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Landrat Peter Dreier

Bildunterschrift: Landrat Peter Dreier, Geschäftsführender Vorstandsvorsitzender Jakob Fuchs, Standortvertreter Thomas Rohrmeier, Pflegedienstleitung Ina Stiller und Vorstand Prof. Dr. Johannes Schmidt (v.l.n.r.) begrüßten Dr. Robert Bütterich (vorne mitte) als neuen Chefarzt in der Schlossklinik Rottenburg.

Rottenburg. Seit Anfang Mai wird Dr. Robert Bütterich, Facharzt für Innere Medizin mit den Weiterbildungen Geriatrie und Palliativmedizin, als neuer Chefarzt der Schlossklinik Rottenburg eingearbeitet. Am vergangenen Freitag wurde der neue Chefarzt von Landrat Peter Dreier, Jakob Fuchs, geschäftsführender Vorstandsvorsitzender der LAKUMED Kliniken, Vorstand Prof. Dr. Johannes Schmidt sowie Standortvertreter Thomas Rohrmeier und Pflegedienstleitung Ina Stiller offiziell begrüßt.

„Die Schlossklinik Rottenburg mit ihrer Reha und Geriatrie ist ein wichtiges Standbein für die Versorgung älterer Patienten in der Region Landshut“, sagte Landrat Peter Dreier. „Die erste bayerische Klinik für Geriatrische Rehabilitation wurde 1994 gegründet und genießt einen überregional herausragenden Ruf“, so Fuchs. Landrat Dreier und Jakob Fuchs freuten sich, mit Dr. Robert Bütterich einen jungen neuen Chefarzt begrüßen zu dürfen, der sich mit großem Interesse den älteren Patienten widmen und neuen Schwung in die Schlossklinik bringen wird. „In meinen ersten zwei Wochen an der Schlossklinik habe ich viele freundliche und motivierte Mitarbeiter kennen lernen und die familiäre Atmosphäre in diesem schönen Ambiente spüren dürfen“, sagte Dr. Bütterich.

Vor 15 Jahren wurde das Interesse des Internisten für den Fachbereich Geriatrie geweckt. Mit viel Empathie und Leidenschaft widmet sich Dr. Bütterich den Symptomen und Bedürfnissen der älteren Patienten und behält dabei stets den Menschen in seiner Gesamtheit im Blick. Wichtig ist ihm der persönliche Kontakt mit dem Patienten. „Im hohen Alter verursachen Verletzungen und akute Krankheiten häufig bedrohliche Situationen und das gesamte Lebensgefüge wird derangiert“, so Dr. Bütterich. Die Rehabilitanden auf diesem beschwerlichen Weg zu begleiten und ihre Selbständigkeit und Selbsthilfemöglichkeit zu verbessern, stellt die Motivationsgrundlage dar – nach dem Grundsatz: Es gibt keine „Spitzenmedizin“ ohne Rehabilitation. Verschlechtert sich der Zustand eines schwerkranken älteren Menschen zunehmend, sollte jedoch auch ein Sterben mit Achtung und Würde ermöglicht werden.

Nach mehreren Jahren in der Akutgeriatrie und fünf Jahren im Bereich der Rehabilitation entschied sich Dr. Bütterich für eine neue Herausforderung. „Die Schlossklinik Rottenburg hat einen exzellenten Ruf und ein noch eindrücklicheres Ambiente“, sagt er. „Gemeinsam mit dem Team möchte ich mich den Herausforderungen des neuen Jahrzehnts stellen und qualitativ das abbilden, was das Haus an Möglichkeiten bietet – und das auf möglichst stabilen ökonomischen Beinen.“ Wichtig ist dem neuen Chefarzt die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern: „Die Geriatrie lebt von den Mitarbeitern und daher sollte diese Ressource ganz besonders gepflegt werden.“

Bildquelle: LAKUMED Kliniken

Bildtext: Oberbürgermeister Alexander Putz und Landrat Peter Dreier analysieren gemeinsam mit dem Ärztlichen Leiter der Führungsgruppe Katastrophenschutz, Jürgen Königer, den Verlauf der stationär behandelten COVID-Patienten in der Region.

 

 

Wichtiges Etappenziel in der Region Landshut erreicht

Landrat und Oberbürgermeister appellieren, Ausgangsbeschränkungen unbedingt weiter zu beachten

 

„Flatten the curve“, also das „Abflachen“ der Zahl an Corona-Infektionen, um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten – das ist das oberste Ziel von Bundes- und Staatsregierung, um dieser Pandemie begegnen zu können. Auch Landrat Peter Dreier und Oberbürgermeister Alexander Putz haben sich das für die Region Landshut zur Aufgabe gemacht – und können einen Zwischen-Erfolg verzeichnen: Die Entwicklung der Zahlen stationär behandelter COVID-Patienten in den regionalen Krankenhäusern gibt leisen Grund zur Hoffnung. Denn sie decken sich mit dem erhofften Verlauf, an den regionalen Kliniken waren bisher stets noch Kapazitäten frei.

Jürgen Königer, der Ärztliche Leiter der Führungsgruppe Katastrophenschutz, wertet täglich die aktuellen Abfragen aus, die die Kliniken in das zentrale Erfassungsprogramm IVENA befüllen. Dabei wird deutlich, dass die „Normalbetten“ für Corona-Patienten einer deutlich größeren Schwankung unterliegen: Die Kliniken testen vorsorglich alle Patienten mit einem Atemwegsinfekt, ob doch eine Corona-Erkrankung vorliegt. Bis das Testergebnis vorliegt, bleibt der Patient auf dieser Station. Bei den Intensivbetten gestaltet sich die Situation etwas anders: „Hier wird deutlich, dass die Patienten meist über einen längeren Zeitraum intensivmedizinisch betreut werden müssen“, stellt Königer fest.

„Unsere Kliniken leisten hervorragende Arbeit“, stellten Landrat Peter Dreier und Oberbürgermeister Alexander Putz fest. Sie zeigten sich erleichtert, dass die Ausgangsbeschränkungen offenbar die erhoffte Wirkung erbringen und ein wichtiges Etappenziel erreicht wurde. Zugleich warnten sie aber, sich auf den bisherigen Erfolgen auszuruhen: „Wir dürfen diese hoffnungsvollen Entwicklungen nicht aufs Spiel setzen, indem wir vorschnell wieder zum Normalbetrieb wie vor der Krise übergehen. Eine vorsichtige und dafür nachhaltige Öffnung ist die beste Lösung.“ Deshalb appellieren Dreier und Putz, sich bereits jetzt an die anstehende Maskenpflicht zu halten, auch wenn sie offiziell erst ab Montag gilt. Und trotz Maske: „Sie ersetzt nicht den Mindestabstand und das regelmäßige Händewaschen.“ Das gilt auch für die Ausgangsbeschränkungen, die weiter unbedingt befolgt werden müssten.

Dem Ärztlichen Leiter Königer sprachen Landrat und Oberbürgermeister ihren großen Dank aus: „Er ist quasi permanent im Einsatz und koordiniert, wertet aus und entwickelt Strukturen, damit das regionale Gesundheitssystem trotz dieser schwierigen Zeit stets voll einsatzfähig bleibt. Er ist ein enorm wichtiger Mittler zwischen den Kliniken, der Verwaltung und den Rettungsdiensten. Seine große Erfahrung in diesem Bereich ist für uns wirklich Gold wert.“ Ihren Dank richteten sie zusätzlich an alle, die täglich alles geben, um diese Krise bewältigen zu können – Ärzte, Pflegepersonal, Verwaltung, freiwillige Helfer, Handel, Wirtschaft und noch viele mehr: „In diesen Krisenzeiten müssen wir mehr denn je zusammenhalten – jetzt und auch in Zukunft.“

In der Region Landshut wurden bisher 863 Corona-Infektionen festgestellt. Die Zahl der Kontaktpersonen liegt bei 2 486. Bisher sind 28 Infizierte, bei denen ein Zusammenhang mit COVID19 möglich ist, verstorben (Stand: 24.04.2020, 11.00 Uhr). Die Anzahl der nachgewiesenen Infektionen bildet das gesamte Geschehen seit der KW11 ab, als der erste Corona-Fall in der Region nachgewiesen wurde. Zwischenzeitlich Genesene und aus der häuslichen Quarantäne entlassene Personen (577 insgesamt) sind noch in der Summe enthalten.

Derzeit werden in den Krankenhäusern in der Region 42 Patienten stationär behandelt, die mit dem Corona-Virus infiziert sind, hinzu kommen 15 die intensivmedizinisch betreut werden müssen (Beatmung und Intermediate Care-Betten (IMC)) (Stand: 24.04.2020, 10.00 Uhr).

 

Fotos: Landkreis Landshut

„Einfach einmal Danke sagen“

Landrat Peter Dreier würdigt Engagement im Kampf gegen das Corona-Virus

 

Seit mehreren Wochen bestimmt nun das Corona-Virus bereits den Alltag – im beruflichen wie auch privaten Bereich ist das Virus allgegenwärtig. Indexfälle, Ausgangsbeschränkungen, Testabstriche sind Begriffe, die uns ständig begleiten.

„Auch wenn der Kampf noch lange nicht ausgestanden ist, möchte ich jede Gelegenheit nutzen, um Danke zu sagen“, erklärt Landrat Peter Dreier. So lobt er vor allem auch die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes, die seit Wochen jeden Tag von früh bis spät im Haus oder auf Außendienst sind, Kontaktpersonen ermitteln, über Testergebnisse informieren und ggf. Quarantänemaßnahmen aussprechen und vieles mehr leisten. Denn auch wenn dem Gesundheitsamt bereits einige Kräfte zugewiesen wurden, ist die „Kern-Mannschaft“ dennoch weiter besonders gefordert. Deshalb bittet der Landrat im Namen der Mitarbeiter auch um Verständnis, wenn nicht jede Bescheinigung sofort ausgestellt werden kann oder womöglich etwas Wartezeiten entstehen. Seit Beginn des Infektionsgeschehens vor rund vier Wochen wurden in Stadt und Landkreis Landshut insgesamt 711 Corona-Infektionen festgestellt, davon sind bereits 224 wieder genesen und konnten die häusliche Quarantäne verlassen. Die Zahl der Kontaktpersonen liegt bei 2.799. 21 Personen sind verstorben, bei denen ein Zusammenhang mit dem Corona-Virus möglich ist. (Stand: 09.04.2020, 17.00 Uhr)

Die Führungsgruppe Katastrophenschutz hat nach dem Feststellen des Katastrophenfalles ihre Arbeit genommen und ist mittlerweile jeden Tag rund um die Uhr besetzt. Im Mehrschichtbetrieb kümmern sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um die Dokumentation der Lage, akquirieren Material, werten Bedarfsabfragen aus, teilen die freiwilligen Helfer ein. „Diese Arbeit verlangt unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die normalerweise in den unterschiedlichsten Bereichen im Landratsamt tätig sind, viel ab – deshalb gilt allen mein Dank, die sich hier einbringen und großartige Unterstützung leisten.“ Denn die Vorräte an Schutzmasken, Kittel und Handschuhe müssen gut geplant werden, damit die medizinischen und pflegerischen Bereiche weiter mit diesen wichtigen Schutzgütern versorgt werden können.

Eine wichtige Rolle kommt auch den Örtlichen Einsatzleitern zu, die das zentrale Materiallager im Landkreis verwalten und die Feuerwehrkräfte koordinieren. Denn die Schutzausrüstung wird an einem Punkt im Landratsamt angeliefert und von dort aus durch die helfenden Hände der Feuerwehrler vor Ort an die Alten- und Pflegeheime bzw. Arztpraxen verteilt. „Egal ob am Abend oder am Wochenende – auch hier sind unsere Feuerwehrkräfte allzeit bereit und helfen, wo sie nur können“, lobt Dreier diesen Einsatz.

Das große bürgerschaftliche Engagement spiegelt sich nicht nur bei den Feuerwehren wieder: Viele ehrenamtliche Unterstützergruppen haben sich in den Gemeinden bereit erklärt, die Corona-Risikogruppen zu unterstützen, sei es als ehrenamtliche Einkaufshilfen oder das Nähen von Mund- und Nasenmasken. Die vom Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger bereit gestellten Vlies-Rollen werden vom Landkreis geschnitten an die Gemeinden geliefert, die diese entweder an lokale Nähereien als Auftrag vergeben können oder sie anderen fleißigen Näherinnen zur Verfügung stellen können. Die selbstgenähten Masken eignen sich zwar nicht zur Verwendung im medizinischen Bereich, damit könnten aber beispielsweise auch an die Erzieherinnen in den Kindertagesstätten oder das Supermarkt-, Bäcker- oder Metzgereipersonal bedacht werden. Die Stoff-Zuschnitte werden Mitte kommender Woche (Mittwoch/Donnerstag) an die Gemeinden geliefert.

Die Corona-Krise trifft auch die regionale Wirtschaft sehr hart. Trotz allem haben viele Firmen reagiert und sich eingebracht, um dem Material-Engpass bei Schutzausrüstung und Desinfektionsmittel entgegen zu wirken. Seien es die Spenden von Alkohol, das Mischen von Desinfektionsmitteln, die Bereitstellung von Schutzmaterial oder das wichtige Vermitteln von Zulieferern: „Die regionalen Firmen haben keine Mühen gescheut, uns in dieser schwierigen Situation zu unterstützen. Das beweist ein weiteres Mal, wie tief verwurzelt diese Firmen auch in unserer Region sind“, zeigt sich Dreier dankbar.

„Systemrelevant“ ist einer der Begriffe, die durch die Corona-Krise einen neuen Stellenwert bekommen haben. Seien es die Mitarbeiter in den Altenheimen, Supermärkten, LKW-Fahrer und alle, die in ihren Firmen eisern die Stellung halten: „Ihr haltet den Betrieb unserer Gesellschaft am Laufen“, zeigt sich Dreier anerkennend. Denn Zusammenhalten ist das Gebot der Stunde.

Die ambulante Versorgung der Bevölkerung zu sichern ist vor allem in diesen Zeiten eine besondere Herausforderung für die niedergelassenen Ärzte, die nicht nur durch das Infektionsgeschehen in besonderem Maße belastet sind. Die Schwerpunktpraxis im Rosenhof in Ergolding soll eine Entlastung bieten – sie ist auch über das Osterwochenende täglich von 9.00 bis 12.00 Uhr und von 15.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Hier werden ausschließlich Patienten mit Atemwegsinfekten behandelt. Die Betroffenen sollen sich unbedingt zuvor unter Tel. 0871 9758080 anmelden und bestenfalls bereits mit einer eigenen Mund-Nasen-Maske in die Praxis kommen. Hier können im Bedarfsfall auch Test-Abstriche von konkreten Verdachtsfällen genommen werden. Die Screeningstation am Landshuter Messegelände ist sowohl am Karfreitag als auch am Ostermontag von 10.00 bis 15.00 Uhr besetzt. Am Samstag und Ostersonntag ist sie geschlossen. Hier können weiter Zuweisungen über die Hotline 116 117 oder über das Bürgertelefon des Landkreises vorgenommen werden.

Eine wertvolle Unterstützung bildet auch das medizinische Bürgertelefon von Stadt und Landkreis Landshut, bei dem Ärzte im Ruhestand besorgte Bürgerinnen und Bürger individuell informieren und beraten. „In den ersten Wochen, aber auch jetzt helfen die Mediziner uns enorm, da sie mit ihrem Sachverstand die vielen Fragen unserer Bevölkerung in diesem so sensiblen Bereich beantworten können. Ein herzliches Vergelt’s Gott für dieses Engagement!“, so Dreier. Das Bürgertelefon macht über das Osterwochenende Pause: Ab Dienstag sind die Mediziner wieder von 10.00 bis 12.00 Uhr und von 14.00 bis 16.00 Uhr an den Telefonen. Die Nummern des Bürgertelefons: Tel. 0871 408-1805, -1806, -1807.

Seinen großen Dank richtet Dreier auch an die Belegschaft der regionalen Kliniken, das Pflegepersonal, die Ärzte und alle Verantwortlichen, die seit Wochen rund um die Uhr im Einsatz sind: „Sie haben alle Hebel in Bewegung gesetzt, um Kapazitäten zu schaffen, damit sowohl die Covid-Patienten mit schwerem Verlauf als auch die medizinische Versorgung aller Notfälle und Patienten weiter gesichert ist.“ Derzeit melden die Kliniken in der Region weiterhin stabile Zahlen – so befinden sich derzeit 75 Personen in stationärer Behandlung. Hinzu kommen 19 Patienten, die intensivmedizinisch betreut werden müssen (Stand: 09. April 2020, 10.00 Uhr). Die Zahlen sind seit einigen Tagen stabil, was Landrat Dreier verhalten positiv stimmt: „Die Ausgangsbeschränkungen zeigen offenbar Wirkung. Deshalb bitte ich alle nochmals inständig, sich auch über das Osterwochenende an die Ausgangsbeschränkungen zu halten. Sie können das schöne Wetter natürlich für Spaziergänge mit der engsten Familie draußen nutzen. Doch bitte besuchen Sie keine Verwandten oder laden Freunde zu sich ein. Auch wenn es schwerfällt – aber wir müssen jetzt diszipliniert bleiben, damit wir die Ausbreitung des Virus weiter eindämmen können.“

Der Landkreis Landshut informiert täglich aktuell über das Infektionsgeschehen in der Region: Auf dem Facebook-Account (@LandkreisLandshut), auf Instagram (@landkreis.landshut) und auf der Homepage www.landkreis-landshut.de.

 

Foto: Landkreis Landshut

Bildtext: Freuten sich über die erfolgreiche Kooperation: Mipa Vorstände Klaus Fritzsche, Markus Fritzsche, Dr. Uwe Rohr und Robert Jungwirth (hintere Reihe, v.l.n.r.) sowie stellv. bayr. Ministerpräsident Hubert Aiwanger (vordere Reihe, l.) und Landrat Peter Dreier (vordere Reihe, r.).

 

Coronavirus: MIPA hilft mit Desinfektionsmitteln

In Zeiten der Corona-Krise sind Desinfektionsmittel ebenso knapp wie wichtig. Um die Versorgung der Gesundheitsbranche sicherzustellen, füllt die MIPA SE als einer der größten Lack- und Farbenhersteller in Deutschland Desinfektionsmittel im Auftrag der bayerischen Staatsregierung ab.

An drei Standorten der Mipa Gruppe arbeiten die Anlagen seit kurzem nicht mehr ausschließlich für die Abfüllung von Lacken für die Autoreparatur, industrielle Anwendungen, Holzoberflächen oder Bauten, sondern werden für eine andere Art von Produkt genutzt: Desinfektionsmittel. Angesichts der zunehmenden Ausbreitung des Coronavirus wurde diese Aktion in Zusammenarbeit mit ausgewählten Großunternehmen der Region von stellvertretendem bayerischen Ministerpräsidenten Hubert Aiwanger und Landrat Peter Dreier initiiert.

Am Donnerstag, den 2. April 2020 hat der erste LKW mit knapp 20.000 Liter Desinfektionsmittel den Hauptsitz der MIPA SE in Essenbach verlassen. Seit Anfang des Monats wurden mittlerweile bereits 100.000 Liter an die Sammelstation in München versendet. Dort werden die Vorräte dann an diejenigen verteilt, auf die es jetzt besonders ankommt – Krankenhäuser, Hilfsdienste und andere wichtige Organisationen. Aktuell werden am Hauptsitz der Mipa Gruppe im niederbayerischen Essenbach sowie an den zur Unternehmensgruppe gehörenden Produktionsstandorten in Regensburg und Landshut dafür täglich ein bis zwei Lastwägen mit Desinfektionsmittel in 5- und 10-Liter-Gebinden beladen. Möglich wäre auch noch einiges mehr, wenn die Rohstoffe verfügbar sind. Aktuell erfolgt die Abfüllung neben den üblichen laufenden Produktionen, wobei bei Bedarf hierfür auch die eigene Produktion eingeschränkt würde.

Die MIPA SE kann so als eines der wenigen für die Abfüllung von Desinfektionsmitteln in diesen Größenordnungen geeigneten Unternehmen einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Verfügbarkeit der dringend benötigten Ressourcen leisten. Die technischen Voraussetzungen für eine Großaktion dieser Art sind bei MIPA bereits gegeben: Moderne Maschinen und Anlagen, Personal, das im Umgang mit Gefahrgütern geschult ist, sowie die entsprechende Logistik. Dieses Projekt zeigt, dass schnelle und unbürokratische Zusammenarbeit in der heutigen Lage wichtiger ist denn je.

 

Foto: MIPA

FREIE WÄHLER-Stadtratsfraktion bei Landrat Peter Dreier

Am Donnerstag, den 5.3.20, besuchten Mitglieder der Stadtratsfraktion der FREIEN WÄHLER Landrat Peter Dreier.

Es ging darum, gemeinsam Möglichkeiten der Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen Stadt und Landkreis Landshut und die Entwicklung der Region auszuloten.

Ohne Wenn und Aber war man sich darüber einig, dass Stadt und Landkreis nur als eine gemeinsame Region auftreten sollten, um in Konkurrenz zu anderen Regionen nicht ins Hintertreffen zu geraten.

Stadt und Landkreis entwickeln sich derzeit sehr schnell, und die hieraus sich ergebenden Chancen müssen ergriffen werden.

So kann z.B. ein Verwaltungsgericht Landshut doch noch verwirklicht werden, wenn man die Bayerische Staatsregierung davon überzeugen kann, dass die Region Landshut ungleich bessere Voraussetzungen für ein derartiges Gericht bietet, als der weit abgelegene Standort Freyung.

Die Reisewege für Parteien und ihre Prozessvertreter sowie sonstige Verfahrensbeteiligte würden auf diese Weise entscheidend vereinfacht.

Zudem sollte berücksichtigt werden, dass sich für ein Verwaltungsgericht Freyung kaum ehrenamtliche Richter aus dem westlichen Teil Niederbayerns zur Verfügung stellen dürften.

Gemeinsam sollte auch versucht werden, einen Universitätsstandort in die Region zu bringen. Sei es als Fraunhoferinstitut oder als Teil-Universität. Hier ist die Region Landshut aktuell massiv benachteiligt.

Zukunftsträchtig erscheinen insbesondere die Entwicklung der Wasserstofftechnologie in der Region oder auch die Medizintechnik.

Stadt und Landkreis sollten auch gemeinsam ein Entwicklungskonzept einschließlich Verkehrsstrategie entwickeln.

Ein wesentliches Thema in der Besprechung war zudem die weitere Zukunft der Kommunalen Krankenhäuser. Landrat Peter Dreier und die Stadträte vertraten hier einhellig die Ansicht, dass zwischen Klinikum und LAKUMED Kooperationen anzustreben sind, wo immer dies für beide Häuser einen Vorteil bringt.

 

Foto: FREIE WÄHLER

Tiertransporte: Landes- und Kreisbehörden sind und bleiben zuständig

Bundeslandwirtschaftsministerium und MdB Oßner widersprechen Landrat Dreier

 

Der Bundestagsabgeordnete Florian Oßner (CSU) widerspricht entschieden dem Vorwurf von Landrat Peter Dreier (Freie Wähler), dass der Bund tatenlos unzulässige Tiertransporte in Länder außerhalb der Europäischen Union duldet. „Wer der Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner unterstellt, dass sie kein Interesse daran hätte, nicht vorschriftsmäßige Tiertransporte zu unterbinden, der verdreht schlichtweg die Tatsachen“, sagt Oßner, der die Region auch als stellvertretendes Mitglied im Landwirtschaftsausschuss des Bundestages vertritt.

Der Bund arbeite daran, die Bundesländer mit einer Datenbank mit Informationen über die Bedingungen auf internationalen Transportrouten zu unterstützen. „Aber zuständig für die Prüfung und Genehmigung der Tiertransporte sind und bleiben die verantwortlichen Behörden der Länder, also auch das Landratsamt Landshut. Es ist abermals ein Versuch, eigene Verantwortung auf andere politische Ebenen, vor allem auf den Bund, abzuschieben.“

Laut Bundeslandwirtschaftsministerium wird die Datenbank für Tiertransporte derzeit aufgebaut. Dafür sei eine Bund-Länder- Arbeitsgruppe eingerichtet worden. Das Bundesministerium frage bei betroffenen Ländern wie Russland und Usbekistan die Daten zu geeigneten Versorgungsstellen entlang der Routen ab, damit die Behörden beurteilen können, ob die Tiere auf dem Weg angemessen behandelt werden. Vor allem aber sei es Aufgabe der Landesstellen, die Informationen einzubringen, die ihnen durch die langjährige Genehmigungspraxis vorliegen.

Denn die Bundesländer mit ihren Veterinärämtern vor Ort in den Landratsämtern sind für die Genehmigung oder Ablehnung von Tiertransporten in Drittstaaten zuständig, wie Oßner erklärt. „Verfassungsrechtlich kann der Bund diese Aufgabe überhaupt nicht übernehmen. Es wäre auch praktisch nicht durchführbar, weil eine Inaugenscheinnahme von Tieren, Transportmitteln und Unterlagen nur durch lokale Veterinäre möglich ist – nicht aus Berlin und schon gar nicht aus Brüssel.“ Auch die vom Landshuter Landrat geforderte EU-weite Verordnung für ein einheitliches europäisches Vorgehen gebe es bereits.

„All das hat Bundesministerin Klöckner schon im Oktober 2019 in einem persönlichen und ausführlichen Schreiben an Landrat Peter Dreier mitgeteilt, das auch mir vorliegt. Von Totschweigen kann also keine Rede sein“, so Oßner enttäuscht über das Vorgehen des Landrats. „Zudem hätte er jederzeit persönlich auf mich direkt zugehen können, unter Kollegen im Kreistag wäre das der einfachste Weg. Vielmehr drängt sich hier der Verdacht auf, dass mit einem wiederholten und immer wiederkehrenden Aufreger Kommunalwahlkampf gemacht werden soll, ohne selbst eigene Akzente zu setzen. Die Leidtragenden sind – wie so häufig – unsere Landwirte.“

 

Bildquelle:  Julia Klöckner: BPA / Steffen Kugler

 

Bildtext: Seit 2017 trifft der Landkreis Landshut Vorsorge-Maßnahmen gegen die Afrikanische Schweinepest. Dazu gehören auch Informationstreffen im Landratsamt, am Podium, von links: die Veterinärin Dr. Manuela Behnke, der Leiter des Veterinäramts Dr. Manfred Kurpiers, Landrat Peter Dreier, die Juristin und Leiterin der Abteilung Öffentliche Sicherheit und Ordnung Julia Wasmeier und Martin Fäth von der Unteren Jagdbehörde am Landratsamt Landshut.

Was getan werden kann, wird unternommen

Afrikanische Schweinepest: Landrat Peter Dreier rief  erneut Fachkräfte zusammen

 

Gut 50 Vertreter der Jägerschaft, der Landwirtschaft sowie der Polizei und der Hilfsorganisationen nahmen an dem Treffen im Großen Sitzungssaal des Landratsamts teil.

 Niemand kann wissen, ob, wann und unter welchen Umständen die Afrikanische Schweinepest (ASP) auch nach Deutschland übergreifen kann: Der Landkreis Landshut trifft daher unter Federführung von Landrat Peter Dreier und von Fachleuten des Veterinäramts seit Jahren vorbeugende Maßnahmen. Dazu gehören auch wiederkehrende Informations-Treffen mit Einsatz- und Fachkräften, von Vertretern der Jägerschaft, der Landwirtschaft über Polizei-Beamte bis zu Feuerwehrleuten – also mit denjenigen, die im Ernstfall unverzüglich und sachkundig Hand in Hand arbeiten müssen, um die Schäden so gering zu halten wie möglich.

Auch diesmal kamen über 50 Repräsentanten dieser Gruppen zu einem dieser Treffen, die dem Meinungs- und Erfahrungsaustausch sowie der Diskussion der aktuellen Lage dienen. Die Schweinepest ist den Grenzen Deutschlands sehr nahegerückt, resümierte Landrat Dreier zu Beginn der Veranstaltung im Großen Sitzungssaal des Landratsamts: Im Januar sind 20 Kilometer von der brandenburgischen und zwölf Kilometer von der sächsischen Grenze entfernt in Polen infizierte Wildschwein-Kadaver gefunden worden.

Landkreis trifft seit Jahren Vorsorge-Maßnahmen

Das zeige, wie richtig und wichtig es war und ist, dass der Landkreis Landshut bereits seit Jahren auf Vorsorge-Maßnahmen setzt, betonte Dreier: Er erinnerte daran, dass das Landratsamt zum Beispiel zusammen mit Mitarbeitern weiterer Behörden unter realistischen Bedingungen in einem Wald eine Übung für die Bergung von Wildschwein-Kadavern durchgeführt hat.

In den Kreisbauhöfen in Rottenburg und Vilsbiburg sowie im Bauhof des Marktes Ergoldsbach hat der Landkreis spezielle Entsorgungstonnen für Wildschwein-Abfälle aufgebaut und zusätzlich sind mobile Desinfektions-Stationen angeschafft worden. Zudem sind, wie Dreier ausführte, an den vier Rastplätzen, die es an den Kreisstraßen gibt, Abfalltonnen aufgestellt worden: Die sind so gesichert, dass Wildschweine und andere Tiere sie nicht umstoßen können.

ASP-Warnhinweise in mehreren Sprachen

An den Rastplätzen sind außerdem Schilder aufgestellt, auf denen in mehreren Sprachen gewarnt wird vor der Gefahr der Übertragung der Tierseuche ASP durch achtlos weggeworfene Lebensmittel. Wie reell gerade diese Gefahr ist, das zeigen die ASP-Fälle in Belgien, die entlang vielbefahrener Straßen verzeichnet worden sind: Offenbar hatten hier Menschen mit dem ASP-Virus kontaminierte Reste ihres Reiseproviants weggeworfen und die wurden dann von Wildschweinen gefressen.

Auch bei einer weiteren Übung kürzlich im Landratsamt ist man von einem solchen Szenario ausgegangen, legte die Tierärztin Dr. Manuela Behnke dar, die Leiterin des Sachgebiets Tiergesundheit am Veterinäramt. Auch an dieser Übung waren Vertreter verschiedener Behörden und der Rettungsdienste beteiligt. Ausgangspunkt war „die berühmte Wurstsemmel“ (Dr. Behnke), mit ASP-Viren infizierter Wurst und weggeworfen am Rand der Autobahn, die dann von einem Wildschwein gefressen wird, das alsbald verendet.

Bei der Übung wurden eine Restriktionszone mit einem Radius von 15 Kilometer sowie eine Pufferzone eingerichtet, die im simulierten Fall einen Durchmesser von 45 Kilometer hatte. Es sei klar, dass da schnell mehrere Landkreise und Regierungsbezirke betroffen sind.

Tödlich für Schweine, ungefährlich für Menschen

Die Veterinärin Dr. Behnke und der Leiter des Veterinäramts, Dr. Manfred Kurpiers, schärften den Zuhörern erneut einige Kernpunkte der ASP-Misere ein: Das ASP-Virus ist hochinfektiös, auch in freier Natur und der Witterung ausgesetzt sehr widerstandsfähig und verliert selbst in Lebensmitteln, die erhitzt oder eingefroren worden sind, lange Zeit nicht sein Ansteckungs-Potential.

Für den Menschen und seine Haustiere ist der Krankheitserreger ungefährlich – außer eben für das Hausschwein. Während der Mensch die besagte Wurstsemmel und alle anderen Schweinefleisch-Produkte konsumieren kann, ohne zu erkranken, endet eine ASP-Infektion für Wild- wie Hausschweine in aller Regel mit dem qualvollen Tod.

Großes Problem: Mensch als Virus-Überträger

Ein großes Problem stellt der Mensch als Überträger des Virus dar, legten die Fachleute dar: Landwirte, die Schweine halten, müssten zum Beispiel unbedingt nach der Waldarbeit Kleidung und Stiefeln wechseln, wenn sie in den Stall gehen. Und für den Ernstfall gelte, dass zum Beispiel Feuerwehrleute, die aus beruflichen Gründen oder sonst wie in Berührung mit Schweinen kommen, nicht bei Einsätzen zur Bekämpfung der ASP-Seuche eingesetzt werden können.

Die Bedeutung der strikten Einhaltung von Hygiene-Maßnahmen unterstrichen auch die Abteilungsleiterin Julia Wasmeier (Öffentliche Sicherheit und Ordnung) sowie Martin Fäth von der Unteren Jagdbehörde am Landratsamt, die mehr die rechtlichen Aspekte eines ASP-Ausbruchs beleuchteten. Fäth legte dar, dass verendete oder erlegte kranke Wildschweine sofort dem Landratsamt Landshut gemeldet werden müssen.

Nachtsichtgeräte: Amt erteilt Genehmigungen

Um die Bejagung und damit Dezimierung der Schwarzwild-Bestände zu fördern, fährt das Landratsamt Landshut eine großzügige Praxis bei der Genehmigung von Nachtsichtgeräten für Jäger. Alles, was an Vorsorge-Maßnahmen getroffen werden könne, müsse unternommen werde, sagte Landrat Dreier: Wenn die ASP ausbreche, sei ohnehin „die Hölle los“ und der zu befürchtende wirtschaftliche Schaden für die Region unkalkulierbar hoch.

Auf den Aspekt des wirtschaftlichen Schadens ging in der Diskussion auch Georg Sachsenhauser ein, der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes (BBV): Er warnte davor, diese Gefahr zu unterschätzen: Nicht nur Schweinehalter wären betroffen, sondern etwa im Fall von Verboten, manche Ernten einzubringen, auch Rinderbetriebe und andere Landwirte.

Einen Lichtblick gibt es bei dem ganzen Problem, auf den Dr. Kurpiers hinwies: In der Tschechischen Republik habe man einen Infektionsherd völlig auslöschen können und damit weitere Gefahren gebannt. Nach der ersten Information hätten die Tschechen besonnen die richtigen Schritte eingeleitet: Ein Waldareal wurde eingezäunt, zunächst ein Jagdverbot verhängt, um die Wildschweine nicht zu beunruhigen, und danach wurden alle noch nicht an der Tierseuche verendeten Wildschweine getötet.

 

Fotos: Landratsamt Landshut

 

„Unrecht wird weiter totgeschwiegen“

Landrat Peter Dreier übt massive Kritik an Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner

 

Vor gut einem Jahr war für Landrat Peter Dreier und das Landshuter Veterinäramt das Fass übergelaufen: Sie hatten den Transport einer trächtigen Kuh aus dem südlichen Landkreis Landshut ins tausende Kilometer entfernte Usbekistan verhindert, indem sie die dafür nötigen Vorzeugnisse nicht ausgestellt hatten. Sie haben den Tieren somit eine tagelange, über alle Maßen qualvolle Fahrt mit unzureichender Versorgung erspart, um dann unter Bedingungen geschlachtet zu werden, die in keiner Weise mit europäischen Tierschutz-Standards vereinbar sind.

Einen runden Tisch, eine Liste mit Ländern, in denen keine Tiere aus Bayern mehr exportiert werden sollten, und das Versprechen, eine Datenbank mit kompatiblen Transportrouten aufzubauen später – und dennoch werden bayerische Rinder weiter auf eine aussichtslose Odyssee ins Ausland geschickt. Das beweist die Anfang Februar auf ZDF ausgestrahlte Reportage der Reihe „37°“, bei der anhand von Ohrmarken nachgewiesen werden konnte, dass oberbayerische Rinder über Tage nach Nordafrika transportiert wurden – mit einem tausende Kilometer langen Umweg über Osteuropa, damit die Tiere neu deklariert werden konnten.

Landrat Peter Dreier zeigte sich fassungslos angesichts dieser neuen Bilder und der Tatsache, dass die EU- und Bundespolitik weiterhin tatenlos dieses Unrecht duldet. Er hatte bereits in der Vergangenheit mehrfach an Bundes-Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner appelliert, endlich bundeseinheitliche Regelungen auf den Weg zu bringen – „doch dieses Unrecht wird weiter totgeschwiegen“, kommentiert Dreier enttäuscht.

Dass seitens des Bundes überhaupt keine Bereitschaft besteht, nach Lösungen zu suchen, bestürzt Dreier noch viel mehr: „Ich habe die Ministerin zu uns eingeladen, um mit den Praktikern vor Ort nach Lösungen zu suchen. Doch es kam lediglich eine lapidare Absage, Frau Klöckner sei zu sehr eingespannt.“

Denn dass weiter allein einige bayerische Landkreise die gesetzliche und moralische Verpflichtung zur Wahrung des Tierschutzes durchsetzen, kann nicht das Ergebnis eines monatelangen Prozesses sein, bei dem die Ministerien „klare bundesweite Rahmenbedingungen bei Tiertransporten in Drittstaaten“ – so der Wortlaut eines Beschlusses der Bundes-Agrarministerkonferenz – erarbeiten wollten. Vielmehr braucht es auch ein einheitliches europäisches Vorgehen, wie dieser geschilderte Fall oberbayerischer Rinder eindrücklich zeigt: „Solange nicht die EU-Mitgliedsländer in dieser Frage an einem Strang ziehen, werden die Transporteure immer wieder Schlupflöcher und Ausweichmöglichkeiten finden, um diese für sie lukrativen Transporte weiter durchzuführen“, erklärt Landrat Dreier.

Dabei unterstreicht er erneut, dass seine Kritik sich gegen das System richtet, dass es offenbar profitabler ist, Rinder über tausende Kilometer zu transportieren, anstatt sie vor Ort zu vermarkten. „Es kann auch nicht im Interesse der Landwirtschaft und der Landwirte sein, hochwertige Produkte zu produzieren, um sich dann darauf einlassen zu müssen, dass der Profit über das Wohl der Tiere gestellt wird und damit der qualitativ hohe Standard, den unsere Landwirtschaft zu bieten hat, untergraben wird. Wir dürfen nicht zulassen, dass in der öffentlichen Meinung ein ganzer Berufsstand dafür büßen muss.“ Aus Gesprächen mit vielen Landwirten könne er berichten, dass diese seine Position stützen und ebenfalls diese unwürdigen, überlangen Transporte verurteilen. Der Landkreis Landshut hat sich deshalb im Zuge seines Regionalmanagements auch zur Aufgabe gemacht, die Direktvermarktung regionaler Produkte weiter zu unterstützen.

 

Foto: Landratsamt Landshut

Bildtext: Einhellige Meinung der beteiligten Behörden: Im Landkreis Landshut soll ein Pilotprojekt zur Separierung von Gülle

 

Aus eins mach zwei

Landrat Peter Dreier initiiert Pilotversuch zur Separierung von Gülle

 

Erhöhte Nitratwerte im Grundwasser, Sorgen vor der Einführung der neuen EU-Gülleverordnung, drohende strenge Reglementierungen: Viele Landwirte blicken zweifelnd in die Zukunft. Vor allem die geplante neue EU-Düngeverordnung hat auch in der Region Landshut für viel Diskussionsstoff gesorgt, gehören doch manche Gemeinden bereits jetzt zu den besonders betroffenen Gebieten, die mit starken zeitlichen und mengenmäßigen Einschränkungen bei der Gülleausbringung rechnen müssen.

Die Grundwasserbelastung durch erhöhte Nitratwerte ist für Landrat Peter Dreier schon seit vielen Jahren ein Thema, so hat er auch als ehemaliger Bürgermeister der Gemeinde Hohenthann dort ein sehr erfolgreiches Forschungsprojekt etabliert, das bereits gute Fortschritte erzielt hat. Doch mit den drohenden strikten Vorgaben aus Brüssel stehen die Landwirte vor einer schier unlösbaren Herausforderung: Ihre in teils großen Mengen anfallende Gülle in einem noch kleineren Zeitraum auszubringen, ohne das Grundwasser zu beeinflussen, ginge zwangsläufig mit enormen Investitionen zur Ausweitung der Lagerkapazitäten einher – das Grundproblem bliebe nichtsdestotrotz bestehen.

So will Landrat Peter Dreier ein Pilotprojekt im Landkreis Landshut in die Wege leiten, das einen innovativen, aber vielversprechenden Ansatz verfolgt: Die international tätige und renommierte Firma Flottweg aus Vilsbiburg hat in Zusammenarbeit mit der Firma AQUA VIVENDI aus Velden ein Verfahren mit einer mobilen Anlage entwickelt, mit der die Gülle in verschiedene Komponenten separiert werden kann: Übrig bleiben ein Feststoff, der mit einem mineralischen Dünger vergleichbar ist, und Prozesswasser. Durch diese Trennung der Bestandteile geht der Phosphatgehalt der übrigen Flüssigkeit gegen null, der Gesamtstickstoff wird um ca. 60 Prozent reduziert. Eben diese beiden Werte können maßgeblich die Nitratbelastung des Grundwassers beeinflussen. Das Verfahren benötigt keine chemischen Zusätze, es kommen neben der Dekanteranlage der Firma Flottweg sogenannte Zuschlagstoffe zum Einsatz, die auf Stärkebasis hergestellt werden, und Tonminerale, die über geruchsbindende- und humusfördernde Eigenschaften verfügen.

Durch die Trennung in die beiden Komponenten ist eine zielgerichtete Ausbringung der organischen Düngemittel auf den Feldern möglich, zudem könnte der übrige Feststoff als auch in anderen Betrieben zur Pflanzendüngung genutzt werden, beispielsweise in Gärtnereien oder Baumschulen. Auch private Gartenbesitzer könnten dies für ihre Pflanzen und Beete nutzen. Die Erzeugung des Düngers würde so neue Einnahmequellen für die Landwirte erschließen.

Nach Dreiers Vorstellung könnte das übrige Prozesswasser in Gülleschläuchen oder -lagunen gelagert und anschließend zur Feldbewässerung verwendet werden – zumal die vergangenen Jahren sehr trocken waren und sich die Grundwasserbestände vielfach noch nicht erholt haben. Gegen Dreiers vorausschauenden Ansatz spricht aber leider die Düngeverordnung, unter der dieses Prozesswasser bisher, trotz seines kaum existenten Phosphatgehaltes, rechtlich fallen würde. Diese Verordnung sieht strenge Sperrfristen vor, erlaubt die Ausbringung lediglich innerhalb eines begrenzten Zeitraums und in beschränkter Menge. Das Paradoxe: Bei der derzeitigen Rechtslage sind die Voraussetzungen der Verordnung zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen zu erfüllen, sodass dieses Prozesswasser in Güllegruben gelagert werden müsste. Landrat Dreier hat nun den Anstoß dazu gegeben, dass die zuständigen bayerischen Fachministerien prüfen, ob doch die Möglichkeit gegeben ist, das Prozesswasser im Rahmen der Düngeverordnung, allerdings mit gewissen Erleichterungen, verwerten zu können.

Landrat Dreier betont: „Wenn das Prozesswasser zwingend in den Anwendungsbereich der Düngeverordnung fällt, so müssen zumindest praktikable Lösungen gefunden werden, um die für die Landwirte schwierige Situation zu entschärfen.“ Noch dazu sei die Technologie ideal, um das hohe Gülleaufkommen flächendeckend in den Griff zu bekommen: Die Flottweg-Anlage ist mobil, könnte also auch auf mehreren Höfen eingesetzt werden. „Ich könnte mir hier ein Modell ähnlich wie bei den Maschinenringen vorstellen – eine Gemeinschaftsanschaffung, die von mehreren Höfen gegen Gebühr genutzt werden kann.“

Damit dieser ganzheitliche Ansatz vielleicht doch noch Früchte tragen kann, hat der Landrat Vertreter aller beteiligten Behörden an einen Tisch geladen: Neben dem Wasserrecht am Landratsamt wurde dabei die Sicht des Umweltministeriums, des Landwirtschaftsministeriums, der Landesanstalt für Umwelt, der Regierung von Niederbayern, des Wasserwirtschaftsamtes und der Landesanstalt für Landwirtschaft dargestellt. Die Firmen Flottweg und AQUA VIVENDI stellten ihre hochmoderne Technologie vor, die bei einem Landwirt im Landkreis Augsburg bereits seit zwei Jahren für Testversuche im Einsatz ist. Das Ergebnis von Dreiers Vorstoß: Auch im Landkreis Landshut soll ein Pilotprojekt ins Leben gerufen werden, bei dem diese Technologie in der landwirtschaftlichen Praxis „auf Herz und Nieren“ getestet wird – eine ausführliche Evaluierung vorausgesetzt. Derzeit wird das Genehmigungsverfahren für diesen Versuch vorbereitet. Für aussagekräftige Ergebnisse sollen sich dann mehrere Landwirte unterschiedlicher Betriebsvarianten beteiligen.

„Durch diese herausragende Technologie der Firma Flottweg haben wir die beste Chance, den schwierigen Spagat zwischen Gülleausbringung, Grundwasserschutz und Düngeverordnung zu meistern. Dieses Pilotprojekt könnte richtungsweisend für die Zukunft unserer Landwirtschaft sein“, so der Landrat abschließend.

 

Fotos: Landkreis Landshut

Bildtext: Mit dem Ökologen Fabian Hertrich ist die Riege der Gebietsbetreuer, die im Auftrag von Landkreis und Stadt Landshut tätig sind, wieder vollzählig, freut sich Landrat Peter Dreier; das Bild zeigt ihn im Gespräch mit Hertrich, der für die Isarauen von Landshut bis zur Landkreisgrenze zu Oberbayern zuständig ist.

 

 

Gebietsbetreuer-Netz wieder komplett

Ökologe Fabian Hertrich trägt Sorge für die Flora und Fauna in den Isarauen

 

Viele Tiere und Pflanzen sind in der vom Menschen geschaffenen Zivilisationslandschaft „auf unsere Fürsorge angewiesen“, wie es Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber formuliert. Eine wichtige Rolle dabei spielen die sogenannten Gebietsbetreuer, von denen es in Stadt und Landkreis Landshut drei gibt: Mit dem Ökologen Fabian Hertrich ist die Riege der Gebietsbetreuer in der Region Landshut wieder komplett, freute sich Landrat Peter Dreier im Gespräch mit dem 31-Jährigen Landshuter. Hertrich hat an der Technischen Universität München Umweltplanung und Ingenieur-Ökologie studiert mit Schwerpunkt Schutz von Gewässersystemen.

Rastplatz für Zugvögel auf Europa-Tour

Hertrich ist für Stadt und Landkreis Landshut tätig und trägt Sorge für die große Artenvielfalt in den Auen auf beiden Seiten der Isar im westlichen Landshuter Stadtgebiet sowie auf Landkreisgebiet bis zur Grenze zwischen den Kreisen Landshut und Freising. In seine Zuständigkeit fällt somit auch der Teil des Naturschutzgebietes Vogelfreistätte Isarstauseen, der zum Landkreis Landshut gehört. Dieses Naturschutzgebiet zählt bekanntlich zu den wertvollsten Wasservögel-Schutzzonen Bayerns und ist Teil eines wichtigen europäischen Schutzgebiet-Netzes.

Neben der Bedeutung als Brutstätte für zahlreiche selten gewordene Vogelarten bilden die Isar-Stauseen einen europaweit bedeutsamen Rastplatz für Zugvögel. Für verschiedene Arten ist es eine überlebenswichtige Zwischenstation auf halbem Weg von Finnland nach Spanien zum Beispiel.

Hertrichs Arbeitsfeld ist breitgefächert, denn das Isartal und seine Auen sind ein mit einer großen Artenvielfalt gesegneter Lebensraum. Sein Aufgabenbereich umfasst die Biotope Wasser, Erde und Luft und reicht von den Muscheln und Fischarten im Klötzlmühlbach und in der Isar wie Forelle und Huchen, über Frösche, Zauneidechsen und Blindschleichen bis zu heimischen Flugkünstlern wie den Flussregenpfeifern, die auf Kiesinseln ihre Nester bauen, erläuterte der Ökologe im Gespräch mit Landrat Peter Dreier. Und auch der Schutz der Bestände der selten gewordenen Haselmäuse und Fledermäuse zählt unter anderem dazu.

Enge Kooperation mit Behörden und Verbänden

Drei Gebietsbetreuer sind in Stadt und Landkreis tätig: Philipp Hermann (ehemaliger Standortübungsplatz Landshut mit Isarleite), Adrian Wimmer (Landschaftspflegeverband Landshut, für die Wiesenbrütergebiete im Isarmoos) und Fabian Hertrich für die Isarauen vom Westen Landshuts bis zur Grenze nach Oberbayern. Gebietsbetreuer spielen eine Schlüsselrolle bei der Abstimmung zwischen verschiedensten Interessengruppen.

Ebenso vielfältig ist auch ihre enge Zusammenarbeit mit Behörden, Institutionen und Verbänden. Bei Hertrich reicht die Liste von der Regierung von Niederbayern und dem Wasserwirtschaftsamt über den Bund Naturschutz und den Landesbund für Vogelschutz bis hin zur Fischereifachberatung des Bezirks Niederbayern. Landrat Dreier wünsche ihm viel Erfolg bei seiner wertvollen Arbeit, die „ein echter Gewinn für die Natur und genauso für die Menschen ist“, wie er betonte.

 

Foto: Landdkreis Landshut