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Risiko

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Es schreibt 

Raimund Kamm 

Medienerklärung 3. Januar 2020 

Windkraft ist jetzt in Deutschland auf Platz 1 der Stromquellen 

Entgegen der selbst von der LMU München und sogar der Süddeutschen Zeitung trans-portierten Propagandaaussagen von Prof. Sinn vom Münchner Ifo-Institut werden nicht viele neue AKW in „der Welt gebaut“. Jedoch wurden im Dezember 2019 drei in Europa stillgelegt: 

 AKW Mühleberg, Schweiz, Siedewasserreaktor, 373 MW netto, 1972 in Betrieb genommen und am 20. Dez .2019 endgültig abgeschaltet 

 Ringhals – II, Schweden, Druckwasserreaktor, 867 MW netto, 1970 in Betrieb genommen wurde am 30.12.2019 stillgelegt 

 Philippsburg II, Baden-Württemberg, Druckwasserreaktor, 1402 MW netto, 1984/85 in Betrieb genommen und stillgelegt am 31.12.2019 

Nach vorläufigen Zahlen der IAEA wurden im Jahr 2019 weltweit fünf AKW abgeschaltet (die drei im Dez. stillgelegten AKW sind da noch nicht mitgezählt) und fünf AKW in Betrieb genommen. Mit dem Bau von drei AKW (China, Iran, Russland) wurde begonnen. Da es meistens noch Nachmel-dungen gibt, ist mit den endgültigen Zahlen erst Ende Januar 2020 zu rechnen. 

Auch in Schweden ist damit bald die Hälfte aller AKW abgeschaltet. Das Land erzeugt jetzt zwei Drittel seines Stroms aus Erneuerbaren Energien. 

Das Weiterlaufenlassen der AKW in Deutschland und anderswo ist nicht egal 

1. Das RISIKO des AKW-Betriebs ist unverantwortbar groß. Mit RISIKO wird das Produkt aus Wahrscheinlichkeit und Schadensausmaß bezeichnet. Vermutlich und hoffentlich ist die Wahr-scheinlichkeit eines Unfalls à la Harrisburg (1979), Tschernobyl (1986) oder Fukushima (2011) ge-ring. Wenn es aber doch zu einem solchen Unfall kommt, ist der Schaden riesig. Je nach Unfallab-lauf (mit oder ohne Brand und Explosion) und Wetter (Windrichtung) sind Menschen auch noch in 50 oder 100 und mehr km Entfernung betroffen. Es kann viele Tote geben oder auch nur die Ver-2 

strahlung und Unbewohnbarkeit von einem oder mehr Landkreisen. Deswegen bieten die Haft-pflichtversicherungen den AKW nur eine geringe Deckungszusage, die bloß einen Bruchteil der Schäden decken würde, wie wir sie in Tschernobyl oder Fukushima erlebt haben. Im Fall des Fal-les werden viele ihre Häuser und Werte verlieren und auf Almosen und den Staat angewiesen sein. 

2. Jeden Tag erzeugt ein Reaktor rd. 70 Kilogramm hoch radioaktiven Atommüll. In ihm steckt mehr Radioaktivität als insgesamt im undichten Atommüllversuchsendlager Asse II ist. Täglich macht ein laufender Reaktor also mehr neuen Atommüll, wenn man die Strahlung als Maßstab nimmt, als die Asse mit ihren 126.000 Fässern enthält. 

Die Windkraft wurde im Jahr 2019 zu Deutschlands Stromquelle Nummer 1 

2019 wurde in Deutschland die Rekordzahl von rund 127 Milliarden Kilowattstunden (Terawattstun-den = TWh) Windstrom erzeugt. Nach vorläufigen Zahlen des Freiburger Fraunhoferinstituts ISE und des BDEW wurde dank der bis zum Jahr 2017 guten Investitionen in neue Windkraftanlagen und dank des guten Windes im Jahr 2019 die Windkraft die Stromquelle Nummer 1. Dies machte es möglich, dass die Kohlekraftwerke etwa ein Viertel weniger Strom und weniger Treibhausgas CO2 erzeugten. 

https://www.energy-charts.de/energy_de.htm?source=all-sources&period=annual&year=2019

Immer wenn wir viel Solar- und Windstrom erzeugen, werden die Gas- und Kohle- und zunehmend auch die Atomkraftwerke gedrosselt. Das nutzt der Umwelt, doch die alten Stromkonzerne verlie-ren Umsätze. Und die Lobby von Atom, Erdgas und Kohle ist erfolgreich. Sie hat es geschafft, dass der Ausbau von Photovoltaik und Windkraft stark ausgebremst wurde. Und das, obwohl neue große PV- und Windkraftanlagen den Strom für 4 bis 6 Cent je Kilowattstunde und somit preiswer-ter als jedes andere neue Kraftwerk liefern. 

Ob wir je erfahren, ob diese gemeinwohlschädliche Lobbyarbeit nur mit Worten geschah? 

Raimund Kamm

 

Vorstand FORUM e.V.

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Bildtext: Wenn es am Monatsende zu eng wird: Wegen niedriger Einkommen sind viele Menschen auf Zusatzeinkünfte – wie hier aufs Pfand-Sammeln – angewiesen.

 

In Niederbayern ist jeder siebte Haushalt von Armut bedroht

NGG: Risiko für 19.400 Teilzeit- und Minijobber in Landshut

 

Arm trotz Arbeit: Ein großer Teil der 19.400 Menschen, die in Landshut nur einen Teilzeit- oder Minijob haben, ist nach Einschätzung der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) von Erwerbsarmut bedroht – auch weil immer weniger Firmen in der Region nach Tarif zahlen. „Insbesondere Frauen, die halbtags oder nur einzelne Tage in der Woche arbeiten, fehlt am Monatsende das nötige Geld. Für viele Familien in der Stadt ist ein Kinobesuch oder ein neuer Schulranzen längst zum Luxus geworden”, sagt Kurt Haberl von der NGG Niederbayern mit Blick auf aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts. Danach ist jeder siebte Haushalt (13,4 Prozent) im Regierungsbezirk armutsgefährdet. Als armutsgefährdet gilt, wer weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Einkommens zur Verfügung hat.

Gewerkschafter Haberl warnt vor einer „Schieflage in der Gesellschaft und am Arbeitsmarkt”. Es könne nicht sein, dass sich Tausende nötige Dinge des Alltags nicht mehr leisten könnten. „Dafür haben aber auch die Arbeitgeber eine Mitverantwortung. Wer sich um Tarifverträge drückt und auf prekäre Jobs statt Vollzeitstellen setzt, der sorgt für magere Lohnzettel”, kritisiert der NGG-Geschäftsführer. So kommt eine Teilzeitkraft, die 25 Wochenstunden in einer Bäckerei oder Fleischerei arbeitet, die nicht nach Tarif zahlt, auf einen Verdienst von durchschnittlich rund 1.000 Euro brutto im Monat. Die Armutsgrenze für eine Familie mit zwei Kindern liegt nach amtlicher Definition hingegen bei aktuell 2.174 Euro pro Monat – netto.

„Längst nicht nur Alleinerziehende, sondern zunehmend auch Doppelverdiener haben Schwierigkeiten, über diese Grenze zu kommen. Die Leidtragenden sind oft die Kinder”, so Haberl. Nach einer Studie des Paritätischen Wohlfahrtsverbands stehen den ärmsten zehn Prozent der Paarhaushalte lediglich 44 Euro monatlich pro Kind für Freizeit, Sport und Kultur zur Verfügung. Bei einer durchschnittlichen Familie sind es 123 Euro, bei den reichsten zehn Prozent 257 Euro.

Die NGG Niederbayern ruft Betriebe in der Region dazu auf, sich zu tariflichen Standards und vollwertigen Arbeitsplätzen zu bekennen. Nur so könne Armut „an der Wurzel gepackt” werden. Aber auch die Politik sei viel stärker gefordert. „Das neue Bildungs- und Teilhabegesetz ist ein Schritt in die richtige Richtung, reicht aber nicht”, betont Haberl. Nach dem Gesetz gibt es für Kinder in Hartz-IV-Familien und Geringverdiener-Haushalten seit August einen Zuschuss von 150 Euro pro Schuljahr – etwa für Bücher oder Lernsoftware. Bisher waren es 100 Euro. Wer Wohngeld oder Kinderzuschlag bezieht, ist von Kita-Gebühren befreit.

 

Foto: NGG

 

Mit vollem Risiko wurden die Abbrucharbeiten an einem Gebäude in der Engstelle am Regierungsplatz gegenüber der Dominikanerkirche durchgeführt.

Ohne Rücksicht auf fallende Trümmerteile und unter unter fliessendem Verkehr ging ein Bagger an den Abbruch des Anwesens Regierungsplatz 571. Dort wo noch vor kurzem ein Friseur die Haare seiner Kunde pflegte sind manchem Betrachter am heutigen Freitag die selben zu Berge gestanden.

Arbeiter sperrten nur kurzfristig den Straßenabschnitt, bevor jeweils größere Trümmerteile auf die Straße fielen. Sobald diese weggeräumt waren, floss der Verkehr erneut durch die durch Absperrgitter zusätzlich verengte Straßenschlucht.

Die Fotos zeigen deutlich, dass ungesicherte Trümmerteile und Teile der Dachkonstruktion jederzeit herabfallen könnten und trotzdem die Verkehrsteilnehmer in jeder Form (Kfz, Fahrrad, Fußgänger) dort passierten.
Der Volksmund sagt in solchen Fällen nicht zu Unrecht: “Mehr Glück als Verstand!”.

Rudolf Schnur


Bildtext: Nicht immer sind Antibiotika die beste Wahl bei der Behandlung.

 

Risiko Antibiotika-Resistenz:

Wenn Medikamente nicht mehr helfen

 

Antibiotika gelten als Allheilmittel. Sie gehören zu den am häufigsten verschriebenen Medikamenten in Arztpraxen. Allein im Landkreis Landshut bekamen 2016 rund 12.000 AOK-Versicherte Antibiotika verordnet, in der Stadt rund 10.000 AOK-Versicherte,  im Regierungsbezirk Niederbayern waren es 155.805, landesweit sogar rund 1,4 Millionen AOK-Versicherte. Experten warnen allerdings davor, diese Arzneimittel ohne medizinische Indikation einzusetzen. Antibiotika helfen bei Krankheiten, die bakteriell verursacht sind. Bei virusbedingten Krankheitsbildern wie bei den meisten Erkältungen oder der Grippe sind sie wirkungslos. „Die Gefahr: Durch übermäßigen und medizinisch nicht notwendigen Antibiotika-Einsatz können resistente Keime entstehen, gegen die es dann kaum noch wirksame Medikamente gibt“, sagt Robert Hekele von der AOK in Landshut.

 

AOK unterstützt Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen

Um Antibiotika-Resistenzen zu vermeiden, startete jetzt in 14 AOK-Arztnetzen in Bayern und Nordrhein-Westfalen das Projekt ARena. Neben der AOK Bayern und der AOK Rheinland/Hamburg beteiligen sich das aQua-Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen, die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) und die Agentur deutscher Arztnetze. Ziel ist es, Ärzte und Praxispersonal für einen vernünftigen Einsatz von Antibiotika zu sensibilisieren. Dazu gibt es regelmäßige Qualitätszirkel der beteiligten Mediziner sowie einen Austausch mit Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Apotheken.

 

Verständliche Informationen

Auch die Aufklärung der Patienten ist wichtig: „Um Sorgen und Ängste abzubauen, bieten wir verständliche Informationen für unsere Versicherten“, sagt Robert Hekele. Dazu erhalten beteiligte Praxen Plakate, sogenannte Infozepte und Erklärvideos. Sie erklären häufig auftretende Erkrankungen wie Infektionen der Atem- und der Harnwege und zeigen Patienten konkrete Alternativen zur Antibiotika-Behandlung auf. „Die Informationen sollen verdeutlichen, dass für Patienten ein Verzicht auf Antibiotika nicht die schlechtere, sondern die richtige Behandlung sein kann“, so Robert Hekele Die AOK-Auswertung der Antibiotika-Verordnungen zeigt auch, dass jeder betroffene AOK-versicherte Patient im Landkreis Landshut 16,52 Tage die hochwirksamen Medikamente eingenommen hat, in der Stadt Landshut sogar an knapp 18 Tagen. Im Vergleich zu 2015 ist dies ein leichter Anstieg. „Die gute Nachricht ist, dass die Zahl der Antibiotika-Verschreibungen in Bayern langfristig abnimmt – das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein sorgsamer und bedarfsgerechter Einsatz von Antibiotika auch zukünftig zwingend notwendig sein wird“, erklärt Robert Hekele.

 

 

Internet-Tipp:

Weitere Informationen zu Antibiotika, mögliche Resistenzen und wie man diese auch selbst vermeiden kann, gibt es unter www.arena-info.de, der Internetseite des Projektes ARena.

 

Hunde: Welpen übertragen häufiger (Foto: Jewgenia Stasiok/pixelio.de)

 

pte20150422002 Medizin/Wellness, Forschung/Technologie
Über 500 Studien geben Tipps für Familien und Immungeschwächte
 

Columbus (pte002/22.04.2015/06:05) – Familien könnten sich besser vor risikoreichen Krankheiten, die von Haustieren übertragen werden, schützen, wenn Tierärzte häufiger mit Humanmedizinern in Kontakt treten würden. Zu diesem und weiteren Ergebnissen ist eine großangelegte Forschungsarbeit der Ohio State Universityhttp://osu.edu gekommen, bei der aus über 500 Studien ermittelte Informationen zu einem Guide für Familien aufbereitet wurden.

Jungtiere oft gefährlicher

E.Coli und Würmer sind unter den 20 am häufigsten verzeichneten Befällen, die durch die eigenen Haustiere an den Menschen übertragen werden. Besonders gefährdet sind Alte, junge Kinder, Schwangere und Menschen mit geschwächten Immunfunktionen. “Studien zeigen, dass die meisten Tierärzte und auch Humanmediziner mit ihren Patienten nicht oft genug über die Risiken der Krankheiten reden”, so Jason Stull, Veterinärmediziner an der Ohio State. Er rät, dass Ärzte viel öfter mit Veterinären kommunizieren sollten, um Einzelfälle zu diskutieren.

“Wir haben schon mit Eltern zusammengearbeitet, die ein Kind hatten, das sich oft in medizinischer Behandlung befand und deshalb wenig Kontakt zu Gleichaltrigen hatte. Sie wollten ihm einen Welpen zum Stärken der sozialen Fähigkeiten schenken – doch das wäre gefährlich gewesen, denn junge Tiere übertragen Organismen, die erwachsene Hunde zum Beispiel nicht übertragen”, erklärt Stull. Also riet das Team dem Elternpaar, dass ein ausgewachsener Hund die bessere Entscheidung für das Kind wäre.

Risikoreiche Reptilien

Generell ergibt die Zusammenfassung der Studien einige wertvolle Tipps, die das Risiko einer Erkrankung durch Tiere mindern sollen. Neben dem regelmäßigen Händewaschen und dem Verhindern des Gesichtleckens, wird für immungeschwächte Menschen empfohlen, Reptilien und Amphibien zu meiden. Sie zählen zu den risikoreichen Spezien. “Im Grunde genommen geht es immer auch darum, dass sich eine Familie den Voraussetzungen entsprechend das richtige Haustier aussucht”, erklärt Stull abschließend.

Das Tragen von Handschuhen beim Säubern der Käfige oder beim Ausputzen des Aquariums sollten ebenso selbstverständlich sein. Auch Menschen können Tiere anstecken. So kommt zum Beispiel das gefährliche MRSA vom Menschen, wird an das Tier übertragen und dieses wiederum überträgt es wieder an einen anderen Menschen. Alle Tiere sollten deshalb regelmäßig von einem Tierarzt untersucht werden.

Aussender: pressetext.redaktion
pressetext.redaktion

Medienerklärung v. 18.12.13

Atomausweitung im AKW Gundremmingen

„Nicht genehmigungsfähig“

Der Antrag von RWE (LEW) und EON auf Ausweitung der Produktion von Atomstrom und Atommüll in Gundremmingen war nicht genehmigungsfähig.

Nachdem seit 1999 (fälschlich wird manchmal 2001 geschrieben) die zwei Atomkonzerne versucht haben, eine Ausweitung der Leistung in ihrem AKW Gundremmingen genehmigt zu bekommen, haben wir Umweltschützer im Frühjahr 2013 eine Petition gegen dieses gefährliche Vorhaben gestartet. Und wir haben bei einem anerkannten und sehr erfahrenen Fachmann eine Studie über die Risiken des AKW Gundremmingen in Auftrag gegeben.

12. Nov. 13   An der Universität Augsburg stellt Professor Renneberg die Studie „Risiken des Betriebs des Kernkraftwerks Gundremmingen unter besonderer Berücksichtigung der beantragten Leistungserhöhung“ vor. Fazit: „Der Antrag auf Genehmigung der Leistungserhöhung ist nach vorliegender Aktenlage nicht genehmigungsfähig.“

9. Dez. 13     Die österreichische Umweltorganisation Global 2000 beginnt mit der Sammlung von Unterschriften gegen die Gundremminger Atomausweitung.

10. Dez. 13   Im Bayerischen Landtag überreichen Bund Naturschutz und unsere Bürgerinitiative 27.000 weitere Petitionen und kommen so auf insgesamt 34.000 Petitionen. In diesen fordern wir den Landtag auf, sich gegen die gefährliche Leistungsausweitung auszusprechen und die Staatsregierung in die Pflicht zu nehmen.

13. Dez. 13   Die Bürgerinitiative FORUM fordert RWE (LEW) und EON auf, den Genehmigungsantrag für die Ausweitung der Atomproduktion in Gundremmingen endlich zurückzuziehen.

17. Dez. 13   RWE (LEW) und Eon ziehen den Antrag zurück.

Zusätzliche Gefahren verhindert – aber die Atomanlage in Gundremmingen wird immer riskanter

So konnten wir die zusätzliche Gefahr durch eine Atomausweitung abwenden. Aber die zwei alten Siedewasserreaktoren – die vier in Fukushima zerstörten Anlagen waren auch Siedewasserreaktoren – sind noch in Betrieb. Acht von früher zehn Siedewasserreaktoren wurden in Deutschland bereits still gelegt. Nur die zwei in Gundremmingen laufen noch. Und sie haben sehr schwerwiegende Sicherheitsmängel, wie die Studie von Professor Renneberg aufgezeigt hat: Die Stabilität des Reaktordruckbehälters und somit auch der Einführungen für die Steuerstäbe ist fraglich. Die beiden Gundremminger Blöcke verfügen nicht über die gesetzlich vorgeschriebenen Reserven an Not- und Nachkühlsystemen. Beide Reaktoren könnten heute nicht mehr genehmigt werden. Bald sind sie 30 Jahre alt. Sie sind durch den Betrieb und gerade auch die Neutronenstrahlung abgenutzt und sie sind längst abgeschrieben.

Atommüllentsorgung seit 50 Jahren ungelöst

Man hat sich an das Umweltverbrechen gewöhnt, dass seit Inbetriebnahme des Blocks A in Gundremmingen im Jahr 1966 beim Spalten von Uran und Plutonium hochradioaktiver Atommüll erzeugt wird und noch kein Kilo entsorgt ist. Nimmt man die Radioaktivität als Maßstab, wird täglich in Gundremmingen dreimal so viel Atommüll neu erzeugt wie insgesamt in allen Atommüllfässern im Skandalbergwerk Asse zusammen enthalten ist. In Gundremmingen lagert jetzt gefährlich oberirdisch weit mehr Atommüll als an jedem anderen Ort Deutschlands. Und RWE (LEW) und EON finden seit fünfzig Jahren keine Entsorgung.

Raimund Kamm  (Vorstand)

FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager

und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V.

Augsburg – Dillingen – Günzburg – Heidenheim – Ulm

SPIEGEL ONLINE

21. Juli 2013, 15:49 Uhr

Bodensee-Region

Geothermie-Bohrung löst Erdbeben aus

Das Erdbeben in der Nähe des Bodensees war nicht schwer, dennoch sind die Folgen groß: Ein Geothermie-Projekt nahe der Schweizer Stadt St. Gallen ist vorerst gestoppt worden. Forscher sehen einen Zusammenhang zwischen der Bohrung und den Erdstößen.

St. Gallen – Nach einem Erdbeben der Stärke 3,6 in der Schweiz ist ein Geothermieprojekt nahe dem Bodensee vorerst gestoppt worden. Das Beben unweit der Stadt St. Gallen sei auf das Projekt nahe der Ortschaft Sittertobel zurückzuführen, teilte der Schweizerische Erdbebendienst (SED) mit. Auch das Erdbebenzentrum der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) vermutet einen “direkten Zusammenhang”.

Das Beben ereignete sich am Samstagmorgen gegen 5.30 Uhr in rund vier Kilometern Tiefe. Nach Angaben der Polizei verursachte es keine Schäden. In St. Gallen waren schon in den vergangenen Tagen mehrere Erschütterungen kleineren Ausmaßes gemessen worden.

Das neuerliche Beben sei nun in der ganzen Region zu spüren gewesen, teilte die ETH mit. “Weitere Erdbeben in den kommenden Tagen können nicht ausgeschlossen werden”, hieß es. Demnach wurde auch im Kanton Appenzell Ausserrhoden nahe Herisau ein Erdbeben der Stärke 3,8 gemessen. Ob es ebenfalls in Zusammenhang mit den Bohrungen stand, blieb zunächst offen.

Die Betreiber des Geothermie-Projekts teilten mit, die Arbeiten seien vorerst ausgesetzt worden, um die Situation zu analysieren und das Bohrloch zu stabilisieren. Über die Zukunft des Projekts solle in den kommenden Tagen entschieden werden.

Auch andere Projekte betroffen

Das Erdbeben könnte nach Angaben der Betreiber durch die Einleitung von 650 Kubikmetern Wasser verursacht worden sein. Wie die Schweizer Nachrichtenagentur SDA unter Berufung auf einen der verantwortlichen Ingenieure berichtete, war am Freitag während der Vorbereitungen für Tests in mehr als 4000 Metern Tiefe überraschend Gas mit hohem Druck in das Bohrloch gelangt. Als Gegenmaßnahme seien Wasser und eine schwere Bohrspülung in das Loch gepumpt worden, was die Erdstöße ausgelöst haben könnte.

Ziel der Bohrungen ist es, 140 Grad Celsius heißes Wasser in 4,5 Kilometer Tiefe zu finden. Das daraus entstehende Kraftwerk soll einst die Hälfte der Häuser in der Stadt mit Wärme versorgen.

Es ist nicht der erste Rückschlag für die Geothermie-Technologie: Vor sechseinhalb Jahren hatten die Bohrungen für den Bau eines Geothermie-Kraftwerks in Basel mehrere Erdbeben ausgelöst. Das Vorhaben wurde daraufhin gestoppt.

Auch in der deutschen Stadt Landau hatte Mitte August 2009 die Erde gebebt – auch hier besteht der Verdacht, dass der Auslöser ein Geothermiekraftwerk am südlichen Stadtrand war. Auch im südbadischen Staufen wollte man mit Erdwärme heizen – kurz nach Beginn der Bohrungen taten sich überall in der Stadt tiefe Risse auf.

ssu/AFP/dpa

 

Obst und Gemüse mit Perchlorat kontaminiert

Hamburg (ots) – Obst und Gemüse vom Discounter, Supermarkt und
Wochenmarkt können mit der Chemikalie Perchlorat kontaminiert. Das
haben Untersuchungen im Auftrag des Verbraucher- und
Wirtschaftsmagazins “Markt” im NDR Fernsehen ergeben. Perchlorat ist
ein Bestandteil von Raketentreibstoff und Feuerwerkskörpern. Außerdem
wird die Chemikalie in Medikamenten eingesetzt, gegen
Schilddrüsenüberfunktion. Wissenschaftler sind besorgt. Behörden
suchen nach einer Erklärung.

Im Fokus stehen unter anderem Wassermelonen, Zucchini und
Blattsalate. 17 Proben aus verschiedenen Herkunftsländern hat “Markt”
in einem Labor untersuchen lassen. Eingekauft in Discountern,
Supermärkten und auf dem Wochenmarkt. In fast jeder Probe hat das
Labor Perchlorat gefunden. In drei Proben waren weit mehr als die vom
Bundesinstitut für Risikobewertung empfohlene Höchstmenge enthalten:
Zucchini aus Spanien von Lidl sowie Wassermelone aus Spanien und
Kopfsalat aus Belgien von Edeka. “Ein Wirkstoff, der in einem
Arzneimittel vorhanden ist und da eine Wirkung entfalten soll, ist in
einem Lebensmittel völlig unkalkulierbar. Perchlorat hat in
Lebensmitteln überhaupt nichts zu suchen. Vor allem für Kinder könnte
das gesundheitliche Folgen haben”, warnt Dr. Günter Lach, Chemiker
und Lebensmittelanalytiker. Das Problem: Perchlorat lässt sich von
Obst und Gemüse weder abwaschen, noch verflüchtigt es sich beim
Kochen.

“Markt” liegen darüber hinaus Unterlagen vor, die belegen, dass
die Erzeuger das neue Problem kennen. Sie haben selbst Untersuchungen
gemacht und Daten zu Perchlorat gesammelt. Eine Liste zeigt: Fast
jede Sorte Obst und Gemüse kann belastet sein.

Edeka schreibt “Markt”: “Die von Ihnen aufgezeigten Befunde nehmen
wir sehr ernst. Wir haben Kontakt mit den jeweiligen
Produzentenvereinigungen aufgenommen und sie aufgefordert, die
Kontrollen noch weiter zu intensivieren.” Der Discounter Lidl teilt
“Markt” mit, man habe “Lieferanten sensibilisiert und über die Gefahr
eines unbewussten Eintrags von Perchlorat in Obst und Gemüse
informiert”.

Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und
Verbraucherschutz (BMELV) gibt “Markt” gegenüber zu: “Das Auftreten
von Perchlorat in Lebensmitteln ist ein neues Problem. Die
zuständigen Behörden arbeiten derzeit intensiv an der Klärung der
Ursachen und an entsprechenden Maßnahmen. Da sich die Funde von
Perchlorat in Lebensmitteln nicht auf bestimmte Regionen begrenzen
lassen, hat Deutschland die EU-Kommission informiert, verbunden mit
der Bitte um eine Bewertung durch die Europäische Behörde für
Lebensmittelsicherheit EFSA.” Als mögliche Quelle für die
Kontamination vermutet das Ministerium Düngemittel.

“Hier muss eine ganz klare Regelung her, dass solche Stoffe wie
Perchlorat nicht mehr in den Produkten enthalten sein dürfen. Es sind
alle die in der Verantwortung, die die Lebensmittel an den
Verbraucher abgeben. Der Lebensmitteleinzelhandel muss entsprechenden
Druck entwickeln – auf Erzeuger und Lieferanten von solchen
Düngemitteln”, fordert Dr. Günter Lach.

Bio-Lebensmittel sind von dem Problem weniger betroffen als
konventionelles Obst und Gemüse.

Mehr zum Thema in der Sendung “Markt” am Montag, 17. Juni, um
20.15 Uhr im NDR Fernsehen und auf NDR.de/markt

Originaltext:         NDR Norddeutscher Rundfunk
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