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Streuobstanbau

Bildtext: (v.l.): Die große Bedeutung des Streuobstbaus und seine Potenziale diskutierten Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier mit den Streuobstbauern Peter Gruber, Jürgen Pompe, und Maria Gruber, Peter Jungbeck von der LfL sowie Matthias Wimmer. 

 

Streuobstanbau erleichtern

MdL Radlmeier diskutiert mit Streuobstbauern

 

In den Räumen der Bio-Mosterei Pompe in Einkreut/Neufahrn i.NB. traf sich Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier mit Besitzer Jürgen Pompe, Streuobstlandwirte Maria und Peter Gruber aus Lalling, Biohofbesitzer Matthias Wimmer aus Pfarrkirchen und Peter Jungbeck von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL). Die Runde wollte Antworten auf die Frage finden, wie man die Pflege von Streuobstwiesen im Freistaat erleichtert.

 

Im letzten Jahr hatte Helmut Radlmeier, Stimmkreisabgeordneter für die Region Landshut, die Biomosterei Pompe zum ersten Mal besucht, um sich über den Betrieb und die Arbeit Jürgen Pompes als Moster und Imker zu informieren. Radlmeier war damals begeistert: „Man merkt sofort, mit welch großer Leidenschaft hier gearbeitet wird.“

 

Es wurde aber auch deutlich, dass Anbau, Erhalt und Pflege von Streuobstbeständen oft nicht kostendeckend sei. Deshalb traf man sich nun in größerer Runde erneut, um Lösungen dafür zu erarbeiten. An dem Austausch nahmen auch Maria und Peter Gruber aus dem als „Obstschüssel Niederbayerns“ bekannten Lallinger Winkel im Landkreis Deggendorf und Vorstände der IG bio-zertifiziertes Streuobst Lallinger Winkel GbR, Matthias Wimmer aus Pfarrkirchen, der einen familieneigenen Biohof bewirtschaftet und Fruchtsäfte erzeugt, sowie Peter Jungbeck von der für Streuobst zuständigen Landesanstalt für Landwirtschaft.

 

Ansätze für Verbesserungen gäbe es in verschiedenen Bereichen. Jungbeck machte beispielsweise klar, dass im Freistaat sehr viel für den Streuobstanbau getan werde. Allerdings wäre eine bessere Koordination der einzelnen Akteure wünschenswert. Damit eng verbunden seien die bürokratischen Hürden, wie Maria und Peter Gruber anmerkten. Das saisonabhängige Arbeiten werde etwa durch Warten auf Bescheide erschwert. Matthias Wimmer konnte ebenfalls aus eigener Erfahrung berichten, wie Bürokratie direkt mit finanziellen Nachteilen verbunden sein kann: Ein Förderantrag für eine Anlage sei im vergangenen Jahr lange nicht bearbeitet worden, weil das entsprechende Förderprogramm sich verzögerte. Da er die Maschine aber für das anstehende Mosten dringend brauchte, habe er sie komplett auf eigene Kosten beschafft. Nur eine Woche später sei dann das Programm gestartet.

 

Radlmeier dankte für diese Hinweise: „Im Freistaat haben wir uns den verstärkten Abbau von Bürokratie auf die Fahnen geschrieben. Mit meinem Fraktionskollegen Walter Nussel wurde dafür eigens ein Beauftragter für den Bürokratieabbau in der Staatskanzlei eingesetzt. Dank solcher Beispiele und Erfahrungen aus der Praxis kann man gezielt an den Problemen ansetzen.“ Ein praxisgerechteres Vorgehen wünschte sich auch Jürgen Pompe bei der Pflege von Streuobstbeständen: Streuobstwiesen pflege man in der Regel im Nebenerwerb. Damit falle man allerdings aus vielen Programmen heraus, da die Flächen zu klein seien. Außerdem müsse man mehr Mittel für die Pflege der Bestände zur Verfügung stellen.

 

Die Bedeutung von Streuobst als Grundlage biologischer und regionaler Lebensmittel nimmt stetig zu, war man sich einig. Man vereinbarte, all die diskutierten Anliegen genauer auszuarbeiten und weiterzuverfolgen. „Mit den Agrar- und Umweltpolitikern der CSU-Landtagsfraktion sowie mit der Staatsregierung werde ich die Anregungen besprechen“, sicherte Radlmeier zu. „Ziel muss es sein, das heimische Potenzial bestmöglich auszuschöpfen, bevor man etwa Obst aus dem Ausland importiert. Maßnahmen, die die Anlage und die Pflege von Streuobstwiesen erleichtern, dienen nicht nur dem Erhalt unserer einzigartigen Kulturlandschaft. Streuobstbestände sind auch wertvoller Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten und Grundlage gesunder Lebensmittel“, fasste Radlmeier zusammen.