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Isar 2

08. Juli 2020
Der Block 2 des Kernkraftwerks Isar (KKI 2) wird am 11. Juli 2020 zur jährlichen Revision vom elektrischen Versorgungsnetz getrennt. Im Rahmen der Revision werden 56 neue Brennelemente in den Reaktordruckbehälter eingesetzt und umfangreiche Prüfungen und Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt. Ein umfassendes Covid-19-Vorsorgekonzept gewährleistet den Schutz des während der Revision tätigen Eigenpersonals und der eingesetzten Servicekräfte sowie der Bevölkerung vor Ort.

Bewährtes Covid-19-Vorsorgekonzept kommt zur Anwendung

Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie wird die Kraftwerksrevision unter Anwendung eines bereits in mehreren Kernkraftwerken bewährten Covid-19-Vorsorgekonzepts durchgeführt. Dieses umfasst neben den am Standort frühzeitig ergriffenen Schritten ergänzende Maßnahmen, die einen wirksamen und zuverlässigen Schutz aller am Standort tätigen Personen sicherstellt.

Dazu Standortleiter Carsten Müller: „Wir haben bereits vor Monaten begonnen, umfangreiche Pandemie-Vorsorgemaßnahmen zum Schutz unserer Mitarbeiter und unserer Dienstleister umzusetzen. Gerade im Kontrollbereich sind wir darauf spezialisiert, unter besonders strengen hygienischen Bedingungen zu arbeiten. Unsere Mitarbeiter und Dienstleister sind mit diesen Maßgaben bestens vertraut. Mit unseren ergänzenden Covid-19-Vorsorgemaßnahmen während der Revision wird eine zusätzliche Sicherheit geschaffen.“

Eine zu diesem Zweck eingerichtete KKI-Arbeitsgruppe hat die Revisionsarbeiten neu bewertet und Arbeitsabläufe optimiert, damit Hygiene- und Abstandsregelungen eingehalten werden können. Beim Zutritt zur Anlage erfolgt bei jeder Person eine Körpertemperaturmessung, um mögliche Infektionseinträge zu erschweren. Jeder Mitarbeiter ist angehalten, zusätzlich ein Kontakttagebuch zu führen, um mögliche Infektionscluster schnellstens identifizieren zu können. Zusätzliche Verpflegungs- und Sanitäreinrichtungen direkt auf dem Anlagengelände dienen dem reibungslosen Ablauf und der Versorgung der externen Fachkräfte. Die Maßnahmen werden im Einvernehmen mit dem Gesundheitsamt Landshut und dem Landkreis Landshut umgesetzt.

 

Revisionsprogramm umfasst rund 4.000 Arbeitsaufträge

 

Während der Revision werden 56 der insgesamt 193 Brennelemente durch neue ersetzt. Neben anderen turnusmäßigen Prüfungen und Instandhaltungsmaßnahmen werden über tausend Heizrohre an zwei von vier Dampferzeugern geprüft, eine umfangreiche zerstörungsfreie Prüfung der Schweißnähte am Reaktordruckbehälter durchgeführt, zahlreiche Ventile inspiziert und eine Prüfung des Generatorständers mit Hilfe eines Videoendoskops vorgenommen. Auch die Brennelemente werden mittels einer Inspektionseinrichtung überprüft. Die zuständige atomrechtliche Aufsichtsbehörde und die von ihr hinzugezogenen Sachverständigen überwachen eine Vielzahl dieser Arbeiten.

 

Isar 2 zu 100 Prozent verfügbar

 

Seit dem Brennelementwechsel im Juli 2019 war das Kernkraftwerk Isar 2 mit einer Zeitverfügbarkeit von 100 Prozent am Netz und erzeugte rund 11,8 Milliarden Kilowattstunden Strom. Dies entspricht einem Anteil von rund 12 Prozent an der gesamten Stromerzeugung in Bayern und damit einem großen Teil der Grundversorgung. Durch die konstante Stromeinspeisung rund um die Uhr bei gleichzeitiger Bereitstellung von Regelenergie trägt das Kernkraftwerk Isar 2 darüber hinaus maßgeblich zu einer stabilen Stromversorgung in Bayern bei.

Allein im Jahr 2019 entsprach die Leistungsdrosselung (Bereitstellung von Regelleistung) 11,4 Volllasttagen nicht produzierten Stroms, um das Stromnetz sowohl bei Unter- als auch Überspeisung z. B. durch erneuerbare Energien entlasten zu können.

Grafik: Preussen Elektra

VK-Zy/Sv

 
Das Kernkraftwerk Isar 2 hat eine elektrische Leistung von 1.485 MW brutto. Das KKI 2 ist seit 1988 in Betrieb und war seit dieser Zeit zehn Mal Weltmeister in der jährlichen Stromerzeugung. Entsprechend der 13. Novelle des Atomgesetzes geht das Kernkraftwerk Isar 2 spätestens zum 31. Dezember 2022 vom Netz. Das Kernkraftwerk Isar 1 befindet sich seit April 2017 im Rückbau. Am Standort sind rund 500 eigene Mitarbeiter beschäftigt.
 

Pressemitteilung 23. Januar 2020
Die drei Kernkraftwerke Brokdorf, Grohnde und Isar 2 der PreussenElektra konnten erneut ein solides Betriebsjahr verzeichnen: Die drei Kraftwerke erzeugten im Jahr 2019 insgesamt knapp 33 Milliarden Kilowattstunden (kWh) Strom. Diese Menge allein dieser drei Anlagen reicht aus, um rund 13 Millionen Elektroautos mit CO2-armem Strom zu versorgen[1].

Mit einer Verfügbarkeit von fast 90 % standen die Kraftwerke nahezu uneingeschränkt zur Verfügung. Die anhaltende Trockenheit und die hohen Umgebungs- und Kühlwassertemperaturen des vergangenen Sommers hatten auf die Anlagen keine nennenswerten Auswirkungen.

Mit 12 Milliarden Kilowattstunden (brutto) erzeugte das Kernkraftwerk Isar 2 (Bayern) in Deutschland die größte Strommenge der deutschen Kernkraftwerke und hat damit gute Chancen, international einmal mehr unter den Top 3 zu landen. Rund 10,7 Milliarden Kilowattstunden (brutto) lieferte das Kernkraftwerk Grohnde in Niedersachsen und gut 10 Milliarden Kilowattstunden (brutto) kamen aus dem Kernkraftwerk Brokdorf in Schleswig-Holstein. Im Kernkraftwerk Grohnde jährte sich die Netzsynchronisation zum 35. Mal: Mit seinen seit Inbetriebnahme erzeugten rund 386 Milliarden Kilowattstunden Strom führt das Kraftwerk nach wie vor unangefochten die Weltspitze an: Keine Einzelanlage weltweit hat bislang jemals so viel Elektrizität erzeugt. Im Rahmen der Kraftwerksrevisionen investierte PreussenElektra ca. 50 Millionen Euro in die Kraftwerke.

„Mein Dank gilt den Kolleginnen und Kollegen in den Kraftwerken und der Unternehmenszentrale sowie den Mitarbeitern unserer Auftragnehmer, die mit ihrem Engagement für einen zuverlässigen und sicheren Betrieb gesorgt haben“, so Dr. Erwin Fischer, der für Technik und Betrieb verantwortliche Geschäftsführer. „Wir setzen alles daran, auch in den wenigen verbleibenden Produktionsjahren unseren Beitrag für die klimafreundliche und zuverlässige Stromversorgung in Deutschland zu leisten. Die vereinzelt an uns gerichtete Frage nach einem möglichen Weiterbetrieb unserer drei Anlagen erteilen wir allerdings eine deutliche Absage: Alle Weichen sind für den Rückbau gestellt, ein Weiterbetrieb ist ausgeschlossen. Wir haben die Anträge auf Stilllegung und den Rückbau bereits frühzeitig gestellt und die Genehmigungsverfahren sind in vollem Gang.“

Mit ihren netzunterstützenden Leistungen sorgen die drei Kernkraftwerke für eine Stabilisierung des Stromnetzes. Nahezu täglich drosseln und erhöhen die Kraftwerke flexibel ihre Leistung nach den Anforderungen des Marktes und des Netzbetreibers.  Mit der CO2-armen Stromerzeugung ersparen sie der Umwelt zudem rund 29 Millionen Tonnen CO2 jährlich.

VK-Zy

Das Kernkraftwerk Brokdorf hat eine elektrische Leistung von 1.480 MW brutto und beschäftigt rund 500Personen am Standort. Das KBR wurde im Oktober 1986 erstmalig mit dem Stromnetz verbunden und rangierte mit seiner jährlichen Stromerzeugung insgesamt 21 Mal unter den internationalen Top Ten und war zwei Mal Produktionsweltmeister. Entsprechend der 13. Novelle des Atomgesetzes geht das Kernkraftwerk Brokdorf spätestens zum 31. Dezember 2021 vom Netz.

Das Kernkraftwerk Grohnde hat eine elektrische Leistung von 1.430 MW brutto und beschäftigt rund 500 Personen. Das Kraftwerk hat im Februar 2016 als weltweit erstes Kernkraftwerk 350 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt und war seit seiner Inbetriebnahme im September 1984 acht Mal Produktionsweltmeister. Entsprechend der 13. Novelle des Atomgesetzes geht das Kernkraftwerk Grohnde spätestens zum 31. Dezember 2021 vom Netz.

Das Kernkraftwerk Isar 2 hat eine elektrische Leistung von 1.485 MW brutto. Das KKI 2 ist seit 1988 in Betrieb und war seit dieser Zeit zehn Mal Weltmeister in der jährlichen Stromerzeugung. Entsprechend der 13. Novelle des Atomgesetzes geht das Kernkraftwerk Isar 2 spätestens zum 31. Dezember 2022 vom Netz. Das Kernkraftwerk Isar 1 befindet sich seit April 2017 im Rückbau. Am Standort sind rund 500 eigene Mitarbeiter beschäftigt.

Diese Pressemitteilung enthält möglicherweise bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung des E.ON-Konzerns und anderen derzeit verfügbaren Informationen beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken und Ungewissheiten sowie sonstige Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanz­lage, die Entwicklung oder die Leistung der Gesellschaft wesentlich von den hier abgegebenen Einschätzungen abweichen. Die E.ON SE be­absichtigt nicht und übernimmt keinerlei Verpflichtung, derartige zukunftsgerichtete Aussagen zu aktualisieren und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.

Foto: Klartext.LA

 

PreussenElektra GmbH

Tresckowstraße 5, 30457 Hannover

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[1] Berechnung basiert auf durchschnittlichen Angaben des Kraftfahrtbundesamts und Herstellerangaben.

 

 

 

Lesen Sie hier die Pressemitteilungen zum Thema in der

chronologischen Reihenfolge:

OVG Schleswig hebt die Genehmigung für das

Zwischenlager Brunsbüttel auf

Erscheinungsdatum:
20.06.2013

Nach zweitägiger mündlicher Verhandlung hat der 4. Senat des Schleswig-Holsteinischen Oberverwaltungsgerichts mit Urteil vom 19.6.2013 die atomrechtliche Genehmigung für das Standortzwischenlager des Kernkraftwerks Brunsbüttel wegen mehrerer Ermittlungs- und Bewertungsdefizite der Genehmigungsbehörde aufgehoben.

Die Genehmigung war vom Bundesamt für Strahlenschutz im November 2003 erteilt und für sofort vollziehbar erklärt worden. Sie erlaubt die Aufbewahrung von bestrahlten Brennelementen ausschließlich aus dem Kernkraftwerk Brunsbüttel in maximal 80 Castor-Behältern des Typs V/52 zum Zwecke der Zwischenlagerung bis zur Einlagerung in ein Endlager für einen Zeitraum von bis zu 40 Jahren ab der Einlagerung des ersten Behälters.

Die im Februar 2004 gegen die Genehmigung erhobene Klage eines Anwohners hatte der 4. Senat des OVG mit Urteil vom 31. Januar 2007 (4 KS 2/04) zunächst abgewiesen; dieses Urteil war aber vom Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 10. April 2008 (7 C 39.07) aufgehoben und der Rechtsstreit zur erneuten Entscheidung an das OVG zurückverwiesen worden. Der Kläger hat gegen die Genehmigung des Zwischenlagers im Wesentlichen eingewandt, dass die Risiken terroristischer Angriffe u.a. durch gezielten Absturz eines Verkehrsflugzeuges sowie den Einsatz panzerbrechender Waffen gegen das Lager nicht hinreichend berücksichtigt worden seien. Insbesondere habe das beklagte Bundesamt nicht untersucht, welche Folgen Terrorangriffe auf das Lager in Form eines gelenkten Absturzes eines Airbus A380 und des Einsatzes moderner panzerbrechender Waffen der sog. dritten Generation für den Kläger hätten. Dem Gericht war ein wesentlicher Teil der Unterlagen der Genehmigungsbehörde unter Berufung auf Geheimhaltung nicht vorgelegt worden. Die Geheimhaltung war vom Bundesverwaltungsgericht imsog. in-camera-Verfahren größtenteils bestätigt worden.

In der mündlichen Urteilsbegründung führte der Vorsitzende des 4. Senats Habermann aus, das Bundesamt für Strahlenschutz habe es versäumt, die Folgen eines Absturzes eines Airbus A380 auf das Zwischenlager vor der Genehmigungserteilung zu ermitteln, obwohl die hierfür erforderlichen Daten vorlagen. Das Gericht habe offengelassen, ob dieses Ermittlungsdefizit durch eine nachträgliche Untersuchung der Behörde aus dem Jahr 2010 gegenstandslos geworden sei; insoweit bestünden aber jedenfalls Zweifel gegenüber der verwendeten Untersuchungsmethodik.

Ein weiteres Ermittlungsdefizit der Beklagten liege darin, dass im Genehmigungsverfahren bei der Untersuchung der Folgen eines Angriffs mit panzerbrechenden Waffen auf Castorbehälter offensichtlich nur ein älterer Waffentyp aus dem Jahr 1992 berücksichtigt worden sei, obwohl neuere Waffen eine größere Zerstörungswirkung auf das Inventar der Castorbehälter haben könnten und schneller nachladbar sind, was für die Trefferanzahl von Bedeutung sein könne. Es sei auch nicht nachvollziehbar geworden, dass wegen sogenannter „ausreichender temporärer Maßnahmen“ bis zu einer künftigen Nachrüstung des Zwischenlagers nunmehr das Risiko des Eindringens entschlossener Täter in das Lager ausgeschlossen sein solle.

Zusätzlich habe die Genehmigungsbehörde es versäumt zu ermitteln, ob infolge der erörterten Angriffsszenarien der Eingreifrichtwert für die Umsiedlung der betroffenen Bevölkerung überschritten würde, obwohl auch eine Umsiedlung als schwerwiegender Grundrechtseingriff hier zu berücksichtigen sei. Ein weiterer Bewertungsfehler der Behörde liege in der Anwendung des sog. 80-Perzentils bei der Untersuchung des Kerosineintrages in das Lager bei einem Flugzeugabsturz.

Gegen das Urteil (Az.: 4 KS 3/08) kann innerhalb eines Monats nach Zustellung der schriftlichen Urteilsgründe Beschwerde wegen der Nichtzulassung der Revision an das Bundesverwaltungsgericht erhoben werden.

Verantwortlich für diese Presseinformation: Dr. Birthe Köster, stellv. Pressereferentin
Schleswig-Holsteinisches Oberverwaltungsgericht | Brockdorff-Rantzau-Straße13 | 24837 Schleswig | Telefon 04621/86-1644 | Telefax 04621/86-1277 | E-Mail birthe.koester@ovg.landsh.de

 

 

.ausgestrahlt-Newsletter  25. Juni 2013  es schreibt: Jochen Stay

Lesen, Handeln und Weiterschicken!

Liebe Freundinnen und Freunde,

der Mittwoch letzter Woche war ein besonderer Tag in der Geschichte der
Auseinandersetzung um die Atomenergie: Nach zehn Jahren Weg durch die
Instanzen haben Anke und Peter Drekmann einen bisher einzigartigen
Erfolg errungen: Aufgrund ihrer Klage entzog das Oberverwaltungsgericht
Schleswig dem Zwischenlager für hochradioaktiven Atommüll am AKW
Brunsbüttel die Genehmigung. Die Behörden konnten den RichterInnen nicht
nachweisen, dass die Castor-Halle wirklich sicher ist.

In einer ersten Reaktion schrieb ich in einer Pressemitteilung: „Der
Kaiser ist nackt! Oder anders gesagt: Deutschland hat keine legale
Lagerung von hochradioaktivem Atommüll mehr. Denn die anderen 14
Lagerhallen für Castor-Behälter sind weitgehend baugleich mit dem
Zwischenlager Brunsbüttel. Über 700 Castoren lagern bundesweit in
Gebäuden, die nicht gegen Flugzeugabstürze und Angriffe mit
panzerbrechenden Waffen gesichert sind.“

Klar, das war insofern zugespitzt, also dass das Schleswiger Urteil noch
nicht rechtskräftig ist und jedes andere Lager eine eigene Genehmigung
hat, die extra beklagt werden müsste. Aber politisch hat die
Entscheidung aus dem hohen Norden größte Sprengkraft: denn jede/r,
der/die nachdenkt, versteht, dass alle Hallen nichts taugen, wenn eine
nichts taugt.

Und es geht noch weiter: Wenn die Zwischenlagerung nicht mehr sicher
ist, haben die AKW dann überhaupt noch einen gültigen
Entsorgungsnachweis oder müssen sie abgeschaltet werden? Hält der
Parteienkompromiss zum Endlagersuchgesetz, wenn nun mit Brunsbüttel der
Kandidat Nr. 1 für die Castor-Lieferungen aus Sellafield wegbricht?

Spannende Zeiten! Und wir wollen sie noch ein bisschen spannender
machen, indem wir ExpertInnen beauftragen, das juristische und
technische Wissen zusammenzustellen, das wir brauchen, um aus dem Urteil
einen Hebel gegen den Weiterbetrieb der AKW zu machen.

Doch wir können solche Gutachten erst in Auftrag geben, wenn ihre
Finanzierung gesichert ist. Nötig sind einige tausend Euro. Dafür
brauchen wir Deine Unterstützung. Jede Spende hilft:

https://www.ausgestrahlt.de/mitmachen/endlagersuchgesetz/brunsbuettel-urteil/spenden

Oder überweise auf unser Spendenkonto 2009 306 400 bei der GLS-Bank, BLZ 430 609 67. Bitte trage im Verwendungszweck das Stichwort “endl2013b” ein.

Fragen und Antworten über das Brunsbüttel-Urteil und die Folgen:

http://www.ausgestrahlt.de/mitmachen/endlagersuchgesetz/brunsbuettel-urteil

Herzliche Grüße

Jochen Stay
und das ganze .ausgestrahlt-Team

 

 

Pressemitteilung  20.06.13
Entsorgungsnachweis futsch!

Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Schleswig hat dem kraftwerksnahen Zwischenlager Brunsbüttel die Betriebserlaubnis entzogen. Begründet hat das Gericht den Beschluss damit, dass ein gezielter terroristischer Absturz eines Airbusses A 380 und panzerbrechende Waffen bei den
Sicherheitsbetrachtungen keine Rolle gespielt haben.

Dieses Urteil wird gravierende Folgen für den Entsorgungsnachweis der Atomkraftwerke haben, ist sich die Bürgerinitiative Umweltschutz
Lüchow-Dannenberg (BI) sicher. Baugleiche Hallen vom Typ STEAG stehen auch bei den Atommeilern Brokdorf, Krümmel, Grohnde, Unterweser und Lingen. Brunsbüttel ist sogar “sicherer” ausgelegt als die Zwischenlager in Biblis, Grafenrheinfeld, Gundremmingen, Isar und
Philippsburg, diese Lager haben erheblich dünnere Betonwände.

“Der Entsorgungsnachweis für die laufenden Atomkraftwerke ist faktisch futsch!”, sagte BI-Sprecher Wolfgang Ehmke. Die Konsequenz könne nur sein, dass die Atomkraftwerke endlich stillgelegt werden, statt weiter Müll zu produzieren und das Atommülldilemma täglich zu forcieren.
Das Urteil sei auch eine Backpfeife für die Autoren des Endlagersuchgesetzes. “Wenn ausgerechnet Brunsbüttel als Zwischenlager für einen Teil der Castoren, die nicht mehr nach Gorleben angeliefert werden sollen, entfällt, dann bricht der brüchige Atommüll-Konsens schon vor der Verabschiedung des Gesetzes zusammen. “Auch das Zwischenlager in Gorleben steht erneut auf dem Prüfstand”, betont die BI. Den Bau einer 10 Meter hohen Mauer rund um das Lager hatte die Umweltinitiative schon immer als unzureichende Nachrüstung gesehen: “Ein Einlagerungsstopp ist das Mindeste!”

“Das Urteil wirft ein krasses Licht auf die Flickschusterei in der Atommüllfrage und muss politische Konsequenzen haben”, so Ehmke. Die
Empfehlung der Gorleben-Gegner: “Atomkraftwerke stilllegen und ein Rahmengesetz, das das Scheitern der bisherigen Atommülllagerung
einräumt und eine umfassende Atommülldebatte einleitet, das eine vergleichende Endlagersuche mit weitgehenden Partizipationsrechten der
Zivilgesellschaft festschreibt.” Sicherheit müsse endlich groß geschrieben werden und das Durchzocken in und mit Gorleben müsse
deshalb ebenfalls ein Ende haben.

Wolfgang Ehmke 0170 510 56 06
Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow – Dannenberg e.V.
Rosenstr. 20
29439 Lüchow
http://www.bi-luechow-dannenberg.de
Büro: Tel: 05841-4684  Fax: -3197
buero@bi-luechow-dannenberg.de

 

Pressemitteilung  27.08.13
Zwischenlager – Zweifel an Sicherheit
BI fordert Wenzel zum Handeln auf

Das Urteil des Oberverwaltungsgericht Schleswig (Az.: 4 KS 3/08) vom
20. Juni hatte für erhebliches Aufsehen gesorgt. Es entzog dem atomaren
Zwischenlager in Brunsbüttel die Betriebserlaubnis. Ausgerechnet
Brunsbüttel wurde als einer der drei anvisierten Ausweichplätze für die
Castoren gehandelt, die nach dem sogenannten Endlagerkompromiss nicht
mehr nach Gorleben rollen sollen. Bis ins Jahr 2014 hatte die Politik
die Entscheidung darüber, wo die 26 Behälter aus La Hague und
Sellafield eingelagert werden sollen, vertagt.
Jetzt hat das OVG eine schriftliche Begründung den Verfahrensparteien
zugestellt. Die Fassung trägt das Datum vom 23. August 2013. Dem
Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) bleiben vier Wochen, um gegen das
schriftliche Urteil Stellung zu nehmen. Sicherheitsdefizite sah das
Gericht gleich in drei Punkten: Es sei nicht ersichtlich, ob der
Absturz eines Airbusses A380 und der Kerosineintrag betrachtet wurden.
Auch ein terroristischer Angriff mit panzerbrechenden Waffen neueren
Typs müsste überprüft werden.
Welche Folgerungen das Niedersächsische Umweltministerium aus dem
Urteil des OVG Schleswig hinsichtlich der Sicherheit des Castor-Lagers
in Gorleben zieht, wollte die Bürgerinitiative Umweltschutz
Lüchow-Dannenberg (BI) schon im Juli vom Grünen Umweltminister Stefan
Wenzel wissen. Die BI verweist darauf, dass im Unterschied zu den
anderen norddeutschen Zwischenlagern in Gorleben die Wandstärken
weitaus geringer sind. Statt  1,2 m Betonwand und 1,3 m Deckenstärke
sind die Wand- und Deckenstärken nur halb so groß.

Anders als Wenzel sieht die Bürgerinitiative deshalb nicht
Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) in der Pflicht “zu liefern”,
sondern die niedersächsische Atomaufsicht. “Sie muss sogar handeln,
wenn es wesentliche und neue Bedenken in Sicherheitsfragen gibt, das
legt der Paragraph 19 des Atomgesetzes der Atomaufsicht auf”, betont
die BI.  Aus dem Urteil könnte sich eine äußerst prekäre Situation
ergibt, denn schließlich können die 113 Castoren nicht so einfach
ausgelagert werden: Aber zu dem gewollten politischen Einlagerungstopp
kommt jetzt eine sachliche Begründung hinzu”, sagte BI-Sprecher
Wolfgang Ehmke.

Wolfgang Ehmke 0170 510 56 06

0 2340

Seit 1982 wurde kein neues Atomkraftwerk mehr in Auftrag gegeben.

1989 wurde die Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf aufgegeben.

Mit dem Aufkommen alternativer Energien flaute in Deutschland die Konjunktur der Kernkraft ab. 1982 wurde mit dem Bau des letzten Kernkraftwerks in Deutschland begonnen, dem KKW Isar/Ohu 2. Noch in den 1980er-Jahren war einzig die Kohlekraft eine realistische Alternative, die schon damals aus ökologischen Gründen problematisch erschien. Doch als die erneuerbaren Energiequellen in den 1990er-Jahren immer substanzieller erschienen, geriet die Kernenergie aufs Abstellgleis. Der unermüdliche Widerstand der Bürgerinitiativen gegen Atomkraft und die Erfahrungen der Atomunfälle in Harrisburg, Tschernobyl und zuletzt in Fukushima taten ihr Übriges.

In den Zeiten des Wiederaufbaus Deutschlands war die Euphorie riesengroß. In den 1950er-Jahren war die Rede von den „unabsehbaren Chancen der friedlichen Atomnutzung“. Mithilfe des Atoms würde die Menschheit die Wüsten und Eiswüsten erblühen lassen, so lauteten die Prognosen – die freilich wenig Rücksicht auf mögliche Kollateralschäden nahmen.

Es gibt  viele Beispiele für die frühe Atombegeisterung, die aus heutiger Sicht nur noch skurril wirken. So hat der West-Berliner Senat unter Willy Brandt nach dem Mauerbau 1961 ernsthaft die Errichtung eines Kernkraftwerks erwogen, um die Stadt energieautark zu machen. Als Standort war die Pfaueninsel vorgesehen, die direkt an der Grenze zur DDR lag – und in unmittelbarer Nähe zu Wohngebieten von Millionen Menschen.

Der spätere Bundeskanzler und SPD-Vorsitzende Brandt war in jüngeren Jahren ein großer Anhänger der Kernenergie, eine Position, die in seiner Partei weit verbreitet war und 1959 ihren Niederschlag im Godesberger Programm gefunden hatte.

 

 

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Die Anwohner der beiden Atom-Reaktoren in Gundremmingen haben nach mehrjährigem Kampf erreicht, dass die Messwerte der Radioaktivitätsüberwachungen des Freistaates und des Betreibers (e.on) während der Revisionen bekannt gegeben werden müssen.

Dabei kamen erstaunliche Ergebnisse zu Tage. Die üblichen Mittelwerte waren kurzzeitig bei der “Öffnung des Deckels” während des Revisionsvorgangs bis zum Faktor 1000 in kurzfristigen Spitzenwerten angestiegen.

Der Umweltsenat der Stadt LA hat einstimmig auf Antrag der CSU-Fraktion vor geraumer Zeit ebenfalls eine Offenlegung der Werte für Isar 1 und 2 beantragt.

Bisher kam ausser nichts sagenden Briefen von Ministerien keine aussagekräftigen Antwort.

Im Umweltsenat am 9.7.12 hat Rudolf Schnur nun bei der Verwaltung über den Sachstand nachgefragt. Verblüfft nahm er die Aussage von Rudolf Laimer zur Kenntnis, dass die Werte mittlerweile eingetroffen seien und keine nennenswerten Anstiege zu erkennen seien.

Da kein Mitglied des Umweltsenates davon in Kenntnis gesetzt wurde, ersuchte Rudolf Schnur einmal mehr, alle diesbezüglichen Unterlagen den Stadtratsmitgliedern zu kommen zu lassen. Dies sicherte Rudolf Laimer zu.

Im Umweltsenat vom 26. Juli 2012 wurde erneut keine Information zu diesem Sachverhalt gegeben. Bis heute liegen dem Anfrager, die von Herrn Laimer als bereits verteilt angeführten Unterlagen, nicht vor. Nun ist es an der Zeit dort schriftlich nachzufragen.