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Unschätzbarer Wert

Coronakrise: „Jetzt zeigt sich, welche Berufsgruppen einen unschätzbaren Wert haben“, betont Generalsekretärin Susann Enders

Die Coronakrise beschäftigt Bayern weiter. „Schade, dass es eine derartige Krise bedarf, damit einige den Wert dieser Menschen erkennen und schätzen lernen“, sagt Enders, selbst jahrzehntelang OP-Schwester in einer Unfallklinik.

Die aktuelle Lage in Deutschland und Bayern bleibt wegen des Coronavirus weiter angespannt. Susann Enders, Generalsekretärin FREIE WÄHLER BAYERN, betont, dass gerade in dieser schwierigen Phase die systemrelevanten Berufssparten einen unschätzbaren Wert haben. Die Liste der Arbeiterinnen und Arbeiter ist lang und betrifft Reinigungskräfte, Kinderpfleger, Erzieherinnen, Postboten, Journalisten, Mitarbeiter in infrastrukturellen Bereichen bis hin zum Bäcker, Verkaufspersonal und natürlich Krankenhaus- und Pflegepersonal. „Schade, dass es eine derartige Krise bedarf, damit einige den Wert dieser Menschen erkennen und schätzen lernen“, sagt Enders, selbst jahrzehntelang OP-Schwester in einer Unfallklinik. Und weiter: „Diese Berufsgruppen sind unverzichtbar und leisten derzeit eine unbezahlbare Arbeit. Vielen herzlichen Dank für eure Leistung!“

Enders bekräftigt derweil den Appell, dass sich die Menschen an die Regeln während dieser Coronakrise halten sollten.„Bleibt zu Hause! Meidet alle Kontakte, die nicht unbedingt sein müssen. Das ist unsere Pflicht, damit das Gesundheitssystem am Laufen bleibt. Stellvertretend für all diese systemrelevanten Berufsgruppen möchte ich meinen Kolleginnen und Kollegen in den Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen meinen größten Respekt aussprechen. Leider begreift die Gesellschaft erst in Zeiten einer Krise, wie wichtig Ihr seid.“

 

Foto: Freie Wähler

Kleine Gewässer von unschätzbarem Wert

Gewässerunterhalts-Zweckverband Landshut-Kelheim-Dingolfing-Landau tagte – Regenmassen ließen auch die Kosten steigen

Der Zweckverband trägt Sorge für kleine und kleinste Gewässerläufe – aber diese sind von größtem Wert für die Natur und damit auch für den Menschen: Dies machte stellvertretender Landrat Fritz Wittmann deutlich in seinem Grußwort zur Verbandsversammlung des Gewässerunterhaltungs-Zweckverbandes Landshut-Kelheim-Dingolfing-Landau (GUZV). Unter der Leitung des GUZV-Vorsitzenden Josef Daffner (Bürgermeister von Niederviehbach) tagten Vertreter von über 30 Städten, Märkten und Gemeinden aus den drei Landkreisen im Bürgersaal des Rathauses von Niederaichbach. Sie stellten dabei die Weichen für Gewässerpflege-Arbeiten bis weit ins Jahr 2018 hinein.

 

Die gewaltigen Wassermassen, die Unwetter im Frühjahr 2016 mit sich geführt hatten und die in Teilen des Landkreises Landshut erhebliche Schäden angerichtet haben, haben auch in die Kassen des GUZV ein spürbares Loch gespült, wie bei der Verbandsversammlung zur Sprache kam: Wie Claus-Dieter Weindl, der Geschäftsführer des GUZV bei der Versammlung dankend erläuterte, haben vier Mitgliedskommunen – Dingolfing, Niederaichbach, Tiefenbach und Mainburg – dem Zweckverband mit einer Sonderumlage aus einer kurzzeitigen Finanzknappheit geholfen. Nicht zuletzt mit Zuschüssen des Freistaats seien die Lücken inzwischen wieder aufgefüllt.

Solidarität und Gemeinsamkeit – das ist eines des Qualitätsmerkmale des GUZV, wie der stellvertretende Landshuter Landrat Fritz Wittmann in seinem Grußwort hervorhob: Seit über vier Jahrzehnten bildeten sie eine starke Gemeinschaft, die landkreisübergreifend erfolgreich zusammenarbeite.

Der GUZV kümmert sich um die sogenannten Gewässer dritter Ordnung: Diese bilden nach den Worten Wittmanns ein dicht geknüpftes Geflecht aus Bächen, kleinen Wasseraden, Rinnsalen und feuchten Gräben. Diese ungezählten Wasseradern seien „für das Wohlergehen von Mensch und Natur ebenso unersetzlich wie die Isar, die Donau, die Vils oder die Laaber“, führte Wittmann aus.

Es sei daher absolut vernünftig und sachgerecht, dass sich so viele Gemeinden zu einem Verbund zusammengeschlossen haben, um gemeinsam Aufträge für die dabei anfallenden Gewässer-Pflegemaßnahmen auszuschreiben und staatliche Fördermittel abzurufen. Wittmann versicherte dem GUZV dabei, dass er als Selbstverständlichkeit erachte, dass das Landratsamt Landshut den Zweckverband auch weiterhin bei der Abwicklung seiner Aufgaben behilflich ist.

Die Aufgaben der Kommunen auf dem Gebiet der Pflege kleiner Gewässer werden nach den Worten Wittmanns sicher nicht geringer werden – daran könne wohl kein Zweifel bestehen: Wetterextreme wie im Mai und Juni vergangenen Jahres werden als Folge des Klima-Wandels in Zukunft zunehmen. Darin seien sich alle seriösen Fachleute einig. Die Bäche und Wasseradern mitsamt ihren Bäumen und Auen würden in Zukunft wohl noch wichtiger für Mensch und Natur: Sie böten Tieren und Pflanzen Lebensräume und gewährten den Menschen Erholung sowie, bei natur- und sachgerechter Pflege und Ausformung, zugleich Schutz vor Hochwasser.

Um dies im Bereich der Gewässer dritter Ordnung zu gewährleisten, entscheidet der GUZV jedes Jahr über den Einsatz von über einer halben Million Euro, die in die Pflege, den Schutz und einen möglichst ökologischen Ausbau der Wasserläufe fließen. Diplom-Ingenieur Helmut Dietlmeier (Pfeffenhausen), der seit vielen Jahren die Jahresbauprogramme des GUZV erarbeitet und für die Ausschreibungen verantwortlich zeichnet, erläuterte den Vertretern der Verbandsgemeinden zunächst die Abwicklung des Bauprogramms 2016/2017.

Die Kosten für Pflege, Unterhaltung und Ausbesserung von Schäden, die Unwetter verursachet haben, haben insbesondere im Landkreis Landshut mit deutlich erhöhten Kosten zu Buche geschlagen, erläuterte Dietlmeier. Die Ausgaben haben sich demnach um 67 Prozent gegenüber der ursprünglichen Planung und Auftragsvergabe erhöht, auf rund 214000 Euro. Insgesamt sind in den drei Landkreisen im Rahmen des Bauprogramms  Gewässerpflege-Maßnahmen für rund 555000 Euro verrichtet worden

Einstimmig ist das Ingenieur-Büro Dietlmeier von den GUZV-Mitgliedern mit der Abwicklung des Bauprogramms 2017/2018 beauftragt worden. Das Bauprogramm, das Dietlmeier in Absprache mit den Mitgliedsgemeinden erarbeitet hat, umfasst Maßnahmen zur Zustandsverbesserung von Gewässern dritter Ordnung in Höhe von rund 519000 Euro.

Dietlmeier legte die Ergebnisse der Ausschreibungen für die drei Landkreise vor und die Verbandsversammlung erteilte auf dieser Grundlage die Aufträge: Für Maßnahmen im Landkreis Landshut erhielt die Firma Terratop Hobmaier Gmbh&Co. (Vilsbiburg) den Zuschlag zu einem Angebotspreis von rund 125000 Euro, für den Landkreis Kelheim die Firma KSK Tiefbau-GmbH (Painten); die Auftragssumme beträgt rund 241000 Euro. Die Aufträge für den Landkreis Dingolfing-Landau gingen ebenfalls an die Vilsbiburger Firma Hobmaier, die Auftragssumme beläuft sich auf rund 174000 Euro.

Hermann Halbinger, Kassenverwalter des GUZV und staatlicher Rechnungsprüfungsbeamter am Landratsamt Landshut, legte die Haushaltssatzung und den Haushaltsplan des Verbandes für das Haushaltsjahr 2017 zur Abstimmung vor. Der Haushaltsplan, der einstimmig angenommen worden ist, umfasst im Verwaltungshaushalt in Einnahmen und Ausgaben rund 628000 Euro, im Vermögenshaushalt gut 16000 Euro; der Kassenkredit des GUZV ist auf 100000 Euro erhöht worden.

Josef Lehner, Mitarbeiter des Wasserwirtschaftsamts (WWA) Landshut, versorgte die versammelten Vertreter von über 30 Kommunen wie seit vielen Jahren in bewährter Weise mit praxisnahen Informationen: vor allem zu Fragen rund um Zuschüsse von Seiten des Staates und der EU – sowie, ganz aktuell, zu Fördermitteln für den Flächenerwerb nach Hochwasser an Gewässern dritter Ordnung. Er tat dies zum letzten Mal: Lehner tritt in den Ruhestand und verband seine Abschiedsadresse an die GUZV-Vertreter mit seinem Dank für langjährige, vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Dass manchmal bei Gewässerunterhaltungs-Maßnahmen auch etwas gründlich schief gehen kann, wurde in einer ausführlichen Aussprache deutlich, die Bürgermeisterin Rosa-Maria Maurer (Adlkofen) anstieß und die bei etlichen Bürgermeistern auf Interesse und Resonanz traf. In einem kleinen Bach bei Adlkofen, bei dem Ufer abgebrochen waren, hatte demnach eine mit den Baumaßnahem beauftragte Firma die Bachsohle ohne Rücksprache mit der Gemeinde und dem GUZV mit Wasserbausteinen verfüllt und ausbetoniert. Das hat, wie Bürgermeisterin Maurer ausführte, viel Ärger hervorgerufen.

In der regen Diskussion, in der auch GUZV-Vorsitzender Bürgermeister Daffner, Josef Lehner vom WWA und GUZV-Geschäftsführer Claus-Dieter Weindl Stellung bezogen, war man sich einig, dass die beauftragte Firma erhebliche Fehler begangen hat. Weindl und Lehner machten deutlich, dass Mitarbeiter von Gemeinden, die über eine solide Wissensgrundlage in Sachen Gewässerpflege verfügen, solche Maßnahmen verstärkt begleiten und notfalls einschreiten sollten.

Solches Wissen kann, wie Weindl und Lehner betonten, insbesondere an den Gewässer-Nachbarschaftstagen erworben werden, wie sie der Naturschutzfachmann Helmut Naneder (Landratsamt Landshut) seit 13 Jahren regelmäßig und mit großem Erfolg durchführt. Noch in diesem Jahr finde eine weitere solche Fortbildungsveranstaltung statt. Naneder vermittelt, wie Lehner ausführte, dabei Kenntnisse zum Beispiel zu den Themenkreisen richtiger Gewässerunterhalt, ökologische Grabenpflege, Gehölzpflege und Gewässer-Renaturierung.

 

BILDTEXT:

Verbandsversammlung des Gewässerunterhaltungs-Zweckverbandes (GUZV), dem über 30 Kommunen aus drei Landkreisen angehören, im Rathaus von Niederaichbach, am Podium von links: stellvertretender Landrat Fritz Wittmann, Niederaichbachs Bürgermeister Josef Klaus, Dipl.-Ing. Helmut Dietlmeier, GUZV-Vorsitzender und Niederviehbachs Bürgermeister Josef Daffner, GUZV-Geschäftsführer Claus-Dieter Weindl und Protokollführerin Petra Brandstetter.

 

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Ein „Gewässer dritter Ordnung“: Ein natürlicher Bachlauf im Grünen, im Bereich der Gemeinde Furth. (Foto: Helmut Naneder)