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Museumsleiter Dr. Martin Ortmeier

Bildtext: Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich (r.) verabschiedete den Leiter der Niederbayerischen Freilichtmuseen in Finsterau und Massing, Dr. Martin Ortmeier.

 

Zweckverband verabschiedet Museumsleiter

Niederbayerische Freilichtmuseen blicken auf erfolgreiches Jahr zurück

 

Bei seiner Sitzung am Mittwoch in Mainkofen verabschiedete der Zweckverband Niederbayerische Freilichtmuseen Massing im Rottal und Finsterau im Bayer. Wald den langjährigen Museumsleiter Dr. Martin Ortmeier, der zum Jahresende in den Ruhestand eintritt. Er führte die Freilichtmuseen Massing und Finsterau seit über 30 Jahren und habe sich dort bleibende Verdienste erworben, so Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich. „In vielen Punkten tragen die beiden Einrichtungen Ihre Handschrift“, so Heinrich, der Ortmeier zum Abschied dankte, ihm alles Gute wünschte und ein Buchgeschenk überreichte.

Zuvor hatte der Leiter die Verbandsräte darüber informiert, dass es in Sachen Förderung für den Wiederaufbau des Paul-Friedl-Hauses Schwierigkeiten gibt. Die Regierung von Niederbayern als Prüfstelle wertete – entgegen der bisherigen Praxis – die Abtragung und Einlagerung als vorzeitigen Maßnahmenbeginn, was „förderschädlich“ sei. „Es gilt nun, noch mehr Fördermöglichkeiten zu untersuchen“, so der Bezirkstagspräsident, der zugleich betonte, dass das Projekt auf jeden Fall umgesetzt werde. Im Haushalt 2020 seien dafür 500.000 Euro eingestellt, genauso wie für den Neubau der Berta-Hummel-Sammlung in Massing.

Abgeschlossen ist hingegen die Baumaßnahme Denk-Haus in Finsterau, wo eine Haushaltsüberschreitung um rund 20.700 Euro zu verzeichnen war. Ebenso kostet die Baumaßnahme Hafnerhof in Massing mehr als ursprünglich gedacht. Seit der Planung im Jahr 2016 haben sich die Preise im Bauwesen massiv erhöht, so dass bis Ende der Maßnahme 2020 laut Architekt mit gut 160.000 Euro Mehrausgaben zu rechnen ist. Beide  Überschreitungen genehmigte die Verbandsversammlung einstimmig.

Insgesamt aber läuft es in beiden Museen sehr gut. Darüber berichteten die jeweiligen Betriebsleiterinnen. In Finsterau wurden bereits zum Ende der Herbstferien die Besucherzahlen des Vorjahres erreicht, wie Stephanie Herzig erläuterte. Während dort über 43.000 Gäste kamen, waren es in Massing knapp 40.000. Doch auch das ist ein Plus von mehr als 2000 Besuchern im Vergleich zu 2018. In beiden Einrichtungen haben sich auch die Umsätze im Café bzw. an der Museumskasse gesteigert.

Im Museum Finsterau wurde Ende August der Übernachtungs- und Sanitärbereich im Denk-Haus fertiggestellt, so dass seitdem bereits 180 Gäste übernachten konnten. Die museumspädagogischen Angebote für Kinder erfreuen sich sowohl in Finsterau als auch in Massing großer Beliebtheit und sollen 2020 weitergeführt werden. In Finsterau sollen die Literatur-Freitage, die heuer sehr erfolgreich gestartet sind, fortgeführt werden – auch im Hinblick auf das im Paul-Friedl-Haus geplante „Literaturhaus Bayerwald-Böhmerwald“. In Massing stehen indes einige Investitionen in das Museumswirtshaus sowie Heizungen und Elektrik in den weiteren Höfen an, die in die Jahre gekommen sind, wie Betriebsleiterin Sandra Maier berichtete. Im Zuge des Neubaus für die Berta-Hummel-Sammlung sei es jedoch sinnvoll – darin waren sich die Verbandsräte einig – zu prüfen, welche Maßnahmen aus Kostengründen parallel zum Neubau durchgeführt werden können.

 

Foto: Lang/ Bezirk Niederbayern

 

Eine Zukunft für das historische Paul-Friedl-Haus

Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich informiert sich vor Ort

 

Spiegelau   Der Zahn der Zeit hat arg am Paul-Friedl-Haus in Spiegelau genagt. Die Fenster des geschichtsträchtigsten Gebäudes der Bayerwald-Gemeinde im Landkreis Freyung-Grafenau hängen windschief in den Angeln, die Holzvertäfelung ist marode und beult sich und Eigentümer Oswald Haslbeck, der das historische Haus von seinen Vorfahren geerbt hat, kämpft verzweifelt dagegen an, dass es durch den wertvollen Dachstuhl regnet und das Gebäude noch mehr beschädigt wird.

Doch Rettung für das historische Haus ist in Sicht. Lange haben Eigentümer und Gemeinde gerungen, was aus dem Geburtshaus von Paul Friedl, genannt der „Baumsteftenlenz“, einem renommierten Schriftsteller, Redakteur und Heimatforscher, werden soll. Nun ist eine Möglichkeit gefunden worden, über die sich sowohl der Eigentümer als auch Spiegelaus Bürgermeister Karlheinz Roth freuen: Die Verbandsversammlung des Zweckverbandes “Niederbayerische Freilichtmuseen Massing im Rottal und Finsterau im Bayerischen Wald“ hat im Februar einstimmig beschlossen, dass das über 300 Jahre alte Sorgenkind Spiegelaus gesichert und ab dem kommenden Frühjahr im Freilichtmuseum Finsterau wiederaufgebaut werden soll.

Bei einem Ortstermin zeigte sich Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich begeistert von dem Projekt: „Wir schaffen eine Zukunft für das Paul-Friedl-Haus, um das es jammerschade wäre. Und wir wollen im Freilichtmuseum einen Ort der Literatur schaffen. Dieses Gebäude ist dazu hervorragend geeignet.“

Beim Ortstermin dabei war auch Museumsleiter Dr. Martin Ortmeier, der erläuterte, dass in diesem Jahr zunächst einmal Maßnahmen durchgeführt werden, um das historische Haus zu sichern: „Auch die Dokumentation wird heuer noch erledigt.“ Ab Frühjahr wird dann Balken für Balken, Stein für Stein von Spezialisten unter Aufsicht von Experten der niederbayerischen Freilichtmuseen abgetragen und schließlich in Finsterau wiederaufgebaut. Wenn es keine Komplikationen gibt, ist eine Eröffnung schon im Jahr 2020 möglich.

„Ich bin froh, denn mir liegt dieses Haus am Herzen, das seit drei Generationen im Besitz meiner Familie ist“, so der glückliche Eigentümer Oswald Haslbeck. „Aber es ist mir über den Kopf gewachsen.“ Auch Bürgermeister Karlheinz Roth betonte, man habe alles versucht, um das Gebäude am Ortseingang der Gemeinde belassen zu können. „Doch die Finanzierung war nicht zu stemmen. Für die Sanierung hätte es zwar Zuschüsse gegeben, doch der Erhalt wäre unmöglich gewesen.“ An Ehrenamtlichen habe es jedoch nie gemangelt, um das Geburtshaus des „Baumsteftenlenz“ zu erhalten: „Dennoch überstieg das Projekt finanziell unsere Möglichkeiten, so dass ich nun sehr glücklich bin, dass der Bezirk uns unterstützt.“

 

Der „Baumsteftenlenz“ ist laut Eigentümer Oswald Haslbeck in dem Gebäude geboren, hat jedoch als Kind nicht lange darin gelebt: „Zu dem Haus gehört eine Landwirtschaft; mit 16 Hektar nicht mal klein für damalige Verhältnisse. In dem Gebäude, das nun gesichert wird, wurde das Gesinde versorgt.“ Deshalb besitzt das historische Haus auch einen kleinen Turm mit einer Glocke, die noch immer erhalten ist – wenn auch mit Schussschramme. „Man hat mir erklärt, dass mit dieser Glocke früher zu den Mahlzeiten geläutet wurde und die Dienstboten auf den Feldern so hergerufen wurden“, erklärt Haslbeck.

Bei einem Rundgang durch das seit rund 20 Jahren nicht mehr bewohnte Haus inspizierte Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich das Objekt, das zwar stark restaurierungsbedürftig ist und teilweise nur mit Eisenstützen gehalten wird, für ihn aber eine Menge Potenzial besitzt: „Wir werden hier ein Zentrum für die Literatur des Bayerwaldes schaffen. Ich stelle mir zum Beispiel Literaturtage vor.“

– eb –

BU: Besichtigten das marode Paul-Friedl-Haus, das bald im Freilichtmuseum Finsterau eine neue Heimat finden soll: Von links Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich, Museumsleiter Dr. Martin Ortmeier, Spiegelaus Bürgermeister Karlheinz Roth und Eigentümer Oswald Haslbeck.

Fotos: Bezirk Niederbayern