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Sondermüll

Leserbrief zum Artikel in der Süddeutschen Zeitung:

https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/zahnfuellungen-zahnmedizin-alllergien-1.4906366

„Zahnfüllungen lösen nur selten Allergien aus“ von Tanja Wolf:

Der am 13.Mai 2020 in der SZ erschienene Artikel ist in puncto Amalgam leider einseitig und unsachlich: Was nützt ein Allergietest zum Nachweis einer Amalgam-Unverträglichkeit, wenn gar keine Allergie, sondern ein toxisches Gesundheits-Problem vorliegt?

Quecksilber (als Hauptbestandteil von Amalgam) ist das giftigste nicht radioaktive Element. Die Wirkung auf den Organismus ist deshalb überwiegend toxischer Natur.

Amalgam wird beim Kauakt abgerieben, zersetzt sich im relativ aggressiven Mundmilieu an den Oberflächen und dampft täglich (auch bei alten Füllungen) Quecksilber ab. So gelangt Quecksilber über verschiedene Wege in den Organismus und kann verschiedenste pathologische Prozesse im Körper auslösen.

Verstärkt wird die Toxizität von Amalgam durch verschiedenste Umweltgifte im Sinn einer Potenzierung (z.B. durch Mercaptane aus wurzelbehandelten/nervtoten Zähnen, Blei aus der Umwelt, Insektizide aus der Nahrung etc.).

Bei Amalgam handelt es sich um ein Gemisch, das im Wesentlichen aus Quecksilber (50 %), Silber und Zinn besteht. Dieses Gemenge ist sehr instabil und löst sich während seiner gesamten Tragezeit im Mund und gibt so seine Bestandteile in Minidosen an den Organismus ab. Alle drei Komponenten werden nur zum Teil wieder ausgeschieden, der überwiegende Teil wird im Körper gespeichert. Deshalb spricht man bei Amalgam auch von einem „Kumulationsgift“, was bedeutet, dass sich Minidosen über Jahre zu einem Giftproblem anreichern können mit langfristig vielfachen und sehr unterschiedlichen, wissenschaftlich gut belegten Auswirkungen.

Eine aktuelle Studie belegt, dass die neueren Amalgamfüllungen bis zu 10x mehr Quecksilber im Mund abgeben als die älteren aus den 70er Jahren. Der Passus: „Amalgamlegierungen wurden schon vor etwa zehn Jahren so verbessert, dass die Bestandteile im Mund kaum noch korrodieren und somit kaum noch Quecksilber freigesetzt wird“ ist somit sachlich falsch. Neuere Studien belegen auch, dass Amalgamfüllungen ein bis zu 800x höheres toxisches Potential haben als Kunststofffüllungen.

Frau Wolf sollte in ihrem Artikel auch erklären, warum eine Amalgam-Füllung gesundheitlich unbedenklich sein soll, während eine Entfernung der gleichen Füllung toxikologisch brisant wird und der Werkstoff nicht in die Kanalisation geleitet werden darf, sondern als Sondermüll entsorgt werden muss.

Nicht von ungefähr ist Amalgam wegen seiner toxischen (giftigen) Wirkungen auf den Organismus bereits weltweit in vielen Ländern verboten und auch im europäischen Parlament ist ein Amalgam-Verbot zum vorsorglichen Gesundheitsschutz bereits in Arbeit.

Zumindest jeder chronisch Kranke, aber auch jeder Gesundheitsbewusste sollte deshalb Amalgam meiden. Amalgamträgern wird dringend empfohlen, dieses sachgemäß entfernen zu lassen. Eine anschließende Ausleitung aus den Körpergeweben ist dringend anzuraten.

Dr. Karlheinz Graf, 94315 Straubing

Präsident der Deutschen Gesellschaft für Umwelt- und Human-Toxikologie (www.dguht.de)

Enthalten diese Ziegel giftige Schadstoffe?
Nach dem Holzschutzmittelskandal der 90er Jahre sorgt momentan ein neuer folgenschwerer Einsatz von giftigen Zusatzstoffen, hergestellt aus recycelten und hoch belasteten Stein- und Glaswolldämmungen und Filterstäuben, für Unruhe in der Baubranche.

Verbraucher und Bauwillige sind über den unverantwortlichen Umgang mit krebserregenden Stoffen aus Sondermüllbeständen sehr verunsichert. Gemäß der Veröffentlichung im ARD vom 27. Juli 2015 wird ein inzwischen geschlossenes hessisches Recycling-Unternehmen  wegen einer nicht genehmigten Verbreitung von Gefahrstoffen beschuldigt. Dem hessischen Unternehmer wird angelastet, in einem Recyclestoff namens Woolit, der als Hilfsstoff für mineralische Baustoffe wie Ziegelsteine zum Einsatz kam, kostensparend aber unrechtmäßig die giftigen Metall- und Faserabfälle für  die Entsorgungs- und Keramikindustrie wiederverwertet zu haben. Es wird nun befürchtet, dass in noch weiteren  Baustoffgruppen dieser patentierte und hochgelobte Zusatzstoff zum Einsatz kam. Während der Bearbeitung oder durch Baufugen können möglicherweise diese höchst gefährlichen Metalle und Fasern in die Raumluft  und dann in die Lunge gelangen.
Obwohl der Woolit Zusatzstoff von einer hessischen Universität geprüft und von der hessischen Umweltbehörde güteüberwacht wurde, konnten Verbraucher, Hersteller und Baufirmen trotzdem getäuscht werden. Label und Prüfzertifikate sind oftmals zu industriefreundlich und prüfen daher nur genehme Produktmerkmale, mit denen ein Gefährdungspotential eines Produktes wie die Giftstoffe in Woolit nicht aufgedeckt werden können. Wichtige Aspekte wie eine Inhaltsstoffprüfung oder eine Kontrolle der Liefer- und Produktionsketten werden meistens nicht berücksichtigt. Deshalb wird Baufirmen, Hausbesitzern und Bauwilligen schon vor dem Kauf empfohlen die Inhaltsstoffe von Bauprodukten anzufordern. Wegen dem neuen Gift- und Umweltskandal bangen nun viele Hausbesitzer um ihre Gesundheit oder befürchten einen Wertverlust ihrer Immobilie ähnlich wie beim Asbestproblem. Wie man den Hausstaub oder Baustoffproben auf Woolit- Gefahrstoffe hin untersuchen lassen kann, erfahren Sie unter der Hotline: +49 (0)7161 / 3543587.

Karl-Heinz Weinisch
Vizepräsident der DGUHT – aktiv für Mensch und Umwelt

Energiesparlampen enthalten hochgiftiges Quecksilber

Mithilfe von technischen Entwicklungen Energie zu sparen ist eine gute Idee. Bloß ist sie schlecht umgesetzt, wenn das neue Produkt einen der giftigsten Stoffe verwendet, den wir kennen: Quecksilber. Dass Energiesparlampen dieses Gift enthalten wissen noch immer viele Menschen nicht. Gemeint sind dabei speziell die „Kompaktleuchtstofflampen“, für die sich der allgemeine Begriff „Energiesparlampen“ eingebürgert hat.

Verteidigt wird der Quecksilbergehalt oft mit dem Argument, dass es während des normalen Betriebs nicht freigesetzt werde, sondern nur wenn die Lampe zerbreche. Und auch wenn das geschehe, sei die akute Gesundheitsgefahr aufgrund der enthaltenen Menge Quecksilber nicht hoch. Aber: Selbst geringe Mengen können langfristig schaden. Denn sie werden in Geweben und Organen eingelagert und bewirken hier eine schleichende Vergiftung.Darum ist unbedingt ein Maßnahmenkatalog einzuhalten, wenn eine Energiesparlampe zerbricht. Die Scherben dürfen beispielsweise auf keinen Fall mit einem Staubsauger aufgenommen werden, ansonsten verteilt sich das Quecksilber im Raum, versickert und bildet für lange Zeit giftige Dämpfe. Leider wissen viele Leute auch von diesem Maßnahmenkatalog nichts.

LED-Lampen enthalten ebenfalls problematische Stoffe, aber eben nicht so giftig wie Quecksilber. Auch sind sie bauweisebedingt stabiler als Kompaktleuchtstofflampen.

Energiesparlampen gehören in den Sondermüll

Nach Schätzung der Deutschen Umwelthilfe landen 80 Prozent aller ausgedienten Energiesparlampen aus Privathaushalten im Hausmüll. Das Quecksilber aus diesen Lampen gelangt daher unkontrolliert in die Umwelt.Darum müssen Energiesparlampen getrennt entsorgt werden, zum Beispiel bei Wertstoffhöfen oder in Drogerie-  und Supermärkten, die eigene Sammelstellen anbieten. Dann und nur dann können auch wertvolle Rohstoffe wie Aluminium und Glas recycelt werden – im Hausmüll gehen sie verloren.

Gleiches gilt für LED-Lampen, auch sie dürfen nicht mit in den Restmüll, damit sie samt ihrer elektronischen Bauteile fachgerecht recycelt werden können. Doch LEDs enthalten wenigstens kein Quecksilber

lesen Sie weiter: http://www.utopia.de/magazin/5-argumente-gegen-energiesparlampen

28. Jul. 2013, 17:38

In stillgelegten Zechen im Ruhrgebiet soll hochgiftiger Sondermüll

gelagert sein. Der Abfallexperte und Biochemiker Harald Friedrich erklärt,

warum es sich um eine tickende Zeitbombe handelt. Von Johannes Nitschmann

In stillgelegten Schächten von vier Ruhrgebietszechen sollen Hunderttausende Tonnen

giftigen Sondermülls lagern. Der renommierte Abfallexperte und Biochemiker Harald

Friedrich hat die Gefahrenpotenziale dieser Altlasten jetzt in einem Gutachten für einen vom

Bergbau geschädigten Landwirt im westfälischen Bergkamen untersucht. Der 61-jährige

Wissenschaftler war zwischen 1996 und 2006 zehn Jahre lang im NRW-Umweltministerium

als Abteilungsleiter für Abfallwirtschaft, Bodenschutz und Wasserwirtschaft tätig und zählte

zu den engsten politischen Vertrauten der damaligen Umweltministerin Bärbel Höhn (Grüne).

Das Gutachten trägt den Titel: “Die Risiken und langfristigen Umweltauswirkungen des

untertägigen Versatzes von gefährlichen hochtoxischen Sonderabfällen in den Bergwerken

der Steinkohle NRW.” Der Auftraggeber Hermann Schulze-Bergcamen will das Gutachten

demnächst Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) übergeben. So lange unterliegen die

konkreten Gutachtenergebnisse einem Sperrvermerk.

Im Interview spricht der Gutachter über seine dramatischen Gesamtbefunde bei der

hochriskanten Sondermüllentsorgung in den Ruhrgebietszechen.

Die Welt: Herr Friedrich, in den stillgelegten Schächten von vier Ruhrgebiets-Zechen sollen

mehr als 700.000 Tonnen hochtoxischer Filterstäube aus Müllverbrennungs- und

Industrieanlagen lagern. Der Bund für Umwelt und Naturschutz hört da “eine gigantische

Zeitbombe” ticken. Halten Sie diesen Alarm für begründet?

Harald Friedrich: Bei gründlicher Analyse und Würdigung der tatsächlichen Sachverhalte in

den Steinkohlebergwerken ist die Einschätzung begründet. Seine Warnungen an die

Ruhrkohle AG sind mehr als berechtigt. Der Bergbautreibende und die Bergbehörden sind

bei vollem Bewusstsein ein Risiko eingegangen, das sie offensichtlich weder technisch noch

in ihren umweltökologischen Folgen überblickt haben. Wäre diese Sonderabfallverklappung

unter der Aufsicht des Abfall- und des Wasserrechts erfolgt, hätte bereits nach einigen

Sekunden der Vorprüfung das Ergebnis festgestanden, dass ein solches Ansinnen nicht

genehmigungsfähig ist.

Die Welt: Die Abfälle hätten tatsächlich in eine Sonderdeponie gehört?

Friedrich: Nach Abfallrecht wären diese Sonderabfälle in die Hochsicherheitsdeponie im

Steinsalz nach Herfa-Neurode gebracht worden, auf keinen Fall in eine Zeche, die nach

Beendigung des Bergbaus mit Wasser geflutet wird. Der Unterschied bei der Ablagerung

gefährlicher Sonderabfälle in einem Bergwerk oder einer Hochsicherheitsdeponie im

Steinsalz entspricht in etwa einem Kartenhaus im Vergleich zum Bundesbank-Tresor.

Die Welt: In welchen Zechen lagert der Abfall?

Friedrich: Es sind Schachtanlagen in den Regionen Gelsenkirchen, Bergkamen und am

Niederrhein. Konkret geht es um die stillgelegten Zechen Consolidation, Haus Aden und

Walsum, die ursprünglich ihren Anfang in Duisburg hatte und sich mittlerweile unterirdisch

auf die Stadtgebiete von Dinslaken, Voerde und Kamp-Lintfort ausgedehnt hat.

Die Welt: Welche Gifte enthält der Müll?

Friedrich: Es handelt sich bei den eingelagerten Abfällen um das Giftigste vom Giftigen, was

als Sonderabfall in einem mitteleuropäischen Land anfällt. Die Filterstäube aus

Hausmüllverbrennungsanlagen stellen die Schadstoffsenke des Verbrennungsprozesses dar.

Alle im Abfall enthaltenen Stoffe wie zum Beispiel die giftigen Schwermetalle Cadmium und

Blei, die Krebs erzeugenden polyaromatischen Kohlenwasserstoffe und die bei der

Verbrennung entstehenden Giftstoffe wie Dioxine und Furane werden in der Schadstoffsenke

als Filterstaub abgeschieden. Es gehört schon eine gewisse Kaltschnäuzigkeit dazu, ein

aufkonzentriertes Gift-Abfall-Gemisch einer Schadstoffsenke wieder großräumig in der

Umwelt zu verteilen und möglicherweise riesigen Grundwasserleitern zugänglich zu machen.

Die Welt: RAG und Bergaufsicht versichern, der Giftmüll sei durch Dämme abgeschlossen

und könne somit gar nicht an die Oberfläche austreten.

Friedrich: Die RAG und die Bergbehörden können keinen sauberen technischen und

naturwissenschaftlich korrekt geführten Beweis für ihre Behauptung vorlegen. Das

Herunterbeten von Glaubensbekenntnissen hilft nicht bei seriösen Risikobetrachtungen. Die

Vierteljahresberichte zu den Einlagerungen in den Steinkohlebergwerken erfüllen nicht die

Anforderungen an eine überprüfbare und objektivierbare Dokumentation. An keiner Stelle

kann die RAG belegen, dass die Laboruntersuchungen, die für bestimmte UÅNberprüfungen

durchgeführt wurden, wirklich mit den Proben identisch sind, die der Bergbautreibende selbst

während der Sonderabfallverklappung gezogen hat.

Die Welt: Soll hier etwas vertuscht werden?

Friedrich: Wenn die RAG wirklich die Absicht gehabt hätte, die Einbauten der Sonderabfälle

nachvollziehbar und überprüfbar nachzuweisen, dann hätte sie die Überwachung dieser

Maßnahme objektivierbar organisiert. Aufgrund der tatsächlich erfolgten

Genehmigungssystematik und der UÅNberprüfungspraxis der Bergbehörden ist eine

objektivierbare UÅNberprüfung aber verunmöglicht. Man ist eindeutig davon ausgegangen, dass

kurz nach Einbau der Streckenabschnitt unter Tage einstürzt, sodass jegliche Nachprüfungen

von da ab unterbleiben müssen. Hier haben Bergbautreibender und Bergbehörden sehr

geschickt zusammengearbeitet, aber nicht zum Wohle einer objektiven Überwachung.

Die Welt: Sie befürchten, dass sich der durch Rohre in die Tiefe beförderte breiige Abfallstoff

irgendwann auflöst und ins Grundwasser gelangt?

Friedrich: Nein, das Gegenteil ist der Fall. Es ist vor Ort unter Tage an keinen Punkt der

Beweis angetreten worden, dass das angerührte Sonderabfallgemisch vor Ort wirklich

ausgehärtet ist. Die Möglichkeit, dass der Sonderabfall nach wie vor als viskoser Brei vor Ort

vorliegt, der seinerseits wasserlöslich ist, kann vom Bergbautreibenden RAG durch objektive

unabhängige Beweisführung nicht ausgeschlossen werden.

Die Welt: Gefährlich würde es für Wasser und Böden demnach erst, wenn die RAG nach

dem Auslaufen der Bergbausubventionen 2018 ihre Pumpen abstellt, um jährlich 200

Millionen Euro an Ewigkeitskosten einzusparen.

Friedrich: Ja, das ist richtig. Derzeit wird noch gesümpft, das heißt, das Grundwasser in den

Tiefenbereichen der Steinkohlebergwerke wird technisch an definierten Punkten gehoben.

Wenn jedoch mit Eintritt des Endes der Steinkohleförderung im Jahre 2018 die

Grundwasserabsenkung in den Bergwerken beendet wird, werden alle ausgebeuteten

Steinkohlebergwerke zwischen Kamp-Lintfort am Niederrhein und Dortmund/Hamm

absaufen. Diese Bergwerke stehen untereinander in physikalischer Verbindung, das heißt,

eine große geologisch und wasserwirtschaftlich zusammenhängende Landmasse wird unter

Tage wie eine riesige Anordnung von kommunizierenden Röhren miteinander in Verbindung

stehen und über unterirdische Strömungen den wässrigen Inhalt der ausgebeuteten

Bergwerke untereinander austauschen.

Die Welt: Der Giftmüll ist bereits in den 90er-Jahren in die Zechenschächte verbracht

worden. Offenbar ganz legal und mit Zustimmung der zuständigen Landesbehörden.

Friedrich: Bei der Bewertung der Legalität ist große Vorsicht angebracht. Eine Genehmigung

nach Bergrecht ist formaljuristisch eine rechtskräftige Genehmigung. Das Bergrecht an sich

ist aber kein den Umweltgesetzen vergleichbares Recht. Im Endergebnis kennt es nur die

hundertprozentige Durchsetzung der Interessen des Bergbautreibenden und keine ernst zu

nehmende Abwägung mit den öffentlichen Interessen und den Belangen des

Umweltschutzes. Dazu kommt leider noch, dass die das Bergrecht umsetzenden Mitarbeiter

der Bergbehörden nicht den im Vergleich mit anderen Behörden nötigen Abstand zu dem

Antragsteller, dem Bergbautreibenden, haben. Die Mitarbeiter der Bergbehörden legen

meistens ein Genehmigungsverhalten an den Tag, als seien sie lediglich vom Staat bezahlte

Befehlsempfänger des Bergbautreibenden.

Die Welt: Jedenfalls ist das Verbringen von Sondermüll in Bergwerke erst Ende der

90er-Jahre unter dem grünen Bundesumweltminister Jürgen Trittin bundesgesetzlich

untersagt worden. Trittin wollte ursprünglich gar nicht glauben, dass es in NRW solche

Entsorgungspraktiken gegeben hat.

Friedrich: Bei den Abstimmungsgesprächen zwischen den Bundesländern und dem

Bundesumweltministerium zur Schaffung einer bundesgesetzlichen Bergversatz-Verordnung

war ich in meiner früheren Position im nordrhein-westfälischen Umweltministerium als

Abteilungsleiter für Abfallwirtschaft, Bodenschutz, Wasserwirtschaft beteiligt. Die Mitarbeiter

der Umweltministerien aus den anderen Bundesländern wollten gar nicht glauben, was da –

wie sie sagten – “für eine Schweinerei” unter der Zuständigkeit des damaligen

Landeswirtschaftsministeriums in Düsseldorf angeblich genehmigt worden war.

Die Welt: Hat die RAG mit der Endlagerung des Sondermülls nach Ihren Erkenntnissen

schnelles Geld gemacht?

Friedrich: Eine Tonne dioxinhaltiger Filterstaub ist zu damaliger Zeit zu Preisen zwischen

500 und 800 Mark in den dafür nach Abfallrecht zugelassenen Sonderabfalldeponien

entsorgt worden. Die RAG hat mit ihrer nach sicherheitstechnischen Gesichtspunkten

betriebenen “Billigvariante” Millionensummen in dreistelliger Höhe verdient.

Die Welt: Es gibt Hinweise, dass die RAG offenbar Unterlagen vernichtet haben soll.

Friedrich: Mein Auftraggeber hat für das Bergwerk, das unter seinen Ländereien angeordnet

ist, alle Antragsunterlagen, Genehmigungsunterlagen, Begleitvermerke sowie Berichte über

Störfälle in meterlanger Aktenform ausgehändigt bekommen. Auf Nachfrage zur

Akteneinsicht der Sonderabfallverbringung in drei weiteren Bergwerken wurde vom

zuständigen Landesoberbergamt mitgeteilt, dass es reiner Zufall sei, dass die Unterlagen

über das beschriebene Bergwerk noch existierten und daher auch in kopierter Form

übergeben worden seien. Die Unterlagen über die Sonderabfallverklappung in den drei

anderen Bergwerken seien zwischenzeitlich vernichtet worden. Ich vermeide es, über den

Wahrheitsgehalt dieser amtlichen Aussage nachzudenken.

Die Welt: Halten Sie als Abfallexperte eine systematische Entsorgung aus den

Bergbauschächten für möglich?

Friedrich: Die RAG hat sich mit der Ablagerung von Sonderabfällen in vier

Steinkohlenbergwerken eine eigene Altlast systematisch aufgebaut, die in ihren

ökotoxikologischen Auswirkungen der Problematik mit der Altlast Asse in Niedersachsen

vergleichbar ist. Müsste diese Altlast saniert werden, das heißt der runtergebrachte

Sondermüll geborgen werden, was technisch unter großem Aufwand möglich ist, dann

würden diese Rückführungskosten die Einnahmen aus der Sonderabfallverbringung um

Größenordnungen übersteigen.

© Axel Springer AG 2013

Ruhrgebiet : Tickende Zeitbomben in stillgelegten Zechen – Nac… http://www.welt.de/regionales/duesseldorf/article118385281/Tic…

3 of 3 28.07.2013 19:38

 

Energiesparlampen enthalten giftiges Quecksilber und gehören in den
Sondermüll – DUH gibt sich “grünes Mäntelchen”: Energiesparlampen
voraussichtlich nur eine Übergangstechnologie

Panorama 3: Fast ein Drittel aller Deutschen entsorgt Energiesparlampen falsch

Dennoch werden sie immer noch von fast einem Drittel aller Deutschen falsch entsorgt. Das hat eine repräsentative Studie des Instituts infratest dimap im Auftrag des NDR-Politikmagazins “Panorama 3”(Dienstag, 21.05.2013, 21:15 Uhr, NDR Fernsehen) ergeben. Demnach werfen 29 Prozent der Befragten defekte Energiesparlampen auch in den Hausmüll, in den Wertstoffsack bzw. in die Wertstofftonne sowie in den Altglascontainer. Sowohl aus Umweltschutz- als auch Gesundheitsschutzgründen ist dies allerdings hochgefährlich. Jede Energiesparlampe enthält zwei bis drei Milligramm Quecksilber, ältere Modelle sogar bis zu 15 Milligramm. Befragt wurden 1000 Personen im Alter ab 18 Jahren in Deutschland.

Energiesparlampen können über speziell eingerichtete Sammelstellen entsorgt werden, insbesondere über kommunale Einrichtungen wie Wertstoffhöfe, Recyclinghöfe oder Schadstoffmobile. Von diesen Rücknahmestellen gibt es lediglich geschätzte 9000 in Deutschland.

Die Europäische Union hatte ursprünglich vorgesehen, dass die Altlampen auch im Handel zurückgegeben werden können. Doch die Bundesregierung wollte diese Verpflichtung nicht umsetzen. Die Bundesrepublik ist damit das einzige Land in Europa, in dem der Handel die Lampen nicht zurücknehmen und damit zu einer fachgerechten Entsorgung beitragen muss. Dies geschieht allein auf freiwilliger Basis.

Die Deutsche Umwelthilfe schätzt, dass die von ihr gemeinsam mit Osram einst gepriesenen Energiesparlampen zu nicht einmal zehn Prozent an den Entsorgungsstellen zurückgegeben werden.

Glühlampenausstieg: Umwelthilfe kündigt Klagewelle an
DUH gibt sich “grünes Mäntelchen”: Energiesparlampen voraussichtlich nur eine Übergangstechnologie

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe begrüßte den Ausstieg aus der nach seiner Meinung “historisch überholten Glühlampentechnik” zum 1. September 2012. In knapp 14 Tagen würde es dem Handel verwehrt sein, herkömmliche Glühlampen anzubieten, jubelte der Verband, der sich nicht auf eine breite Mitgliederschaft berufen kann und auch nicht das DZI-Spendensiegel besitzt. In einer Presseaussendung lässt Resch “skandalisieren”, die Energiewende und Klimaschutz seien zum Scheitern verurteilt, “wenn jede Maßnahme zur Steigerung der Energieeffizienz von Teilen des Handels unterlaufen wird. Als klageberechtigte Verbraucherschutzorganisation werden wir alle uns bekannt werdenden Fälle eines rechtswidrigen Weiterverkaufs von Glühlampen juristisch verfolgen.”

Resch hatte bereits im März 2007 von sich reden gemacht und forderte bis 2010 EU-weites Glühbirnenverbot und drastisch verbessertes Recycling quecksilberhaltiger Energiesparlampen. Zum Auftakt der Energiesparlampen-Aktionswochen bei Karstadt in Frankfurt a.M. forderte er von der anwesenden Umweltstaatssekretärin Astrid Klug, auf EU-Ebene umgehend die Initiative für ein zügiges Verbot klassischer Glühlampen zu ergreifen.. Neben der Deutschen Umwelthilfe e. V. (DUH) beteiligten sich an der Debatte Vertreter des Bundesumweltministeriums (BMU), des Umweltbundesamtes (UBA), der Karstadt Warenhaus AG, sowie des Logistikdienstleisters Lightcycle, das die Entsorgung von Altlampen koordiniert, und der Lampenhersteller Osram.

Logistikdienstleisters Lightcycle, das die Entsorgung von Altlampen koordiniert und die Lampenhersteller Osram und Phillips versagen

Die DUH beobachtete schon vor mehr als fünf Jahre “mit Sorge die noch unzureichenden Erfolge bei der sachgerechten Rückgabe und Verwertung der klimaschonenden Energiesparlampen”. Eva Leonhardt, DUH-Projektleiterin für Kreislaufwirtschaft im Jahre 2007: “Die Lampen enthalten geringe Mengen an Quecksilber, die nicht in die Umwelt gelangen dürfen.” Zwar sei mit dem Elektro-Gesetz seit fast einem Jahr eine verbindliche Vorgabe in Kraft, die Verbraucherinnen und Verbraucher zur getrennten Sammlung quecksilberhaltiger Lampen verpflichte. Trotzdem kämen aus den Haushalten bisher nur beunruhigende zehn Prozent der Lampen zurück zu den eigens eingerichteten Sammelstellen. Leonhardt: “Hier besteht dringender Aufklärungs- und Handlungsbedarf, insbesondere, da durch die gegenwärtige Debatte mit einem Boom hin zu Energiesparlampen zu rechnen ist.”

Kritiker erinnern daran, dass auch die Atomindustrie für ihren Atommüll, wie er beispielsweise in der ASSE lagert, nicht aufkommen will. Für die niedrige Sammelquote bei ausgedienten Energiesparlampen aus Privathaushalten – nach neueren DUH-Stichproben weniger als 10 Prozent – macht indes die DUH den Handel verantwortlich, der die nach EU-Recht vorgesehene kostenlose Rücknahme nicht flächendeckend umsetze. Aber auch die Sammlung bei kommunalen Recycling- und Schadstoffhöfen müsse ausgebaut und verbessert werden, etwa durch verbraucherfreundlichere Öffnungszeiten.

Über die Produzentenverantwortung, wie beim Verpackungsmüll mag Resch nicht nachdenken. Dass Repräsentanten von Osram und Philips, praktisch Europas einzigen Herstellern von Glühbirnen, der EU-Arbeitsgruppe angehörten, bringt den Verdacht mit sich, dass vielleicht doch eher wirtschaftliche Interessen im Vordergrund stehen. Denn mit Umweltschutz kann die Verseuchung der Umwelt durch Quecksilber nicht viel zu tun haben. Quecksilberdämpfe, über die Atemwege aufgenommen, zerstören Nervenzellen im Gehirn. Der Chemiker Gary Zörner: “Und das reichert sich dann an und macht immer ein bisschen mehr krank und jedes kleinste bisschen mehr Quecksilber macht ein klein bisschen dümmer – weil es ja das Gehirn angreift!”

Seit 2009 sind Thermometer, die Quecksilber enthalten, in der EU verboten. Im selben Jahr wurde allerdings von derselben EU beschlossen, die Bürger zur Verwendung von Quecksilberlampen zu zwingen. Es ginge um Energieeinsparung, um Umweltschutz, um den Kampf gegen die globale Erwärmung – und ums Geschäft. Wie gefährlich die ungeliebten zwangsverordneten Lampen tatsächlich sind, wird in dem Dokumentarfilm “Bulb Fiction” von Christoph Mayr ausführlich erklärt. Der Film ist erstklassig recherchiert, zeigt überprüfbare Beispiele und lässt erfahrene Fachleute zu Wort kommen. Hergestellt wurde er mit Unterstützung des staatlichen österreichischen Fernsehsenders ORF.

Die bedrückend geringen Rückgabemengen hatten sich im Rahmen einer Marktstudie der Lightcycle Retourlogistik und Service GmbH ergeben, die am vergangenen Montag in Berlin vorgestellt wurde. Auf Grund der Untersuchung muss davon ausgegangen werden, dass im Bundesgebiet allein im Jahr 2006 mehrere Hundert Kilogramm Quecksilber unkontrolliert in die Umwelt gelangt seien. Das leicht flüchtige Schwermetall Quecksilber kann bei falscher Entsorgung zu schweren Belastungen der Umwelt führen. Lightcycle ist ein nicht gewinnorientiertes Unternehmen, welches 2005 als Rücknahmesystem von LED- und Gasentladungslampen von den Lampenherstellern OSRAM AG und Philips GmbH gegründet wurde, um einer gesetzlichen Regelung zu unterlaufen.

Lampenindustrie versucht mit Abmahnungen den Markt von Glühlampen zu “befreien”

Zur Abmahnung berufen fühlt sich die Firma Lightcycle Retourlogistik und Service GmbH aus München. Die Firma Lightcycle Retourlogistik und Service GmbH ist ein Non-Profit-Unternehmen, das nach eigenen Angaben durch führende Hersteller von Gasentladungslampen gegründet wurde. Lightcycle versucht sich deutschlandweit in der Rücknahme von Gasentladungslampen, z. B. Energiesparlampen und Leuchtstofflampen sowie LED-Lampen, über kommunale Wertstoffhöfe und macht sich die Bestimmung des Gesetzes über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die umweltverträgliche Entsorgung von Elektro- und Elektronikgeräten (ElektroG)” zu nutze, danach müssen sogenannte Beleuchtungskörper bei der Stiftung EAR als Elektroschrott angemeldet werden. Eine fehlende Anmeldung von Gasentladungslampen, in erster Linie Energiesparlampen, bei der Stiftung EAR nach ElektroG lässt dievon den Lampenherstellern gegründete Firma Lightcycle umfangreich abmahnen. Da in der Regel die Unterlassungserklärung in der Abmahnung darauf gerichtet ist, dass Lampen bei der Stiftung EAR angemeldet werden müssen, eine sehr weitreichende und aufwendige Verpflichtung, sollten abgemahnte Händler genau überlegen, ob und was sie in diesem Fall unterschreiben, empfehlen die Rostocker Anwälte Johannes Richard, Elisabeth Vogt und Andreas Kempcke auf ihrenInternetrecht-Rostock Seiten.

An die Lampenhersteller und Händler appellierte Resch, den Kritikern von Energiesparlampen nicht durch “die Vermarktung von Ramschware” Argumente für ihren Feldzug zu liefern. Die DUH hatte in der Vergangenheit immer wieder den Vertrieb von Energiesparlampen aufgedeckt, die ein Mehrfaches der zugelassenen und technisch notwendigen Quecksilbermenge enthielten. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat Klage gegen den Baumarktbetreiber Hornbach erhoben. Dieser verkaufe Energiesparlampen, die die Grenzwerte für Quecksilber überschritten. Da sich Hornbach geweigert hat, eine Unterlassungserklärung abzugeben, wurde Klage erhoben. Es geht um die Energiesparlampen der Eigenmarke “Flair Energy”. Die Energiesparlampen der Eigenmarke “Flair Energy” seien mittlerweile aus dem Sortiment genommen worden. Die Klage wurde vor dem Landgericht Landau erhoben.

Die Deutsche Umwelthilfe e. V. begrüßt den zum 1. September bevorstehenden endgültigen Abschied von der historisch und technisch überholten Glühlampentechnik in der Europäischen Union. Damit sei der Weg frei für zeitgemäße und effizientere Beleuchtungstechniken. “Leuchtstoffröhren, LED- und Energiesparlampen spenden viel Licht mit wenig Energie, sie sparen Strom und über die Lebensdauer gerechnet auch Geld”, lobt DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch, die seit 2007 von seinem Verein und dem Lampenhersteller Osram in den Markt geschleußten gefährlichen Beleuchtungskörper.

Der Glühlampenausstieg allein sei natürlich nicht die Lösung des Klima- und Energieproblems, aber als Baustein einer umfassenden Energieeffizienzstrategie unverzichtbar, gerade weil hier alle Bürgerinnen und Bürger betroffen seien und mitmachen könnten. “Deutschland blamiert sich im Klimaschutz, wenn es uns nicht gelingt, wirklich Schluss zu machen mit den Glühlampen, die zu 95 Prozent Wärme und nur zu fünf Prozent Licht produzieren. Als Alternative stehen in allen Lichtstärken und Farbtemperaturen LED- und Energiesparlampen zur Verfügung”, hält Resch Kritikern des Glühlampenausstiegs entgegen. Energiewende und Klimaschutz seien zum Scheitern verurteilt, “wenn jede Maßnahme zur Steigerung der Energieeffizienz von Teilen des Handels unterlaufen wird. Als klageberechtigte Verbraucherschutzorganisation werden wir alle uns bekannt werdenden Fälle eines rechtswidrigen Weiterverkaufs von Glühlampen juristisch verfolgen.”

Experte: Ökologische Nutzen von Energiesparlampen ist reine Propaganda der Lampenindustrie
Statt der Energiesparlampen sollten Led Lampen gewählt werden, denn Energiesparlampen sind offensichtlich gefährlich. Werden Sie zerbrochen, dann strömt Quecksilberdampf aus, der zu schweren Schäden führen kann. Dabei kommt es keinesfalls auf die Menge an, wie Jürgen Resch, Chef der Deutschen Umwelthilfe (DUH) Glauben machen will. Quecksilberdampf zerstört Nervenzellen mit nicht einschätzbaren Folgen und greift das Gehirn an. Das allerdings stört den in Frankfurt gemeldete Umwelt- und Verbraucherschutzverein Deutsche Umwelthilfe e. V. (DUH) nicht. Anstatt Alternativen anzubieten, sucht Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch mit Laboranalysen von Energiesparlampen zu hohe Quecksilberwerte aufzufinden.
Umweltschützer Resch irrt: auch ein wenig Quecksilber ist giftig

Energiesparlampen gibt es in vielfältigen Formen und Lichtfarben für jeden Geschmack. “Auch für jeden Einsatzzweck existiert die passende Lampe – zum Beispiel besonders schaltfeste für häufiges Ein- und Ausschalten oder auch dimmbare. Objektiv tragfähige Gründe, der Glühlampe hinterher zu trauern, gibt es für den gut informierten Kunden nicht mehr”, erklärt Franziska Müller, Projektmanagerin Kreislaufwirtschaft bei der DUH. Trotzdem seien Energiesparlampen voraussichtlich nur eine Übergangstechnologie. Die Zukunft gehört nach Einschätzung der DUH den LED-Lampen (Leuchtdioden). Sie verfügen über eine extrem hohe Lebensdauer von 25 bis 30 Jahren. Bisher seien sie jedoch noch teuer, so dass sie sich als Alltagsbeleuchtung erst allmählich durchsetzen.

Quelle: http://www.umweltruf.de/news/111/news3.php3?nummer=4749

erschienen am: 2013-05-22 im europaticker