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Stadtteil Nikola

Bildttext: „Häusererzählen” in Nikola schafft Einblicke in sonst verschlossene Häuser – das Bild zeigt Quartiersmanagerin Ele Schöfthaler (mit Hut) im vergangenen Jahr in der Villa der Familie Ansbacher in der Seligenthaler Straße. Die nächsten Theaterführungen finden am 20. und 21. Juli statt, für die man sich ab sofort anmelden kann.

 

„Die geldigen Leut von Nikola”

Zum siebten Mal „Häusererzählen” im Stadtteil Nikola – jetzt anmelden

200, 100 und 50 Jahre zurück geht es in diesem Jahr am Freitag, 20., und Samstag, 21. Juli, bei der nun fast schon traditionellen Theater-Führung in Nikolas Häusergeschichte, in der es um „geldige Leut” und Finanzgeschäfte geht. Das Kloster Seligenthal hat vor 200 Jahren fast alles verloren, weil der Staat gerade Geld gebraucht hat für die Landshuter Universität. Ein Brot-Fabrikant zahlt vor 100 Jahren mit Spenden für den Kommerzienrat-Titel. Und im Einkaufszentrum am Kennedyplatz soll ein Café für noch mehr Umsatz sorgen. Quartiersmanagerin Ele Schöfthaler, Heinz Grunwald und Thomas Krebs führen zu den drei historischen Stationen. Treffpunkt am 20. und 21. Juli ist jeweils um 18 Uhr der Ausstellungsraum an der Seligenthaler Straße 22.

Über eine Hintertür geht es in das Kloster Seligenthal vor 200 Jahren zurück. Eine Trödlerin (Emma Kellner) verkauft für den Staat Wäsche, Zinn und Geschirr des Klosters an die Meistbietenden – sie erzählt von der sehr armen Zeit des Klosters und den Hoffnungen, die man seinerzeit auf König Ludwig I setzte. Der wollte dem Kloster wieder eine Zukunft verschaffen – unter der Voraussetzung, dass sich das Kloster selbst um die nötigen Finanzmittel für den Wiederaufbau kümmert und wieder eine Mädchenschule für Nikola errichtet. Die Trödlerin spricht dafür mit einer Klosteranwärterin (Rose Rosenkranz) und prüft sie auf ihre pädagogischen Kenntnisse.

In der Villa des Millionärs und Brotfabrikanten Barthmann, in der heute eine Anwaltskanzlei beheimatet ist, wird vor 100 Jahren weniger über Geld gesprochen als über die Kleiderordnung anlässlich der bevorstehenden Verleihung des Kommerzienrat-Titels an den Herrn im Haus. Die Frau des Hauses (Stefanie Horinek) berät mit der Tochter eines Münchener Kommerzienrats (Fahriye Önder) auch die Tischdekoration und Gästeliste für die Ordensverleihung am Geburtstag von König Ludwig III und mögliche Sachspenden für die neu errichtete Kinder-Bewahranstalt in Nikola.

Rendite und Ruhestörung sind die Themen im großen Einkaufszentrum am Kennedyplatz von Konsul Dr. Hanns Maier vor 50 Jahren. Ein Anwalt hatte für den Ausbau des neuen Cafés seine Dachterrasse opfern müssen. „Die Lokalitäten sollen nicht zuletzt den Kunden des dortigen Möbel-Großmarktes und des dortigen Lebensmittelgeschäftes zugute kommen”, so stand es in der hiesigen Tageszeitung vor 50 Jahren. Der Anwalt stört sich an der lauten Musik, die aus dem Café in seine Kanzlei hinüberdringt, er bittet um leise Caféhaus-Musik. Die Betreiberin (Petra Moderow) zeigt wenig Verständnis für die Klagen des Anwalts – ihren Gästen gefällt die moderne Musik, warum sollte sie da leise Töne wählen?

Der Kennedyplatz wurde während der Blütezeit des damaligen Einkaufsmarktes auch „Landshuts Stachus” genannt. Und wegen der vielen Banken dort ging die hiesige Tageszeitung 1968 davon aus, dass Landshuts „Stachus” am Ende zur „Wallstreet” wird. Neben der Sparkasse, die heute noch am Kennedyplatz eine Filiale betreibt, gab es damals drei weitere Banken rings um den Platz, die Bayerische Staatsbank, die Bayerische Vereinsbank und die Bayerische Hypotheken- und Wechselbank.

So bunt wie das Viertel, sind auch die Geschichten der Häuser von Nikola. In Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv sucht Quartiersmanagerin Ele Schöfthaler jedes Jahr nach spannenden Einblicken in die Nikola-Geschichte. Die Veranstaltungen richten sich an Menschen jeden Alters, an Kinder, junge Erwachsene und auch ältere Menschen. Es sind circa 20 Gehminuten für die drei Stationen einzuplanen. Am Freitag, 20., und Samstag, 21. Juli, geht es jeweils um 18 Uhr von den Ausstellungsräumen an der Seligenthaler Straße 22 in drei Gruppen zu den drei Stationen im Quartier.

Um für die Theater-Führungen planen zu können, ist für „Häusererzählen” eine Voranmeldung nötig – am sichersten per E-Mail unter schoefthaler.ele@t-online.de. Man bekommt dann dafür auch gleich die Bestätigung für den persönlichen Wunschtermin (Freitag oder Samstag). Anmeldungen sind auch persönlich möglich, immer montags von 8 bis 13 und 15 bis 18 Uhr und donnerstags zwischen 10 und 18 Uhr im Quartiersbüro an der Seligenthaler Straße 26, Telefon 96549100. Der Unkostenbeitrag für die Veranstaltung beträgt 5 Euro.

 

Foto: Stadt Landshut

 

Helmut Huber bleibt Vorsitzender, Winfried Wiethaler wird weiterer Stellvertreter

Im Rahmen der Neuwahlen beim CSU Ortsverband Landshut-Stadt Nikola wurden der Vorsitzende Helmut Huber und seine Vertreterin Ute Winzinger im Amt bestätigt. Ebenso bleiben Schatzmeisterin Jessica Hensel, Schriftführer Peter Winzinger und die Stadträte Wilhelm Hess und Lothar Reichwein sowie Gabi Smorowski als weitere Mitglieder dem Vorstand erhalten. Als zusätzlicher Stellvertreter konnte Winfried Wiethaler gewonnen werden. Die Kassenprüfung übernehmen Anna Maria Rösch und Josef Paintner.

In seinem Rechenschaftsbericht erwähnte Vorsitzender Huber insbesondere die Informationsveranstaltung zur Neugestaltung des Bismarckplatzes mit dem ehemaligen Oberbürgermeister Hans Rampf und Baudirektor Johannes Doll, die viele interessierte Besucher anzog. “Nach Abschluss der Umbauarbeiten im November 2016 hat sich der Bismarckplatz zu einem ansehlichen Mittelpunkt in unserem Viertel entwickelt” betonte Huber.

Des weiteren habe sich der Ortsverband in einem offenen Brief an OB Rampf für eine rasche Lösung der derzeit immer noch gesperrten Wagnergasse eingesetzt. “Die Sperrung der Wagnergasse bedeutet für Anwohner und Gewerbetreibende erhebliche Beeinträchtigungen und Umsatzeinbußen” so Huber. “Ich hoffe, dass nach dem
Stadtratsbeschluss für den Abriss der Häuser 4 – 6 diese wichtige Verbindung zum Bismarckplatz zeitnah wieder befahrbar ist”.

Der CSU-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Helmut Radlmeier, der auch die Neuwahlen leitete, informierte über aktuelle politische Themen. So habe bei der Landespolitik die Sicherheit für die Bürger oberste Priorität. So seien hierfür 9,5 Milliarden Euro in den Doppelhaushalt 2017/2018 eingestellt worden, so viel wie nie zuvor.
“Während andere Länder Stellen streichen, stellt Bayern in den nächsten Jahren 2000 zusätzliche Polizeibeamte ein”, so Radlmeier. Als weitere Schwerpunkte führte er den dringenden Nachholbedarf in der Kurzzeitpflege an sowie die Verwirklichung der vorrangigen Verkehrsprojekte im Raum Landshut, allen voran den Weiterbau der B 15 neu. Er unterstütze ausdrücklich das Bürgerbegehren für die Westtangente und setze auf
einen fruchtbaren Dialog mit dem Landkreis.

Radlmeier ging auch auf die bevorstehenden Bundestagswahlen ein und betonte, dass es
zur Unterstützung von Bundeskanzlerin Merkel keine Alternative gäbe. “Eine rot/rot/grüne Koalition kann auch unmittelbare Auswirkungen auf unsere Region haben” warnte Radlmeier. “Es steht zu befürchten, dass die im Rahmen der mittelfristigen Finanzplanung eingestellten Mittel für unsere vorrangigen Verkehrsprojekte gefährdet sind, wie es schon einmal Anfang 2000 der Fall war”.

Zum Abschluss der Veranstaltung betonte Huber, dass sich auch der Ortsverband Nikola für eine Umfahrung im Westen einsetze, da gerade der Stadtteil Nikola schon jetzt unter der erheblichen Verkehrsbelastung leide, die nach dem Anschluß der B 15 neu an die
A 92 noch deutlich zunehmen werde.

Das Bild zeigt den neuen Vorstand
Vordere Reihe (von links nach rechts):
Ute Winzinger, Jessica Hensel, Gabi Smorowski
Hintere Reihe (von links nach rechts):
Lothar Reichwein, Wilhelm Hess, Helmut Huber, Winfried Wiethaler,
Peter Winzinger sowie den Kreisvorsitzenden und MdL Helmut Radlmeier

 

Weitere „kleine grüne Lunge” für den Stadtteil Nikola

Ab kommender Woche beginnen im Bereich des Siebenbrückenwegs die vorbereitenden Maßnahmen für die vom Stadtrat beschlossene Realisierung der Wegeverbindung zur Seligenthaler Straße mit Grünfläche. Diese von der Stadt erworbene Freifläche mit ihrem Baumbestand soll später unter Beibehalt ihres naturnahen Charakters der Öffentlichkeit zugänglich sein. Erste Entsorgungsarbeiten von Unrat wurden bereits durchgeführt. Ab Montag beginnt eine fachkundige Firma in enger Abstimmung mit der Naturschutzbehörde mit der Entfernung des massiven Efeubewuchses an den Bäumen. Innerhalb der festgesetzten Trasse des Fuß- und Radweges befinden sich auch einige Bäume, die gefällt werden müssen. Aufgrund der bevorstehenden Vogelbrutzeit sind diese Maßnahmen unaufschiebbar; als Ausführungszeitraum sind – je nach Witterung – die nächsten zwei Wochen eingeplant. Die vorhandenen Mauerreste des einstigen landwirtschaftlichen Nebengebäudes in der Grünfläche werden in Kürze ebenfalls großenteils abgetragen.

 

Foto: klartext