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Landkreis Landshut

Medieninformation

Landshut, 26. Oktober 2020

 

Landkreis Landshut.
Wie das Landratsamt mitteilt, führen offenbar zunehmend Ärzte Corona-Schnelltests durch und „entlassen“ Kontaktpersonen ersten Grades bei negativem Testergebnis „aus der Quarantäne“: Das Gesundheitsamt am Landrats weist ausdrücklich darauf hin, dass die 14-tägige Quarantäne von Kontaktpersonen der Kategorie I nicht vorzeitig durch ein negatives Testergebnis beendet wird. Zur Aufhebung einer Quarantäne – ob nach einem Corona-Schnelltest oder einem PCR-Test – ist ausschließlich das Gesundheitsamts befugt.

Landkreis Landshut. Im Landkreis Landshut sind am Freitag erneut 30 neue Fälle von Infektionen mit dem Corona-Virus hinzugekommen. Die Gesamt-Indexzahl, also die Zahl der Personen, die sich mit dem Covid-19-Virus seit Ausbruch der Pandemie im März infiziert haben, ist somit auf 1597 gestiegen. Die Zahl von gefährdeten Kontaktpersonen, mit denen die Teams gesprochen haben, die die Kontakte von Infizierten nachverfolgen, hat die 5000er-Marke um rund 100 überschritten.

Der für die Anti-Corona-Maßnahmen maßgebliche Sieben-Tage-Inzidenzwert beträgt für den Landkreis 71,30 (Neuinfektionen, umgerechnet auf 100000 Personen, Stand: Freitag, 23. Oktober, 8 Uhr). In den Lakumed-Kliniken (Achdorf und Vilsbiburg) werden neun Personen wegen Corona auf Normalstationen behandelt; zusätzlich befinden sich dort sechs Personen, bei denen Verdacht auf eine Infektion besteht. Das Klinikum Landshut meldet zwei Personen auf Normalstation, drei Verdachtsfälle sowie zwei Personen auf der Intensivstation.

Im Landkreis und der Stadt Landshut sind zusätzlich zu den bekannten Einrichtungen weitere Schulen und Institutionen teilweise von einer Quarantäne betroffen. Es sind dies: die Grundschule Pfeffenhausen, der Kindergarten Aham, die Realschule Vilsbiburg und das Bezirkskrankenhaus in Landshut.

Foto: Klartext.LA

Medieninformation

Landshut, 23. Oktober 2020

„Maßnahmen sind keine Willkür“

Landrat: Maskenpflicht klare Folge des Infektionsgeschehens

Landkreis. Landrat Peter Dreier weist mit Nachdruck Vorwürfe zurück, dass die Maskenpflicht für Grundschüler im Unterricht eine unnötige oder unverhältnismäßige Maßnahme sei: Zum einen müsse man sich bitte die Mühe machen, die rechtliche Regelungen in der fast schon täglich geänderten bayerischen Infektionsschutz-Maßnahmenverordnung zu lesen oder wenigstens wahrzunehmen, nach denen allein eine Ausnahme von der Maskenpflicht möglich ist.

Solche Ausnahmen sind möglich, „soweit dies aus infektionsschutzrechtlicher Sicht vertretbar ist“, heißt es in der Rechtsverordnung des Freistaats. „Unsere medizinischen Experten sind durchwegs der Meinung, dass die Voraussetzungen für die Aufhebung der Maskenpflicht für den Unterricht in Grundschulen bei uns im Landkreis Landshut nicht gegeben sind“, betont der Landrat. Zu diffus sei das Infektionsgeschehen, zu steil der Anstieg der Neuinfektionen, so die Fachleute.

Eine Aufhebung der Maskenpflicht müsste zudem durch die Regierung von Niederbayern und das bayerische Gesundheitsministerium genehmigt werden: Unter den geschilderten Voraussetzungen sei dies illusorisch.

Man müsse hier auch zur Kenntnis nehmen, dass Landräte hier keine Willkürmaßnahmen nach ihrem Ermessen treffen, sondern staatliche Gesetze und Anordnungen vollziehen, erklärt Landrat Dreier. Er persönlich habe größtes Verständnis für die Sorgen der Eltern und sehe, was für Belastungen für die jungen Landkreisbürger mit der Maßnahme verbunden sind. Aber es gehe hier nicht um seine persönliche Meinung.

Präsenzunterricht so lange wie möglich

„Mein Bestreben ist es, solange wie möglich den Präsenzunterricht aufrechtzuerhalten“, betont Dreier: Denn die Alternative heißt Wechselunterricht – es müssten also abwechselnd tageweise die Hälfte der Schüler zu Hause bleiben. Das brächte noch viel größere Probleme für Eltern und Kinder mit sich, ist der Landrat überzeugt.

Selbstverständlich habe er bereits in enger Abstimmung mit dem Staatlichen Schulamt und dessen Leiter Michael Kugler nach Möglichkeiten gesucht, die Beschwernisse zu mildern. Über das Schulamt sind dazu Vorschläge an die Schulen weitergereicht worden: Demnach kann der Unterricht „mit Pausenzeiten an der frischen Luft, aktiven Pausen, Unterrichtsgängen rhythmisiert werden, wobei bei geschlossenen Gruppen und Abstand auf die Maske verzichtet werden kann“, so Schulamtsleiter Michael Kugler. Daneben ist es möglich, Stunden des Nachmittagsunterrichts am Vormittag als Brückenangebot zur Förderung der Schüler einzusetzen.

Foto: klartext.LA

Medieninformation

Landshut, 22. Oktober 2020

Landkreis Landshut. Im Landkreis Landshut sind am Donnerstag 33 neue Index-Fälle (Infektionen mit dem Covid-19-Virus) festgestellt worden. Damit hat sich die Zahl der Index-Fälle seit Ausbruch der Pandemie im März für den Landkreis auf 1567 erhöht. Der Sieben-Tage-Index beträgt 66,92 (Stand: Donnerstag 22. Oktober, 8 Uhr; Quelle: Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, LGL). Auch die Stadt Landshut meldet steigende Zahlen, ist aber mit 34,1 noch knapp unter der ersten Warnstufe. Man rechnet aber damit, dass der Warnwert von 35 Neuinfektionen innerhalb einer Woche, umgelegt auf 100000 Einwohner, alsbald überschritten wird.

Erwartungsgemäß hat sich auch die Zahl der stationär betreuten Corona-Patienten in den drei Akut-Krankenhäusern der Region Landshut erhöht (Kreiskrankenhäuser in Achdorf und Vilsbiburg, Klinikum Landshut). Hier werden inzwischen zehn positiv getestete Personen auf Normalstationen behandelt, ein Covid-19-Patient liegt auf einer Intensivstation.

Die Behörden verstärken unterdessen ihre Anstrengungen zur Bewältigung der Pandemie und ihrer Folgen. Im Gesundheitsamt Landshut werden aus dem Stammpersonal erneut, ähnlich bei der ersten Welle im Frühjahr, Teams gebildet, die ihre angestammten Tätigkeiten so weit wie möglich reduzieren und sich auf Beratung der Bürger und die Bearbeitung bekannter Covid-19-Fälle zu konzentrieren.

Auch die Kontakt-Nachverfolgungs-Teams werden erneut personell verstärkt – bis zum Wochenende um weitere 15 Personen. Die ersten zehn Helfer werden seit Donnerstagvormittag eingearbeitet.

Die Veranstalter einer großen „Oktoberfest“-Sause mit schätzungsweise 150 Personen in Bodenkirchen Anfang Oktober sind im Rahmen eines Ordnungswidrigkeiten-Verfahren aufgefordert worden, sich zu den Vorgängen zu äußern. Wie berichtet, hatten drei Geschwister über WhatsApp zu dem Fest mit Live-Musik, Bier vom Fass, Cocktails usw. in einer Maschinenhalle eines Bauernhofs eingeladen. Mindestens 20 Personen haben sich in diesem Zusammenhang mit Corona angesteckt. Der Hauptorganisator hat kurz nach Bekanntwerden der nicht genehmigten Feier mindestens zwei Fernseh-Teams Interviews gegeben und sie über das Hofgelände geführt, obwohl er unter Quarantäne gestanden hat.

Foto: Landkreis Landshut

 

Medieninformation

Landshut, 5. September 2020

Maßnahme dient Sicherheit vor Corona-Ansteckung in öffentlichen Linien

Landkreis Landshut. Die Corona-Pandemie bereitet in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens große Probleme – in diesen Tagen in Bayern zu Schulbeginn vor allem auch in den Schulen und damit auch im Busverkehr zu und von den Schulen: Im Landkreis Landshut werden pünktlich zum Schuljahresbeginn am Dienstag, 8. September, zusätzliche Verstärkerfahrten auf den öffentlichen Buslinien ausgeführt für die Schüler.  Durch die Maßnahme soll die Sicherheit vor einer Ansteckung mit dem COVID-19-Virus erhöht werden. Insgesamt werden folgende 17 öffentliche Buslinien im Schülerverkehr verstärkt (15 Buslinien des Landshuter Verkehrsverbundes (LAVV) und zwei Nicht-LAVV Buslinien):

  • 201 (Rottenburg-Langquaid-Rottenburg)
  • 202 (Rottenburg-Herrngiersdorf-Rottenburg)
  • 207 (Rottenburg-Wildenberg-Rottenburg)
  • 301 (Attenhausen-Gündlkofen-Münchnerau-Landshut)
  • 302 (Mainburg-Landshut)
  • 303 (Rottenburg-Landshut)
  • 307 (Unterköllnbach-Weng-Essenbach-Landshut)
  • 308 (Landau/(Isar)-Landshut)
  • 312 (Vilsbiburg-Velden-Landshut)
  • 403 (Frontenhausen-Gerzen-Johannesbrunn-Vilsbiburg)
  • 404 (Gangkofen-Waldfried-Binabiburg-Vilsbiburg)
  • 405 (Velden-Bodenkirchen-Bonbruck-Vilsbiburg)
  • 407 (Landshut-Vilsbiburg-Neumarkt St. Veit)
  • 613 (Oberlauterbach-Rohr-Rottenburg)
  • 618 (Kirchlehen – Mengkofen – Postau – Niederviehbach)
  • 620 (Eugenbach-Bruckberg-Furth)
  • 623 (Gerzen-Aham-Niederviehbach)

Zwischenzeitliche Änderungen sind vorbehalten. Bei weiteren Fragen bittet das Landratsamt die Bürger, sich in erster Linie an die zuständigen Verkehrsunternehmer zu wenden. Jeweils aktuelle Informationen dazu finden sich ab kommender Woche auch auf der Internet-Seite des Landkreises Landshut.

Foto: Klartext.LA

Stellten Landrat Peter Dreier die Immobilienmarkt-Daten des Landkreises Landshut vor, von links: der Vorsitzende des Gutachterausschusses Andreas Valenta und Elisabeth Schweizer, Mitarbeiterin der Geschäftsstelle. (Foto: Elmar Stöttner)               

Landshut, den 24. Juli 2020

Gutachterausschuss veröffentlicht Immobilienmarkt-Bericht 2019

Ein Umsatz in dreistelliger Millionenhöhe, erneut mehr Kaufverträge, ein gestiegener Flächenumsatz: Der Immobilien-Boom im Landkreis Landshut setzt sich weiter fort.

Mitte der Woche haben Andreas Valenta, Vorsitzender des Gutachterausschusses, und Elisabeth Schweizer, Mitarbeiterin der Geschäftsstelle, Landrat Peter Dreier den neuen Grundstücksmarktbericht des Landkreises Landshut vorgestellt.

Wie bereits in den vergangenen Jahren setzt sich der Preisanstieg bei Bauland für Ein- und Zweifamilienhäuser fort. Dabei hat der Gutachterausschuss ermittelt, dass insgesamt 530 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2019 erfolgt ist: Damit wurden fast 16 Prozent mehr in Grundstücke und Immobilien investiert als im Vorjahr. Die Zahl der Kaufverträge stieg um 10 Prozent, der Flächenumsatz um gut fünf Prozent.

Die Grundstückspreise entlang der Autobahn A92 sowie an die Stadt angrenzend sind durchschnittlich um neun Prozent auf 231 Euro/m² angestiegen. Noch größere Steigerungsraten sind aber in der weiteren Fläche des Landkreises zu verzeichnen: Hier hat sich das Bauland um 41 Prozent verteuert, der Quadratmeter Bauland kostet durchschnittlich 195 Euro/m². Natürlich schwanken die Grundstückspreise je nach Gemeinde und Lage. Doch wird seit Jahren die Spanne immer größer, wie viel die Käufer bereit sind für Bauland zu bezahlen, konnten die Mitarbeiter des Gutachterausschusses beobachten.

Während die Umsätze für Ein- und Zweifamilienhäuser weiter zunehmen, bewegt sich der Teilmarkt für Wohnungseigentum leicht unter dem Niveau von 2018.

Elisabeth Schweizer von der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses hat die Kaufpreissammlung und damit sämtliche notariellen Grundstücksverträge gemäß den Richtlinien des Datenschutzes erfasst und ausgewertet. Sie bilden die Grundlage des Immobilienmarkt-Berichtes. Landrat Peter Dreier bedankte sich bei Schweizer und dem Vorsitzenden des Gutachterausschusses, Andreas Valenta, für die Erstellung dieses umfangreichen und detaillierten Berichtes. In seinen Augen ist dies ein wichtiges Nachschlagewerk für alle, die im Landkreis bauen oder investieren wollen.

Der Gutachterausschuss setzt sich im Landkreis Landshut als neutrales Fachgremium aus insgesamt elf Sachverständigen des Landratsamtes, des Finanz- und Vermessungsamtes sowie der freien Wirtschaft zusammen. Ziel des Gutachterausschusses ist es, Transparenz am Grundstücksmarkt zu gewährleisten, diese zu verbessern sowie das Marktgeschehen wiederzugeben.

Der Bericht steht auf der Homepage des Landratsamtes kostenfrei zur Verfügung.

https://www.landkreis-landshut.de/Wirtschaft/ImmobilienmarktberichtundwertermittlungsrelevanteDaten.aspx

 

 

Asylbewerber, ein Werksarbeiter und ein Häftling der JVA Landshut betroffen

Landkreis/Stadt Landshut. Vor allem erneute umfangreiche Testungen durch Mitarbeiter des Gesundheitsamts am Landratsamt Landshut haben erbracht, dass sich mindestens sechs weitere Personen in Stadt und Landkreis Landshut mit dem Corona-Virus infiziert haben. Es handelt sich dabei um vier weitere Asylbewerber in der Marktgemeinde Velden, einen in Dingolfing beschäftigten Werksarbeiter aus Vilsbiburg sowie um einen Häftling der Justizvollzugsanstalt (JVA) Landshut. Die Zahl der Personen, die sich seit Beginn des Infektionsgeschehens Anfang März mit dem Covid-19-Virus infiziert haben und in Stadt oder Landkreis Landshut ansässig sind, hat sich somit auf 978 erhöht (Stand: Sonntag, 12. Juli, 17 Uhr).

Foto: Landkreis Landshut

Linda Pilz, Sozialpädagogin und neue Beauftragte für Menschen mit Behinderung des Landkreises Landshut. (Foto: privat)

Gleichwertige Bedingungen schaffen

Landkreis Landshut. Information ist der Anfang von allem – und wenn Menschen, die mit ähnlichen Problemen kämpfen, Erfahrungen austauschen, Wissen teilen und an einem Strang ziehen, kann viel bewegt werden. Dafür arbeitet die Sozialpädagogin Linda Pilz, die seit Kurzem Beauftragte des Landkreises Landshut für Menschen mit Behinderungen ist. Betroffene und ihre Angehörigen ebenso wie Gemeinden, Vereine und ehrenamtlich Tätige umfassend zu beraten, gezielt zu informieren und möglichst viel zu vernetzen, das ist im Kern die große Aufgabe der Fachfrau.

Die 37-jährige hat Soziale Arbeit und Sozialmanagement in Landshut und Göttingen studiert und ist vielen in der Region bekannt aus ihrer Arbeit als Geschäftsführerin des Mütterzentrums Landshut (heute: Familienzentrum). Die Halbtagsstelle als Beauftragte für Menschen mit Behinderungen hat sie in einer schwierigen Zeit angetreten: Aber trotz Corona-Stillstand hat sie bereits viele Kontakte zu Kooperationspartner geknüpft, wie sie erläutert. Und auch beim Informationsangebot für Betroffene in regionalen Internet-Auftritten hat Linda Pilz bereits verschiedene Verbesserungen angestoßen: Ihre Anregungen sind umgesetzt worden.

Rund 12000 Landkreisbürger betroffen

Denn nur im engen Zusammenwirken mit allen, die ein Interesse und/oder die Verpflichtung haben, gleichwertige Lebensbedingungen für Menschen mit Handicaps zu erreichen, könne etwas bewegt werden für die vielen Frauen, Männer und Kinder, für die die Landkreis-Beauftragte zuständig ist: Es sind etwas mehr als 12000 Menschen im Landkreis, die einen Schwerbehinderten-Ausweis haben, knapp 68 Prozent von ihnen sind älter als 60 Jahre.

So mannigfaltig wie der Personenkreis ist, für den Linda Pilz im Landratsamt arbeitet, so vielfältig sind auch die Bedürfnisse von Betroffenen und Angehörigen. Denn es ist ihre Aufgabe, sich „für Menschen mit Behinderungen jeden Alters einzusetzen, unabhängig davon, ob die Behinderungen oder Beeinträchtigungen erworben wurden oder angeboren sind“, erläutert die Sozialpädagogin.

Ob Seh- oder Mobilitäts-Behinderungen, ob Körper- und Mehrfachbehinderungen oder chronische Erkrankungen: In einer Gesellschaft, für die der Satz im Grundgesetz der Bundesrepublik „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ Richtschnur ist, ist es Verpflichtung aller staatlichen Gewalt, mit Tatkraft mitzuwirken, dass Menschen mit Behinderungen nicht zusätzlich benachteiligt werden, sondern im Alltag, in der Arbeit, im Wohnumfeld wie in der Freizeit gleichwertige Bedingungen vorfinden.

Gemeinden, Ergomar, neues Landratsamt

Um das zu erreichen, hilft Linda Pilz derzeit zum Beispiel einer sechsköpfigen Familie mit einem schwerbehinderten, auf einen Rollstuhl angewiesenen Kind eine behindertengerechte Wohnung zu finden. Die Sozialpädagogin berät Gemeinden bei Bauvorhaben, damit das Stichwort Barriere-Freiheit von Wohnungen und öffentlichen Einrichtungen keine bloße Absichtsklärung bleibt. „Sensibilisierung von Verwaltung und Gesellschaft für die Problemlagen von Menschen mit Behinderung“ lautet dieser ganz zentrale Punkt ihres Aufgabenspektrums.

Natürlich ist sie auch in die Planungen für das neue Landratsamt eingebunden, damit der Neubau der wichtigsten Landkreisbehörde diesen Anforderungen gerecht wird. Und auch das Frei-, Hallen- und Erlebnisbad Ergomar in der Marktgemeinde Ergolding holt sich für seine Umbaumaßnahmen fachkundigen Beistand bei der Landkreis-Beauftragten Linda Pilz.

Zurzeit stehen zudem die Vernetzung bestehender Einrichtungen und eine Vorstellungsrunde durch die Landkreis-Gemeinden oben auf der Agenda der Sozialpädagogin. Sie ist vormittags erreichbar unter Telefon (0871) 408-2118 oder per E-Mail linda.pilz@landkreis-landshut.de.

 

 

Neben echtem Sperrmüll wurden auf den Altstoff-Sammelstellen bislang auch in Säcke verpackte Abfälle aus Haushalten, Müll von Baustellen und Gewerbe-Betrieben angenommen (wie hier im Bild). Weil die Sperrmüll-Mengen daher seit Jahren überproportional zunahmen, muss die Abfallwirtschaft des Landkreises dieser Entwicklung einen Riegel vorschieben.


Ab 1. Juli: Altstoff-Sammelstellen nehmen Restmüll und Silofolien nicht mehr an

Landkreis Landshut. Ab 1. Juli treten auf dem Gebiet der Abfallwirtschaft des Landkreises Landshut spürbare Änderungen in Kraft: Die Altstoff-Sammelstellen in den 35 Landkreis-Gemeinden nehmen ab diesem Stichtag keine Abfälle mehr an, die nicht verwertbar sind und von ihrer Größe her über die Restmüll-Tonne entsorgt werden können. Dasselbe gilt für Silofolien, wie der Umweltausschuss des Kreistages beschlossen hat. Ziel der Maßnahme ist es, die seit Jahren stetige Zunahme der Mengen an sogenanntem Sperrmüll im Landkreis zu stoppen.

Eigentlich ist völlig klar, was unter Sperrmüll zu verstehen ist, erläutert Gernot Geißler, Leiter des Sachgebiets Abfallwirtschaft am Landratsamt Landshut. Die Definition findet sich in der Abfallwirtschafts-Satzung des Landkreises: Danach sind Sperrmüll alle Abfälle, „die selbst nach einer zumutbaren Zerkleinerung infolge ihrer Größe nicht in die zuge­lassenen Abfall-Behältnisse aufgenommen werden können oder das Entleeren dieser Behältnisse erschweren“.

Seit Jahren stark steigende Mengen Sperrmüll

Sperrmüll – das Wort sagt es eigentlich von selbst – sind sperrige Abfälle. Darunter fällt nicht der Hausmüll (Restmüll), der in der Mülltonne Platz findet. Dasselbe gilt für Abfälle, die wiederverwertbar sind (wie Glas), für Abfälle, die ein Sonderfall sind (Beispiel: Elektro-Müll) oder ein Fall für den gelben Sack.

Um eine möglichst umfassende und bürgerfreundliche Abfallentsorgung zu bieten, war es seit jeher auch der politische Wille auf Kreisebene, möglichst viele Abfälle in den Altstoff-Sammelstellen anzunehmen. Neben echtem Sperrmüll wurden deshalb auch in Säcke verpackte Abfälle aus Haushalten, Müll von Baustellen und Gewerbe-Betrieben angenommen.

Die Folge sind seit Jahren steigende Mengen an Abfällen, die als Sperrmüll deklariert sind – der Landkreis Landshut liegt dabei weit über dem niederbayerischen und bayerischen Durchschnitt. So fällt im Landkreis Landshut zum Beispiel rund doppelt so viel Sperrmüll an wie im nördlichen Nachbar-Landkreis Regensburg – obwohl der rund ein Viertel mehr Einwohner hat.

Die großen Mengen an „Sperrmüll“ führen zu hohen Entsorgungskosten – die letztlich wiederum alle Gebührenzahler, sprich die Bürger, über die Abfallgebühren zu tragen haben. Und auch Platzprobleme schafft die Sperrmüll-Flut: In den meisten Altstoff-Sammelstellen ist es nicht möglich weitere Sperrmüll-Container aufzustellen.

Daher hat der Umweltausschuss des Kreistags im November 2019 beschlossen, dass die Anlieferung von Sperrmüll ab 1. Juli dieses Jahres streng nach der Definition in der Abfallwirtschafts-Satzung des Landkreises zu erfolgen hat.

Auch Silofolien verursachen zu hohe Kosten 

Von Gesetzes wegen her ist die Abfallwirtschaft des Landkreises verpflichtet, die vom Bürger abgegebenen Reststoffe möglichst umfassend zu verwerten. Dafür braucht es eine bestimmte Qualität der Plastik- und Folienabfälle.

Die Silofolien werden meist stark verschmutzt abgegeben und auch Fehlwürfe durch andere Kunststoffe sind in größerem Ausmaß zu verzeichnen. Somit blieb oftmals keine andere Möglichkeit als die thermische Verwertung der eigentlich wiederverwertbaren Stoffe, sie also zu verbrennen.

Zudem wurden die Silofolien bislang erfahrungsgemäß in einem Umfang abgegeben, der haushaltsübliche Mengen deutlich überschreitet. „Eine gewerbliche Entsorgung ist über die Altstoff-Sammelstellen nicht abgedeckt“, unterstreicht Gernot Geißler. Deswegen werden die Silofolien ab dem 1. Juli in den Altstoff-Sammelstellen nicht mehr angenommen.

Für die Entsorgung der Silofolien verweist das Landratsamt auf drei alternative Möglichkeiten:

  • die Sammelstellen des Rücknahme-Systems „Erntekunststoffe Recycling Deutschland“ („ERDE“); über bestehende Rücknahme-Stellen informiert die Internet-Seite www.erde-recycling.de;
  • örtliche Entsorgungs-Unternehmen sowie
  • gegebenenfalls die Müll-Umlade-Station in Wörth/Isar.

Wenn Tonne nicht reicht, zum Müllsack greifen

Mit einer Flugblatt-Aktion an sämtliche Haushalte im Landkreis Landshut (es sind 74.670) hat das Sachgebiet Abfallwirtschaft am Landratsamt Anfang Juni begonnen, die Bürger über die geschilderten Änderungen zum 1. Juli zu informieren und in Erinnerung zu rufen, dass Abfälle, die nicht weiter verwertbar sind (= Restmüll) in die Restmüll-Tonne gehören – egal, in welcher Menge sie anfallen. Reicht die Restmüll-Tonne nicht aus, müssen Bürger künftig vermehrt auf die grauen Restmüll-Säcke zurückgreifen, die es für 2.40 Euro pro Stück in den Rathäusern zu kaufen gibt.

Um zu verdeutlichen, was in die Restmüll-Tonne oder einen Müllsack gehört – und eben nicht in einen Sperrmüll-Container – stellen die Abfallwirtschafts-Experten eine 80-Liter-Mülltonne neben die Sperrmüll-Container in den Altstoff-Sammelstellen. Im Übrigen appellieren die Mitarbeiter des Sachgebiets Abfallwirtschaft an die Bürger, so weit wie möglich Abfälle zu Hause vorzusortieren (und zum Beispiel Kartonagen zu zerkleinern), damit die Abfälle in den Sammelstellen zügig abgeladen werden können.

 

 

von links: Freuen sich über ein neues, durch EU-Fördergelder ermöglichtes soziales Projekt, von links: Landrat Peter Dreier, der Geschäftsführer des Landshuter Netzwerks Jürgen Handschuch, Sozialpädagogin Nicole Smolin, Karoline Bartha, Managerin der Lokalen LEADER-Aktionsgruppe für den Landkreis Landshut, und Nadja Limmer, Leiterin des Seniorenbildungs- und Kulturzentrums des Landshuter Netzwerks. (Foto: LRA Landshut/Stöttner)


Medieninformation

Landshut, 9. Juni 2020

LEADER-Programm: Zwei neue Stellen können beim Landshuter Netzwerk besetzt werden

Landkreis Landshut. Das LEADER-Förderprogramm der Europäischen Union (EU) für ländliche Regionen macht es möglich: Die Arbeit für Demenzkranke und ihre Angehörigen wird durch das Landshuter Netzwerk e. V. als Projektträger für den Verbund DemenzLA spürbar ausgeweitet und auf eine professionelle Grundlage gestellt. Das unterstrichen Landrat Peter Dreier und der Geschäftsführer des Netzwerks, Jürgen Handschuch, bei einem Gespräch im Landratsamt, an dem auch eine von zwei Sozialpädagoginnen teilnahm, die diese Demenz-Arbeit leisten werden und deren Stellen dank des Förderprogramms geschaffen werden konnten.  

Sie ist eine der großen Herausforderungen an die Medizin, vor allem aber an die Gesellschaft in Ländern, in denen ältere Menschen einen immer größeren Anteil ausmachen – die Demenz: Rund eine Viertelmillion Menschen in Bayern sind an einer der vielfältigen Formen von Demenz erkrankt, wie drei Vertreter des Landshuter Netzwerks darlegten: Geschäftsführer Jürgen Handschuch, die Abteilungsleiterin des Seniorenbildungs- und Kulturzentrums des Netzwerks, Nadja Limmer, und die Sozialpädagogin Nicole Smolin, eine der beiden Sozialpädagoginnen, die die Demenz-Arbeit leisten.

Dreier: Bündel von Maßnahmen auf den Weg gebracht

Zur Hälfte werden die Sozialpädagoginnen-Stellen durch Mittel aus dem EU-Förderprogramm LEADER finanziert, 40 Prozent der Kosten übernimmt der Landkreis Landshut, die restlichen zehn Prozent der Verbund DemenzLA mit Alzheimergesellschaft, Arbeiterwohlfahrt, BRK Landshut, Christlichem Bildungswerk, Diakonie und Landshuter Netzwerk. Landrat Peter Dreier brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, dass erneut ein wichtiges Projekt für den Landkreis Landshut mit Hilfe von Mitteln aus Fördertöpfen der EU angepackt werden kann.

Er erinnerte daran, dass der Landkreis Landshut erst seit 2015 LEADER-Mittel erhält – während andere Landkreise, der Nachbarlandkreis Kelheim etwa, längst viele Projekte mit EU-Mitteln umgesetzt haben. Es freue ihn sehr, dass in den vergangenen Jahren ein Bündel unterschiedlichster Vorhaben dank LEADER auf den Weg gebracht werden konnten, vom Skatepark in Geisenhausen bis zur Schaubrauerei in Furth.

Lotsin durch den Paragraphen-Dschungel

Einen erheblichen Anteil daran hat, da zeigten sich Landrat Dreier und die Vertreter des Netzwerks absolut einig, Karoline Bartha, die Managerin der Lokalen LEADER-Aktionsgruppe im Landkreis Landshut. Wie Jürgen Handschuch und Nadja Limmer unterstrichen, hat Bartha sie zuverlässig durch den Paragraphen- und Formblätter-Dschungel der EU- Bürokratie gelotst und ans fachlich und sachlich richtige und gewünschte Ziel gebracht.

Die zwei neuen Halbtagskräfte beim Netzwerk sollen eine große Lücke schließen helfen – nämlich die notwendige Hilfestellung für Demenzkranke und ihre Angehörigen. Sie packen Aufgaben an, die bislang überwiegend durch ehrenamtlich tätige Frauen und Männer geleistet werden – und von den Angehörigen, denen ohnehin so vieles abverlangt wird.

Mit der Demenz-Erkrankung eines Familienmitglieds verändert sich auch das Leben der Angehörigen, der Ehepartner und Kinder. Sie leiden nicht nur mit, sie stehen auch vor ganz neuen Herausforderungen. Sie haben es mit einer oft schweren Krankheit zu tun; und sie müssen überdies miterleben, dass ein Mensch, der ihnen sehr nahesteht, sich in seiner Persönlichkeit verändert.

Beratung, Multiplikatoren-Schulungen, Aufklärung

So drängend die Probleme sind, die die zwei Sozialpädagoginnen der neuen Koordinierungsstelle Demenz beim Landshuter Netzwerk bearbeiten, so breitgefächert sind ihre Aufgaben und das Spektrum ihrer Ansprechpartner. Neben Angehörigen von Demenz-Kranken stehen sie vielen anderen beratend zur Seite: Kommunen, Behörden, Senioren-Beauftragten, sozialen Einrichtungen, Sozialverbänden, Vereinen bis hin zum örtlichen Einzelhandel und Busunternehmen.

Schulungen, Informationsveranstaltungen und Fortbildungen zum Thema „Umgang mit Demenz im Alltag“ stehen ebenso auf ihrem Arbeitsprogramm wie telefonische Beratung für Angehörige von Demenzkranken. Und natürlich die Öffentlichkeitsarbeit, damit sich Menschen, die um Hilfen, Rat und Tat nachsuchen, nicht länger alleingelassen sehen, unterstrich Landrat Peter Dreier einen wesentlichen weiteren Aspekt der neuen, LEADER-gestützten Initiative im Landkreis Landshut.

Von großem Vorteil wird dabei sein, dass die neugeschaffene „Fachstelle für Demenz und Pflege Niederbayern“ beim Landshuter Netzwerk angesiedelt worden ist, in seiner Geschäftsstelle in der Nähe des Landshuter Hauptbahnhofs. Im Wettbewerb mit zwei weiteren niederbayerischen Trägern hat das Landshuter Netzwerk den Zuschlag bekommen im Rahmen einer Ausschreibung dieser Stelle durch die bayerische Staatsregierung. Informationen gibt es zu dem Themenkreis auch im Internet unter www.demenz-landshut.de.