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Martin Hohmann

Leserbrief zum Interview “Alle müssen helfen – nicht jedem können wir helfen” (Wochenblatt Regensburg, 5. August 2015, Seite 3)

Zum zweiten Mal binnen kurzer Zeit – zuletzt beim Arbeitnehmerempfang vor dem 1. Mai 2015 – schwadroniert SPD-OB Wolbergs vom “deutschen Tätervolk“. In freien Wahlen haben die Nazis jedoch nie die Mehrheit bekommen, und an den Verbrechen hat sich nur eine Minderheit beteiligt. Wolbergs tritt damit zudem das Andenken des deutschen Widerstands mit Füßen, der 1939 (Elser) und 1944 (Stauffenberg) beinahe Hitler getötet hätte. Zehntausende Kommunisten, Sozialisten, Sozialdemokraten und Gewerkschafter leisteten Widerstand und bezahlten oft mit ihrem Leben dafür. Der rechte Sozialdemokrat Wolbergs leugnet dies indirekt durch seinen Kollektivschuld-Vorwurf, was ungeheuerlich ist.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Martin Hohmann verlor für sein unsägliches Gerede vom “jüdischen Tätervolk” sein Ansehen und alle Posten – zurecht! Stellen wir uns vor, jemand würde vom “portugiesischen Tätervolk” oder “spanischen Tätervolk” salbadern, wegen der weitgehenden Ausrottung der lateinamerikanischen Ureinwohner, oder vom US-amerikanischen “Tätervolk”, wegen des Völkermords an den Indianern, usw.: Wer so etwas unternähme, würde zurecht in die äußerste rechte Ecke gestellt, womöglich sogar als Volksverhetzer angeklagt und verurteilt. Was reitet Herrn Wolbergs, dass er wiederholt zu solchen üblen rassistischen Ausfällen gegen ein ganzes Volk neigt?

Nun, die gleiche Motivation wie 1999: Er missbraucht den Nationalsozialismus für niedere politische Ziele. 1999 hat Wolbergs sich öffentlich hinter den Kosovo-Krieg von SPD und GRÜNEN gestellt, der mit der dreisten revisionistischen Lüge begründet würde, man müsse “Auschwitz im Kosovo” verhindern. Heute fällt OB Wolbergs und seiner SPD auf die Füße, dass sie – obwohl seit 2008 in der Regensburger Stadtregierung vertreten – so gut wie nichts für sozialen Wohnungsbau gemacht haben. Die Wohnungsnot in Regensburg führt nun zur Hilflosigkeit der Politik angesichts der Flüchtlingsströme. Da lenkt ein “Entlastungsmanöver” wie das vom “deutschen Tätervolk” elegant vom Versagen der SPD ab.

Der Verfasser des Leserbriefes ist der Redaktion bekannt.