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Verbraucherschutz

19/2020, 29.05.2020

BfR begrüßt Erfolg für den gesundheitlichen Verbraucherschutz und weist zum Weltnichtrauchertag auf die Gesundheitsgefahren durch Tabak hin

Menthol überdeckt den Tabakgeschmack und fördert so den Einstieg in das Rauchen. Für Jugendliche, die sich häufig noch in der Einstiegs- oder Gewöhnungsphase befinden, ist ein besonders hohes Gefährdungspotential durch Mentholzigaretten belegt. Daher dürfen in der EU seit dem 20. Mai 2020 keine Mentholzigaretten mehr verkauft werden. In Deutschland ist darüber hinaus seit dem 20. Mai jede Verwendung von Menthol als Zusatzstoff in Zigaretten und Rauchtabak verboten. Menthol löst ein Kälteempfinden aus, wodurch Tabakrauch, der kratzig und hustenreizend ist, leichter eingeatmet werden kann. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hatte bereits im Jahr 2015 in seiner gesundheitlichen Risikobewertung zu Zusatzstoffen für Tabakerzeugnissen und elektronischen Zigaretten auf diesen Zusammenhang hingewiesen. In der Stellungnahme hat das BfR die Gesundheitsgefahren von Tabakzusatzstoffen, die zur Unterdrückung von körpereigenen Warnreizen führen können, sowie ihre Auswirkungen auf das Suchpotential bewertet. „Das Aus für Menthol in Rauchtabak ist ein Erfolg unserer wissenschaftlichen Arbeit, die dem Gesetzgeber als Grundlage für wissenschaftsbasierte, politische Entscheidungen dienen“, sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel.

Anlässlich des Weltnichtrauchertages am 31. Mai 2020 weist das BfR auf die Gefahren des Zigarettenrauchens hin. Das BfR bewertet unter anderen die gesundheitlichen Risiken von Zusatzstoffen in Tabak. Der Zigarettenkonsum stellt ein großes Problem für den gesundheitlichen Verbraucherschutz dar. Neben Erkrankungen wie Lungen-, Kehlkopf- oder Blasenkrebs erhöht der Zigarettenkonsum auch das Erkrankungsrisiko für Herzinfarkt, Schlaganfälle, Gefäßerkrankungen (Raucherbein) und chronisch-obstruktive Lungenkrankheit. Die gesundheitliche Bewertung von Tabakerzeugnissen, Wasserpfeifen und E-Zigaretten gehört zu den Kernaufgaben des BfR.

Einen aktuellen Erfolg der wissenschaftlichen Bewertungsarbeiten des BfR stellt das Mentholverbot in Zigaretten und allen Rauchtabakprodukten wie Zigarillos oder Wasserpfeifentabak dar, das am 20. Mai 2020 in Kraft trat. Menthol aktiviert bestimmte Rezeptoren (TRPM8) und löst damit ein Kälteempfinden aus. Dies erleichtert die Inhalation von Aerosolen wie z.B. Zigarettenrauch. Damit werden der Einstieg in den Zigarettenkonsum erleichtert und die warnenden Körpersymptome des Zigarettenrauches wie Halskratzen und Husten, die u. a. auf dem Gehalt an Aldehyden (z. B. Formaldehyd und Acrolein) und Reizgasen wie Ammoniak beruhen, unterdrückt. In einer Forschungsarbeit wies das BfR nach, dass bereits sehr geringe Mentholgehalte ausreichen, um die sensorischen TRPM8-Rezeptoren zu aktivieren. Diese Gehalte liegen unterhalb der Werte, die zu einem charakteristischen Aroma führen.

Die Erleichterung der Inhalation wurde in der Tabakproduktrichtlinie der EU (2014/40/EU) im Jahr 2014 als einer der Gründe genannt, warum Zusatzstoffe im Tabak verboten werden können. Ziel der Richtlinie ist es, insbesondere Jugendliche vom Einstieg in den Konsum von Tabakerzeugnissen abzuhalten und die Attraktivität der Erzeugnisse für diese Altersgruppe zu reduzieren. Das BfR hat in der Vorbereitung der nationalen Gesetzgebung die Bundesregierung wissenschaftlich beraten. Im Jahr 2016 wurde die Tabakproduktrichtlinie der EU durch das Tabakerzeugnisgesetz und die Tabakerzeugnisverordnung in nationales Recht umgesetzt. Die Übergangsfrist für die Verwendung von Menthol in Rauchtabakerzeugnissen endete am 19. Mai 2020.

Weitere Informationen auf der BfR-Website zum Thema

Über das BfR

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftlich unabhängige Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Es berät die Bundesregierung und die Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.

Pressemitteilung

München, 31. Mai 2015

PM 102/15

Ab dem 1. Juni 2015 werden die bislang geltenden orangefarbenen Warnsymbole für gefährliche Chemikalien in Alltagsprodukten durch neue Symbole abgelöst. Darauf wies die Bayerische Verbraucherschutzministerin Ulrike Scharf heute in München hin. “Eine einheitliche Kennzeichnung ist dringend erforderlich. Gefährliche Chemikalien werden rund um den Globus verwendet. Künftig werden die Verbraucher durch weltweit einheitliche Symbole gewarnt. Die neuen Symbole schaffen gleiche Sicherheitsstandards vom Chiemsee bis Chicago”, so Scharf. Zur Chemikalienkennzeichnung hat das Bayerische Verbraucherschutzministerium in den vergangenen Jahren eine breit angelegte Informationskampagne durchgeführt. Aktuell wurde außerdem eine Informationsbroschüre für Verbraucher neu aufgelegt. Die Bayerische Gewerbeaufsicht hat zusätzlich im vergangenen Jahr im Rahmen einer Kampagne zu dieser Thematik über 2.000 Überprüfungen und Beratungen bei den betroffenen Herstellern und Handelsbetrieben vorgenommen. Bisher gab es unterschiedliche Systeme für die Kennzeichnung von chemischen Stoffen. Beispielsweise galten Stoffe, die in der EU als gesundheitsgefährdend eingestuft wurden, in China als ungefährlich.

 

Vor allem im Haushalt und für Kinder sind giftige Chemikalien eine Gefahr. Viele alltägliche Produkte enthalten gefährliche Substanzen, die vor Kindern gesichert werden müssen. Scharf: “Vergiftungen kommen am häufigsten im eigenen Zuhause vor. Alltagsprodukte wie Spülmittel sind für einen Großteil der Vergiftungen von Kindern in den eigenen vier Wänden verantwortlich. Diese Produkte sollten außerhalb der Reichweite von Kindern sicher aufbewahrt werden.” Etwa 200.000 Anrufe gehen jährlich bei den neun Giftinformationszentren in Deutschland ein. Rund die Hälfte der Fälle betrifft Kinder. Im Jahr 2013 erhielt allein die Giftnotrufzentrale in München rund 15.000 Anrufe zu Vergiftungen von Kindern. Im Notfall sind die Giftnotrufzentralen rund um die Uhr erreichbar. Der Giftnotruf München ist unter 089/19240 und die Giftnotrufzentrale Nürnberg unter 0911/398-2451 erreichbar.

 

Weitere Informationen zur Kennzeichnung von Chemikalien unter:

www.verbraucherkompass.bayern.de

 

 

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Medikamenten-Entsorgung: Verbraucherwissen mangelhaft

Dr. Nicola Schuldt-Baumgart Wissenskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung

Arzneimittelrückstände im Wasser sind ein weltweites Umweltproblem. Auch in Deutschland werden mehr als 150 verschiedene Wirkstoffe in nahezu allen Gewässern nachgewiesen, bis hin zum Grund- und Trinkwasser. Die Spurenstoffe aus Schmerzmitteln, Antibiotika, blutdrucksenkenden Mitteln oder Psychopharmaka stammen meist aus häuslichen Abwässern – doch viele Verbraucher wissen gar nicht, dass sie die Verursacher sind. Eine repräsentative Befragung des ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung hat große Wissenslücken im Umgang mit Arzneimitteln ausgemacht.

Es ist ein unerwünschter Nebeneffekt beim Gebrauch von Medikamenten: Der Wirkstoff wird nicht vollständig vom Körper abgebaut und über den Urin direkt oder als Abbauprodukt wieder ausgeschieden. Über das Abwasser fließen die Arzneimittelwirkstoffe in die Kläranlagen, wo die Vielzahl an chemischen Verbindungen nicht vollständig entfernt werden kann. Mit dem Ablauf aus den Kläranlagen in die Flüsse und Seen finden die Rückstände so wieder zurück in die Umwelt und den Wasserkreislauf. „Knapp der Hälfte der 2000 vom ISOE befragten Deutschen ist überhaupt nicht bekannt, dass allein schon durch die Einnahme von Medikamenten Spurenstoffe in den Wasserkreislauf gelangen“, sagt ISOE-Forscher Konrad Götz. „Erstaunt haben uns bei der Befragung aber vor allem die großen Wissenslücken bei der richtigen Entsorgung von flüssigen Medikamentenresten.“

Wissenslücke Arzneimittelrückstände – Risiken für die Umwelt

47 Prozent der Deutschen entsorgen flüssige Medikamentenreste falsch, nämlich über die Spüle oder die Toilette. „Damit hat sich die Wissenslücke bestätigt, die wir bei einer ähnlichen Befragung 2007 festgestellt haben“, sagt Konrad Götz. Laut einer Medienanalyse des ISOE werde der richtige Umgang mit Spurenstoffen zwar häufig thematisiert, beim Verbraucher komme das aber seit Jahren nicht richtig an. „Nur 15 Prozent der VerbraucherInnen entsorgen ihre Medikamente richtig, das heißt – entsprechend der von der Bundesregierung empfohlenen Praxis – über den Restmüll“, sagt Konrad Götz. Der Restmüll wird heute nicht mehr auf Deponien gelagert, sondern verbrannt. Dadurch ist die vollständige Zerstörung der Wirkstoffe gewährleistet. „Die Entsorgung über den Hausmüll ist deshalb derzeit zwar der umweltfreundlichste Weg – weil viele Verbraucher das nicht wissen, ist es aber genaugenommen nur der zweitbeste“, folgert Götz. „Am verbraucherfreundlichsten wäre es, zur alten Praxis zurückzukehren.“ Bis 2009 konnten Medikamente in den Apotheken zurückgegeben werden, wo sie professionell entsorgt wurden.

Patienten wünschen sich umweltfreundliche Alternativen

Denn wenn die Wirkstoffe in den Wasserkreislauf gelangen, können sie Tier- und Pflanzenwelt gefährlich werden: Hormonreste der „Pille“ haben nachweislich zur Verweiblichung männlicher Fische beigetragen. Auch sind Nierenschäden bei Fischen durch das schmerzstillende Mittel Diclofenac beobachtet worden sowie Verhaltensänderungen durch Psychopharmaka. „Um mögliche Gefahren für die Umwelt zu verhindern, muss endlich eine wirksame Informationskampagne zur Entsorgung durchgeführt werden“, ist sich ISOE-Forscher Götz sicher. Wichtig sei aber auch, dass sich Ärzte über die Problematik von Medikamentenresten im Wasser und über umweltfreundliche Medikamentenalternativen informieren. Vonseiten der Patienten sei die Bereitschaft da: Fast 90 Prozent der Befragten wünschen sich von ihrem Arzt – bei gleicher Wirksamkeit – umweltfreundliche Alternativangebote.

Die Repräsentativbefragung zur Medikamenten-Entsorgung wurde im Projekt „TransRisk – Charakterisierung, Kommunikation und Minimierung von Risiken durch neue Schadstoffe und Krankheitserreger im Wasserkreislauf“ durchgeführt. TransRisk wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) innerhalb des BMBF-Schwerpunktes „Risikomanagement von neuen Schadstoffen und Krankheitserregern im Wasserkreislauf“ (RiSKWa) gefördert. Die Projektleitung liegt bei Prof. Thomas Ternes, Bundesanstalt für Gewässerkunde, Koblenz.

ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung, Frankfurt am Main

Das ISOE gehört zu den führenden unabhängigen Instituten der Nachhaltigkeitsforschung. Seit 25 Jahren entwickelt das Institut wissenschaftliche Grundlagen und zukunftsfähige Konzepte für Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft – regional, national und international. Zu den Forschungsthemen gehören Wasser, Energie, Klimaschutz, Mobilität, Urbane Räume, Biodiversität sowie Bevölkerungsentwicklung und Versorgung.

Ansprechpartner:

Dr. Konrad Götz
ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung
Tel. +49 69 707 69 19-21
goetz@isoe.de

 

Vorsicht Falle!“

 

Am Dienstag, 28. Januar 2014, um 14.00 Uhr, bietet die CSU-Senioren-Union in der Gaststätte „Zum Zollhaus“ in Achdorf den Vortrag „Vorsicht Falle! Verbrauchertipps für Senioren“ an. Als fachkundige Referentin wird uns Frau Andrea Geißler von der Verbraucherzentrale Landshut informieren und alle Fragen zum Thema beantworten.

Immer mehr Menschen, darunter oft auch Senioren, werden Opfer von dubiosen Verkaufsmaschen wie Kaffeefahrten, Gewinnbenach-richtigungen, fragwürdiger Haustürwerbung oder untergeschobener Telefonverträge. Es werden die typischen Fallen im Verbraucheralltag vorgestellt und Tipps gegeben, wie Sie sich davor schützen können.

Alle Interessierten sind dazu eingeladen.

 

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Im Sinne von mehr Transparenz im Verbraucherschutz begrüßt es die CSU-Fraktion, wenn sich der Konsument darüber informieren kann, in welchen Betrieben gravierende hygienische Mängel bestehen, die ohne Zweifel die Gesundheit der Verbraucher gefährden. Dabei kann nicht von einem Anprangern dieser Betriebe die Rede sein, denn die Veröffentlichung soll nur dann geschehen, wenn eindeutig gegen lebensmittelrechtliche Verbraucherschutzvorschriften verstoßen wird und dieser Mangel nach seiner Feststellung nicht behoben wird. Deshalb werden die Mitglieder der CSU-Fraktion im Verwaltungssenat dafür plädieren, dass die Regelungen des Verbraucherschutzes auch in Landshut eingehalten werden; dass dabei abgewogen wird, ob die Schwere des Verstoßes so gravierend ist, dass eine Veröffentlichung geboten ist, ist selbstverständlich.