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Klötzlmüllerstraße

Neben der stark beschädigten Esche im Pfarrgarten an der Klötzlmüllerstraße 2 wurde eine Betonwand an der Grundstücksgrenze errichtet.

Zwei Pfarrgärten, einer in der Klötzlmüllerstraße im Westen der Stadt 

und der andere in Alt-Auloh zwischen der Stauseestraße (Gnadenkirche) und  der Oderstraße.
Letzteres gehweglose Straßen in einem allgemeinen Wohngebiet.


Die Esche im Pfarrgarten an der Klötzlmüllerstraße 2 steht fast an der Grundstücksgrenze und wurde nun bei Bauarbeiten im Nachbargrundstück arg in Mitleidenschaft gezogen. Nachdem mindestens die Hälfte der Wurzeln zerstört wurden ist davon auszugehen, dass der Baum aus Sicherheitsgründen beseitigt werden muss.
Die Umgebung der Esche war bisher bereits versiegelt (Garagenzufahrt). Die Tageszeitung berichtete ausführlich über die Behandlung im Umweltsenat vom 7.7.2020 (siehe Anlage), die aufgrund eines Dringlichkeitsantrages der Stadträte Hedwig Borgmann und Dr. Thomas Keyßner (Die Grünen) erfolgte.
Einstimmig wurde dann nach längerer Debatte in öffentlicher Sitzung unter Tagesordnungspunkt 6 beschlossen:
“…über die erhebliche Schädigung einer Esche im Wurzelbereich bei der Baumaßnahme Klötzlmüllerstraße 4 wird ebenso Kenntnis genommen wie von der Tatsache, dass die Baumaßnahme in Bezug auf die Esche nicht wie beantragt und genehmigt ausgeführt wurde…”
und
“Nach Abklärung über das konkrete Vorgehen mit dem Baumeigentümer und den artenschutzrechtlichen Anforderungen, empfiehlt der Umweltsenat ein Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen des schwerwiegenden Verstoßes gegen die Baumschutzverordnung einzuleiten.”

Ganz anders war bei dem Tagesordnungspunkt 2 in der selben Sitzung. Hier ging es um die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes Nr. 07-4 “Östlich Oderstraße” im beschleunigten Verfahren. In dem seit Jahrzehnten weitgehend der Natur überlassenen Pfarrgarten (derzeit Sondergebiet “Gemeingebrauch Kirche”) soll nach dem Willen von “Answerk Landshut e.V. in Projektkooperation mit der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde in Landshut/Auloh” eine Anlage für inkludiertes Wohnen und Arbeiten entstehen.
Konkret soll eine Wohnanlage entstehen die sich über drei Vollgeschosse erstreckt und eine Zentralküche mit Anlieferzone vorsieht. Damit würde die bisher höchste bauliche Verdichtung in Alt-Auloh erreicht werden. Der naturnahe Pfarrgarten wäre unwiederbringlich zerstört – 22 geschützte Bäume würden zumindest zum Teil entfernt.
Während bei der leider erheblich geschädigten Esche die Stadträte der Grünen noch für den vorgenannten Beschluss stimmten und das Schicksal des Einzel-Baumes im Pfarrgarten der Christuskirche – zu Recht – beklagten, nahmen die Grünen-Stadträtinnen Hedwig Bergmann und Sigrid Hagl am Schicksal der Natur-Insel Pfarrgarten mit insbesondere 22 geschützten Bäumen in Alt-Auloh keinen Anteil.
“Den Antrag der Stadträtin März-Granda auf 2. Lesung, verbunden mit dem Auftrag durch Herrn Stadtrat Schnur, einen Baumbestandsplan vorzulegen,…”
wurde mit 6 zu 5 Stimmen entsprochen.

Für eine weitergehende Prüfung der Erhaltenswürdigkeit des Pfarrgartens stimmten:
Falk Bräcklein
Elke-März Granda
Christian Pollner
Traudl Rössl
Rudolf Schnur
Wolfram Schubert

Gegen weitere Prüfungen von Naturschutzbelangen stimmten:
Hedwig Borgmann  “…(das Bauvorhaben ist) dort gut angesiedelt auf der Fläche…”
Sigrid Hagl
Dr. Thomas Haslinger, 2. Bürgermeister und Vorsitzender des Umweltsenates
Hans-Peter Summer    “…(das Bauvorhaben ist) gut in Auloh angesiedelt…”
Jürgen Wachter

Bereits vor der Behandlung im Umweltsenat hatten sich alle Nachbarn des Pfarrgartens per Unterschriftenliste an Oberbürgermeister Alexander Putz und 2. Bürgermeister Dr. Thomas Haslinger gegen eine Zerstörung des Naturidylls Pfarrgarten ausgesprochen. Mittlerweile haben sich ehemalige Bewohner des Pfarrgrundstücks in Auloh zu Wort gemeldet und die Schutzwürdigkeit des letzten unberührten Natur-Trittsteins zwischen dem Naturschutzgebiet und dem Stausee belegt und bekräftigt. So ist das Vorkommen von zahlreichen Reptilien, wie Zauneidechsen und Blindschleichen gesichert. Auch die Schlingnatter wurde früher in dem Garten angetroffen. Die Schlingnatter ist gemäß Anhang IV der FFH-Richtlinie und §44 BNatschG geschützt und bekannt dafür, dass sie naturnahe Gärten besiedeln kann, wenn sie für die Art erreichbar sind.

Fotos/Grafik: Klartext.LA

Link zum vorherigen Artikel zu dem Thema: https://www.klartext.la/eine-zentralkueche-im-naturidyll/

RS

Auf Antrag der Stadträte Dr. Thomas Haslinger und Rudolf Schnur, beide CSU, vom 25. Februar 2020 wird demnächst im Bausenat ein reduzierter (modifizierter) Entwurf vorgestellt (nicht beschlossen!) und dann eine Informationsveranstaltung durchgeführt.

Diese Vorgehensweise betrifft beide Bebauungsplanänderungen, sowohl südlich der Klötzlmüllerstraße (ehem. Fertl-Anwesen) als auch den östlichen Bereich, der auf der Trasse der ehem. Westtangente erschlossen werden soll und durch Einfamilienhäuser und Reihenhäuser geprägt wäre.
Wann die Informationsveranstaltung stattfindet ist aufgrund der Corona-Krise derzeit nicht vorhersehbar.


Fotos: Stefan Stöger

 

Stadträtin März-Granda stellt Antrag: Altlastensanierung auf dem ehemaligen BMI-Gelände

 

Das Planungsgebiet ist flächenhaft mit PCB belastet

 

1. Vor einer Bebauung des ehemaligen BMI-Geländes an der Klötzlmüllerstraße sind die Sanierungsmaßnahmen abzuschließen.

2. Dem Stadtrat sind hierzu die Abschlussbegutachtung zur Altlasten-Sanierung und sämtliche erforderlichen Gutachten vorzulegen.

3. Es muss dargestellt werden, ob das ansässige Unternehmen wirklich alle Sanierungsmöglichkeiten ausgeschöpft hat. Dabei muss gegebenenfalls die Unverhältnismäßigkeit dargelegt werden.

4. Die Bestätigung zur Altlastenfreiheit vom Umweltamt der Stadt Landshut und vom Wasserwirtschaftsamt sind vor einer Bebauung einzuholen.

5. Die Verwaltung informiert die Bürger in der näheren Umgebung des ehemaligen BMI-Geländes, ob das Grundwasser ohne Bedenken zur Gartenbewässerung oder zum Betrieb von Grundwasserwärmepumpen verwendet werden kann.

Begründung

Das Planungsgebiet ist flächenhaft mit PCB belastet. Daher sind die Flächen vor einer Bebauung entsprechend zu sanieren. Hierzu wurde ein verbindlicher Sanierungsplan aufgestellt. Zusätzlich wurde im Bebauungsplan ein aufschiebend bedingtes Baurecht festgesetzt, welches eine Bebauung erst zulässt, wenn die im Sanierungsplan festgelegten Maßnahmen durchgeführt worden sind und der Fachbereich Umweltschutz die Altlastenfreiheit bestätigt.

Die Sanierungsmaßnahmen laufen seit Rechtskraft des Bebauungsplanes. Für das Grundwasser liegen die PCB-Belastungen aber immer noch im Bereich des Stufe-2-Wertes. Ursprünglich war die Unterschreitung des Stufe-1-Wertes Sanierungsziel. Die anvisierten Sanierungsziele konnten demnach nicht komplett erreicht werden. Dementsprechend kann die Altlastenfreiheit derzeit nicht bestätigt werden. Eine Bebauung des Geländes ist laut Verwaltungsvorlage vom 27.06.2019 nicht möglich.

Im Quartier des betroffenen Grundstücks besteht in der Bevölkerung Verunsicherung, ob sie das Grundwasser privat zur Gartenbewässerung bzw. zur Betreibung von Grundwasserwärmepumpen nutzen können. Es wurden bereits Grundwasseruntersuchungen in Auftrag gegeben. Deshalb besteht hier Seitens der Bevölkerung Informationsbedarf.

 

Elke März-Granda