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Nanotechnologie

Markt Ergolding setzt bei Straßensanierung in der Oberglaimer Alm auf Nanotechnologie

 

Die gepflasterte Zufahrt zum Sportplatz im Ortsteil Oberglaim wurde mit einer für die Region neuen Technologie saniert

 

Das vorhandene Betonpflaster wurde durch einen mobilen Brecher zerkleinert und vor Ort belassen. Anstatt eines aufwändigen Bodenaustausches wurde innerhalb eines Tages das vorhandene Material durch einen modernen Recyclingzug wiederverwendet und im Mixed-in-Place-Verfahren mit Zement und einem patentierten Nanopolymer vermischt, mit einem Grader planiert und nachher mit geeigneten Walzen verdichtet. Das genaue Mischverhältnis wurde im Vorfeld auf Basis der Analysen des vorhandenen Materials festgelegt.

Das Ergebnis ist eine tragfähige und frostbeständige Tragschicht, welche die vorgeschriebenen Werte einer konventionellen Bauweise übertrifft. Durch das Recyclingverfahren mit dem Nanomaterial wurden zudem viel Zeit und Baukosten eingespart, da dutzende LKW-Fahrten für den Ab- und Antransport von Bodenmaterial eingespart wurden.

Der Markt Ergolding setzt mit dieser Technik bei der Sanierung von Straßen auf ein innovatives und langlebiges Verfahren, das bereits seit vielen Jahren weltweit erprobt und erfolgreich z.B. bei der Sanierung von Autobahnen eingesetzt wird. Die durch das Bauamt abschließend festgestellten Tragfähigkeiten des Untergrundes waren bereits einen Tag nach Fertigstellung der Bauleistung besser als bei einer herkömmlichen Methode mit Bodenaustausch. Nach zwei Tagen wurde die Straße wieder für den Verkehr freigegeben.

Am Ausführungstag hatte die zuständige Firma zu einer Informationsveranstaltung vor Ort geladen, bei der Vertreter des Marktes, der umliegenden Gemeinden und auch Ingenieurbüros das Geschehen auf der Baustelle mitverfolgen konnten.

Erster Bürgermeister Hr. Strauß und Bauamtsleiter Hr. Ringlstetter zeigten sich mit dem Ergebnis der zügigen Sanierung sehr zufrieden.

Für die nächsten Monate ist geplant, die Straße für verschiedene Tests so zu belassen, um danach eine ca. 6cm – 8cm dicke Asphaltschicht aufzuziehen.

 

Fotos: Marktgemeinde Ergolding

BAYER beendet Geschäft mit Nanotubes

gesundheitliche Risiken weiterhin unklar / Anlage in Laufenburg erst kürzlich erweitert / Millionen-Subventionen des Forschungsministeriums

10. Mai, Coordination gegen BAYER-Gefahren — Die BAYER MaterialScience AG stellt die Vermarktung von Kohlenstoff-Nanoröhrchen ein. Die Arbeiten rund um Carbon Nanotubes (CNT) sollen laut BAYER „zum Abschluss gebracht werden”, für das Know-how werde ein Käufer gesucht. Die Coordination gegen BAYER-Gefahren, der BUND und andere Umweltverbände hatten seit Jahren wegen möglicher Gesundheitsgefahren vor einer großtechnischen CNT-Produktion gewarnt.

Nanotubes sind winzige Röhrchen aus Kohlenstoff, die u.a. in Lacken, elektronischen Bauteilen und Sportartikeln eingesetzt werden sollen. Die Partikel können über die Atemwege, den Magen-Darm-Trakt und die Haut aufgenommen werden. Tierversuche zeigen, dass bestimmte CNT die Entstehung von Krebs ähnlich wie Asbestfasern begünstigen können. Selbst der BAYER-Konzern warnte in einem Sicherheitsdatenblatt: „Toxikologische Untersuchungen am Produkt liegen nicht vor.“

Philipp Mimkes vom Vorstand der Coordination gegen BAYER-Gefahren kommentiert: „Potentiell gefährliche Produkte sollten nur auf den Markt gebracht werden dürfen, wenn deren Ungefährlichkeit bewiesen ist – dies war bei Nanotubes nicht der Fall. Die von BAYER empfohlenen Grenzwerte, die von den Behörden übernommen wurden, müssen angesichts des Fehlens epidemiologischer Daten als willkürlich angesehen werden. Daher begrüßen wir den Verzicht auf eine großtechnische Produktion von CNT, auch wenn die Entscheidung auf rein kommerziellen Erwägungen beruht.“

Claudia Baitinger vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) NRW ergänzt: „Der Hype um Nanotubes entpuppt sich offensichtlich – wie so manches andere zweifelhafte Forschungsprojekt – als eine Fata Morgana, die aber zuvor reichlich öffentliche Fördergelder in die Kassen spülen durfte.“ Für die Entwicklungskosten hatte BAYER vom Bundesforschungsministerium mehrere Millionen Euro Unterstützung erhalten.

Im Januar 2010 hatte BAYER in Leverkusen die nach eigenen Angaben „weltgrößte Produktionsanlage für Carbon Nanotubes“ eingeweiht. Geplant war eine jährliche Produktion von 200 Tonnen, der reguläre Betrieb wurde jedoch nie aufgenommen. Erst vor wenigen Monaten hatte die Firma H.C. Starck in Laufenburg eine Erweiterung der dortigen CNT-Produktion erwirkt. Starck stellt die Röhrchen im Auftrag von BAYER her. Die Zukunft der Laufenburger Anlage ist unklar, offenbar wurde die Werksleitung von der Entwicklung überrascht.

Laut der gestrigen Stellungnahme von BAYER seien die möglichen Anwendungsbereiche “sehr fragmentiert”, eine umfangreiche Kommerzialisierung sei derzeit nicht in Sicht. Zum Produktionsstart hatte dies noch ganz anders geklungen: „Baytubes bieten nahezu unendliche Möglichkeiten“, hieß es zum Beispiel in einer BAYER-Werbebroschüre. Joachim Wolff vom Vorstand der BAYER Material Science AG jubelte damals gar: „Aktuelle Prognosen sagen für Carbon Nanotubes ein jährliches Wachstum von 25 Prozent und innerhalb von zehn Jahren ein Marktvolumen von zwei Milliarden US-Dollar voraus“.

weitere Informationen zur Kampagne: www.cbgnetwork.org/3343.html