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Planungssicherheit

Landshut, 30.4.2020

42. Aufführung der „Landshuter Hochzeit 1475“ verschoben

Eine Gemeinschaftsleistung wie die „Landshuter Hochzeit 1475“ braucht Planungssicherheit

Die nächste Aufführung der „Landshuter Hochzeit 1475“ wird nicht im kommenden Jahr, sondern erst 2023 stattfinden. Eine Entscheidung, die dem Vorstand des Vereins „Die Förderer“ e.V. alles andere als leichtgefallen ist, aber nach intensiver Analyse aller denkbaren Szenarien unausweichlich war. Insbesondere im Verantwortungsbewusstsein nicht nur gegenüber den Mitwirkenden, Beteiligten und Gästen, sondern auch der Bürgerschaft von Stadt und Landkreis, wurde dieser Beschluss von der gesamten Vorstandschaft einstimmig und im Einvernehmen mit Oberbürgermeister Alexander Putz getroffen.

Stefan Feigel, 1. Vorsitzender der Förderer: „Gerade, weil viele Aussagen von Politik und Experten hinsichtlich der Entwicklungen der Corona-Pandemie und deren Auswirkungen auf das gesellschaftliche Leben oftmals einem Blick in die Glaskugel gleichen und sich die Situation permanent ändert, haben wir es als unsere Pflicht gesehen, Klarheit zu schaffen. Die derzeitigen Perspektiven über 2021 hinaus und der notwendige lange Planungsvorlauf für alle Beteiligten erfordern eine Verschiebung in das Jahr 2023.“

Im Zuge der Organisation der kommenden Aufführung hätte nun die Phase zahlreicher Vereinbarungen mit Ämtern und Behörden, Hilfs- und Rettungsdiensten und Vertragsabschlüssen mit externen Partnern wie Brauereien, Wirten, Handwerkern und Sicherheitsdiensten begonnen. Entsprechend ist der Zeitpunkt der Verschiebung mit der nun gegebenen Klarheit nicht nur im Interesse der externen Partner, sondern auch maßgeblich im Interesse der Vereinsmitglieder, Mitwirkenden und Gäste. Die „Landshuter Hochzeit 1475“ steht für ein unbeschwertes Miteinander aller. Zentrales Element ist dabei die Nähe zwischen Mitwirkenden und Gästen und der Gäste untereinander. Eine Aufführung mit Mundschutz und Abstandsregeln ist schlichtweg undenkbar. Hinzu kommt, dass die Durchführung einer Landshuter Hochzeit, die sich im Sinne des Qualitätsanspruches des Vereins und der unbeschreiblichen Atmosphäre in die vergangenen Aufführungen einreihen soll, einen erheblichen zeitlichen Vorlauf benötigt.

Stefan Feigel dazu: „Alles andere als eine Verschiebung in das Jahr 2023 ist nicht realisierbar, weil eine tolle Aufführung nur als Gesamtleistung aller Beteiligten möglich ist. Musiker, Tänzer, Komödianten, Gaukler, Fahnenschwinger und -werfer, Fechter, Reiter und Ritter, um nur einige zu nennen: Sie alle wollen rechtzeitig üben. Behörden wie die Polizei, zahlreiche Ämter von Stadt und Landkreis Landshut, Rotes Kreuz, THW, Feuerwehr und viele andere müssen den Aufwand mit ausreichend langem Vorlauf einplanen.“

Vor diesem Hintergrund sei der Beschluss, die nächste Aufführung auf das Jahr 2023 zu verlegen, konsequent, betont Oberbürgermeister Alexander Putz. „So weh allen Landshuterinnen und Landshutern diese Entscheidung tut und so sehr wir uns gemeinsam auf dieses einzigartige Fest im kommenden Jahr gefreut haben: Eine Landshuter Hochzeit, wie wir sie kennen und lieben, lässt sich in Zeiten einer Pandemie nicht durchführen. Es würde spätestens daran scheitern, dass bei allen Beteiligten wohl kaum die unbeschwerte, ausgelassene Feierstimmung aufkommen würde, ohne die wir uns eine LaHo gar nicht vorstellen können.“ Dass der Verein „Die Förderer“ dieses Risiko nicht eingehen wolle und zu einem derart schmerzhaften Einschnitt bereit sei, zeuge von hohem Verantwortungsbewusstsein, so der Oberbürgermeister weiter. „Ich halte deshalb als Oberbürgermeister, aber auch persönlich, die Entscheidung der Vorstandschaft für hundertprozentig richtig.“ Stefan Feigel ist sich sicher: „Ein Hochzeiter lässt sich nicht unterkriegen. Wir sind überzeugt, dass unsere Mitglieder die Entscheidung des Vorstands mittragen und genau wie wir als Verantwortliche die zusätzliche Zeit bis 2023 sinnvoll nutzen werden, um dann mit einem umso leidenschaftlicheren `Himmel Landshut – Tausend Landshut` eine wunderbare Landshuter Hochzeit zu feiern.“

Über die Landshuter Hochzeit 

Inspiriert von einem Gemälde im Prunksaal des Landshuter Rathauses gründeten im Jahr 1902 Landshuter Bürger den Verein, der sich seither für die möglichst original-getreue Aufführung der „Landshuter Hochzeit 1475“ engagiert. 

Bei der „Landshuter Hochzeit 1475“ freite der junge Herzog Georg von Bayern-Landshut die Polenprinzessin Hedwig. Die Hochzeit war ein Anlass von europäischer Dimension. Die Feier sollte das üppigste Fest des ausgehenden Mittelalters werden. 

Das vom Verein „Die Förderer“ e.V. alle vier Jahre veranstaltete, drei Wochen dauernde Fest ist geprägt von großer Spielfreude und beeindruckendem Engagement der über 2.400 aktiven Mitwirkenden sowie dem Streben nach größtmöglicher, spätgotischer Authentizität. Die im Verein „Die Förderer“ e.V. mittlerweile weit über 7.000 organisierten Mitglieder stellen ein breitgefächertes Spiegelbild der Landshuter Bürgerschaft dar. 

Das Motto dieses größten und aufwändigsten historischen Kostümfestes, das die Landshuter zum eigenen und zum Vergnügen von Gästen aus aller Welt voller akribischer Hingabe zum Detail mit Leben füllen, lautet „Eine Stadt spielt Mittelalter“ – so perfekt, dass auch die Historiker und Experten begeistert sind. Die Aufführung der „Landshuter Hochzeit 1475“ ist sowohl bayerisches als auch deutsches Kulturerbe und bemüht sich um die Anerkennung als Weltkulturerbe. 

Weitere Informationen unter 

www.landshuter-hochzeit.de 

www.facebook.com/landshuterhochzeit.official 

www.instagram.com/landshuter_hochzeit_1475 

www.youtube.com/landshuterhochzeit1475official 

 

Foto: Archiv/Klartext.LA

 

Gribl: Finanzierung der Kinderbetreuung braucht Planungssicherheit

 

Der Freistaat muss die Fortführung des Investitionsprogramms sicherstellen.

Kommunen und Eltern setzen auf Kontinuität beim Ausbau von Kitaplätzen. 

 

Einzelne Städte und Gemeinden monieren, dass das 2017 aufgelegte Investitionsprogramm „Kinderbetreuungsfinanzierung 2017 – 2020“ bereits jetzt erschöpft ist. Schon Ende November 2018 waren rund 85 Prozent der verfügbaren Mittel gebunden. In ersten Regierungsbezirken sind die Mittel bereits vollständig gebunden. Städte und Gemeinden fürchten, dass der unverändert hohe Investitionsbedarf für den Ausbau von Kitas ins Stocken gerät, wenn sie keine Planungssicherheit bei der Finanzierung ihrer Bauprojekte haben. Dazu erklärt der Vorsitzende des Bayerischen Städtetags, Augsburgs Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl: „Es ist jetzt wichtig, dass der Freistaat für Planungssicherheit sorgt und die Kontinuität der Förderung für neue Kitaplätze sicherstellt.“

Bereits im Januar 2019 zeichnet sich ab, dass die Mittel des bis 2020 laufenden Sonderprogramms erschöpft sein werden. Gribl: „Der Bayerische Städtetag setzt darauf, dass die Staatsregierung im Doppelhaushalt 2019/2020 die Voraussetzungen schafft, um das Investitionsprogramm für Kinderbetreuung fortzuführen. So hat der Koalitionsvertrag von CSU und Freien Wählern versprochen, das Angebot der Kinderbetreuung weiter auszubauen und 42.000 neue Betreuungsplätze bis 2023 zu schaffen. Die Kommunen brauchen Planungssicherheit, damit sie die Erwartungen der Eltern auf verlässliche Kinderbetreuung erfüllen können.“ 

Der Hintergrund: Der Bund hat 2017 ein Sonderprogramm zum Ausbau der Kinderbetreuung geschaffen. Kommunen können noch bis 31. August 2019 Anträge auf Mittel aus dem Sonderprogramm stellen; das Programm ist bis Ende 2020 ausgelegt. Auf Bayern entfallen Bundesmittel in Höhe von 178 Millionen Euro, die neben der Förderung nach Artikel 10 des kommunalen Finanzausgleichs einen wesentlichen Beitrag zur Schaffung neuer Betreuungsplätze leisten. Bereits 2017 hat der Freistaat den Förderbedarf bayernweit auf mehr als 500 Millionen Euro geschätzt. Schon 2017 hat der Bayerische Städtetag davor gewarnt, dass die Bundesmittel schnell ausgeschöpft sein werden; der Städtetag hat daher eine Ergänzung durch Landesmittel angeregt.

 

Foto: Bayer. Städtetag

Neues G9: Es gibt noch viele Fragen

 MdL Jutta Widmann: Schulfamilie mit einbeziehen

„Weil Bildung eine gute Zukunft braucht, war uns Freien Wählern die Wiedereinführung des G9 ein ganz wichtiges Anliegen, das nun endlich verwirklicht wird.“ Doch nach Meinung von MdL Jutta Widmann gibt es im Zusammenhang“ mit dem neuen neunstufigen Gymnasium noch eine ganze Reihe wichtiger Fragen, die geklärt werden müssen.

„Braucht man neue Schulräume und Gebäude, können bestehende erweitert werden, wie soll der Lehrplan genau aussehen”, so MdL Jutta Widmann. Insbesondere bei notwendigen Baumaßnahmen müssten die Kommunen als Sachaufwandsträger Planungssicherheit erhalten. Und sie bräuchten die Zusage für eine ausreichende Unterstützung durch den Staat. Denn, so betont die Abgeordnete der Freien Wähler, die Kosten infolge des neuen neunjährigen Gymnasiums dürften nicht an den Kommunen hängenbleiben. Weiter wichtig sei die Bereitstellung von ausreichendem Personal, insbesondere von Lehrkräften. Bei der Gestaltung des Lehrplans wünscht sich die Landtagsabgeordnete der Freien Wähler mehr Einbeziehung der gesamten Schulfamilie.

„Wir brauchen ein pädagogisch-didaktisches Gesamtkonzept für das G9, das sowohl fachspezifische als auch fächervernetzende und überfachliche Schwerpunktsetzungen berücksichtigt”, das ist die Forderung der Freien Wähler. Wünschenswert ist dabei nach Ansicht von MdL Jutta Widmann vor allem die Wiedereinführung der Leistungskurse. Diese böten den Schülern die Möglichkeit, sich in bestimmte Themen zu vertiefen und ihre speziellen Neigungen und Talente besser auszuschöpfen. Außerdem würden die Schüler besser auf das Universitätsleben vorbereitet, die Abbrecherquote unter Studienanfängern könnte daher reduziert werden. Daneben bedürfe es einer Stärkung der Werte- und Demokratieerziehung, dies nicht nur durch den entsprechenden Fachunterricht, sondern auch durch einen Ausbau von demokratischen Strukturen im Rahmen des Schullebens. Auch die sogenannten MINT-Fächer sollten durch Seminare gestärkt werden. Ebenso erschienen Berufsorientierungsangebote in Form von Projekten sowie freiwilligen und verpflichtenden Praktika sinnvoll, die mit dem Fachunterricht verzahnt werden könnten. Das Gesamtkonzept, so die Landtagsabgeordnete, müsse in enger Abstimmung mit Lehrer- und Fachverbänden sowie der Wissenschaft erstellt werden. Widmann: Dann fördere das G9 wirklich das Engagement der Schüler und mache spürbar Spaß und Mut.