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Erdgas

Stadtwerke verschicken Rechnungen

Interaktive Rechnungserläuterung im Internet abrufbar

 

Die Stadtwerke Landshut versenden im Zeitraum vom Freitag, 11. Januar 2019, bis Ende Januar rund 67.000 Rechnungen für Strom, Erdgas, Fernwärme, Wasser- und Abwasser an ihre Kunden.

Trotz der vielen rechtlichen Vorgaben, die Energieversorger grundsätzlich bei der Darstellung der Rechnung berücksichtigen müssen, sind die Stadtwerke bestrebt, die Rechnungen möglichst kundenfreundlich und verständlich zu gestalten. Sollten dennoch Fragen zu Bestandteilen auf der Jahresverbrauchsabrechnung offen sein, gibt es auf www.stadtwerke-landshut.de eine interaktive Rechnungserläuterung. Hier erhalten Kunden zusätzliche Erklärungen, was die einzelnen Elemente auf der Rechnung bedeuten.

Fragen beantworten selbstverständlich auch die Mitarbeiter des Kundenzentrums in der Altstadt 74, telefonisch unter Service-Nummer 0800 0871 871 (kostenfrei aus dem dt. Festnetz) oder per E-Mail unter info@stadtwerke-landshut.de. Da über 67.000 Abrechnungen versandt werden, bitten die Stadtwerke um Verständnis, wenn es vorübergehend zu Engpässen kommen und die Beantwortung der Fragen länger als gewöhnlich dauern kann. Es wird sichergestellt, dass jede Anfrage bearbeitet wird.

Änderungen und Korrekturen können auch in den folgenden Wochen erledigt werden. Viele Angelegenheiten, zum Beispiel Erhöhung der monatlichen Abschlagsrate, lassen sich über das Online-Kundenportal auf der Homepage ändern (www.stadtwerke-landshut.de/kundenportal).

Foto: Stadtwerke-Kundenzentrum in der Altstadt. © Stadtwerke Landshut

Susanne Franck

 

Mit flüssigem Erdgas betriebene AIDAnova sticht zur ersten Fahrt in See

Berlin, 19. Dezember 2018. Die AIDAnova, das weltweit erste Kreuzfahrtschiff, das vollständig mit flüssigem Erdgas betrieben werden kann, bricht heute in Teneriffa zu ihrer ersten großen Fahrt auf. „Durch den Betrieb mit umweltschonendem LNG ist die AIDAnova ein Wegbereiter für die gesamte Kreuzschifffahrtbranche. Mit dem alternativen Kraftstoff Flüssigerdgas sinken die Emissionen deutlich. Damit leistet die Reederei AIDA Cruises echte Pionierarbeit für die Verbesserung der Luftqualität sowie für den Klimaschutz“, kommentiert Dr. Timm Kehler, Vorstand der Brancheninitiative Zukunft ERDGAS, den Beginn regelmäßiger Kreuzfahrten der AIDAnova.

Hafenstädte wie Hamburg sehen sich zunehmend mit Überschreitungen der Grenzwerte für die Luftqualität konfrontiert. Schwefel, Stickoxide und weitere Schadstoffe wie Ruß belasten Mensch und Umwelt gleichermaßen. Vor diesem Hintergrund hat die Internationale Schifffahrtsorganisation (IMO) neue Grenzwerte für die Schadstoffemissionen von Schiffen festgelegt, die den erlaubten Schwefelanteil auf hoher See ab 2020 von 3,5 auf 0,5 Prozent senken. Aktuell liegt der Schwefelgrenzwert für Schiffstreibstoff aber selbst in den Emissionssondergebieten der Nord- und Ostsee mit 0,1 Prozent noch um das 100-fache über dem Grenzwert für den Straßenverkehr. 
Eine Alternative zur kostenintensiven Nachrüstung mit Abgasreinigungssystemen bietet der Umstieg auf den Treibstoff LNG (liquefied natural gas), denn flüssiges Erdgas verursacht nahezu keine Schwefel­emissionen und zudem fast keinen Feinstaub. Auch die freigesetzten Stickoxide sinken um bis zu 85 Prozent. Darüber hinaus werden bis zu 21 Prozent weniger Treibhausgase gegenüber üblichen Schiffskraftstoffen ausgestoßen. Das ist das Ergebnis einer im Auftrag von NGVA Europe erstellten Studie des Beratungs­unternehmens Thinkstep, in der die Emissionen von flüssigem Erdgas entlang der gesamten Wertschöpfungskette untersucht wurden.
 
Als erstes Kreuzfahrtschiff weltweit kann die heute auslaufende AIDAnova sowohl auf See als auch während der Liegezeit im Hafen mit LNG betrieben werden. Die Reederei AIDA Cruises ist daher erst im vergangenen Monat mit dem Innovationspreis der deutschen Gaswirtschaft ausgezeichnet worden. Hierzu erklärt Hansjörg Kunze, Vice President Communication & Sustainability von AIDA Cruises: „Die Nutzung von Flüssigerdgas (LNG) stellt aktuell die umweltfreundlichste Lösung im Schiffsbetrieb dar. Wir sind sehr stolz darauf, diesen wegweisenden Schritt mit AIDAnova gegangen zu sein. Aber damit nicht genug: 2021 und 2023 werden zwei weitere Schiffe dieser neuen AIDA-Generation die Flotte von AIDA verstärken. In weniger als fünf Jahren werden somit mehr als die Hälfte aller AIDA-Gäste an Bord von Schiffen reisen, die entweder ganz oder teilweise mit emissionsarmem Flüssigerdgas betrieben werden können.“
 
Und auch die Politik hat das Potenzial des Treibstoffs für mehr Umweltschutz in der Schifffahrt erkannt, wie Norbert Brackmann, Mitglied des deutschen Bundestages und Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft, erklärt: „Um die international vereinbarten Klimaziele zu erreichen, müssen wir heute den Energiewandel aktiv angehen. Das heißt aber auch, einen Schritt nach dem anderen zu machen. LNG ist ein erster richtiger Schritt, um den Ausstoß an Emissionen deutlich zu reduzieren. An den weiteren Schritten arbeiten und forschen wir, aber bis wir den nächsten Schritt machen können, bietet LNG die nötige Investitionssicherheit für die Unternehmen. Das Beispiel AIDAnova zeigt einmal mehr, dass die maritime Branche bereit ist, zusammen mit der Politik in Richtung Zukunft zu gehen.“
Die Thinkstep-Studie “Greenhouse Gas Intensity of Natural Gas” aus dem Jahr 2018 ist unter http://ngvemissionsstudy.eu/ online abrufbar.

Deutschland kann das Klimaziel für 2020 in der Stromerzeugung – eine 40%ige CO2-Reduktion gegenüber 1990 – durch eine Stilllegung von neun Gigawatt Braunkohleleistung und eine höhere Auslastung von Gas- und Steinkohlekraftwerken bis 2023 erreichen.

Das ist eines der Ergebnisse einer Kurzstudie zum deutschen Strommarkt des unabhängigen Beratungsunternehmens Aurora Energy Research. Die Studie wurde im Auftrag von Zukunft ERDGAS erstellt und heute in Berlin vorgestellt.

Im Rahmen der Untersuchung wurden die Auswirkungen eines teilweisen Ausstiegs aus der Braunkohleverstromung im Jahr 2023 in drei Szenarien analysiert. Das erste Szenario berücksichtigt die Fortführung der Stromerzeugung unter heutigen Bedingungen, während in den beiden anderen Modellrechnungen die Abschaltung von fünf bzw. neun Gigawatt Braunkohlekraftwerksleistung angenommen wird. Das Ergebnis: Durch einen Umstieg, bei dem neben Steinkohle- insbesondere Gaskraftwerke verstärkt eingesetzt werden, ließe sich für die Stromerzeugung eine CO2-Minderung von knapp 43 Prozent im Vergleich zu den Emissionen des Jahres 1990 verwirklichen. Und das zu geringen Mehrkosten von maximal 0,4 Cent pro Kilowattstunde.

“Bis zum Jahr 2020 ist eine 40-prozentige CO2-Minderung nicht mehr zu schaffen. Wir dürfen jetzt aber nicht den Fehler begehen, den Blick nach dieser Niederlage starr auf das Ziel für 2030 zu richten. Denn je früher wir das für 2020 anvisierte Klimaziel erreichen, desto besser ist es für unser Klima. Jedes heute eingesparte Gramm CO2 kommt uns morgen doppelt zugute. Daher muss uns ein Einstieg in den Braunkohleausstieg in den kommenden fünf Jahren gelingen”, fordert Stephan Kohler, Aufsichtsratsvorsitzender von Zukunft ERDGAS.

Derzeit sind emissionsarme Gaskraftwerke in Deutschland im Schnitt zu 35 Prozent ausgelastet. Anders steht es um Braunkohleanlagen, ihre Auslastung liegt bei 78 Prozent. Auch Hanns Koenig, Projektleiter bei Aurora Energy Research und Autor der Studie, zieht aus den Ergebnissen eine klare Schlussfolgerung: “Im aktuellen Marktumfeld sind Gaskraftwerke niedrig ausgelastet. Daran hat auch der im vergangenen Jahr stark gestiegene CO2-Preis nichts geändert, da die Erdgaspreise ebenfalls stark gestiegen sind. Die in den analysierten Szenarien stillgelegten Braunkohlekraftwerke könnten durch bestehende Gas- und Steinkohlekraftwerke sowie Importe aufgefangen werden.”

Ein Beispiel, das die schwierige Marktlage illustriert, ist das 2010 in Betrieb genommene Gaskraftwerk Irsching nahe Ingolstadt. Die Anlage mit einer Leistung von 845 Megawatt hat einen Wirkungsgrad von rund 60 Prozent und gehört damit zu den effizientesten Kraftwerken der Welt. “Ausgerechnet der klimaschonendste fossile Energieträger wird durch Braunkohlekraftwerke, die allein im vergangenen Jahr 158 Millionen Tonnen CO2 ausgestoßen haben, aus dem Markt verdrängt. Hochmoderne Anlagen wie Irsching stehen still oder wandern in die Reserve ab. Dabei stoßen Gaskraftwerke pro erzeugter Menge an Energie dreimal weniger CO2 aus als Braunkohlekraftwerke. Ein wahrer Schildbürgerstreich, mit dem die bestehenden Instrumente zur Dekarbonisierung des Energiesystems ad absurdum geführt werden”, betont Norbert Breidenbach, Vorstandsmitglied der Mainova AG.

Dabei kommt Gas im zukünftigen Energiesystem eine bedeutsame Rolle zu: Als Backup der Erneuerbaren gewährleisten Gaskraftwerke durch ihre hohe Flexibilität eine zuverlässige Energieversorgung auch in Zeiten von “kalter Dunkelflaute”. Bis 2030 werden mindestens 54 Gigawatt zusätzliche Gaskraftwerksleistung benötigt, wie die vor wenigen Monaten veröffentlichte Leitstudie der Deutschen Energie-Agentur zeigt. Zudem wird der Anteil an grünem Gas deutlich zunehmen. Das erfordert erhebliche Investitionen, die unter den aktuellen Bedingungen jedoch ausbleiben.

“Um die emissionsintensivsten Kraftwerke zügig und kosteneffizient aus dem Markt zu drängen, sind marktwirtschaftliche Instrumente unverzichtbar. Die bestehenden Gaskraftwerke, die wir im Energiesystem der Zukunft dringend benötigen, müssen durch alternative Finanzierungsmechanismen wie beispielsweise einen Kapazitätsmarkt erhalten werden. Zusätzlich sollte eine CO2-Stilllegungsprämie eingeführt werden. Durch das Bieterverfahren würde garantiert, dass das einzusparende CO2-Budget so günstig wie möglich stillgelegt wird. So ermöglichen wir schnellen Klimaschutz im Stromsektor zum kleinsten Preis und kommen unseren Klimazielen für 2030 einen großen Schritt näher”, erklärt Kohler abschließend.

Dr. Timm Kehler zur Änderung des Bundesfernstraßenmautgesetzes

Berlin, 19. Oktober 2018. Ab 1. Januar 2019 werden mit Erdgas betriebene Lkw von der Maut befreit. Das hat der Bundestag am gestrigen Donnerstag entschieden. Die Volksvertreter folgen damit der Empfehlung des Verkehrsausschusses im Deutschen Bundestag. Bis Ende 2020 gilt die Mautbefreiung uneingeschränkt, danach müssen Erdgas-Lkw die Mautanteile für die Infrastruktur- und die Lärmbelastungskosten entrichten. Der Mautteilsatz für die Luftverschmutzungskosten wird weiterhin entfallen. Die verkehrspolitische Weichenstellung kommentiert Dr. Timm Kehler, Vorstand der Brancheninitiative Zukunft ERDGAS:

„Die Entscheidung des Bundestages markiert einen Paradigmenwechsel im Verkehrssektor. Bislang wurden mit Erdgas betriebene Lkw vernachlässigt, sie fristen daher noch ein Nischendasein auf deutschen Straßen. Über 95 Prozent der schweren Nutzfahrzeuge fahren mit Diesel. Mit der Änderung der Mautpflicht wird alternativen Antriebe im Nutzfahrzeugbereich Vorfahrt eingeräumt. Durch sie können energieeffiziente Lkw je nach Gewichtsklasse bis zu 18,7 Cent pro Kilometer sparen. Einem Durchbruch des Gasantriebs in diesem Marktsegment steht somit nichts mehr im Weg. Ein Marktanteil von 40 Prozent bis 2030 wird so durchaus realistisch.
Dieser Beschluss war dringend nötig, denn in Sachen Klimaschutz hat der Verkehrssektor großen Nachholbedarf: In den letzten 30 Jahren sind die CO2-Emissionen hier sogar leicht gestiegen, auf etwa 170 Millionen Tonnen pro Jahr. Durcheinen Wechsel von Diesel zu Gas können diese Emissionen schnell und kosteneffizient reduziert werden. Gas-Lkw emittieren deutlich weniger CO2 und Stickoxide als Diesel-Lkw und so gut wie keinen Feinstaub. Eine Marktdurchdringung von 40 Prozent allein bei Lkw mit einem Gewicht ab 12 Tonnen könnte pro Jahr rund 13 Millionen Tonnen CO2 einsparen.
Gas-Lkw sind aber nicht nur deutlich umweltschonender als ihre Diesel-Pendants, sie reduzieren auch die Lärmbelastung etwa um die Hälfte. Mit der Entscheidung für eine Mautbefreiung haben die Abgeordneten den Grundstein für umfassenden Umwelt- und Klimaschutz im Schwerlastverkehr gelegt. Sie sind damit unserer langjährigen Forderung gefolgt. Das Leben an stark befahrenen Straßen wird dadurch maßgeblich verbessert.“
 

Dr. Timm Kehler zum Beschluss des EU-Parlaments zu Emissionsnormen für neue PKW und leichte Nutzfahrzeuge

Berlin, 4. Oktober 2018. Bis 2030 soll der CO2-Ausstoß von Neuwagen um 40 Prozent gesenkt werden – unter anderem mithilfe von Gastechnologien. Auch die Berechnungsgrundlage der CO2-Bilanz von Pkw soll neu aufgesetzt werden. Darauf hat sich das EU-Parlament am gestrigen Mittwoch in Straßburg verständigt. Damit haben die Abgeordneten den Vorschlag der EU-Kommission als unzureichend abgelehnt. Die Entscheidung der Parlamentarier kommentiert Dr. Timm Kehler, Vorstand der Brancheninitiative Zukunft ERDGAS:

„Mit diesem Beschluss hat das Europaparlament Ehrgeiz bewiesen und gezeigt, dass es die Emissionen des Verkehrs wirksam bekämpfen möchte. Die Parlamentarier verschärfen mit ihrem Vorschlag nicht nur die Emissionsgrenzwerte. Sie sorgen an vielen Stellen auch dafür, dass mehr Realismus in die Betrachtung der CO2-Bilanz einkehrt. Eine Neuausrichtung der Bewertungskriterien ist dringend notwendig, denn trotz sinkender Flottendurchschnitte steigen die CO2-Emissionen des Verkehrs – in Deutschland im Vergleich zu 1990 sogar um vier Prozent. Nur wenn die Emissionen auf der Straße – und nicht nur auf dem Papier – sinken, wird Klimaschutz im Verkehr auch endlich wirksam.
Wir begrüßen daher, dass sich das Parlament für Emissionsmessungen im realen Fahrbetrieb ausspricht. Hier können Gasfahrzeuge punkten. Besonders erfreulich ist, dass bei leichten Nutzfahrzeugen ab 2025 eine „Well-to-Wheel“-Bilanz betrachtet werden soll. Damit berücksichtigt die CO2-Bewertung erstmals auch die Herstellung von Kraftstoffen. Dies kommt insbesondere Biogas und synthetischen Gasen zu Gute. Insgesamt ist das ein wichtiger Schritt hin zu einer fairen Bewertung der CO2-Bilanz und ein deutlicher Fingerzeig in Richtung Kommission, dass die bestehende Regulierungsmethodik zu überdenken ist. Bislang ist lediglich ein Prüfauftrag geplant, dessen Ergebnis bis 2026 vorgelegt werden soll. Entscheidend ist, dass daraus anschließend auch effektive Maßnahmen abgeleitet werden.
Zudem hat das Parlament erkannt, dass ein Wettbewerb zwischen verschiedenen potenziell CO2-neutralen Antriebstechnologien schneller zum Klimaziel führt als eine einseitige Fokussierung auf die E-Mobilität. Die Rolle von Biogas und synthetischen Kraftstoffen, die unter anderem durch das Power-to-Gas-Verfahren erzeugt werden, wurde vom Parlament als eine zu bewertende Maßnahme explizit hervorgehoben. Das ist ein echter Gewinn im Sinne von Technologieoffenheit.“ 

Berlin, 26. September 2018. Am heutigen Mittwoch befassen sich die Ausschüsse des Deutschen Bundestags mit der europäischen Regelung für CO2-Flottengrenzwerte für PKW und leichte Nutzfahrzeuge. Gasfahrzeuge werden trotz hoher CO2-Effekte im aktuellen Vorschlag der EU-Kommission nicht berücksichtigt. Dr. Timm Kehler, Vorstand der Brancheninitiative Zukunft ERDGAS, kommentiert die geplante Neuregulierung wie folgt:

„In Brüssel wird händeringend darauf gewartet, dass sich Deutschland in der Frage zu den zukünftigen PKW-Grenzwerten positioniert. Noch liegen die Positionen in der Koalition weit auseinander. Der derzeitige Streit in der Regierung über die Höhe zukünftiger Grenzwerte darf aber nicht davon ablenken, dass die CO2-Werte im Verkehrssektor seit Jahren steigen – obwohl die Fahrzeuge auf dem Papier sauberer werden. Konkret wollte Deutschland bis 2020 die CO2-Emissionen um 40 Prozent senken. Die Emissionen des Verkehrs liegen aber aktuell tatsächlich vier Prozent über dem Referenzjahr 1990. Die meilenweite Zielverfehlung zeigt deutlich, dass die bisherigen Regulierungsansätze gescheitert sind. Mit einem ‚Weiter so‘ werden die Probleme nur unter den Teppich gekehrt, aber nicht gelöst. Es müssen daher neue Ansätze gefunden werden, die das Problem bei der Wurzel packen.
 
Ein wesentlicher Grund für das deutliche Verfehlen der Ziele ist dabei, dass die Gesamtbilanz der Fahrzeuge nicht ausreichend betrachtet wird. So werden beispielsweise Elektrofahrzeuge mit null Gramm CO2 pro Kilometer bilanziert, obwohl Strom in Deutschland einen im europäischen Vergleich sehr schlechten CO2-Fußabdruck hat. Deutlich sinnvoller ist ein ‚Well-to-Wheel‘-Ansatz, der die CO2-Emissionen der Gesamtkette berücksichtigt und damit umgehend echten Klimaschutz liefern kann. Die einseitige Fokussierung auf eine Elektrifizierung des Verkehrs macht die Politik blind gegenüber alternativen Kraftstoffen wie Erdgas oder synthetischem Gas, die bereits heute kostengünstig zur Dekarbonisierung beitragen. Denn mit CNG-Fahrzeugen ist CO2-neutrale Mobilität möglich – trotz Verbrennungsmotor.
 
Das Angebot von potenziell CO2-neutralen Gasfahrzeugen wird, anders als bei Elektrofahrzeugen, aber bislang nicht auf den Flottenemissionswert der Fahrzeughersteller angerechnet. Hier verspielt die Politik enormes Potenzial. Die Vorfestlegung auf die E-Mobilität hemmt die wirtschaftliche und technologische Weiterentwicklung der Automobilindustrie am Innovationsstandort Deutschland und gefährdet Arbeitsplätze. Wir dürfen Verbrennungsmotoren daher nicht per se verdammen – vielmehr müssen wir auf klimaneutrale Kraftstoffe wie Bio-Erdgas oder synthetisches Gas setzen.
 
Antriebe mit grünem Gas dürfen bei der Regelung der CO2-Flottengrenzwerte gegenüber emissionsintensiveren Technologien daher nicht diskriminiert werden. Deutschland muss jetzt intelligente Vorschläge machen und sich in Brüssel für eine entsprechende Verankerung stark machen.“

Stellungnahme von Dr. Timm Kehler zur 1. Lesung des Gesetzentwurfes zur Änderung des Grundgesetzes (Artikel 20a, 74, 106, 143h – Stärkung des Klimaschutzes) im Deutschen Bundestag

Berlin, 27. September 2018. Die Klimaschutzziele für 2020 wird Deutschland deutlich verfehlen. Die Bundestagsfraktion der Grünen macht die Bundesregierung für das Scheitern verantwortlich und fordert, den Klimaschutz im Grundgesetz zu verankern. Ein entsprechender Gesetzentwurf wurde am heutigen Donnerstag im Bundestag vorgebracht. Zum Vorstoß der Grünen sagt Dr. Timm Kehler, Vorstand der Brancheninitiative Zukunft ERDGAS:

“Mit ihrem Vorschlag haben die Grünen eines erreicht: Das Thema Klimaschutz steht wieder ganz oben auf der Agenda. Das ist gut so, denn die Frage, wie Klimaschutz umfassend und effizient erreicht werden kann, zählt zu den dringlichsten Herausforderungen unserer Zeit. Lange Jahre galt Deutschland als Klimaschutz-Vorreiter der internationalen Staatengemeinschaft. Spätestens seitdem klar ist, dass das selbst gesteckte Klimaziel für 2020 krachend verfehlt wird, ist dieser Titel Geschichte. Was wir jetzt brauchen, sind umgehend umsetzbare Lösungen, die echten Klimaschutz schon heute ermöglichen. Statt also auf Dirigismus zu setzen und die Bevölkerung bei einer Debatte um eine Verfassungsänderung zu verlieren, sollten jetzt die Weichen gestellt werden für einen offenen Wettbewerb um den höchsten Klimaschutz zum geringsten Preis.
In der Vergangenheit wurde viel über Klima geredet, aber wenig Konkretes getan. Gerade in der Stromerzeugung sind die Emissionen trotz des starken Ökostrom-Zuwachses in den letzten Jahren nahezu unverändert geblieben. Grund dafür ist die Dominanz der Braunkohleverstromung. Auch im Verkehrssektor hatte diese laxe Haltung verheerende Folgen – hier sind die Emissionen gegenüber dem Referenzjahr 1990 sogar um vier Prozent gestiegen. Auch im Gebäudesektor schlummert ein enormes CO2-Minderungspotenzial, denn rund 60 Prozent des deutschen Heizungsbestands entspricht nicht dem Stand der Technik. Anstatt sich, wie oftmals gefordert, auf eine einseitige Elektrifizierung festzulegen, sollten vielmehr sofort verfügbare Lösungen mit ERDGAS die Chance erhalten, ihr Klimaschutzpotenzial unter Beweis zu stellen. Mit ihnen ist eine nachhaltige Senkung der CO2-Emissionen zudem deutlich günstiger zu erreichen als mit einer forcierten Elektrifizierung.
Die letzten Jahre haben gezeigt: Die Klimastrategie der Bundesregierung führt nur schleppend zum Erfolg. Jetzt gilt es, aktiv zu werden und die niedrig hängenden Früchte im Wärme-, Verkehrs- und Stromsektor zu ernten. Der derzeit diskutierte Braunkohleausstieg ist ein erster richtiger Schritt hin zu einer klimaschonenden Energiezukunft. Die bestehenden Gaskraftwerke können die dadurch frei werdende Leistung problemlos abfangen – und so Strom emissionsarm erzeugen. Wichtig ist, dass diese Entscheidungen zügig getroffen werden. Denn jedes eingesparte Gramm CO2 zählt. Jede Zielverfehlung heute bedeutet doppelte Anstrengungen morgen.”

pressetext
Alkoholart lässt sich leicht in Tanks lagern und für Automobile verwenden
Abfackeln von Erdgas: Könnte sich bald erübrigen (Foto: Matthias Krach/pixelio)
Abfackeln von Erdgas: Könnte sich bald erübrigen (Foto: Matthias Krach/pixelio)
Cambridge (pte004/18.10.2017/06:15) – Erdgas, das bei der Ölförderung als Nebenprodukt anfällt, lässt sich künftig nutzen. Forscher am Massachusetts Institute of Technology (MIT) http://web.mit.edu haben eine Technik entwickelt, mit der sich das Gas gewinnbringend verwerten lässt. Bisher werden pro Jahr 150 Mrd. Kubikmeter sinnlos verbrannt. Dabei werden 400 Mio. Tonnen Kohlendioxid frei.

Kosteneffizienz bleibt Ziel

Bisher scheitert die Nutzung daran, dass es zu teuer ist, das Gas einzusammeln und unter hohem Druck zu verflüssigen. Auch der Bau von Pipelines, die das Gas an Land bringen könnten, lohnt sich nicht. MIT-Chemieprofessor Yogesh Surendranath und drei seiner Kollegen haben ein Verfahren entwickelt, mit dem sich Erdgas wirtschaftlich in Methanol umwandeln lässt. Diese Alkoholart ist flüssig und lässt sich leicht in Tanks lagern und mit Tankern transportieren. Methanol kann direkt in Automotoren verbrannt oder in andere Treibstoffe umgewandelt werden.

Zur Umwandlung nötig sind Katalysatoren und hohe Prozesstemperaturen. Die Anlagen, in denen das möglich ist, sind teuer und sehr groß, nicht gerade gut geeignet für Förderplattformen im Meer und Erdölgewinnungsgebiete an Land. “Unsere Technik könnte neben den Fördersystemen installiert werden”, sagt Surendranath. Der Aufwand sei gering. Es handle sich um ein elektrochemisches Verfahren, das bei niedrigen Temperaturen abläuft. Die elektrische Energie wird genutzt, um den Katalysator, der den Umwandlungsprozess in Gang setzt, ständig zu erneuern.

Erdgas als Übergangsenergie

Erdgas spielt eine Schlüsselrolle beim Übergang auf erneuerbare Energien, glaubt Surendranath. Es ist der fossile Energieträger, bei dessen Verbrennung pro Kilowattstunde die geringsten CO2-Emissionen anfallen. Durch die Nutzung des Rohstoffs, der bisher einfach nur abgefackelt wird, lässt sich die Umwelt schonen.

“Seit wir elektrische Energie nutzen, haben wir die Möglichkeit, den Umwandlungsprozess zu beschleunigen”, so der Forscher. “Zudem haben wir die Möglichkeit, Katalysatoren einzusetzen, die zuvor unbekannt waren, weil wir sie auf eine neue Art herstellen.” Als Primärprodukte entstehen Methylbisulfate und Methansulfonsäure, die in einem zweiten Schritt in Methanol umgewandelt werden. Daraus lassen sich nicht nur weitere Treibstoffe gewinnen. Methanol ist auch Ausgangsprodukt für Kunststoffe und Pharmaprodukte.

pte20171018004 Umwelt/Energie, Forschung/Technologie

09.10.2015 09:38

Alternative Motorentechnik

Universität Rostock

Die Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik der Universität Rostock und die Deutz AG haben gemeinsam einen Gasmotor für Traktoren entwickelt. Was das heißt? Aus einem Serien-Dieselmotor wurde auf dem Prüfstand der Uni Rostock ein erdgasbetriebener Motor, der nach dem Otto-Prinzip läuft, entwickelt. Das ging nicht ohne Ingenieurskunst. Immerhin waren verschiedene Bauteile auf Gasbetrieb umzurüsten. Am Ende klappte es, der Gasmotor läuft wie am Schnürchen. „Gleiche Leistung, wie die eines Dieselmotors, aber niedrigere Schadstoffemissionen, weniger CO2-Ausstoß, mehr Traktor”. Der 30-jährige Diplom-Ingenieur für Maschinenbau von der Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik der Universität Rostock, Sascha Prehn, ist stolz. Er hat maßgeblich dem Erdgasmotor für Traktoren „das Leben mit eingehaucht“.

Der Gasmotor ist in der Werkstatt des Thünen-Instituts für Ökologischen Landbau in Trenthorst durch das Team von Torsten Cordts, unter der Leitung von Klaus-Peter Bark (Deutz AG), in einen Traktor eingebaut worden. Am 8. Oktober wurde er dort den beteiligten Partnern des Forschungsprojektes vorgestellt. Das sind in vorderster Front die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), die Deutz AG aus Köln, der Traktorhersteller Same-Deutz-Fahr sowie weitere am Projekt beteiligte Partner. Sascha Prehn ist die Freude über das gelungene Vorhaben anzusehen. „Der auf den Erdgasbetrieb umgerüstete Motor hat auf dem Prüfstand alle Anforderungen bestanden“, sagt der junge Mann. Was das heißt? Die Rostocker Uni-Forscher um ihren Chef, Professor Horst Harndorf vom Lehrstuhl für Kolbenmaschinen und Verbrennungsmotoren, haben erreicht, dass der Treibhausgas-Ausstoß mit dem Gasmotor erheblich reduziert werden konnte, die Methanemission (23fache Treibhausgaswirkung wie CO2) sich bei der Neuentwicklung nahe 0 bewegen und der Motor in der Leistung dem Dieselmotor um nichts nachsteht.

Mit ihrer jüngsten Entwicklung setzen die Universität Rostock, die seit Jahren eng mit der Deutz AG kooperiert, neue Maßstäbe im Bereich alternativer Motorentechnik für die Landwirtschaft. Der Motor für den Traktor läuft zu 100 Prozent mit Erdgas- und Biomethankraftstoff. Im Mittelpunkt steht hier modernste Motorentechnologie mit interessanten Detailverbesserungen. „Ich hatte ein System vor mir, das so noch nicht gelaufen ist“, blickt Sascha Prehn zurück, der an der Rostocker Fakultät Maschinenbau studierte und hier promovieren will. Er erinnert sich an ein Blatt Papier, auf dem die Vorstellungen für einen Gasmotor skizziert waren. Beispielsweise musste der Dieselinjektor, der den Kraftstoff in den Brennraum spritzt, gegen eine Zündkerze ausgetauscht und ein Erdgasdosiersystem installiert werden. Zudem mussten verschiedene Motorkomponenten an die veränderten Bedingungen angepasst werden. Entscheidend allerdings waren die Analyse und das Beherrschen des Verbrennungsprozesses im Gasmotor. Was sich so einfach anhört, bedurfte vieler Experimente und das Verstehen komplizierter Prozesse.

Die Rostocker Universität gehört mit dieser aktuellen Entwicklung, die maßgeblich von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert wurde, zu den ersten Hochschulen in Deutschland, die den Emissionsschutz bei alternativen Antriebskonzepten für den ladwirtschaftlichen Einsatz auf eine ganz neue Stufe heben. In der Zukunft soll der Traktor mit alternativem Erdgasantrieb am Thünen-Institut seine Praxistauglichkeit im normalen Einsatz unter Beweis stellen. Alternative Antriebs- und Treibstoffkonzepte für die Landwirtschaft beschäftigen die genannten Forschungs- und Praxispartner seit vielen Jahren. Biomethan kann nach Aufreinigung auch aus der Biogasgewinnung in der Landwirtschaft stammen. Zudem stellt der Treibstoff bei möglichen Leckagen keine Boden- und Wassergefährdung dar. Für den Betrieb in Scheunen und Ställen sind Gasmotoren aufgrund der Abgaszusammensetzung besser geeignet als Dieselmotoren. „Insofern ist Biomethan als weiterer alternativer Kraftstoff, z. B. für Hofschlepper, in der Landwirtschaft sehr interessant“, sagt Dr. Hans Marten Paulsen, der Leiter des Thünen-Instituts für Ökologischen Landbau.

Kontakt:
Prof. Dr.-Ing Horst Harndorf
Universität Rostock
Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik
Lehrstuhl für Kolbenmaschinen und Verbrennungsmotoren
Tel.: +49 381 498 94 18
E-Mail: horst.harndorf@uni-rostock.de
Web: www.lkv.uni-rostock.de

 

Zeigen wie es geht, wenn man anpackt ist meist ein  Thema für Selbstständige.

Der Landshuter Verkehrsunternehmer Anton Schwarz “Taxi-Ruf” hat nun eine aktuelle Bilanz über seine Umwelt-Taxis gezogen:

Seit 2006 gibt es eine Erdgastankstelle der Stadtwerke Landshut in der Siemensstraße.

Seitdem hat Taxi-Ruf 39 Erdgasfahrzeuge auf den Straßen der Region betrieben und drei weitere gerade bestellt.

Damit hat er der Umwelt und damit nicht zuletzt den Menschen auf insgesamt 7.800.000 Kilometern einiges an Abgasen erspart.

Gegenüber den sonst üblichen Diesel-Taxen hat er 25 % weniger CO2, 95 % weniger Stickoxide und gar keine Rußpartikel in die Atemluft gebracht.

Für den Anschaffungspreis der Fahrzeuge von ca. 1.200.000 Euro und die zufällig gleiche Menge von 1.200.000 kg Erd- oder Biogas hat er keine öffentlichen Zuschüsse oder Zuwendungen erhalten!

Bis heute nicht einmal einen Nachlass von den Stadtwerken Landshut, bei den seine Mitarbeiter und er meistens tanken.

Für den Vorsitzenden des  Landshuter Umweltzentrum e.V., Stadtrat Rudolf Schnur, ist Taxi-Ruf längst überfällig für eine öffentliche Auszeichnung.