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Grüne

Grüne Postenjäger – peinlich und instinktlos

 

Von Peter Helmes

 

Man ist ja von den Grünen dieser Welt einiges gewohnt, vor allem auch, das „moralische Gewissen der Nation“ zu sein. Moral? Doch wo die Pöstchen winken, kann die Moral schnell sinken.

 

Claudia Roth, schon als Möchtegern-Spitzenkandidatin krachend gescheitert, und Renate Künast, in Berlin und ebenfalls bei der Kandidatenkür abgewatscht, sind neben Jürgen Trittin, Katrin Göring-Eckardt und Cem Özdemir verantwortlich für das Desaster der Grünen bei der Bundestagswahl. Die grüne Misere haben sie nicht nur zu verantworten, sie stehen auch für den Linksruck der Grünen, der von den Wählern gnadenlos abgestraft wurde. Die ganze Richtung war falsch. Aber statt nun ins Glied zurückzutreten, betreiben sie ihr Geschäft munter weiter – bis hinein in die Koalitionsverhandlungen mit der Union. Abgemeierte Grüne wollen also jetzt mit CDU und CSU über eine neue Politik verhandeln. Eine Lachnummer!

 

„Verjüngung und Erneuerung“ durch Bäumchen wechsle dich

Die Lust zum Lachen vergeht einem jäh, wenn man sieht, wie sich die selbsternannten Moralhüter nunmehr um die Spesentöpfe reißen. Hier zwei Originalzitate:

 

„Das war für mich mit der Entscheidung bei der Urwahl klar, daß jetzt auch eine Verjüngung und Erneuerung drin liegt.“ Sprach die bisherige Fraktionsvorsitzende der Grünen, Renate Künast, und bewarb sich stante pede für den äußerst lukrativen Posten einer Bundestagsvizepräsidentin, den Göring-Eckardt räumte, um Fraktionsvorsitzende zu werden. Ein „Bäumchen wechsle dich“ der Verlierer(innen) und gewiß auch ein Beitrag der Künastchen „Verjüngung“, darf man anmerken.

 

Das Vorpreschen der „lieben Renate“ hinwiederum konnte und wollte Frl. Roth, die bisherige Vorsitzende der Grünen, nicht hinnehmen: „Ich möchte gerne mich in der Fraktion bewerben für das Amt der Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages.“ Nix gelernt, aber forsch! Und ein weiteres Zitat von Claudia Roth paßt ganz ausgezeichnet zu der grünen Gemengelage;„Die Wähler wollen uns kämpfen sehen. Kämpfen kann ich, liebe Freundinnen und Freunde, und das Nerven, das gewöhn´ ich mir auch nicht mehr ab. Vielen Dank!“

 

Da nervt sie schon jetzt. Die NRW-Bundestagsabgeordnete Bärbel Höhn, gibt Hilfestellung: „Der Job der Bundestagsvizepräsidentin ist ja auch schon einer, der repräsentiert, ist einer, der auch viel Erfahrung braucht, und ich finde, beide Kandidatinnen würden das gut machen können. Ich glaube, mit beiden wäre das eine Bereicherung.“

 

Was meint die Höhn mit „Bereicherung“? Der Posten einer Bundestagsvizepräsidentin ist mit rund 140.000 Euro dotiert; hinzukommen Büro, Personal und „geräumiger“ Dienstwagen mit Fahrer. Für eine abgebrochene Studentin ohne Berufsausbildung wäre das doch gewiß ein angemessener Trostpreis für den Verlust des Parteivorsitzes. Wie sagt das Frl. Roth so gerne und so oft: „Ich bin betroffen!“ Und ich, verehrte Leser, „bin tief betroffen.“

 

Das Verhalten der bisherigen Führungsspitze der Grünen nach der Bundestagswahl ist beschämend, peinlich und politisch instinktlos.

 

13.10.13

(Alle Zitate lt. www.dradio.de/dlf/sendungen/dlfmagazin/228392)

 

20. September 2013, 12:38 Uhr

Grüne

Volker Beck täuschte Öffentlichkeit über Pädophilie-Text

Von Ann-Katrin Müller

In der Pädophilie-Debatte gerät jetzt auch der Grüne Volker Beck unter Druck: Ein umstrittener Text des Fraktionsgeschäftsführers von 1988 über Sex zwischen Kindern und Erwachsenen ist nach SPIEGEL-Recherchen doch nicht vom Herausgeber inhaltlich verfälscht worden. Beck aber hatte das stets behauptet.

Berlin – In der Affäre um die pädophilen Verstrickungen der Grünen hat der Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck die Öffentlichkeit jahrelang hinters Licht geführt. SPIEGEL-Recherchen im Archiv der Heinrich-Böll-Stiftung belegen, dass ein Manuskript aus dem Schwulenreferat der grünen Bundestagsfraktion, dessen Referent Beck war, nahezu identisch ist mit einem Gastbeitrag Becks für das Buch “Der pädosexuelle Komplex”.

In dem 1988 erschienenen Buch schreibt Beck: “Eine Entkriminalisierung der Pädosexualität ist angesichts des jetzigen Zustandes ihrer globalen Kriminalisierung dringend erforderlich.”

Der Bundestagsabgeordnete aus Köln war wegen des Beitrags immer wieder scharf angegriffen worden. Mehrfach verteidigte er sich mit dem Argument, der Text sei vom Herausgeber nachträglich im Sinn verfälscht worden. Auf SPIEGEL-Anfrage und nach Ansicht des Manuskripts verwies er darauf, dass der Herausgeber seine zentrale Aussage durch Kürzen der Überschrift gestrichen habe.

Vergleicht man allerdings die beiden Texte, ist Becks zentrale Aussage noch enthalten, im Sinn verfälscht wurde der Gastbeitrag durch die Änderung des Herausgebers keineswegs.

Beck räumt ein, dass seinem Beitrag der falsche Gedanke zugrunde liege, dass es theoretisch gewaltfreien und einvernehmlichen Sex zwischen Erwachsenen und Kindern geben könne. Dafür entschuldige er sich.

Erst am Montag war bekannt geworden, dass Spitzenkandidat Jürgen Trittin 1981 das kommunalpolitische Wahlprogramm einer Göttinger Grünen-Liste presserechtlich verantwortet hatte, in dem unter anderem die Straffreiheit von gewaltfreiem Sex zwischen Erwachsenen und Kindern gefordert wird. Darauf waren die Parteienforscher Stephan Klecha und Franz Walter gestoßen, sie veröffentlichten in der Tageszeitung “taz” einen entsprechenden Artikel.

Bereits am Dienstag konfrontierte der SPIEGEL Beck mit dem Fund. Der grüne Politiker entschied sich daraufhin offensichtlich für Vorwärtsverteidigung und gab das Dokument am Mittwoch mit einer Stellungnahme an verschiedene Medien weiter, darunter die “Frankfurter Rundschau”. Offenbar soll so der Eindruck entstehen, er sei Aufklärer in eigener Sache.

Immer noch beharrt Beck jedoch auf seiner Aussage, dass der Herausgeber den Sinn des Textes durch das Ändern der Überschrift entstellt habe. Auch die Göttinger Wissenschaftler rund um Professor Walter, die das Thema für die Grünen aufarbeiten, waren auf das Dokument gestoßen und hatten Beck Anfang der Woche zu dem Fundstück befragt. Ihre Forschungen dazu sind noch nicht abgeschlossen.

 

Mehr auf SPIEGEL ONLINE:

 

Der Pädophilie-Skandal der Grünen in Zitaten

Zusammengestellt von Peter Helmes

Die Grüne Moral-Partei – unmoralisch und unglaubwürdig

„Eine halbgare Entschuldigung und ein Verweis auf Fehler reichen bei weitem nicht“. Soweit ein Zitat des Spitzenkandidaten der Grünen, Jürgen Trittin, am 19.02.2011. Das war aber keine Stellungnahme zur Pädophilie-Debatte der Grünen, sondern zur Erklärung von Freiherr zu Guttenberg zu dessen Doktorarbeit. Eine ähnliche Erklärung erwarten wir jetzt von Jürgen Trittin in eigener Angelegenheit. Doch eine solche Erklärung wird nicht kommen. Die folgende Zusammenstellung von Zitaten und Berichten beweist, daß die Grünen nichts aus den Fehlern gelernt hat, die sie grundsätzlich bei anderen (Kirchen und politischen Gegnern) so gründlich anprangern. Nun richtet sich der moralische Zeigefinger gegen sie selbst. Spät, zu spät, räumen Trittin & Genossen Fehler ein – scheibchenweise:

„Die Position ist falsch, war falsch und wurde von uns zu spät korrigiert“ (Trittin am 16.9.2013 lt. Spiegel Online 17.9.13).

„Wir Grünen, mich eingeschlossen mit der Verantwortung, haben in den frühen achtziger Jahren eine Position vertreten zur Pädophilie, die muss allen Missbrauchsopfern als Hohn erscheinen. Und das ist ein Fehler gewesen“ (Jürgen Trittin in Spiegel Online 17.9.13)

„Die verstörenden Sex-Fantasien der Grünen Jugend“ –  so betitelte Dr. Alexander Kissler seine Kolumne am 10.9.2013 in Focus-Online und schrieb: „Hinter den Fantasien vom besseren Leben für alle verbirgt sich jedoch die Herrschaft von Gesetz und Sex, Quote und Umerziehung. Und Pädophilie ist sogar Anlaß für einen müden Witz.“

„Sexuelle Befreiung“

Die Grünen wollten mit der deutschen Geschichte brechen. Dazu gehörte der Umgang mit Sexualität. Sie schufen sich eine Ideologie, die Kindesmissbrauch Vorschub leistete.(…)

Den (grünen) Kritikern ging es um Prinzipielles: die kriminalisierenden Strukturen in der Gesellschaft. Sexualität, so ihr Argument, dürfe nicht durch das Strafrecht geregelt werden. „Was wir brauchen, ist eine Gesellschaft“, so erklärte die grüne Arbeitsgemeinschaft „Schwule und Päderasten“, in der „Menschen jeden Geschlechts und jeden Alters und jedweder Zahl sich lieben“.

„Dass Pädophile bei den Grünen Gehör fanden, hängt mit den extremen gesellschaftlichen Veränderungen ab den späten 60er-Jahren zusammen. Jakob Pastötter, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Sexualforschung (DGSS), sagt: „Die Vorgänge damals erscheinen aus heutiger Sicht als Paradebeispiel dafür, wie eine radikale Minderheit gesellschaftspolitische Schaltstellen besetzen kann, wenn sie auf eine zutiefst verunsicherte, unzufriedene, und daher utopieanfällige Mehrheit stößt, die sie mit einer simplen Weltrettungsformel manipuliert.“ (…)

Oder einfacher: Pädophile haben sich als „Trittbrettfahrer“ der gesellschaftlichen Revolution betätigt, schreibt der Psychotherapeut Jürgen Lemke im „European“. Sie versuchten, alle gesellschaftlichen Gruppen zu instrumentalisieren, sagt Pastötter: wissenschaftliche Vereine, darunter die Vorgängerorganisation der DGSS, die alternative Szene, Kirchen – und politische Parteien.“ (…)

Dazu kamen dann weitere Thesen. Jakob Pastötter fasst so zusammen: „Ermutigt Eure Kinder zu sexueller Neugier und lasst sie auch mit Erwachsenen sexuelle Erfahrungen machen, damit sie später nicht zu „sexuellen Krüppeln“ (Helmut Kentler) oder gar Faschisten werden (Wilhelm Reich, Herbert Marcuse).“ Oder, wie es Dannenberg formuliert: Man glaubte, dass sexuelle Befreiung des Menschen zu einer befreiten Gesellschaft führen müsse. (Focus Online,24.7.13)

Die Grünen wollten in den achtziger Jahren legalisieren, was sie Sex mit Kindern nannten. So hieß das damals. Heute sagt man dazu sexualisierte Gewalt oder einfacher: Sexueller Kindesmissbrauch. (Christian Füller, FAZ-net, 14.9.13)

Das grüne Sammelbecken der Päderastenszene

„Was anfangs wie nur ein Skandal um einige wenige (immerhin) Spitzengrüne aussah, entpuppt sich mittlerweile als eines der wesentlichen Kennzeichen einer Partei, die nach außen hin antrat, um Deutschland vor dem Umweltkollaps zu retten, in Wirklichkeit jedoch ganz anderes im Sinn hatte: Ihr ging es um die Zerstörung aller gewachsenen Werte einer jahrtausendealten Gesellschaft und damit um die Vernichtung dieser von ihnen zutiefst gehassten Bürger-Gesellschaft schlechthin.

Dass sich dabei die Grünen als DAS Sammelbecken der deutschen Päderasten-Szene erweisen sollten, kam dennoch erst Jahrzehnte später ans Tageslicht. Das zeigt, wie erfolgreich die Grünen mit den Medien verbandelt waren und bis zum heutigen Tag sind: Wie bei der Mafia gilt im Verschwörungskomplex der Grünen mit den Medien das Gesetz der Omerta: Nichts darf nach außen dringen.

Kein Geringererr als der sich stets staatsmännisch gebende Jürgen Trittin, der grüne Oberguru mit stramm maoistischen Wurzeln (KB), gerät nun in den Strudel des Päderasten-Tsunamis seiner “Öko”-Partei: Auch dieser grüne Saubermann unterstützte 1981 ein Programm zur Straffreistellung von Erwachsensex mit Kindern.

Trittin “bedauert” sein damaliges Handeln, denn die Partei sei dazu durch „organisierten Druck von Interessensgruppen“” gedrängt worden. Von wem, verschweigt er. Wurde Trittin etwa mit dem Tode bedroht, falls er sich für das Päderasten-Programm seiner Partei nicht einsetzen sollte? Verabreichte man ihm Drogen, die seinen Willen schwächten? Wurde er so lange gefoltert, bis er schließlich dem Pädophilen-Programm zustimmte? (…)

Es gibt für Trittin nur eine einzige Reaktion, wie er seine Reputation retten kann: den sofortigen Rücktritt. Damit nähme er wie ein Mann Verantwortung für sein Handeln damals und Verantwortung für die Päderastenpolitik seiner Partei heute. Auch wenn er — ich glaub’s ihm — selbst kein Päderast sein mag.

Dies fordert nun auch der CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt in einem jüngsten Interview gegenüber FOCUS: „Trittin war Teil des Pädophilie-Kartells bei den Grünen und ist als Frontmann untragbar… Statt sich selbst zu stellen und die Karten auf den Tisch zu legen, hat er gewartet, bis er enttarnt und überführt wurde. Der heuchlerische Umgang mit der Pädophilie-Vergangenheit ist mit ein Grund, warum die Wähler sich von der Grünen abwenden.“

“Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) sagte, Trittin verhöhne die Opfer von sexuellem Missbrauch.”Als Jürgen Trittin mit falschen Bolzenschneider- und Schlagstock-Fotos von einer Göttinger Demo konfrontiert wurde, konnte er sich sofort perfekt an jedes entlastende Detail der Szene erinnern”, sagte die Ministerin dem “Tagesspiegel”.

Derselbe Jürgen Trittin brauche nun einen Professor, “um seine persönlichen Erinnerungen an grüne Pädophile wachzurütteln und zu veröffentlichen”. Sie fügte hinzu: “Das ist der blanke Hohn gegenüber allen Missbrauchs-Opfern, die zu Recht mehr Ehrlichkeit von der Gesellschaft gegenüber Kindesmissbrauch verlangen…” (Michael Mannheimer-blog, 16.9.13)

Ja zu Tieren, Nein zu Ungeborenen

„…Dieser Utopismus war die Grundlage für die Akzeptanz und sogar Förderung der Pädophilie in den eigenen Reihen  –  heute ist das beispielsweise für den Inzest der Fall. Man hielt es nicht für möglich, daß Gruppierungen, die die Geburt des „neuen Menschen“ anstrebten, böse Menschen sind.

Dr. Brezinka (J. F.) beschreibt diese Haltung folgendermaßen: „Sie ist eine weltliche Erweckungsbewegung, vergleichbar religiösen Sekten, die ihre vermeintlich gute Gesinnung auch den Menschen aufzudrängen versuchen.“ – Stichwörter: Abschaffung der Ehe, Überwindung der Zweigeschlechtlichkeit, Veggie-Day.

Brezinka hat 1972 auf die Widersprüche der Neuen Linken hingewiesen, die heute die Grünen kennzeichnen: „Es finden sich neben naiv-fortschrittsgläubigen auch sehr pessimistische Aussagen über die Natur und die Zukunftsfähigkeit des Menschen.“ Die Grünen sind voll des Mitleids für die Tiere, die nicht „artgerecht“ leben, und wollen ihnen alle möglichen „Rechte“ geben. Gleichzeitig sind sie für eine radikale Liberalisierung der Abtreibung, und ihre gesamte Umweltpolitik geht von der Vorstellung des Menschen als Raubtier aus.

Brezinka: „Die Deutung unserer gesellschaftlichen Situation reicht von einseitig übertriebenen Schilderungen tatsächlich vorhandener Schattenseiten, aus denen echte Sorge um wirkliche Menschen spricht, bis zur totalen Verneinung alles Vorhandenen, zur Verachtung des Menschen, wie sie sind, zum Haß auf jegliche Ordnung, zur Lust an der Zerstörung, an der Anarchie.“

Wie will die Neue Linke das alles verändern: „Erziehung und Umerziehung sollen also vorwiegend dazu dienen, die Menschen ihrer Kultur zu entfremden, sie von den Bindungen an die Normen ihrer Gesellschaft zu ‘befreien’“. – Zu diesem Zweck sollten Schulen, Universitäten, Medien und der Kulturbetrieb erobert werden.

„Weil man die Schöpfung des „Neuen Menschen“ anstrebt, haben die Grünen überhaupt kein Problem, die Liberalisierung von Inzest und die Abschaffung der Ehe, das Sonntagsfahren und Süßigkeiten verbieten oder den Veggie-Day  –  nur in der Oberfläche widersprüchliche Forderungen  –  gleichzeitig zu fordern. Der Mensch muß eben zu seinem Glück gezwungen werden  –  so die grüne Anthropologie.“

Die Grünen haben schon viel Macht für das Erreichen ihrer Ziele ansammeln können. Unsere Aufgabe ist es, sie anzuhalten, bevor es nicht mehr möglich ist.“ (Erstveröffentlichung des Beitrags in der Wochenzeitung “Junge Freiheit“,zitiert nach „Christl. Forum“, 18.9.13)

„SchwuPis“

Schließlich gab es die pädosexuellen Arbeitsgruppen der Partei. Sie nannten sich offen „Arbeitsgemeinschaft Schwule und Päderasten“. Parteiintern verniedlichte man sie gerne als „SchwuPis“. Sie forderten die Abschaffung des kompletten Sexualstrafrechts. Das hätte nicht nur bedeutet, schwulen Sex zu legalisieren, sondern auch sogenannten Sex mit Kindern und Schutzbefohlenen und Darstellungen sexueller Gewalt gegen Kinder straffrei zu stellen. Die Päderasten waren bei den Grünen keine Splittergruppe, sondern eine von der Bundestagsfraktion finanzierte Arbeitsgruppe, die ganz formell in die Parlamentsarbeit eingebunden war. Das heißt, sie konnte unmittelbar auf die grüne parlamentarische Willensbildung einwirken. Nie waren Sexualstraftäter näher am Gesetzgeber als bei den Grünen. (…)

Volker Beck und andere führende Grüne stellen die Trennung von den Päderasten als tapferen Kampf gegen das Böse dar, als bewussten Akt der politischen Hygiene. Das ist bestenfalls Geschichtsklitterung. Die Päderasten wurden nicht etwa aktiv aus der Fraktion geworfen, sondern sie verließen sie von sich aus – „um künftig mehr in die Partei hineinzuagieren“, wie es ihr Frontmann Dieter Ullmann damals ausdrückte.“ (Chr. Füller, FAZ-net., 14.9.13)

„Kloaken menschlicher Dekadenz“

„…Die Grünen hatten etwa 30 Jahre lang so etwas wie Narrenfreiheit und meinten, daß sich niemand um die irrsinnigen politischen Visionen mancher Untergliederungen, vor allem der Grünen Jugend, kümmern würde. Nun ist der deutschen Öffentlichkeit klar geworden, welche Kloaken menschlicher Dekadenz sich in dieser Partei unbeschwert entfalten konnten, und sie ist entsetzt. Bündnis90/Die Grünen sind in den Umfragewerten inzwischen auf ihre Stammwählerschaft geschrumpft. Nun fragt man sich: Was ist in den Genen dieser Partei angelegt, was solch abstruse politische Visionen hervorbringt?“ (Matthias von Gersdorff, Christl. Forum, 18.9.13)

Am 15.9.2013 druckte die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung den Artikel von Christian Füller, der einige Wochen davor von der taz in letzter Minute abgelehnt wurde. Füller schreibt:

„Wieso nahmen Grüne die offen pädophile Propaganda widerspruchslos an? … Weil die Grünen Gläubige sind. Sie glauben fest an die Moral der grünen Kirche von der Bewahrung der Schöpfung, der ehrlichen Politik und einer besseren, grünen Welt.“

Dieser Glaube, so Füller, ist bestimmend für die Mentalität der Grünen: „Die grüne Ideologie steht nicht in Parteiprogrammen: Sie steckt bis heute in den Köpfen der Parteigänger.“ „Selbstbestimmte Sexualität und Kritik an der patriarchalen Gesellschaft waren unsere Themen damals“, sagen jene, die den Aufbruch gegen die verkapselte Post-NS-Gesellschaft wagten (zitiert nach „Christliches Forum“, 18.9.13).

In der aktuellen Ausgabe der Frauenzeitschrift “Emma” (Okt./Nov. 2013) befaßt sich Herausgeberin Alice Schwarzer auf den Seiten 54 bis 57 ausführlich mit den Gründen und Hintergründen der pädosexuellen Verirrungen in linksliberalen bzw. rotgrünen Kreisen. Dabei nimmt die bekannte Feministin in puncto “Sex mit Kindern” kein Blatt vor den Mund. Unter dem Titel “Die Fortschrittlichen und die Pädophilie” schreibt sie gleich eingangs:

“Die Empörung war groß, als der Missbrauch von Kindern in katholischen Internaten ans Licht kam. Zu recht. Aber es dauerte länger, viel länger, bis auch die sexuellen Übergriffe der “Kinderfreunde” in WGs und Kommunen als Skandal empfunden wurden.”

Zudem stellt die Emma-Herausgeberin klar, daß sich die Kritik nicht allein auf die grüne Partei beziehen sollte:

“Es waren nicht nur die Grünen. Es waren auch nicht nur die 68er. Es war der Zeitgeist, der allerdings war links beziehungsweise liberal. Es war einfach angesagt bei (fast) allen, die sich als fortschrittlich verstanden: Dass doch nichts dabei sei, wenn Erwachsene mit Kindern…denn die wollten es doch auch.”

Hinsichtlich der skandalösen grünen Beschlüsse aus den 80er Jahren (pro Straffreiheit pädosexueller Verbrechen) erläutert die Chefredakteurin der “Emma”, diese seien u.a. “inspiriert” worden von der grünen BAG SchwuP (Bundesarbeitsgemeinschaft Schwule, Päderasten und Transsexuelle). Schwarzer fügt hinzu:

“Der Koordinator der SchwuP, Dieter Ullmann, war da wegen Kindesmissbrauchs schon mehrfach im Gefängnis gewesen. Und übrigens war bei der SchwuP auch der Grüne Volker Beck aktiv.”

Die Autorin beläßt es keineswegs bei Enthüllungen über Vergangenes; sie kritisiert die grüne Partei auch hier und heute:

“So waren und sind die Grünen weiterhin gegen jegliche Einschränkung von Pornografie. Und sie sind die Vorreiter einer Verharmlosung von Prostitution, für sie „ein Beruf wie jeder andere“. Das passt zur Verharmlosung des Missbrauchs von Kindern: Die herrschenden Alt-Grünen sind gegen Herrschaftsverhältnisse im gesellschaftlichen Bereich, leugnen jedoch die Machtverhältnisse im Privaten. Das gilt für das Machtgefälle zwischen Freiern und Prostituierten ebenso wie für das zwischen Erwachsenen und Kindern. – Dürfen wir also auch bei der Prostitution, diesem „Beruf wie jeder andere“, nun 30 Jahre warten, bis ihre Verharmlosung und Akzeptanz als Skandal empfunden wird?”

Schwarzer wirft dem grünen Geschäftsführer Volker Beck ausdrücklich “Verharmlosung und Akzeptanz der Prostitution” vor und zitiert seine vielsagenden Äußerungen hierzu:

“Beck wörtlich: „Wenn Leute etwas anbieten, andere es kaufen wollen und es keine ökologischen oder sozialen Nebenwirkungen gibt, die man dringend unterbinden muss, dann nehme ich das zur Kenntnis und störe mich nicht weiter daran.“  –  Das erklärte Volker Beck jüngst apropos der Prostitution. – Sexualität als Ware. Man kann einen solchen Grad an Zynismus kaum fassen.”

Humanistische Union

„Die „Humanistische Union (HU)“ versteht sich selbst als Bürgerrechtsbewegung, die vor allem für die altbekannten linken Ziele eintritt: „Umfassende Informations-freiheit“, „mehr direkte Demokratie“, „Abschaffung des ´geheimdienstlichen´ Verfassungsschutzes, „Tren-nung von Religion und Staat“ etc. Als ihr „natürlicher Gegner gilt die katholische Kirche, mit der sie sich am liebsten anlegt. Die HU bezeichnet sich selbst als „antiklerikal und antikonfessionalistisch“ – weshalb sie vielfach als antichristliche Organisation gewertet wird (…)

Im besonderen Blick der HU standen und stehen u. a. die Liberalisierung des Strafrechts, weshalb sie sich gegen die Strafbarkeit rein „sittenwidriger“ Verhaltensweisen – beispielsweise Pornographie, Homosexualität oder Gotteslästerung – wandten.“ Auch fordert sie mehrfach die Straffreiheit von nicht unter Zwang ausgeführter Pädophilie… ( Führende Vertreter der der HU sind z. B. Claudia Roth, Volker Beck und Renate Künast.)

In die Kritik gerieten Claudia Roth und Renate Künast. Sie waren beide Beiräte in der Organisation Humanistische Union (HU), schon bevor sich die Organisation 2004 explizit von Pädophilie distanzierte, nach dem der Vorstand sich noch 2000 über „eine geradezu kreuzzugartige Kampagne gegen Pädophile“ beschwert hatte.

…Im Jahre 2000 errang die HU großes Aufsehen durch die Veröffentlichung einer „Erklärung des Bundesvorstandes der Humanistischen Union zum Sexualstrafrecht“, die zwar einige Monate später auf dem Verbandstag der HU wieder kassiert wurde, aber die den Geist der HU widerspiegelt. Der gesellschaftliche und staatliche Umgang mit der Gruppe der Pädophilen (Kinderverführer) wurde darin als „Lehrstück aus dem ebenso alten wie aufklärungsresistenten Kapitel der Erzeugung von gesellschaftlichen Sünden-böcken und der moralischen Verschiebung und Entäußerung sozialer Probleme“ charakterisiert. Angesichts der „absolut und relativ außerordentlich raren Fälle sexueller Gewalthandlungen“ sah man auch eine „kreuzzugartige Kampagne gegen Pädophile“. (Die „Arbeitsgemeinschaft Humane Sexualität – AHS -, mit der die HU damals eng zusammenarbeitete, vertrat die Auffassung, daß sexuelle Handlungen von Erwachsenen mit Kindern unter bestimmten Umständen straffrei sein sollten.)

Angesichts dieser „liberalen“ Haltung der Humanistischen Union zur Sexualität ist es schon mehr als zynisch zu bewerten, wenn das Beiratsmitglied der HU, Frau Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger von der katholischen Kirche eine „klare Zielrichtung in Sachen Mißbrauch“ fordert. Die Bundesjustizministerin schalt die Kirche, auch sie müsse „dringend ihre Auffassung zum Umgang mit Kindern und Gewalt (…) grundlegend ändern.“ Vielleicht sollte sie noch einmal darüber nachdenken, was ihre Kollegen in der HU dazu generell sagen.(…)

Wenn die Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger die katholische Kirche gerne auf der Anklagebank sähe, wenn die aus der Kirche ausgetretene Claudia Roth Papst Benedikt XVI. angreift, er leide unter „komplettem Realitätsverlust“, und die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Deutschen Bundestag, Renate Künast, im Zusammenhang mit der Mißbrauchsdiskussion in der Kirche eine „grundlegend geänderte Auffassung zum Umgang mit Kindern und Gewalt“ einklagt – als ob die (kath.) Kirche sich jemals für Gewalt gegen Kinder ausgesprochen habe –  dann ist das die Saat, die die Propaganda der Humanisti-schen Union gelegt hat. „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen!“Das also ist der Nährboden für viele führende Politiker der Grünen…“

(aus P. Helmes.: „Die Grünen – Rote Wölfe im grünen Schafspelz“, 7. Auflage, Hamburg, 2011)

Grüne Jugend

Aufschlußreich sind zweifellos auch jene Fakten, die Schwarzer („Emma“) hinsichtlich Prof. Rüdiger Lautmann, der “Humanistischen Union”, den Judos,  Jusos und der seit Jahrzehnten links agierenden Gewerkschaft GEW auflistet:

“Der als links geltende Rechtswissenschaftler Rüdiger Lautmann zum Beispiel konnte ungestört weiter an der Universität Bremen lehren, obwohl er bereits 1978 den sexuellen Missbrauch von Kindern als „Straftaten ohne Opfer“ bezeichnet hatte. Auf dem Deutschen Soziologentag im April 1979 war Lautmann dann maßgeblich an dem Antrag beteiligt, den Pädophilie-Paragraphen 176 ersatzlos zu streichen. Wer hätte ihn auch stören sollen?

Zusammen mit Lautmann, der den „Arbeitskreis Homosexualität und Gesellschaft“ initiiert hatte, forderten die „Humanistische Union“ ebenso wie die „Schwulengruppen“ der Jungdemokraten, Jungsozialisten und die „Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft“ die ersatzlose Streichung des § 176. Wäre das nicht verhindert worden, wäre der sexuelle Missbrauch von Kindern heute in Deutschland straffrei.”

(aus „Emma“, zitiert nach einer Meldung des „Christl. Forums“ v. 10.9.13)

„Gleichberechtigte, einvernehmliche und verantwortliche sexuelle Handlungen dürfen – weil sie nicht schädigen – auch zwischen Erwachsenen und Kindern nicht mehr strafbar sein. Nur konkreter sexueller Machtmissbrauch ist als strafbare Handlung zu sanktionieren“ (aus: „Sexualität zwischen Kindern und Erwachsenen“, Positionspapier von 1988, aktualisiert 1998/99, Stand: 30.4.2010, Schriftenreihe der Arbeitsgemeinschaft Humane Sexualität (AHS). Die AHS und die HU sind eng miteinander verflochten.)

Grüne Jugend für straffreien Sex unter Geschwistern

„Die Grüne Jugend von Augsburg will Sex unter Geschwistern erlauben. In einer Pressemitteilung heißt es: “Deutschland muss Liebe endlich legalisieren!”

Sex unter Geschwistern ist in Deutschland verboten. Mehr sogar. Es ist ein Tabu. In Paragraf 173 des Strafgesetzbuches steht, daß Geschwister, die miteinander Sex haben, mit bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe zu rechnen haben. Die Grüne Jugend von Augsburg will dies nun abschaffen.

“Mit dem Inzestverbot greift der Staat massiv in das Privatleben und das Selbstbestimmungsrecht seiner Bürger*innen ein”, schreibt Marie Rechthaler, Sprecherin der Grünen Jugend Augsburg. Außerdem widerspreche das Inzest-Verbot den wissenschaftlichen Tatsachen.

Auch Katharina Stephan, eine weitere Sprecherin der Grünen Jugend Augsburg, schreibt: “Mit dieser mutlosen Entscheidung werden wir um Jahre zurückgeworfen. Eine Abschaffung des ‘Inzestparagraphen’ 173 ist längst überfällig. Wir fordern deshalb: Deutschland muss Liebe endlich legalisieren!” (Augsburger Allgemeine 09.07.12)

Ströbele: Straffreiheit für Geschwistersex

Im April 2012 forderte bereits Polit-Dino Hans-Christian Ströbele, dass Geschwister-Sex erlaubt sein sollte: “Zwei erwachsene Menschen sollten selbst entscheiden können, ob sie miteinander Geschlechtsverkehr haben – vorausgesetzt, sie lieben sich, es geschieht freiwillig und es besteht kein Abhängigkeitsverhältnis.”

„Händeringend werden in diesem Nullwahlkampf schmissige Themen für Debatten gesucht. Ich hätte eines: Inzest. Hans-Christian Ströbele von den Grünen fordert, den Inzestparagrafen abzuschwächen, Sex unter Geschwistern solle legalisiert werden. Die grüne Jugend aber geht weiter und will auch Sex zwischen Eltern und – erwachsenen – Kindern erlauben. Das Inzestverbot behindere die sexuelle Selbstbestimmung“ (zeit.de, 25.8.13).

(„Wer mit einem leiblichen Abkömmling den Beischlaf vollzieht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“ § 173 StGB)

Hintergrund der damaligen Äußerungen des Grünen-Politikers war eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte. Demnach verletze das deutsche Inzestverbot nicht die Menschenrechte. (Augsburger Allgemeine, 09.07.12)

„Pädophilen-Selbsthilfe“

Der Leiter des Dezernates für Sexualstrafdelikte im Polizeipräsidium München, beschrieb, nachdem die dortige Selbsthilfegruppe von der Polizei etwas näher unter die Lupe genommen worden war:

„Wir konnten durch unsere Ermittlungen in keiner Weise bestätigt finden, dass jemals Therapiegespräche oder Selbsthilfegespräche stattgefunden haben, sondern der Eindruck, den diese Gruppe vermittelt hat, war einfach, dass sich hier Gleichgesinnte finden, die letztendlich darüber diskutieren: Wie komme ich an entsprechendes Material, also kinderpornographisches Material, wie komme ich an Kinder, wie bahne ich diese Dinge an, auf welche Dinge muß ich aufpassen, um mich vor dem Zugriff der Polizei zu schützen.“( http://www.br-online.de/daserste/report/archiv/2004/00160)

Künast-Forderungen gegen die Kirche, aber nicht gegen die Grünen

„Der Staat sollte gegenüber der katholischen Kirche auch zu finanziellen Sanktionen greifen, sollte sich die Amtskirche nicht zur voll umfassenden öffentlichen Aufdeckung der Missbrauchs-Vorkommnisse bereiterklären. In diesem Zusammenhang nannte die Grünen-Fraktionschefin im Bundestag, Renate Künast, in einem Gespräch mit der aktuellen Ausgabe der “Leipziger Volkszeitung” (www.lvz-online.de) die Zuschüsse des Staates zu kirchlichen Schulen als denkbares Sanktionsmittel. Der Staat müsse die Kirche “politisch zwingen, überall aufzuklären”, sagte Künast. “Ich erwarte von der katholischen Kirche, Vorbild zu werden im Umgang mit Kindern, mit kleinen Kindern, mit den Ihnen Schutzbefohlenen. Sonst haben wir demnächst am Ende sogar eine Debatte über private und kirchliche Schulen.” Deshalb erwarte sie von der Kirche “einen schriftlichen öffentlich zugänglichen Bericht”.

Sie selbst stehe “fassungslos davor, dass die Kirche im Augenblick nicht in der Lage zu sein scheint, einfach klar zu sagen, wann immer es Gerüchte oder Verdächtigungen oder Angaben von Kindern gibt, wir geben es raus”. Die Kirche müsse rasch einen schlüssigen Verhaltenskodex erarbeiten. Alle Missbrauchs-Informationen müssten in Zukunft immer an dritte unabhängige Personen weitergereicht werden.“ (LVZ 13.3.10)

Auf eine solche Forderung der Künast gegen ihre eigene Partei warten wir wohl vergeblich; denn: „Wenn zwei das Gleiche tun, ist es nicht dasselbe.“ Und: Anders als die katholische Kirche weigern sich die Grünen, allen voran Künast und Trittin, eine gesonderte Anlaufstelle für Opfer grüner Täter einzurichten.

Claudia Roth – wie Künast – beklagt „Unfähigkeit der Kirche“

(Alle in diesem Kapitel folgenden Zitate aus: Focus-online,17.9.13)

So forderte die Grünen-Vorsitzende im Frühjahr 2010 eine unabhängige Untersuchung der Missbrauchsfälle. „Die Bundesregierung darf die Aufklärung nicht allein der Kirche oder anderen Institutionen wie der Odenwaldschule überlassen“, sagte Roth in einem Interview. Nötig sei eine „nationale unabhängige Untersuchungskommission“, die mit den nötigen Mitteln ausgestattet werden müsse. Papst Benedikt VXI. und die Deutsche Bischofskonferenz forderte die Politikerin auf, für „einen neuen Umgang mit Missbrauchsfällen zu sorgen“.

Kirchen wie säkulare Organisationen hätten „versagt, wenn es um den Schutz der Kinder ging“, postulierte Roth. In einem Interview mit der „Bunten“ zeigte sie sich „erschrocken“ über die „Unfähigkeit der Kirche, mit dem Missbrauchsskandal angemessen umzugehen“.

Verhältnismässigkeit

„Es kann wohl kaum sein, daß jemand wegen nicht gemachter Fußnoten in einer Doktorarbeit als Politiker nicht mehr tragbar ist, aber dann bei jemanden, der die Straffreiheit von Pädophilie fordert, nach etlichen Monaten des Ausweichens und einem kleinlauten ‘da hätte ich aufmerksamer sein sollen’ zur Tagesordnung übergegangen wird. Das ist schlichtweg eine Frechheit, und wenn man sich die Forderungen der grünen Jugend von heute ansieht, so kommt man nicht umhin zu bemerken, daß dieser Geist bei den Grünen noch immer grassiert.“ (Rafael Lankes)

Appell an die Grünen

„Die Grünen haben Monate lang Zeit gehabt, die Vorwürfe zu klären, einen Cohn-Bendit und einen Volker Beck an die Luft zu setzen. Aber durch die Salami-Taktik ist Scheibchen für Scheibchen immer mehr Pikantes ans Licht gekommen, und jetzt hat es das ehemaligen KB-Mitglied, und wie sich jetzt herausstellt, den VERANTWORTLICHEN für diese Aktion, auch noch erwischt, und das ist Herr Trittin. Die sind jetzt mit ihren eigenen Waffen geschlagen worden, aber die kleben an ihrem Stuhl. Ich finde dies im Vergleich zu einigen Fehlern in einer Doktorarbeit oder eine Hotelrechnung von 400,00 Euro wesentlich schlimmer, weil Herr zu G. und W. hier nicht gefordert haben, Kinder für Sex- und Lustspielchen freizugeben.“ (Jahan van Zadelhoff)

Trittins „Bedauern“

„   Betrachtet man sich die Reaktion Trittins auf die Vorwürfe, entsteht der Eindruck, dass den 59-Jährigen die Vorwürfe ganz offensichtlich unvorbereitet treffen. Er gibt Fehler zu, bedauert, spricht vom Druck damaliger Interessengruppen, verweist darauf, dass die Partei das Thema bereits aufgearbeitet habe, und verspricht Aufklärung. Überzeugend wirkt das nicht.

Der Politologe Walter kritisierte bereits vor der Veröffentlichung der Vorwürfe gegen Trittin «die Sprachlosigkeit der grünen Führungsriege» in der Affäre. Er warf den Grünen vor, zu der Debatte zu wenig Stellung zu nehmen und stattdessen ratlos und gelähmt zu wirken… (NZZ, 17.9.13)

Wie wäre es mit einer klaren Entschuldigung?

„So hat er über Monate jede Gelegenheit verstreichen lassen, seinen Anteil an der Pädophilie-Affäre öffentlich darzulegen. Vielleicht konnte er sich tatsächlich nicht erinnern. Bloß zeugt es von enormer Kurzsichtigkeit, wenn er sich nie fragte, ob da was gewesen sein könnte in Göttingen. Er hat nun auch jede Gelegenheit für eine klare Entschuldigung verstreichen lassen. Er hat am Montag von Fehlern gesprochen, von seiner Verantwortung, von Hohn. Der einzig richtige Satz aber kam ihm nicht über die Lippen: „Es tut mir leid.“ Und er hat am Dienstag auf einer Veranstaltung in Göttingen weder Anstand noch Moral bewiesen, als er ausgerechnet dort Nachfragen zur Affäre nicht zuließ.“

Claudia Roths „Bedauern“

Grünen-Chefin Claudia Roth hat den Augsburger Bischof Walter Mixa wegen dessen Äußerungen zu den Missbrauchs-Fällen durch Geistliche scharf angegriffen.

Der Kirchenführer verhöhne die Opfer, wenn er einer Sexualisierung der Gesellschaft eine Mitschuld an den Vorfällen gebe, sagte Roth im Gespräch mit unserer Zeitung.

“Es ist nicht nur haarsträubend, sondern auch eine beispiellose Verhöhnung der Opfer sexuellen Missbrauchs, wenn an diesem Skandal innerhalb der Katholischen Kirche nun andere schuld sein sollen”, sagte Roth. “Mit seinen unseligen Äußerungen” stelle der Bischof in Frage, “inwieweit es bei der katholischen Kirche wirklich ein glaubwürdiges Interesse daran gibt, das erschreckende Ausmaß an Missbrauchsfällen schonungslos und selbstkritisch aufzuklären.”

Dazu müsse auch “die kritische Auseinandersetzung mit der repressiven Sexualmoral der katholischen Kirche und ihrer Rolle bei diesem furchtbaren Komplex des Wegsehens und der Verheimlichung” zählen. Roth forderte die katholische Kirche auf, “sich in aller Schärfe von diesen Entlastungsversuchen ihres Bischofs zu distanzieren.” (AZ)

Nun warten wir gespannt darauf, ob Frl. Roth eine ähnliche Forderung auch gegenüber ihrer eigenen Partei erhebt.

Ein konsequentes Verhalten in der Pädophilie-Debatte legte dagegen die hessische Liberale Dagmar Döring an den Tag. Sie zog Anfang August ihre Kandidatur zum Bundestag zurück. Zuvor war ein Text aus dem Jahr 1980 publik geworden, in dem sie über sexuelle Beziehungen zu Kindern schrieb. Der Politologe Walter wollte sie ursprünglich als Zeitzeugin befragen, nachdem er auf den Artikel gestossen war. Döring begründete ihren Schritt unter anderem damit, dass sie Schaden von ihrer Partei abwenden wolle. Eine solche Einsicht ist bei Trittin offensichtlich nicht vorhanden. (NZZ, 17.9.13)

FAZIT: Trittins Rücktritt ist alternativlos

Warum ist das Ansehen der  Grünen in der Öffentlichkeit so rasant gesunken? Gewiß – auch wegen ihrer verrückten Steuerpläne und ihrer „Empfehlungen“ zum richtigen Leben und ihrer Bevormundungsversuche zum Essen, Reisen usw.! Das ja. Aber es sank vor allem deshalb, weil dieselben bürgerlichen Schichten, die die Grünen wegen ihres (vermeintlichen) hohen moralischen Anspruchs einmal gewählt haben, sich von ihnen abwenden, sich zutiefst getäuscht sehen.

Welchen Eindruck erweckt diese Partei, wenn selbst ihre Vorzeige-Frau, die „Theologin“ Göring-Eckardt, die offen zutage getretene „Toleranz“ gegenüber Pädophilen relativiert? Oder wenn sie, die EKD-Vorsitzende, oder das Mitglied des ZK der Deutschen Katholiken, Winfried Kretschmann, ethisch bedeutend klingende Funktionen „erfüllen“ – tun sie das wirklich? – und in ihren Reden einen pastoralen Tonfall pflegen? „An ihren Früchten sollt Ihr sie erkennen“ (Matthäus 7.16)! Solange die Bürger, die Wähler, in den Grünen „falsche Propheten“ sehen, werden sie nie mehr zu ihrer alten Bedeutung finden. Und wir gehen zur Tagesordnung über.

 

Peter Helmes

Hamburg, 20. September 2013

 

 

 

 

16. September 2013

 

Schnellkommentar zur bayerischen Landtagswahl am 15. Sept. 2013

 

Der Löwe brüllt, die Mäuse piepsen

 

Von Peter Helmes, MdB a.D.

Es wäre doch ´mal ganz reizvoll, die SPD beim Wort zu nehmen: Seit vielen Monaten gaukeln uns die bayerischen Sozis einen sogenannten „Ude-Faktor“ vor, also die Mär, allein schon die Kandidatur des populären Münchner Oberbürgermeisters bringe der SPD ein Plus von 5 Prozent – der Ude-Faktor. Da Ude ein feiner Kerl ist, glaub ich das mit dem „Faktor“ aufs Wort.

Nun fangen einige bayerische Genossen aber an, sich am Kopf zu kratzen. „Ude-Faktor 5 %“ bedeutet ja schließlich, daß die SPD ohne Ude 5 % schlechter abgeschnitten hätte. Ihr um den Ude-Faktor bereinigtes vorläufiges Endergebnis läge dann heute bei 15,6 Prozent (20,6 %  minus 5 %) – ein Wert, der der Wahrheit ziemlich nahekommen dürfte. Wir haben es also künftig bei der bayerischen SPD mit einer Klein-Partei zu tun, zumal Ude als OB in Kürze abtritt und keine besondere Rolle mehr in Bayern spielen dürfte. Bayerische Sozis – allein zu Haus! Mutti hilf!

Da kommt nun das Problem für die CDU ins Spiel. „Mutti hilf“ könnte tatsächlich Realität werden, wenn die FDP ganz verschwände und eine große Koalition im Bund die Folge wäre. So käme der bayerische SPD-Landesvorsitzende Pronold (who?), der jetzt dem Steinbrückschen Kompetenzteam angehört, vielleicht zu Kabinettsehren. Aber der Reihe nach:

Löwe Seehofer

Die CSU hat in Bayern einen fulminanten Wahlkampf hingelegt und wieder zu ihrer alten Stärke, der absoluten Mehrheit, zurückgefunden – Horst Seehofer sei Dank. Es hat zwar nicht jeder zweite Bayer CSU gewählt, wie Seehofer in typischer Manier verkündet, aber jeder zweite Wähler machte sein Kreuz hinter den Christsozialen. Mit diesem Erfolg reiht sich Seehofer nahtlos in die Riege der erfolgreichsten CSU-Vorsitzenden und Ministerpräsidenten ein – neben Goppel, Strauß und Stoiber. Er, Horst der Große, macht die CSU wieder zur bayerischen Staatspartei und steigt selbst in den weiß-blauen Olymp.

Solange die bayerische Wirtschaft vor Kraft kaum laufen kann und überall im Land eine gediegene Lebensqualität vorherrscht, wird sich an der Vormacht-Stellung der CSU nichts ändern. Mehr noch, Seehofer und seine CSU können im Bund noch stärker die Muskeln spielen lassen – „erst Bayern, dann der Bund“ wird ihre Botschaft lauten. Merkel und die CDU werden es bald merken – ob in der Bundesregierung oder in der Union.

Dieser Erfolg ist also gewiß Seehofers eigener Leistung und der seiner Partei mit einer sehr guten Erfolgsbilanz zuzuschreiben – erleichtert durch eine schwache, ja fast desolate Opposition, deren Parteien allesamt zu den Verlierern gehören, auch wenn sie natürlich alle „gewonnen“ haben. Mit einem mickrigen Zuwachs von 2 Prozent trompetet die SPD, als ob sie die Regierungspartei vom Thron gestoßen hätte.

Doch während die Mäuse piepsen, brüllt der Löwe. Seehofer braucht niemanden von den  Mäuse-Parteien. Und in der eigenen Partei sitzt er fester denn je auf dem Thron. Konkurrenten hat er (vorerst) nicht. Die Söders, die Aigners und andere werden noch länger mit den Hufen scharren müssen, ehe sie den Regierungswagen selbst ziehen dürfen. Horst Seehofer, der Machtmensch, hat Spaß an eben dieser Macht. Und die wird insbesondere die CDU-Vorsitzende zukünftig noch stärker spüren. Seehofer wird ihr noch ungenierter auf die Füße treten und Forderungen stellen. Die Sache mit der PKW-Maut zum Beispiel ist noch nicht vom Tisch – EU-Zustimmung hin oder her. Ob die CSU neben der CDU in Berlin am Kabinettstisch sitzt, ist für Seehofer nicht entscheidend. Für ihn heißt der Mittelpunkt CSU und München.

Bitteres Fazit für die FDP / Grüne jäh abgestürzt

Sehr viel bitterer ist die Lage für die FDP. In Bayern hat sie zu Recht verloren, sie war die sprichwörtliche „graue Maus“ – ein verzichtbarer Wurmfortsatz der CSU. Kein Profil, kein Thema, keine Leuchtkraft. Im Bund werden die Liberalen, Ertrinkenden gleich, nun wild um sich schlagen. Es droht eine Kannibalisierung des bürgerlichen Lagers beim Kampf um die Zweitstimmen. Was sollte die FDP auch anderes machen? Die Wähler scheinen das Urteil gefällt zu haben: Die Liberalen werden in Berlin nicht unbedingt zu einer Regierungsbildung benötigt. Doch die alte Binsenwahrheit gilt auch und erst Recht in diesem Fall: Was die einen gewinnen, verlieren die anderen. Und niemand weiß heute, welche Rolle die AfD künftig spielen wird. Käme sie in den Bundestag, triebe das Merkel geradezu in eine große Koalition mit der SPD. Das hätte vielleicht einen für sie günstigen Nebeneffekt: Nur so – mit einem stärkeren Koalitionspartner als der 5%-Partei FDP – könnte sie Seehofer (ein wenig) zügeln.

Das bayerische Wahlergebnis hat auch die Grünen „getroffen“ – im wahrsten Sinn des Wortes. Vorbei die Höhenflüge der letzten beiden Jahre: Von meinungserforschten, gefühlten 28 Prozent abgestürzt auf mickrige 9 Prozent! Das hatte sich Frl. Roth in ihrer Heimat ganz anders vorgestellt. Sollte dieser Trend bis zur Bundestagswahl anhalten, dürften die Tage der grünen Mumien – Roth, Trittin, Künast, Ströbele – gezählt sein. Sie sind es selbst schuld. Ein linksverblendeter Spitzenkandidat Jürgen Trittin hat die Partei an den Abgrund geführt. Statt Natur und Wohlfühlen lautete ihr Mantra für den verdutzten Bürger: Mehr Steuern, mehr Verbote, weniger Lebensfreude. Und einem gestandenen Bayern die morgendliche  Weißwurscht ausreden zu wollen – von wegen Fleischlos/Veggie-Day – ist zutiefst suizidverdächtig.

Die Wähler („Wählerinnen und Wähler“ bitte) laufen den Grünen noch nicht in Scharen davon, eher schleichen sie sich durch die Hintertür hinaus. Das jähe Erwachen wird kommen, selbst bei einem halbwegs akzeptablen Bundestagswahlergebnis. Mit Linkstrend und alter, verstaubter Ideologie, mit Veggie-Day, Tempolimit und Pädophilie kann man (zunehmend bürgerliche) Grüne nur verschrecken. Trittins Marsch durch die Institutionen kommt durch ihn selbst zu Fall. Die Grünen sitzen zwischen allen Stühlen. Eine Vision haben sie nicht. Aber ein  Gesellschaftsbild, das die Bürger zunehmend verschreckt:

Ihr Gesellschaftsbild unterscheidet sich grundsätzlich von dem eines Christdemokraten, erst Recht eines Konservativen: Bei den Grünen steht das Kollektiv in der Mitte, und der Mensch, das Individuum, ist für sie lediglich ein Objekt im Kollektiv, das vor sich selbst geschützt und  das bevormundet werden muß. Das ist der Grund für die Verbote-Partei Die Grünen, die darauf bestehen zu wissen, was für den Menschen gut, und was schlecht ist. Das Ergebnis der Landtagswahl in Bayern wird sie von dieser Überzeugung gewiß nicht abbringen – was bedeutet: Diese Grünen können kein Koalitionspartner der Christdemokraten sein.

 

 

 

 

 

Die tiefgründige Dialektik
des Umweltministers Trittin

Realsatire
Zusammengestellt und garniert
von Thomas Ebermann
und Rainer Trampert

Die Originalzitate von Umweltminister Trittin sind hier in grauwiedergegeben.

 

Minister Trittin hatte versprochen, möglichst schnell aus der Atomwirtschaft auszusteigen:
“Der Ausstieg muß noch in dieser Legislaturperiode beginnen.”

Dann kamen die langen Winterabende und kurz vor Weihnachten sagte er, er würde sich “mit einem Ausstieg binnen 20 Jahren zufrieden geben.”

Der Kanzler, der das nicht hören mochte, wünschte sich “mehr Fischer und weniger Trittin.”

Da versank Minister Trittin in tiefe Nachdenklichkeit und fand die Lösung: Keine Anlage “soll länger als 25 Jahre laufen.”

Als er merkte, daß der Kanzler noch immer unzufrieden war, erhöhte er schnell, als säße er in einer Skatrunde, auf “28” .

Nun drohte die Industrie mit dem Ausstieg aus dem Bündnis für Arbeit. Der Minister kam wieder ins Grübeln und erkannte bald: “30 Jahre – 30 Jahre gehen auch ohne Konsens. Dabei gehen wir keinerlei rechtliches Risiko ein.”

Das war’s, dachte er, und schlug beim Frühstück beiläufig das Hamburger Abendblatt auf. Da stand, er sei noch immer “der einsame Reiter und der sarkastische Asket.”
Der Schreck fuhr ihm derart in die Glieder, daß er seinen “grünen” Delegierten so laut er konnte zurief: “32 Jahre sind ein gutes Ergebnis.”

Der Parteitag spendete tosenden Applaus und viele “Grüne” mit Rang und Namen fielen ihm vor Dankbarkeit um den Hals. Sie mochten auch nicht aufhören, ihn zu herzen, als er hinzufügte, daß 32 Jahre durchaus keine 32 Jahre seien.
“Die Unternehmen können teure Nachrüstungen sparen, wenn diese sich für ein Kraftwerk nicht mehr lohnen und stattdessen Laufzeit und Strommenge auf ein anderes übertragen”, das in diesem Falle natürlich viel länger in Betrieb sein dürfe als 32 Jahre. Vielleicht auch 40 Jahre. Wieder spendeten die “Grünen” ihm tosenden Applaus, weil sie nun endlich das Wesen der Realpolitik verstanden hatten: Man kann nicht alles haben. Wer einen Atomausstieg will, der darf nicht zusätzlich noch verlangen, daß ausgestiegen wird. Mit diesem Schachzug, verkündete er landauf landab, sei es ihm gelungen, “die Blockade der Industrie zu brechen.”

Die Industrie hatte sich tatsächlich bereit erklärt, in einem “Atom-Konsens”-Papier den Satz zu unterschreiben: “Wir akzeptieren den Primat der Politik.”

Sich der ganzen Tragweite des historischen Augenblicks bewußt, sagte der Minister: “Aber natürlich birgt der Satz, den die Energieversorger unterschrieben haben – ‘wir akzeptieren den Primat der Politik’ – eine tiefe Wahrheit.”
Die Wahrheit lag wirklich tief. Die Atomanlagen durften nun solange laufen, wie sie es selber nicht aushalten, und dafür hatte die Industrie sich breitschlagen lassen, den Parlamentarismus zu akzeptieren. Der Minister betrachtete sein Werk mit Wohlgefallen und plauderte über seine wahre Mission: “Ich hatte tatsächlich alle Hände voll zu tun mit dem Atomkonsens (und nun) erwarte ich ein Abflauen der Proteste von Atomkraftgegnern.”

Und während er in Zufriedenheit schwelgte, fragte ihn ein Journalist, ob denn bis zur nächsten Bundestagswahl wenigstens ein AKW abgeschaltet werde. Ein typischer Rückfall in den Fundamentalismus, dachte der Minister und bot sein ganzes dialektisches Repertoire auf: “Ich sage, wenn man zwei Kraftwerke ein halbes Jahr früher stilllegt, 17 weitere aber drei Jahre länger laufen, dann ist dieser Preis die Symbolik nicht wert.”
Seine Dialektik war so tiefgründig, daß keiner mehr zu fragen wagte, warum denn 17 Anlagen drei Jahre länger laufen, wenn man zwei Anlagen ein halbes Jahr früher stilllegt. Nur Rudolf Scharping hatte sofort begriffen. Er würde in künftigen Kriegen nicht mehr Bilder hochhalten müssen, auf denen nichts zu erkennen war, sondern einfach sagen: Wenn man einen Krieg ein halbes Jahr früher beendet, dann laufen 17 andere Kriege drei Jahre länger und wer will das schon. – Als der Journalist nachfragte, ob denn nun oder ob nicht, wurde der Minister wütend.
“Es soll keiner glauben, mit der Abschaltung einer Anlage (…) würde der Ausstieg unumkehrbar.” Jede abgeschaltete Anlage “wäre schnell wieder betriebsbereit.”

Seine Dialektik wurde immer feiner. Was konnte er gemeint haben? Wenn ein Ausstieg mit der Abschaltung einer Anlage umkehrbar ist, wäre dann ein Ausstieg ohne jede Abschaltung von Anlagen unumkehrbar? Oder wollte er sagen: Die Abschaltung von Anlagen lohnt schon deshalb nicht, weil sie ja wieder angeschaltet werden können.
Vielleicht hatte der Minister auch nur subtil auf sein Prinzip aufmerksam machen wollen, nach dem er bisher immer gehandelt hatte: Auf jeden Ausstieg folgt ein Einstieg. Das war bei der Altauto-Verordnung genauso wie mit der Sommersmog-Novelle, wo er sich den Scherz erlaubt hatte, zunächst eine Novelle vorzulegen, in der es bei hohen Ozonwerten ein Tempolimit und das Verbot von Malerarbeiten und Rasenmähen geben sollte. Dann hatte er sie zurückgenommen und eine neue Novelle vorgelegt, in der es nun jedem erlaubt wurde, so schnell zu fahren und so oft Rasen zu mähen wie er lustig ist. Dazu hatte er lapidar erklärt:“Kurzfristige Maßnahmen brächten wenig, besser ist es, langfristig die Ozonvorläufersubstanzen zu bekämpfen.”

Wieder diese rätselhafte Dialektik. Ein Tempolimit würde die Ozonvorläufersubstanzen zwar bekämpfen, hatte er herausgefunden, weshalb der Verzicht auf ein Tempolimit langfristig die Ozonvorläufersubstanzen besser bekämpfen würde, oder so. – Er hatte den Journalisten ganz vergessen, der hartnäckig wissen wollte, ob denn nun oder ob nicht. Also, passen Sie mal auf, sagte der Minister: “Derzeit sind 9 von 19 Meilern an der Grenze der Wirtschaftlichkeit. Wenn der Rauch verflogen ist, werden die Kaufleute der Konzerne kühl kalkulieren und handeln.”
Damit hatte er eine noch tiefere Wahrheit angesprochen als vor ihm die Energiewirtschaft. Wenn jemand aussteigen würde, war es die Industrie selber. Mit ihm hatte das Ganze gar nichts zu tun. Daß er trotzdem wichtig war, erfuhr er dann von Bärbel Höhn, die erkannt hatte: “Strahlenden Müll kann man nicht einfach auf der Straße herumliegen lassen.”

Der Minister pflichtete ihr bei und handelte. “Wir haben fünf innerdeutsche Transportgenehmigungen erteilt,” sagte er, und der Müll aus Frankreich und England werde noch dazu kommen.
“Jeder weiß, wo die Abfälle herkommen: aus Deutschland; und jeder weiß auch, wo sie hinkommen: nach Gorleben.”
Einmal in Fahrt gekommen, forderte er die niedersächsische Regierung auf, “sich mit ihrer Ablehnung von CASTOR-Transporten (…) nicht zu weit aus dem Fenster zu hängen.”
Am nächsten Tag warf er beim Frühstück einen Blick in die Frankfurter Rundschau und war entsetzt über das, was er zu lesen bekam:
“Noch bevor auch nur ein einziges AKW vom Netz gegangen ist, werden die rollenden Castoren den Lüchow-Dannenbergern zeigen, was ein Atomausstieg im Zeichen der Realpolitik bedeutet. (…) Denn ausgerechnet der rot-grüne Atomkonsens wird es der Region Gorleben nun abverlangen, die Rolle als Atomklo der Nation zu akzeptieren.”

Begreifen die denn gar nichts, dachte der Minister und wühlte nervös in seiner dialektischen Trickkiste herum, bis er die Lösung gefunden hatte: “Zum Atomausstieg gehört nicht nur, daß Transporte vermieden werden, sondern auch, daß sich nicht alle vermeiden lassen.”
Scharping horchte wieder auf. Zum Frieden gehört nicht nur, daß Kriege vermieden werden, sondern auch, daß Kriege sich nicht vermeiden lassen. Das ist gut, dachte er, das ist wirklich gut.

Beseelt von seinem Auftrag, den Atom-Müll zu verteilen, eilte der Minister zur Polizei-Führungsakademie und lobte die versammelten Polizisten “für ihre Ruhe und Besonnenheit” und scherzhaft “auch für ihre sportive Leistung.” Er rief die Polizisten auf zu einer “fairen Streitkultur mit den Atomkraftgegnern.”
Aber der Inspekteur des Bundesgrenzschutzes war skeptisch:“Die Botschaft (…) habe ich wohl gern gehört. Allein, den Polizisten fehlt der Glaube. Am Ende geraten wir doch wieder zwischen die Steine. Was sollen wir denn nach Ihrer Meinung mit denen machen, die sich nicht an faire Spielregeln halten?”
Dem Minister hatte es schon lange gedämmert, daß beides nun mal nicht zusammen geht. Man kann nicht die Verantwortung für die zweitgrößte Wirtschaftsmacht der Welt, ihre Techniken, ihre Wertvermehrung, ihre Eroberungsgelüste, für ihre Ordnung und ihre Polizeiapparate übernehmen und gleichzeitig dagegen sein. Also antwortete er: “Die Polizei soll Recht und Gesetz gegenüber jenen durchsetzen, die bei ihrem Protest gegen die Castor-Transporte die von dem Grundgesetz gezogenen Grenzen überschreiten.”

Soweit war er mit sich zufrieden – nur eines wurmte ihn:“Warum fragt mich keiner zur Rotbauchunke ?”

 

Lebenslüge Verkehrswende 

 

Am 30. April 2004 war im ‘spiegel’ 1 zu lesen, die “Grünen” seien sich etwas bewußt geworden. Bei der aus der Anfangszeit in Programm-Papieren versehentlich stehen gebliebene Forderung nach einer Verkehrs-Wende2 habe es sich um eine “Lebenslüge” gehandelt.

Wie lange wird es noch dauern, bis sie entdecken, daß auch Atom-Ausstieg, Klimaschutz, Agrar-Wende, Pazifismus (ach ja, das war ja schon – wird trotzdem wieder für “grün” reklamiert), Anti- Gentechik-Politik, Alleen-Schutz, Abbau der Arbeitslosigkeit u.s.w. alles nur Lebenslügen waren?

Was ist eigentlich eine Lebenslüge? Ist das, wenn du erkennst, daß du nur ein billiger Heuchler bist?

Oder ist das ganze nur Rhetorik, um hinterher eine postmoderene Politik des Pro UND Contra Verkehrs-Wende des Krieg UND Pazifismus, des anything goes in völlig unverhüllter Form zelebrieren zu können?

Übrigens gab’s dieses inszenierte Bekenntnis vor einigen Jahren schon mal – da outeten sich Monika Griefahn, Britta Steilmann und andere selbst als “Öko-Schweine” (Originalton) auf der Titelseite des ‘Natur’-Magazins u.a. mit der frechen Begründung, sie müßten nun mal viel mit dem Flugzeug fliegen, um viel Gutes (so “moralisch” formulierten sie selbstverständlich nicht) für die Umwelt tun zu können.

 

Klaus Schramm

 

 

1 Im ‘spiegel’:
Grüne Verkehrspolitik

Letzte Ausfahrt Lebenslüge

Von Stephan Zimprich

Die Wähler der Grünen fahren Auto und fliegen gern. Nun haben drei Bundestagsabgeordnete ein Positionspapier vorgelegt, in dem sie den Abschied von einer Lebenslüge der Partei fordern – der Verkehrswende. In der Fraktion regt sich nur verhalten Protest – denn kurz vor der Europawahl will niemand wirklich Streit.

Berlin – Der Coup ist Albert Schmidt gelungen. Zusammen mit den Grünen-Bundesstagsabgeordneten Fritz Kuhn und Michaele Hustedt hatte der verkehrspolitische Sprecher der Fraktion in einem Positionspapier kürzlich die Jahrzehnte alte Forderung nach einer Verkehrswende als “Lebenslüge” der Grünen bezeichnet – und damit einer heiligen Kuh grüner Verkehrspolitik das Messer an die Kehle gesetzt.

“Verkehrsvermeidung als Programm, Reiselust als Handlungsalltag, das ist die Lebenslüge, das Auseinanderfallen von Anspruch und Wirklichkeit, welches das schlechte Gewissen wegen der ausbleibenden Verkehrswende ausmacht”, demontierten die Autoren munter das grüne Selbstverständnis.

Der Befreiungsschlag von Schmidt, Kuhn und Hustedt lässt traditionell den Grünen nahe stehende Lobbygruppen und Umweltverbände aufheulen: “Ein Mix aus bloßem Pragmatismus und unkritischem Technikglauben” sei das Konzept, schimpft Gert Lottsiepen vom Verkehrsklub Deutschland (VCD). “Es ist die rot-grüne Bundesregierung selbst, die eine Verkehrswende blockiert,” sagt er. Für Tilman Heuser, Verkehrsexperte beim Umweltschutzverband BUND, ist das Papier bloßes Polit-Marketing: “Die Argumentation wird überlagert von dem Versuch, sich vom Image der “Anti-Auto-Partei” zu lösen.”

Realität gegen Wünsche

Dabei hatte die Grünen einst hohe Ziele. Zu Beginn der rot-grünen Koalition 1998 setzen sie auf eine Verkehrsreform, die den staugeplagten Autofahrer zum Umstieg auf ein nagelneues Hightech-Schienennetz bewegen sollte, die massive Förderung von Fahrrad und öffentlichem Nahverkehr, die Einführung der Öko-Steuer für Ausbau und Verbesserung des Verkehrsnetzes.

Doch schon bald holte die Grünen die Wirklichkeit ein. Vor allem in Form eines SPD-geführten Verkehrsministeriums, das nach dem vierten Ministerwechsel in sechs Jahren, der gescheiterten Privatisierung des Schienennetzes und der Maut-Pleite die lange gegeißelten Fehler der Vorgängerregierung wiederholt: aktionistischer Straßenneubau, ein weiter vernachlässigtes, dauermarodes Schienennetz – und weit und breit kein Konzept. Für geplante Investitionen fehlt das Geld: Die Ökosteuer wurde vor allem zur Finanzierung der Rentenreform aufgewendet und die schon in den Etat eingerechneten Maut-Gelder bleiben auch erstmal aus.

Umso häufiger gerieten die grünen Verkehrspolitiker in Erklärungsnot: Zu groß war die Diskrepanz zwischen programmatischem Anspruch und Realität. In ihrer Analyse schreiben die drei Autoren denn auch freimütig: Zwar gebe es “erfreulich wachsende Anteile des öffentlichen Verkehrs”, aber “von einer veränderten Verkehrsmittelwahl im großen Stil lässt sich kaum sprechen”.

Das Thema Verkehr hat den Grünen schon mehrfach Probleme bereitet. Nachgewiesen ist in Umfragen: Kaum ein Wahlvolk ist so mobil wie die Anhängerschaft der Grünen. Vor allem beim Fliegen nehmen sie Spitzenpositionen ein. Und auch bei der Nutzung des Autos stehen sie den Wählern von Union, SPD und FDP in Nichts nach. Schon im Wahljahr 1998 musste die Öko-Partei vor der Autofahrer-Nation Deutschland klein beigeben: Auf dem Magdeburger Parteitag wurde damals gefordert, ein Liter Benzin solle fünf Mark kosten. Die “Bild” initiierte eine “Benzin-Wut”-Kampagne, die konservativen Blätter zweifelte an der Regierungsfähigkeit der Grünen, und wenige Wochen später war von fünf Mark keine Rede mehr. Man wollte ja die Wahl gewinnen.

Weg vom Anti-Image kommen

Vor vier Jahren versuchte dann der damalige Fraktionschef Rezzo Schlauch mit seinem “Auto-Papier” vom Anti-Image wegzukommen. Wütende Proteste der Parteilinken waren die Reaktion, Schlauch musste seine Papier zurückziehen.

Auch heute bleibt die Provokation von Schmidt und Co. nicht ohne Folgen. Im Arbeitskreis Umwelt, Energie und Forschung der Bundestagsfraktion löste das so viel Unmut aus, dass eine Aussprache notwendig wurde: “Es ist der falsche Weg, sich hinzustellen und zu sagen: Alles, was wir gedacht haben, war eine Lebenslüge, und jetzt machen wir es besser”, kritisiert Fraktionsvize und Umweltexperte Reinhard Loske die “Selbstbezichtigungsrhetorik” des Papiers. Zudem springe das Konzept zu kurz: “Das ist halbierte Verkehrspolitik. Technische Innovation ist nur ein Teil der Geschichte. Zu grüner Verkehrspolitik gehören immer auch Themen wie Stadtentwicklung, Raumplanung und Lebensqualität”, so Loske.

Kein Streit vor der Europawahl

Den ganz großen Streit mit Schmidt und Co. wollen aber auch die fraktionsinternen Widersacher nicht riskieren – stattdessen bemüht man sich um Gelassenheit. Loske, beim “Auto-Papier” von Schlauch noch einer der schärfsten Kritiker, gibt jetzt zu: “Das Papier enthält viel Richtiges.” Auch Winfried Hermann vom linken Flügel der Fraktion will die revolutionären Thesen nicht komplett verdammen: “Das ist ein guter, ambitionierter Diskussionsanstoß,” so der Umweltpolitiker.

Doch bei vielen Grünen an der Basis, das wissen auch die Bundestagsabgeordneten, regt sich Unmut über den Vorstoß von Schmidt, Hustedt und Kuhn. “Die fühlen sich doch veräppelt, wenn man ihnen sagt: Ihr seid doch eh alles Vielflieger, das müssen wir jetzt bloß ein bisschen anders organisieren”, beschreibt Hermann die Reaktionen der Mitglieder.

Ein wirklicher Aufschrei aber löste das Papier nicht aus. Kurz vor der Europawahl am 13.Juni kommt der Fraktion in Berlin allzu viel Streit ungelegen. Statt die Konfrontation zu suchen, werden die Thesen in diesen Tagen eher klein geredet. Es handele sich bei dem Konzept, das immerhin von den führenden Verkehrspolitikern der Partei stammt, um “eine Einzelmeinung dreier Parteimitglieder”, beruhigt Loske die Parteiseele. Er ist sich sicher: “Das ist nicht Fraktionsmeinung, und darüber wird in der Fraktion auch nicht abgestimmt.”

SPIEGEL ONLINE – 30. April 2004, 15:14
URL: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,297635,00.html

2 Siehe auch unseren Artikel
‘Verkehrswende zu weniger Autoverkehr
– Von der Utopie zur Realität’ (5.06.03)

 

 

 

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Hoffnung auf 2017

Rot-rot-grüner Geheimbund der Jungpolitiker

Während die Spitzen von SPD, Grünen und Linke keine Zusammenarbeit aller drei Parteien wollen, sprechen einige linke Jungpolitiker genau darüber. Für sie ist so ein Bündnis nur eine Frage der Zeit. Von Miriam Hollstein und Claudia Kade

Die Pause ist lang diesmal, sie dauert schon fast das ganze Jahr, das Wahljahr. Weil der Wahlkampf der Führungsspitzen nicht gestört werden solle, sagen manche. Weil SPD(Link: http://www.welt.de/themen/spd) , Grüne (Link: http://www.welt.de/themen/buendnis-90-die-gruenen/) undLinkspartei (Link: http://www.welt.de/themen/die-linke/) sowieso noch nicht reif seien für das Projekt, sagen andere. Das Projekt, um das es geht, heißt Rot-Rot-Grün, und diejenigen, die hinter verschlossenen Türen seit einigen Jahren darauf hinarbeiten, die haben seit Januar eine Pause eingelegt.

Aber als stille Reserve stehen sie bereit – dann, wenn die Zeit für Rot-Rot-Grün gekommen ist. “R2G” nennt sich die Gruppe junger Politiker aus allen drei Parteien, das ist die Formel für zweimal rot und einmal grün. Die Runde will den Weg ebnen für eine Regierungszusammenarbeit der linken Parteien, sie wollen die gegenseitige Blockade auflösen – und damit die Rückkehr zu echter Polarisierung zwischen den politischen Lagern erreichen. Sie wollen Politik wieder spannend machen, sagen sie. Und endlich eine realistische Machtperspektive schaffen für alle drei Parteien, das ist die eigentliche Motivation.

Eigentlich hatten einige Mitglieder die Hoffnung, es könne in diesem Herbst bereits so weit sein. “Aber spätestens im vorigen Jahr war klar, dass es nicht gelungen ist, die relevanten Personen bei SPD und Grünen für ein Bündnis mit der Linkspartei zu öffnen”, sagt ein R2Gler. Doch der harte Kern der Gruppe aus etwa 15 Politikerinnen und Politikern hat keinen Zweifel daran, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis die Gräben zwischen den drei Parteien überwunden werden können.

 

” Zu jung, um nur zuzugucken”

 

Das Herz der Gruppe ist Angela Marquardt, Ex-Vizechefin der PDS, heute Sozialdemokratin und Mitarbeiterin im Büro von SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles. Marquardt weiß aus eigener Erfahrung, dass Politik eine Geschichte von Brüchen, Neuanfängen und dem richtigen Zeitpunkt ist. In der PDS hat die 41-Jährige mit der Igelfrisur erst steil Karriere gemacht, dann trat sie allerdings enttäuscht aus. Bei der SPD hatte man nicht auf sie gewartet. Aber sie hat sich einen Ruf erarbeitet, gilt als gut vernetzt und kluge Analytikerin. Seit 2007 ist sie Geschäftsführerin der linken Denkfabrik; in dieser Funktion organisierte sie ein Jahr später das erste rot-rote Zusammentreffen, die so genannte Walden-Connection, benannt nach einem Lokal in Berlin-Prenzlauer Berg, in dem man sich anfangs traf.

Von der SPD waren neben Marquardt Niels Annen und Frank Schwabe dabei, von der Linken Jan Korte, Halina Wawzyniak und Stefan Liebich. Die jeweiligen Parteiführungen, vor allem die Spitze der SPD, beobachteten die Treffen mit Misstrauen. Als “Kindergarten” und “Krabbelgruppe” wurde die Truppe abgetan; das gescheiterte Experiment der hessischen SPD-Politikerin Andrea Ypsilanti steckte den SPD-Oberen noch in den Knochen. Als ein Jahr später auch ein paar Grüne wie der Verkehrsexperte Anton Hofreiter dazu kamen, waren diese Diskussionen schon ausgestanden.

Rund ein Dutzend Mal hat sich die Gruppe seither getroffen, zuletzt bei einer gemeinsamen Veranstaltungsreihe zur Sozial- und Europapolitik im Herbst und im Januar noch einmal beim Neujahrsfest der Denkfabrik. Das Experimentelle des Anfangs ist verschwunden: “Die Gespräche sind ernster geworden”, sagt Marquardt. In Diskussionen wird ausgelotet, wie vereinbar die Positionen etwa beim Thema Bürgerversicherung sind. Ernsthaft geworden sind auch die Chancen. Dass Rot-Rot-Grün im Herbst eine Option sein könnte, glaubt in der Runde zwar niemand mehr. Aber für 2017 sieht es anders aus. Marquardt formuliert es so: “Wir können uns vorstellen, gemeinsam Politik zu machen.” Und: “Wir sind zu jung, um nur zuzugucken.”

 

Enttäuschung im vorigen Jahr

 

Tatsächlich hatten sie sich alles clever zurecht gelegt, ihr Kalkül war mittelfristig angelegt: Nach den ursprünglichen R2G-Planspielen hätten die Spitzen von SPD und Grünen sich einige Monate nach der Bundestagswahl 2009 bereits offen zeigen sollen für eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei. Dann wäre innerhalb der Linken eine neue Dynamik entstanden. Mit der neuen Machtperspektive vor Augen wären linksradikale Kräfte, die kein Interesse an einer Regierungsbeteiligung, sondern vor allem an einem langfristigen Systemumsturz haben, aus der Linkspartei herausgedrängt worden. Damit wären Extrempositionen verschwunden wie die Abschaffung des Kapitalismus oder den deutschen Austritt aus der Nato, so der Plan der R2G-Strategen. “Da es aber leider von den Führungsspitzen keine Offenheit gab, hatten die vernünftigen Kräfte in der Linkspartei auch keinen Grund sich durchzukämpfen”, sagt ein Grüner aus der Runde. “Aber es gibt genug, die es satt haben, in der Opposition zu versauern.”

Doch auch wenn die Mitglieder in den vergangenen Jahren viele Gemeinsamkeiten entdeckt haben – R2G musste bisher vor allem Rückschläge hinnehmen: Als die Verbündeten sich vor drei Jahren an einem Juliabend zu einem Fest trafen und eigentlich ein Aufbruchsignal geben wollten, war die Stimmung ziemlich gedrückt. Denn genau an jenem Abend scheiterte, nur wenige Kilometer entfernt, im Bundestag, der spektakuläre Versuch einer anderen rot-rot-grünen Zusammenarbeit. SPD und Grüne hatten gehofft, mit den Stimmen der Linken ihren Kandidaten Joachim Gauck als Bundespräsidenten durchsetzen zu können und damit der schwarz-gelben Koalition eine Schlappe zu verpassen. Doch die Linke machte dann doch nicht mit.

Und im vorigen Jahr, als die R2Gler bei ihren Parteispitzen die Chancen ausloteten für die Zeit nach dem 22. September, wurden sie ebenfalls enttäuscht. “Wir haben vorgefühlt: Was habt ihr vor, wie können wir wieder an die Regierung kommen”, erzählt ein grünes R2G-Mitglied. “Die Antwort war: Mit der SPD. Und auf unsere Frage nach einem Plan B kam wieder nur: Rot-Grün.” Danach sei klar gewesen, die nächste Zielmarke ist 2017.

 

Auch Schwarz-Grün hat in diesem Jahr kaum Chancen

 

Wie lang die Durststrecke sein kann, haben die Kollegen von Union und Grünen erlebt. Einige junge Bundestagsabgeordnete von CDU und Grünen hatten sich schon Mitte der 90er-Jahre in einem Bonner Italiener regelmäßig getroffen, um langfristig ein schwarz-grünes Bündnis vorzubereiten. Und obwohl die damals jungen Mitglieder der Connection seit Jahren zu den engsten Vertrauten von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zählen und an zentralen Machthebeln sitzen, hat Schwarz-Grün auch bei dieser Wahl wieder kaum Chancen.

Jung – das ist auch das Stichwort für die neue Generation R2G. Sie sind erfahren genug, um mittelfristig in den Parteien etwas bewegen zu können. Erst recht dann, wenn sich die Fraktionen nach der Bundestagswahl verjüngen und der Nachwuchs noch wichtiger für die Parteien wird. Aber zugleich sind sie bei R2G jung genug, um alte Fronten hinter sich zu lassen. Die meisten von ihnen waren noch Kinder, als die Mauer fiel.

 

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Zensur eines Artikels über Pädophile bei Grünen?

20.08.2013 | 16:56 |   (Die Presse)

Die Chefredakteurin der deutschen Zeitung „taz“ warf einen Artikel über den angeblichen Zusammenhang zwischen Kindesmissbrauch und grüner Ideologie kurz vor Redaktionsschluss aus dem Blatt.

Kurz vor Redaktionsschluss hat Ines Pohl, Chefredakteurin der linksalternativen deutschen Tageszeitung „taz“, einen Artikel über das Verhältnis der (deutschen) Grünen zur Pädophilie aus der Wochenendbeilage geworfen. Begründung: Er enthalte falsche Tatsachenbehauptungen. Am nächsten Tag in der Redaktionskonferenz war laut „FAZ“ nur mehr schwammig von „falschen Kausalzusammenhängen“ die Rede.

Der entfernte Artikel war von Christian Füller, der nicht nur in der „taz“, sondern auch beim „Spiegel“ und in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ schreibt. Eines seiner zentralen Themen ist Bildung. In „Sündenfall“ (2011) untersuchte er die Missbrauchsfälle an der hessischen Odenwaldschule, fragte er rhetorisch, „ob nicht der Missbrauch die Achillesferse der Reformpädagogik ist“.

Die provokante These des nicht erschienenen „taz“-Artikels lautet: „Pädophilie war in der grünen Ideologie angelegt.“ Füller schreibt etwa über eine junge Frau, die schilderte, wie sie als Zehnjährige von ihrem Onkel missbraucht wurde und darauf von Mitgliedern der grünen Bundesarbeitsgemeinschaft Schwule, Päderasten und Transsexuelle (SchwuP) öffentlich verspottet wurde.
Er zitiert den berüchtigten Text „Der große Basar“ (1975), in dem Daniel Cohn-Bendit (angeblich fiktive) sexuelle Handlungen mit Kindern beschreibt. Und er fragt, „wie grüne Politiker derart drastische Missbrauchsschilderungen lesen konnten, ohne sich an die Seite der Opfer zu stellen“. Seine Antwort: „Weil die Grünen Gläubige sind. Sie glauben an die Moral von der Bewahrung der Schöpfung, der ehrlichen Politik und an eine bessere, weil grüne Welt. Empathie gibt es bei den Grünen nur für die Opfer der anderen.“ Die katholische Kirche, so Füller, arbeite ihre Missbrauchsfälle „besser und gründlicher“ als die Grünen auf. Diese hätten „Glück, dass sie als Partei keine Schulen, Kitas oder Internate betrieben haben, Orte also, an denen das Menschenmaterial vorhanden gewesen wäre, um ihre Befreiungsideologie jugendlicher Sexualität auszuleben“.

Die „Welt“ kommentierte am Montag: Ein „taz“-Artikel über drohende Entlassungen in der „BZ“-Redaktion habe „nackte Nazi-Sprache“ verwendet, das habe in der Redaktion kaum jemanden gestört. „Dass nun ein Text über grüne Pädophilie gekippt wird, ist deshalb ein Vorfall von einiger Tragweite.“ Bettina Röhl, die Tochter der RAF-Terroristin Ulrike Meinhof, schrieb in Facebook von einem „Presseskandal“ bei der „pädophil selbst außerordentlich kontaminierten ,taz‘“. Die linksliberale Wochenzeitung „Der Freitag“ sieht dagegen eine „Dämonisierung der Grünen als Partei des kollektiven Kindesmissbrauchs“. Die grüne Partei habe sich anders als die katholische Kirche nie um die Sexualität ihrer Mitglieder gekümmert. tk

(“Die Presse”, Print-Ausgabe, 21.08.2013)

 

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Konservative Kommentare August 2013

von Peter Helmes

Liebe Leser,

an dieser Stelle veröffentliche ich regelmäßig einmal im Monat meist kritische und bissige Kommentare – aus konservativer Sicht versteht sich – zu Themen bzw. Vorgängen, die in den Medien selten oder gar nicht besprochen oder verzerrt dargestellt werden. Ich freue mich stets über Kritik und Anregungen, die Sie mir direkt (Peter.Helmes@t-online.de) zusenden können.

Robespierre, Danton und die Wurzeln der Grünen

Man kann es gar nicht oft genug wiederholen: Die Grünen wollen eine andere Gesellschaft, einen anderen Menschen. Das erreichen sie nur durch immer mehr Verbote. Jüngstes Beispiel ist deren Forderung nach (mindestens) 1 fleischlosen Tag in der Woche, also eine Art „Grünzeug-Tag“. (Nebenbei bemerkt: Sind wir in unserem Deutsch schon so verkommen, daß wir, vor allem die Medien, nicht mehr „Fleischlos-Tag“, sondern „Veggie Day“ sagen müssen?!)

Bei dieser grünen Anregung zeigt sich wieder einmal die alte Überzeugung der Gutmenschen: „Wir dürfen, ja wir müssen die Menschen zum Guten zwingen!“ Bei meinem Besuch einer Aufführung von Georg Büchners „Dantons Tod“ fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Es geht in diesem  großartigen Stück u. a. um die Forderung Dantons und seiner Anhänger nach einem Ende der Gewalt („terreur“) und einem toleranten (!) Staat. In diesem Staat dürfe der Bürger „vernünftig oder unvernünftig, gebildet oder ungebildet, gut oder böse sein“ – das ginge den Staat nichts an. Sein Gegenspieler während der Französischen Revolution war Robespierre, der – wie heute die Grünen, aber noch nicht so offen gesagt – einer Diktatur des Staates das Wort redete, weil nur dieser Staat in der Lage sei, die Menschen (richtig) zu erziehen.

Entweder sind die Grünen bei Robespierre in die Schule gegangen, oder sie haben noch nichts von Danton gehört. Danton kannte die Schwächen der Menschen (und war selbst mit menschlichen Schwächen gesegnet). Robespierre hingegen wollte mit aller Macht die „Ideale“ Rousseaus („retour à la nature“) verwirklichen. Ihm erschien die Gesellschaft „verkommen“. Sie muß also verbessert werden. Das alles fand in den Jahren um 1770-1794 statt. Die Grünen haben damit eine lange Vorgeschichte. Die angeblich „verkommene Gesellschaft“ Robespierres ist bei den grünen heute die „politisch nicht korrekte Gesellschaft“. Auch zur damaligen Zeit war das „Natürliche“ – wie uns auch heute die Grünen weismachen – ein ideologischer Kampfbegriff, der nicht zur Disposition stand bzw. steht.

Die „Diktatur der Vernunft“ der Grünen

Vermutlich haben die Grünen aber bei jenem Jean-Jacques Rousseau von der „volonté générale“ gehört (und gelernt), wonach alle Mitglieder einer Gesellschaft in freiwilliger Übereinkunft einen Gemeinwillen erzeugen. Dieser Gemeinwillen hat immer Recht! So wird eben auch die Grundhaltung der Grünen offenbar: Ihr Begriff vom Gemeinwohl ist absolut, nicht disponibel. Und wer diesen Gemeinwohl-Begriff nicht teilt, stellt sich außerhalb dieser Gemeinschaft. Die Grünen lassen grüßen. Auch sie versuchen – Robespierre tat es mit der Guillotine –, uns, den politisch nicht korrekten  Bürgern, ihre „Wahrheit“ und ihren Lebensstil („bio“) aufzuzwingen.

Ach ja, Robespierre verdanken wir noch eine andere (grüne) Erkenntnis: Ohne Tugend sei Terror verhängnisvoll, ohne Terror die Tugend aber machtlos. Dieser „Diktatur der Vernunft“ fielen bei der Französischen Revolution etwa 40.000 Menschen zum Opfer. Die Grünen arbeiten subtiler, keineswegs mit der Guillotine. Aber sie versuchen, uns durch Gebote und Verbote, durch Vorschriften und Strafen umzuerziehen und „die Welt zu retten“. Das aber ist ein elementarer Eingriff in die individuellen Freiheitsrechte der Bürger, die auch das Recht auf menschliche Schwächen oder Trägheit einschließt. Wehret den Anfängen!

Sehen Sie jetzt, liebe Freunde, warum ich seit Jahr und Tag vor den Grünen warne? Man muß die Anfänge kennen, um das Ende zu erkennen. Und so erwarten wir jetzt nach dem Grünzeug-Tag hingebungsvoll den Anti-Schokoladen-Tag, das Alkohol-Verbot, das Rauchverbot auch zuhause – das Glühbirnenverbot haben wir schon – und weitere grüne Segnungen/Bevormundungen, bis wir endlich das „Grüne Paradies“ erreicht haben werden.

 

SPD: Größeres Wählerpotential – trotz Steinbrück, aber mit Medienhilfe

Über den Wahlk(r)ampf der SPD in diesem Jahr wurde schon viel gelästert und die Partei mit reichlich Häme überschüttet. Aber Fakt ist: Selbst wenn alle politischen Gegner der SPD in einer Art Stillhalte-Abkommen die Sozialdemokraten nicht angriffen, blieben die Aussichten gering, daß sie mit diesem Kandidaten gewinnen könnte. Es ist wie bei einem miserablen Drehbuch: Auch die besten Darsteller und Schauspieler können das Manko nicht wettmachen, das ihnen eine überforderte Regie unterjubelt. Das Versagen der Parteiführung wird nur noch übertroffen von der Tollpatschigkeit ihres Spitzenkandidaten (von „Kanzler-Kandidat“ spricht schon niemand mehr).

In ihrer Verzweiflung beginnen die Genossen, wild um sich zu schlagen – ein untrügliches Zeichen ihrer zunehmenden Nervosität. Nun trifft es die „Ostdeutschen“, die nichts von „Europa“ verstünden – meint Steinbrück. Prompt greift er die prominenteste „Ostdeutsche“ dieser Zeit an, die in Hamburg geborene Angela Merkel. Mit seiner pauschalen Verdächtigung der „Ostdeutschen“ übergeht der Kandidat flott und flink regionale Unterschiede und persönliche Lebenswege. Alle sind „Ostdeutsche“, und weil hinter einer Mauer aufgewachsen, konnten sie kein Europa-Gefühl entwickeln. Das ist also ein Steinbrück´scher Blick zurück in die Steinzeit der Wiedervereinigung.

Man kann ja der Kanzlerin (zu Recht) alles Mögliche vorwerfen, ihr aber fehlende  Leidenschaft bei Reden zu „Europa“ abzusprechen, verlangt schon ein gehöriges Maß an Ignoranz. Jeder weiß, daß „Leidenschaft“ zu Angela Merkel paßt wie Minirock und Tiroler Hut. Die einen werfen ihr vor, sie kämpfe zu viel für deutsche Interessen, den andern ist´s zu wenig. Es bleibt aber: Sie kämpft wenigstens (wenn auch, nach meiner Meinung, auf dem falschen Weg).

Steinbrück tut das Falscheste, was jemand – auch aus Verzweiflung – tun kann: Er greift Merkel an einer Stelle an, für die sie (und jeder andere Mensch) nichts kann: an der eigenen Herkunft. Das ist schlicht dumm – und hilflos. Daß „die Ostdeutschen“ vor der Wende keine (EU-) Europäer waren, ist sicher nicht schuld der „Ostdeutschen“. Dieses Thema taugt jedoch nichts für Wahlkampfgetöse. Das ist der Versuch populistischer Stimmungsmache auf dem Buckel der „Ostdeutschen“. Paßt schon! Das Thema „Neue Bundesländer“ nimmt im Wahlkampfprogramm der SPD grad ´mal 1 Seite ein.

SPD hat größeres Wachstumspotential

Es ist nicht nur interessant, welche Prozentzahlen die verschiedenen Meinungsforschungs-Institute vor der Bundestagswahl regelmäßig absondern. Genauso interessant ist die Frage, ob und wie die Parteien ihr Wähler-Potential ausschöpfen (können).

Die SPD hat vor der Bundestagswahl nach einer Analyse das größte Wachstumspotential. Wie das Institut INSA für das Magazin “Focus” ermittelte, könnten die Sozialdemokraten am 22. September 23 Prozent der Stimmen erhalten – wenn sie ihr Potential maximal ausschöpfen. Für die Grünen wären 21 Prozent möglich. CDU/CSU könnten maximal auf 41 Prozent kommen. Das Potential der FDP liegt bei neun Prozent. Für die Linke sind maximal zehn Prozent drin. Die AfD liegt immer noch bei rd. 3 Prozent.

Die SPD will ihr Wählerpotential unter anderem durch bis zu fünf Millionen Hausbesuche ausschöpfen. Dabei könnte sie jedoch auf verschlossene Türen stoßen; denn zwei Drittel der Deutschen wollen einer Umfrage zufolge vor der Bundestagswahl nicht von Werbeleuten der Parteien besucht werden. In einer Emnid-Umfrage für “Focus” mit 1004 repräsentativ ausgewählten Personen gaben 66 Prozent an, ihre Tür nicht zu öffnen, wenn Wahlwerber klingeln. Am größten ist die Ablehnung unter Anhängern der Union mit 69 Prozent. Aber auch 63 Prozent der SPD-Anhänger sehen das so.

Umfrage: Rot-Rot-Grün knapp vorn

In der aktuellen Sonntagsfrage dümpelt die SPD um die 25 Prozent. Die Grünen, Wunsch-Koalitionspartner der Sozialdemokraten, bleiben bei 13 Prozent. Die Linkspartei liegt weiterhin bei acht Prozent. Weil die FDP einen Punkt verliert und nur noch auf fünf Prozent kommt, liegt die rot-rot-grüne Opposition mit insgesamt 46 Prozent wieder knapp vor Schwarz-Gelb (45).

Angesichts der rechnerischen Chancen für Rot-Rot-Grün versucht die SPD-Spitze, jede Debatte über ein Bündnis mit der Linkspartei zu unterbinden. “Die Linke ist außen-, europa- und bündnispolitisch nicht verlässlich. Ihre Wirtschafts- und Finanzpolitik folgt dem Motto ‘Wünsch Dir was'”, sagte Peer Steinbrück der “Welt am Sonntag”. Er wies Äußerungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) über die Möglichkeit einer Regierung von SPD, Grünen und Linken zurück. “Frau Merkel versucht, Gespenster vorzuführen.”

Auch der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel erteilte einem Bündnis mit der Linkspartei nach der Bundestagswahl eine Absage. “Rot-Rot-Grün ist nur eine rechnerische und keine politische Mehrheit”, sagte er dem “Tagesspiegel am Sonntag”. Er halte nichts davon, “die Stabilität Deutschlands aufs Spiel zu setzen, nur um mit einer absolut unkalkulierbaren Partei ins Kanzleramt zu kommen. Wer jedes Risiko eingeht, um ins Kanzleramt zu kommen, wird nicht lange dort bleiben.” Die Linke sei im übrigen “nicht eine Partei, sondern zwei, bestehend aus pragmatischen Linken im Osten und sämtlichen Sektierern und SPD-Hassern im Westen”, so Gabriel. Fazit: Es ist alles noch offen!

Typische Medienmanipulation

Ein neues Beispiel typischer Medienmanipulation – oder: Alles ist relativ. Nach der ZDF-Sendung „Macht Mensch Merkel“ (13.8.) meldete der Medien-Informationsdienst „Kress-Report“ unter der Überschrift: „Peinliche Quotenschlappe für Kanzlerin Merkel“, „nur“ etwa 2,78 Mio. Zuschauer hätten sich das Portrait Merkels angesehen. So weit, so gut – oder schlecht. Was der Report aber nicht meldete: Eine Woche zuvor gab es, ebenfalls im ZDF, ein Portrait über den Kanzlerkandidaten der SPD, Peer Steinbrück. Dessen Zuschauerzahl lag bei 1,84 Millionen – eine Million weniger als bei Merkel. So ist eben alles relativ. Und der Kress-Report relativ überflüssig.

 

65 Jahre „BRD“

Sie lesen richtig: “BRD“ in An- und Ausführungsstrichen. Es ist unglaublich: In der Welt am Sonntag erscheint eine Groß-Anzeige mit Werbung für die Buch-Neuerscheinung „65 Jahre BRD – eine Zeitreise in Bildern“ in der Reihe „Welt Edition“. Warum haben wir stets „DDR“ in An- und Ausführungsstrichen geschrieben?

„DDR“ war der verzweifelte Versuch der SED-Machthaber, alles Deutsche, wo immer es ging, zu streichen und damit eine gleiche Augenhöhe DDR – BRD vorzugaukeln. Sofort wurde das Unwort BRD von unseren Linken übernommen – bis in die Reihen der CDU (nicht alle!). Wir Konservativen haben immer, auch jetzt noch, gegen dieses Kürzel gekämpft, um die deutsche Identität in Gesamt-Deutschland zu wahren.

Zu Lebzeiten Axel Caesar Springers erschien das Wort DDR stets in An- und Abführungszeichen. Er würde sich heute im Grabe rumdrehen, sähe er nun das Werk seiner Erben. Ich sehe keinen Grund, 19.95 Euro für ein solches Machwerk auszugeben.

 

4 Mrd. € für Tiere, 5 Mrd. für Kinder – kein Zufall

Die Tochter (17 J.) aus begütertem Haus fliegt mit ihrer Mutter nach Mailand (!), um dem Kind ein „passendes“ Kleid für den Abschlußball des Tanzkurses zu erstehen. Der 15-jährige Sohn erhält 500 Euro „Taschengeld“ im Monat – und „bei Bedarf“ auch etwas mehr. „Bedarf“ – das ist z. B. das neueste Handy, die Eintrittskarte für ein das Konzert eines „angesagten“ Popsängers usw. Der Familienhund, ein (lieber) Pudel, trägt ein Halsband mit Svarowski-Steinen besetzt und eine passende Leine dazu. Im Winter kommen ein kleines „Mäntelchen“ aus edlem Tuch und ein paar Stiefelchen aus Handschuhleder dazu.

Eine Schulkameradin der erwähnten Tochter– einfacher Leute Kind – kann das Geld für den Abschlussball nicht aufbringen. Die Mitschülerinnen beschließen kurzer Hand, von ihrem „Taschengeld“ zusammenzulegen, damit die „Arme“ am Ball teilnehmen kann. Alle schienen glücklich zu sein. Aber es kam anders:

Beim Festball, an dem auch üblicherweise „stolze“ Eltern teilnehmen, fehlte die „Arme“, samt Eltern. Am nächsten Tag fragten die Freundinnen, warum sie nicht gekommen sei. Ihre Antwort: Sie und ihre Mutter hätten sich geschämt, daß sie auf die „Stütze“ der anderen angewiesen waren. Sie dankte nochmals allen Freundinnen und wollte das gesammelte Geld zurückgeben.

Liebe Leser, das sind keine Einzelfälle. Wir geben jährlich 4 Milliarden für Tierfutter aus. Unsere Kinder (zwischen 6 und 13 Jahren) haben zusammengerechnet allein auf dem Sparbuch ein Vermögen von 5 Milliarden Euro und in der Tasche nochmals „etwas Kleingeld“ von durchschnittlich 30 Euro im Monat. Und ab und an geben Oma oder Opa noch ´was hinzu. Statistisch erhält bereits mehr als Hälfte der  4-5 Jährigen (!) mehr als 10 Euro im Monat.

Das ist, mit Verlaub, alles nicht mehr normal. Weder Kinder noch (erst recht) Haustiere sind Luxusgeschöpfe. Wir machen sie aber dazu. Das ist gedankenlos und dekadent.

(Kleiner Nachtrag: Ich bin Vater und Großvater sowie Halter von Hund´ und Katz´, aber niemand bei uns trägt Swarovski.)

Liebe Freunde, das mag für heute genügen. Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit, einen sonnigen Sommerausklang und uns allen eine bessere Politik.

Mit herzlichen Grüßen,

Ihr

Peter Helmes

Und, wie immer, ein kleines P. S.:

Da hatten wir also einen „Supersommer“, ein Sommer „wie er früher einmal war“. Aber leider, leider fehlte mir da was. Vor noch nicht allzu langer Zeit – es war im Jahre 1994 – war der Sommer auch heiß, aber die kleinen, grünen und guten Menschlein spielten verrückt. Kaum eine Brücke, an der nicht die Transparente hingen: „Achtung, Ozonalarm“. Wir wurden – zumindest moralisch – aufgefordert, höchstens so um die 80 km/h zu fahren. Es kam das „Ozongesetz“, das aber schon wenige Jahre später ausgesetzt wurde. Kann es wirklich sein, daß auch die Grünen den heurigen Sommer genießen? Oder kommt die „Rechnung“ nach der Bundestagswahl? Einfach so drei Monate Sonne hinnehmen – das ist nicht grün. Da wird man höchstens braun. (Murmel, murmel)