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Landshuter Bartlmädult

Bildtext: Patrick Schmidt (zweiter von rechts) mit seiner Familie und seinen Helfern beim Einrichten des Festzeltes

 

„VOM ENKELSOHN EINES SCHAUSTELLERS ZUM DULT-FESTWIRT“

Patrick Schmidt zum dritten Mal auf der Landshuter Bartlmädult

 

Patrick Schmidt, seine Familie und Helfer, sind in den Tagen vor der Landshuter Bartlmädult sehr stark beschäftigt, alles unter Dach und Fach zu bringen, um den Dultgästen am kommenden Freitag einen herzlichen Empfang in ihrem Festzelt zu bereiten. Bereits die Großeltern von Patrick Schmidt waren als Schausteller mit einem Schaukelgeschäft auf der Bartlmädult tätig und somit sei er, wie er sagte, quasi mit der Dult aufgewachsen.

„Im letzten Frühjahr habe ich mit der Dult angefangen, dieses Jahr habe ich Beide bekommen und somit ist dies jetzt die dritte Dult, auf der ich als Festwirt dabei sein darf“, so beschreibt Patrick Schmidt seine Situation als Festwirt in der Landshuter Dultszene. Die erste Beteiligung an der Dult ist hervorragend für Schmidt gelaufen, d.h., er hatte Glück mit dem Wetter und somit war ihm auch ein finanzieller Erfolg beschieden. Zweimal im Jahr bei der Dult dabei zu sein bringt den Vorteil, dass man einen eventuellen finanziellen Verlust leichter ausgleichen kann. Patrick Schmidt hat vor, sich als Festwirt in den nächsten Jahren bei der Bartlmädult zu etablieren, um dann eventuelle Regentage schmerzfreier durchstehen zu können.

Angesprochen auf die Personalsituation bei der Bartlmädult berichtete Schmidt, dass es besonders im Frühjahr keine Probleme gäbe, weil hier wenige Parallel-Volksfeste zu verzeichnen sind. Im Herbst gestaltet sich die Situation etwas schwieriger, denn bei einem notwendigen Bedienungsstand von 70 bis 80 Personen ist es nicht so leicht, alle Damen und Herren vom Frühjahr auch wieder im Herbst zu verpflichten. Die Volksfeste in Straubing, Erding und der Gillamoos in Abensberg beeinflussen natürlich die Personalsituation. Trotzdem hat der Festwirt wieder genügend Bedienungspersonal auftreiben können.

Neben den traditionellen bodenständigen Speisen im Schmidtzelt wie Niederbayerisches Kartoffelbradl, halbe Schweinshaxen, saures Lüngerl und Fleischpfanzerl gibt es außergewöhnliche „Biogickerl“. Wichtig für Schmidt sei es, von regionalen Produzenten die Fleisch- und Brotwaren geliefert zu bekommen. Der Großlieferant kommt ebenfalls direkt aus Landshut. Das Bier kam im Frühjahr von der Brauerei Wittmann, dieses Mal liefert das Landshuter Brauhaus den Gersten- und Weizensaft.

 

Patrick Schmidt ist der erste Dultwirt, der eine Galerie in seinem Zelt installiert hat und diese nun auch mit „Holz-Schwartlingen“ verfeinert wurde. Die Ausschankhütte vor dem Zelt und die überdachten Boxen im Zelt sollen eine „griabige und gmiatliche“ Atmosphäre erzeugen und vermitteln.

Im Programm der Bierzelttage steht die Findung einer Dultprinzessin. Im „Gstanzlbrettl“ singen sich vier bekannte Gstanzlsänger gegenseitig aus und der beste von den Vieren bekommt einen Pokal ausgehändigt. Eine gute Mischung aus traditioneller und klassischer Blasmusik sowie moderner Partymusik wird die Besucher in Stimmung bringen. Schmidt hat heuer wieder ganz neue Musikgruppen wie zum Beispiel „Tetrapack“ an Land gezogen, um die Zeltbesucher damit auch „auf die Bänke“ zu bringen. Das gehört heute schon zum guten traditionellen Ton, wie Patrick Schmidt meinte. „Goaslschnalzer“ werden bei gutem Wetter vor dem Zelt und bei schlechtem Wetter im Zelt ihre Künste zeigen.

Auf gastronomische gute Qualität legt der Festwirt großen Wert. Ca. 40 Personen sind in der Küche, vom Spüler bis zum Koch, beschäftigt und stellen für die 10 Tage schon einen fast Großbetrieb dar.

 

Um dem Festzeltgeschehen einen noch exklusiveren Touch zu geben, werden alle Mitarbeiter neu eingekleidet sein.

Patrick Schmidt ist ausgebildeter Koch und hat in Österreich bei einem Sternekoch gearbeitet und sich dadurch beruflich weitergebildet. „Mein Herz und meine Heimat sind immer noch mein Wirtshaus, die Zollhausgaststätte“. Da das Geschäft im Sommer in der Gaststätte Zollhaus etwas weniger sei, so sei das Festzelt eine wunderbare Überbrückung dieser Zeit und eine  Alternative für einen Wirt, der mit voller Begeisterung gerne seinen Beruf ausübt.

Patrick Schmidt, der inzwischen auch in Dorfen sein Zelt aufschlagen darf und hofft, auch die zwei Landshuter Dultwochen im nächsten Jahr wieder belegen zu können, ist dann mit drei Volksfestwochen stark im Geschäft. „Ich habe noch viel vor in Landshut“, meinte der Festwirt Patrick Schmidt.

 

-hjl-

 

Fotos: h.j.lodermeier

 

Bilder rund um`s Zelt:

 

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Das Bild zeigt (von links) Dultchef Benedikt Neumeier, OB Alexander Putz sowie Patrick Paparella und Louisa Wastian von der Firma MediaMeans.

PRESSEMITTEILUNG                                                                                  09.08.2019

Die Digitalisierung macht auch vor den Landshuter Dulten nicht halt: Am Freitag, also exakt zwei Wochen vor dem Beginn der Bartlmädult, gaben Oberbürgermeister Alexander Putz und Dultchef Benedikt Neumeier das Startsignal für den neuen Online-Auftritt www.dult-landshut.de. Unter dieser Adresse erfahren Interessierte ab sofort alles Wissenswerte rund um die Dulten im Allgemeinen und über die vom 23. August bis zum 1. September stattfindende Bartlmädult im Besonderen. Die von der Firma MediaMeans Landshut gestaltete Homepage informiert in modernem Design unter anderem ausführlich über das Veranstaltungsprogramm, bietet in einem detaillierten Lageplan einen Überblick über alle Fahrgeschäfte, Attraktionen und Angebote der Verkaufs- und Vergnügungsdult und weckt mit stimmungsvollen Fotos die Vorfreude auf die bevorstehenden Festtage. Vorgestellt werden außerdem die drei großen Bierzelte und ihre Betreiber: So stehen unter anderem die jeweiligen Speisekarten zum Download bereit, auch Platzreservierungen sind möglich. Und natürlich sind auch Informationen zu allen anderen Servicethemen rund um die Dult zu finden – von den Fahrzeiten der Sonderbusse „Dultexpress“ über Parkmöglichkeiten und Öffnungszeiten bis hin zu Fundsachen und Barrierefreiheit. „Viele dieser Informationen waren zwar auch bisher schon über die entsprechenden Unterseiten der städtischen Homepage abrufbar, aber gerade für Gelegenheitsnutzer nicht immer schnell zu finden“, betonte Dultchef Neumeier. „Auf der neuen Webseite haben wir nun alles Wissenswerte für unsere Besucher gebündelt.“ OB Putz zeigte sich sehr angetan vom neuen Internetauftritt: „Die Seite ist sehr ansprechend und übersichtlich gestaltet, die Orientierung ist mir daher auf Anhieb leicht gefallen. Ich hoffe, den Besuchern macht es genauso viel Spaß wie mir, dieses neue Online-Angebot der Stadt zu entdecken“, so Putz, dem es besonders die Bildergalerie mit Impressionen von den vergangenen Dulten angetan hat: „Wenn ich mich durch diese Fotos klicke, dann kann ich es kaum erwarten, bis es am 23. August wieder los geht.“ Auch dann wird der OB übrigens das Startsignal geben, und zwar mit dem Bieranstich um 18 Uhr vor dem Rathaus in der Altstadt.

 

 

 

 

DER BIERKRUG, ZEUGE DER LANDSHUTER BRAUKUNST – Erste Bierkrüge um 1500

 

Die Belegschaft, die verantwortlich war für ein gutes Bier in den Maßkrügen

 

Die Landshuter „Bartlmädult“, das traditionelle Volksfest das seit 1339 gefeiert wird, steht vor der Tür. Zahlreiche Landshuter und viele Bürgerinnen und Bürger aus der Umgebung werden nach Landshut pilgern, um sich aus einem Steinkrug, natürlich gut eingeschenkt, das kühle Bier „hinter die Binde“ zu gießen und zu genießen.

Ob bei den zahlreichen Volksfestbesuchern und Biertrinkern bekannt ist, wie sich der Bierkrug entwickelt und zu einem allseits eingesetzten Gefäß entwickelt hat?

Erste Bierkrüge um 1500

In Wissenswertes von Wikipedia ist zu lesen: Ab 1340 bis 1380 tötete die Beulenpest (der schwarze Tod) mehr als 25 Millionen Europäer. So schrecklich dieses historische Ereignis war, brachte es doch erhebliche Fortschritte in der Zivilisation. Im Zusammenhang ist sie auch verantwortlich für die Entstehung des Bierkruges mit Deckel.

Während der Sommer des späten 15. Jahrhunderts überfielen Horden von Fliegen Mitteleuropa. Damals hatten mehrere Fürstentümer im heutigen Deutschland Gesetze erlassen, dass alle Speisen und Getränke – zum Schutz der Verbraucher gegen diese schmutzigen Insekten – abgedeckt werden müssen. Jeder Becher musste abgedeckt werden und dies wurde erreicht, indem man einen aufklappbaren Deckel mit einem „Daumenlift“ anbrachte. Diese geniale Erfindung war bald auf allen Bierkrügen zu sehen, womit man sie auch mit einer Hand bedienen konnte.

Dieses Trinkgefäß-Gesetz und mehrere Gesundheitsgesetze wurden beschlossen, um die Rückkehr des Schwarzen Todes zu verhindern.

 

Landshuter Brauereien und deren Bierkrüge:

Die Landshuter Brauereien gehen meist auf das Gründungsjahr 1493 zurück in dem auch das „Landshuter Reinheitsgebot“ verkündet wurde.

Leider ging die Anzahl der Landshuter Brauereien im Laufe der Jahrhunderte stark zurück. Die Bierproduzenten von heute sind die Brauereien, wie das Landshuter Brauhaus und die Brauerei C. Wittmann.

 

-hjl-

 

Bierkrüge von ehemals Landshuter Bierbrauereien im Bild:

Wer kennt die Brauereien noch?

 

Eine fesche Bedienung war natürlich Voraussetzung, dass das Bier in den Krügen noch besser schmeckte.

 

Eine OASE der Bierseligkeit, das Gasthaus zur Eisenbahn

 

Fotos: Lodermeier

 

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