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Wasser

Leitungswasser wird in Deutschland größtenteils aus Grundwasser gewonnen. Obwohl wir vor hohen Nitratkonzentrationen im Grundwasser warnen, gilt dies nicht für das Trinkwasser. Die Wasserversorger bereiten das Wasser entspre- chend den gesetzlichen Anforderungen auf. Das ist technisch möglich, macht sich aber auch im Preis bemerkbar.

Leitungswasser wird stärker kontrolliert als Mineralwasser.

Die Wasserversorger müssen ihr Leitungswasser regelmäßig auf 46 chemische Stoffe untersuchen lassen. Dagegen fehlen bei Mineralwasserherstellern viele Grenzwerte. Die derzeit gültige Mineralwasser – und Tafelwasserverordnung, die es bereits seit 1984 gibt, sieht nur für 16 Stoffe Untersuchungen vor. Im Gegensatz zum Leitungswasser gibt es z.B. keine vorgeschriebenen Untersuchungen auf Uran, Fungizide, Herbizide und organische Chlorverbindungen. Das Lei- tungswasser wird dementsprechend viel besser kontrolliert als das Mineralwasser.

Leitungswasser kommt per Rohrleitung direkt bis in die Küche. Flaschenwasser, das im Supermarkt steht, wird dagegen häufig über lange Strecken mit LKWs transportiert. Es wird unnötig viel Diesel verbraucht und die Umwelt belastet.

Außerdem kostet Mineralwasser unnötig viel Geld. Pro Jahr kom men, je nachdem welches Mineralwasser Sie trinken, ein paar hundert Euro pro Person zusammen.

Häufig werden wegen des Gewichtes und der Stabilität Plas- tikflaschen gekauft. Mineralwasser schmeckt dadurch oft nach Acetaldehyd, das bei der Herstellung von Kunststoff entsteht und von den Flaschen ins Wasser übergehen kann.

Zudem entsteht viel Müll, der vermeidbar ist. Mehrwegflaschen produzieren zwar nicht ganz so viel Müll, müssen aber auch hergestellt und gereinigt werden.

Falls Sie mehr über die Qualität Ihres Leitungswassers wissen wollen, schauen Sie auf der Homepage ihres Wasseranbieters nach oder rufen Sie dort an. Besonders wenn Sie Säuglings- nahrung damit zubereiten wollen, ist es wichtig, dass die Nitratkonzentration niedrig liegt.

Wir raten Ihnen, immer frisches, kaltes Wasser zum Trinken zu nutzen. Lassen Sie das Standwasser abfließen. Sie können es stattdessen zum Bewässern von Topfpflanzen nutzen.

Um Keimen vorzubeugen, sollten Sie die Fla- schen, in denen Sie das Leitungswasser aufbewahren, regelmäßig reinigen. Außerdem raten wir Ihnen, den Perlator in Ihrer Küche regelmäßig abzuschrauben und zu entkalken. Der Perlator ist der Luftsprudler, welcher sich am Ausgang des Wasserhahns befindet. Dort können sich ebenfalls Bakterien ansammeln.

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Quelle:    VSR-Gewässerschutz e.V

                 Egmondstr.5,  47608 Geldern
www. VSR-Gewässerschutz.de

 

 

Bilder: Die Zufahrtsrampe am Ludwigswehr wurde teilweise weggespült.

Wassermassen spülen Rampe an Ludwigswehr-Baustelle teilweise weg –
Hochleistungspumpe wird vorsorglich in Mitterwöhr aufgestellt

Die langanhaltenden Niederschläge im Einzugsgebiet der Isar zeigen erste Folgen für die Baustelle am Ludwigswehr: Die Wassermassen der Isar haben die Zufahrtsrampe für die Baufahrzeuge am Ludwigswehr teilweise weggespült. Bereits in der Nacht von Montag auf Dienstag war das Wasser über die Wehrklappen geschwappt. Die Wehrklappen des Maxwehrs waren zwar lange vorher geöffnet, sodass der größte Teil des Isarwassers ungehindert weiterfließen konnte. Wegen des weiter ansteigenden Isarwasserstands mussten am Dienstagmittag schließlich zwei Wehrklappen des Ludwigswehrs geöffnet werden, damit der Isarpegel im Stadtgebiet nicht noch weiter ansteigt. Der Wasserstand am Pegel Birket überschritt am Dienstag bereits die Meldestufe 1.

Sobald sich das Wetter beruhigt hat und der Wasserstand wieder abgesunken ist, wird die Kiesrampe wieder instand gesetzt. Auch die sogenannten Bigbags zum Abdichten der Tosbecken müssen erneut platziert werden. Die Stadtwerke gehen nach einer ersten Schätzung von rund 50.000 Euro Schaden aus. Da die Rampe sich im natürlichen Gewässer befindet, besteht sie aus Kies. Dadurch ist allerdings das Risiko naturgemäß hoch, dass sie bei Hochwasser weggespült wird.

Die Sanierung des Ludwigswehrs läuft seit Mitte März unter Federführung der Stadtwerke Landshut. Bis in den späten Herbst werden die drei Wehrklappen ausgetauscht, die Wehrpfeiler mit neuer Maschinentechnik ausgerüstet sowie die Tosbecken auf der Unterwasserseite saniert. Durch die Instandsetzung der Rampe rechnen die Projektleiter der Stadtwerke nach ersten Einschätzungen mit einer Bauzeitenverschiebung von etwa zwei bis drei Wochen.

Vorsorglich Hochwasserpumpe in Mitterwöhr

Vorsorglich platzieren die Stadtwerke voraussichtlich am Mittwochvormittag eine Hochleistungspumpe an der Troppauer Straße. Falls zu den hohen Isarwasserständen nochmals Starkregenereignisse wie ein Gewitter oder Platzregen auftreten sollten, ist der freie Abfluss des mechanisch gereinigten Wassers aus dem Ableitungskanal von der Breslauer Straße wegen des hohen Isarwasserstands stark eingeschränkt. Die Isar drückt bei Hochwasser gegen die Auslaufklappe.

Sofern die Wetterlage sich stabilisiert, wird die Pumpe bestenfalls ohne Einsatz wieder abgebaut. Sollte ein jedoch ein Starkregenereignis bei anhaltend hohem Isarpegel eintreten, saugt die Pumpe einen Teil des zu vielen Wassers aus dem Ableitungskanal in 3,50 Meter Tiefe an und pumpt es über vier Druckleitungen direkt neben dem Auslaufbauwerk in die Isar – 300 Liter pro Sekunde schafft die Pumpe.

Medikamenten-Entsorgung: Verbraucherwissen mangelhaft

Dr. Nicola Schuldt-Baumgart Wissenskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung

Arzneimittelrückstände im Wasser sind ein weltweites Umweltproblem. Auch in Deutschland werden mehr als 150 verschiedene Wirkstoffe in nahezu allen Gewässern nachgewiesen, bis hin zum Grund- und Trinkwasser. Die Spurenstoffe aus Schmerzmitteln, Antibiotika, blutdrucksenkenden Mitteln oder Psychopharmaka stammen meist aus häuslichen Abwässern – doch viele Verbraucher wissen gar nicht, dass sie die Verursacher sind. Eine repräsentative Befragung des ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung hat große Wissenslücken im Umgang mit Arzneimitteln ausgemacht.

Es ist ein unerwünschter Nebeneffekt beim Gebrauch von Medikamenten: Der Wirkstoff wird nicht vollständig vom Körper abgebaut und über den Urin direkt oder als Abbauprodukt wieder ausgeschieden. Über das Abwasser fließen die Arzneimittelwirkstoffe in die Kläranlagen, wo die Vielzahl an chemischen Verbindungen nicht vollständig entfernt werden kann. Mit dem Ablauf aus den Kläranlagen in die Flüsse und Seen finden die Rückstände so wieder zurück in die Umwelt und den Wasserkreislauf. „Knapp der Hälfte der 2000 vom ISOE befragten Deutschen ist überhaupt nicht bekannt, dass allein schon durch die Einnahme von Medikamenten Spurenstoffe in den Wasserkreislauf gelangen“, sagt ISOE-Forscher Konrad Götz. „Erstaunt haben uns bei der Befragung aber vor allem die großen Wissenslücken bei der richtigen Entsorgung von flüssigen Medikamentenresten.“

Wissenslücke Arzneimittelrückstände – Risiken für die Umwelt

47 Prozent der Deutschen entsorgen flüssige Medikamentenreste falsch, nämlich über die Spüle oder die Toilette. „Damit hat sich die Wissenslücke bestätigt, die wir bei einer ähnlichen Befragung 2007 festgestellt haben“, sagt Konrad Götz. Laut einer Medienanalyse des ISOE werde der richtige Umgang mit Spurenstoffen zwar häufig thematisiert, beim Verbraucher komme das aber seit Jahren nicht richtig an. „Nur 15 Prozent der VerbraucherInnen entsorgen ihre Medikamente richtig, das heißt – entsprechend der von der Bundesregierung empfohlenen Praxis – über den Restmüll“, sagt Konrad Götz. Der Restmüll wird heute nicht mehr auf Deponien gelagert, sondern verbrannt. Dadurch ist die vollständige Zerstörung der Wirkstoffe gewährleistet. „Die Entsorgung über den Hausmüll ist deshalb derzeit zwar der umweltfreundlichste Weg – weil viele Verbraucher das nicht wissen, ist es aber genaugenommen nur der zweitbeste“, folgert Götz. „Am verbraucherfreundlichsten wäre es, zur alten Praxis zurückzukehren.“ Bis 2009 konnten Medikamente in den Apotheken zurückgegeben werden, wo sie professionell entsorgt wurden.

Patienten wünschen sich umweltfreundliche Alternativen

Denn wenn die Wirkstoffe in den Wasserkreislauf gelangen, können sie Tier- und Pflanzenwelt gefährlich werden: Hormonreste der „Pille“ haben nachweislich zur Verweiblichung männlicher Fische beigetragen. Auch sind Nierenschäden bei Fischen durch das schmerzstillende Mittel Diclofenac beobachtet worden sowie Verhaltensänderungen durch Psychopharmaka. „Um mögliche Gefahren für die Umwelt zu verhindern, muss endlich eine wirksame Informationskampagne zur Entsorgung durchgeführt werden“, ist sich ISOE-Forscher Götz sicher. Wichtig sei aber auch, dass sich Ärzte über die Problematik von Medikamentenresten im Wasser und über umweltfreundliche Medikamentenalternativen informieren. Vonseiten der Patienten sei die Bereitschaft da: Fast 90 Prozent der Befragten wünschen sich von ihrem Arzt – bei gleicher Wirksamkeit – umweltfreundliche Alternativangebote.

Die Repräsentativbefragung zur Medikamenten-Entsorgung wurde im Projekt „TransRisk – Charakterisierung, Kommunikation und Minimierung von Risiken durch neue Schadstoffe und Krankheitserreger im Wasserkreislauf“ durchgeführt. TransRisk wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) innerhalb des BMBF-Schwerpunktes „Risikomanagement von neuen Schadstoffen und Krankheitserregern im Wasserkreislauf“ (RiSKWa) gefördert. Die Projektleitung liegt bei Prof. Thomas Ternes, Bundesanstalt für Gewässerkunde, Koblenz.

ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung, Frankfurt am Main

Das ISOE gehört zu den führenden unabhängigen Instituten der Nachhaltigkeitsforschung. Seit 25 Jahren entwickelt das Institut wissenschaftliche Grundlagen und zukunftsfähige Konzepte für Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft – regional, national und international. Zu den Forschungsthemen gehören Wasser, Energie, Klimaschutz, Mobilität, Urbane Räume, Biodiversität sowie Bevölkerungsentwicklung und Versorgung.

Ansprechpartner:

Dr. Konrad Götz
ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung
Tel. +49 69 707 69 19-21
goetz@isoe.de

Pressemitteilung

München, 25. September 2013

PM 356/13

Huber: Wasser ist Leben – Lagebericht dokumentiert große Erfolge beim Gewässerschutz in Bayern

 

Bayern ist bei der Qualität der Abwasserreinigung im deutschland- und europaweiten Vergleich in der Spitzengruppe. Das betonte der Bayerische Umweltminister Dr. Marcel Huber bei der Vorstellung des aktuellen Lageberichts: “Die vom Freistaat seit Jahrzehnten betriebene konsequente Gewässerschutzpolitik zeigt große Erfolge. Der gemeinsame Einsatz von Freistaat und Kommunen beim Gewässerschutz lohnt sich: Alle großen Seen Bayerns haben Badegewässerqualität. Durch die hohe Reinigungsleistung der bayerischen Kläranlagen haben rund drei Viertel der Fließgewässer in Bayern bei der organischen Belastung einen guten oder sehr guten Zustand.” Im Freistaat werden 2.636 kommunale Kläranlagen mit einer Gesamtausbaugröße von insgesamt rund 26,8 Millionen Einwohnerwerten betrieben. Die Kommunen haben dafür in den vergangenen 60 Jahren rund 34 Milliarden Euro investiert. Der Freistaat gewährte Fördermittel in Höhe von 8,7 Milliarden Euro. Die Anlagen reinigen im Jahr mehr als 1,5 Milliarden Kubikmeter Abwasser – das entspricht in etwa der Füllmenge des Ammersees. Der Anschlussgrad der bayerischen Bevölkerung an öffentliche Abwasseranlagen stieg seit 1990 von 87,5 Prozent auf heute knapp 97 Prozent – damit sind rund 12 Millionen Einwohner des Freistaats an eine kommunale Kläranlage angeschlossen. Etwa 3 Prozent der Einwohner behandeln das Abwasser in Kleinkläranlagen. Huber: “Seit 2003 wurden etwa 172 Millionen Euro für den Bau und die Nachrüstung von Kleinkläranlagen bewilligt. Damit ist Bayern Spitzenreiter bei der Förderung von Kleinkläranlagen.” Die Reinigungsleistung der in Bayern betriebenen Anlagen liegt im europäischen Vergleich im Spitzenfeld und beträgt bei Stickstoff etwa 78 Prozent, bei Phosphor sogar rund 87 Prozent.

Huber kündigte gleichzeitig ein weiterhin konsequentes Vorgehen beim Gewässerschutz an: “Bayerisches Wasser ist ein Premiumprodukt. Bei den erreichten Erfolgen dürfen wir deshalb nicht stehenbleiben. Der Freistaat wird zusammen mit den Kommunen auch in Zukunft den Gewässerschutz mit Nachdruck verfolgen.” Besondere Schwerpunkte im Bereich der kommunalen Abwasserbeseitigung sind zukünftig die Energieeffizienz in der Abwasserbeseitigung, die weitere Verbesserung der Behandlung von Regenwasser und Optimierung und Substanzerhalt bestehender Abwasseranlagen. Aktuelle Studien zeigen, dass durch innovative und moderne Abwasseranlagen zwischen 2008 und 2010 bereits elf Prozent der Energie eingespart und zwölf Prozent mehr eigene Energie produziert werden konnten. Huber: “High-Tech-Kläranlagen reinigen nicht nur nach höchsten Umweltstandards. Die Betreiber können gleichzeitig Kosten sparen. Damit werden die Ressourcen, das Klima und die Finanzen der Bürger geschont.”

Mit dem Lagebericht 2012 informiert Bayern zum achten Mal über den Gewässerschutz im Freistaat. Gemäß der EU-Kommunalabwasserrichtlinie muss der Kommission alle zwei Jahre über den Stand der Abwasserbeseitigung berichtet werden. Der Bericht steht im Internet-Angebot des Bayerischen Landesamts für Umwelt zur Verfügung:http://www.lfu.bayern.de/wasser/abwasseranlagen_emissionen/index.htm.

 

 

 

 

Experten weisen Medikamenten-Cocktail in Alster-Zuflüssen nach

 

 

Hamburger Abendblatt

http://www.abendblatt.de/hamburg/wandsbek/article118914131/

 

Arzneimittel-Müll belastet Alster-Zuflüsse

 

Medikamentenrückstände in den Alster-Zuflüssen – Experten weisen 17 Wirkstoffe nach. Schmerzmittel, Betablocker, Antibiotika – Werte häufig doppelt so hoch wie die EU-Norm

 

Von Edgar S. Hasse

 

Hamburg. In der Alster und den kleinen Flüssen Ammersbek, Kollau und Osterbek schwimmen nicht nur Algen und Fische, sondern Reste von Schmerzmitteln, Betablockern, Antidepressiva und Antibiotika. Und das schon seit Jahren. Fast eine ganze Apotheke kommt da zusammen, wie Abendblatt-Recherchen jetzt ergeben haben. Allein in der Ammersbek hat das Institut für Hygiene und Gesundheit 17 Medikamenten-Wirkstoffe kontinuierlich nachgewiesen – vom Lipidsenker bis zum Röntgenkontrastmittel.

 

Verursacher ist der Mensch, der viele Medikamente schluckt, biologisch nicht aufgenommene Substanzen ausscheidet und darüber hinaus Pillen unsachgemäß in die Toilette kippt. Aus diesen Gründen liegt die über einen langen Zeitraum gemessene Arzneimittel-Konzentration im Einzugsgebiet der Alster über der EU-Qualitätsnorm. Besonders auffällig ist das beim Schmerzmittel Diclofenac.

Während die EU-Umweltqualitätsnorm im Jahresdurchschnitt bei 0,1 Mikrogramm/Liter liegt, wurden bei der Einmündung der Ammersbek in die Alster 0,2 Mikrogramm gemessen. Zum Vergleich: In der Elbe bei Seemannshöft sinkt der Wert auf 0,05 Mikrogramm. Politiker und Naturschützer sind nun alarmiert. Nabu-Gewässerschutz-Experte Eike Schilling: “Die relativ hohen Konzentrationen können die Fische schädigen.” Und der Alstertaler CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Thilo Kleinbauer fordert dringend weitere Sachinformationen. “Da schwimmt schließlich ein ganzer Medikamenten-Cocktail.” Er sehe aber keinen Grund, in Panik zu verfallen.

 

Dass dieses Thema jetzt an Brisanz in der Politik gewinnt, hängt mit den Volksdorfer Teichwiesen zusammen. Seit einigen Jahren haben sie mit schlechter Wasserqualität zu kämpfen – zu viele Nährstoffe und zu viele Algen. Bei näheren Untersuchungen wurden nicht nur Nitrate, sondern offenbar auch Rückstände von Arzneimitteln entdeckt. Um der Sache auf den Grund zu gehen, befasst sich am Dienstag der Umweltausschuss der Wandsbeker Bezirksversammlung in öffentlicher Sitzung mit dem Thema “Arzneimittel im Alstereinzugsgebiet”. Ein Experte soll die Abgeordneten auf den neuesten Stand der Dinge bringen. “Zu diesem Thema sind wir aufgrund der Belastung der Volksdorfer Teichwiesen gekommen”, erklärt Claudia Simon (SPD), Vorsitzende des Umweltausschusses. “Dabei erfuhren wir nebenbei, dass hier auch Medikamente eine Rolle spielen.”

 

Tatsächlich sind bundesweit viele Gewässer mit den Rückständen von Arzneimitteln mehr oder weniger stark belastet. “Arzneimittel”, sagt Udo Rohweder vom Hamburger Institut für Hygiene und Umwelt, “treten in nahezu allen Fließgewässern auf.” Und das mit Langzeitwirkung. So zeigte eine mehrjährige Untersuchung am Rhein, dass durchschnittlich 25 Prozent der jährlich verwendeten Durchschnittsmenge der 20 am häufigsten gemessenen

Arznei- und Röntgenkontrastmittel die deutsch-niederländische Grenzmessstelle Lobith passiert.

 

Nabu-Gewässerschutz-Experte Eike Schilling steht am Ufer der Alster und zeigt sich besorgt. “Hier wurde gleich eine Reihe von Grenzwerten gerissen”, sagt er und verweist auf den Verstoß bei Diclofenac gegen eine Umweltqualitätsnorm der EU-Kommission vom Januar 2012. Gerade bei diesem Schmerzmittel hätten Experten nachgewiesen, dass bereits vergleichsweise geringe Konzentrationen wichtige Organe der Fische wie Leber, Niere und Kiemen teilweise stark schädigen können. “Auch wirken sich die Substanzen schädlich auf die Fortpflanzung von Organismen aus.” Zudem könnten durch die ständigen Arzneimitteleinträge Wasserpflanzen-Arten dezimiert werden. Sechs Medikamentenwirkstoffe wurden in der Alster gemessen, darunter mehrere Röntgenkontrastmittel und Lipidsenker. Ob er denn noch Fische aus der Alster essen würde? “Ja”, sagt Schilling, “aber nicht jeden Tag.” Was den Naturschützer besonders überrascht, ist die Tatsache, dass im Einzugsgebiet Klärwerke fehlen. Deshalb müsse jetzt genau nach der eigentlichen Ursache der Verunreinigungen gesucht werden.

 

Grundsätzlich sind die meisten Klärwerke in der Lage, das Abwasser in drei Stufen zu filtern. Dennoch lassen sich bundesweit rund 100 Arzneimittel im Abwasser nachweisen. Eine gesundheitliche Gefährdung für den Menschen sieht das Umweltbundesamt dennoch nicht. “Trinkwasserhygienisch sind diese Spuren zwar unerwünscht, für den Menschen besteht dadurch aber keine Gesundheitsgefahr.” Auch in der Umweltbehörde heißt es, die seltenen Befunde von Arzneistoffen im Trinkwasser seien “sehr weit unter therapeutischen Dosen”. Welche kleinen Gewässer darüber hinaus mit Arzneimitteln belastet sind, ist öffentlich noch nicht bekannt. In der Umweltbehörde hieß es lediglich, das Alstereinzugsgebiet werde ebenso wie andere Oberflächengewässer in Hamburg auf Arzneistoffe untersucht.

 

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Pressemitteilung

München, 08. Mai 2013

PM 131/13

Huber: Kein Fracking mit gefährlichen Substanzen

Der Einsatz von grundwassergefährdenden Stoffen zur unkoventionellen Gasförderung durch Fracking muss verboten bleiben. Dies erklärte der Bayerische Umweltminister Dr. Marcel Huber anlässlich der Pläne der Bundesregierung für eine bundesweit einheitliche Regelung. „Solange die Risiken des Einsatzes chemischer Substanzen beim Fracking nicht abschätzbar sind und negative Folgen für Mensch und Natur nicht ausgeschlossen werden können, darf diese Technik nicht zur Anwendung kommen“, betonte Huber. „Es muss ein bindendes Moratorium gelten solange die Umweltgefahren nicht geklärt sind.“ Huber fordert deshalb eine entsprechende Klarstellung. Es müsse klar sein, dass dies kein Gesetz für Fracking, sondern ein Gesetz gegen Fracking sei, solange bis die Unbedenklichkeit der Methode nicht wissenschaftlich fundiert und stichfest nachgewiesen ist.

Beim Fracking sollen im Gestein Hohlräume und damit Wege für Gase und Flüssigkeiten geschaffen werden, um gebundenes Gas durch hineingepresste Flüssigkeit zu fördern. Dabei gelangen grundwassergefährdende Stoffe in tiefe Gesteinsschichten. Der bayerische Umweltminister sieht darin erhebliche Gefahren für das Trinkwasser: „Gerade unser bayerisches Trinkwasser ist von hervorragender Qualität. Weltweit haben schätzungsweise eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Wir können unser Leitungswasser hingegen bedenkenlos trinken. Dies dürfen wir nicht durch mögliche Giftcocktails, die unwiderruflich in die Natur eingebracht werden, auf´s Spiel setzen.“ Zwar sieht der Bund ein Verbot für die Nutzung von Fracking zur unkonventionellen Gasgewinnung in Wasserschutzgebieten vor und fordert vor jedem Einsatz eine Umweltverträglichkeitsprüfung. Huber stellt dennoch klar: „Solange Risiken nicht ausgeschlossen sind, ist Fracking auch außerhalb von Wasserschutzgebieten nicht verantwortbar. Auch wenn diese Methode aus geologischen Gründen in Bayern nicht angewendet werden kann, beziehen wir klar Position. Denn: Was wir heute der Natur antun, können wir morgen nicht einfach ungeschehen machen. Vergiftetes Grundwasser ist für immer verloren.“

© Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit – www.stmug.bayern.de

 

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4.3.2013

PM_Tagung_AKE_AKU

Niederbayerische Energiekompetenz tagte in Neustadt an der Donau

Hohe Wellen hatte sie geschlagen, die Energiewende in Deutschland. Was noch vor eini-gen Monaten heiß diskutiert wurde, scheint mittlerweile aber an Brisanz verloren zu ha-ben. Nicht so in Niederbayern und vor allem nicht in Neustadt! Vergangenen Donnerstag tagten hier der Arbeitskreis Umwelt (AKU) und der Arbeitskreis Energiewende (AKE) des CSU-Bezirksverbandes Niederbayern zusammen mit dem Europaabgeordneten Manfred Weber. Eingeladen hatte der stellvertretende AKE-Bezirksvorsitzende Werner Reichl.

Erster Programmpunkt war die Vorstellung des Projekts „Abwärmenutzung in Neustadt an der Donau“ durch Herrn Lothar Behringer, dem Geschäftsführer der Firma Behringer Consulting – Energiewirtschaftliche Beratung. Durch die Nutzung vorhandener Industrie-abwärme könnte eine große Menge Energie bereitgestellt werden, die der Bevölkerung zu geringen Kosten zur Verfügung gestellt werden könnte. Derzeit geht die überschüssi-ge Wärme in die Atmosphäre oder muss aufwändig abgekühlt werden, was sowohl zu hohen Kosten als auch zur weiteren Belastung der Umwelt führt. Die sinnvolle Nutzung der Abwärme wird von den Teilnehmern als wichtiges Instrument in der Energiewende angesehen.

Klar herausgestellt wurde auch noch einmal die zentrale Forderung der Arbeitskreisvor-sitzenden Freymadl und Schnur nach der Umsetzung der Power-to-Gas-Pilotanlage in Pleinting. Unter Power-to-Gas versteht man ein Verfahren, bei dem überschüssige Energie z.B. aus Wind oder Sonne, die nicht bedarfsgerecht anfällt, gespeichert wird. Dies ge-schieht durch die Umwandlung von Strom in synthetisches Erdgas.

Zur Sprache kam auch das Erneuerbare-Energien-Gesetz „EEG“. Nach Meinung beider Arbeitskreise ist es erforderlich, dieses Gesetz einer systematischen Prüfung zu unterzie-hen und gegebenenfalls Anpassungen an die derzeitige Situation vorzunehmen.

Abschließend gab MdEP Manfred Weber einen Überblick, was sich in Bezug auf die EU-Wasserrichtlinie im Binnenmarkt-Ausschuss des Europäischen Parlaments getan hat. „Un-ser Druck im Europaparlament und aus Bayern zeigt Wirkung. Die Kommission will klar-stellen, dass Wasser öffentliches Gut und eine Privatisierung der Trinkwasserversorgung nicht Ziel der Richtlinie ist”, sagte Niederbayerns Europaabgeordneter Manfred Weber. Trotzdem rief er auch weiterhin zu Wachsamkeit auf, da man sich mitten im Gesetzge-bungsprozess zwischen Europäischem Parlament und Ministerrat befinde. Für die CSU ist nach den Worten des EVP-Fraktionsvizes klar: “Wir wollen, dass der Wasserbereich am besten gar nicht in der Richtlinie geregelt wird, auf alle Fälle aber die bayerischen Kom-munen nicht betroffen sind.”

 

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Bayerischer Landtag

Drucksache 16/14920

16. Wahlperiode

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Dringlichkeitsantrag
der Abgeordneten Georg Schmid, Alexander König, Prof. Ursula Männle, Dr. Florian Herrmann, Dr. Otto Hünnerkopf und Fraktion (CSU), Dr. Andreas Fischer, Jörg Rohde, Dr. Otto Bertermann, Tobias Thalhammer, BrigitteMeyer, ThomasDechant, RenateWill und Fraktion (FDP)

Kommunale Wasserversorgung sichern

Der Landtag wolle beschließen:

Der Landtag beobachtet mit Sorge die Pläne der Europäischen Kommission, die Trinkwasserversorgung in Europa für den Wettbewerb mit Privaten zu öffnen. Die sichere Bereitstellung von sauberem und bezahlbarem Trinkwas- ser hat eine herausragende Bedeutung für das Wohl der Allgemeinheit und ist daher eine kommunale Pflichtaufgabe der Daseinsvorsorge.

Die Staatsregierung wird aufgefordert, sich auf europäischer Ebene weiterhin intensiv gegen eine Liberalisierung und Privatisierung der öffentlichen Trink- wasserversorgung einzusetzen.

Begründung:

Am 26. September 2012 hat sich die Europäische Kommission in einem an verschie- dene Nichtregierungsorganisationen des Wassersektors gerichteten Schreiben für eine Privatisierung der öffentlichen Wasserversorgung ausgesprochen, sobald hierfür ein passender Rechtsrahmen geschaffen sei. Es ist zu befürchten, dass der Einstieg in ei- nen solchen Rechtsrahmen mit dem aktuellen Richtlinienentwurf über die Konzessi- onsvergabe erfolgen soll.

Die bisherige Struktur der kommunalen Wasserversorgung hat sich über viele Jahr- zehnte bewährt und garantiert die zuverlässige Belieferung der bayerischen Bürgerin- nen und Bürger mit hochwertigem Trinkwasser zu bezahlbaren Preisen. Einer Libera- lisierung des Wassersektors, die die Wasserversorgung allein den Regeln des Marktes unterwirft und dem kommunalen Aufgabenbereich der Daseinsvorsorge entzieht, ist im Interesse des Allgemeinwohls und des Ressourcenschutzes entschieden entgegen- zutreten. Eine Öffnung des Marktes für profitorientierte Investoren ist auch mit den hohen Anforderungen an das sehr sensible und lokal stark differenzierte System aus Grundwasserregime und Trinkwassererschließung nicht vereinbar.

Die Wasserversorgung ist durch Ortsnähe gekennzeichnet und eine klassische kom- munale Aufgabe. Bei einer bloßen Ausrichtung der Wasserversorgung an den wirt- schaftlichen Erfolg besteht die Gefahr, dass der Ressourcenschutz, die Beachtung von Nachhaltigkeitsaspekten sowie die Instandhaltung und Erneuerung der Versorgungs- anlagen in den Hintergrund treten. Zudem kann Trinkwasser wegen seiner örtlich un- terschiedlichen chemischen Zusammensetzung auch nicht beliebig gemischt werden. Damit ist es für Durchleitungsrechte – anders als Gas oder Strom – nicht beliebig ge- eignet.

Drucksachen, Plenarprotokolle sowie die Tagesordnungen der Vollversammlung und der Aus- schüsse sind im Internet unter www.bayern.landtag.de – Dokumente abrufbar. Die aktuelle Sitzungsübersicht steht unter www.bayern.landtag.de – Aktuelles/Sitzungen zur Verfügung.

28.11.2012

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Huber: Klimawandel ist auch in Bayern bereits Realität – Erstmalige Auswertung neuester regionaler Klimaprojektionen

 

Der Klimawandel ist auch in Bayern bereits Realität. Dies betonte der Bayerische Umweltminister Dr. Marcel Huber im Vorfeld der Weltklimakonferenz, die ab 26. November in Doha (Katar) stattfindet. “Klimaschutz hat in Bayern hohe Priorität und ist Schlüsselthema der bayerischen Zukunftspolitik. Wir wollen Motor für die internationale Entwicklung sein. Denn nur mit gemeinsamen Anstrengungen können wir die Auswirkungen des Klimawandels abmildern”, so Huber. Deshalb halte Bayern weiterhin an seinen ambitionierten Klimaschutzzielen fest, den CO2-Ausstoß bis 2020 deutlich unter sechs Tonnen pro Einwohner und Jahr zu senken. Aktuell liege der bayerische Pro-Kopf-Ausstoß bei 6 Tonnen pro Einwohner und Jahr und damit ein Drittel unter dem bundesweiten Durchschnitt von 9 Tonnen. In den nächsten fünf Jahren werde die Bayerische Staatsregierung selbst mehr als eine Milliarde Euro in Energie, Klimaschutz und Innovation investieren. Huber: “Investitionen in den Klimaschutz sind Investitionen in unsere Zukunft.”

Experten des Landesamts für Umwelt haben die globalen Erkenntnisse zum Klimawandel erstmals für Bayern konkretisiert – auf der breiten Basis von zehn Klimaprojektionen. “Die Bayerische Klimapolitik braucht für fundierte Entscheidungen eine klare Datenlage. Unsere Erkenntnisse helfen bei der Planung regionaler Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel”, so Huber. Die betrachteten Regionen orientieren sich an den Flusseinzugsgebieten Altmühl-Paar, Iller-Lech, Inn, Isar, Naab-Regen, Oberer Main, Regnitz, Saale-Eger und Unterer Main. Die Auswertung zeigt einen bayernweiten Anstieg der Jahresmitteltemperatur bis 2050 von mehr als einem Grad Celsius im Vergleich zum Zeitraum 1971 bis 2000, einige Projektionen übersteigen sogar die Marke von zwei Grad Celsius. Damit setzt sich der Trend der vergangenen Jahrzehnte fort. Der Anstieg der Jahresmitteltemperatur führt zu einer Abnahme von Tagen, an denen die Temperatur unter Null Grad Celsius fällt. Zunehmen werden dagegen heiße Tage, an denen die Höchsttemperatur auf über 30 Grad Celsius steigt. Vor allem im Sommerhalbjahr sind häufigere und länger anhaltende Trockenphasen zu erwarten, mit zeitweise geringen Abflüssen und niedrigen Wasserständen in den bayerischen Fließgewässern. Die Niederschläge im Winterhalbjahr könnten dagegen leicht zunehmen.

Die Ergebnisse sind in neun regionalen und einem bayernweiten Bericht zusammengefasst. Die Berichte stehen bereit unter: http://www.lfu.bayern.de/wasser/klima_wandel/index.htm