefahrenes Tier schleppt sich selbst mit gebrochenem Rückgrat noch viele Meter weiter, um dann nach Tagen qualvoll zu verenden“, erklärt Kinser. “Mit einem dafür ausgebildeten Jagdhund kann der Jäger das Wild aufspüren und von einem langen Leiden erlösen.“


20.05.2013 12:03

Wiesen werden jetzt zu Wildtier-Friedhöfen

Eva Goris Kommunikation
Deutsche Wildtier Stiftung

Deutsche Wildtier Stiftung: Die erste Mahd fordert viele hunderttausend Opfer

Überall in Deutschland hat jetzt auf landwirtschaftlich genutzten Grünlandflächen die Mähsaison begonnen. Für den Nachwuchs vieler Tierarten ist das der Beginn des großen Sterbens: Knapp die Hälfte der rund fünf Millionen Hektar Grünland werden ausschließlich als Wiesen genutzt, auf denen Heu und Grassilage als Futter geerntet werden. Diese Flächen werden in den nächsten Wochen zum größten Wildtier-Friedhof Deutschlands!

Unter den rotierenden Messern der Mähwerke finden neben stark bedrohten Wiesenvögeln wie Kiebitz, Uferschnepfe und Großer Brachvogel, auch Rehkitze und Junghasen ein grausames Ende. „Denn gerade mitten in der Brut- und Aufzuchtzeit vieler Tierarten liegt die erste Mahd“, sagt Eva Goris, Pressesprecherin der Deutschen Wildtier Stiftung. „Scharfe Messer des Mähwerks zerschmettern die Gelege der am Boden brütenden Vogelarten, verstümmeln oder töten Rehkitze und junge Feldhasen, die sich vor der heran nahenden Gefahr ducken.“

Landwirte und Agrarpolitiker müssen endlich handeln, um diesen unerträglichen Verstoß gegen den Tierschutz zu beenden. „Statt Agrarsubventionen per Gießkanne zu verteilen, sollten gezielt Landwirte gefördert werden, die bei der Mahd von Wiesen auf den Arten- und Wildtierschutz Rücksicht nehmen“, fordert Goris. Das sicherste Mittel ist nach wie vor, den Zeitpunkt der ersten Mahd auf Ende Juni oder Anfang Juli zu verschieben. Damit verbundene Einbußen sollten den Landwirten honoriert werden. Das Wirtschaften mit der Natur funktioniert, zeigt die Deutsche Wildtier Stiftung in Wildtierland Gut Klepelshagen im südöstlichen Mecklenburg-Vorpommern. Die Mahd auf dem Gut wird kompromisslos gehandhabt: Wiesen werden konsequent erst nach dem 1. Juli gemäht. „Damit haben am Boden brütende Vögel, Junghasen und Rehkitze die Chance, ihre ersten Lebenswochen ungefährdet zu verbringen“, sagt Eva Goris. Darüber hinaus wird auf dem Gut nicht flach am Boden gemäht, um Amphibien zu schonen. Außerdem werden die Wiesen von innen nach außen gemäht, um dem Wild die Flucht zu erleichtern. Wie sonst durchaus üblich wird in Klepelshagen nie bei Dunkelheit gemäht.
Landwirte können helfen, Wildtiere vor dem Mähtod zu bewahren. Tipps für den Wildtierschutz hat die Deutsche Wildtier Stiftung im Praxis-Ratgeber „Stoppt den Mähtod“ zusammengefasst.

Der Praxis-Ratgeber „Stoppt den Mähtod“ ist bei der Deutschen Wildtier Stiftung erhältlich. Informationen sind auf www.DeutscheWildtierStiftung.de verfügbar.