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Patienten

Bildtext: Dr. med. Christian Bogner, Chefarzt der Medizinischen Klinik III für Hämatologie, Internistische Onkologie und Palliativmedizin

 

Personalisierte Krebstherapie:

Was bedeutet das für mich als Patient?

Patienten mit der scheinbar gleichen Krebs-Diagnose sprechen oft unterschiedlich gut auf ein und dieselbe Therapie an. Denn Krebszellen können stark variieren – selbst bei Personen, die an der gleichen Krebsart erkrankt sind. Personalisierte Krebstherapien richten sich treffsicher und zielgerichtet gegen bestimmte Eigenschaften der Krebszellen. Dabei sollen jene Mechanismen blockiert werden, die den Krebs entstehen lassen bzw. das Krebswachstum fördern. Basis der individuellen Krebstherapie sind neue diagnostische Methoden wie die molekular-genetische Untersuchung von Tumorgewebe oder Blut. Doch was bedeuten diese Möglichkeiten für mich als Patient? Kann eine maßgeschneiderte Krebstherapie sogar die Chemotherapie ersetzen? Diese Fragen beantwortet Dr. Christian Bogner, Chefarzt der Medizinischen Klinik III für Hämatologie, Internistische Onkologie und Palliativmedizin, in seinem Vortrag am Donnerstag, 13. Februar.

Beginn ist um 18 Uhr im Raum Hammerbach, Ebene 0, Klinikum Landshut. Im Anschluss steht der Referent für Fragen zur Verfügung. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

 

Foto: Klinikum Landshut

 

Bildtext: Landrat Peter Dreier (1.v.r.), Geschäftsführende Vorstandsvorsitzende Dr. Marlis Flieser-Hartl (3.v.r.) und weitere Ehrengäste gratulierten den Jubilaren Christine Pohl (3.v.l.), Elfriede Pleyer (4.v.l.), Maria Ragner (5.v.l.) und Eduard Grumm (6.v.l.).

 

Gemeinsam für das Wohl der Patienten

Rundgang von Landrat Peter Dreier und Weihnachtsfeier in der Schlossklinik Rottenburg

 

Der Weihnachtsrundgang von Landrat Peter Dreier durch die Stationen und das Gespräch mit den Patienten gehört in der Adventszeit in allen Einrichtungen der LAKUMED Kliniken zur schönen Tradition. Am Mittwochabend war der Auftakt der Weihnachtsbesuche in der Schlossklinik Rottenburg. Bei der anschließenden Weihnachtsfeier erhielten die Mitarbeiter viele lobende und dankende Worte für ihren Einsatz zum Wohl der Patienten.

In Begleitung von Bürgermeister Alfred Holzner, Chefarzt Dr. Peter Euler, Standortvertreter Thomas Rohrmeier, Pflegedienstleitung Ina Stiller und Leitung Physiotherapie Gregor Steffens besuchte am Mittwochabend Landrat Peter Dreier die Patienten der Schlossklinik Rottenburg. Bei seinem Rundgang durch die Patientenzimmer erkundigte er sich im persönlichen Gespräch nach der Genesung der Patienten und wünschte ein friedvolles Weihnachtsfest sowie für das neue Jahr besonders Gesundheit.

Bei der anschließenden Weihnachtsfeier im bis auf den letzten Platz gefüllten Kaisersaal der Schlossklinik begrüßte Standortvertreter Thomas Rohrmeier alle Mitarbeiter und dankte für den Einsatz zum Wohl der Patienten. Die Leistung des vergangenen Jahres spiegle sich auch in der erfolgreichen Teilnahme am Überwachungsaudit und dem Qualitätszirkel Geriatrie sowie den Auszeichnungen von FOCUS Gesundheit für die geriatrische Rehabilitation und für die Ärzte Dr. Hans-Dieter Schraml vom MVZ in der Schlossklinik und Chefarzt Dr. Peter Euler wider.

Die Geschäftsführende Vorstandsvorsitzende der LAKUMED Kliniken, Dr. Marlis Flieser-Hartl, blickte in ihrer Ansprache auf die Geschichte der Schlossklinik, die ihr von Anbeginn am Herzen lag, zurück. „Der Standort in Niederhatzkofen war einmal ungewiss – doch wir konnten immer wieder Mitstreiter finden, um diesen zu festigen, auszubauen und für die Zukunft zu rüsten“, so Dr. Flieser-Hartl. „Der Dank gilt all jenen Mitarbeitern, die die vielen Veränderungen in den letzten Jahren mitgetragen haben!“

Landrat Peter Dreier freute sich, in einer der besten geriatrischen Reha-Einrichtungen Deutschlands mit den Mitarbeitern feiern zu dürfen. Im Namen des Kreistags dankte er Allen, die sich das ganze Jahr über für die Patienten einsetzen. „Die beste medizinische Versorgung gibt es dort, wo der Patient keine Nummer, sondern Mensch ist – so wie in den Gesundheitseinrichtungen des Landkreises“, sagte Dreier. Großen Dank richtete er an Dr. Flieser-Hartl, die zum Jahresende in den Ruhestand verabschiedet wird und sich in den vergangenen Jahren mit viel persönlichem Einsatz für die Standorte der LAKUMED Kliniken engagiert und dabei stets medizinische Erneuerungen, die für die LAKUMED Kliniken einen Mehrwert bringen könnten, im Blick hatte.

Anschließend gratulierten Landrat Dreier und Dr. Flieser-Hartl Maria Ragner, Eduard Grumm, Sonja Aigner und Christine Pohl zum 25-jährigen sowie Elfriede Pleyer zum 40-jährigen Jubiläum im öffentlichen Dienst. Als kleines Zeichen des Dankes erhielten die Jubilare eine Urkunde sowie ein Geschenk.

Im Anschluss an die Ansprachen und Ehrungen wurde das festliche Weihnachts-Menü, das von der Schlossküche unter der Leitung von Nikolaus Bugarin zubereitet wurde, serviert. Der Rundgang durch die Stationen sowie die Weihnachtsfeier der Mitarbeiter wurde von der Kavosi Musi mit weihnachtlichen Stücken umrahmt.

 

Bildquelle: LAKUMED Kliniken

 

Bildunterschrift: Über neue Leitlinien in der Versorgung von Herzinfarkt-Patienten gesprochen: Prof. Dr. Bernhard Zrenner, Prof. Dr. Stephan Holmer, Fritz Wittmann und Jürgen Königer (v.l.n.r.)

 

Versorgung von Herzinfarkt-Patienten weiter verbessert

Chefärzte und Ärztlicher Leiter Rettungsdienst stellten neue Leitlinien vor

 

Rund 60 Ärzte, Mitarbeiter des Rettungsdienstes, Pflegekräfte und Interessierte trafen sich im Sitzungssaal des Landratsamtes, um sich über neue Leitlinien zur Versorgung von Patienten mit Herzinfarkt zu informieren.

Die Referenten Jürgen Königer, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst, Prof. Dr. Stephan Holmer, Chefarzt der Medizinischen Klinik II am Klinikum Landshut und Prof. Dr. Bernhard Zrenner, Chefarzt der Medizinischen Klinik I am Krankenhaus Landshut-Achdorf, sprachen über Neuerungen in der Erstversorgung und im Behandlungsprozess innerhalb der Kliniken sowie über aktuelle Daten zu Behandlungszeiten.

„Ums Überleben geht es, wenn Menschen Oper einer Herzattacke werden. Da zählen Minuten. Noch so kleine Zeitspannen, Straßenverhältnisse und Verkehrsaufkommen werden zu Faktoren, die eine Rolle spielen bei der Frage nach Leben oder Tod und darüber, welche Folgeschäden vermieden werden können“, sagte stellvertretender Landrat Fritz Wittmann zu Beginn der Veranstaltung. Wittmann ging auf das hohe Versorgungsniveau der Klinik für Kardiologie am Krankenhaus Landshut-Achdorf ein und betonte, dass trotz der ländlichen Struktur durch optimale Prozesse außerhalb und innerhalb der Klinik viel Zeit zu Gunsten des Patienten gewonnen werde.

Jürgen Königer, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst, erklärte in seinem Vortrag die neuen Leitlinien für STEMI (ST-Hebungsinfarkt) im Herzinfarktnetzwerk sowie die Rolle von Notarzt und Integrierter Leitstelle. „Nutzen Sie die Möglichkeit, das EKG beim Patienten vor Ort aufzuzeichnen, direkt in die Klinik zu schicken und bei Unsicherheiten auswerten zu lassen“, empfahl Königer. Der Kardiologe könne dann an den Rettungsdienst Rückmeldung zur Diagnose geben und bei Bedarf im Haus alle notwendigen Vorbereitungen in die Wege leiten. „Die Übergabe des Patienten mit Herzinfarkt erfolgt im Krankenhaus ohne Wartezeit direkt an den kardiologisch verantwortlichen Arzt im Herzkatheterlabor“, betonte Königer. „Die Herzkatheterlabore am Krankenhaus Landshut-Achdorf und am Klinikum Landshut können rund um die Uhr Patienten versorgen.“

„Bei Verdacht auf Herzinfarkt muss ab Erstkontakt mit dem Patienten innerhalb von zehn Minuten ein EKG geschrieben und die Diagnose gestellt werden – entweder durch den Rettungsdienst vor Ort oder bei privater Anfahrt beim Eintreffen in der Notaufnahme,“ sagte Prof. Dr. Stephan Holmer, Chefarzt der Medizinischen Klinik II am Klinikum Landshut. „Von der gesicherten Diagnose im Krankenhaus bis zum Eingriff im Herzkatheterlabor darf maximal eine Stunde Zeit vergehen.“ Voraussetzung zur Einhaltung der verschiedenen Zeitfenster sei eine optimale Versorgungskette außerhalb und innerhalb des Krankenhauses. Prof. Dr. Holmer widmete sich außerdem verschiedenen Möglichkeiten zur Wiedereröffnung von verschlossenen Gefäßen des Herzens innerhalb der Klinik, wie der medikamentösen Auflösung des Gerinnsels und der Therapie im Herzkatheterlabor.

Seit acht Jahren beteiligt sich das Krankenhaus Landshut-Achdorf am FITT-STEMI-Projekt, das die Behandlungszeiten aller Patienten mit akutem ST-Hebungsinfarkt  systematisch erfasst und hilft, die Prozessabläufe stetig weiter zu verbessern. Prof. Dr. Zrenner, Chefarzt der Medizinischen Klinik I am Krankenhaus Landshut-Achdorf, stellte im Rahmen seines Vortrags das Projekt und die aktuellen Zahlen vor. Seit Beginn der Erfassung seien 636 Fälle registriert worden, 75 Prozent der Patienten waren männlich und das Durchschnittsalter lag bei rund 64 Jahren. „493 Patienten kamen mit dem Rettungsdienst direkt nach Achdorf, 61 Patienten wurden von einem anderen Haus nach Achdorf verlegt und 68 Patienten stellten sich selber in Achdorf vor“, erklärte Prof. Dr. Zrenner.

Im Vergleich der Quartale zeigte sich, dass besonders die Zeitspannen innerhalb des Krankenhauses deutlich reduziert werden konnten und kürzer sind als im Vergleich zu anderen Projektteilnehmern. „Im letzten Quartal lag beispielsweise die Zeit zwischen Erstkontakt in der Klinik und Eingriff im Herzkatheterlabor in 88 Prozent der Fällen unter 90 Minuten“, so Prof. Dr. Zrenner. Er dankte allen Beteiligten der Rettungskette für die gute Zusammenarbeit und forderte auf, diese noch weiter auszubauen: „Durch schnellstmögliche Infarkt-Diagnose vor Ort und die Ankündigung in der Klinik sowie durch die direkte Übergabe im Herzkatheterlabor könnten wir weitere wertvolle Minuten zu Gunsten des Patienten einsparen.“

 

 

Bildquelle: LAKUMED Kliniken

 

 

Veranstaltungshinweis:

Vortragsthema: Der rückenkranke Patient zwischen Beratung und Operation

 

Am Dienstag, 29. September findet um 18 Uhr einen Vortrag über Rückenschmerzen im Klinikum Landshut statt. Viele Menschen leiden unter starken Rückenschmerzen. Nur in seltenen Fällen ist eine Operation bei Rückenschmerzen dringend erforderlich. Meist lässt sich beispielsweise ein Bandscheibenvorfall durch eine konservative Therapie erfolgreich behandeln. Welche Behandlungsverfahren es bei Rückenschmerzen gibt und wann eine Operation wirklich nötig ist, erläutert aus neurochirurgischer Sicht Chefarzt Prof. Dr. Dieter Woischneck. Er steht im Anschluss für alle Fragen zum Rücken zur Verfügung. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, die Veranstaltung findet im Raum Hammerbach statt.

 

Bild: Prof. Dr. Dieter Woischneck Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie

 

 

-hjl-

 

„So kann es weitergehen“, erfreut sich Oberarzt Dr. Ludwig Woidy an seinem Eistee. Oder: Hoffentlich bleibt es so heiß“, schmunzelt Sabine Reisinger-Dierks aus der Schmerztagesklinik, die derzeit bei Ankunft im Klinikum Landshut direkt in das Intranet schaut, um zu sehen, welche Erfrischung heute geplant ist. Seit Anbeginn der Hitzewelle überrascht Küchenchef Carsten Fleuren mehrere Male Woche die Kolleginnen und Kollegen mit Eistee, Eiskaffee oder Eis. Gestern hat er 150 Liter alkoholfreie Sangria mit Mangos, Äpfeln, Birnen und Gewürzen angesetzt, die heute die Mitarbeiter des Klinikums im Personalcasino gut gekühlt genießen können. „Für unsere Patienten gibt es außerdem immer wieder Eistee und natürlich ausreichend Wasser“, so Geschäftsführer Nicolas von Oppen, dem es ein großes Anliegen ist, die Mitarbeiter und Patienten im Klinikum so gut wie möglich während dieser heißen Tage zu unterstützen.

Sehr erfreut zeigte sich Stadtrat Rudolf Schnur hinsichtlich der nunmehr aufgestellten Buswartehalle vor dem Klinikum in der Robert-Koch-Straße 1.

Einige Jahre steter Nachfragen nach der Umsetzung eines Beschlusses aus dem Jahre 2007 und ein letzter Antrag am 6.11.2012 haben sich nun für die Besucher und Patienten des Landshuter Klinikums gelohnt. Erstmals gibt es für die Busnutzer einen Witterungsschutz vor den Türen des Klinikum, des Medizinischen Versorgungszentrum und desGesundheitszentrum. Vor schlechtem Wetter, wie Wind, Regen und Schnee sind die Fahrgäste in Zukunft besser geschützt. Ein Komfort der für den Öffentlichen Verkehr heute kein Luxus mehr sein darf. Freuen dürfen sich auch die Stadtwerke Landshut, die für das Buswartehäuschen vom Freistaat Bayern bezuschusst wurden.

 

 

 

Von links: Helge Teuscher, Ludwig Zellner, Dr. Dagmar Kaindl, Dr. Anna Maria Moratscheck, Ingeborg Pongratz, Rudolf Schnur, Geschäftsführer Jens Mertens, Ulrich Dempf, Leiter Technischer Dienst, Gaby Sultanow, Franz Xaver Meyer, Leiter Wirtschaft, Wilhelm Hess.

Im Rahmen einer Fraktionssitzung besuchte die CSU Landshut auf Vorschlag von Rudolf Schnur jüngst das Klinikum. Im Mittelpunkt stand das „Schwesternwohnheim“ auf dem Gelände des Klinikums, um sich vom Zustand selbst ein Bild zu verschaffen. Für das sanierungsbedürftige und deswegen leerstehende, sechsstöckige Gebäude und den umgebenden Grund erfolgte im Herbst 2012 eine Markterkundung. Seit 2011 ist die CSU-Fraktion, unter anderem mit einem Antrag und eigenen Vorschlägen seit Jahren engagiert, eine Sanierung oder einen Neubau in die Wege zu leiten. „Auch zukünftig soll attraktiver Wohnraum für Auszubildende und Mitarbeiter geschaffen werden“, so Geschäftsführer Jens Mertens.  Angedacht ist daher, ein Ausschreibungsverfahren zu eröffnen, um einen passenden Investor zu finden. Die CSU-Fraktion drängt weiter auf eine baldmögliche Realisierung der günstigsten Möglichkeit. Schließlich geht es um die Gewinnung und Sicherung von hervorragendem Personal zum Wohle der Patienten.

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Seite 42 das schlafmagazin 3/2013

 

David gegen Goliath


Bayern-AOK zieht gegen Frührentner zu Felde


WERNER WALDMANN

Der Vorstandschef der bayerischen AOK rastete wegen des Leserbriefs eines

Frührentners aus Landshut aus und glaubte, dass damit das Ansehen seiner

Kasse beschädigt sei – und so setzte er umgehend eine juristische Strafexpedition

nach Landshut in Marsch, sprich eine kostenpflichtige Unterlassungserklärung

gegen jenen Leserbriefverfasser. Ob der AOK-Chef mit dieser Strategie das

Image seiner Kasse aufpoliert oder seinen Versicherten gar erst klarmacht, sich

doch besser einer anderen Krankenkasse anzuvertrauen, die gegen Bürger nicht

gleich die juristische Keule bemüht, sondern sich lieber um die Versorgungsqualität

ihrer Versicherten kümmert, das ist die Frage.

 

Eine anrührende Story möchte ich Ihnen heute präsentieren.

Zur Warnung und zur Belustigung.

Die Geschichte spielt in Bayern,

dem Land der romantischen Seen,

der CSU und des Weißbiers.

Da ist ein Frührentner namens

Dendl, Helmut Dendl. Der lebt in

Landshut. Er hat einen irren sozialen

Touch. Er ist Schülerpate, gärtnert im

AWO-Heim mit Senioren, schlüpft im

Dezember in ein Nikolausgewand

und besucht alle Gesunden und

Kranken im AWO-Heim, und geht mit

Kleinkriminellen grillen, die auf Bewährung

draußen sind. Dendl engagiert

sich als Bürger in der lokalen

Szene. Der Mann sagt seine Meinung,

geradeheraus. Lässt sich nicht

verbiegen. Und Dendl leitet auch

eine Selbsthilfegruppe in Landshut,

die sich der Schlafapnoe- und Restless-

Legs-Patienten annimmt. Dendl

kennt sich da aus, denn er leidet

selbst unter dieser Krankheit und

macht aus seinen Erfahrungen kein

Geheimnis. Sein Wissen soll auch anderen

Betroffenen, die mit der Therapie

Probleme haben, zugutekommen.

Dendl – ein Paradebürger, uneigennützig,

kommunikativ: Dem müsste

die Bayerische Landesregierung

schon eine Bayerische Medaille für

gelebtes Ehrenamt an die Brust heften.

Dendl verfolgt natürlich, was sich

in der Politik so tut. Besonders in der

Gesundheitspolitik. Denn das betrifft

den Bürger unmittelbar. Dendl fand

den hausarztzentrierten Vertrag, den

die AOK in Bayern einst aus der Taufe

hob, schlichtweg gut. Ein solcher Vertrag

bringt denjenigen, die sich bei

ihrem Doktor einschreiben lassen, einige

Vorteile.

Krankenkassen und Hausärzteverbände

zusammenzukriegen, das ist

ein Kunststück, denn da sind kontroverse

Interessen im Spiel. Mit Verhandlungsgeschick

und dem Gedanken,

gemeinsam etwas für die Patienten

zu tun, lässt sich das schon

meistern. Siehe das Beispiel Baden-

Württemberg. Dort entwickelte sich

der vor fünf Jahren geschlossene

Hausarztvertrag zu einem Selbstläufer.

Die AOK Baden-Württemberg

unter ihrem Vorstandschef Dr. Christopher

Hermann setzt immer wieder

ein weiteres Stück obendrauf. Jetzt

kriegen auch Jugendliche bis zum

18. Lebensjahr nichtverschreibungspflichtige

Medikamente von der AOK

erstattet. Toll für die Familien. Der

schwäbische Hausarztvertrag ist ein

Bombenerfolg. So sehen Sieger aus,

verkündete jüngst die Presse zum

Jubiläum.

In Bayern hat sich das etwas anders

entwickelt. AOK und Hausärzte

konnten nie einen gemeinsamen

Nenner finden, geschweige denn

den Hausarztvertrag zum Erfolg führen.

Die Bayern-AOK reklamiert für

sich, einen solchen Vertrag frühzeitig

auf den Weg gebracht zu haben,

dann aber drohten die Hausärzte,

ihre Kassenzulassung auf breiter

Front zurückzugeben. Der Coup

misslang, weil Ärzte sich auch nie

einig sind. Die AOK kündigte den

Vertrag daraufhin. 14 Monate existierte

also keiner. Die Politik verdonnerte

die Kasse dann dazu, den Vertrag

zu reanimieren. Es gab ihn also

wieder und es gab ihn doch nicht so

recht. Der Vorstand des Hausärztekreises

Landshut, Dr. Gerhard Liebl,

musste es wissen, als er der Landshuter

Zeitung verriet: „Die AOK“, so

Dr. Liebl, „fährt den derzeit geltenden

Hausarztvertrag bewusst an die

Wand, nachdem sie von der Politik

zum Abschluss gezwungen war… Sie

boykottiert und arbeitet gegen ihn,

wo es nur geht.“ In Wikipedia war

vor kurzem noch nachzulesen, dass

es in Bayern keinen gültigen Hausarztvertrag

gebe. Ein rechtes Tohuwabohu.

Da kann sich ein Laie kaum

zurechtfinden.

Der Held unserer Geschichte

glaubte nun wirklich, es gäbe keinen

gültigen Hausarztvertrag der AOK,

und mit dieser Kenntnis verfasste er

seinen Leserbrief. Dendl freilich irrte

mit seinem Satz „In Bayern kündigte

die AOK im Dezember 2010 den

Hausarztvertrag. Damit steht für

AOK-Versicherte zurzeit kein Hausarztmodell

zur Verfügung.“

Dendl musste sich setzen, als ein Schreiben der Anwälte Richter & Simon aus München in seinem Briefkasten landete. In nüchternem Anwaltsdeutsch wurde er aufgefordert, eine Unterlassungserklärung zu unterzeichnen und 750 Euro Anwaltsgebühren zu berappen. Dendl hatte inzwischen weiterrecherchiert und sah ein, dass er geirrt hatte. Doch dafür 750 Euro den Anwälten in den Rachen zu werfen, nein, das sah seine Bürgerseele nicht ein.  Wenn man das Schreiben der Anwältin Sabine Richter liest, muss man sich wundern. Dieser Leserbrief, so die Juristin, betreibe unlauteren Wettbewerb zugunsten der anderen Krankenkassen, da er bei dem Leser den falschen Eindruck erwecke, dass andere Krankenkassen ihren Versicherten im Gegensatz zur AOK in Bayern ein Hausarztmodell zur Verfügung stellten. Gut, Anwältin Richter beherrscht ihr Geschäft. Von ihr ist nicht zu erwarten, dass sie wie ein Normalmensch denkt. Dendl hat sich geirrt, wohl wahr. Doch muss sich ein juristischer Laie beim Verfassen eines Leserbriefs um juristischen Beistand bemühen? Im Leserbrief darf man seine Meinung äußern. Nur beleidigen darf man niemand. Oder hat Dendl die AOK beleidigt? Ist das überhaupt möglich? Dass Dendl mit seinem Irrtum AOK-Versicherte in die Arme anderer Krankenkassen treibe, das ist schon eine abenteuerliche Interpretation!

Wir wollen dies der Anwältin Richter nicht verdenken, denn sie hat schlicht ihr Mandat erfüllt. Urheber der Unterlassungskampagne war – man staune! – der Vorstandsvorsitzende der AOK Bayern selbst, Dr. Helmut Platzer. Die von ihm schwungvoll unterzeichnete Vollmacht liegt vor mir auf dem Schreibtisch. Mein spontaner Gedanke: Ist dieser Mann noch bei Trost? Und: Um Gottes willen, was hat der für Berater? Mit einer solche Petitesse gibt sich doch kein Vorstandsboss ab. Aber das kann ein Dr. Platzer dem Ansehen seiner AOK doch nicht antun!

Dr. Platzer hat mich als Vorsitzenden des BSD auf mein Schreiben hin zu diesem Fall nach München eingeladen. Ich versuchte ihm klarzumachen, dass er da wohl die falschen Register gezogen habe. Er beschäftigt einen Pressesprecher. Den hätte er zur Landshuter Zeitung schicken sollen, um in einem Interview kundzutun, dass die AOK im Augenblick sehr wohl wieder einen gültigen Hauarztvertrag habe. Auf diese Idee kam offenbar niemand in der Vorstandsetage. Statt mit Dendl mal zu reden, wurde sofort ein Anwaltsbüro in Marsch gesetzt. Ich riet Dr. Platzer, den Dendl schleunigst einzuladen und ihn zu einem Fan der AOK zu machen. Dr. Platzer steht als AOK-Boss ein stattliches Salär zu. Verständlich, dass er sich so nicht vorstellen kann, dass es einen kleinen Frührentner umhaut, wenn der plötzlich 750 Euro aufs Anwaltskonto überweisen soll. Dr. Platzer kann sich wohl auch nicht so leicht vorstellen, dass eine solche Geschichte dem kleinen Mann auf die Psyche geht. Dendl ist jetzt wütend. Er hat die AOK auf Schmerzensgeld verklagt. Aufs Geld kommt es ihm aber nicht an. Er will Öffentlichkeit.

Er will wissen, ob ein Krankenkassenboss die Beiträge seiner Versicherten für eine solch banale Angelegenheit verpulvern darf. Und er will wissen, ob seine irrtümliche Bemerkung zum Hausarztvertrag dem Ansehen der AOK in Bayern geschadet habe oder ob die überzogene Reaktion des Dr. Platzer die Kasse in Misskredit bringt.

Ob Dr. Platzer doch noch einlenkt? Ob er auf Dendl zugeht und seine juristische Strafaktion bedauert und Satisfaktion offeriert? Deeskalation nennt man das, wirkungvolles Krisenmanagement.

Eines kann ich mir zum Schluss nicht verkneifen: Dendl muss ein Hellseher sein. Dr. Platzer hat den Hausarztvertrag vor kurzem auf 2014 ordentlich gekündigt. War in der Medical Tribune zu lesen.

Dendl hat also seinen Leserbrief nur ein Jahr zu früh an die Zeitung verschickt.

Werner Waldmann MA
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