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Stipendium des Bezirks Niederbayern

Bildtext: Student Max Pauli berichtete Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich wie sein erstes Semester bisher gelaufen ist.

 

Von einem, der auszog, Medizin zu studieren 

Max Pauli nutzt das Stipendium des Bezirks Niederbayern – Auch 2018 Plätze zu vergeben

 

Freyung. Seit der achten Klasse stand für Max Pauli fest, dass er einmal Arzt werden möchte. Nach seinem Abitur schien der Traum zu platzen, ein Studienplatz in Deutschland unmöglich. Er versuchte es an der Universität Linz, wurde abgelehnt. Er ging nach Erlangen und schrieb sich für Medizintechnik ein, aber das begeisterte ihn nicht wirklich.

„Dann hörte ich vom Stipendium des Bezirks Niederbayern und der Kooperation mit der Karl Landsteiner Privatuniverstität in Krems. Es hat geklappt, ich wurde genommen und es läuft wirklich gut”, zieht der 20-Jährige kurz vor Ende seines ersten Semesters Bilanz.

 

„Das Stipendium ist genau für Leute wie Max Pauli gedacht”, erklärt Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich, auf dessen Initiative die Zusammenarbeit mit der KL, wie es kurz heißt, zustandekam. „Junge Menschen, die gerne Medizin studieren möchten und langfristig in Niederbayern bleiben wollen.” Der Bezirk braucht in seinen Krankenhäusern ständig Fachkräftenachwuchs und unterstützt die Studenten deshalb schon während ihrer Ausbildung. 550 Euro gibt es im Monat, das entspricht rund der Hälfte der Studiengebühren. Das Geld muss nicht zurückgezahlt werden, wenn der junge Arzt später in einem Bezirksklinikum in Niederbayern arbeitet. Auch in diesem Jahr können insgesamt fünf Stipendien vergeben werden. Voraussetzung dafür ist, dass der Interessent zuvor die Aufnahmeprüfung in Krems besteht.

 

Dort ist die Abiturnote nicht ausschlaggebend. „Man muss einen schriftlichen Eignungstest und ein mündliches Vorstellungsgespräch in Englisch absolvieren.” Max Pauli hat es geschafft und ist nun einer von 70 Studenten in seinem Jahrgang im Bachelorstudiengang „Health Sciences”. „Die Atmosphäre ist sehr entspannt, es wird viel in Kleingruppen unterrichtet. Man kennt die Kommilitonen und die Professoren”, erzählt Max. Das Gebäude und die Einrichtung, die auf dem neuesten Stand sind, bieten beste Lernbedingungen. Dass auf Englisch unterrichtet wird, sieht er mittlerweile als Vorteil. „Ich hatte da anfangs schon Bedenken, mein Englisch war nicht wirklich gut. Aber es funktioniert, ich verstehe alles und der Unterricht kommt dadurch schnell auf den Punkt – das ist sehr angenehm.”

 

Jedes Semester besteht aus drei Modulen mit je einer Prüfung und einer Gesamtprüfung nach zwei Semestern. „So muss man immer dabei bleiben und hat nicht am Schluss einen Megatest.” Der Bachelor besteht aus sechs Semestern, genauso wie der sich anschließende Master. „Da wird es sehr praktisch, wobei in Krems drei Studenten auf einen Facharzt kommen, an anderen Unis ist der Schlüssel viel höher”, weiß Max von älteren Kommilitonen. Aber nicht nur die subjektive Einschätzung der Privatuni ist positiv. Sie ist auch in Fachkreisen anerkannt.

„Es war uns sehr wichtig, mit einer angesehenen Uni zusammenzuarbeiten”, so Bezirkstagspräsident Heinrich. Die Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften genieße einen sehr guten Ruf, weil sie wissenschaftlich auf höchstem Niveau arbeite. Ihre Partner sind die niederösterreichische Landeskliniken- Holding, das Land Niederösterreich und die Universität Basel. Träger der Gesellschaft sind die Medizinische Universität Wien, die Technische Universität Wien, die Donau-Universität Krems und die IMC Fachhochschule Krems.

 

Doch für einen Studenten ist nicht nur die Uni selbst wichtig, auch die Stadt, in der er lebt. Die Frage, ob man in Krems denn auch ordentlich ausgehen könne, beantwortet Max mit einem vielsagenden Schmunzeln. „Und Wien ist auch nicht weit weg…” Dennoch fährt der gebürtige Freyunger regelmäßig heim, er ist nach wie vor sehr in seiner Heimat verwurzelt.

„Ich bin in der Feuerwehr und bei verschiedenen Schauspielgruppen. Ich bin gern zuhause, da machen mir die drei Stunden mit dem Zug gar nichts aus.” Für Olaf Heinrich zeigt es auch, dass ein Student nicht unbedingt seine Heimatverbundenheit während des Studiums aufgeben muss. „Auch das war ein Grund für Krems, weil es von Niederbayern aus noch gut erreichbar ist.” Noch hat Max Pauli ein Alleinstellungsmerkmal an seiner Uni – um sein Stipendium wird er von den Kommilitonen sehr beneidet. Aber vielleicht kommt zum Wintersemesterstart noch der ein oder andere Niederbayer dazu. Über die Bewerbungsmodalitäten kann man sich auf der Homepage des Bezirks informieren. „Wer Fragen hat, der kann sich auch gern an mich wenden”, bietet Max Pauli an. Er möchte auch anderen helfen, damit ihr Traum vom Medizinstudium wahr wird.

Für den Bezirk ist es eine sinnvolle Investition in die Zukunft. Für ihn kommt das märchenhafte Ende dann, wenn diejenigen, die auszogen, wieder zurückkehren, um in der Heimat als Arzt zu praktizieren.

 

Foto: Bezirk Niederbayern


Stipendien des Bezirks Niederbayern fürs Medizinstudium

 

Unterstützung für den ärztlichen Nachwuchs in Niederbayern

 

Landshut. Der Bezirk Niederbayern setzt sich für eine gute ärztliche Versorgung in Niederbayern und für den ärztlichen Nachwuchs ein. Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich hat ein Stipendienprogramm für angehende Mediziner initiiert: Am kommenden Dienstag werden die Mitglieder des Bezirksausschusses über Stipendien für Medizinstudierende, die nach Abschluss des Studiums als Assistenzarzt in einem der Bezirkskrankenhäuser in Niederbayern tätig werden, entscheiden. Bereits am 20. Dezember 2016 hatte sich der Bezirksausschuss in seiner Sitzung grundsätzlich für die Vergabe von Stipendien für Medizinstudierende ausgesprochen. Das Vergabeverfahren und die Fördermodalitäten werden nun in der Sitzung kommenden Dienstag zur Entscheidung vorgelegt.

 

„Gerade im ländlichen Raum benötigen wir dringend junge Ärzte, um auch künftig die medizinische Versorgung der Bevölkerung gewährleisten zu können“, betont Bezirkstagspräsident Dr. Heinrich. „Der demographische Wandel bringt für uns zahlreiche Herausforderungen mit sich: Zum einen nimmt in einer alternden Gesellschaft die Nachfrage nach ärztlichen Leistungen zu, zum anderen hat sich die Altersstruktur in der Ärzteschaft verändert. Schon jetzt sind mehr als 30 Prozent der bayerischen Hausärzte 60 Jahre oder älter. Eine ähnliche Tendenz gibt es bei den Fachärzten. Vor allem aber im Bereich der Allgemeinmedizin, der Nachwuchsgewinnung in ländlichen Regionen und der psychiatrischen Versorgung besteht Handlungsbedarf. Der Bedarf – zum Beispiel auch in der Kinder- und Jugendpsychiatrie und der Erwachsenenpsychiatrie – steigt kontinuierlich an. Gleichzeitig haben wir in Niederbayern einen enormen Nachwuchsmangel im ärztlichen Bereich zu verzeichnen. Und dies obwohl viele engagierte Abiturienten gerne Medizin studieren wollen. Aber ihnen bleibt aufgrund des extrem hohen Numerus Clausus der Zugang an deutsche Hochschulen verwehrt und sie müssten große finanzielle Investitionen für ein Medizinstudium zum Beispiel in Österreich, Tschechien oder Ungarn aufbieten; was jedoch für viele Familien finanziell nicht möglich ist. Die Erfahrung zeigt: Niederbayerische Abiturientinnen und Abiturienten interessieren sich zum Beispiel sehr für ein Medizinstudium in Österreich, da sie in Niederbayern keine Möglichkeit haben Medizin zu studieren, sie aber aufgrund der Zugangsvoraussetzungen im benachbarten Österreich einen Medizinstudienplatz erhalten können“, argumentiert der niederbayerische Bezirkstagspräsident.

 

Diesen jungen engagierten Menschen, die das Berufsziel, Arzt in Niederbayern zu werden, verwirklichen wollen, will der Bezirk Niederbayern künftig unter die Arme greifen. Dazu hat der Bezirk zum einen Gespräche mit der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften in Krems (Österreich) geführt und zum anderen ein Stipendienprogramm entwickelt. Der Bezirk Niederbayern will künftig jährlich bis zu fünf Stipendien zur Förderung von Studenten der Humanmedizin an der Karl Landsteiner Privatuniversität in Krems an der Donau vergeben. Das Studium setzt sich zusammen aus dem Bachelor-Studiengang Health Sciences und dem Master-Studiengang Humanmedizin.

 

„Die Bezirke sind verpflichtet, die für das Bezirksgebiet erforderlichen stationären und teilstationären Einrichtungen für Psychiatrie, Neurologie und für Suchtkranke zu errichten, zu unterhalten und zu betreiben“, so Dr. Olaf Heinrich. „Mit dem Stipendienprogramm will der Bezirk zum einem dieser Versorgungsverpflichtung Rechnung tragen, indem Medizinstudenten an eine Tätigkeit in einem der Krankenhäuser des Bezirks Niederbayern herangeführt werden. Zum anderen will der Bezirk Niederbayern dazu beitragen, ärztlichen Nachwuchs für Niederbayern zu gewinnen. Die Zuwendung soll es den Stipendiaten ermöglichen, sich intensiv auf ihr Studium zu konzentrieren, damit schnell ein erfolgreicher Abschluss erreicht werden kann. Der Stipendiat verpflichtet sich im Gegenzug für einen Zeitraum von in der Regel sechs Jahren – je nach Dauer der in Anspruch genommenen Stipendienförderung – in einem der Krankenhäuser des Bezirks Niederbayern ärztlich tätig zu sein.“

 

Voraussetzungen für den Erhalt des Stipendiums sollen unter anderem sein: ein persönlicher Bezug zum Bezirk Niederbayern, die erfolgreiche Teilnahme am Auswahlverfahren der Karl Landsteiner Privatuniversität für den Studiengang Health Sciences beziehungsweise für den Master-Studiengang Humanmedizin und eine Verpflichtungserklärung zur ärztlichen Tätigkeit in einem Krankenhaus des Bezirks Niederbayern, z.B. als Assistenzarzt nach dem erfolgreichem Abschluss des Medizinstudiums. Vorgesehen ist, dass der Stipendiat ab dem ersten Studienjahr monatlich 550 Euro erhält. Die Stipendiaten sollen während des Studiums eng durch den Bezirk Niederbayern begleitet werden. Die Auswahl der Stipendiaten wird durch ein Auswahlgremium erfolgen. Geplant ist, dass das Stipendium bereits für das kommende Studienjahr gewährt wird. Im April beginnt hierzu das Auswahlverfahren an der Karl Landsteiner Privatuniversität in Krems.

 

Dass der Bedarf an gut ausgebildeten jungen Ärzten groß ist, betonen auch die Ärztlichen Direktoren der niederbayerischen Bezirkskrankenhäuser. Sie begrüßen daher die Pläne für das Stipendienprogramm. „Die Nachfrage nach psychiatrischer Behandlung steigt immer weiter, gleichzeitig sind wir in Deutschland mit einem Ärztemangel konfrontiert“, so Prof. Dr. Hermann Spießl, Ärztlicher Direktor des Bezirkskrankenhauses Landshut. „Dieser Ärztemangel zeigt sich unter anderem darin, dass wir auf Stellenanzeigen für Assistenzärzte und Oberärzte kaum geeignete Bewerbungen erhalten. Daher ist das geplante Stipendienprogramm eine große Chance, junge engagierte Ärzte für die niederbayerischen Kliniken zu gewinnen.“ Auch Prof. Dr. Wolfgang Schreiber, Ärztlicher Direktor des Bezirksklinikums Mainkofen, sieht eine positive Wirkung für die Bezirkskliniken und Niederbayern: „Das Stipendienprogramm bietet nicht nur die Möglichkeit, gut ausgebildete junge Assistenzärzte nach dem Studium zu bekommen, sondern verfolgt auch das Ziel, dass sich für unsere Bezirkskrankenhäuser in Kooperation mit der Karl Landsteiner Universität die Möglichkeit eröffnet, die Medizinstudenten und -studentinnen im praktischen Jahr auszubilden und damit Lehrkrankenhaus zu werden. Damit könnten Studierende bereits während des Studiums die Bezirkskrankenhäuser kennenlernen.“

 

Weitere Informationen über das geplante Stipendium werden nach der Bezirksausschuss-Sitzung, die kommenden Dienstag in Mainkofen stattfindet, bekannt gegeben.

 

BU:

Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich hat ein Stipendienprogramm für angehende Mediziner initiiert

 

Foto Bezirkskrankenhaus Landshut:

Prof. Dr. Hermann Spießl, Ärztlicher Direktor des Bezirkskrankenhauses Landshut, (links) und Krankenhausdirektor Stefan Eichmüller (rechts) forcieren zusammen mit Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich (Mitte) und dem Bezirksklinikum Mainkofen das geplante Stipendienprogramm

 

Fotos: Reg. v.Niederbayern