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Gesundheitsgefahren

Pressemitteilung

München, 12. August 2020

PM 199/GP

Huml: Hitze birgt insbesondere für ältere Menschen Gesundheitsgefahren

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml warnt angesichts der aktuellen Hitzewelle vor gesundheitlichen Gefahren insbesondere für ältere Menschen. Huml betonte am Mittwoch: “Die heißen Temperaturen können vor allem für ältere Menschen sehr belastend sein und ernsthafte Folgen für die Gesundheit haben. Mit zunehmendem Alter nimmt das Durstgefühl ab und es kann schnell zu einem gefährlichen Flüssigkeitsmangel kommen, der sogar lebensbedrohlich werden kann. Deshalb sollten Angehörige und Pflegekräfte ältere und pflegebedürftige Menschen gerade an warmen Tagen an das regelmäßige Trinken erinnern.”

Die Ministerin erläuterte: “Senioren zum Trinken zu bewegen, erfordert häufig viel Geduld und Zeit, aber bei Hitzeperioden ist es lebensnotwendig. Insbesondere alleinstehende ältere Menschen laufen häufig Gefahr, das Trinken schlichtweg zu vergessen.”

Huml, die approbierte Ärztin ist, unterstrich: “Typische Beschwerden bei großer Hitze sind Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen und Herz-Kreislauf-Störungen. Wer ausreichend trinkt und die Mittagshitze meidet, kann aber gut vorbeugen. Bei Symptomen wie Schwindel, Kurzatmigkeit oder erhöhter Temperatur sollte der Hausarzt aufgesucht werden. Wenn ältere Menschen geistig abwesend oder teilnahmslos sind, sollte der Rettungsdienst verständigt werden.”

Die Ministerin ergänzte: “Ärzte empfehlen normalerweise mindestens 1 bis 1,5 Liter am Tag. An heißen Sommertagen benötigt der Körper aber 2 bis 3 Liter Flüssigkeit zu trinken, am besten Wasser, ungesüßten Kräutertee oder Saftschorlen.”

Mehr Gesundheitstipps für heiße Tage und Informationen insbesondere zum Sonnenschutz unter:

http://www.lgl.bayern.de/gesundheit/praevention/sonne_hitze/hitze_sonne_schutz.htm  bzw. http://www.sonne-mit-verstand.de/.

Neues Forum für interessierte Bürgerinnen und Bürger ab sofort online

Wien (pts010/02.04.2015/11:45) – “Ich wohne in der Nähe eines Sendemastens, stimmen Gerüchte, dass das schädlich ist?” – “Ich möchte zur Erhöhung der Datenrate eine Richtantenne auf den nächsten Mobilfunkmast richten, ist das sinnvoll?” Solche oder so ähnliche Fragen erreichen das Forum Mobilkommunikation täglich per Mail. Sämtliche Fragen werden individuell beantwortet.

Zur Vereinfachung hat das FMK das “BürgerInnnen Forum Mobilkommunikation” ins Leben gerufen. Hier beantwortet dass FMK ab sofort Fragen zu den Themen “Mobilfunk & Gesundheit” und zur Mobilfunktechnik unter http://www.fmk.at . Alle Antworten stehen allen Bürgern online ohne Registrierung zur Verfügung. Wer eine Frage stellen möchte, benötigt lediglich eine valide E-Mailadresse, es werden keine weiteren Daten erhoben. Damit wird die Anonymität der User gewährleistet.

Gegen das Schüren von unnötigen Ängsten

“Wir beobachten immer wieder sehr unsachlich geführte Diskussionen zum Thema Mobilfunk”, so Mag. Margit Kropik, Geschäftsführerin des FMK, “mit dem neuen ‘BürgerInnnen Forum Mobilkommunikation’ wollen wir unseren Beitrag auf dem Boden des wissenschaftlich anerkannten Kenntnisstandes von Medizin und Physik leisten.”

Dies sei, so Kropik, auch dringend notwendig, da sich unterschiedlichste Organisationen zum Thema äußerten, meist ohne mit der Materie tatsächlich vertraut zu sein. Das wiederum schüre völlig unnötige Ängste, die betroffene Bürgerinnen und Bürger beunruhigten.

Service:
Direkter Link zum Einbetten in andere Seiten: http://buergerforum.fmk.at

30.04.2013 15:39

Nocebo-Effekt: Medienberichte können Krankheitssymptome auslösen

Petra Giegerich Kommunikation und Presse
Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Erwartung einer Schädigung kann zu Symptomen führen – Medien sollten verantwortungsvoll mit Warnungen vor Gesundheitsrisiken umgehen

Medienberichte über vermeintlich gesundheitsgefährdende Substanzen können dazu führen, dass empfindliche Menschen Krankheitssymptome entwickeln, obwohl es objektiv keinen Anlass dafür gibt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die sich mit dem Phänomen der elektromagnetischen Hypersensitivität befasst hat. Bei dieser Symptomatik reagieren die Betroffenen nach eigenen Angaben auf elektromagnetische Wellen wie zum Beispiel Handy-Strahlung mit Beschwerden. Sie zeigen körperliche Reaktionen, und mithilfe der Kernspintomographie ist zu sehen, dass schmerzverarbeitende Hirnregionen aktiviert sind. „Es spricht allerdings vieles dafür, dass es sich bei der elektromagnetischen Hypersensitivität um einen sogenannten Nocebo-Effekt handelt“, erklärt Dr. Michael Witthöft von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU). „Allein die Erwartung einer Schädigung kann tatsächlich Schmerzen oder Beschwerden auslösen, wie wir es umgekehrt im Bereich schmerzlindernder Wirkungen auch von Placebo-Effekten kennen.“ Wie die neue Studie zeigt, können Medienberichte, die vor Gesundheitsrisiken warnen, bei manchen Personen Nocebo-Effekte hervorrufen oder verstärken

Immer wieder berichten Medien über Gesundheitsrisiken durch elektromagnetische Felder (EMF), die von Handys, Mobilfunk-Sendemasten, Hochspannungsleitungen und dem WLAN ausgehen. Menschen, die nach eigener Einschätzung auf elektromagnetische Felder sensibel reagieren, leiden unter Symptomen wie Kopfschmerzen, Schwindel, brennender Haut oder einem Kribbeln, die sie auf diese Emissionen zurückführen. Es gibt Betroffene, die sich wegen ihrer elektromagnetischen Hypersensitivität von der Arbeit und ihrem sozialen Umfeld zurückziehen und in extremen Fällen sogar in abgeschiedene Regionen umziehen, um elektrische Anlagen ganz zu meiden. „Tests haben allerdings gezeigt, dass Betroffene nicht unterscheiden konnten, ob sie tatsächlich elektromagnetischen Feldern ausgesetzt sind und dass ihre Symptome genauso von einer Scheinexposition ausgelöst werden können wie von realer Strahlung“, sagt Witthöft. Das als Nocebo-Effekt bekannte Phänomen wurde zunächst bei Arzneimittel-Studien festgestellt. Probanden zeigten Nebenwirkungen, obwohl sie gar kein Medikament, sondern ein Placebo erhalten hatten.

In den Untersuchungen, die Witthöft bei einem Aufenthalt am King’s College London zusammen mit G. James Rubin durchgeführt hat, wurde den 147 Testpersonen zunächst ein Fernsehbericht gezeigt. Ein Teil der Versuchsteilnehmer bekam einen Dokumentarfilm des Senders BBC One zu sehen, in dem teilweise drastisch über die Gesundheitsgefahren von Mobilfunk- und WLAN-Signalen berichtet wurde. Der andere Teil schaute einen Bericht von BBC News über die Sicherheit von Internet- und Handy-Daten an. Anschließend wurden alle Probanden einem WLAN-Scheinsignal ausgesetzt, von dem sie aber annehmen konnten, dass es echt sei. Obwohl in Wirklichkeit überhaupt keine Strahlung vorhanden war, entwickelten einige Probanden die typischen Symptome: 54 Prozent der Testpersonen berichteten über Beunruhigung und Beklemmung, Beeinträchtigung ihrer Konzentration oder Kribbeln in den Fingern, Armen, Beinen und Füßen. Zwei Teilnehmer haben den Test vorzeitig beendet, weil ihre Symptome so stark waren, dass sie sich nicht länger der vermeintlichen WLAN-Strahlung aussetzen wollten. Es zeigte sich, dass die Symptome bei Personen mit erhöhter Ängstlichkeit, die vor der Scheinexposition den Dokumentarfilm über mögliche Gefahren von elektromagnetischer Strahlung gezeigt bekamen, am stärksten ausfielen.

Die Studie zeigt, in welchem Maße reißerische Medienberichte, denen oft die wissenschaftliche Grundlage fehlt, auf die Gesundheit großer Bevölkerungsteile Einfluss nehmen können. Die Suggestion von Gesundheitsgefahren wirkt aller Wahrscheinlichkeit nach nicht nur kurzfristig wie eine sich selbsterfüllende Prophezeiung, sie kann auch langfristig dazu führen, dass sich Menschen für empfänglich halten und in entsprechenden Situationen auf Elektrosmog mit Symptomen reagieren. „Die Wissenschaft und die Medien müssen unbedingt stärker zusammenarbeiten und sich darum bemühen, dass Berichte beispielsweise über mögliche Gesundheitsrisiken neuer Technologien so wahrheitsgetreu wie möglich und nach bestem Wissensstand an die Öffentlichkeit gelangen“, folgert Witthöft aus den Ergebnissen der Studie.

Foto:
http://www.uni-mainz.de/bilder_presse/02_psychologie_nocebo.jpg
Smartphones sind Teil des modernen Lebens
Foto: Marcus Steinbrücker

Veröffentlichung:
Michael Witthöft, G. James Rubin
Are media warnings about the adverse health effects of modern life self-fulfilling? An experimental study on idiopathic environmental intolerance attributed to electromagnetic fields (IEI-EMF)
Journal of Psychosomatic Research, März 2013
DOI: 10.1016/j.jpsychores.2012.12.002

Weitere Informationen:
Dr. Michael Witthöft
Abt. Klinische Psychologie und Psychotherapie
Psychologisches Institut
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
D 55099 Mainz
Tel. +49 6131 39-39202
E-Mail: witthoef@uni-mainz.de
http://www.klinische-psychologie-mainz.de