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Lebensmittel

Alles andere als nachhaltig. Jedes Jahr werden in Deutschland pro Kopf etwa 55 Kilogramm Lebensmittel weggeworfen, und zum Teil nur, weil das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist. Das muss sich ändern, und deswegen hat sich Klartext.LA bei einem Lebensmittelexperten schlau gemacht:

Klartext.LA: Ist das noch genießbar?
Beim Mindesthaltbarkeitsdatum, kurz MHD, scheiden sich oft die Geister, weil viele von uns unsicher sind, ob das Produkt noch gut ist. Darum haben wir den TÜV SÜD-Experten Dr. Andreas Daxenberger gefragt: Was beinhaltet das MHD?

Dr. Andreas Daxenberger:
“Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist auf verpackten Lebensmitteln, die verderben können, gesetzlich vorgeschrieben und gibt an, wie lange das Lebensmittel bei richtiger Lagerung mindestens hält. Also seine wesentlichen Eigenschaften in Geschmack, Konsistenz und Frische behält. Dabei kommt es natürlich auf die richtige Kühltemperatur an.”

Klartext.LA: Worin besteht der Unterschied zwischen MHD und Verbrauchsdatum?

Dr. Andreas Daxenberger:
“Bei sehr leicht verderblichen Lebensmitteln, die nach kurzer Zeit eine Gefahr für die Gesundheit sein können, ist die Angabe eines Verbrauchsdatums vorgeschrieben. Das betrifft z. B. abgepacktes Hackfleisch oder Geflügel. Diese Lebensmittel dürfen nach Ablauf des Verbrauchsdatums nicht mehr verkauft werden und sollten auch nicht mehr gegessen werden.”

Klartext.LA: In wieweit dürfen “abgelaufene” Lebensmittel noch verbraucht werden, zum Beispiel Milchprodukte?

Dr. Andreas Daxenberger:
“Bei Produkten mit Mindesthaltbarkeitsdatum kann der Verbraucher selber beurteilen, ob es noch genießbar ist. Dazu genügt der Frische-Check mit Augen und Nase. Solange kein Verderb erkennbar ist, zum Beispiel kein Schimmel oder abweichender Geruch, und solange es appetitlich aussieht und schmeckt, ist das Lebensmittel nicht bedenklich.”

Klartext.LA: Wenn wir also vor der Frage stehen: Muss das weg oder kann das noch gegessen werden? hat der TÜV SÜD – Lebensmittelexperte einen guten Tipp für uns:

Dr. Andreas Daxenberger:
“Auch wenn das MHD abgelaufen ist, ist das Lebensmittel meist noch genießbar, also bitte nicht gleich wegwerfen, sondern erst mal mit gesundem Menschenverstand prüfen.”

Foto: Archiv – KLARTEXT.LA

RADIOAKTIVITÄT IN LEBENSMITTELN SIEBEN JAHRE NACH FUKUSHIMA? – Bundeamt für Verbraucherschutz gibt weiterhin Messwerte von Lebensmittel aus Japan bekannt

 

Auch sieben Jahre nach der Atomkatastrophe von Fukushima werden vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit weiterhin Messwerte von Lebensmitteln aus Japan veröffentlicht. In der letzten Zeit sind keine erhöhten Radioaktivitätswerte bei Lebensmittelimporten aus Japan in die EU nachgewiesen worden. Das ist beruhigend. Es gibt jedoch noch regionale Probleme mit erhöhter Radioaktivität, zum Beispiel bei Wildpilzen oder Wildschweinfleisch aus den dortigen Wäldern. Auch die Fischbestände, die in der Nähe der Ruine schwimmen, können weiterhin problematisch sein, wenn radioaktives Cäsium im Meer entsorgt wird. Bei starkem Regen, der von den Bergen in die Flüsse gespült wird, besteht die Gefahr einer Anreicherung von radiokativen Stoffen in Fischen.

 

Das Bundesamt für Strahlenschutz hat Radioaktivitätswerte von Wildpilzen aus Süddeutschland veröffentlicht, die Werte stammten vom vergangenen Jahr. Bestimmte Pilzarten in Südbayern und im Bayerischen Wald sind immer noch sehr hoch belastet. Dazu gehören Orangefalbe und Braunscheibige Schnecklinge, Semmelstoppelpilze, Trompetenpfifferlinge und Mohrenkopfmilchlinge. Es wurden teilweise Belastungen von mehreren Tausend Becquerel gemessen, und das mehr als 30 Jahre nach Tschernobyl!

 

Quelle. Verbraucherzentrale Hamburg

 

Ein intensives Wirtschaften mit Dauerpflanzen

Seit ca. 15 Jahren arbeite ich an der Frage, was der Mensch eigentlich wirklich zum Leben braucht. Und ich meine damit ein ausgefülltes, glückliches Leben zu führen. Ist es möglich heutzutage in diesem unseren Land, ein unabhängiges, freies Leben zu führen? Ich weiß, der Wunsch dazu brodelt heimlich in vielen Menschen, doch die Angst um die eigene Existenz und die Versorgung der Familie lässt diesen Wunsch oft nicht zu. Doch dabei ist es manchmal nur ein Akzeptieren eines geringeren Lebensstandards zu Gunsten einer höheren Lebensqualität, z. B. sauberer Lebensmittel, Luft und Wasser.

Ein Lösungsweg eröffnete sich mir in der Schaffung eines permakulturellen Waldgartens, denn die Natur bietet alles was der Mensch zum Leben braucht.

Sei es nun  innerhalb eines Hausgartensystems auf 500 – 1000 m2 Obstbaumlebensgemeinschaften anzulegen, um den Selbstversorgungsgrad der Familie zu erhöhen oder aber sich eine Existenz  zu sichern, einen Waldgarten-Hof zu betreiben.

Was kann ein Wald uns bieten?

  • Einen enormen Erholungsfaktor durch saubere Luft
  • Eine große ökologische Vielfalt an Pflanzen und Tieren
  • Ein ausgeglichenes Klima = geschützter Raum im Winter und lichter Schatten im Sommer
  • Windschutz
  • Bodenaufbau = stetiger Aufbau der Humusschicht und ungestörtes Arbeiten der Mikroorganismen im Boden
  • Kein Einsatz von chem. Pflanzenschutzmitteln durch ausgeglichenes ökologisches Gleichgewicht
  • Weniger Arbeitseinsatz durch Dauerpflanzen, die lediglich geringe Pflege bedürfen und jährliche Ernten versprechen
  • Ein Auskommen durch nachwachsende Rohstoffe, auch noch für unsere Kinder und Enkelkinder

Viele Kulturen ernährten sich Jahrhunderte, ja, Jahrtausendelang aus Wäldern heraus. Auch Deutschland war bekannt für seine wunderschönen weitreichenden Wälder. Vor der letzten Eiszeit war ganz Europa mit Wald bedeckt. Viel ist davon nicht übrig geblieben. Lediglich reine Wirtschafts-Monokulturwälder, sogenannte Fichtenwüsten. Mittlerweile wird aber schon wieder auf Mischwälder gesetzt, der typische Schädlingseinfall bei Monokulturen, hier der Borkenkäfer, hat schwerwiegende Schäden verursacht. Trotzdem, an die ursprünglichen artenreichen Wälder und vor allen Dingen, das alte Wissen um den Nutzen daraus, ist uns fast schon verloren gegangen. Geblieben sind uns noch Bücher von Autoren wie Michael Machatschek (Laubgeschichten, Nahrhafte Landschaften) oder Raoul H. Francé (Ewiger Wald).

Luftschlösser bauen

Stellt Euch einmal vor, jeder Einwohner würde jährlich nur 1 Baum pflanzen, am besten einen Obst- oder Nußbaum. Allein dies würde uns schon enorm bereichern. Den Einwand, dass Menschen die in einer Wohnung leben, doch garkeinen Platz haben einen Baum zu pflanzen lass ich hier nicht gelten. Im Mittelalter waren sogenannte Allmenden üblich. Das waren bepflanzte Gürtel rund um eine Siedlung herum, die Allgemeingut waren. Die Menschen konnten dort ihr Vieh hineintreiben, oder sich selbst holen was sie brauchten. Sei es Feuerholz, Laub als Einstreu, Baumfrüchte etc. Außerdem war dieser Pflanzgürtel ein erheblicher Klimaschutzfaktor, bzw. Windschutz für die menschliche Siedlung. Die heutigen Stadtparks sind dafür nur ein Abklatsch dessen. Bäume können das viel zu viel von unserer Zivilisation ausgeschiedene Kohlendioxid verarbeiten, ja sogar frische Luft für uns daraus herstellen. Was gäbe es daher logischeres zu tun als Bäume zu pflanzen? Dabei soll aber die Verantwortung nicht an unsere Kommunen abgeschoben werden. Vielmehr sind die Bürger von Städten und Märkten aufgefordert, an die Kommunen heranzutreten und durch geschaffene Initiativen und Vereine die Pflege solcher Klima-Nutz-Schutz-Waldgürtel zuverlässig zu übernehmen. Zum Vorteile aller, denn daraus entstehen Naherholungsgebiete und Nahrungsproduktion für alle. Die Erde wurde uns als Lebensraum geschenkt, was wir daraus machen, für uns und unsere Nachkommen, liegt allein in unseren Händen. Wie nutzen wir dieses Geschenk?

Die Möglichkeiten, die ein Hausgarten uns bieten kann

Wir können zwischen einer  Vielzahl verschiedenster Obstsorten auswählen. Diese gibt es noch dazu in verschiedenen Größen. Die Zuchtarbeit der letzten Jahrzehnte hat uns da reichlich beschenkt. Deshalb ist es auch in kleinen Gärten möglich eine Vielzahl an verschiedensten Arten zu sammeln. Bis zu Topfkulturen für den Balkon ist alles erhältlich.

Ein erheblicher Faktor sollte doch stets mit einberechnet werden. Das Sonnlicht! Der gröbste Fehler wäre im Süden des Gartens einen Walnußbaum zu pflanzen. Bis dieser Baum reiche Ernte bringt ist er meist schon so groß, dass er entweder den eigenen Garten, jedenfalls aber auch die Nachbarsgärten mit beschattet. Ein Wachstum von weiteren Obstbäumen ist hier gleich einmal abzuhaken.

Wir müssen also, besonders in unseren Breitengraden,  mit der Sonne planen und pflanzen. Die größeren Halbstammbäume nach hinten, sprich Norden und die kleineren Busch- oder Spalierbäume nach Süden. Der Platz dazwischen sollte so groß belassen werden, dass genug Beerensträucher, Kräuter, aber auch Gemüse wachsen kann. Die Flächen direkt rund um den Baumstamm werden Baumscheiben genannt. Diese können in ihrem hinteren schattigen Bereich noch etliche Beeren und schattenverträgliche Kräuter beherbergen, im südlichen Bereich, je nach Bodenpflege- und Beschaffenheit aber auch Gemüsekulturen, wie Kartoffeln, Rüben, Salate, Kürbisse, Wildtomaten,…. Der Rasenschnitt und das Laub der Bäume im Herbst verbleibt auf alle Fälle im Garten und dient als wertvolle Bodenabdeckung (Mulch) und Dünger. Weiteren Dünger können Haus-, bzw. Nutztiere bieten, wie z. B. Hühner, Wachteln, Kaninchen, die auch auf kleinen Flächen gehalten werden können, einfach zu halten sind und einen Beitrag zur Selbstversorgung leisten. Die Randzonen können vertikal bewirtschaftet werden. Wein, Kiwis, Brombeeren, Stangenbohnen, etc. wachsen gerne an Spalieren empor, schaffen bzw. nutzen so zusätzliche Kleinklimazonen, sind Sichtschutz und sind bequem zu beernten. Statt den bekannten und ohne Nutzen bringenden Thujenhecken sollten einfach Spalierobstrankgitter  gesetzt werden. Diese können jedoch ganz einfach auch mit Wein oder Kiwis bepflanzt werden, soll der Sichtschutz dichter sein. Mehr Arbeit birgt dies keineswegs, doch wesentlich mehr Platzausnutzung, Naschobst , aber auch einen ökologischen Mehrwert, der Nutzinsekten und Vögel anzieht. Werden Hausgärten auf diese Weise bepflanzt sind sie interessant, bieten ökologische Nischen, einen erhöhten Erholungsfaktor und sind dabei noch dazu pflegeleicht. Vielleicht nicht gleich die ersten drei Jahre, denn alles braucht seine Zeit.

Der etwas größere Hausgarten

Bietet ein Hausgarten etwas mehr Platz, sagen wir mal ca. 1000 m2,  können auch Wildobsthecken mit eingeplant werden. Diese am besten an der Grundstücksgrenze platzieren, aus der hauptsächlich der Wind kommt, damit diese eine Art Barriere bilden und das Mikroklima des Gartens positiv beeinflussen kann. Wildobst bietet uns ein unheimlich kulinarisches Angebot und dabei noch Sichtschutz, Blütenreichtum, einen Mehrwert für Insekten und Vögel. Ein Unterschlupf für Igel und dergleichen ist zusätzlich gegeben, was das ökologische Gleichgewicht um ein vielfaches erhöhen kann. Je mehr tierische Nützlinge eine Herberge in unseren Gärten finden, umso logischerweise, weniger Schädlinge sind vorhanden, die unseren Kulturen zu Leibe rücken könnten und uns somit unsere Nahrung vor der Nase wegschnabulieren. Ist das Bodenleben in Ordnung, wird es auch wenig Probleme mit großen Schneckenpopulationen geben. Oft ist aber eine Zuwanderung der schleimigen Gesellen nur durch den Einsatz von weiteren Nutztieren zu verhindern. Gute Dienste erweisen hierbei die indischen Laufenten, die sogenannten Schneckenenten. Von den Gemüsekulturen sollte man diese aber ebenso fernhalten, denn in ihrem Übereifer bei der Schneckensuche zersauseln sie auch gerne jegliche vorhandenen Salatköpfe. Lösung können hierbei niedrige Zäune in Höhe von ca. 40 cm sein. Da diese Entenrasse nicht fliegen kann, sind dieses Barrieren ausreichend und die lustigen Mitbewohner können ihrem Dienste nachkommen.

Ein etwas größerer Hausgarten würde auch die Möglichkeit einer Wasserstelle, einem kleinen Teich, mit einbeziehen, der eine enorme Förderung des Mikroklimas mit sich bringen kann. Die Reflexionen der Wasseroberfläche bringen dazu noch mehr Licht in den Garten, was wiederum vielen Pflanzen förderlich ist. Eine Wasserstelle zieht weitere Nützlinge an, wie Libellen, Molche und dergleichen, vorausgesetzt es werden keine Zierfische eingesetzt und Enten werden ferngehalten. Auch viele Wasserpflanzen sind essbar und können unsere Küche bereichern.

Ein größerer Hausgarten bietet auch Platz für eine essbare Wiese!

Wird statt einer Rasenfläche, die viel Pflegeaufwand benötigt, ein Streifen mit Wildgemüse und Wildkräutern eingesät, ist dies wie ein Gemüsebeet, das ständig Erträge bringt und zugleich als Nützlingsbiotop fungiert. Wildkräuter für Salate wären z. B. Schafgarbe, Löwenzahn, Gänseblümchen, Gundermann, Vogelmiere, Ehrenpreis, Giersch, Brennnessel, Taubnessel, Hirtentäschel und Hellerkraut. Wildes Wurzelgemüse kann geerntet werden von: wilder Möhre, Pastinake, Nachtkerze, Haferwurzel und Kerbel. Dabei sollte jedoch beachtet werden, dass immer Mutterpflanzen übrig bleiben, die im nächsten Jahr in Blüte und Samenstand gehen können, um eine weitere Vermehrung zu gewährleisten. Lässt man die Wildkräuter im eigenen Garten wachsen, sind sie garantiert unbelastet und  spart Zeit bei der Suche.

Ein größerer Hausgarten kann jedoch auch dem ein oder anderen Hochstammobstbaum gerecht werden. Regelmäßige Schnittmaßnahmen ermöglichen genug Lichteinfall und ein gleichmäßiges Wachstum des Baumes. Wiederum sollte bei der Platzauswahl auf die spätere Größe des Baumes eingegangen werden. Ein zu großer Schattenwurf  auf andere Kulturen wäre verheerend. Soll allerdings der Wintergarten, bzw. die Südseite des Hauses im Sommer lieber beschattet werden, so ist die Pflanzung so eines Hochstammbaumes von Vorteil. Wird ein Kirschbaum gewählt, der im Herbst früher sein Laub verliert als Apfelbäume, können die warmen Herbsttage, an denen die Sonne bereits niedriger steht, für wohlige Wärme hinter der Glasfront sorgen. Wird ein Hochstamm auf der Nordseite des Hauses gepflanzt, kann es auch Vorteile für den Baum mit sich bringen. Durch den Schattenwurf des Hauses wird der Baum anfangs eher schwach wachsen. Erreicht er eine Größe, in der er den Sommer über immer mehr Licht erreicht, wird das Wachstum schneller von statten gehen. Hierbei ist es gut, sich gleich für die Pflanzung eines höheren, bzw. schon älteren Bäumchens zu entscheiden. Aber worauf ich jetzt eigentlich hinaus möchte, ist dies: Der Schattenwurf des Hauses lässt den Boden länger frostig sein. Eine Folge für den Baum wäre dabei, das die Blüte im Frühling später einsetzt, was ihn unempfindlicher für späte Nachtfröste werden lässt. Dies ermöglicht einen sichereren Obstertrag.

Wir haben unser Kleinklima in der Hand, mit der Wahl der richtigen Pflanzen!

Ein Waldgarten auf 1 Hektar versorgt eine Familie das ganze Jahr über mit Nahrung

Die geschickte Auswahl verschiedenster Obst- und Beerensorten, Wild- und Kulturgemüse und Kleintierhaltung, natürlich auch entsprechender Vorratshaltung für den Winter kann eine ganze Familie mit Lebensmitteln das ganze Jahr über versorgen, vorausgesetzt 1 Familienmitglied beschäftigt sich mind. 4 – 5 Stunden täglich mit Anbau, Pflege, Versorgung der Tiere und Verarbeitung der Ernte. In den Haupterntezeiten sollte jedoch die ganze Familie mithelfen.  Doch dies ist als selbstverständlich zu sehen. Zugekauft wird lediglich Getreide, Salz und Luxusschlemmereien, sowie Kleidung.

Ein Waldgarten auf 1 Hektar ermöglicht die Schaffung eines Stückes vom Paradies. Ein zusätzliches Gewächshaus bzw. Frühbeete verlängern die Erntezeit, Erdmieten machen die Winterlagerung von Frischgemüsen möglich, eine volle Speisekammer mit Eingekochtem wie, Marmeladen, Chutneys, Säfte, Soßen, Essiggemüse, milchsauer vergorenem usw. sichert die Verpflegung in der Dauerfrostzeit. Die Haltung von Hühnern, Kaninchen, Wachteln, Enten, Gänse, Schafe und/oder Ziegen und Bienen ermöglichen hin und wieder einen Braten und versorgen zusätzlich mit Eiern, Federn, Wolle, Milch, Felle, Honig usw. Der Verkauf der Nachzucht finanziert den Futterzukauf an Getreide. Vorteil hierbei ist auch die Beschäftigung mit alten handwerklichen Tätigkeiten. So kann die Verarbeitung von Wolle (spinnen, filzen), das Flechten von Körben, verarbeiten von Kräutern und /oder Vermehrung bestimmter Pflanzen, etc.  einen kleinen Zusatzverdienst einbringen.

Bei einer Fläche von 10.000 m2 kann auch an die Pflanzung weiterer Kulturbäume gedacht werden, die uns Nutzen bringen können, wie z. B. Kopf- oder Silberweiden zur Weiterverarbeitung von Körben und Dekomaterialien, Zuckerahorn für Ahornsirup, verschiedenster Bienenweidebäume zur größeren Bienenhaltung und Honigproduktion, der Anbau von Ahorn, Linden, Eichen und Buchen als Hütewald für Schweine, Schafe und/oder Ziegen. Besonders Randzonen sollten dicht bepflanzt werden. Zum einen, um den Wind um den Garten herum (oder drüber hinweg) zu leiten, zum anderen um eine dichte Barriere für Großvieh darzustellen.

Pflege der Randzonen-Hecken als Zaunersatz

Werden die Hecken ganz dicht bepflanzt, und verflochten wie ein Jägerzaun, wachsen diese zusammen und bilden eine unüberwindliche Barriere. Geeignete Baumarten hierzu sind: Ahorn, Wildbirne, Hainbuchen, Eschen, Birken, etc. Auch Weiden sind geeignete Bäume dafür, aufgrund ihres starken Wachstums haben sie aber anfangs einen enormen Pflegeaufwand. (Siehe auch Artikel und Beispiele im Artikel von Konstantin Kirsch)

In England ist eine weitere Form des Heckenzaunes traditionsgemäß überliefert und wird noch immer so umgesetzt. Anfangs werden die Bäumchen ganz normal gepflanzt, ähnlich wie bei der vorgenannten Variante, nur mit größerem Abstand von ca. 1 m. Nach ca. 3 Jahren werden die Eschen, Birken, Wildkirschen, etc. auf ca. 30 – 40 cm Höhe eingehackt und in Zaunrichtung umgelegt. Die Bäumchen wachsen weiter und ineinander. So entsteht ein absolut dichter und immer dichter werdender Zaun. Das Einzige, was man braucht, ist etwas Zeit und Geduld. Die Vögel leisten dazu ihrerseits ihren Beitrag durch das Herbeitragen weiterer Samen. Somit bereichern sie die Hecke mit selbstaufgehenden Rosen, Holunder, Schlehen, Schneeball, Traubenkirschen, Vogelkirschen und weiteren Vogelnährgehölzen. Mit den Jahren kann dieser Hecke auch Brennholz und Pfahlhölzer entnommen werden. Sie wird dennoch dicht genug bleiben um als Zaun zu fungieren.

Niederwaldwirtschaft

Im Besitz von mehreren Hektar Grund kann an die Erweiterung des Speise-Waldgartens mit Niederwald gedacht werden. Für die Niederwaldwirtschaft eignen sich alle Baumarten, die auf Stock gesetzt werden können. Auf Stock setzen heißt so viel  wie, den Baum absägen auf ca. 30 – 40 cm Höhe und der Baum treibt wieder nach. Durch das Nachtreiben wachsen aus dem Hauptstamm rundherum weitere kleine Stämme, er vervielfacht sich quasi und macht eine Ernte von ganz gerade gewachsenen Stangenhölzern möglich. Diese Stangenhölzer werden gebraucht für die Errichtung von Zäunen. Besonders begehrt sind dabei langlebige Hölzer wie Edelkastanie (Marone), Robinie und Walnuß. In Niederwaldwirtschaft können aber auch Ahorn, Esche, Weidenarten und weitere gepflanzt werden. Einfach alle, die nach dem Schnitt wieder austreiben und weiter wachsen. Niederwaldwirtschaft heißt damit: einmal pflanzen, immer ernten.

Dabei wird auch routierend vorgegangen. Sowohl bei der Anlage, als auch beim Ernten. Das Grundstück wird in Sektoren eingeteilt. Weiden können jährlich beerntet werden, bei anderen Hölzern macht eine Ernte nur alle 5 – 6 Jahre Sinn. Dies sollte bei der Anlage bedacht werden um gleichbleibende Einnahmen erzielen zu können, aber auch um den Arbeitsaufwand im schaffbaren Bereich zu halten.

Ein weiterer Vorteil der Niederwaldwirtschaft: Während der Speise-Wald hauptsächlich im Sommer Arbeit schafft, begrenzt sich die Arbeit der Niederwaldwirtschaft hauptsächlich auf den Winter.

Essen von Kulturbäumen

Seit bei uns mit Laub gewirtschaftet wurde, sind schon viele Jahrzehnte vergangen. Bis auf die Berggegenden könnte man schon von einem Jahrhundert reden. An die Verwendung von Laub als Tiereinstreu kann sich wohl noch so mancher erinnern. Der daraus entstehende Kompost dürfte unübertrefflich gewesen sein! Als Tierfutter diente ebenso Laub, aber auch das Fichtenreisig. Michael Machatschek gibt in seinem Buch „Nahrhafte Landschaft“ Band 1, besonders bei den Fichtennadeln an, diese seien besonders auch bei Durchfall der Kälber, bei Verdauungsstörungen und Blähungen zum Einsatz gekommen. Fichtennadeln weisen einen blutstillenden Gehalt von Gerbstoffen und viel Vitamin C auf. Sie waren eine Art von Kraftfutter, die man Tieren auch besonders nach größeren Anstrengungen zu fressen gab. Für uns Menschen sind hauptsächlich die Fichtenspitzen im Frühling interessant und besonders für die Hausapotheke zu verarbeiten. Fichtenspitzenhonig ist gesundheitsfördernd bei jeglichen Erkältungserscheinungen. Doch auch als Gemüse schmecken Fichtenspitzen hervorragend. Dazu werden sie in Salzwasser etwas gekocht.

Die Laubbäume wurden „geschnaitelt“, das heißt, alle zwei Jahre wurden die laubtragenden Zweige zurückgeschnitten, die Zweige gebündelt und getrocknet und im Winter als Viehfutter verwendet. Die Jahre dazwischen wurde das Laub per Hand abgestriffen und in luftigen Scheunen getrocknet und gelagert. Verwendet wurden dazu: Buchen, Eschen, Linden, Weiden, Ahorn jeglicher Art, Pappeln, Espen, etc.

Doch auch für den Menschen birgt die Ernte von Laub vielerlei Vorzüge. Als Grünmehl zur Streckung der Nahrung bei Mensch und Tier gibt Michael Machatschek an:

  • Baumarten: Tanne, Lärche, Wacholder, junge Triebe von Kiefern, Ahorn, Linde, Erle, Apfel, Birne, Kirsche, Zwetschke, Marille, Maulbeere, Edelkastanie, Weide, Pappel, Birke, Esche, Buche, Hainbuche, Eiche, Eberesche, Els- und Mehlbeere, Speierling, Vogel- und Traubenkirsche, Robinie
  • Sträucher: Hasel, Wacholder, Erlen, Weiden
  • Besondere Pflanzen: Weinreben, Wilder Wein, Waldrebe, Efeu

Mit diesen Mehlen (Blätter und Nadeln werden getrocknet und vermahlen) kann bis zu ¼ von Getreidemehlen ersetzt und eingespart werden. Lediglich vom Efeu würde ich als menschliche Nahrung meine Finger lassen. Sein Gehalt an Giftstoffen macht ihn für uns zu Nahrungszwecken ungeeignet. Bei der Fütterung von Tieren gibt Machatschek jedoch an, soll 1 Eimer (nicht mehr) bei Kühen beim Kalben helfen. Schafe und Ziegen vertragen dagegen mehr vom Efeu. Diesen kann regelmäßig Efeublätter zum Winterfutter beigegeben werden.

Von den Laubbäumen kann uns wohl (abgesehen von den Laubfruchtbäumen, wie Eicheln, Buchen und Maronen) die Linde am Hilfreichsten sein. Aus den Lindennüßchen kann Öl gepresst werden, die Frühlingsblätter ergeben einen leckeren Salat und die Blüten kennt wohl jeder als wohlschmeckenden und heilenden Tee bei Fieber und Erkältungen. Aus der Rinde lässt sich eine Faser lösen, die seit der Steinzeit  genutzt wurde. Feines Flechtwerk, Kleider, Siebe, Körbe, Matten, Stoffe und Stricke. Bis in die Nachkriegszeit hinein sollen noch aus dem Lindenbast Seile und Stricke hergestellt worden sein. Getrocknetes Lindenblättermehl kann auch Eintöpfen beigefügt werden und ist sehr nahrhaft. Die Verwendung der Lindenblätter als Toilettenpapier noch bis vor ca. 50 Jahren dürfte sicherlich auch schon in Vergessenheit geraten sein.

Die Nutzung der Früchte der Laubbäume von Edelkastanien, Buchen, Eichen und Walnuß dürfte ja fast jedem bekannt sein. Die Ernte der Bucheckern ist relativ mühsam, aber sie sind sehr ölhaltig und wurden deshalb auch zu früheren Zeiten gesammelt. Der Anbau von Sonnenblumen und Raps als Ölpflanzen ist ja noch relativ jung.

Am nahrhaftesten für uns dürften die Maronen sein. Sie machen unglaublich schnell satt, schmecken süß und lecker und sind vielseitig zu verarbeiten. Leider entwickeln sie sich nur in warmen geschützten Gegenden gut, wie dem Rheingebiet, in Südfrankreich oder Ungarn. In weniger geschützten Gegenden fallen die Früchte klein aus und es ist sehr mühsam, sie zu verarbeiten.

Eicheln wiederum ergeben dort, wo sich Maronen nicht so gut entwickeln eine bessere Alternative. Aufgrund ihres Gerbstoffgehaltes sollten sie jedoch, nach dem rösten und pellen der Schale, 1 – 2 Tage in Wasser eingelegt werden. Das Wasser sollte mind. 3 x erneuert werden.  Danach kann man die Eicheln verarbeiten, geröstet zu Kaffee, oder gemahlen zu Mehl, um Brote zu backen (1/2 Eichelmehl, ½ Getreidemehl) oder Gebäck. Auch Eicheln sind sehr nahrhaft und es benötigt weniger vom Eichelbrot, als vom reinen Getreidebrot, um satt zu werden. Dies machte sie besonders in Notzeiten sehr attraktiv. Ein weiterer Grund in der Selbstversorgung ist, dass der Anbau von Getreide im Vergleich zur Ernte von Maronen oder Eicheln, wesentlich schwieriger und aufwendiger ist. Ein ausgewachsener Eichel- oder Maronenbaum liefert auf der Fläche von 10 x 10 m genauso so viele Kilokalorien wie ein Weizenfeld auf 100 x 100 m Fläche. Leider muss dem hinzugefügt werden, dass es bei den Eicheln auch einmal Ausfalljahre gibt! Deshalb sollten in guten Erntejahren so viele wie möglich eingesammelt und wie Walnüsse getrocknet und eingelagert werden.

Zonenaufbau eines Waldgartens

Es macht Sinn einen Selbstversorgergarten in Zonen einzuteilen. Den Permakulturisten hier ist dies natürlich wohl bekannt, für die „Neulinge“ sei hier nochmal aufgezeigt, das die Zonierung eines Gartens den Arbeitsaufwand des Gartenbereichs aufzeigt. Vorgenannte Großbäume: Eicheln, Buchen, Esskastanien, Linden, etc. werden gepflanzt und lediglich zur Ernte besucht. Das Gras das darunter wächst, wird entweder von Großvieh beweidet, oder für Winterfutter gemäht und zu Heu gemacht. Dieser Bereich zählt zur Zone 4. In diesen Bereich würde auch die Niederwaldwirtschaft, Teichwirtschaft oder Agroforstwirtschaft zählen. Unberührte Grundstücksteile, Teile die größtenteils der Natur überlassen werden, Randzonen, Heckenbereiche usw. zählen zur Zone 5, der Wildniszone. Die Zone 3 des Waldgartens umfaßt die Zone der Streuobstbäume. Das heißt der Hochstammobstbäume, deren Obst hauptsächlich zu Saft, Most und Essig verarbeitet wird. In Zone 3 befinden sich auch die Extensivbeete. Das sind Beete von z. B. Topinambur, Kartoffeln, Futterrüben, Getreide, Hirse, Kürbisse und Mais. All das Gemüse, das so gut, wie keine Pflege benötigt, einfach gepflanzt bzw. gesät wird und wachsen kann. In Extensivbeeten wird nicht extra gegossen, jedoch wird auf Beschattung des Bodens geachtet, durch Abmulchung bzw. Unterpflanzung mit Lebendmulch.

Das hält den Boden locker und macht eine Speicherung von Wasser in größeren Mengen möglich.

In Zone 3 ist natürlich auch Weidetierhaltung möglich. Gänse z. B. können hier frei grasen. Auch Bienen sind in Zone 3 optimal untergebracht. Die Kombination allerdings von Enten und Bienen sollte unterbleiben, da Enten Bienen fressen.

Die Zone 2 ist die intensive Früchte-Nüsse-Zone. Auch Hühner sind in diesem Bereich optimal untergebracht. Werden nur wenige Hühner gehalten können sie sich ruhig frei bewegen. Der Schaden durch´s Scharren hält sich in Grenzen. Bei einer größeren Anzahl von  Hühnern sollte an eine Umzäunung gedacht werden, da die Kräuter und das Gemüse in den Baumscheiben sehr unter den Scharrtätigkeiten leiden können. Größere Erntemengen würden dann wohl ausfallen. Eine Alternative bietet die Unterbringung in versetzbaren Hühnergehegen oder wenig fliegende Hühnerrassen, die mit Steckzäunen eingegrenzt werden. Optimale Hühner dafür wären: Sundheimer, deutsche Sperber, Orpingtons, Cochins, Brahma, Seidenhühner…

Beeren in vielfältigsten Formen können in Zone 2 zwischen den Halbstammbäumen untergebracht werden, jedoch finden sie auch in Zone 3 noch vielfältige und optimale Standorte. Schlanke, hochwachsende Obstbäume, wie Birnen, Zwetschken oder Vogelbeeren bieten vertikal wachsenden Beeren, wie Brombeeren, Taybeeren oder Weinbeeren eine Stütze. Nicht in Obstbäume pflanzen sollte man Kiwis! Diese sind Würgschlinger und würden den Obstbaum vernichten. Allerdings können abgestorbene Obstbäume jederzeit als Rankgerüst zweckentfremded und mit Kiwis bepflanzt werden.

Zone 1 kann wohl als intensivst genutzte und arbeitsreichste Zone bezeichnet werden.  Sie ist der Bereich direkt rund um das Haus. Sie schließt die Hauptgemüsebeete und die Topfkulturen mit ein, das Gewächshaus und die Pflanzenanzucht. Dies ist auch der Bereich, in dem Gießwasser zur Verfügung stehen sollte, für empfindliche Kulturen, zur Jaucheherstellung und zum Vorwaschen des Erntegutes, bevor es in der Küche verarbeitet wird.

Vernetzung und Individualisierung

Ein Permakulturgarten hat 5 Zonen. Das Permakultursystem allerdings hat 6 Zonen. Die 6. Zone schließt alles mit ein, was von außen an Wissen und Tauschware zu uns kommt, aber natürlich auch was wir anderen zu geben haben. Dies sollten wir nie außer Acht lassen.

Da jeder Mensch andere Begabungen mit sich bringt, dürfte auch jedes Selbstversorger-System anders geartet sein und auch jeder Waldgarten seine Individualität besitzen. Wie schon erwähnt, kann die Rückbesinnung auf altes Handwerk so manches Nebeneinkommen einbringen. Deshalb kann sich der eine Waldgärnter auf Kräuter und derer Produkte individualisieren, der andere auf Wollproduktion, weitere vielleicht auf Korbflechterei, Werkzeugherstellung und Sensen dengeln, Schnaps brennen, Öl pressen, Bäume veredeln, Pflanzen- oder Tier-Raritäten züchten, und und und.

Folgenden Absatz konnte ich nur so übernehmen, da er mir absolut aus dem Herzen spricht. Er stammt aus dem Handbuch für Multiplikatoren von Rosemary Morrow (erhältlich bei PIA) aus Australien:

So kann  jeder Waldgärtner eigene Gestaltungsziele verfolgen. Es gibt für Waldgärtner 3 vorrangige praktische Absichten:

  • Hohe Erträge unterschiedlicher Produkte, wie Lebensmittel, Brennstoffe, Fasern, Futtermittel, Dünger, Heilmittel und Lebensfreude.
  • Einen zum Großteil sich selbst erhaltenden Garten
  • Ein gesundes Ökosystem.

Diese Ziele fördern einander. Zum Beispiel macht es einem eine Vielfalt an Anbaufrüchten leichter, ein gesundes und sich selber erhaltendes Ökosystem zu gestalten – und ein gesundes Gartenökosystem hat geringere Pflegeansprüche.

Dennoch verfolgt das Waldgärtnern auch höhere Ziele – wie Masanobu Fukuoka einmal gesagt hat: „Das endgültige Ziel der Landwirtschaft ist nicht das Anbauen von Feldfrüchten, sondern die Kultivierung und Vervollkommnung der Menschen.“

Die Art wie wir gärtnern, reflektiert unsere Ansicht von der Welt. Das oberste Ziel des Waldgärtnerns ist nicht nur das Anbauen von Feldfrüchten, sondern die Kultivierung und Vervollkommnung neuer Wege unseres Sehens, Denkens und Verhaltens in der Welt. Waldgärtnern schenkt uns innere Erfahrungen lebendiger Ökologie, lehrt uns wie der Planet funktioniert und ändert unsere Selbstwahrnehmung. Waldgärtnern hilft uns Menschen, unseren rechtmäßigen Platz als Teil der Natur einzunehmen und mit der Natur zu arbeiten anstatt als von ihr getrennte Gebilde in die Natur einzugreifen und sie zu beherrschen.“

Ein Waldgarten ist also in erster Linie der optimale Lebensraum für uns Menschen um glücklich und gesund zu leben. Jetzt geht es nur noch um die Umsetzung. Beispiele gibt es bereits einige, die besucht werden können, es gibt Kurse und es gibt gute Literatur dazu. Aber eines muss  uns immer bewußt sein. Ein Waldgärtner wird nie, wirklich nie auslernen, denn die Natur hat uns stets etwas zu lehren.

 

Hannelore Zech, Permakultur-Gestalterin vom

Mienbacher Waldgarten / Selbstversorger-Akademie

www.mienbacher-waldgarten.de

 

 

 

Foto: Reinhard Gromotka, Geschäftsführer Biomarkt Tagwerk und Peter Hartl vom Trinkwasserzentrum Deutschland GmbH (von links)

In Deutschland gilt das Trinkwasser als das am besten kontrollierte Lebensmittel und die Wasserwerke sind ständig bemüht, die bestmögliche Qualität in das Leitungsnetz einzulassen. Ob dies denn nun auch den gesundheitlichen Anforderungen der Verbraucher zugute kommt, wird immer mehr in Frage gestellt.
Die Verbraucher werden durch Medienberichte auf Rückstände im Hahnenwasser – verursacht durch Medikamente – Drogen – Pestizide – Schwermetalle -Nitrat und Hormone hingewiesen und zunehmend verunsichert. Diese müssen laut Trinkwasserverordnung nicht gemessen werden.
Aus diesem Grund greifen immer mehr Verbraucher zum Flaschenwasser in der Hoffnung, damit eine bessere Qualität zu erwerben. Doch Flaschenwässer werden laut Mineralwasserverordnung noch weniger überprüft als Leitungswasser. So gibt es für Uran das nachweislich nierenschädigend ist beim Flaschenwasser keinen Grenzwert.
Eine beängstigende Entwicklung.

Aus dieser Situation heraus veranstaltete das Trinkwasserzentrum Deutschland GmbH mit Sitz in Landshut auf Anfragen des Biomarktes Tagwerk in der inneren Münchner Strasse eine Umfrage zum Thema Trinkwasser. Alle Interessenten erhielten einen kostenlosen Gutschein für einen Trinkwassertest privat zuhause.
Da diese Aktion bei den Kunden des Biomarktes regen Anklang fand, führen wir diese Aktion die nächsten Samstage wieder durch.
Angestrebtes Ziel hierbei ist, die Verbraucher auf optimiertes Trinkwasser aufmerksam zu machen und somit Geld zu sparen und die Umwelt zu schonen.

Ab sofort gibt es im Biomarkt Tagwerk Flaschenwässer die eine ausgezeichnete Qualität haben und auch für Babys geeignet sind.

Peter A. Hartl, Fachberater
Trinkwasserzentrum Deutschland GmbH
Stethaimer Straße 51, 84034 Landshut
0176 – 96038741

Presseerklärung:

Florian Oßner

Mitglied des Deutschen Bundestages

Mitglied im Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur

Schriftführer im Deutschen Bundestag

Lebensmittel sind zu gut für die Tonne.

In ihnen stecken viel Arbeit und wertvolle Ressourcen. Trotzdem werden immer noch viel zu viele Lebensmittel von Industrie, Großverbrauchern, Handel und Privathaushalten weggeworfen – etwa elf Millionen Tonnen jedes Jahr. Darum weist Bundestagsabgeordneter Florian Oßner (CSU) auf den Wettbewerb „Zu gut für die Tonne!“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft hin. Noch bis 31. Oktober können sich Einzelpersonen, Institutionen oder Unternehmen mit ungewöhnlichen Geschäftsideen, Innovationen und Projekten zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen bewerben.

„Wir müssen gemeinsam etwas gegen die Verschwendung tun“, sagt Oßner. „Lebensmittel haben mehr Wertschätzung verdient. Dafür brauchen wir das Engagement und die Kreativität vieler Menschen. Damit wir gemeinsam so weit kommen, dass unsere Lebensmittel nur auf dem Teller und nicht in der Tonne landen.“ Die Teilnehmer des Wettbewerbs können ihre Ideen auf einem Bewerbungsformular beschreiben und um bis zu drei Fotos, Grafiken und Schaubilder ergänzen. Eine prominent besetzte Jury mit dem ehemaligen Bundesumweltminister Prof. Dr. Klaus Töpfer und TV- Sternekoch Christian Rach bewertet die Projekte anhand Kriterien wie Engagement, Vorbildwirkung und Erfolg. Die Gewinner werden Anfang 2016 bei einer feierlichen Preisverleihung bekannt gegeben. Außerdem gibt es für gute Konzepte, für deren Umsetzung noch Geld gebraucht wird, einen mit 3000 Euro dotierten Förderpreis.

Weitere Informationen gibt es unter www.zugutfuerdietonne.de/bundespreis.

-hjl-

10.12.2013 11:56

Bioabbaubar? Wissenschaftler erarbeiten Klassifizierung zur Unterscheidung von Pestiziden

Tilo Arnhold Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ

Leipzig. Damit die Langzeitfolgen von Pestiziden besser beurteilt werden können, haben Wissenschaftler eine neue Nachweismethode und ein Modell erarbeitet, das Aussagen ermöglicht, ob und wie stark die Rückstände von Pestiziden bioabbaubar sind oder nicht. Die Studie von Wissenschaftlern des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ), der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen und der Technischen Universität Dänemarks ist jetzt im Fachblatt „Critical Reviews in Environmental Science and Technology“ erschienen.

Pestizide haben einen schlechten Ruf: Sie schaden der Umwelt, haben negative Auswirkungen auf die Artenvielfalt und belasten den Boden. „Das ist teilweise richtig, zum Teil aber auch nicht. Pestizide sind wichtig für die Funktion unserer modernen Landwirtschaft. Und Pestizid ist nicht gleich Pestizid – hier ist eine differenzierte Betrachtung notwendig. Generell sollte beim Einsatz von Pestiziden deren Bioabbaubarkeit oberstes Gebot sein“, sagt Prof. Dr. Matthias Kästner, Leiter des Departments Umweltbiotechnologie am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ in Leipzig.

Weltweit werden heute etwa 5.000 Pestizide als Pflanzenschutzmittel und zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt. So unterschiedlich ihre jeweilige Wirkung ist, so unterschiedlich sind auch ihre Auswirkungen auf die Umwelt. Einige Pestizide werden schnell abgebaut, manche langsamer. Und manche binden an Bestandteile des Bodens und bilden so genannte gebundene Rückstände. Bislang ging man davon aus, dass diese Rückstände per se giftig sind. Daher sind Pestizide, die mehr als 70 Prozent gebundene Rückstände bilden, heute nicht mehr zulassungsfähig. Kästner: „Doch was sich genau hinter diesen gebundenen Rückständen verbirgt, ob sie tatsächlich toxisch sind und welche stofflichen Strukturen sich dahinter verbergen, konnte bislang noch nicht untersucht werden.“

Unter Anwendung der so genannten 13C-Methode haben Kästner und sein Team Pestizide auf unterschiedliche Referenzböden gegeben und genauer untersucht, was aus ihnen wird. Dazu haben sie im Vorfeld das zu untersuchende Pestizid mit dem nicht-radioaktiven, schweren Kohlenstoffisotop 13C markiert – und dieses nach Ablauf des Versuchszeitraums in verschiedenen Biomolekülen mit Hilfe eines Massenspektrometers aufgespürt. Auf diese Weise konnten die Wissenschaftler den Verbleib und die Veränderung der Pestizide und ihrer Abbauprodukte im Boden nachweisen.

Das wichtigste Ergebnis der Studie: Es gibt unterschiedliche Gruppen gebundener Rückstände. In der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins „Critical Reviews in Environmental Science and Technology“ fassen die UFZ-Forscher ihre Ergebnisse zusammen und stellen eine Klassifizierung und einen Modellierungsansatz für gebundene Rückstände vor. Beim Typ 1 sind das Pestizid selbst oder seine Abbauprodukte an organisches Material im Boden (Humus) angelagert oder darin eingeschlossen und können im Prinzip jederzeit wieder freigesetzt werden.
Ist das Pestizid eine feste chemische Bindung mit dem Humus eingegangen, werden gebundene Rückstände dem Typ 2 zugeordnet, welche nur schwer wieder freigesetzt werden. Rückstände vom Typ 1 und Typ 2 sind als toxikologisch relevant einzustufen. „Hier muss genau geprüft werden, ob die Zulassung eines Pestizids, das solche Rückstände im Boden bildet, möglich und vertretbar ist oder nicht“, sagt Matthias Kästner.
Bei Rückständen vom Typ 3 wurde das Pestizid durch Bakterien zersetzt und der enthaltene Kohlenstoff in mikrobielle Biomasse eingebaut. „Für diese Art von Rückständen kann prinzipiell Entwarnung gegeben werden. Denn das sind keine Rückstände im eigentlichen Sinne mehr. Da das Pestizid mikrobiell abgebaut wurde, besteht hier keinerlei Risiko mehr“, so Kästner.
Pestizide, deren gebundene Rückstände im Boden dem Typ 3 angehören, könnten also in Zukunft gefahrlos zugelassen werden. Umgekehrt könnten mit dieser Methode aber auch Pestizide, die bislang als ungefährlich galten, als kritisch eingestuft werden. Kästner: „Nur wenn wir in der Lage sind, zwischen bioabgebauten oder risikobehafteten Pestizidrückständen zu unterscheiden, können wir entsprechend handeln. Daher hoffen wir, dass die 13C-Methode in Zukunft in die Dossiers der Zulassungsverfahren aufgenommen werden wird. Das haben wir auch dem Umweltbundesamt vorgeschlagen.“

Die ersten Ergebnisse der UFZ-Studie fanden bereits Eingang in die Bewertungen der an der Zulassung beteiligten Behörden. So konnte für die als kritisch eingestuften Rückstände der zugelassenen Pestizide 2,4-Dichlorphenoxyessigsäure (kurz: 2,4-D) und 2-Methyl-4-chlorphenoxyessigsäure (kurz: MCPA) Entwarnung geben werden. „Um den Pestizideinsatz und seine Umweltauswirkungen besser steuern zu können, liegt aber noch viel Forschungsarbeit vor uns“, sagt Kästner. „Die Probleme, die wir mit DDT (Dichlordiphenyltrichlorethan) und Atrazin hatten, dürfen sich nicht wiederholen. Zu verstehen, was mit den Pestiziden nach Anwendung tatsächlich passiert, ist daher sehr wichtig.“ Nicole Silbermann

Publikation:
Matthias Kästner, Karolina M. Nowak, Anja Miltner, Stefan Trapp, Andreas Schäffer (2013): Classification and modelling of non-extractable residue (NER) formation of xenobiotics in soil – a synthesis. Critical Reviews in Environmental Science and Technology. DOI: 10.1080/10643389.2013.828270
http://dx.doi.org/10.1080/10643389.2013.828270
Die Studie wurde gefördert von der Europäischen Kommission (EU-Projekte RaiseBio und MagicPAH).

Weitere Informationen:
Prof. Matthias Kästner
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ)
Tel. 0341-235-1235
http://www.ufz.de/index.php?de=4459
oder über
Tilo Arnhold / Susanne Hufe (UFZ-Pressestelle)
Telefon: 0341-235-1630, -1635
http://www.ufz.de/index.php?de=640

Links:
Risk Assessment and Environmental Safety Affected by Compound Bioavailability in Multiphase Environments (RAISEBIO):
http://www.ufz.de/index.php?de=10757
Molecular Approaches and MetaGenomic Investigations for optimizing Clean-up of PAH contaminated sites (MAGICPAH):
http://www.magicpah.org/

Im Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) erforschen Wissenschaftler die Ursachen und Folgen der weit reichenden Veränderungen der Umwelt. Sie befassen sich mit Wasserressourcen, biologischer Vielfalt, den Folgen des Klimawandels und Anpassungsmöglichkeiten, Umwelt- und Biotechnologien, Bioenergie, dem Verhalten von Chemikalien in der Umwelt, ihrer Wirkung auf die Gesundheit, Modellierung und sozialwissenschaftlichen Fragestellungen. Ihr Leitmotiv: Unsere Forschung dient der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen und hilft, diese Lebensgrundlagen unter dem Einfluss des globalen Wandels langfristig zu sichern. Das UFZ beschäftigt an den Standorten Leipzig, Halle und Magdeburg mehr als 1.100 Mitarbeiter. Es wird vom Bund sowie von Sachsen und Sachsen-Anhalt finanziert.
http://www.ufz.de/

Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie sowie Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit fast 34.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 18 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 3,8 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition des großen Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894). http://www.helmholtz.de/


Weitere Informationen:

http://www.ufz.de/index.php?de=32259


 

 

Lebensmittel: Lieferservice spart CO2-Emissionen
Reduzierung des Schadstoffausstoßes um bis zu 50 Prozent möglich
Lieferung: Gasgetriebene Pkw fahren Obstpakete zum Kunden (Foto: biodirekt.de)
Lieferung: Gasgetriebene Pkw fahren Obstpakete zum Kunden (Foto: biodirekt.de)

Göttingen (pte004/30.04.2013/06:15) – Lebensmittel liefern zu lassen, ist umweltfreundlicher als wenn viele Kunden mit ihrem Pkw zum Supermarkt fahren. Das haben Forscher der Universität in Washingtonhttp://washington.edu errechnet. Die Konsumenten könnten einfach online ihre Einkäufe tätigen und das eigene Auto stehen lassen. Dadurch werden die sonst anfallenden CO2-Emissionen um die Hälfte reduziert.

Unternehmen vermehrt im Fokus

“Da werden Touren gespart – dennoch muss man beachten, dass der Endverbraucher für andere Waren wiederum in den Laden fährt”, bemerkt Marco Lange vom Zertifizierungs- und Beratungsunternehmen Stop Climate Changehttp://stop-climate-change.de gegenüber pressetext. Der Trend zu Lebensmittellieferungen sei kein boomender Markt, in der Regel werden Lebensmittel an Unternehmen geliefert und nicht an den Endkunden.

“Es gibt wenige Unternehmen in Deutschland, die klimaneutral Lebensmittel versenden. Bei diesen Firmen werden die Emissionen durch den Transport mit Emissionszertifikaten und Projekten kompensiert”, sagt Lange. Das Unternehmen Biodirekt http://biodirekt.de zum Beispiel liefert Obst an Betriebe in ganz Deutschland, arbeitet mit lokalen Obstbauern und befördert die Ware mit gasgetriebenen Fahrzeugen.

Einkaufsgemeinschaften vorteilhaft

“Die Leute denken, dass umweltbewusstes Leben unangenehm ist, aber das ist in diesem Fall nicht so”, unterstreicht die Leiterin der US-Studie, Anne Goodchild. Konsumenten würden auch die Vermehrung der Treibhausgase vermeiden, wenn sie nachbarschaftliche Einkaufsgemeinschaften gründen würden.

“Je mehr Kunden sich die Lebensmittel liefern lassen, desto günstiger wird es auch für den Endverbraucher und besser für die Umwelt ist es ohnehin”, sagt Goodchild. Insbesonders ländliche Regionen könnten auf diese weise sehr viel CO2 einsparen. Alles, was dazu nötig sei, wäre die Etablierung eines entsprechenden Lebensmittellieferservices.