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Neubau

Bildtext: Grabungsarbeiten auf dem Gelände des künftigen neuen Landratsamts im Süden von Essenbach: Die Ausgräber fanden vor allem Spuren einer über 3000 Jahre alten Siedlung.

 

 

Neubau auf geschichtsträchtigem Boden

Am Sonntag Führungen durch Ausgrabungen auf dem Areal des künftigen Landratsamts Landshut

 

Wo künftig, am Südrand von Essenbach, das neue Landratsamt Landshut in die Höhe gezogen wird, lebten schon vor Tausenden von Jahren Menschen: Das Ausgrabungsteam um den Kreisarchäologen Dr. Thomas Richter hat dort Reste von Siedlungen und Gräber vor allem aus der Epoche der Urnenfelder-Kultur (etwa 1300 bis 800 vor Christus) entdeckt. Am Sonntag, dem Tag des offenen Denkmals, ist die Grabungsstätte von 13.30 bis 16 Uhr geöffnet, jeweils um 13.45 und 14.45 Uhr werden kurze Führungen (15 bis 20 Minuten) über die Grabungsfläche angeboten.

Die fruchtbaren Fluren auf dem Gebiet des Markts Essenbach haben schon die Linienband-Keramiker angelockt, die ersten Bauern Mitteleuropas – vor fast 7500 Jahren. Auf den Lössböden erblühte all die Jahrtausende danach eine Kultur um die andere. Seit Jahrzehnten haben Archäologen großartige Funde in Essenbach gemacht – rund 300 Fundstellen sind auf dem Gebiet der Marktgemeinde bekannt.

3000 Jahre alte Siedlung

Aus allen Epochen der Vorgeschichte bis zu den Bajuwaren im frühen Mittelalter sind zum Teil herausragende Funde gemacht worden, von denen – als Repliken – viele im Archäologischen Museum im Heimathaus von Essenbach zu sehen sind. Darunter finden sich zwei Schüsseln mit den Namen der ältesten bekannten Gemeindebürger – „Attius und Clementtianus, festgehalten auf zwei Keramik-Schalen aus einem rund 1800 Jahre alten römischen Landgut („villa rustica“).

Eine Vasenkopfnadel aus der Zeit zwischen 1300 und 1000 vor Christus, also aus der letzten Epoche der Bronzezeit, der Zeit der Urnenfelder-Kultur. Sie diente zum Verschließen von Umhängen und Gewändern.

 Es ist daher kein Wunder, dass das jetzige Grabungsteam auf dem rund sechs Hektar großen Areal des neuen Landratsamts fündig geworden ist: Die Ausgräber sind auf Überreste einer rund 3000 Jahre alten Siedlung, auf Gräber, einen Brunnen und unter anderem auch auf eine Vasenkopfnadel aus Bronze gestoßen. Solche Ziernadeln waren am Ende der Bronzezeit in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz in Mode, sie dienten zum Verschließen von Überhängen und Kleidern und gehörten gewissermaßen zur Feiertagstracht.

Aus der Zeit der Urnenfelder-Kultur ist im Baugebiet Blumenäcker im Sommer 2011 von dem Team einer Ausgrabungsfirma ein Fund von europaweiter Bedeutung gemacht worden: das Wagen-Grab eines Fürsten, reich ausgestattet mit Beigaben wie einem Goldring, einem wertvollen, bronzenen Vollgriffschwert und zahlreichen Keramikgefäßen mit Speis und Trank für den Weg ins Jenseits. Der Bestattete zählte zu den Mächtigen seiner Zeit. Hätte er in Griechenland gelebt, hätte er an der Tafel von legendären Königen wie Agamemnon oder Menelaos gesessen.

Handelsweg der Bronzezeit

Der Archäologe Dr. Robert Graf hat das 60 Zentimeter lange Bronze-Schwert vor zwei Jahren originalgetreu nachgegossen – und in einem Experiment im Essenbacher Museum nachgewiesen, dass es vor 3200 Jahre rituell gebogen und unbrauchbar gemacht worden war, bevor es seinem vormaligen Besitzer ins Grab gelegt wurde. Der Urnenfelderzeit-Fürst von Essenbach beherrschte wohl ein Teilstück einer der großen Kupfer-Handelsrouten quer durch Europa, eine Etappe zwischen den Alpenraum mit seinen reichen Kupferlagerstätten und Böhmen.

Dieser Handelsroute, die Richtung Norden über Geiselhöring und die Cham-Further Senke weiterführte, ist die aus Landshut stammende Archäologin Dr. Angelika Hofmann seit Jahren auf der Spur. Hofmann arbeitet und forscht inzwischen am Germanischen Nationalmuseum (Nürnberg). Die einzigartigen Funde aus dem Essenbacher Fürstengrab werden derzeit unter ihrer Ägide in Nürnberg restauriert und untersucht.

 

Text und Fotos: Elmar Stöttner

 

Bildtext: Johann Schneck, Leiter der Staatlichen Fachschule für Agrarwirtschaft (v.l.), Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich, Thomas Schneidawind, Leiter des Agrarbildungszentrums, und Günter Wiedemann, der Verwalter des Lehrguts, freuen sich auf den Neubau der Maschinenhalle im Hintergrund. Auch das Wohnhaus rechts davon soll im Zuge der Modernisierungsmaßnahmen erneuert werden. Foto: Lang/Bezirk Niederbayern

 

 

Das ökologische Lehrgut macht sich fit für die Zukunft

Maschinenhalle und Gutsverwalter-Haus sollen für rund drei Millionen Euro neu gebaut werden

 

Beim ökologischen Landbau ist man im Bezirk Niederbayern dem Zeitgeist weit voraus, denn das ökologische Lehrgut, das 1962 in Landshut-Schönbrunn errichtet wurde, wird bereits seit 1994 nach Naturland-Kriterien bewirtschaftet. Nun muss es modernisiert und fit für die Zukunft gemacht werden, wofür der Bezirksausschuss im November 2018 bereits grünes Licht gab.

Am Dienstag stellte Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich vor Ort die Pläne vor und erklärte, welche Bedeutung das Lehrgut für den Bezirk und speziell das Agrarbildungszentrum Schönbrunn hat. Neben der Bewirtschaftung der eigenen Flächen dient es vor allem den Schülern der Fachoberschule, der Fachschule für Agrarwirtschaft (Fachrichtung Landbau) und den Lehrgangsteilnehmern der Landmaschinenschule für den praktischen Unterricht. Hunderte junger Landwirte aus ganz Deutschland wurden im Laufe der Jahrzehnte hier ausgebildet und sind heute „Leuchttürme“ für den Ökolandbau, wie Johann Schneck, Leiter der Fachschule für Agrarwirtschaft, hervorhob. Damit reiche die Bedeutung des Agrar- bildungszentrums weit über die Bezirksgrenzen hinaus und sei für Niederbayern eine wichtige Einrichtung, so Heinrich. Für ihn ist es zudem ein Beispiel, wie die kommunale Familie vor Ort die großen Herausforderungen von Klimawandel bis hin zum Artensterben selbst aktiv angehen kann: „Je mehr gut ausgebildete Landwirte es vor Ort gibt, desto besser können wir manches Ziel erreichen.“

Bezirkstagspräsident Dr. Heinrich: „Der Bezirk war am Anfang der Entwicklung dabei“

Die Schülerzahlen zeigen, in welchem Maß  der Bedarf steigt. Derzeit gebe es mehr Anfragen als freie Plätze. „Wir können mit Stolz sagen, dass wir am Anfang der Entwicklung dabei waren“, so Heinrich. Doch nach der Modernisierung des Schülerwohnheims müsse nun auch der nächste große Schritt in Angriff genommen werden. Geplant sind Ersatzbauten für das Betriebsleiter-Wohngebäude, die Lagerhalle, das Garagengebäude sowie das Sozial- und Werkstattgebäude. Beim Rundgang über das Gelände erläuterte der Leiter des Agrarbildungszentrums, Thomas Schneidawind, mit Blick auf die Statik der bestehenden Lagerhalle sowie auf das energetisch nicht mehr tragbare Betriebsleiterwohnhaus, warum ein Neubau unausweichlich ist.

Günter Wiedemann, der Verwalter des Lehrguts, ist zusammen mit seiner Frau und weiteren saisonalen Helfern und Schul-Praktikanten für die Bestellung der 120 Hektar großen Ackerflächen und die Versorgung der 85 Tiere in Mutterkuhhaltung zuständig. In siebenjährigem Rhythmus – wesentlich länger als in der konventionellen Landwirtschaft – bewirtschaftet er die Felder in wohlüberlegter Fruchtfolge, um den Boden und seine Nährstoffe natürlich „am Leben zu erhalten“. Mit Schulleiter Schneck und den weiteren Lehrkräften stimmt er sich dabei regelmäßig ab, auch Versuchsflächen werden bepflanzt. „Wir experimentieren seit jeher viel, gerade auch was Blühflächen, gefährdete Ackerwildkräuter oder eine abgestufte Gründlandnutzung angeht“, so Schneck. Am 24. Juni findet die jährliche Versuchsfeldführung in Schönbrunn statt, bei der sich Interessierte selbst ein Bild davon machen können.

 

Foto: Bezirk Niederbayern

 

 

Bildtext: Zeigten sich beeindruckt vom Neubau des Landratsamtes Erlangen-Höchstadt: Die Mitglieder des Bau- und Kreisausschusses des Landkreises Landshut und Landratsamtsmitarbeiter, gemeinsam mit Landrat Peter Dreier und seinem mittelfränkischen Amtskollegen Alexander Tritthart.

 

In Mittelfranken Anregungen geholt

Mitglieder des Bau- und Kreisausschusses besuchten Neubau
des Landratsamtes Erlangen-Höchstadt

 

Noch wird es ein paar Jahre dauern, bis das Landratsamtes Erlangen-Höchstadtsein neues Amtsgebäude in Essenbach beziehen kann – der Landkreis Erlangen-Höchstadt hat das bereits geschafft. Deshalb haben die Mitglieder des Bau- und Kreisausschusses des Landkreises, gemeinsam mit einigen Verwaltungsmitarbeitern, das neue Landratsamt des mittelfränkischen Landkreises besichtigt und sich einige Anregungen für den eigenen Neubau geholt.

 

Wie der Erlanger Landrat Alexander Tritthart schilderte, stimmte im April 2014 der Kreistag von Erlangen-Höchstadt für den Bau eines neuen Landratsamtes auf Gebiet der kreisfreien Stadt Erlangen – eine Außenstelle verbleibt in Höchstadt an der Aisch. Auf rund 6 000 Quadratmetern fanden die rund 370 Mitarbeiter des Hauptgebäudes vor rund einem halben Jahr eine neue berufliche Heimat. Das frühere Landratsamt, nur wenige hundert Meter vom ursprünglichen Dienstsitz entfernt, war einfach zu klein geworden.

Der modern gestaltete „kleeblattförmige“ Bau im Herzen Erlangens umfasst auch eine zweigeschossige Tiefgarage, Mitarbeiter und Besucher gelangen über einen zentralen, barrierefreien Eingang in das Haus. Das gesamte Dach ist mit einer Photovoltaik-Anlage bestückt, die den eigenen Stromverbrauch deckt. Das Gebäude wird über die Abwärme der Server-Räume beheizt und ist die meisten Monate im Jahr energieautark, erklärte Kreisbaumeister Thomas Lux. Eine Deckenkühlung sorgt für Wärme im Winter und Kühle in den Sommermonaten.

 

Als Landrat Tritthart seinen Landkreis Erlangen-Höchstadt vorstellte, zeigten sich im Gespräch viele Parallelen zwischen den beiden Landkreisen: Rund 133.000 Menschen wohnen in den einzelnen kreisangehörigen Städten, Märkten und Gemeinden, angrenzend an die kreisfreie Stadt Erlangen. Durch die Nähe zu Nürnberg ist auch dieser Landkreis wie der Landshuter eine Wachstumsregion: Der Zuzug hält stetig an, was aber auch zu mehr Verkehr, steigenden Grundstückspreisen und knappem Wohnraum führt. Das alles sind Themen, die auch den Landkreis Landshut bewegen.

Landrat Peter Dreier bedankte sich bei seinem mittelfränkischen Kollegen für die hervorragende Gastfreundschaft und die vielen interessanten Anregungen, die er und die Kreisräte wieder mit nach Niederbayern nehmen können.

 

Der Architektenwettbewerb für das neue Landratsamt in Essenbach wird in Kürze ausgelobt. Eine Jury, bestehend aus Kreisräten und externen Sachverständigen – beraten durch Mitarbeiter der Landkreisverwaltung – wird entscheiden, welcher der eingereichten Entwürfe verwirklicht werden soll.

 

Fotos: Landratsamt

Bildtext: AnS-Werk-Vorsitzende Ingrid Roederstein (v. l.), Architekt Reinhard Bliemel, Sozialpädagogin Kerstin Laxhuber, Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich und Claudia Holzner, Psychiatriekoordinatorin beim Bezirk Niederbayern, im Dachgeschoss des Hauses.

 

Alleine Wohnen – und doch nicht einsam sein

Der Verein AnS-Werk präsentiert Neubau für ambulant betreutes Wohnen in Landshut

 

„Etwas ganz Besonderes“ sei hier gelungen, ein echter „Glücksfall“ für die Stadt Landshut und für den Bezirk Niederbayern – so äußerte sich Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich bei der Besichtigung des neugebauten Wohnhauses des Vereins AnS-Werk (Arbeit nach der Schulzeit) im Landshuter Stadtteil Mitterwöhr am Mittwoch.

 

Mitten in einer Wohnsiedlung steht es da und sieht nach außen hin genauso wie alle anderen Häuser aus. Das ist auch gut so, wie Claudia Holzner, Psychiatriekoordinatorin des Bezirks Niederbayern hervorhob. In den fünf Wohnungen werden künftig sechs junge Menschen mit seelischer Behinderung (oder solche, die davon bedroht sind) wohnen, die bei der Führung eines eigenen Haushaltes Unterstützung brauchen, gleichzeitig aber die Bereitschaft zur Mitarbeit im Haus und ein gewisses Maß an Selbstorganisation mitbringen – ab sofort können sich Interessierte beim Verein melden. Auch für körperbehinderte Mieter sind die Räume ideal, denn vom Balkon bis zum Aufzug ist alles barrierefrei gestaltet, wie Architekt Reinhard Bliemel bei der Begehung demonstrierte.

 

„Wir haben die Nachbarn im Vorfeld angesprochen und ihnen alles erklärt, damit gleich gar keine Spekulationen oder Ängste aufkommen. Die Menschen hier sind ganz offen, was uns natürlich sehr freut“, so die Vorsitzende des AnS-Werk e.V., Ingrid Roederstein.

 

Vor fast 13 Jahren hatte sie den gemeinnützigen Verein mitgegründet, der sich seither im Stadtgebiet Landshut als Betreiber von sechs Cafés und Bistros sowie einem Partyservice einen Namen gemacht hat. Doch neben der Heranführung der jungen Menschen mit Beeinträchtigungen an den Arbeitsmarkt, hatte man zunehmend festgestellt, dass die Schützlinge auch Unterstützung im Bereich Selbstversorgung und Wohnen brauchen. Da dieses Ziel auch in der Satzung niedergeschrieben war, konnte der Verein Rücklagen bilden, die ihm den Ankauf des Grundstücks in der Danziger Straße ermöglichten.

 

Der Bau an sich kostet rund eine Million Euro und wird aus verschiedenen Fördertöpfen (Regierung von Niederbayern, Sozialer Wohnungsbau; Bayerische Landesstiftung; Aktion Mensch) sowie Eigenmitteln des Vereins und einem Bankkredit finanziert. Über Mieteinnahmen sollen sich die Ausgaben refinanzieren. Der Bezirk Niederbayern ist hingegen für die Fachleistungsstunden beim ambulanten, betreuten Wohnen zuständig, er finanziert damit die Sozialpädagogin, die sich stundenweise um die Bewohner kümmert. Auf ihre Aufgabe freut sich Kerstin Laxhuber schon, sie hat sich bereits mit zwei Interessenten getroffen und ist gespannt, welche Hausgemeinschaft hier entstehen wird.

 

Der großzügige Platz rund um das Haus bietet viel Gelegenheit, um sich auch in der Gruppe auszutauschen.

„Solche Begegnungsmöglichkeiten außerhalb der eigenen Wohnung sind sehr wichtig“, so Dr. Olaf Heinrich, der das Konzept des Vereins lobte. Denn dass ein Verein nicht nur ambulant betreutes Wohnen in den eigenen vier Wänden anbietet, sondern zudem die Sozialwohnungen selber baut, sei bisher sehr ungewöhnlich in Niederbayern, wofür der Bezirk sehr froh und dankbar sei. Außerdem, so Heinrich, sei die soziale Integration in eine bestehende Wohnsiedlung begrüßenswert, „denn diese Menschen werden oft zu sehr geschätzten Nachbarn, wenn sie einmal da sind und die Chance dazu bekommen. Das ist hier vorbildlich gelungen.“ Auch die Stadt Landshut müsse für dieses Engagement sehr dankbar sein, denn gerade im sozialen Wohnungsbau herrsche insgesamt Handlungsbedarf.

 

„Der Bezirk hat uns bei dem Vorhaben immer toll unterstützt und beraten“, bedankte sich abschließend die Vorsitzende Ingrid Roederstein, die nun im Dachgeschoss des Hauses erstmals auch eine Geschäftsstelle für den Verein bekommt. Dass dieses „innovative Konzept“ möglichst viele Nachahmer findet, hofft auch Claudia Holzner. „Früher wurden psychisch kranke Menschen möglichst weit weg von der Gesellschaft untergebracht, zum Glück ist das jetzt anders.“ Auch das Bundesteilhabegesetz, das bis 2023 stufenweise umgesetzt wird, fördert solch integrierte Wohnformen.

 

– ml –

 

 

Bildtext: Claudia Holzner, Psychiatriekoordinatorin beim Bezirk Niederbayern (v.l.), Sozialpädagogin Kerstin Laxhuber, Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich und AnS-Werk-Vorsitzende Ingrid Roederstein vor dem Neubau in Mitterwöhr.

 

Fotos: Bezirk Niederbayern


Die CSU-Fraktion hat sich im Vorfeld der nächste Woche stattfindenden Haushaltsberatungen die Feuerwache des Löschzuges 7 in der Wolfgangssiedlung angesehen und besichtigte damit eine der Feuerwachen, bei der akuter Handlungsbedarf gegeben ist. Seit Jahren ist die Unterbringung des Löschzuges weder zeitgemäß ausgestattet, noch erfüllt sie den tatsächliche Platzbedarf. Seit Jahren setzt sich die Stadtratsfraktion der CSU, insbesondere die ehemalige Verwaltungsbeirätin für die Feuerwehr, Frau Dr. Anna-Maria Moratscheck, für einen angemessenen Neubau ein. Ihr Nachfolger in dieser Funktion, Stadtrat Rudolf Schnur, der sich ebenso für einen bald möglichen Neubau einsetzt, besichtigte gemeinsam mit der Fraktion das bisherige Wachgebäude und gab den Mitgliedern seiner Fraktion die Möglichkeit durch Zugführer Gerhard Koglin die Aufgaben und Probleme des Löschzuges kennenzulernen. Erfreut waren alle Teilnehmer darüber, dass kürzlich im Bausenat die mit den Betroffenen abgestimmte Planung für den Neubau an der Oberndorfer Straße vorgestellt werden konnte. Wenn alles gut geht, wird im kommenden Sommer der erste Spatenstich erfolgen. Für die ausnahmslos ehrenamtlich tätigen Feuerwehrleute ein Lichtblick, auf den sie schon lange warten. Die Dringlichkeit stellte sich den Stadträten vor Ort eindrucksvoll dar. Die CSU-Fraktion verabschiedete sich mit dem tief empfundenen Dank an den Löschzug 7 für die bisherigen Einsätze.

Rathaus Tiefenbach Bürgerbegehren über Neubau ist zulässig

Die Bürger von Tiefenbach bei Landshut dürfen nun doch in einem Bürgerbegehren darüber abstimmen, ob in der Gemeinde ein neues Rathaus gebaut werden soll. Das sieht ein Vergleichsvorschlag des Verwaltungsgerichts Regensburg vor.

Stand: 20.11.2013

Verwaltungsgericht Regensburg | Bild: BR/Christian Hoeb

Gegner des Projekts hatten im Februar ein Bürgerbegehren mit dem Ziel initiiert, den mindestens 2,5 Millionen Euro teuren Rathausneubau zu verhindern. Der Gemeinderat wies das Bürgerbegehren jedoch als unzulässig ab. Begründung: Durch die Planungen seien der Gemeinde schon jetzt hohe Kosten entstanden. Würde der Neubau abgeblasen, wäre dieses Geld verloren.

Kosten für Gemeinde tragbar

Verwaltungsgerichtspräsident Hans Korber machte schon zu Beginn der Verhandlung am Mittwoch (20.11.13) deutlich, dass diese Rechtsauffassung der Gemeinde nicht zu halten sei. Die Planungskosten im niedrigen sechsstelligen Bereich könnten von der Gemeinde problemlos geschultert werden.

Bürgermeister Strasser enttäuscht

Tiefenbachs Bürgermeister Georg Strasser zeigte sich enttäuscht von der Haltung des Gerichts. Die Gemeinde werde nun für ihre Sparpolitik der letzten Jahre bestraft, sagte er dem Bayerischen Rundfunk. Sollte es nach dem Bürgerbegehren zu einem Bürgerentscheid kommen, soll dieser parallel mit den Kommunalwahlen im März 2014 durchgeführt werden, sagte Strasser.

Hintergrund

In der 4.000-Einwohner-Gemeinde vor den Toren Landshuts laufen seit Jahren Planungen für die Neugestaltung der Ortsmitte. Im Zuge dessen beschloss der Gemeinderat vor zwei Jahren, dass in Tiefenbach ein neues Rathaus samt Bürgersaal und Gemeindebücherei gebaut werden soll.

(Quelle: Uli Scherr / BR)

 

Vor weniger als einem Jahr wurde der Neubau des Aufzugs- und Treppenhauses am Hans-Carossa-Gymnasium (HCG) an der Landshuter Freyung fertiggestellt.

Sowohl Schulleitung, Schüler, Stadträte, Oberbürgermeister und Architekten waren Stolz auf das Bauwerk, das sich gut neben dem altehrwürdigen Hauptbau des HCG dem Besucher als ersten Blickfang anbietet. Es ist ansprechend und funktional in den Innenhof gegenüber der mittelalterlichen Heilig-Kreuz-Kirche eingebettet und trägt den Schriftzug des Namensgebers des Humanistischen Gymnasiums.

Doch seit einigen Tagen ist eine deutliche Schadensstelle am Sockel des Neubaus nicht mehr zu verbergen. Der Anblick, der sich am Hauptbau dem Betrachter jahrzehntelang durch aufsteigende Mauerfeuchtigkeit geboten hat, ist nun bereits nach weniger als einem Jahr auch beim Neubau vorhanden. Feuchtigkeit im Putz, Salzausblühungen und abblätternder Anstrich…

Was ist los mit Handwerkern, Planern und Baustoffen? Geht’s noch?

Oder war diese Optik etwa gewollt, um den Neubau besser an den Altbestand anzupassen? Hatte es aber nicht geheißen, dass gerade das Nebeneinander von Alt und Neu den Reiz ausmachen soll?

Wir haben uns nun mit der Bitte um Sachverhaltsaufklärung an das zuständige Baureferat der Stadt Landshut gewandt und sind gespannt auf deren Antworten, die wir hier veröffentlichen werden.

Rudolf Schnur, Redaktion klartext.LA

 

Nach und nach wird hier die Geschichte der Erneuerung der 09-Halle dargestellt. Anhand von Fakten und tatsächlichen Begebenheiten.

 

Datum: Fri, 20 Jul 2007 17:08h
Von: “Rudolf Schnur” <schnur@landshut.org>
An: “Hans Rampf” <Hans.Rampf@landshut.de>
Betreff: ETSV 09-Halle EILT!

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

ich nehme Bezug auf mein Mail vom 03.01.2007 und meinen Stadtratsantrag vom 02.07.2007 hinsichtlich des Bauzustandes und der statischen Situation des Daches der 09-Halle.
Mit Entsetzen habe ich gerade die diesbezügliche Vorlage der Verwaltung für den kommenden Bausenat gelesen:
“…an zwei Schalenelementen massivste Schäden, die im ungünstigsten Fall bei Überschreitung der Tragfähigkeit (d.h. z.B.  Schneelasten) ohne Ankündigung zum sofortigen Versagen des Dachtragwerkes (Einsturz) führen können….”

Demnach sind meine Feststellungen und Befürchtungen vom 03.01.2007 leider vollinhaltlich bestätigt worden.
Ich habe damals einem Fußballturnier von Schülern beigewohnt und zu einem mir bekannten Vater noch gesagt, daß ich Angesichts des Daches sehr froh bin, daß es nicht geschneit hat. Ein Vergleich mit Bad Reichenhall drängte sich auf. Eine Glasscheibe des Daches war gebrochen und der leichte Regen hinterließ auf dem Spielfeld der Halle eine Spur, die während dem Spiel zum Rutschen von Spielern führte.

Bitte teilen Sie mir mit, ab wann die Halle angesichts der akuten Gefährdungslage für jegliche Nutzung gesperrt wurde.

Die Vorlage geht leider nicht auf die konkreten Fördermöglichkeiten ein, obwohl dies bei der genannten Investitionssumme für die weitere Vorgehensweise einen wichtigen Aspekt darstellt. Nach meinen Recherchen können unter günstigen Umständen bis zu 100 % der Investitionssumme von der KfW finanziert werden. Da die Mittel nach dem Windhundsystem vergeben werden, kann sich eine baldige Antragsstellung lohnen.

Freundliche Grüße

Rudolf Schnur
Diplom-Verwaltungswirt (FH)
Baubiologe IBN
Stadtrat

Atomkraft tritt auf der Stelle und

wird von Solar- und Windkraft überrannt

Auch 2012 wurden weltweit nur zwei neue Reaktoren in Betrieb genommen und mit dem Bau von drei Reaktoren begonnen. Zwei wurden stillgelegt. Zwei AKW-Baustellen wurden endgültig wieder aufgegeben. Die Erneuerbaren Energien überrannten die Atomenergie

Wie viele AKW-Reaktoren weltweit den Betrieb oder Bau beginnen und beenden

2000 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012***
Betriebsbeginn 6 5 4 2 3 0 2 5 7 2
Baubeginn 7 2 3 4 8 10 12 16 4 3
Betriebsende 3 5 2 8 1 2 3 1 13** 2
In Betrieb* 444 444 446 440 442 440 439 443 437 437

*jeweils am Ende des Jahres **weitere 6 Reaktoren in Fukushima sind de facto still gelegt

***2 Baustellen in Bulgarien wurden wieder aufgegeben, 2 Reaktoren in Kanada wurden nach 15 bzw. 17 Jahren Stillstand wieder in Betrieb genommen; Stand 31.12.12

Etwas abweichende Angaben: http://www-pub.iaea.org/MTCD/Publications/PDF/RDS2-32_web.pdf

Ende 2012 waren weltweit 437 AKW-Reaktoren in Betrieb. Eigentlich nur 431, da sechs weitere Atomreaktoren in Fukushima nicht offiziell aber de facto still gelegt sind. Ende 2000 waren noch 444 AKW-Blöcke in Betrieb. Seit Beginn der Fukushimakatastrophe haben sogar Länder wie China, Indien und Südkorea, die in den letzten zehn Jahren immer neue AKW-Bauabsichten verkündet hatten, die Signale auf Abwarten gestellt. Die Bautätigkeit wird nicht reichen, um die in die Jahre gekommenen und bald aus Altersgründen vom Netz gehenden Atomreaktoren zu ersetzen. Vor Tschernobyl wurden in manchen Jahren 20 und sogar über 30 Reaktoren neu in Betrieb genommen. 2012 waren es nur zwei.

In Europa ganz wenige Neubauten und die werden richtig teuer und unrentabel

In West- und Nordeuropa werden zwei Atomreaktoren neu gebaut. In Finnland wie in Frankreich entsteht jeweils ein EPR (European Pressurized Water Reactor). Im finnischen Olkiluoto sollte zum Festpreis von 3 Milliarden Euro und finanziert mit Krediten der Bayerischen Landesbank so ein Druckwasserreaktor erstellt werden und ursprünglich 2009 in Betrieb gehen. Jetzt steht die Kostenkalkulation bei 8,5 Milliarden Euro und die Fertigstellung wird für 2015 prognostiziert.

Schlecht läuft es auch für die Atomindustrie mit dem zweiten EPR im französischen Flamanville. Kürzlich wurde bekannt gegeben, dass die Kosten nochmal um zwei Milliarden auf voraussichtlich auch 8,5 Milliarden Euro steigen werden. Statt wie ursprünglich geplant 2012 vermutet man jetzt eine Inbetriebnahme frühestens in 2016.

Anfangs hatte man den EPR mit Stromproduktionskosten von knapp 3 Cent je Kilowattstunde angepriesen. Jüngst hieß es im World Nuclear Industry Status Report 2012 (http://www.worldnuclearreport.org/IMG/pdf/2012MSC-WorldNuclearReport-EN-V2.pdf), der Strom könne nicht für weniger als 11 -16 Cent je Kilowattstunde geliefert werden.

Besorgniserregend ist, dass in Frankreich mit seinen 58 alten Atomreaktoren der AKW-Ausfall steigt. Im letzten Jahr standen bei unserem Nachbarn die AKW nur noch 76 Prozent der Zeit zur Verfügung. Hoffentlich wird bei Stromengpässen in Frankreich nicht entschieden: „Stromproduktion muss auch mal vor Sicherheit gehen“

Irrer Rekord in den USA

1973 begann man den Bau des Reaktors Watts-Bar-2. 1976 sollte er fertig sein. Eigentlich hatte man nach vielen Bauunterbrechungen und Verzögerungen die Inbetriebnahme jetzt für 2012 angekündigt. Aber 2012 hieß es, vor 2015 oder 2016 würde der Reaktor nicht fertig.

In den letzten fünf Jahren sind in den USA auch zig Milliarden staatliche Bürgschaften für den Bau neuer Reaktoren zugesagt worden und die Genehmigung für 28 Reaktoren wurde beantragt. Aber die meisten Verfahren treten auf der Stelle. Acht Anträge wurden sogar wieder zurückgezogen. Hauptgrund: Der Strom aus neuen AKW ist mit vorkalkulierten 8 – 11 ct/kWh zu teuer. Und das, obwohl Kosten für Unfallhaftung und Atommüll-Lagerung auf Staat, Steuerzahler und Nachkommen abgewälzt werden.

Osteuropa und Asien

Auf China, Indien und Russland entfallen drei Viertel aller AKW-Neubauten. Dort stehen 43 AKW-Baustellen in der Liste. Brutal werden neue AKW-Bauten in Indien im wahrsten Sinne des Wortes durchgeprügelt. Besorgniserregend ist auch China. Zurzeit werden in diesem boomenden Land 26 Atomreaktoren gebaut. Allerdings war auch für China Fukushima ein Einschnitt. Bis zum März 2011 stieg die Zahl der neuen AKW-Baustellen: 2008 waren es sechs, 2009 dann neun, 2010 bereits 10. Die Fukushimakatastrophe führte jedoch dazu, dass 2011 kein neuer AKW Bau begonnen wurde. Auch 2012 nicht.

Aufgabe von Atomplänen

Nach Beginn der Fukushima Katastrophe haben Japan und Bulgarien zwei Reaktorneubauten eingestellt. In Japan hält man sich jedoch einen Weiterbau noch offen. In Ägypten, Brasilien, Indien, Großbritannien, Kuwait, den Niederlanden und der USA strichen Investoren neue AKW-Pläne. Belgien, Schweiz und Spanien beschlossen den Atomausstieg. In Italien wie auch in Litauen bestimmten in Volksentscheiden große Mehrheiten die Abkehr von Atomplänen.

Erneuerbare Energien überrennen die Atomkraft

Die Weltzahlen 2012 zum Ausbau von Solar- und Windkraft werden erst in einigen Monaten vorliegen. Aber die Entwicklung im Jahr 2011 lässt Gutes vermuten: 2011 schrumpfte die Atomkraft um 7,4 GW (Gigawatt = Millionen Kilowatt). Die Windkraft wuchs um 40 GW und der neue Star Solarkraft nahm um 30 GW zu. 2012 stagnierte die Atomkraft, aber die Solaranlagen werden um schätzungsweise 40 GW und die Windkraft um 45 GW gewachsen sein.

Wir Umweltschützer setzen uns auch 2013 dafür ein, dass alle AKW vor dem nächsten GAU abgeschaltet werden. Und dass weltweit mit Energieeffizienz und Erneuerbaren Energien eine enkeltaugliche Energiewirtschaft entsteht.

Raimund Kamm (Vorstand)

FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager

und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V.

Augsburg – Dillingen – Günzburg – Heidenheim – Ulm

www.atommuell-lager.de