Home Tags Posts tagged with "Unternehmer"

Unternehmer

Kreisrat Marco Altinger: „ Corona Maßnahmen müssen geeignet und verhältnismäßig sein“.

Leben schützen ist richtig und wichtig, daher sind die momentanen Corona Einschränkungen auch korrekt. Die entscheidende Frage ist aber: Wie lange soll das so gehen?

Wenn die ganzen Einschränkungen noch länger gehen, werden auch Menschen leiden.
Anfang Mai werden die ersten Unternehmen in die Insolvenz gehen und Menschen ihre Arbeitsplätze verlieren. Die Soforthilfe ist nämlich oft noch nicht ausgezahlt und auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Niemanden ist geholfen, wenn wir zB 20 Millionen Arbeitslose und bürgerkriegsähnliche Zustände haben. Der Coronavirus wird dennoch nicht verschwinden. Man muss auch sagen, dass die Masse der Menschen nicht betroffen sein wird bzw. kaum Symptome entwickelt. Hauptsächlich für ältere ist der Virus tödlich, so lag das Durchschnittsalter der Verstorbenen in Italien bei 79,5 Jahren. Bei starken Influenza Wellen starben in Deutschland auch 25 000 Menschen, worüber eigenartigerweise keiner redet.
In Summe müssen „Maßnahmen geeignet und verhältnismäßig sein“. Bei den derzeitigen harten Corona Einschränkungen beginne ich, die Verhältnismäßigkeit anzuzweifeln.
Insbesondere warnen jetzt schon führende Wissenschaftler über die Spätfolgen der Krise.

 

Gez. Marco Altinger

 

Foto: Altinger priv.

„Five to Twelve Talk“ – „Wir reißen die Planken aus unserem Schiff” – Steht Deutschland vor einer Wirtschaftskrise?

„Unternehmer müssen den Wandel der Zeit erkennen und sich darauf einstellen.“

 

Unternehmer, Wirtschafts- und Börsenfachleute diskutierten die wirtschaftliche Situation Deutschlands im Bürgersaal Ergolding. Anschließend wurde der Senatsclub Bayern gegründet.

Bernhard Schindler hat den „Five-to-Twelve-Talk” 2017 ins Leben gerufen, um eine Diskussionsplattform Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zu bieten. Im Fokus stehen dabei aktuelle Themen rund um die Bereiche Digitalisierung, Fachkräftemangel und Unternehmertum. Die Veranstaltung fand bereits zum dritten Mal statt. Wegen des großen Erfolges und der wachsenden Teilnehmerzahlen wurde der Talk inzwischen in den Ergoldinger Bürgersaal verlegt.

 

Bernhard Schindler, Geschäftsführender Gesellschafter von PROFESSION FIT hatte am 30. Oktober 2019 mit Glockengeläut „fünf vor zwölf“ viele Personen aus Politik und Wirtschaft in den Bürgersaal Ergolding eingeladen und willkommen geheißen. Grußworte gab es vom Gastgeber Bernhard Schindler, von Honorarkonsul und Vorstandsvorsitzenden des Senats der Wirtschaft Dieter Härthe, Landrat Peter Dreier, Oberbürgermeister Alexander Putz aus Landshut und Bürgermeister Andreas Strauß, Ergolding. Besondere Grüße übermittelte der geladene Bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger.

Beim letzten „Five to Twelve Talk“ im März dieses Jahres, mit den Themen Digitalisierung, Demographie und Fachkräftemangel durfte Gastgeber Bernhard Schindler bereits 150 Teilnehmer begrüßen. Dieses Mal waren es schon gezählte 255 Besucher. In drei Talkrunden wurde die momentane wirtschaftliche Situation in Deutschland und Bayern beleuchtet.

Talk1 bestand aus der Frage: Deutschland vor der Wirtschaftskrise? Auswirkungen durch Trump, Brexit, China & Co.: Droht uns die Banken- und Klimakatastrophe? Talk 2: Laptop und Lederhose: Schafft die Digitalisierung die guten Traditionen ab? Talk 3: Digitale Transformation im Einklang mit dem Personalmanagement: Fitnessstudio, Employer Branding? Mitarbeiter als Markenbotschafter? Was brauchen wir alle, um unternehmerisch wirklich fit zu sein?

 

Der Unternehmer und alleinige Inhaber und Geschäftsführer des Textilunternehmens Trigema, Wolfgang Grupp (auf dem Bild zweiter von links), erläuterte in einem emotionsgeladenen Statement in der Talkrunde 1 seine Situation. Für Grupp bedeutet unternehmerische Verantwortung, dass er für alle seine Entscheidungen persönlich in der Verantwortung beziehungsweise in der Haftung sei. „Es gibt viele erfolgreiche und verantwortungsvolle Unternehmen, vor allem im Mittelstand. Leider gibt es aber auch Unternehmen, die ihre Grenzen nicht kennen und der Gier und dem Größenwahn dienen und immer mehr wollen und am Schluss die Probleme dem Staat überlassen“, so der Unternehmer Grupp. Außerdem hätte es die Politik in der Hand, sie müsste die Verantwortung einfordern. Grupp habe zum Bsp. vorgeschlagen, die Einkommenssteuer für diejenigen, die persönlich für ihre Entscheidungen haften, um 50 Prozent zu ermäßigen. Denn dann würden die Unternehmer mehr in die Verantwortung gehen und die Entscheidungen wären überlegter und nicht der Gier und dem Größenwahn ausgesetzt.

Die Unternehmer müssen konstant den Wandel der Zeit rechtzeitig erkennen und sich darauf einstellen. Den Blick auf Berlin gerichtet, meinte Grupp weiter: „Die Unternehmer brauchen vor allen Dingen die Verantwortung und persönliche Haftung für ihre Entscheidungen wieder zurück“, sagte der Inhaber und Geschäftsführer von Trigema. Von Politik und Gesellschaft wünscht er sich, dass die Menschen wieder zu mehr Respekt gelangen. Das gilt in jeder Hinsicht, in wirtschaftlicher und vor allem in zwischenmenschlicher. „Unser größtes Problem ist, dass wir den Respekt voreinander und anderen Meinungen verlieren. Aber nur dieser Respekt bringt uns als Gesellschaft und wirtschaftlich weiter“, ist Wolfgang Grupp`s Resümee.

Beim Thema Laptop und Lederhose stellte sich die Frage: „Schafft die Digitalisierung die guten Traditionen ab und wie ist und wird die Bayerische Wirtschaft. Welche Auswirkungen hat sie auf Stadt und Land?“

Prof. Dr.Dr.Dr. h.c. Franz Josef Radermacher hat selber 35 Jahre für die Künstliche Intelligenz gearbeitet und habe viele Wellen des KI-Hypes erlebt. Er hat unter Lothar Späth in Baden Württemberg eines der ersten KI-Institute in Deutschland geleitet. Er behauptet, dass die wichtigen Sachen im Leben nicht digital seien. „Man muss ihnen nur drei Tage das Wasser vorenthalten, dann war es das.“ Es gäbe zwar Leute, die träumen davon, dass es eine Maschine geben könnte, die etwas fühlt, aber bis heute gäbe es keine Maschine, die etwas fühlt. Ein KI-System versteht die Welt nur auf der Ebene von Symbolen.

Vor Jahren hat es einen Hype gegeben, der hieß Mechatronik und überall sollten Mechatronik-Fakultäten entstehen. Das waren Fakultäten, die die mechanische Seite mit der digitalen koppelt. An dieser Herausforderung habe sich nichts geändert. Wenn man sich auf diese Herausforderung konzentriert und in diesem Umfeld die Kopplungen klug gestaltet, dann hat Prof. Radermacher um die Standorte im Lande keine Sorge. Sorge bereitet ihm, wenn man sich in einen Hype treiben lasse, der da heißt: „Wir liegen überall zurück, wir haben es nicht verstanden, unser Mittelstand ist blöd, dem muss man jetzt einmal helfen“, das macht ihm Sorge. “Solange man sagt, wir sind gut, wir haben immer sehr viel hinbekommen,  werden wir das auch mit Augenmaß meistern. Die Firmen sollen ihrem Augenmaß und der Einschätzung der Sache folgen. Sie sollen sich nicht verrückt machen lassen.

Der Moderator der Veranstaltung Jan Christoph Berndt fragte den Oberbürgermeister der Stadt Landshut, wie er es mit Traditionen halte, welche seien das überhaupt aus niederbayerischer Sicht und welche sollte man ablegen und dafür neue begründen, damit Bayern so zukunftsfähig sei, wie es ist und bleibt, so wie es früher immer war?

Gerade als Oberbürgermeister der Stadt Landshut musste Alexander Putz auf die Landshuter Hochzeit verweisen, die identitätsstiftend sei für eine Region. Das gehe weit über die Stadtgrenze hinaus. Er war zufällig in den letzten Wochen in zwei Firmen zu Besuch, wo die Menschen ungemein fleißig und sehr praktisch veranlagt seien. Sie sind zupackend und problemorientiert. Nicht so wie in anderen Regionen, wo die Theoretiker vorherrschen würden. Außerdem betonte Putz, dass es kaum andere Regionen gibt, in der eine so hohe Dichte an engagierten Menschen lebt und in vielen Vereinen und Organisationen tätig ist. Das sind die guten Traditionen, die in Niederbayern zu Hause seien.

Digitale Transformation im Einklang mit dem Personalmanagement: Fitnessstudio, Employer Branding? Mitarbeiter als Markenbotschafter? Was brauchen wir alle, um unternehmerisch wirklich fit zu sein?, war das Talk-Thema Nr.3

„Ich war immer am Puls der Zeit“, berichtete die Geschäftsführerin und Alleingesellschafterin der I.K. Hofmann GmbH. Sie wurde in Hilpoltstein/Ofr. geboren. Im Alter von 31 Jahren gründete sie in Nürnberg die I.K. Hofmann GmbH – auch Hofmann genannt – ein Zeitarbeitsunternehmen, das heute zu den fünf größten Personaldienstleistern Deutschlands gehört. Sie hat vor 5 Jahren ein IT-Unternehmen gegründet und hilft den „jungen Wilden“ mit der Digitalisierung in ihrer Arbeitsweise noch besser und noch schneller zu werden.

Was Frau Hofmann in Sachen Fit-Coaching ihren Angestellten gegenüber analog tun kann, gab Robert Zucker von der Klinik Höhenried zum Besten. Um die Hofmann-Mitarbeiter nicht als Patienten begrüßen zu müssen, würde er vorschlagen, sie als Präventionsteilnehmer begrüßen zu dürfen. Das sei nämlich seit 2017 eine Neuerung und im Paragraphen 3 gesetzlich festgelegt. In der Rentenversicherung hieß es früher Rehabilitation vor Rente, jetzt heißt es Prävention vor Rehabilitation vor Rente. Das habe einen kleinen Haken, es gibt nämlich über 1 Million Rehabilitationen zu Lasten der Rentenversicherung im Jahr und was das Präventionsthema angeht, sei dieses erst ein kleines Pflänzchen.

Der Vorstand der Deutschen Rentenversicherung BUND Claus Moldenhauer betonte, dass die Deutsche Rentenversicherung die Aufgabe habe, die Menschen erwerbstätig zu halten. Er halte die Rentenversicherung auf Grund ihres Gesundheits-Qualitätsmanagements ausdrücklich für geeignet, diese Aufgabe wahrzunehmen. Das Ziel der Rentenversicherung muss es werden, den Beschäftigten in die Zukunft hinein digital aufzuzeigen, wie sein  Anspruch heute in der Rentenleistung aufgezeigt werden kann.

Wie man die Mitarbeiter einer Firma dazu bewegt sich fit zu halten, darauf gab Prof. Dr. med. Hans-Georg Predel eine Antwort. Er ist Lehrstuhlinhaber und Professor an der Sporthochschule Köln, Chef des Instituts für Kreislaufforschung und Sportmedizin. Es sind immer wieder Anläufe gemacht worden und man hat versucht das Thema zu entwickeln, wie man Gesundheitsvorsorge betreibt. Menschen seien nicht sportlich aus einem Selbstzweck heraus, sondern die meisten verfolgen damit gewisse Ziele. Sie wollen attraktiver werden, erfolgreicher und wollen sich messen. Der Mensch sei aus vielerlei Gründen prädestiniert sich nicht zu bewegen, aber er muss es, weil es biologisch verankert sei. Man muss ihn erst einmal dahin bringen, dass er handeln muss. Menschen reden endlos darüber, wie sie ihren Lebensstil verändern sollen. Schlussendlich muss aber einmal die Entscheidung getroffen werden, auch etwas zu tun.

Bernhard Schindler erklärte, dass es einen Präventionsleitfaden gäbe, der seit vielen Jahren verankert sei. Dieser Leitfaden beinhaltet drei Themen, nämlich Ernährung, Stress und Bewegung. Dies sei nach Aussage von Schindler viel zu wenig, man müsse mehr dafür tun. Die Digitalisierung spiele hierbei eine große Rolle.

Fazit: „Der Mensch ist das, was zählt!“

 

Zum Thema passten die Aktiv-Pausen mit dem Fitness und Ernährungsexperten Patric Heizmann, der behauptet: „Wir brauchen nicht viel Sport, wir brauchen den richtigen Sport!“ Er sorgte mit kleinen sportlichen Übungen zwischendurch für Abwechslung in den Pausen.

 

Neben den drei Talkrunden stand dieses Mal vor allem auch die Gründung des Senatsclubs Bayern im Mittelpunkt. Dieter Härthe und Prof. Dr. Dr. Radermacher aus dem Vorstand vom Senat der Wirtschaft, neben vielen Senatoren, waren dabei, als die Senatsclub-Urkunde unterzeichnet wurde. Glückwünsche kamen aus der Bayerischen Regierung, darunter die von Innenminister Joachim Hermann.

 

Neben der Senatsclubgründung liegt Bernhard Schindler auch der gute Zweck der Veranstaltung am Herzen. Deshalb rief der Botschafter des KIT-Teams für weitere Spenden für das KIT-Team auf. Das Krisen Interventionsteam betreut und begleitet jedes Jahr etwa 2.000 Menschen, die unmittelbar nach einem außergewöhnlichen Vorfall unter schweren seelischen Belastungen leiden oder unter akutem, psychischem Schock stehen.

 

Zum Abschluss der Veranstaltung im Bürgersaal Ergolding gab der „Tausendsassa“ Joey Kelly einen Einblick in sein interessantes bisheriges Leben. „Ich bin der festen Überzeugung, dass Fitness jedem Menschen hilft“, sagt Joey Kelly. Die Begeisterung für  Bewegung und Sport führte ihn auch zu Profession Fit und My Fitness Card.

Joey Kelly wurde bekannt durch seine musikalischen Erfolge mit der „Kelly Family“ in den 1990er Jahren. Doch gerade als Extremsportler machte er sich einen Namen. Er finishte 8 Ironman innerhalb von nur zwölf Monaten – ein Rekord, den vor ihm noch keiner geschafft hat. Jetzt ist er der neue Markenbotschafter für PROFESSION FIT und My Fitness Card.

 

-hjl-

 

Fotos: h.j.lodermeier

Selbständigkeit geplant – gewusst wie!

Aktivsenioren bieten am Landratsamt kostenlose Sprechstunde an

 

Die Aktivsenioren geben ihre Erfahrungen an die jüngere Unternehmergeneration im Landkreis Landshut weiter: Die nächste kostenfreie Sprechstunde der Aktivsenioren im Landratsamt Landshut findet am Dienstag, den 2. Juli 2019, von 10.00 bis 12.00 Uhr in Raum 119 (Besprechungszimmer im 1. Stock) statt.

Die Aktivsenioren Bayern e.V. sind ein gemeinnütziger Verein, der seit mehr als 30 Jahren besteht und in ganz Bayern tätig ist. Sie helfen bei der Erstellung eines Businessplans, Finanzierung und Geschäftsmodellanalysen, beraten bei Vertriebs- oder Marketingthemen. Die Mitglieder sind ehemalige Unternehmer, Selbstständige sowie Führungs- und Fachkräfte aus Wirtschaft und Verwaltung, die im Ruhestand ihre umfassenden Berufs- und Lebenserfahrungen zum Nutzen von Existenzgründern, kleinen und mittleren Unternehmen, aber auch Schülern und Studenten weitergeben. Sie arbeiten ehrenamtlich, ohne Honorar.

Für die Teilnahme ist eine Terminvereinbarung beim Landratsamt Landshut unter Telefon 0871/408-1103 oder poststelle@landkreis-landshut.de erforderlich.

 

Weitere Informationen finden sich unter www.aktivsenioren.de

 

Foto: Archiv – KLARTEXT.LA

PRESSEMITTEILUNG:

 

FDP-Landesvorsitzender Duin tritt Bund der Selbständigen bei

Der BDS Bayern freut sich über sein neuestes Mitglied: Albert Duin, Landesvorsitzender der FDP und selbst Unternehmer trat dem Netzwerk bei.

Albert Duin, der selbst ein kleines Unternehmen leitet, zeigte sich bei einem Treffen mit BDS-Präsident Altinger begeistert von dem traditionsreichen Verband der Selbständigen. „Kleinbetriebe sind das Rückgrat unserer Wirtschaft und brauchen eine starke Stimme in der Politik“, so der FDP-Vorsitzende. Um seine Überzeugung von der Arbeit des BDS deutlich zu machen, trat Herr Duin als Unternehmer dem Netzwerk mit über 16.000 Mitgliedern bei.

 

 

-hjl-

 

 

Pressemitteilung

 

Mangelware Azubi

Agentur für Arbeit sieht zusammen mit Vertretern der Handwerkskammer und Unternehmen Bilanz zur Lage auf dem regionalen Ausbildungsmarkt

 

Die Agentur für Arbeit Landshut-Pfarrkirchen, die Handwerkskammer (HWK) Niederbayern-Oberpfalz und die Bäckerei Mareis haben am Donnerstag über die aktuelle Lage auf dem Ausbildungsmarkt in der Region informiert. „Die Zahlen zeigen deutlich, dass der Kampf um die besten Köpfe für die Unternehmen immer härter wird“, sagte Robert Maier, stellvertretender Leiter der Arbeitsagentur. „Auf einen Bewerber kommen 20 offene Lehrstellen. Wir haben in der Region nicht mehr das Potenzial, alle Ausbildungsplätze zu besetzen.“ Gerade im Handwerk könnten sich die Jugendlichen mittlerweile die Stellen und Betriebe aussuchen, sagte stellvertretender HWK-Hauptgeschäftsführer Hans Schmidt. „Aber es ist auch spürbar, dass sich die Betriebe Mühe geben, sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren.“ Denn die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverhältnisse sei im Vergleich zum Vorjahr praktisch nicht mehr gesunken. „Bei der Konkurrenz zur Industrie, in der das Handwerk steht, ist das ein gutes Ergebnis.“ Wie es erfolgreiche Betriebe in der Praxis anstellen, Nachwuchs zu gewinnen und zu halten, beschrieb der Bäckermeister Anton Mareis: „Wir bauen auf vier Säulen: die Zusammenarbeit mit den Mittel- und Realschulen, eine enge Kooperation mit der Berufsschule Landshut, gute Rahmenbedingungen für die jungen Leute im Unternehmen und eine intensive Elternarbeit.“Für die Azubis in seinem Betrieb heißt das zum Beispiel konkret, dass sie in einem familiären Umfeld arbeiten dürfen, intensiv auf die Prüfungen vorbereitet werden, eine Jobgarantie erhalten und den Führerschein bezahlt bekommen. Das wiederum zahlt sich aus. „In den vergangenen beiden Ausbildungsjahren an der Berufsschule Landshut kamen jeweils die besten Bäcker und Verkäufer von uns“, sagte Mareis. In der derzeitigen Zuwanderung der vielen Flüchtlinge sehen Arbeitsagentur, HWK und Mareis grundsätzlich eine Chance für den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt. „Aber das Handwerk braucht gute Leute und kann sicher nicht das Auffangbecken für Geringqualifizierte sein“, sagte Schmidt. Das Ziel der Arbeitsagentur ist laut Maier, möglichst viele Einwanderer durch Ausbildungsprojekte auf Facharbeiterniveau zu bringen. „Aber das geht natürlich nicht von heute auf morgen.“ Mareis kann vielleicht schon bald erfolgreich mit einem Flüchtling zusammenarbeiten – ein junger Syrer macht bei ihm nun ein Praktikum. „Wir sind gespannt, wohin unser gemeinsamer Weg führt. “Wer mehr über die Ausbildung und Arbeit in der Bäckerei Mareis erfahren möchte, kann sich beim Azubi-Infotreff am 14. November von 14 bis 16 Uhr im Bäckereicafé an der Alten Regensburger Straße in Ergolding (neben TÜV) informieren.

Robert Maier präsentierte die ausführlichen Informationen zum Ausbildungsmarkt in der Region: Nahezu 350 Lehrstellen blieben am Bilanzstichtag unbesetzt, die Zahl der Jugendlichen ohne Ausbildungsplatz ist im Vergleich zum Jahr 2014 um 5 auf 17 gesunken. Das ist die Bilanz zum Abschluss des Berufsberatungsjahres 2014/2015. „Von den 2.507 Bewerbern haben bis auf 17 alle den Einstieg in die Ausbildungswelt geschafft oder eine Alternative ergriffen“, teilte Maier mit. Für manche Betriebe war und ist es auch heuer nicht einfach gewesen, für die angebotenen Ausbildungsplätze Azubis zu gewinnen, was die Zahl von 345 unbesetzten Ausbildungsstellen zum Stichtag 30.09.2015 beweist. Das sind 24 oder 7,5 Prozent mehr als im Vorjahr, obwohl die Zahl der gemeldeten Berufsausbildungsstellen insgesamt um 212 auf 3.360 im gleichen Zeitraum gesunken ist. Dies sind 5,9 Prozent weniger als im Beratungsjahr 2013/2014.

Auch die Zahl der gemeldeten Bewerber hat sich im letzten Jahr verringert. Im Zeitraum von Oktober 2014 bis September 2015 haben sich 2.507 Jugendliche bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Landshut-Pfarrkirchen als Bewerber für eine Ausbildung registrieren lassen. Dies sind im Vergleich zum vorausgegangen Berichtsjahr (Oktober2013 bis September 2014) 5,1 Prozent bzw. 135 Bewerber weniger. Dies ist insbesondere auf den Trend zu höheren Schulabschlüssen zurückzuführen. Trotz des breiten Angebots an Ausbildungsplätzen müssten auch die Jugendlichen Alternativen zum Wunschberuf ins Auge fassen. Fast die Hälfte der Jugendlichen beschränke sich bei ihren Bewerbungen auf nur zehn Berufe. „Karrieremöglichkeiten in vermeintlich weniger beliebten Berufen werden unterschätzt“, sagte Jochen Weber, Leiter der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Landshut-Pfarrkirchen. Weniger gefragt sind Berufe wie Fachverkäufer/in im Lebensmittelhandwerk, Koch oder Bäcker, hier gibt es noch mehr unbesetzte Lehrstellen als bei anderen Berufen. Betrachtet man die gefragtesten Lehrstellen, die sogenannten Top 10 der Berufe, ist festzustellen, dass es seit Jahren nahezu die gleichen sind. Bei den männlichen Bewerbern ergibt sich folgende Reihenfolge:

Kfz-Mechatroniker-PKW-Technik (9%), Industriemechaniker (7%), Kaufmann im Einzelhandel (6 %), Fachkraft – Lagerlogistik (4 %), Elektroniker für Betriebstechnik (4 %), Elektroniker Energie-Gebäudetechnik (3%), Verkäufer (3%), Tischler (3%), Fachinformatiker-Anwendungsentwicklung (3%) und Kaufmann Büromanagement (3%), 55 Prozent der Bewerber strebten eine Ausbildung in anderen Berufen an. Bei den Mädchen ist die Lehre zur Kauffrau Büromanagement mit 11 Prozent die beliebteste Ausbildung. Die Kauffrau im Einzelhandel folgt mit 10 Prozent auf Platz zwei. Danach kommen die Industriekauffrau (8%), die Medizinische Fachangestellte (7%), die Verkäuferin (6%), die Friseurin (3%), die Bankkauffrau (2,7%), die Zahnmedizinische Fachnagestellte (2,6%), die Fachkraft Lagerlogistik (2,5%) und die Verwaltungsfachangestellte-Kommunalverwaltung mit 2%. 54 Prozent der Bewerberinnen suchten eine Ausbildung in den übrigen Berufen.

Die meisten Stellenangebote wurden von den Arbeitgebern für Kaufleute im Einzelhandel (5,5%), für Kaufmann/frau Büromanagement (5%), für Verkäufer (3,8%), für Industriemechaniker (3,6%), für Elektroniker für Betriebstechnik (3,3%), für Fachkräfte Lagerlogistik (3,3%), für Zahnmedizinische Fachangestellte (3,3%), Metallbauer Konstruktionstechnik (3,2%), für Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk Fleischerei (2,8%) und für Kfz-Mechatroniker-PKW-Technik (2,7%) gemeldet.

Gute Chancen, für 2015 noch eine Ausbildungsstelle zu finden, bestehen im Verkauf und Handel, in den Ernährungsberufen sowie im Bereich der Hotellerie. Nicht jeder Bewerber hat eine betrieb liche Ausbildung begonnen. Gut 1.600 junge Menschen sind in eine Ausbildungsstelle eingemündet. 314 haben sich im Lauf des Bewerbungsverfahrens entschlossen, eine weiterführende Schule zu besuchen, 26 haben ein Studium aufgenommen. Es gab aber auch 66 junge Menschen, die stattdessen eine Erwerbstätigkeit aufgenommen haben. Neben weiteren Einmündungsalternativen gab es aber auch 274 frühere Bewerber, die trotz mehrmaliger Rückfragen keine Rückmeldung zum Verbleib gegeben haben. Bei all der Freude über die in den Ausbildungsmarkt eingemündeten Jugendlichen darf nicht vergessen werden, dass es eine Reihe von jungen Menschen gibt, denen es trotz des guten Marktes nicht gelungen ist, auf Anhieb in eine Ausbildung zu starten. Sie werden über eine Einstiegsqualifizierung (Langzeitpraktikum in einem Betrieb) oder über die berufsvorbereitenden Maßnahmen der Agentur für Arbeit fit gemacht. Hier werden fachliche wie persönliche Kompetenzen trainiert und erweitert, um heuer oder im Folgejahr im Wettbewerb um eine Ausbildungsstelle erfolgreich zu sein. Gefragt sind Strategien zur Bewerberakquise Wolfgang Eberl, Leiter des ArbeitgeberService, appelliert an die Arbeitgeber, auch leistungsschwächeren Bewerbern eine Chance zu geben. „Oft haben die Unternehmen hohe Erwartungen, die die Bewerber nicht immer erfüllen können“, sagte Eberl. Auch schwächere Jugendliche haben individuelle, vielleicht nicht sofort sichtbare Potentiale, keiner ist völligtalentfrei. Mancher benötigt jedoch Unterstützung. Hier kann die Agentur für Arbeit mit einem „Nachhilfeunterricht“ für die Berufsschule und ggf. sozialpädagogischer Begleitung für die Ausbildung, den sogenannten ausbildungsbegleitenden Hilfen, oder der assistierten Ausbildung unterstützen. Als Herausforderung der Zukunft sehen die Arbeitsmarktexperten auch die Integration der jungen Asylbewerber, die derzeit in Berufsintegrationsklassen an den Berufsschulen über zwei Jahre hinweg die deutsche Sprache erlernen und an den deutschen Ausbildungsmarkt herangeführt werden. Derzeit gibt es vier Entlass- und acht Vorentlassklassen, die in den nächsten zwei Jahren idealerweise eine Ausbildung beginnen werden.

Innerhalb nur weniger Jahre hat sich der Ausbildungsmarkt sehr stark gewandelt. Er bietet für die jungen Menschen heutzutage vielfältigste Chancen, die Betriebe jedoch müssen inzwischen um die guten Jugendlichen buhlen. Hans Schmidt, Stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkammer Niederbayern-Oberpfalz weiß: „Die Betriebe im ostbayerischen Handwerk bieten noch zahlreiche Ausbildungsplätze quer durch alle Berufssparten an. Interessierte Bewerber sind geradegefragt wie nie. Um den potentiellen Handwerksnachwuchs für sich zu begeistern, müssen die Ausbildungsbetriebe sich auf den Weg machen, ihr Ausbildungsmarketing weiter zu verbessern. Sie müssen die Jugendlichen erkennen lassen, welche Möglichkeiten und Perspektiven eine handwerkliche Ausbildung zu bieten hat“. Das Handwerk bietet beste Perspektiven für jeden Karrieretraum. Für junge Menschen sind die Chancen auf eine passende Lehrstelle hervorragend. Und wer nach der Ausbildung Lust auf mehr hat, für den ist vieles möglich: ob eine Weiterbildung zum Meister, die Selbstständigkeit oder ein anschließendes Hochschulstudium. Darüber hinaus müssen in den nächsten zehn Jahren rund 200.000 Handwerksbetriebe in Deutschland an gut ausgebildete Nachfolger übergeben werden.

Anton Mareis, Inhaber der Bäckereien Mareis, ist ein Unternehmer, der die Zeichen der Zeit bereits erkannt hat und sich schon einiges hat einfallen lassen, um Jugendliche für eine Ausbildung bei ihm im Betrieb zu begeistern, da es gerade für die handwerklichen Berufe immer schwerer wird, gute Auszubildende zu bekommen. „Wir bauen auf vier Säulen, um uns als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren und interessant für die Jugendlichen und ihre Eltern zu sein“, sagte Mareis. Die erste Säule ist die Zusammenarbeit mit Mittel- und Realschulen in Nieder- und Oberbayern. Gemeinsam organisieren das Unternehmen und die Schulen Praktikumsmöglichkeiten und Projekte, in denen sich die Schüler über die Berufsmöglichkeiten informieren können. Säule Nummer zwei ist die enge Kooperation mit der Berufsschule Landshut. Die Bäckerei unterstützt die Schule, indem sie zum Beispiel Prüfer und Ausbilder stellt. „Dadurch wissenwir genau, welche Inhalte und Fertigkeiten in den Prüfungen gefragt sind und wir könnenunsere Azubis damit sehr gut auf die Prüfungen vorbereiten“, sagte Mareis. Dritte Säule sind die Rahmenbedingungen, die das Unternehmen für die Nachwuchskräfte schafft. Mareis: „Wir legen viel Wert auf eine gründliche Einarbeitung und ein angenehmes Betriebsklima. Bei guten schulischen Leistungen bezahlen wir unseren jungen Leuten auch den Führerschein und wir können eine Jobgarantie nach dem Abschluss geben.“

Die vierte Säule ist eine intensive Elternarbeit. Weil der Betrieb auf eine familiäre Atmosphäre setzt, sollen auch die Mütter und Väter der Lehrlinge einbezogen und über die Tätigkeiten und Fortschritte ihrer Kinder informiert werden. „Das machen wir zum Beispiel bei einem Azubi-Elternabend, bei dem wir uns austauschen und somit gemeinsam Verantwortung für die Jugendlichen übernehmen“, so Anton Mareis. Der nächste Azubi-Infotreff für interessierte Jugendliche und Eltern findet am 14. Novembervon 14 bis 16 Uhr im Bäckereicafé Mareis an der Alten Regensburger Straße in Ergolding (neben TÜV) statt.

 Der Ausbildungsmarkt nach regionalen Gesichtspunkten:

Im Zeitraum vom 1.10.2014 bis 30.9.2015 haben Betriebe aus Stadt und Landkreis Landshut der Agentur für Arbeit 1.699 Berufsausbildungsstellen gemeldet. Das waren 59 weniger als im Berichtsjahr 2013/2014. 1.333 Jugendliche waren in diesem Zeitraum Bewerber um eine Ausbildungsstelle (zwei mehr als im Vorjahr). Von diesen haben am 30.September 2015 8 noch nach einer Ausbildungsstelle gesucht. Gleichzeitig gab es noch 149 unbesetzte Ausbildungsplätze. Das entspricht einem Verhältnis von 18,6 Berufsausbildungsstellen je unversorgten Bewerber.

Im Landkreis Dingolfing-Landau waren von den insgesamt 783 gemeldeten Ausbildungsstellen noch 62 zum Stichtag unbesetzt. Im Vorjahr waren insgesamt 39 Stellen mehr gemeldet. Trotz dieser Vielzahl an Ausbildungsstellen verfügten drei Bewerber am 30.9.2015 weder über eine Ausbildungsstelle noch über ein Alternativangebot. Insgesamt waren 546 Jugendliche als Bewerber bei der Agentur für Arbeit Dingolfing-Landau gemeldet. Das waren 5,4 % weniger als im Vorjahreszeitraum.

Im Landkreis Rottal-Inn waren 878 und damit 114 Berufsausbildungsstellen weniger gemeldet als im Vorjahr. Davon konnten bis auf 134 alle besetzt werden. Die Zahl der Bewerber um einen Ausbildungsplatz im Landkreis Rottal-Inn ist ebenfalls um 106 auf 628 zurückgegangen. Sechs Jugendliche waren am 30.9.2016 noch mit Hilfe der Agentur für Arbeit Pfarrkirchen auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz Pressestell

Bildunterschrift:

Umdenken müssen viele Betriebe, vor allem im Handwerk, um auch künftig Nachwuchskräfte zu bekommen. Anton Mareis (rechts) von der Bäckerei Mareis berichtete Robert Maier (links), stellvertretender Leiter der Agentur für Arbeit Landshut-Pfarrkirchen, und Hans Schmidt, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, wie er sein Unternehmen aufstellt, um als Arbeitgeber attraktiv zu sein.

 

 

-hjl-

 

 

 

 

 

 

 

0 1570

BDS-Präsident Marco Altinger lehnt das dritte Hilfspaket für Griechenland ab. Die Abstimmung zeige, dass der Bundestag mehr Unternehmersachverstand benötigt. Viele „Abweichler“ seien Unternehmer und hätten erkannt, dass man gutem Geld kein schlechtes hinterherwerfen solle.

“Die aktuelle Abstimmung zum dritten Hilfspaket für Griechenland hat gezeigt, dass der Rückhalt für neuerliche Hilfen weiter sinkt. Alle Drohungen seitens der Fraktionsführungen haben nichts genutzt“, sagt der Präsident des Bundes der Selbständigen (BDS) – Gewerbeverband Bayern Marco Altinger. So habe es alleine in der Union 63 Nein-Stimmen, 3 Enthaltungen und 17 Mandatsträger, die ihre Stimme erst gar nicht abgegeben haben.

„Für uns Mittelständer ist dies zumindest ein kleiner Hoffnungsschimmer dafür, dass immer mehr Abgeordnete das Fass ohne Boden nicht mehr stopfen wollen. Ebenso zeigt die Abstimmung, dass es im Bundestag mehr Unternehmer bedarf, da viele der so genannten “Abweichler” selbst Unternehmer waren beziehungsweise sind und mit unternehmerischen Sachverstand und Gewissen gehandelt haben“, so Altinger weiter. Skeptisch macht den Präsidenten von 18.000 Selbständigen und mittelständischen Unternehmern in ganz Bayern vor allem, dass bereits nach Verabschiedung des Paketes Zweifel auftauchen, ob der Umfang des dritten Pakets überhaupt ausreichend sei.

„Anstatt ein Fass ohne Boden wie den griechischen Staatshaushalt zu stopfen, solle der Bundestag lieber Investitionsprogramme für Schulen, Infrastruktur und Digitalisierung anschieben, um den immensen Investitionsbedarf zu decken”, sagt Marco Altinger. „Auch kluge Unternehmer investieren lieber, anstatt von der Substanz zu leben. Dies müsse auch der Bundestag mehr berücksichtigen“, so Marco Altinger abschließend.

-hs-