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Leipzig

Tumorbestrahlung mit höchster Präzision: Sylvia Bauer, Katrin Methner, Prof. Ulrich Wolf und Dr. Franziska Nägler (v.l.n.r.) von der Klink und Poliklinik für Strahlentherapie vor dem neuen Linearbeschleuniger

Erstes Gerät dieser Klasse in Leipzig und Umgebung

Leipzig. An der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie des Universitätsklinikums Leipzig (UKL) ist ein neuer Linearbeschleuniger in Betrieb genommen worden. Das hochmoderne Gerät verbindet höchste geometrische Präzision bei der Bestrahlung von Tumoren und Metastasen mit Neuerungen, welche die Behandlung für die Patienten komfortabler und angenehmer machen.
In Leipzig und der umliegenden Region ist es das erste Gerät dieser Klasse im Einsatz.

Ein Linearbeschleuniger (englisch: Linear Accelerator, kurz Linac) ist gemeinhin ein Teilchenbeschleuniger, der geladene Teilchen in gerader Linie beschleunigt. In den speziell für die Strahlentherapie konstruierten Geräten werden Elektronen auf nahezu Lichtgeschwindigkeit beschleunigt und erzeugen in einem um den Patienten drehbaren Strahlerkopf durchdringende Röntgenstrahlen, mit denen auch tiefliegende Tumoren gut behandelt werden können. Mittels eines filigranen Blendensystems aus 120 Wolfram-Lamellen, von denen die kleinsten nur 2,5 Millimeter breit sind, können die bestrahlten Felder aus jeder Richtung exakt an die Form des Tumors angepasst werden.
„So ist mit diesem modernen Gerät eine hochgenaue Bestrahlung auch sehr kleiner Tumoren möglich“ erläutert Prof. Ulrich Wolf, Leitender Medizinphysiker an der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie. Laserprojektoren und zusätzliche bildgebende Systeme wie Röntgen und Computertomografie (CT) gewährleisten dabei die hohe geometrische Genauigkeit der Bestrahlungen am neuen „Linac“. „Die Strahlentherapie ist eine lokale Therapie“, erklärt Prof. Wolf, „daher ist die hohe geometrische Präzision besonders wichtig“. Die große Genauigkeit bei der Bestrahlung ist wichtig, um gesundes Gewebe in einem stärkeren Maß zu schonen, was wiederum belastende Nebenwirkungen am gesunden Gewebe zu vermeiden hilft.

Besonders geeignet ist das neue Gerät damit zur Behandlung von Hirntumoren, Prostatakarzinomen, von Brustkrebs und von isolierten, kleinräumigen Metastasen, zum Beispiel in der Lunge oder in der Leber.
Der Linearbeschleuniger der neuesten Generation ist zudem in der Lage, Körperoberflächen optisch dreidimensional abzutasten. „So können Bewegungen des Patienten und deren Auswirkungen auf die Bestrahlung beeinflusst werden, vor allem können die unvermeidbaren Atembewegungen mit in die Bestrahlung einbezogen werden“, sagt Prof. Wolf. So sei das Gerät daher in der Lage, zum Beispiel nur während des Einatmens zu bestrahlen, weil sich das Zielgebiet während dieser Bewegung minimal bewege. Eine installierte Infrarot-Kamera erzeugt zusätzlich ein Wärmebild, um die Oberflächenabtastung noch weiter zu präzisieren.

Neue Funktionen erhöhen Patientenkomfort

Eine sehr genaue Lagerung des Patienten auf dem Tisch ist auf diese Weise möglich. „Bei Brustkrebs in der linken Brust ist es uns so möglich, die Bestrahlung nur in dem Moment der Atmung zu aktivieren, wenn das Herz weit entfernt ist, um dieses lebenswichtige Organ zu schonen“, schildert Dr. Franziska Nägler, Oberärztin der Strahlentherapie-Klinik, einen weiteren Vorteil.
Zudem sei, so Dr. Nägler, der Tisch in der Lage, sich in alle Achsen kippen zu lassen. Auf diese Weise könnten kleinste Abweichungen während der Behandlung sofort korrigiert werden. „Für unsere Patienten erhöht diese Funktion spürbar den Komfort, weil beispielsweise bei Behandlungen am Kopf dieser nicht mehr ganz so fest fixiert werden muss“, beschreibt Oberärztin Nägler.

Gesamtpaket von 4,7 Millionen Euro

„Mit diesem neuen Linearbeschleuniger stoßen wir eine Tür auf für uns und für die gesamte Region, denn es ist das erste Gerät in dieser Liga“, freuen sich Dr. Nägler und Medizinphysiker Wolf. Das Vorgängermodell war 19 Jahre lang im Einsatz gewesen.
„Die Installation wird mit der Einrichtung eines Bestrahlungsplanungssystems der neuesten Generation und einem innovativen elektronischen Datenmanagementsystem in einem Gesamtpaket von insgesamt 4,7 Millionen Euro, finanziert vom Freistaat Sachsen, verbunden. Zusammen mit dem geplanten notwendigen weiteren Austausch der übrigen drei Linearbeschleuniger wird die Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie unter die Spitzenpositionen der modern ausgestatteten universitären Einrichtungen Deutschlands vorrücken“, so Prof. Rolf-Dieter Kortmann, Direktor der Klinik.

Foto: Hagen Deichsel, UKL


Europas Vergangenheit wird im Oktober 2013 in Leipzig lebendig
Gedenkwoche 200 Jahre Völkerschlacht und 100 Jahre Völkerschlachtdenkmal
Völkerschlachtdenkmal
Völkerschlachtdenkmal

Leipzig (pts016/16.10.2013/13:35) – Gedenken, Feiern, Erleben – mit einer Vielzahl außergewöhnlicher Veranstaltungen erinnert Leipzig im Jahr 2013 an den 200. Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig und an die Einweihung des Völkerschlachtdenkmals, die am 18. Oktober 1913 erfolgte. Anlässlich des Doppeljubiläums kommen Persönlichkeiten aus ganz Europa zusammen, um gemeinsam zurück und nach vorn zu blicken. Höhepunkt ist eine Gedenkwoche vom 16. bis 20. Oktober 2013.

Bereits im Vorfeld der Gedenkwoche wurden hochkarätige Ausstellungen eröffnet, die sich mit den historischen Ereignissen beschäftigen. Seit 3. August 2013 zeigt Yadegar Asisi im Panometer Leipzig sein neues Monumentalbild “Leipzig 1813 – In den Wirren der Völkerschlacht”. Das weltgrößte 360-Grad-Panorama sowie die begleitende Ausstellung widmen sich den Auswirkungen auf das zivile Leben der Leipziger Bevölkerung während jener Oktobertage.

Die Geschichtsbilder der letzten 200 Jahre hinterfragt die Ausstellung “Helden nach Maß”, die am 4. September 2013 eröffnet wurde und bis 5. Januar 2014 im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig zu sehen ist. Noch bis 20. Oktober 2013 kann die Ausstellung “Kanonenknall und Hausidyll. Kunsthandwerk zur Zeit der Völkerschlacht” im Museum für Angewandte Kunst besichtigt werden.

Am 17. Oktober findet in der 1913 errichteten russisch-orthodoxen St.-Alexij-Gedächtniskirche um 9.30 Uhr ein Hauptgottesdienst mit Bischöfen und Geistlichen der Russisch-Orthodoxen Kirche mit anschließender Kirchenprozession statt. Die Kirche erinnert aus Anlass ihrer 100-jährigen Weihe an die rund 22.000 in der Völkerschlacht gefallenen russischen Soldaten. Unter dem Motto “Kommt, alles ist bereit!” gibt es um 17 Uhr am Völkerschlachtdenkmal ein ökumenisches Friedensgebet unter Mitwirkung kirchlicher Würdenträger aus den 1813 beteiligten Ländern.

Auf den Tag genau 100 Jahre nach der Weihe des Völkerschlachtdenkmals wird am 18. Oktober am historischen Ort in einem Festakt mit den politischen Vertretern Europas der Gefallenen der Völkerschlacht vor 200 Jahren gedacht. Ab 18.45 Uhr können die Besucher am Völkerschlachtdenkmal ein attraktives Bühnenprogramm erleben, darunter um 19.05 Uhr die Leinwandpremiere des Animationsfilms des Leipziger Comiczeichners Schwarwel “1813 – Gott mit uns”. Um 20.13 Uhr erfolgt die symbolische Übergabe des sanierten Völkerschlachtdenkmals an die Öffentlichkeit. Diese wird um 20.30 Uhr von der Lichtinszenierung “Cosmogole” des Lyoner Künstlers Philippe Morvan auf der Wasserfläche vor dem Völkerschlachtdenkmal künstlerisch umrahmt.

Der nächste Tag steht mit einem “Fest der Menschen” ganz im Zeichen der Völkerbegegnung. Ab 13 Uhr wird ein vielfältiges Bühnenprogramm geboten, darunter das emotionale Tanzprojekt “Café Europa” und eine Vorstellung der “SOKO Leipzig”, Folge “Der Klotz”. Eingebunden in das “Fest der Menschen” zeigt das Theater Titanick um 20 Uhr die neue Open Air Inszenierung “TraumWelten”. Die Gruppe verwandelt dabei den Wilhelm-Külz-Park in Leipzig – gegenüber dem Völkerschlachtdenkmal – in einen magischen Ort.

Lebendige Historie erwartet die Besucher am 20. Oktober in Markkleeberg. Unter dem Motto “Kriegsfeuer 1813 – Friedensfeuer 2013” lassen über 6.000 Darsteller aus aller Welt die Ereignisse der Oktobertage 1813 in Uniformen der napoleonischen Ära erneut lebendig werden. Neben der Nachstellung der Kampfhandlungen von 1813 in der Weinteichsenke zwischen Markkleeberg und Wachau gibt es im agra-Park rund um die Torhäuser Dölitz und Markkleeberg sowie “Am Festanger” in Markkleeberg historische Biwaks, die das Leben der Soldaten und Offiziere widerspiegeln.

Auf eine interessante Zeitreise in das Jahr 1813 kann man sich vom 16. bis 20. Oktober in Liebertwolkwitz begeben. Hier erfolgt die Darstellung eines ganzen Dorfes zur Zeit der Völkerschlacht mit historischem Handwerk und nachgespielten authentischen Szenen. Europäische Geschichte wird auf die Ebene des Alltags herunter gebrochen.

Zum Ausklang der Gedenkwoche finden zahlreiche Friedensgottesdienste statt, zum Beispiel um 17 Uhr in der Nikolaikirche. Ein abschließender Höhepunkt ist die “Europäische Friedensmusik 2013” um 20 Uhr in der Krypta des Völkerschlachtdenkmals. Sie wurde im Geiste der europäischen Verständigung von sechs jungen Musikern aus Frankreich, Österreich, Polen, Russland, Schweden und Deutschland komponiert. Der Denkmalchor Leipzig und Musiker des MDR Sinfonieorchesters bringen das facettenreiche Werk zur Aufführung. Tickets gibt es für 7/9 Euro an der Denkmalkasse.

Alle Termine im Jubiläumsjahr 2013 finden Interessierte unter http://www.voelkerschlacht-jubilaeum.de

Historie:
Was geschah vor 200 Jahren? Vom 16. bis 19. Oktober 1813 tobte rund um Leipzig die Völkerschlacht. Die verbündeten Heere Russlands, Preußens, Österreichs und Schwedens errangen dabei den entscheidenden Sieg über Napoleon und dessen Alliierte auf deutschem Boden. Mit rund einer halben Million Soldaten und mehr als 110.000 Gefallenen wurde das Geschehen zur größten Schlacht des 19. Jahrhunderts. Am 18. Oktober 1913 wurde nach 15-jähriger Bauzeit das Völkerschlachtdenkmal als Nationaldenkmal eingeweiht. Es ist ein Bau der Superlative und mit 91 Metern Höhe das monumentalste Denkmal Europas.

Wer sich für die Thematik interessiert, kann ganzjährig bei der Leipzig Tourismus und Marketing (LTM) GmbH das Reiseangebot “200 Jahre Völkerschlacht” buchen. Im Preis ab 165 Euro (pro Person im DZ) sind u.a. enthalten: 2 Übernachtungen im Seaside Park Hotel Leipzig bzw. einem anderen LTM-Partnerhotel, Abendessen im “Brauhaus Napoleon”, Eintritte für das Stadtgeschichtliche Museum, das Völkerschlachtdenkmal und das Forum 1813 sowie die LEIPZIG CARD für freie Fahrt im ÖPNV.
Information und Buchung: http://www.leipzig.travel/reiseangebote

Ein Video zur Thematik Völkerschlacht finden Sie hier: http://www.youtube.com/watch?v=rnXGyPOI1Sw
Weitere Informationen bieten u.a. die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift “LEIPZIG Näher dran” (http://www.leipziger-freiheit.de ) sowie die Publikation “1813 – 1913 – 2013. Leipzig und die Völkerschlacht”, die im Buchhandel und in der Tourist-Information Leipzig für 9.95 Euro erhältlich ist.

Kontaktdaten “Leipzig Depesche”:
Andreas Schmidt
Leiter Öffentlichkeitsarbeit/PR-Tourismus
Leipzig Tourismus und Marketing GmbH
Augustusplatz 9
D-04109 Leipzig
Tel: +49 (0)341 7104-315
Fax: +49 (0)341 7104-301
Mail Presse@ltm-leipzig.de
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