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Ochsenau

Die Preisgerichtssitzung und die darauffolgend geplante Ausstellung mit Plänen und Modellen zur künftigen Wohnbebauung in der Ochsenau muss abgesagt werden. (Foto: Klaus Leidorf)
PRESSEMITTEILUNG

Die für kommenden Donnerstag, 17. September, geplante Ausstellung in der Hauptfeuerwache zur künftigen Wohnbebauung in der Ochsenau muss leider abgesagt werden. Wie bereits angekündigt, sollten dort 20 Pläne und Modelle gezeigt werden, die im Rahmen eines von der Stadt ausgelobten Realisierungswettbewerbs eingereicht wurden; darunter auch drei prämierte Arbeiten, die im Vorfeld der Ausstellung am morgigen Dienstag und Mittwoch von einer elfköpfigen Preisrichter-Jury in nichtöffentlicher Sitzung bewertet worden wären. Die Ausstellung kann nun nicht wie geplant stattfinden: Die Stadt hat sich am Freitagnachmittag mit Blick auf den zu diesem Zeitpunkt weiter über der bayerischen Frühwarnstufe von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner liegenden 7-Tage-Inzidenzwert dazu entschlossen, die für den morgigen Dienstag und Mittwoch geplante Sitzung des Preisgerichts abzusagen. Diese Entscheidung wurde auch deshalb getroffen, um die von auswärts stammenden Mitglieder des Preisgerichts – die teilweise der Corona-Risikogruppe angehören – vor Infektionsgefahren zu schützen. Zudem hätte die Ausstellung nicht wie geplant im Saal der Hauptfeuerwache stattfinden können, da diese Räumlichkeiten als Besprechungsräume für die zuletzt wieder einberufenen Corona-Arbeitsgruppen und der eventuell ebenfalls wieder zusammentretenden Führungsgruppe Katastrophenschutz dienen. Die Hauptfeuerwache sollte daher von anderen Veranstaltungen freigehalten werden. Eine Verlegung der Ausstellung beispielsweise in den Bernlochnersaal wäre so kurzfristig jedoch allenfalls unter terminlichen Schwierigkeiten möglich gewesen.
Sowohl die Preisgerichtssitzung als auch die Ausstellung müssen deshalb verschoben werden. Sobald ein neuer Termin feststeht, wird er zeitnah bekanntgegeben.

Foto: Klaus Leidorf

Wie das Wohnareal in der Ochsenau künftig aussehen könnte, ist in einer Ausstellung ab Donnerstag, 17. September, im Saal der Hauptfeuerwache zu sehen. (Foto: Klaus Leidorf)

PRESSEMITTEILUNG
Realisierungswettbewerb: Ausstellung zeigt 20 Pläne und Modelle
Um die künftige Wohnbebauung in der Ochsenau dreht sich die Ausstellung des Amts für Stadtentwicklung und Stadtplanung, die ab Donnerstag, 17. September, um 14 Uhr, im Saal der Hauptfeuerwache an der Niedermayerstraße 6 zu sehen ist. Von einer offiziellen Eröffnung musste coronabedingt leider abgesehen werden. Gezeigt werden 20 Pläne und Modelle, die im Rahmen eines von der Stadt ausgelobten Realisierungswettbewerbs eingereicht wurden. Darunter werden auch drei prämierte Arbeiten sein, die in der kommenden Woche von einem Preisgericht in nichtöffentlicher Sitzung ausgewählt werden. Zur Ausstellung sind alle Interessierten eingeladen.

Wie bereits bekannt, soll im Zuge der Neunutzung und -bebauung des ehemaligen Standortübungsplatzes die südöstlich der LAs 14 gelegene Fläche als Wohngebiet mit Kinderbetreuungsstätte und Nahversorgereinrichtung entwickelt werden. Das Gebiet ist im Osten und Süden durch ein Naturschutzgebiet sowie im Westen von einer 2,5 Hektar großen Grünzäsur begrenzt. Es soll in mehreren Bauabschnitten zu einem ökologisch hochwertigen Wohnquartier werden. Im Rahmen der Vorgaben ist unter anderem auch besonderes Augenmerk auf eine verkehrssichere und städtebaulich qualitätsvolle Anbindung an den bestehenden Stadtteil Auloh zu richten. Das geplante Wohnquartier soll Wohnraum für circa 800 Einwohner schaffen; 20 Prozent der Fläche sind für den sozialen Wohnungsbau vorgesehen.
Ende Mai hat die Stadt, federführend das Amt für Stadtentwicklung und Stadtplanung, hierzu einen „offenen einphasigen Realisierungswettbewerb“ ausgelobt. Das für die Planung zur Verfügung stehende Grundstück hat eine Größe von circa 11 Hektar.
Im Rahmen des Wettbewerbs hatten Arbeitsgemeinschaften bestehend aus Architekten, Landschaftsarchitekten und Stadtplanern, so die Vorgabe der Stadt, die Möglichkeit, sich bis Ende Juli mit entsprechenden Planungsvorschlägen um das Bauprojekt zu bewerben.
Eingereicht wurden insgesamt 20 Arbeiten – drei davon werden noch prämiert. Welche das sind, entscheidet sich kommende Woche. Am Dienstag und Mittwoch wird eine elfköpfige Preisrichter-Jury in nichtöffentlicher Sitzung alle eingereichten Wettbewerbsarbeiten entsprechend bewerten.

Die Ausstellung mit allen 20 Arbeiten, einschließlich den der Preisträger, ist ab Donnerstag, 17., bis einschließlich Sonntag, 20. September, im Saal der Hauptfeuerwache an der Niedermayerstraße 6 zu sehen. Öffnungszeiten sind am Donnerstag, Freitag und Sonntag von 14 bis 18 Uhr sowie am Samstag von 11 bis 18 Uhr. Beim Betreten des Gebäudes muss eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen und das Abstandsgebot (mindestens 1, 5 Meter) zu anderen Personen eingehalten werden.

Darüber hinaus können die Modelle – ebenso ab Donnerstag – online auf der Internetseite der Stadt Landshut unter
www.landshut.de/ochsenau eingesehen werden.

Foto:
Klaus Leidorf

Die Zauneidechse (Lacerta agilis) ist nach europäischem Naturschutzrecht streng geschützt und besiedelt die Ochsenau flächendeckend. Sie ist das Reptil des Jahres 2020 (Foto: S. Gaspar).

 

Elke März-Granda, Stadträtin, Pressesprecherin

Dr. Stefan Müller-Kroehling, Stadtrat

Landshut, den 19.7.2020

Derzeit wird intensiv die Zukunft der Landwirtschaftseinrichtungen in Landshut diskutiert. Nun meldet sich die ÖDP mit ihrer Position zu Wort. Klar ist: Viele Landwirte stehen aktuell vor großen Herausforderungen im Zusammenhang mit Klimawandel und Artenvielfalt und brauchen daher gute Ausbildung und kompetente Berater.

„Das Grünes Zentrum ausgerechnet auf dem größten Kalkmagerrasen des Isartals zu planen, war von Anfang an eine Fehlplanung, und jetzt ist spätestens der Zeitpunkt, umzudenken“, sind sich die beiden ÖDP-Stadträte Elke März-Granda und Dr. Stefan Müller-Kroehling einig. Mit ihren knapp 50 Hektar wurde die Panzerwiese der Ochsenau seit 1880 vor der landwirtschaftlichen Intensivierung bewahrt. Auf der Fläche haben zahlreiche Arten überleben können, die bayernweit in der höchsten Gefährdungskategorie der „Rote Liste“ stehen oder hier ihr einziges Vorkommen in ganz Niederbayern haben. Dieser größte Kalkmagerrasen des Unteren Isartals ist als Biotop gesetzlich gegen alle Formen von Beeinträchtigungen und Veränderungen geschützt. Das Bayerische Naturschutzgesetz verpflichtet zudem die öffentliche Hand, ökologisch besonders wertvolle Flächen in ihrem eigenen Eigentum als solche zu erhalten. Diese Gesetze gelten auch für den Freistaat selbst. Das neue Naturschutzgesetz, seit einem Jahr in Kraft, hat diese Zusammenhänge eher noch gestärkt.

Nun soll der Südwestteil dieser „Arche Noah“ ausgerechnet dem Grünen Zentrum weichen. „Für die ÖDP stand schon immer fest, dass diese einmalig wertvolle Fläche nicht zu ersetzen ist und daher keinesfalls zerstört oder massiv verkleinert werden darf“, so März-Granda. Das sieht auch ÖDP-Kreisrat Josef Schmid so, selbst erfahrener Biolandwirt: „Die Landwirtschaft mit ihren Institutionen muss endlich wieder als etwas verstanden werden, das die Artenvielfalt erhält, und sie nicht gefährdet und zerstört“.

Auch die ÖDP Kreisrätin Renate Hanglberger sieht die Notwendigkeit und Chancen, das Areal zu erhalten, beispielsweise in einer Ausweitung der historischen Ochsenbeweidung. „Erst dann kann dieses bemerkenswerte Projekt seine volle Strahlkraft und ökologische Wirkung entfalten“, pflichtet Stadtrat Dr. Stefan Müller-Kroehling ihr bei.

Die ÖDP bekennt sich klar zur ökologischen Landwirtschaft und staatlichen Einrichtungen, die den Landwirten als unabhängige und gemeinwohlorientiere Betriebsberater und Ausbilder zur Seite stehen. Die ÖDP-Agrarfachleute und Umweltpolitiker sind sich dabei jedoch einig: „Wenn von den Städten und Gemeinden gefordert wird, nicht in naturschutzfachlichen und hochwassersensiblen Bereichen zu bauen, muss dies auch für ein Grünes Zentrum in Landshut gelten.“

Das Schrägluftbild zeigt die Panzerwiese der Ochsenau als geschlossene Einheit. Es handelt sich um das größte Naturjuwel im gesamten Stadtgebiet. Fast die gesamte westliche Hälfte würde unter Asphalt und Beton verschwinden, wenn es nach den derzeigen Planungen der Stadt geht, auch für das geplant gewesene “Grüne Zentrum”. Die öffentlichen Einrichtungen in Schönbrunn im Süden des Areals und die Wohnbebauung in Auloh weisen indes noch erhebliche alternative Flächen auf.
(Luftbild Klaus Leidorf)

CSU-Stadtratsfraktion und OB-Kandidat einig: Bebauung der Ochsenau ja, aber nur bei hoch qualitativer Flächennutzung, also unter konkreten Voraussetzungen

Im Vorfeld der Entscheidung im Plenum am 20.09.2019 über die konkrete Ausgestaltung der Bebauung in der Ochsenau haben CSU-OB Kandidat Dr. Thomas Haslinger und die CSU-Stadtratsfraktion unter Führung von Rudolf Schnur ihre Linie festgelegt. „Wir sehen die Ochsenau als strategisch wichtiges Areal für die weitere Stadtentwicklung. Aber uns ist genauso wichtig, dass wir die Bürger, die bereits im Stadtosten leben, bei der Entwicklung der Geländes mitnehmen, ihre Sorgen ernst nehmen sowie die Probleme lösen“, äußerte Haslinger. Fraktionsvorsitzender Rudolf Schnur ergänzt: “Die Belange des Klimaschutzes müssen vorrangig in die weitere Planung und Abwägung der Faktoren eingebracht werden.” Grundsätzlich werde man einer Bebauung zustimmen. Aber nur wenn vier Punkte erfüllt sind:
Erstens muss sich die Bebauung in die Umgebung einfügen. Das kann nur in Form einer Mischbebauung zwischen Einfamilien-, Reihenhäusern und Doppelhaushälften sowie moderatem Geschosswohnungsbau stattfinden.
Zweitens muss die Infrastruktur für das Baugebiet und den ganzen Landshuter Osten vor der Bebauung gezielt ausgebaut und erweitert werden. Dazu zählt die gesamte Verkehrsinfrastruktur, Einrichtungen der öffentlichen Sicherheit genauso wie Schulen und Betreuungseinrichtungen für Kinder, Sportanlagen und der Einzelhandel.
Drittens muss die Bebauung ökonomisch wie auch ökologisch modernsten Ansprüchen genügen.
Und viertens ist auf städtischen Grundstücksanteilen soweit möglich das von der CSU maßgeblich forcierte und von Stadtrat beschlossene Einheimischenmodell umzusetzen.
Der Oberbürgermeister steht im übrigen mit seiner mehrfachen Zusicherung dass zuerst die Infrastruktur vorhanden sein muss gegenüber den Bürgern im Wort.

Dr. Thomas Haslinger
Stadtrat und stellv. Fraktionsvorsitzender JL/BfL
Kreisvorsitzender der CSU Landshut-Stadt

Foto: Die Ochsenau in Landshut-Auloh: Hier wird sich zeigen, ob es der Landshuter Stadtrat mit dem Flächensparen ernst meint!

Gribl: „Damit Bayern Heimat bleibt – nicht nur für Gutverdiener!“

–       Konsequenter Vorrang der Innenentwicklung und flächensparender Nutzungen.

–       Für die Selbstbestimmtheit der Kommunen und ihrer Bürger.

Der Bayerische Ministerrat hat am 16. Juli 2019 die Flächensparoffensive beschlossen. Wesentlicher Bestandteil der Flächensparoffensive ist die Verankerung einer Richtgröße für die Flächenneuinanspruchnahme von fünf Hektar pro Tag in das Landesplanungsgesetz. Die Richtgröße soll von einem Maßnahmenkatalog zur Reduzierung des Flächenverbrauchs flankiert werden. Insbesondere soll die vor zwei Jahren eingeführte Aufweichung des Anbindegebots zurückgenommen werden. Bereits zuvor hatte die Fraktion BÜNDNIS 90/Die Grünen einen Gesetzesantrag in den Bayerischen Landtag eingebracht, der eine verbindliche Flächenverbrauchsobergrenze vorsieht.

„Der Bayerische Städtetag fordert einen konsequenten Vorrang der Innenentwicklung. Nötig sind flächensparende Nutzungen in der Landesplanung, in Fachplanungen, in kommunalen Planungen und im Förderwesen. Der Bayerische Städtetag setzt sich vorbehaltslos für eine flächensparende Siedlungsentwicklung ein. Aber: Der Bayerische Städtetag lehnt jede Art einer Obergrenze für Flächenverbrauch ab. Eine Flächenzuweisung nach mathematischen Formeln wird weder den vielschichtigen Bedarfen der über 2000 bayerischen Städte und Gemeinden noch den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürgern gerecht. Sie verstößt gegen die in der Bayerischen Verfassung verankerte kommunale Planungshoheit,“ sagt der Vorsitzende des Bayerischen Städtetags, Augsburgs Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl.

 

Gribl: „Eine Obergrenze bei Flächenverbrauch löst das Problem der Flächenkonkurrenz nicht auf. Sie zeigt keine Lösung für das Problem der zunehmenden Flächenbeanspruchung. Sie ist kein Steuerungsinstrument zur Stärkung der ländlichen Räume. Sie ist einzig auf Verhinderung ausgerichtet. Der Antrag auf Festlegung einer Flächenobergrenze hält keine Antwort bereit, wie bezahlbare Wohnungen, Kindergärten, Schulen, Arbeitsplätze und Erholungsflächen platzsparender und integriert verwirklicht werden können. Ganz im Gegenteil, die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger bleiben auf der Strecke. Der Städtetag wertet positiv, dass das Kabinett nicht auf Verhinderung setzt, sondern konkrete Maßnahmen benennt, wie eine flächensparende Entwicklung aussehen kann. Mit der Rücknahme der Aufweichung des Anbindegebots greift das Kabinett eine langjährige Forderung des Bayerischen Städtetags auf. 

 

Bayern wächst. Die Bevölkerung nimmt in den letzten Jahren stetig zu. Dieser Trend setzt sich fort. Viele Menschen suchen bezahlbare Wohnungen, Kindergartenplätze, Schulplätze für ihre Kinder oder einen Arbeitsplatz. Die bayerische Wirtschaft wächst. Sie benötigt mehr Büroräume, Produktions- und Lagerstätten. All diese Einrichtungen benötigen Platz. Nicht nur die bayerischen Metropolen benötigen Fläche. Auch die Städte und Zentren der ländlichen Räume und die Gemeinden in den ländlichen Regionen Bayerns haben ein Recht, sich zu entwickeln – und im Einzelfall auch nach außen. Kehrseite dieser Erfolgsgeschichte Bayerns ist eine konstant hohe Flächenneuinanspruchnahme und eine teils dramatische Zunahme der Nutzungskonkurrenz um die Fläche. Dies geht zu Lasten der Natur, der Tier- und Pflanzenwelt und des Landschaftsbildes des Freistaats.

 

Und dennoch: Siedlungsentwicklung und Flächensparen dürfen nicht isoliert betrachtet werden. Es muss das Zusammenspiel dieser scheinbaren Gegensätze betrachtet werden. Es geht um eine zukunftsfähige Siedlungsentwicklung, die die Bedarfe der Wohnungssuchenden, der Arbeitssuchenden, der Erholungssuchenden in den Städten oder der Pendelnden mit der Natur, der Pflanzen- und der Tierwelt gerecht zum Ausgleich bringt. Gribl: „Das gescheiterte Volksbegehren der Grünen war überschrieben mit, Bayern verliert sein Gesicht‘ – ,Betonflut eindämmen – Damit Bayern Heimat bleibt‘. Es muss jedoch gelten: Bayern muss Heimat bleiben – auch für Geringverdiener in München, Augsburg oder Regensburg. Die bayerischen Städte verlieren ihre Gesichter, weil jede Verknappung des Bodens steigende Bodenpreise und damit steigende Mieten zur Folge hat.

 

  • Die Befürworter einer Flächenobergrenze sollten sich aus der Perspektive vor allem der Bürger in den Städten zentrale Fragen stellen: „Können sich Münchnerinnen und Münchner die Stadt München noch leisten? Bald nicht mehr!“

 

„Bayern verliert sein Gesicht“ (Zitat aus dem gescheiterten Volksbegehren „Betonflut eindämmen – Damit Bayern Heimat bleibt“) – die bayerischen Städte verlieren ihre Gesichter. Denn viele Menschen können sich unsere Städte nicht mehr leisten. Enorm gestiegene Bodenpreise erschweren bereits heute die Schaffung bezahlbarer Wohnungen. Eine Verknappung von Fläche führt zu steigenden Boden- und Mietpreisen. Bereits heute ist die Verfügbarkeit von Grundstücken der Flaschenhals für die Schaffung bezahlbaren Wohnraums. Familien, Alleinerziehende und Rentner sind seit langem Leidtragende der Preisentwicklung in den bayerischen Städten. Eine weitere künstlich geschaffene Preiserhöhung wird vielen Berufsgruppen ein Leben in den bayerischen Städten unmöglich machen.

 

  • Es stellt sich die Frage: „Kindergarten oder Arbeitsplatz – Wie wollen die Menschen entscheiden?“

 

Eine Obergrenze beim Flächenverbrauch löst Flächenkonkurrenzen nicht auf, sondern verschärft sie. Sie drängt sämtliche Planungsebenen, sich zwischen konkurrierenden Nutzungen zu entscheiden, ohne aber eine am Bedarf orientierte Abwägung durchführen zu können, wenn das Kontingent überschritten ist: So treten die Schaffung neuer Wohnungen in Konkurrenz zur Errichtung neuer Schulen, der Bau von Kindergärten zur Schaffung neuer Arbeitsplätze.

 

  • Es stellt sich die Frage für die Schaffung neuer Wohnsiedlungen: „Wollen die Bürgerinnen und Bürger, dass diese Entscheidung in der örtlichen Gemeinschaft oder zentral vom Freistaat entschieden wird?“

 

Die wichtigsten Fragen des Zusammenlebens in einer Gemeinde werden bislang zurecht von der örtlichen Gemeinschaft in der Kommune entschieden. Den Städten und Gemeinden garantiert das Grundgesetz und die Bayerische Verfassung die kommunale Selbstverwaltung. Wesentliches Element der kommunalen Selbstverwaltungsgarantie ist die kommunale Planungshoheit. Eine Obergrenze beim Flächenverbrauch verletzt die kommunale Planungshoheit und erschwert die Erfüllung der Aufgaben der Städte und Gemeinden, indem kommunale Entwicklungen abgeschnitten würden. Wichtige Bereiche der örtlichen Aufgabenerfüllung würden aufgrund einer mathematischen Flächenzuteilung zentral vom Freistaat entschieden und nicht mehr auf Grund eines Entscheidungsprozesses vor Ort.

 

  • Es stellen sich besonders für Kommunen in strukturschwachen Räumen die Fragen: „Bevölkerungsrückgang? Es wird öde? Wachstum ist ausgeschlossen?“

 

Besonders betroffen von einer Obergrenze beim Flächenverbrauch sind strukturschwache Kommunen mit Bevölkerungsrückgang. Alle bislang vorgeschlagenen Verteilungsmechanismen knüpfen an die Bevölkerungsentwicklung an. Durch die Verteilung der Flächenkontingente am Maßstab der bestehenden Bevölkerung, der prognostizierten Bevölkerung, der Bewertung als Wachstums- oder Schrumpfungsregion oder der regionalen Wirtschaftskraft würden demografische Bevölkerungsentwicklungen zementiert, ohne diesen Städten und Gemeinden Perspektiven zu geben.

 

Die Ochsenau muss in ihrer Gesamtheit erhalten werden

LBV und NVL wollen vom Bayerischen Umweltministerium Auskunft über das Zustandekommen der Abgrenzung des FFH-Gebietes am ehemaligen Standortübungsplatz

Landshut ist in diesem Jahr Gastgeber des „Bayerischen Heimattages“ und zugleich eine „Boomregion“, die extrem stark wächst. Doch dabei droht auch Gefahr für sehr wertvolle Flächen, die für zahlreiche seltene Arten und für viele Landshuter Bürger „Heimat“ sind.

Die Ochsenau ist der im Isartal gelegene Teil des ehemaligen Standortübungsplatzes Landshut und mit 49 Hektar der größte erhalten gebliebene Kalkmagerrasen des gesamten Unteren Isartals. Zahlreiche vom Aussterben bedrohte Arten leben hier, darunter mehrere Arten, die hier ihr letztes Vorkommen südlich der Donau haben, und auch zwei Erstfunde für Deutschland. Das gesamte Areal der Ochsenau ist eine durch §30 des Bundesnaturschutzgesetzes vor Zerstörung und Beeinträchtigung geschützte Fläche. Zudem verpflichtet Artikel 1 des Bayerischen Naturschutzgesetzes den Staat und die Kommunen, besonders wertvolle ökologische Grundstücke dem Naturschutz zu widmen.

Dennoch will die Stadt die Hälfte der Fläche bebauen und somit unwiederbringbar zerstören. Und dies, obwohl allein im Landshuter Osten noch über 400 Hektar besser erschlossene und hochwasserfreie alternative Flächen unbebaut sind.

Für die Kreisgruppe Landshut des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) und den Naturwissenschaftlichen Verein Landshut (NVL) stellt alleine die Tatsache, dass das jetzt zur Bebauung anstehende Gebiet nicht für das Schutzgebietsnetz der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) gemeldet wurde, einen Verstoß gegen europäisches Naturschutzrecht dar. LBV und NVL haben sich daher mit Schreiben vom 26.06.2019 an das Bayerische Umweltministerium gewandt und um Auskunft zum seinerzeitigen Meldeverfahren gebeten. Sie wollen insbesondere wissen, ob die Aussage der Stadt Landshut zutreffend ist, dass bei der Auswahl und Abgrenzung von FFH-Gebieten nicht nur fachliche Kriterien, sondern auch kommunale Planungen berücksichtigt wurden. Außerdem fragen die beiden Vorsitzenden Christian Brummer (LBV) und Dr. Xaver Menhofer (NVL) an, ob das Bayerische Umweltministerium überhaupt Kenntnis davon hatte, dass in der Ochsenau hochwertige Naturschutzflächen im Meldeverfahren außen vor gelassen wurden. Dr. Stefan Müller-Kroehling, 2. Vorsitzender des NVL sieht im Fall der Ochsenau durchaus Parallelen zur Situation im Hambacher Forst. Auch dort hatten die Behörden aufgrund bestehender Planungen wertvolle Lebensräume nicht an die Europäische Union gemeldet. Die dortigen Rodungsarbeiten seien wegen dieses Umstandes aktuell gerichtlich gestoppt.

V.i.s.d.P: Dr. Stefan Müller-Kroehling, 2. Vorsitzender des Naturwissenschaftlichen Vereins Landshut

 

Foto: Archiv – KLARTEXT.LA

Das Bild zeigt Graurinder im Nationalpark „Neusiedler See – Seewinkel“ im österreichischen Burgenland. (Foto: Helmut Naneder)

Am Freitag, 8. März, informiert der Landschaftspflegeverband über die Ansiedlung von ungarischen Graurindern auf Areal in Landshut-Schönbrunn

Am Freitag, 8. März, um 17 Uhr findet unter freiem Himmel in der Ochsenau im Osten des Stadtteils Schönbrunn eine Informations-Veranstaltung zum Ochsenprojekt des Landschaftspflege-Verbandes (LPV) Landshut statt. Wie wiederholt berichtet, werden im Frühling durch den LPV vier ungarische Graurinder auf einem rund drei Hektar großen Gelände in der Ochsenau angesiedelt, das mit einem Elektro-Zaun umfriedet wird. Ziel des Projekts ist die naturschutzfachliche Aufwertung des Areals, das lange Jahre durch Schafe – überwiegend als Pferch-Fläche – genutzt wurde.

LPV-Geschäftsführer Tobias Lermer und sein Stellvertreter Helmut Naneder stehen dabei interessierten Bürgern Rede und Antwort zu dem Projekt, das wissenschaftlich begleitet und ausgewertet wird. Auch OB Alexander Putz, der stellvertretender LPV-Vorsitzender ist, wird zugegen sein.

Treffpunkt ist an der Zufahrt zum Vereinsheim des Schäferhunde-Vereins. Die Einfahrt befindet sich in Fahrtrichtung Auloh rund 50 Meter rechts nach den Gebäuden der Handwerkskammer Landshut.

 

 

Auf dem Foto von links nach rechts:
stellv. Vorsitzender Herbert Eichner, Beisitzerin Marie-Sophie Vogel, Vorsitzender Heiko Helmbrecht, Stadträtin u. Pressesprecherin Elke März-Granda, Beisitzer Peter Keil und Kreisvorsitzender Lorenz Heilmeier.

Der amtierende Orstvorsitzende, Herbert Eichner, begrüßte die Mitglieder recht herzlich. In seinem Jahresrückblick ging er vor allem auf den zurückliegenden Bürgerentscheid zur Westtangente ein. „Wir hätten uns gewünscht, dass bei den Politikern, die das neue Begehren initiierten, eine moralische Bindung gegenüber dem Bürgerwillen aus dem ersten Bürgerentscheid vorhanden gewesen wäre“, so Eichner enttäuscht. „Jetzt hat die Stadt ein großes Finanzierungsproblem“, ergänzt der ÖDP-Mann. Damit Landshut eine Förderung für das gigantische Straßenbauprojekt bekomme, müsse eine Klassifizierung der Straße als „Staatsstraße“ erfolgen. Dazu benötige aber die Stadt ein teures Fachgutachten zur Vorlage bei der Regierung. „Für uns ist dies nach wie vor ein überflüssiges, naturzerstörendes Straßenbauprojekt, das im Nirvana endet und weite Teile des Stadt-Westens verlärmen wird“, führt Eichner fort „und das während um uns herum ein Artensterben enormen Ausmaßes stattfindet“.

Eichner lobte die erfolgreiche Arbeit der beiden ÖDP-Stadträtinnen Christine Ackermann und Elke März-Granda. Aufgrund ihre Initiative hat der Landshuter Stadtrat den Beitritt zum Netzwerk der Bio-Städte beschlossen. Große Schritte gelang der ÖDP auf naturschutzfachlicher Ebene. Die Stadt kommt nach Jahrzehnten endlich ihrer Verpflichtung nach, die ökologischen Ausgleichsmaßnahmen im Zusammenhang mit Baumaßnahmen umzusetzen. Auch werden nun Seitens der Stadt die grünordnerischen Festsetzungen in Bebauungsplänen, zum Beispiel das Anpflanzen von Bäumen und Sträuchern, Ort kontrolliert.„Beides sind wichtige Maßnahme zum Arten- und Biotopschutz“, erläutert März-Granda. Die Stadt habe für diese Aufgaben ihr Personal aufgestockt.

Einig waren sich alle Anwesenden, dass das wertvolle Gebiet der Ochsenau zu erhalten ist. Seit mehr als zwei Jahrzehnten blieb die Ochsenau von jeglicher Landwirtschaft verschont und die Natur war hauptsächlich sich selbst überlassen. „Die Experten schätzen das Gebiet nach ersten Untersuchungen als unbedingt schützenswert mit deutschlandweit einmaliger Tier-, Pflanzen- und Wiesenpilzwelt ein“, erläutert März-Granda. Deshalb war es nach ihrer Meinung ein völlig falsches Signal des Stadtrates nicht einmal artenschutzfachliche Erhebungen dort zuzulassen. „Wir dürfen die kostbaren Bereiche unserer Stadt nicht einem ungezügelten Bauwahn preisgeben!“, fordert die Stadträtin. Deshalb spricht sich die ÖDP ausdrücklich für den Erhalt der Ochsenau aus und unterstützt die Bürgerinitiative „Schützt die Ochsenau bei Auloh“. „Nachdem die Stadt sowieso weitere Ausgleichsflächen benötigt, wäre dies eine elegante und sinnvolle Lösung und gleichzeitig wäre der Erhalt der Ochsenau gesichert“, so die Stadträtin.

Bei den anschließenden Neuwahlen wurde Heiko Helmbrecht als neuer Vorsitzender gewählt. Helmbrecht ist freiberuflicher Informatiker und Familienvater. „Ich möchte die Themen der ÖDP voranbringen, und dabei neue Akzente in den sozialen Medien setzen, damit die ökologischen, ökonomischen und sozialen Ziele der ÖDP die Aufmerksamkeit erhalten, die sie auch verdienen“, betont der neue Vorsitzende.

Der bisherige Vorsitzende Eichner will sich nach seiner langjährigen Tätigkeit etwas mehr seiner Familie widmen und gratulierte dem frisch designierten Vorsitzenden zur Wahl. Eichner wird künftig als stellvertretende Vorsitzender dem neuen ÖDP-Chef unterstützend zur Seite stehen. Als Beisitzer gewählt vervollständigen die erweiterte Vorstandschaft Martin Hanselmann, Peter Keil und Marie-Sophie Vogel. Die Pressesprecherin Elke März-Granda wird erneut in ihrem Amt bestätigt. Alle Wahlen erfolgten einstimmig.

Nach über einer Stunde Diskussion wurde im Umweltsenat mit 6:4 für den Antrag Nr. 690 entschieden. Im Bausenat wurde dagegen ein Patt erreicht (5:5) und deswegen geht die Angelegenheit in das Stadtratsplenum!

Für den Antrag stimmten:

Im Umweltsenat: Dr. Keyßner, Rudolf Schnur, Elke März-Granda, Dr. Max Fendl, Gertraud Rössl, Hedwig Borgmann

Im Bausenat: Rudolf Schnur, Manfred Hölzlein, Lothar Reichwein, Elke März-Granda, Stefan Gruber

Gegen den Antrag:

Im Umweltsenat: Klaus Pauli, Karina Habereder, Anja König, Tilmann von Kuepach

Im Bausenat: OB Putz, Erwin Schneck, Karina Habereder, Gerd Steinberger, Tilman von Kuepach