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Großes Interesse

Großes Interesse am Film „Faktencheck – Die gesundheitliche Wirkung der Mobilfunkstrahlung

 

Mobile Kommunikation ist aus unserem Leben kaum mehr wegzudenken. Es gibt aber auch viele gute Gründe, sich mit den Risiken des Mobilfunks auseinanderzusetzen. Deshalb luden die Bürgerinitiative (BI) “Landshut Stop 5G” und die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) zur Vorführung des Films „Faktencheck“ von Lothar Moll und Klaus Scheidsteger am vergangenen Dienstag in das Gasthaus „Zum Freischütz“ ein.

 

Christine Schenkenbach von der BI und ÖDP-Stadträtin Elke März-Granda begrüßten die über 80 interessierten Gäste im voll besetzten Saal, die sich über die weitreichenden Folgen eines unkritischen Umgangs insbesondere mit der 5. Mobilfunkgeneration „5G“, informieren wollten. Der Film, jenseits von Lobbyismus und gekaufter Wissenschaft, informiert über zahlreiche neue internationale und unabhängige wissenschaftliche Studien, die Mobilfunkstrahlung als kritisch bis gefährlich einstufen.

Besonders kritisch seien unwiderrufliche Auswirkungen auf das Ungeborene und dessen Erbgut. Bei der geplanten Einführung des 5G-Standards gehe es um die Möglichkeit, riesige Datenmengen, z. B. von Smartphones oder für autonomes Fahren, zu übertragen. Dazu sind höhere Frequenzen nötig, die geringere Reichweite haben, was ein viel dichteres Netz an Sendemasten voraussetzt. Die damit verbundenen Risiken seien völlig unbekannt, da es hierzu noch keinerlei Langzeitstudien gibt. Die Frage sei, ob der mögliche Komfort der neuen Technik die Gefährdung der Gesundheit der Menschen, insbesondere der künftigen Generation rechtfertigt. Deshalb sei es sehr unverständlich, warum nicht auf Alternativen zurückgegriffen wird, die nach heutigem Wissen keine Gesundheitsschäden verursachen. So können Techniken wie VLC (visible light communication), Infrarottechnik oder für die häusliche Versorgung auch Glasfaserkabel die 5G-Technik ersetzen.

Der Film zeigte viele Probleme auf, die in der öffentlichen Diskussion kaum erwähnt werden. So gibt es zahlreiche Forschungsergebnisse, die die besondere Gefahr für junge Menschen, die noch im Wachstum sind, belegen. Mit Unverständnis reagierte das Publikum auf die Tatsache, dass es in Deutschland keine Warn-Hinweise gebe, wie beispielsweise in Zypern üblich. Dort wendet sich das zypriotische “Nationalkomitee für Kinder, Umwelt und Gesundheit” an Schwangere mit dem Video “Schützen Sie Ihr Embryo vor der Strahlung von Handys, WLAN und anderen drahtlosen Geräten”.

Anders in Deutschland, hier werden bundesweit große Summen als Anschubfinanzierung für die Digitalisierung in den Schulen zur Verfügung gestellt – unabhängig davon, ob die internetfähige Technik tatsächlich im Unterricht verwendet wird.

Einen breiten Raum nahmen Hinweise ein, wie jeder Einzelne sich schützen bzw. beim Gebrauch das Risiko erheblich minimieren kann. Warnhinweise gab es insbesondere an Schwangere und deren ungeborene Kinder sowie an Kinder und Jugendliche generell.

Während der lebhaften Diskussion kam die Frage auf, wo eigentlich das grundgesetzlich garantierte Recht auf körperliche Unversehrtheit, Schutz der Wohnung und der Minderheitenschutz bleibe. Es wurde heftige Kritik an den politischen Verantwortlichen und die Forderung nach einer Risikobewertung mittels eines Moratoriums laut, wie dies u.a. fast dreihundert Ärzte und Wissenschaftler aus über 40 Ländern mit einem internationalen Appel fordern.

Der gesundheitliche Schutz von Mensch und Natur ist nicht verhandelbar und muss über Wirtschafts- und Profitinteressen gestellt werden, war die einhellige Forderung.

„Die ÖDP ist die einzige Partei, die Gesundheitsvorsorge bei Mobilfunk vor Profitinteressen stellt. Wir wollen nicht den Fortschritt ausbremsen, aber wir müssen alles dafür tun, gesundheitliche Risiken zu minimieren solange nicht die Unbedenklichkeit wissenschaftlich geklärt ist“, so März-Granda.

Paul Zielinski von der BI empfahl, die Regeln zum Selbstschutz einzuhalten und Informationen weiterzugeben, wo immer möglich. Es sei wichtig, sich zu Bürgerinitiativen zusammenzuschließen und auf Bürgermeister und Mandatsträger zuzugehen. Gerade die anstehende Kommunalwahl biete reichlich Gelegenheit, die Kandidatinnen und Kandidaten zu befragen. Es gebe Gemeinden, die einem ungeprüften Ausbau des 5G-Netzes kritisch gegenüberstehen und den informellen Austausch mit ihren Gemeindebürgern suchen, wie beispielsweise der Bürgermeister der Gesundheitsgemeinde Bad Wiessee. „Diese Vorgehensweise, die dem Vorsorgeprinzip der Vorrang vor dem schnellen Internet einräumt, wünsche ich mir auch von den hiesigen Bürgermeistern“, betonte Zielinski.

 

FotoS: ÖDP – Landshut

Bildtext: Dr. Ingo Bauerfeind, Chefarzt der Frauenklinik, bei der Hebammenfortbildung. Fotos: Klinikum Landshut

 

Großes Interesse bei Hebammenfortbildung im Klinikum

 

Gestose, Risikomanagement und Freiberuflichkeit waren am Mittwoch nur einige Themen bei der Hebammenfortbildung im Klinikum Landshut. Mit rund 40 Hebammen aus dem Großraum Landshut und aus allen möglichen Tätigkeitsbereichen war die Fortbildung im Raum Hammerbach gut besucht. Dr. Ingo Bauerfeind, Chefarzt der Frauenklinik, ging in seiner Begrüßung auf den berufspolitischen Wandel ein, dem die Hebamme von heute unterliegt. Danach standen vier Vorträge und ein Workshop auf dem Programm.

 

Neben medizinischen Aspekten wurden auch organisatorische und betriebswirtschaftliche Aspekte in den Vorträgen thematisiert. Hautaugenmerk der Fortbildung war neben dem persönlichen Austausch und der Vernetzung miteinander ein Sensibilisieren für Risiken, die mit der Ausübung der freiberuflichen Hebammentätigkeit verbunden sind. Als erste Referentin sprach Susann Reinhardt, Oberärztin der Frauenklinik am Klinikum Landshut, über „Gestose – Präeklampsie und HELLP: Von der Diagnose bis zur Therapie“. Die weiteren Vorträge beschäftigten sich mit den Themen „Chancen der Freiberuflichkeit – Pflichtfortbildung Risikomanagement“, mit Verwaltung und Abrechnung und „Hyperbilirubinämie – aktuelle Empfehlungen“. Mit dem Workshop „Voraussetzungen für den (Wieder-)Einstieg in die freiberufliche Tätigkeit“ ging die Hebammenfortbildung zu Ende.

 

Fotos: Klinikum Landshut

Bildtext: MUDr. Maros Beno, Dr. Johann Hatzl, Andreas Tröger, Gunthard Goresch und Dr. Bernhard Krebs (von links nach rechts) informierten beim Gefäßtag am Krankenhaus Landshut-Achdorf über Schmerzen in den Beinen.

 

 

Hilfe bei Schmerzen in den Beinen

Großes Interesse beim Gefäßtag am Krankenhaus Landshut-Achdorf

 

Am vergangenen Samstag lud das zertifizierte Gefäßzentrum des Krankenhauses Landshut-Achdorf unter der Leitung von Chefarzt Dr. Johann Hatzl zum Gefäßtag der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin in den Sitzungssaal des Landratsamtes ein. Zum diesjährigen Gefäßtag, der sich dem Thema „Beinschmerzen beim Gehen und im Liegen“ widmete, kamen mehr als 150 interessierte Zuhörer.

„Ein komplexes Zusammenspiel von Bändern, Sehnen, Muskeln, Knochen, Gefäßen und Nerven ermöglicht dem Menschen eine umfassende Beweglichkeit“, sagte Chefarzt Dr. Johann Hatzl zu Beginn des diesjährigen Gefäßtags und freute sich, so viele Besucher begrüßen zu dürfen. „Welchen großartigen Dienst unsere Beine täglich leisten, wird oft erst dann bewusst, wenn sich Schmerzen bei Belastung oder in Ruhe bemerkbar machen.“ Ein brennender, stechender oder ziehender Schmerz in den Beinen könne dabei mit Taubheitsgefühlen, Kribbeln aber auch Schwellungen, die sich warm anfühlen, einhergehen.

Dr. Hatzl zeigte die häufigsten Ursachen für Schmerzen in den Beinen auf: Verletzungen, Muskelkrämpfe, Krampfadern, Durchblutungsstörungen, Gelenkverschleiß, Entzündungen, Osteoporose, Bandscheibenvorfall, Tumorerkrankungen, neurologische Erkrankungen oder Fehlstellungen. „Wichtig ist es, mit einem Arzt über die Schmerzen in den Beinen zu sprechen“, so Dr. Hatzl. „Durch eine umfassende Untersuchung wird der Arzt die Ursache finden und eine auf den Patienten individuell abgestimmte Therapie vorschlagen.“

Im Rahmen des zweiten Vortrags informierte Oberarzt Gunthard Goresch über das Restless-Legs-Syndrom, das sich meist in den Abend- oder Nachtstunden durch ein Kribbeln oder Brennen in den Beinen bemerkbar macht und mit Hilfe von Medikamenten behandelt werden kann. Anschließend erklärte Oberarzt Dr. Bernhard Krebs, was zu tun ist, wenn die Einnahme der Medikamente vergessen wurde. Oberarzt Andreas Tröger sprach darüber, warum eine gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung bedeutsam für die Gesundheit der Gefäße sind und wie durch Spaziergänge Durchblutungsstörungen in den Beinen gelindert werden können. Abschließend referierte der Leitende Oberarzt MUDr. Maros Beno über die Bedeutung der Gefäße und die Entwicklung in der Gefäßmedizin, die heutzutage eine Vielzahl von schonenden Therapieverfahren bietet.

Im Anschluss an die Vorträge und am Ende der Veranstaltung nutzen viele Besucher die Möglichkeit, persönliche Fragen zu individuellen Beschwerden an die Referenten zu stellen.

 

Bildquelle: LAKUMED Kliniken

 

Wann ist eine künstliche Intelligenz intelligent?

 

Prof. Dr. Johann Uhrmann startete am 8. Oktober die KI-Vortragsreihe der Hochschule Landshut mit einer Einführung in das Thema künstliche Intelligenz – Vortrag stieß auf sehr großes Interesse

 

Kann eine künstliche Intelligenz diesen Vortrag halten? Diese Frage stellte Prof. Dr. Johann Uhrmann dem Publikum zu Beginn seiner Einführung in das Thema KI. Rund 240 Zuhörerinnen und Zuhörer waren am 08. Oktober an die Hochschule Landshut zu dem kurzweiligen Vortrag gekommen, der den Startschuss zur Reihe „Wissen für Alle: KI und Robotik“ bildete. Diese wird von der Hochschule Landshut in Kooperation mit der Stadt und der vhs Landshut organisiert, um interessierten Bürgerinnen und Bürgern einen umfassenden Überblick über „das hochaktuelle Thema KI“ zu geben, „das uns heute schon überall begegnet“, wie Hochschulpräsident Prof. Dr. Karl Stoffel in seiner Begrüßung deutlich machte. Uhrmann freute sich über das „überwältigende Interesse“, das zeigt, auf welche große Resonanz das Thema in der Bevölkerung stößt.

Textergänzungs-Programm als Beispiel

Die Antwort zur Einstiegsfrage gab der Informatikprofessor selbst mithilfe einer Demonstration eines intelligenten Textergänzungs-Programms. Basierend auf zwei einleitenden Sätzen konnte Uhrmann mithilfe dieses Algorithmus auf Knopfdruck einen Vortragstext erzeugen, der stilistisch und inhaltlich zu den beiden Sätzen passte und auf den ersten Blick überzeugend wirkte. „Das ist nur die einfache Version des Programms. Aber sie zeigt schon, was mit KI bereits möglich ist“, so Uhrmann.

Wie funktioniert KI?

Doch was macht eigentlich eine künstliche Intelligenz aus und wie funktioniert sie? Uhrmann zitierte dazu den britischen Informatiker Alan Turing, der in den 50er Jahren durch seinen sogenannten Turingtest bekannt wurde. Eine künstliche Intelligenz sei nach Turing nur dann gegeben, wenn die Maschine nicht mehr von einem Menschen zu unterscheiden sei. Eine alternative Definition von KI besagt, dass intelligent ist, wer in unbekannten Situationen die bestmögliche Entscheidung trifft – unter Berücksichtigung von Vorwissen, Wahrnehmung und eines Leistungsmaßstabs. „Für ihre Einkommensteuererklärung brauchen Sie keine künstliche Intelligenz“, so Uhrmann, „da können Sie einfach nachschauen, wie es geht. Aber wenn es um völlig unbekannte Situationen geht, da schlägt die Stunde der KI.“

Wie entsteht eine KI?

Anschließend erklärte Uhrmann, wie künstliche Intelligenz entsteht und nannte drei Herangehensweisen: zum einen die Nachahmung von intelligenten Verhaltensweisen, zum zweiten ein System, das auf intelligenten Symbolen und Regeln basiert, und zum dritten ein System, das aus einem künstlichen neuronalen Netz besteht und in der Lage ist, selbständig zu lernen. Ein solches Programm ist beispielsweise das 2016 von Google entwickelte AlphaGo, das den 18-fachen Weltmeister im Go-Spiel bezwang und dessen Spielweise von den Kommentatoren als „kreativ und einzigartig“ beschrieben wurde. Dieses unterlag wiederum seinem Nachfolge-System AlphaGo Zero – und das nur, indem das neue Programm drei Tage gegen sich selbst spielte und daraus lernte.

Wann fing alles an?

Betrachtet man die historische Entwicklung der KI, so sei laut Uhrmann bereits die Aussage des chinesischen Militärstrategen Sun Tsu (510 v. Chr) interessant, der intelligentes Verhalten seiner Soldaten über den blinden Gehorsam stellte. Der Begriff KI entstand im Jahr 1956, als John McCarthy mit seinen Kollegen auf einer Konferenz ein erstes KI-Programm schrieb, das mathematische Beweise durchführen konnte. Joseph Weizenbaum erforschte dann 1966 die grundlegenden Probleme von natürlich-sprachlicher Kommunikation zwischen Mensch und Maschine, indem sein Programm ELIZA im Gespräch mit Menschen nach wichtigen Wörtern suchte und einen Psychotherapeuten simulierte. Nachdem in den 70er Jahren die Förderung und Akzeptanz von KI sehr rückläufig war, erlebte sie in den letzten Jahrzehnten schließlich eine rasante Entwicklung – von Siri über Watson bis hin zu AlphaGo Zero.

Ausblick und Kritik

Heute wird KI bereits in vielen Bereichen angewandt: als autonomes System in der Landwirtschaft, das zielgerichtet Unkraut bekämpft, oder als autonomer Bus in Bad Birnbach. Zum Schluss gab Uhrmann seinem Publikum zwei gegensätzliche Sichtweisen mit auf den Weg, wohin die Reise von KI gehen kann: Während der verstorbene Physiker Stephen Hawking vor einigen Jahren dafür plädierte, mit der Weiterentwicklung von KI aufzuhören, weil sie irgendwann nicht mehr kontrollierbar sei, ist der US-Amerikaner Ray Kurzweil der Meinung, dass im Jahr 2045 die KI der menschlichen Intelligenz überlegen sein wird. Auf die Frage eines Zuhörers, wie man heute überhaupt KI erkennen könne, beispielsweise bei Bots in Sozialen Medien, antwortete Uhrmann: „Das ist eigentlich kaum mehr möglich.“ Vielleicht braucht es ja bald eine künstliche Intelligenz, um KI zu erkennen?

 

Bildquelle: Hochschule Landshut

 

Bildtext: Geschäftsstellenleiterin Katja Krug stellte die Agenda des ersten Gesundheitsforums im Landratsamt vor

 

 

Versorgung und Prävention gehören zusammen

Erstes Gesundheitsforum der Gesundheitsregion plus stieß auf großes Interesse

 

Landrat Peter Dreier begrüßte die Teilnehmer

 

Sie ist ein Novum und soll die Gesundheitsversorgung in Stadt und Landkreis Landshut auf eine noch breitere Basis stellen: die Gesundheitsregion plus. Mit dem ersten Gesundheitsforum, das kürzlich im Großen Sitzungssaal des Landratsamtes stattgefunden hat, hat diese Initiative eine erste große Hürde genommen.

Eine intensivere Zusammenarbeit und Vernetzung: Das haben sich im Rahmen der Gesundheitsregion plus Vertreter aus Politik und Verwaltung, Einrichtungen der ambulanten und stationären Gesundheitsversorgung und -vorsorge, der Sozialversicherungsträger und sonstiger Einrichtungen wie Hochschulen, Patientenvertretungen oder Wohlfahrtsverbänden, zur Aufgabe gemacht. Das wurde auch im Laufe des Gesundheitsforum deutlich, bei der die Akteure sich weitergehende Gedanken machten, wie die Gesundheitsversorgung, aber auch die Präventionsangebote noch besser ausgebaut werden könnten.

Denn in gebündelter Form werden Doppelstrukturen vermieden und es entstehen Synergieeffekte – zum Vorteil der Bevölkerung in Stadt und Landkreis Landshut. Durch das anhaltende Bevölkerungswachstum gerät die medizinische Infrastruktur zusehends an ihre Grenzen: Eine optimierte Netzwerkstruktur in diesem Bereich wäre eine Möglichkeit, um die Situation etwas zu erleichtern und die vorhandenen Ressourcen noch effektiver einsetzen zu können.

Doch wo steht die Gesundheitsversorgung und -förderung in der Region aktuell? Durch eine Schlüsselakteursbefragung, die Anfang des Jahres durch die Gesundheitsregion plus in Auftrag gegeben wurde, konnte der status quo dieses weitläufigen Feldes gut erfasst werden. Wie wird sich der Bedarf entwickeln? Vor welchen Herausforderungen steht die regionale Gesundheitsversorgung? Wo sehen die Anbieter noch Entwicklungspotenziale? Dies waren nur einige der Fragen, die von dieser Bedarfserhebung erfasst wurden, durchgeführt und vorgestellt von der Diplom-Mathematikerin Karin Seeger.

Dabei sahen die Befragten den größten Handlungsbedarf im Erfahrungs- und Wissensaustausch zwischen den Akteuren, was eine der Hauptaufgaben der Gesundheitsregion plus darstellt. Weiterhin wurden eine bessere Abstimmung der Angebote untereinander und mehr Öffentlichkeitsarbeit für eigenen wie auch andere Initiativen angeregt.

Als konkrete Handlungsfelder wurden bei der Gesundheitsversorgung die ambulante ärztliche Versorgung und die Zukunft der Pflege herausgearbeitet, aber auch der Umgang mit organisatorischen Anforderungen, wie beispielsweise Datenschutz und Nachhaltigkeit, wurden angesprochen. In Bezug auf die Gesundheitsförderung und Prävention sehen die Befragten vor allem bei der Erschließung der Zielgruppen und der Bekanntheit der Angebote noch Entwicklungsmöglichkeiten.

Die genannten Punkte decken sich auch mit den statistischen Erhebungen aus der Region, die ebenfalls im Rahmen des Vortrags vorgestellt wurden. Fest steht: Die Zeichen stehen sowohl in der Stadt, als auch im Landkreis Landshut auf Wachstum. Während die Bevölkerung laut demografischer Hochrechnungen in den nächsten 20 Jahren in der Stadt mit einem Plus von 12,5 Prozent als „sehr stark zunehmend“ eingestuft wird, steht der Landkreis mit der Prognose einer „starken Zunahme“ um 8,8 Prozent kaum etwas nach. Das Durchschnittsalter geht ebenfalls nach oben: Lag der Durchschnitt 2017 noch bei 43,6 Jahre (Stadt Landshut) bzw. 43,0 Jahren (Landkreis), wird der durchschnittliche Stadtbewohner 2037 bereits 46,1 Jahre alt sein und im Landkreis 45,9 Jahre. Die Altersgruppe der Senioren, also 65 Jahre und älter, wird vor allem im Landkreis drastisch ansteigen (+ 58 Prozent, in der Stadt + 43 Prozent), wohingegen die „mittleren“ Bevölkerungsgruppen, die im Erwerbsleben stehen, einen Verlust verzeichnen werden – zumindest laut Prognose.

Nicht nur diese Bevölkerungsentwicklung wird die Gesundheitsversorgung in der Region vor neue, enorme Herausforderungen stellen, waren sich die Anwesenden einig. Hinzu kommt, dass die Altersstruktur der ambulant praktizierenden Hausärzte in der Region hoch ist – so liegt das Durchschnittsalter der Ärzte im Planungsbereich Vilsbiburg gar bei über 62 Jahren, Nachfolger sind aber kaum zu finden. Auch viele Fachärzte würden in den kommenden Jahren in den Ruhestand gehen, ergab die Untersuchung. Dabei steigt mit dem Bevölkerungswachstum naturgemäß auch parallel der Bedarf an ärztlicher Versorgung.

Auch der Pflegebedarf wurde im Rahmen der Analyse beleuchtet: So wird laut diesen Berechnungen im Jahr 2030 eine Versorgungslücke an Pflegepersonal von 62 Prozent im Landkreis und 40 Prozent in der Stadt erwartet: Der Pflegenotstand wird also in den kommenden Jahren noch viel deutlicher zu Tage treten.

Nach diesen Aussichten und Prognosen teilten sich die Teilnehmer in zwei Arbeitsgruppen auf: Während die erste Gruppe die Gesundheitsversorgung zum Thema hatte, kümmerte sich die zweite Gruppe um Gesundheitsförderung und Prävention.

Großes Lob sprachen sowohl Landrat als auch Oberbürgermeister der Geschäftsstellenleiterin Katja Krug aus: „Obwohl Sie erst seit rund einem Jahr die Gesundheitsregion plus verwalten, haben Sie bereits enorm viel erreicht.“ Die Geschäftsstelle bildet die zentrale Anlauf- und Koordinierungsstelle für die Beteiligten des Projekts Gesundheitsregion plus Landshut.

Nach dem Gesundheitsforum wird sich die Gesundheitsregion plus an der 1. Bayerischen Demenzwoche im September beteiligen; außerdem wird eine Pflegekräfteschulung zum Thema Mund- und Zahnpflege in der Pflege angeboten. Langfristig ist angedacht, ein drittes Handlungsfeld für die Gesundheitsregion plus zu etablieren – dies könnte beispielsweise die Pflege mit Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten zum Thema haben.

 

Fotos: Landkreis Landshut

 

 

Bildtext: Beim Patiententag beantworteten die Referenten viele Fragen zum Thema Inkontinenz, v.l. PD Dr. Mark Thalgott, MUDr. Marián Hlaváč, Peggy Straßberger, Prof. Dr. Johannes Schmidt, PD Dr. Bruno Neu und Prof. Dr. Christian Pehl

Diagnostik, konservative und operative Behandlung bei Stuhl- und Harninkontinenz vorgestellt

Großes Interesse am Patiententag am Krankenhaus Landshut-Achdorf

 

Rund 60 Besucher kamen am Samstag ins Krankenhaus Landshut-Achdorf, um sich zum Thema Stuhl- und Harninkontinenz fundiert zu informieren. Zahlreiche Vorträge thematisierten die Diagnostik sowie konservative und operative Möglichkeiten bei einer Stuhl- oder Harninkontinenz. Die Zuhörer stellten viele Fragen und zeigten sich sehr interessiert, so dass die Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie um Chefarzt Prof. Dr. Johannes Schmidt plant, den Patiententag zum Thema Stuhl- und Harninkontinenz im nächsten Jahr zu wiederholen.

Chefarzt Prof. Dr. Johannes Schmidt begrüßte die Zuhörer im vollbesetzten kleinen Speisesaal. Von einer Inkontinenz Betroffene haben einen sehr hohen Leidensdruck, da sie sich oft wegen dem unvermitteltem Urin- oder Stuhlverlust zurückziehen und Gesellschaft meiden. Dabei sei medizinische Hilfe möglich und meist erfolgreich, sagte Prof. Dr. Schmidt. Wie eine Stuhlinkontinenz diagnostiziert wird, berichtete Prof. Dr. Christian Pehl, Chefarzt der Medizinischen Klinik am Krankenhaus Vilsbiburg. „Gerade bei Stuhlinkontinenz  ist nach einer genauen und speziellen Diagnostik mit modernen Verfahren wie Ultraschalluntersuchung und Druckmessung, die wir am Krankenhaus Vilsbiburg anbieten, eine gezielte und individuelle Therapie bei Stuhlinkontinenz möglich“, sagte Prof. Pehl, „die Diagnoseverfahren sind für die Patienten schmerzfrei und ohne große Vorkehrungen durchführbar“.

Privatdozent Dr. Mark Thalgott von der Gemeinschaftspraxis für Urologie und Anästhesie Landshut berichtete über die Diagnoseverfahren, die bei einer Harninkontinenz eingesetzt werden, bevor die konservativen Therapieansätze auf der Tagesordnung standen. Privatdozent Dr. med. Bruno Neu, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Onkologie, berichtete über die konservative Therapie bei Stuhlinkontinenz, Oberärztin Peggy Straßberger von der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe über konservative Lösungsansätze bei einer Harninkontinenz.

Der Oberarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie am Krankenhaus Landshut-Achdorf, MUDr. Marián Hlaváč, sprach über die operative Behandlung bei einer Stuhlinkontinenz. Er stellte verschiedene Operationsverfahren wie den Schließmuskelersatz vor und sprach detailliert über das sakrale Schrittmacher-Implantat. Diese Operation wird zur Behebung einer Stuhlinkontinenz oft  und mit sehr guten Ergebnissen durchgeführt, so MUDr. Marián Hlaváč.

Abschließend  sprach Privatdozent Dr. Lorenz Rieger, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Krankenhaus Landshut-Achdorf, über die operative Therapie einer Harninkontinenz. „Eine Harninkontinenz kommt bei Frauen sehr häufig vor, zur Behebung der Beschwerden gibt es jedoch sehr wirksame, operative Methoden, die sich gut etabliert haben“, sagte PD Dr. Rieger. Er stellte den operativen Einsatz von spannungsfreien Bändern oder Unterspritztechniken in der Harnröhre vor, um einer Harninkontinenz zu begegnen.

 

 

Bildquelle: LAKUMED Kliniken

 

 

„Wir wollen die Bombe im Bauch nicht platzen lassen“

Großes Interesse beim Gefäßtag am Samstag im Klinikum

Sowohl Thomas Mann als auch Albert Einstein sind an inneren Blutungen gestorben – nachdem ihre erweiterte Bauchschlagader aufgeplatzt war. Heutzutage lassen sich solche Veränderungen rechtzeitig erkennen und entschärfen – wie das geht, war nur eines der Themen beim 2. Landshuter Gefäßtag. Über 300 Besucher kamen am Samstag ins Klinikum, um sich rund um das Thema Gefäßgesundheit zu informieren.

Über 300 Besucher informieren sich am Samstag rund um die Gefäßgesundheit. Foto: Klinikum Landshut

So ein lebensrettendes Röhrchen kann eigentlich ziemlich unscheinbar sein: Das erfuhren die Besucher am Samstag beim 2. Landshuter Gefäßtag. Und sie durften die Stent-Prothese aus weißem Kunststoff und feinem Spiral-Draht sogar anfassen. Bei der Führung durch den gefäßchirurgischen Operationssaal im Klinikum Landshut erklärte das OP-Team, wie das genau funktioniert mit dem Kunststoff-Röhrchen. Ist nämlich die Bauchschlagader erweitert, kann diese Bombe platzen – und der Patient verblutet innerlich. Die Prothese entschärft die Gefahrenstelle. Vor allem Männer sind von einem solchen Bauchaorten-Aneurysma betroffen. Beim 2. Landshuter Gefäßtag ging es nicht nur um die Behandlung, sondern auch um die rechtzeitige Vorsorge. „Wir wollen die Bombe auf keinen Fall platzen lassen“, so Privatdozent Dr. Georgios Meimarakis, Chefarzt der Gefäßchirurgie. Mit einer Früherkennungs-Untersuchung mit Ultraschall lässt sich innerhalb weniger Minuten feststellen, ob die Bauchschlagader erweitert oder normal groß ist. Diese Technik wurde am Samstag live demonstriert und stieß wie schon im vergangen Jahr auf großes Interesse.

Doch es ging noch um viel mehr am Samstag: Rund um das Thema Gefäßgesundheit drehten sich die zwölf Expertenvorträge. Wie verhindere ich eine chronische Wunde? Wie wird Betroffenen der Schaufensterkrankheit geholfen? Und wie führe ich trotz Dialyse ein selbstbestimmtes Leben? Über all diese Fragen klärten die Referenten umfassend auf. Die rund zehn Aktionsstände rundeten das Informationsangebot ab.

 

So sieht der gefäßchirurgische Operationssaal von innen aus. Der Leitende Oberarzt Norbert Schrank (Mitte) führte die Besucher durch den OP. Foto: Klinikum Landshut

 

Was tun, wenn die Bombe im Bauch tickt? Das erläuterte Privatdozent Dr. Georgios Meimarakis, Chefarzt der Gefäßchirurgie am Klinikum Landshut. Foto: Klinikum Landshut

 

Fotos: Klinikum