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Fritz Koenig

Nachgefragt: “Ist der Ganslberg von Bildhauer Fritz Koenig dem Verfall preisgegeben?” 

 

Diese Fragestellung von KLARTEXT.LA erging an den Landshuter Landtagsabgeordneten, Stadtrat und Mitglied des Förder- Stiftungsvorstandes der Fritz-und-Maria-Koenig-Stiftung, Helmut Radlmeier.

Der Grundgedanke einer Stiftung lag für Fritz und Maria Koenig in der Erkenntnis, dass der Ganslberg in seiner ursprünglichen Gestalt als vollendeter, in sich gerundeter Lebens- und Kunstraum für die ferne Zukunft nicht zu konservieren ist.

Nachdem Fritz Koenig am 22. Februar 2017 verstorben war, gab es verschiedentlich Irritationen und heftige Auseinandersetzungen darüber, was mit seinem Nachlass geschehen soll. Nicht nur in Landshut sondern weit darüber hinaus bis in die globale Kunstwelt hinein, schlugen die Diskussionen darüber hohe Wellen.

MdL, Stadtrat und Mitglied des Fördervereins der Fritz-und-Maria-Stiftung, Helmut Radlmeier gab dazu folgende Erklärung ab:

„Gerne gehe ich auf den Ganslberg ein. Den Verfall wollen wir verhindern. Der Ganslberg ist Eigentum der Fritz-und-Maria-Koenig-Stiftung. Natürlich machen wir uns Gedanken, wie die Liegenschaft künftig genutzt werden soll. Im letzten Jahr wurde dazu ein Runder Tisch von Kunstminister Bernd Sibler einberufen. Der Runde gehörten Vertreter der Fritz-und-Maria-Koenig-Stiftung, des Freundeskreises Fritz Koenig e.V., der Stadt Landshut, der Regierung von Niederbayern, des bayerischen Landtags und weitere Beteiligte an. Man kam überein, dass man anhand einer Machbarkeitsstudie untersucht, wie man das Areal nutzen könnte.“

Zum weiteren Vorgehen wurde unter Führung von OB Putz der Gesprächskreis „Zukunft Ganslberg“ in Landshut gegründet. Der Gesprächskreis führt die Arbeit des Runden Tisches weiter. Dem Gesprächskreis gehören Vertreter der Stiftung, der Stadt Landshut, des Freistaats, des Landesamtes für Denkmalpflege, Mitglieder des Freundeskreises Fritz Koenig e.V. und Weggefährten Koenigs an. Der Gesprächskreis hat sich Ende Oktober 2019 gegründet. Wir streben eine möglichst einvernehmliche Lösung in der Diskussion über das künftige Nutzungskonzept für das Koenig-Anwesen am Ganslberg an und begleiten die Machbarkeitsstudie. Die Studie wurde von der Stiftung in Auftrag gegeben. Der Freistaat hat eine Förderung in Aussicht gestellt. Weitere Unterstützungsangebote finanzieller Art sind von Privatpersonen eingegangen.

Grundlage für die beschlossene Machbarkeitsstudie ist eine Ideenskizze der Weggefährten Koenigs, Percy und Eleonore Adlon. Die Skizze sieht unter anderem Räume für die Kulturvermittlung, einen Skulpturenpark und Gastronomie vor sowie vielfältige Einblicke in das Leben und die Werke des Ehepaars Koenig durch ein innovatives multimediales, audiovisuelles Konzept vor.

Danke, Helmut Radlmeier, für Ihre Stellungnahme zum Status Quo, dieses vor einiger Zeit viel diskutierten etwas heiklen Themas.

 

-hjl-

 

Einblicke in die Anlage Ganslberg des Künstlers Fritz Koenig

 

 

Fotos: Radlmeier priv. /h.j.lodermeier

SPD-Fraktion möchte Klarheit über den Verbleib der Skulpturen von Fritz Koenig

Immer mehr kommt im Hintergrund zum Vorschein, wie in den letzten Lebensjahren von Fritz Koenig mit ihm und seinen Werken umgegangen wurde.

„Ich kann es einfach nicht fassen, wie sich sogenannte Freunde Fritz Koenigs bereichert und die Situation eines alten und kranken Menschen ausgenutzt haben.“, betont Fraktionsvorsitzende Anja König. Deshalb hat die SPD-Fraktion einen Antrag gestellt wonach über den Verbleib der bekannten 80 verschwundenen Werke aus dem Stiftungsbesitz der Fritz-Koenig-Stiftung im Plenum berichtet werden soll. Der Antrag lautet: „Im Jahr 2019 wurde bekannt, dass 80 Werke aus dem Stiftungsbestand der Fritz-und-Maria-Koenig-Stiftung verschwunden sind. Dem Stadtrat (Plenum) soll berichtet werden, um welche Werke es sich hier handelt und auf welchen Wert sich dieser Verlust beläuft. Die Verwaltung wird beauftragt, über den Verbleib der Skulpturen zu berichten. Exemplarisch soll über den Verbleib der Skulptur ‚Zwei VIII‘ von 1975 berichtet werden.“

Das Skulpturenmuseum im Hofberg bzw. KOENIGmuseum ist für den Bestand der Fritz-und-Maria-Koenig-Stiftung erbaut worden und wird zu 100% von der Stadt Landshut finanziert.

Schon aus diesem Grund hat der Stadtrat ein berechtigtes Interesse an den Vorgängen in der Stiftung und deren Bestand.

Aus der Bürgerschaft wurde an den Stadtrat die Frage herangetragen, ob es sich bei der Skulptur ‚Zwei VIII‘, die sich öffentlich sichtbar auf einem Privatgelände befindet, evtl. um eines der fehlenden Werke handeln könnte.

 

Foto: SPD-Landshut

 

“Ganslberger Jahreszeit”

Filmvorführung am 19. Septembder 2019

 

Zum ersten Mal wird der Film von Eleonore und Percy Adlon über und mit Fritz Koenig einem Publikum in unmittelbarer Nähe zum „Tatort“, d.h. in Altdorf gezeigt. Natürlich sind auch all jene, welche die überbuchte Film-Veranstaltung im Skulpturenmuseum nicht besuchen konnten, ganz herzlich willkommen. Die „Alte Ziegelei“ in Altdorf bietet ausreichendes Forum. Der Freundeskreis Fritz Koenig  würde sich sehr freuen, viele Besucher zu ihrer Veranstaltung am 19. September begrüßen zu können.

 

Bei gutem Wetter “open air” – Eintritt frei

 

Der Freundeskreis Koenig möchte an dieser Stelle noch einmal auf die Chillida-Veranstaltung am 26. September 2019 hinweisen!

 

Eduardo Chillida und Fritz Koenig

Weggefährten und Bildhauer von internationalem Rang

 

Mit einem Bilder-Vortrag über „Chillida Leku“ stellt der Freundeskreis Fritz Koenig e. V. in Kooperation mit dem Christlichen Bildungswerk Landshut den baskischen Bildhauer Eduardo Chillida und seinen Skulpturenpark in San Sebastián vor. Wie Fritz Koenig mit dem Ganslberg-Areal hat Eduardo Chillida mit seiner Wirkungsstätte einen einzigartigen künstlerischen Mikrokosmos hinterlassen.

Beide Bildhauer – desselben Jahrgangs 1924 –  waren sich mehrmals begegnet, besuchten einander und schätzten das Werk des jeweils anderen hoch.

Sie gehörten zu den ersten Protagonisten ihrer Generation, die aus den Trümmern des Dritten Reiches bzw. des Franco-Regimes die Kunst ihres Landes auf die internationale Bühne führten. Während Koenig sich zeitlebens der Figur verpflichtete, entschied sich Chillida für eine freie, gestische Bildsprache. Gemeinsam war beiden ein souveräner Umgang mit Materie, Raum und Linie.

Eine weitere verbindende Ebene war und ist ihr Bezug zur Landschaft ihrer Heimat, die jeweils bewusste Entscheidung dafür, Lebens- und Arbeitsmittelpunkt dort zu verorten: Koenig im niederbayerischen Ganslberg, Chillida im Baskenland: Chillida Leku.

Das emblematische Anwesen wurde im Jahr 2000 zum ersten Mal für Besucher geöffnet. Luis Chillida, ein Sohn des Künstlers, wird in seinem Vortrag unter anderem berichten, wie es der Familie Chillida gelungen ist, es nach dem frühen Tod des Künstlers im Jahr 2002 bis zur diesjährigen Wiedereröffnung als Museum im Originalzustand zu erhalten. Auch von – in Landshut durchaus nicht unbekannten – Schwierigkeiten auf diesem Weg wird die Rede sein. Und zwar aus berufenem Munde: Luis Chillida hat über Jahrzehnte mit seinem Vater und nach dessen Tod in der „Eduardo Chillida–Pilar Belzunce-Stiftung“, deren Präsident er derzeit ist, gearbeitet.

 

 

Flyers: Freudesverein Koenig

 

HEILIGGEIST IST EIN RAUM, ÜBER DEN FRITZ KOENIG SEINE ÜBERGROSSE BEGEISTERUNG GERNE ÄUSSERTE“ – Eröffnung der Ausstellung „Fritz Koenig in Heiliggeist“

 

Oberbürgermeister Alexander Putz (Bildmitte) begrüßte die vielen Koenigfreunde – Direktor der Museen der Stadt Landshut Dr. Franz Niehoff (ganz links) referierte über die Ausstellung in der Stadtkirche “Heiliggeist” 

 

Oberbürgermeister Alexander Putz konnte in der Landshuter Stadtkirche “Heiliggeist” eine große Anzahl von begeisterten Freunden Koenigs willkommen heißen. OB Putz danach befragt, kann heute noch nicht nachvollziehen, dass es um das Themenfeld Koenig gewisse Diskussionen gab. Er nehme zur Kenntnis, dass diese vorhanden seien und er bittet darum, dass man sich die Dialogfähigkeit zu diesem Thema bewahren soll. Es sei sehr, sehr wichtig, dass dieses Thema „Koenig in Landshut“ mit frischer Kraft angepackt wird.

Nach dem Tod Fritz Koenigs ist die Ausstellungsreihe Koenig2 ins Leben gerufen worden. In der Ausstellungsreihe werden Teile seiner Werke präsentiert und man hofft durch diese Reihe kunstbegeisterte Menschen aus aller Welt in die Stadt Landshut zu locken.

Besondere Freude bereitete Fritz Koenig sein Stammplatz in dieser Landshuter Stadtkirche, mit dem von ihm geschaffenen Altar. Heute umgibt diesen aufgestellten Altar eine erlesene Versammlung der Werke des im vergangenen Jahr verstorbenen – und weltweit vielerorts wertgeschätzten – Künstlers. Jetzt nimmt Koenig den ganzen, von dem spätgotischen Baumeister Hans von Burghausen konzipierten Raum mit seinen herausragenden Schöpfungen, sakraler und profaner Kunst ein. Diese Verwandlung bietet eine ganz besondere atmosphärische Plattform , um über den Kontinent Koenig als Bildhauer, Zeichner und Architekt nachzusinnen.

Dies ist das erste der beiden großen Geburtstagsgeschenke der Stadt Landshut für die Stiftung von Fritz und Maria Koenig. Dies ist der erste Teil ihrer Hommage an den Künstler. Der zweite Teil folgt mit „Dialoge im Labyrinth“ im Skulpturenmuseum im Hofberg, ab dem 19. Mai diesen Jahres. Damit tritt Koenig im zwanzigsten Jahr der durch Sanierung veränderten Nutzung dieses großen Sakralraumes mit einer zukunftsweisenden Präsentation in Erscheinung.

Mit Koenig in Heiliggeist tritt der Bildhauer der New York Kugelkaryatide auch in Landshut erstmals wieder an einem anderen Ort auf, als im Skulpturenmuseum. Aus der Exklusivität am Stammplatz kehrt er damit in jene urbane Gesellschaft und Gemeinschaft zurück, die ihn für ihre ästhetischen Bedürfnisse dringend braucht.

„Koenig2“, das bedeutet 2018: Fritz Koenig an zwei Standorten in Landshut, meint Hommage und Huldigung, aber auch Hinterfragung und Herausforderung; Koenig2 erstreckt sich zudem auf Florenz und Flossenbürg.

Der Direktor der Museen der Stadt Landshut bedankte sich in seiner Vernissage-Rede bei seinen Kolleginnen und Kollegen. „Dieses Mal waren wir dank des exzellenten Zusammenspiels aller Beteiligten so früh wie noch nie fertig“, so Dr. Franz Niehoff.

In erster Linie bedankte sich Niehoff bei dem Stiftungsvorstand der Fritz-und-Maria-Koenig-Stiftung mit ihrem 1. Vorsitzenden Oberbürgermeister Alexander Putz, für die Zustimmung zum Konzept dieses Projekts und für die Unterstützung bei dessen Durchführung. Bei Frau Stefanje Weinmayr-Karl bedankte sich Nyhoff für die begleitende Unterstützung.

Geoff Goodman (Gitarre) und Till Martin (Saxophon) bgeleiteten musikalisch die Vernissage

 

-hjl-

 

*ENDE*

 

Fotos: lodermeier

Gedenkveranstaltung »IN MEMORIAM FRITZ KOENIG 1924–2017: Zukunft braucht Herkunft« am Donnerstag, 22.02.18, 19:00 Uhr

Seit Eröffnung des Skulpturenmuseums 1998 hat Fritz Koenig selbst in wechselnden Ausstellungen immer wieder neue Einblicke in den Kosmos seiner Bildwelt eröffnet. Seinem Werk wird weit über die Region hinaus höchste Wertschätzung entgegengebracht. Die Gedenkveranstaltung für Landshuts künstlerischen Botschafter der Moderne – einen großen Bildhauer der deutschen Nachkriegszeit – bietet Anlass für eine Positionsbestimmung und nimmt das Potential von Werk und Sammlungen mit ihren vielfältigen Anschlussmöglichkeiten in den Blick.

Die Stadt Landshut lädt daher gemeinsam mit der Fitz und Maria Koenig-Stiftung zu einer Gedenkveranstaltung anlässlich des ersten Todestages von Fritz Koenig am Donnerstag, den 22. Februar um 19 Uhr in den Rathausprunksaal ein. Nach einer Begrüßung durch Oberbürgermeister Alexander Putz und einem Vortrag von Dr. Franz Niehoff, dem Direktor der Museen der Stadt Landshut, zum Thema »Vom Nachdenken über das Lebenswerk Fritz Koenigs zum Zukunftskonzept für das „Koenigmuseum“« findet eine Begehung des Skulpturenmuseums im Hofberg statt. Musikalisch gestaltet wird der Abend von Carla Usberti und dem Trio Christoph Eglhuber, Andreas und Susanne Kaiser.

 

Musik & Museum: »Der tapfere Ritter Kasimir« am Freitag, 23.02.18, 15:00 Uhr

Am Freitag, den 23. Februar um 15 Uhr, veranstalten die Museen der Stadt Landshut gemeinsam mit Susanne Kaiser einen musikalischen Nachmittag im KASiMiRmuseum für Kinder von 5-8 Jahren:

Unser Kasimir will unbedingt Ritter werden und im Turnier mitmachen! Doch dafür braucht man nicht nur Mut, sondern auch eine Rüstung und ein Pferd. Gespenster und Räuber können uns nicht erschrecken. Denn mit Musik und einem guten Freund erleben wir gemeinsam mit Kasimir ein Abenteuer. Es wartet ein musikalischer und spannender Nachmittag auf Euch im KASiMiRmuseum, mit vielen lustigen Liedern, mittelalterlichen Instrumenten und natürlich einem tollen Ritterturnier. Komm mit und entdecke mit Musik, Gesang und Tanz die große Welt der Ritter!

Begrenzte Teilnehmerzahl, Anmeldung erforderlich unter Tel. 0871/9223890.

Der Kostenbeitrag beläuft sich auf 4 Euro.

 

Öffentliche Führung durch die „KeramikRegion Landshut“ am Sonntag, 25.02.18, 11:00 Uhr

Die schönsten Keramiken aus ihren reichen Sammlungsbeständen präsentieren die Museen der Stadt Landshut in der Ausstellung „KeramikRegion Landshut“ in der Stadtresidenz.

Die Themenlinie führt durch die Sektoren „Niederbayern als Keramikregion“, „Kröninger Hafnerkeramik“, Keramikschule Landshut“, sowie die „Gefäßkeramik der Gegenwart“. Durch die Ausstellung führt am 25. Februar um 11 Uhr der Kurator Thomas Stangier M.A.

 

Die Führung kostet vier Euro (Mitglieder des Freundeskreises frei, Eintritt frei).

 

Versehrt, aber nicht zerstört: ‚Kugelkaryatide NY‘ Fritz Koenig im Liberty Park neu aufgestellt

 Fritz Koenigs ‚Große Kugelkaryatide NY‘, die einst das Zentrum der Plaza des World Trade Centers markierte, war bis zu dem Terrorangriff vom 11. September 2001 ein identitätsstiftender Ort für Bewohner und Besucher im Herzen Manhattans.

 

In diesem Sommer, über fünfzehn Jahre nach der Katastrophe von 9/11, ist die Skulptur nun wieder auf das Gelände des früheren World Trade Centers zurück gekehrt.

Schwer verletzt, aber nicht gänzlich zerstört war die monumentale, 25 Tonnen schwere Plastik 2002 als offizielles Mahnmal im benachbarten Battery Park aufgestellt worden. Erinnerungsort und Symbolträger zugleich, erinnerte sie an die über 2700 Opfer des Anschlags.

Seit Jahren war in der amerikanischen Öffentlichkeit immer wieder die Rückkehr des Werkes an seinen ursprünglichen Platz gefordert worden.

Im Liberty Park, der hoch über dem Gelände des ‚National September 11 Memorial‘ neu entstanden ist, wurde die ‚Große Kugelkaryatide NY‘ nun auf der zentralen Plaza aufgestellt. Sie befindet sich dort in unmittelbarer Nachbarschaft mit dem ‚St. Nicholas National Shrine‘, die Hauptkirche der griechisch-orthodoxen Erdiözese von Amerika nach dem Entwurf Santiago Calatravas.

1967-1971 geschaffen, ist die ‚Sphere‘, wie sie in den USA genannt wird, eines der wichtigsten Werke Fritz Koenigs, der im Februar diesen Jahres mit 92 Jahren verstarb und von dem monumentalen Kunstwerk immer als seinem ‚Kind‘ sprach.

Im Landshuter Skulpturenmuseum im Hofberg, das seit 1998 Werk und Sammlungen Fritz Koenigs birgt, wird das originale Entwurfsmodell, Studien, Zeichnungen und eine Dokumentation zur Genese dieses bedeutenden Werkes des Bildhauers gezeigt.

Versehrt, aber nicht zerstört: *Kugelkaryatide NY*

Fritz Koenigs wurde im Liberty Park neu aufgestellt

Fritz Koenigs *Große Kugelkaryatide NY*, die einst das Zentrum der Plaza des World Trade Centers markierte, war bis zu dem Terrorangriff vom 11. September 2001 ein identitätsstiftender Ort für Bewohner und Besucher im Herzen Manhattans.

In diesen Augusttagen, über fünfzehn Jahre nach der Katastrophe von 9/11, ist die Skulptur nun wieder auf das Gelände des früheren World Trade Centers zurück gekehrt.  Schwer verletzt, aber nicht gänzlich zerstört war die monumentale, 25 Tonnen schwere Plastik 2002 als offizielles Mahnmal im benachbarten Battery Park aufgestellt worden. Erinnerungsort und Symbolträger zugleich, erinnerte sie an die über 2700 Opfer des Anschlags. Seit Jahren war in der amerikanischen Öffentlichkeit immer wieder die Rückkehr des Werkes an seinen ursprünglichen Platz gefordert worden. Im  Liberty Park, der hoch über dem Gelände des *National September 11 Memorial* neu entstanden ist, wurde die *Große Kugelkaryatide NY* nun auf der zentralen Plaza aufgestellt. Sie befindet sich dort in unmittelbarer Nachbarschaft mit dem *St. Nicholas National Shrine*, die Hauptkirche der griechisch-orthodoxen Erdiözese von Amerika nach dem Entwurf Santiago Calatravas. 1967-1971 geschaffen, ist die *Sphere*, wie sie in den USA genannt wird, eines der wichtigsten Werke Fritz Koenigs, der im Februar diesen Jahres mit 92 Jahren verstarb und von dem monumentalen Kunstwerk immer als seinem *Kind* sprach. Im Landshuter Skulpturenmuseum im Hofberg, das seit 1998 Werk und Sammlungen Fritz Koenigs birgt, wird das originale Entwurfsmodell, Studien, Zeichnungen und eine Dokumentation zur Genese dieses bedeutenden Werkes des Bildhauers gezeigt.

 

Photos: Archiv Koenig, Toni Ott, Percy Adlon Stefanje Weinmayr  Museumsleitung Skulpturenmuseum im Hofberg Stiftung Fritz und Maria Koenig Stadt Landshut Postfach, D-84026 Landshut Tel. +49 871/89021, Fax +49 871/89023 Stefanje.Weinmayr@landshut.de www.skulpturenmuseum-im-hofberg.de

 

Fritz Koenig. Aufstellung

Öffentliche Sonntagsführung

 

Fritz Koenig

  1. Juni 1924 – 22. Februar 2017

 

Sonntag, 2. Juli, 2017, 11 Uhr

Eintritt 3,50 Euro, ermäßigt 2 Euro

 

Die „Dauerausstellung Fritz Koenig. Aufstellung“, die im Skulpturenmuseum im Hofberg zu sehen ist, zeigt eine Werksauswahl aus allen Schaffensperioden und Werkgruppen des Landshuter Künstlers Fritz Koenig, der im Februar nach einem langen, reichen Leben auf seinem Landsitz Ganslberg verstarb.

Das Konzept der Ausstellung stammt in diesem besonderen Fall vom Bildhauer selbst, der in monatelanger Arbeit die gezeigten Werke mit großer Sorgfalt auswählte und auch ihren Standort im Museum eigenständig bestimmte. Die Werkschau gibt so einen interessanten Einblick in das Verhältnis Fritz Koenigs zu seinen eigenen Werken. Denn die Wirkung eines Kunstwerks entsteht nicht nur aus diesem selbst, sondern auch aus seinem Bezug zum Umraum. Was sagt beispielsweise die spannungsreiche Gegenüberstellung von Rossmensch und Rossweib aus?

Dem Besucher wird ein unverstellter Blick auf die Kunst Fritz Koenigs ermöglicht, der nicht durch den Eingriff von Kuratoren verändert wurde.

Gezeigt werden frühe Werke aus dem Bereich der Mengenplastik, die in ihrer organischen Erscheinung mit den späteren stark abstrahierten Skulpturen kontrastieren. Da Fritz Koenig auf eine chronologische Anordnung der Werke zugunsten einer thematischen Ordnung verzichtete, stehen sich Früh- und Spätwerk direkt gegenüber.

In für Fritz Koenig elementaren Sujets wie Liebe, Tod und Vergänglichkeit zeigt sich das ganze Spektrum menschlichen Lebens. Neben kleinen und großen Skulpturen aus Bronze, Eisen und Stein, werden Papierschnitte und Zeichnungen, wie etwa monumentale Bilderschriften präsentiert.

 

Die öffentliche Sonntagsführung durch die unterirdischen Museumsräume gibt einen interessanten Überblick über Leben und Werk des bekannten Landshuter Künstlers und bietet darüber hinaus die spannende Möglichkeit, sich mit ausgewählten Werken näher zu befassen.

 

F.K. Aufstellung 2008

 

 

Photos: Toni Ott

 

*ENDE*

Fundstück aus dem Depot:

Blick zurück zur Landshuter Hochzeit 1930

Als Vierjähriger übersiedelt Fritz Koenig (1924 bis 2017) 1928 von Würzburg nach Landshut, das ihm bis zu seinem Tode Lebensmittelpunkt bleiben wird. Zwei Jahre später entstehen zwei kleine Zeichnungen, die sich neben einigen anderen frühen Kostbarkeiten heute im Besitz der Fritz-und-Maria-Koenig-Stiftung befinden und im Skulpturenmuseum im Hofberg verwahrt werden.

Sie öffnen ein Zeitfenster in die Wochen der ‚Landshuter Hochzeit 1475‘ von 1930, deren Hochzeitszug auf den damals sechsjährigen Knaben tiefen Eindruck gemacht haben muss:

Er zeichnet detailgetreu eine Reihe von Rittern zu Pferd mit prächtigen Schabracken und Lanzen, denen wie heute Standartenträger und Musiker vorausgehen.

Allen voran fährt ein geschlossener, von zwei Pferden gezogener Wagen (des Herzogs?), der begleitet wird von einem Reiter, dessen Pferd sich temperamentvoll aufbäumt.

Auf kleinstem Raum entfaltet sich hier das Faszinosum des historischen Spiels, aber auch des Motivs von Pferd und Reiter, das für das Leben des Bildhauers wegbestimmend wird und bleibt. Später wird das Pferd in all seiner kreatürlichen Kraft, auch in der Verschmelzung mit anthropomorphen Formen, vielhundertfach formuliert werden. Der Landsitz Ganslberg mit seinen weltberühmten Araberpferden wird zum Synonym für ein unauflösliches, fruchtbares Ineinanderwirken von Lebenswelt und Werk.

Die Zeichnungen sind bis zum Ende des Festspiels der ‚Landshuter Hochzeit 1475‘ am 23. Juli 2017 bei freiem Eintritt im Foyer des Skulpturenmuseums zu sehen.

 

Abbildungen:

Fritz Koenig, Zug der Landshuter Hochzeit, 1930, Bleistift, 11 x 25 cm

 

(Photo: Toni Ott)

Titelbild: Fritz Koenig, Zug der Landshuter Hochzeit, 1930, Bleistift, 15 x 15 cm

(Photo: Toni Ott)

 

Fritz Koenig

Portrait: Peter Litvai, 2014

Geometrie in der Kunst – von Hans von Burghausen bis Fritz Koenig

Vortrag von Paul M. Arnold

Sonntag, 30. April 2017

17.00 Uhr

Um Anmeldung wird gebeten unter: T. 0871/890 21 | F. 0871/890 23

skulpturenmuseum@landshut.de
Eintritt frei

Die Geometrie – eine der sieben freien Künste – war über viele Jahrhunderte hinweg eine meist verborgene und heute verdrängte Grundlage der Künste; sie war ein Garant dafür, dass die bloßen Kunst- ‘Handwerke’ ihre höhere Weihe als ‘Kunst’ erhielten.

Paul M. Arnold, Studiendirektor (Kunst) a. D. und Vorsitzender des Hans-Leinberger-Vereins gibt einen Überblick über die seit der Antike gebräuchlichen geometrischen Gestaltungs- bzw. Kompositionssysteme in Architektur, Malerei und Plastik und vergleicht sie mit der Haltung des modernen Künstlers am Beispiel Fritz Koenig. Schwerpunktmäßig werden Einblicke in das ‘Bauhüttengeheimnis’ des Hans von Burghausen und der überraschenderweise davon nicht weit entfernten ‘Kunst der Messung’ Albrecht Dürers gegeben und die Kontinuität dieses Wissens bis in das 19. Jahrhundert dargelegt. Dabei gehen die Analysen Arnolds weit über bisher meist angenommene Systeme des ‘goldenen Schnitts’ oder vager ‘Triangulatur’ hinaus und betreten auf spektakuläre Art und Weise Neuland in der Betrachtung altbekannter Meisterwerke. Aus kreisgeometrischen ‘Grundlagen’ zieht er so vielfältige und detaillierte Übereinstimmungen, dass Zufallstreffer mit mathematischer Sicherheit auszuschließen sind.

 

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Hans-Leinberger-Verein.