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Entlastungsstraße West

Frageviertelstunde im Bausenat am 12.01.2018:
Frage von Stadtrat Rudolf Schnur:
Sachstand der Westanbindung über drei Monate (24.09.2017) nach der Entscheidung der Bürger?
Antwort OB: Gespräch mit Landrat und der Obersten Baubehörde wurden geführt; das Tiefbauamt führt ein Gespräch mit der Regierung von Niederbayern.
Gespräche mit den Bürgermeistern von Kumhausen und Tiefenbach wurden noch nicht geführt; allerdings mittlerweile die Westanbindungs-Gutachten an die Gemeinden übergeben.

 

Mit großer Freude begrüßt das Aktionsbündnis “Pro-Westtangente” das Ergebnis des gestrigen Bürgerentscheids in der Stadt Landshut. Fraktionsvorsitzender Rudolf Schnur (CSU) und die Stadträte Dagmar Kaindl (CSU), Bernd Friedrich (Bürger für Landshut), Hans-Peter Summer (LM), Robert Neuhauser (Bayernpartei), Norbert Hoffmann (FDP), Thomas Haslinger (Junge Liste), Ludwig Schnur (Junge Union), sowie Andreas Löscher und Georg Baumann(Vorsitzende BfL), Alfons Bach, Ortssprecher Münchnerau, Bernd Einmeier (liberaler Mittelstand) und die gesamte Stadtratsfraktion der Freien Wähler, MdL Widmann , Fraktionsvorsitzender Robert Mader, 3.Bürgermeister Erwin Schneck, Ludwig Graf und Klaus, zeigten sich hoch erfreut über die deutliche Zustimmung der Landshuter zum Bau einer Westtangente. Gleichzeitig bedanken sich die Initiatoren des Bürgerbegehrens bei allen Bürgerinnen und Bürgern für die Unterstützung, insbesondere auch bei den vielen Helfern, die fleißig Unterschriften gesammelt haben. Nachdem sich die Mehrheit der Landshuter für die Westtangente ausgesprochen hat, hoffen die Mitglieder des Aktionsbündnisses “Pro-Westtangente” nun auf eine möglichst rasche Umsetzung.

PM der Stadt Landshut vom 24.09.2017

Bürgerentscheide: Deutliche Mehrheit bei Stichfrage für Entlastungsstraße

Die Befürworter einer Entlastungsstraße im Westen von Landshut haben sich am Sonntag bei den mit Spannung erwarteten Bürgerentscheiden durchgesetzt: Das Bürgerbegehren „Pro Westtangente“, das von einem breiten Parteienbündnis unterstützt wurde, erhielt nach Auszählung von 74 der 75 Stimmbezirke auf Basis der Schnellmeldungen mit knapp 67 Prozent der Stimmen eine klare Mehrheit. Zwar wurde auch ein Bürgerbegehren zum Schutz der Isarauen und gegen die Westtangente mit etwa 53,5 Prozent Ja- Stimmen befürwortet. Die für diesen Fall vorgesehene Stichfrage ergab jedoch ein klares Ergebnis: 61,5 Prozent der Wähler stimmten für den Bau der Westtangente, nur 38,5 Prozent dagegen. Die Wahlbeteiligung lag bei etwa 65 Prozent.

Schon 2012 hatten sich die Landshuter in einem Bürgerentscheid mit dem seit Jahrzehnten umstrittenen Straßenbauvorhaben befassen müssen. Damals hatte sich eine knappe Mehrheit der Wähler noch gegen die Straße ausgesprochen. Rechtlich war dieses Ergebnis aber längst nicht mehr bindend. Auch deswegen nahm eine Bürgerinitiative zu Jahresbeginn einen neuen Anlauf, um der Tangente per neuem Bürgerentscheid doch den Weg zu ebnen. Projektgegner hielten mit einem eigenen Bürgerbegehren dagegen. Nun hatten die Wähler das letzte Wort – und korrigierten tatsächlich ihr vor fünf Jahren getroffenes Votum.

Oberbürgermeister Alexander Putz, der in den vergangenen Jahren stets für einen Straßenringschluss um Landshut und damit auch für die Westtangente plädiert hatte, machte aus seiner Freude über das Resultat keinen Hehl: „Ich finde es großartig, dass sich die Landshuterinnen und Landshuter mit deutlicher Mehrheit für die Westtangente ausgesprochen haben. Ich bin sicher, dass das die richtige Entscheidung im Interesse unserer Stadt ist, weil die Westtangente die ideale Ergänzung der bereits beschlossenen Ost-Süd-Umfahrung als Fortsetzung der B15 neu darstellt.“ Diese Entlastungsstraße werde die Verkehrssituation besonders in den Siedlungsgebieten des Stadtwestens, in Achdorf und auf Luitpold- und Wittstraße spürbar entspannen, betonte Putz. „Deswegen bin ich dafür, dass wir so schnell wie möglich mit den konkreten Planungen und dann auch mit dem Bau beginnen.“

Der OB bedankte sich bei allen Wählern, die ihre Stimme in dieser wichtigen Sachfrage abgegeben haben: „Wir kennen jetzt die Meinung der Bürgerschaft, nach der wir uns alle richten sollten.“ Nun gehe es darum, den optimalen Trassenverlauf zu finden. „Dazu lade ich auch diejenigen ein, die einer Westtangente aus Naturschutzgründen kritisch gegenüberstehen. Wir sollten nun zusammenarbeiten, um gemeinsam die beste Lösung für Mensch und Natur zu finden.“

Bürgerentscheide zur Westtangente (74 von 75 Stimmbezirken gezählt):

Bürgerentscheid 1 – Bürgerbegehren „Pro Westtangente“

Ja 21.606 Stimmen (66,9 Prozent) Nein 10.697 Stimmen (33,1 Prozent) Bürgerbegehren damit erfolgreich

Bürgerentscheid 2 – Bürgerbegehren „Contra Westtangente“

Ja 15.056 Stimmen (53,5 Prozent) Nein 13.088 Stimmen (46,5 Prozent) Bürgerbegehren damit erfolgreich

Entscheidende Stichfrage zur Westanbindung

Bau 20.112 Stimmen (61,5 Prozent) Kein Bau 12.590 Stimmen (38,5 Prozent) Damit gilt Bürgerbegehren 1 – Pro Westtangente

PM der CSU-Stadtratsfraktion vom 21.09.2017:

Der uns längst bekannte Beschluss der Gemeinde Tiefenbach vom 11. Juli 2017 wird seit gestern in den Medien publiziert und als zeitnahe Entscheidung kurz vor dem Bürgerbegehren dargestellt.

Bevor daraus eine endgültige Entscheidung abgeleitet werden kann, sollte man den genauen Wortlaut des TOP 10 der Gemeinderatssitzung kennen:

“Beschlussfassung über Westtangente Umfahrung Landshut – Fortführung durch die Gemeinde Tiefenbach

Wie aus der Presse zu erfahren war, haben sich mehrere Fraktionen aus dem Stadtrat Landshut zu einem Aktionsbündnisunterstützer für ein Bürgerbegehren für eine Umfahrung Landshut West zusammengeschlossen. Das Bürgerbegehren beschränkt sich ausschließlich auf das Stadtgebiet Landshut. Die geplante Umgehungsstraße würde an der B 11 an der Gemeindegrenze Tiefenbach enden. Um eine optimale Entlastungswirkung für Landshut zu erreichen sprechen sich die Initiatoren für eine Fortführung der Straße bis nach Hachelstuhl aus. Im Gemeinderat wird ausgiebig über die Vor- und Nachteile einer möglichen Fortführung durch die Gemeinde Tiefenbach Richtung Hachelstuhl diskutiert. Problematisch wird gesehen, dass zum jetzigen Zeitpunkt noch keine verlässlichen Zahlen über den genauen Trassenverlauf und Verkehrsbelastungen vorliegen. Als wichtig wird erachtet das zu diesem Thema ein offener Dialog mit den Gebietskörperschaften, Fachstellen und Ämter zu führen ist.

Der Gemeinderat fasst hierzu folgenden Beschluss:

Nach heutigem Kenntnisstand lehnt der Gemeinderat eine Fortführung der Westtangente durch die Gemeinde Tiefenbach ab. Die Bürgermeisterin wird beauftragt, zu diesem Thema einen offenen Dialog zu führen.”

Mit 12 von 15 Stimmen beschlossen

Wie wir heute wissen, war der Kenntnisstand der Gemeinde Tiefenbach zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bei NULL (o,00).

Der offene und zukunftsorientierte Dialog findet bisher nur zwischen den Gemeinderäten des CSU-Ortsverbandes Tiefenbach und der CSU-Stadtratsfraktion bzw. dem CSU-Kreisvorsitzenden statt.

Gesprächs- und Informationsangebote des Unterzeichners an Bürgermeisterin Birgit Gatz wurden auf die Zeit nach dem Bürgerentscheid verwiesen.

Es ist daher zum heutigen Zeitpunkt keineswegs als gesichert anzunehmen, dass die Gemeinde Tiefenbach bei Offenlegung aller Fakten und rückhaltsloser Einbeziehung in die Überlegungen der Stadt Landshut zu keinem anderen Beschluss kommen würde.

Rudolf Schnur, Fraktionsvorsitzender der CSU-Stadtratsfraktion

Zahlen und Fakten sprechen für Westtangente

Endspurt bei den Bürgerbegehren: Wenige Tage vor der Abstimmung über eine äußere Westtangente in der Stadt Landshut haben die Mitglieder des Aktionsbündnisses “Pro-Westtangente” im Steakhouse “El Rancho” bei ihrer Abschlussveranstaltung den Endspurt eingeläutet. Neben einem kurzen Überblick über die Aktionen der vergangenen Monate, erläuterten die Vertreter der CSU, der FDP, der Landshuter Mitte, der Bürger für Landshut, der Bayernpartei, der Jungen Union und der Freien Wähler, noch einmal die Vorteile einer Westtangente. Hervorgehoben wurde, dass die Stadt Landshut nachwievor stark wächst. Bei einem Zuzug von ca. 1.500 Menschen pro Jahr, hat Landshut nun fast 71.000 Einwohner. Eine Entlastungsstraße im Westen ist deshalb dringend erforderlich. Nach dem vorliegenden Verkehrsgutachten wird der Straßenverkehr in den nächsten Jahren weiter deutlich zunehmen. Ohne die Westtangente wird es mit Sicherheit in Zukunft noch zu wesentlich mehr Staus kommen als derzeit.
Die Westumfahrung im Stadtgebiet Landshut ist auch Voraussetzung für eine gemeinsame Lösung der Verkehrsprobleme mit dem Landkreis Landshut. Die Vertreter des Aktionsbündnisses wiesen erneut daraufhin, dass 10 % weniger Verkehr an den Brennpunkten nachgewiesenermaßen 50 % weniger Stau bedeutet. Die geplante Brücke über die Isarau beeinträchtigt weniger als 1 % der Fläche des dortigen Auwaldes. Über das Naherholungsgebiet Flutmulde führen insgesamt 5 große Brücken, ohne dass die Erholungsfunktion nennenswert beeinträchtigt wäre. Nochmals: die Westtangente wird zu einer erheblichen Verkehrsentlastung im Stadtgebiet führen. Laut dem Gutachten von Prof.Dr. Kurzak (August 2017) gibt es auch eine deutliche Entlastung, wenn die Westtangente an der B11 endet: Eine Entlastung um 3.500 Fahrzeuge pro Tag in der Watzmannstraße und um 3.700 Fahrzeuge in der Klötzlmüllerstraße. Gleichzeitig wird der Rennweg pro Tag um ca. 800-1.400 Fahrzeuge entlastet, die Schwimmschulstraße um bis zu 2.400 Fahrzeuge. Am Achdorfer Isarsteg sind es ca. 1.000 Kfz weniger am Tag und auch die Veldener Straße wird um ca. 600 Fahrzeuge entlastet. Für die Luitpoldstraße ergeben sich je nach Straßenabschnitt 2.000-4.000 Fahrzeuge weniger am Tag. Diese bedeute eine jährliche Entlastung von ca. 5 Mio. Fahrzeugen im Stadtgebiet Landshut.
Diese deutliche Verkehrsentlastung führt zu einer erheblichen Verbesserung der Lebensqualität im Stadtbereich, da gleichzeitig die Lärm-und Feinstaubbelastung sinkt. Die Feinstaubbelastung ist bei gleichmäßig fließendem Verkehr deutlich geringer als bei Stausituationen, dies ist durch verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen belegt.
Die Mitglieder des Aktionsbündnisses bitten die Landshuter Wählerinnen und Wähler deshalb am kommenden Sonntag zur Abstimmung zu gehen und sich für die Zukunft Landshuts zu entscheiden.

Foto: Stadträte Norbert Hoffmann, Dagmar Kaindl, Ortsprecher Münchnerau Alfons Bach, Stadträte Robert Mader, Willi Hess,Ludwig Graf, Rudolf Schnur, Klaus Pauli, Robert Neuhauser, Lothar Reichwein

Podiumsdiskussion Pro und Contra in der Gaststätte Zollhaus

Unerwartet viele interessierte Bürgerinnen und Bürger aus Landshut und Umgebung zwängten sich am Freitag-Abend in die Gaststätte Zollhaus, wo IsarTV als Initiator einer Podiumsdiskussion über die Errichtung einer Westumfahrung der Stadt Landshut eingeladen hatte. Moderiert wurde die Diskussion von Thomas Holzberger (IsarTV) und Emanuel Socher-Jukic (LZ).

Auf dem Podium standen Rede und Antwort: der Oberbürgermeister der Stadt Landshut Alexander Putz, MdL Jutta Widmann von den Freien Wählern und Vertreterin des Aktionsbündnis PRO-Westtangente, Kathy Mühlebach-Sturm (Vorsitzende des Bund Naturschutz), Stefan Gruber (Stadtrat und Gegner der Westtangente – PRO Lebensraum Isarau). Im Publikum saßen der Vertreter des Landkreises Landshut Landrat Peter Dreier und MdL Rosi Steinberger von den Grünen um eventuelle Fragen zu diesem Thema zu beantworten.

Moderator Thomas Holzberger wies darauf hin, dass der 24. September ein wichtiger Termin für die Landshuter Bürgerinnen und Bürger sei. Es geht um die Abstimmung für oder gegen die Errichtung einer sogenannten Westtangente. Schon seit den 60er Jahren unter dem damaligen OB Deimer war die Westumfahrung bereits ein Thema, das sich aber bis heute so dahinzog. Der erste Bürgerentscheid fand bereits im Jahre 2012 unter OB Hans Rampf statt und wurde damals mit einer knappen Mehrheit abgelehnt.

In einer Video-Vorstellung brachten die Podiumsdiskussions-Teilnehmer, begleitet aus dem Publikum zum Teil mit „krakehlerischen Kommentaren“, ihre Betrachtungen und Ansichten zum Thema Westtangente vor. Von Moderator Socher-Jukic auf die Zahlen, Daten und Fakten angesprochen meinte Jutta Widmann: „Fakt ist, dass mittlerweile zwei Gutachten vorhanden sind und zwar aus dem Jahre 2010 und 2017. Beide Gutachten sagen unabhängig voneinander aus, dass die bewohnten Durchgangsstraßen in Landshut eine immense Entlastungswirkung erfahren, wenn die Westumgehung gebaut wird. Eine Hochrechnung zeigt, dass dadurch eine Entlastung von mindestens 5 Millionen Fahrten im Jahr erreicht werden kann. Das heißt auch, dass die Entlastung durch Lärm und Feinstaub für die Menschen in der Stadt von enormer Bedeutung sein wird, so die neueste Untersuchung.“

Stefan Gruber bemängelte, dass es nicht zwei Gutachten gäbe, sondern dass ein Gutachten auf das letztere aufgesetzt wurde ohne empirisch neu zu untersuchen. Es hätte keine neue Verkehrszählung stattgefunden, es sei nur das alte Gutachten aufgefrischt worden. Nach den Recherchen von Gruber fahren von 20 Uhr bis 06 Uhr früh nur 1.000 Fahrzeuge, das sind dann von den angeführten 6.000 Fahrzeugen/Tag von Frau Widmann 5.000 Fahrzeuge, die die Innenstadt-Straßen belegen, das sind in der Minute 6 Fahrzeuge. Wo läge hier eine erhöhte Geräusch- und Feinstaubbelastung vor?

Oberbürgermeister Putz legte Fakten auf den Tisch. Er betrachtete die Westtangente, die an der B11 endet. Hier ergäbe sich eine Entlastung der Luitpold- und Wittstraße von 6.100 Fahrzeugen, das sind ca. 27 Prozent, auf der Watzmann-Klötzlmühl- und Schwimmschulstraße Minus 3.500 Fahrzeuge, das sind 35 Prozent. Wenn man die künftige Verkehrsentwicklung berücksichtigt, so gibt es auf der Veldener Straße in der Kombination B 15neu und Westtangente in die B11 Minus 5.100 Fahrzeuge und in der Konrad Adenauerstraße in Betracht der B15neu 1.700 Fahrzeuge weniger. Im Westen ist der Anteil der Westtangente wesentlich größer, nämlich 4.300 durch die Westtangente-Luitpoldstraße, die restlichen 1.800 kommen durch die B15neu zustande. „Ich nehme es mit Wohlwollen zur Kenntnis, dass Herr Gruber erklärt hat, dass 6.000 bis 7.000 Fahrzeuge keinerlei Lärm- oder Abgasbelastung erzeugen werden“, wollte OB Putz unbedingt feststellen und dokumentieren.

„Es geht darum, die Landshuter Bürger vom Stau zu befreien“, kommentierte Kathy Mühlebach-Sturm, nach dem sie die erste Frage des Moderators mit „…das ist die falsche Frage…“ erwiderte. Sie prophezeite, dass es bis zu 30 Jahre dauern wird, bis die Straße gebaut sein wird. Die Stadt wächst ständig, trotzdem könne man die Flächen nicht verschleudern und ein Erholungs- und Naturschutzgebiet, das dringend gebraucht wird für die Stadt, nicht in seiner Wertigkeit zerstören. Multimobilität z.B. „…durch Schnellbuslinien…“ muss betrieben und gefördert werden. Eine stadtnahe Erholung sichert die Lebensqualität der Stadtbewohner. Dass Lärm krank macht, weiß jedes Kind. Der Verlust von Retentionsraum wäre sehr groß, d.h. Hochwasser könnte nicht mehr versickern. Die Stadt Landshut nennt sich Stadt der Biodiversität und hat auch ein spezifisches Papier zu Wege gebracht wo drinnen steht, dass die Auenlandschaft eine Spitzenstellung einnehmen soll. Durch das Wasserwirtschaftsamt sei diese Biodiversität mit viel Geld vom Staat aufgewertet worden. Die Auenlandschaft sei ein Juwel der Stadt Landshut.

Bevor Jutta Widmann zu diesem Beitrag von Frau Mühlebach-Sturm zu ihrem Statement kam, gab es von OB Putz noch ein paar Fakten und Daten.

Die Fläche der westlichen Isarauen beträgt 196 ha. Die an dieser Stelle durchquerte Westtangente beansprucht davon 1,5 ha. Die Hälfte davon liegt in einem Bereich, wo nicht Auwald sondern Fichtenwald besteht, darum wurde auch die Variante 7 ausgewählt. Ein deutliches Raunen der PRO-Leute im Saal bekam Stefan Gruber zu hören, als er Alexander Putz darauf hinwies doch auch einmal in den Isarauen spazieren zu gehen und nicht nur in Bruckberg um festzustellen, wie nahe dieser Erholungsraum für die Bevölkerung an die Stadt heranreicht.

Angesprochen von Moderator Thomas Holzberger auf das Erholungsgebiet der Stadt meinte Jutta Widmann, sie sei eine Bürgerin die fast täglich mit ihrem Hund dort spazieren geht oder dort joggt. Sie stört es auch in keinster Weise, bei Löschenbrand unter der Brücke hindurch zu wandern oder zu laufen. Der kurze Moment, in dem sich der Lärmpegel erhöht während man die vorhandenen Brücken durchschreitet sei sehr gering und man nimmt ihn kaum wahr. Obszönes Gelächter einer Gegnerin der Westtangente veranlasste Widmann festzustellen, dass den Gutachten kein Gehör entgegengebracht wird. „Wenn man diese Position vertritt, Straßen seien keine Alternativen, dann sei jede Entwicklung von Landshut und jeder Kommune auf Eis gelegt.“ Auch der ÖPNV wie die Elektromobilität braucht Straßen, wies die Sprecherin des Aktionsbündnisses PRO-Westtangente hin.

Stadtrat Gruber führte aus, dass er, wenn er sich die verschiedenen Verkehrsströme anschaut, so sei er ein Ein- und Auspendler und wenn man hier das Schienennetz und den ÖPNV und auch die Taktung dieser Verkehrsmittel angleiche, wird man durch diese Attraktivität viele Menschen begeistern diese Möglichkeit der Fortbewegung in Anspruch zu nehmen.

Der Vorwurf „Gefälligkeits-Gutachten eines Besuchers kam Putz gerade recht. „Es werden Daten und Fakten verlangt und wenn dann Daten und Fakten vorliegen wird der Gutachter diskreditiert, so Putz“. Es können nur Fachleute zu diesen Gutachten herangezogen werden und nicht Fachfremde.

Auf einen Hinweis von Moderator Socher-Jukic auf ein mögliches Alternativ-Konzept  verwies OB Putz darauf hin, dass die B15neu beschlossene Sache sei und im Bundesverkehrswegeplan festgehalten ist. „Es ist unsere Pflicht zu untersuchen, wie sich die Auswirkungen auf das Stadtgebiet darstellen.“ Im Zuge der Gutachten wurde auch die Kombination Westtangente untersucht. Selbstverständlich verständigt sich die Stadt mit allen Verkehrsträgern in der Stadt. Die Stadt hat die Verpflichtung den ÖPNV sinnvoll und effizient zu gestalten. Den Tarifverbund mit dem Landkreis will die Stadt weiter entwickeln. Das Radwegekonzept wird ständig überarbeitet. Putz habe sich vehement für die Radwegeverbindung zwischen Hochschule und Ergolding eingesetzt. Dennoch wird der Stau auf der Straße zur Kenntnis genommen. Denn die Bürgerinnen und Bürger verlieren dadurch viel Zeit im Stau, die sie lieber am Arbeitsplatz oder bei ihren Familien zur Verfügung hätten.

Darauf Frau Mühlebach-Sturm: Die Kosten für den Bau der Westtangente von 20 Millionen werden nicht ausreichen. Flächenpreise und Handwerkerpreise werden nicht gehalten werden können. Sie geht eher von 40 Millionen aus, kann aber die Quelle jetzt nicht benennen.
Derzeit werden die Kosten auf 30 Millionen beziffert, wobei eine Mindestförderung von 50 Prozent möglich sei. In Aussicht gestellt wären sogar 80 Prozent. Unter dem Strich würde der Stadt die Westtangente ca. 6 Millionen kosten, so Jutta Widmann. Stefan Gruber bezeichnet diese Planung als Wunschkonzert der Landtagsabgeordnetin. Viele Sanierungsobjekte in der Stadt ließen es nicht zu, so eine teure Straße zu bauen und sich neu extrem zu verschulden.

Wenn sich durch ein sparsames Haushalten wie im Haushaltsjahr 2017 geschehen ist, ein Überschuss von 11 Millionen erwirtschaftet wurde, so könne sich die Stadt eine Westtangente sehr wohl leisten, so OB Alexander Putz. Allerdings muss alles getan werden, dass die Wertschöpfung im Stadtgebiet ansteigt.

Von Moderator Thomas Holzberger benannte sinnvolle Vision in Sachen Westtangente erwiderte MdL Rosi Steinberger: „Die Vision von Oberbürgermeister Putz wurde damals in einem Dialogforum verworfen, weil sie keine Verkehrswirksamkeit hätte!“ Das Thema Ringschluss um Landshut hält sie für ein Märchen. Eine Fortführung der Westtangente, die an der B11 endet, sei so Steinberger völlig illusorisch.

Landrat Peter Dreier, der einmal Bürgermeister von Hohenthann war, erläuterte seine Situation beim Bau einer Umgehungsstraße um Weihenstephan in seiner damaligen Gemeinde. Eine sichere Finanzierung wäre eine Ortsumfahrung in kommunaler Sonderbaulast und hier sei ein Topf vorhanden, mit 80 prozentiger Förderung.

Landrat Dreier stellte eindeutig klar, dass er ausdrücklich zu einer Verlängerung der Westumfahrung von Landshut in den Landkreis Landshut steht und die Stadt bei ihrem Engagement voll unterstützen wird.

 

-HJL-

 

Fotos: klartext.LA

 

 

Foto: Stadträte Hans-Peter Summer (LM), Dagmar Kaindl (CSU), Ludwig Graf (FW), Bernd Friedrich (BfL), Dr. Werner Weigl (BBI INGENIEURE GMBH); Stadträte Robert Neuhauser (Bayernpartei), Klaus Pauli (FW), Alfons Bach (Ortssprecher Münchnerau), MdL Jutta Widmann, Stadtrat Norbert Hoffmann (FDP), Fraktionsvorsitzender Robert Mader (FW) und Georg Baumann (stellv. Vorsitzender BfL)

Aktionsbündnis trifft sich zu Ortstermin

Zu einem gemeinsamen Ortstermin mit Dr. Werner Weigl, BBI INGENIEURE GMBH, haben sich die Vertreter des Aktionsbündnisses “Pro-Westtangente”, MdL Jutta Widmann, Stadträte Robert Mader (FW), Ludwig Graf (FW), Klaus Pauli (FW), Dagmar Kaindl (CSU), Norbert Hoffmann (FDP), Bernd Friedrich (BfL), Hans-Peter Summer (LM), Robert Neuhauser (Bayernpartei), Alfons Bach (Ortsprecher Münchnerau) und Georg Baumann (stellv. Vorsitzender BfL), getroffen. Im Bereich des Achdorfer Isarstegs erläuterte Dr. Werner Weigl die technischen Details der geplanten Brückenkonstruktion. Diese werde die Isar in ca. 5 m Höhe überqueren. Zur Querung der Flutmulde, des Klötzmühlbachs und der Isarauen verlaufe die Westtangente größtenteils als Brückenkonstruktion, so sei zum einen die Hochwasserschutzfunktion der Flutmulde weiterhin gewährleistet, zum anderen können Fußgänger, Radfahrer, Hundebesitzer etc. auch weiterhin problemlos passieren.

Der Anschluss der neuen Westtangente an die B11 wird wie in der Machbarkeitsstudie aufgezeigt teilplanfrei wie die übrigen Anschlüsse zwischen Landshut und Biller-Kreisel ausgeführt werden (sogenannte rechtsliegende Trompete, Schleife in der Süd-West-Ecke des Schnittpunktes der Fahrbahnen). Im Falle einer Fortführung würde eine zweite Trompete in der Nord-Ost-Ecke erforderlich, also ein halbes Kleeblatt. Ein volles Kleeblatt wie für Autobahnknoten ist aus Sicht von Dr. Weigl sicher nicht notwendig. Der Platzbedarf im Bereich des Anschlusses beschränkt sich, selbst bei einer geringfügig notwendigen Verlegung der B11, auf die halbe Tiefe des Auwalds. Dabei ist in der Variante 7 der Anschluss so situiert, dass die beanspruchten Flächen überwiegend nicht im Bereich des Auwaldes, sondern des ökologisch weniger wertvollen Fichtenbestands liegen.
Wie MdL und Stadträtin Jutta Widmann und ihre Mitstreiter betonten, bringe die Westtangente eine deutliche Entlastungswirkung für die Stadt Landshut.

Mehrere Verkehrsgutachten kommen unabhängig voneinander zu dem Schluss, dass die Westtangente zu einer erheblichen Verkehrsentlastung führt, auch wenn sie an der B11 endet: 3.500 Fahrzeuge pro Tag weniger in der Watzmannstraße, 3.700 Fahrzeuge weniger in der Klötzlmüllerstraße, 800-1.400 Fahrzeuge weniger im Rennweg, 2.400 Fahrzeuge weniger in der Schwimmschulstraße und ca. 1.000 Fahrzeuge weniger am Achdorfer Isarsteg. Zusätzlich wird die Veldener Straße um ca. 1.500 Fahrzeuge entlastet. Die Luitpoldstraße wird je nach Straßenabschnitt um 2.000 bis 4.000 Fahrzeuge pro Tag entlastet. Wer an Zahlen, Daten und Fakten interessiert ist, könne daher nur zu dem Schluss kommen, dass eine äußere Westumfahrung die bestmögliche Entlastung für Landshut bringe. Bereits eine Entlastung um wenige Prozent führe zu einer Halbierung der täglichen Staus an den Knotenpunkten.
Zu Bedenken sei auch, dass ohne den Bau der äußeren Westtangente alle Straßen künftig eine Mehrbelastung erfahren werden, da die Stadt Landshut immer weiter wachse. Die Erweiterung des Gewerbegebiets im Landshuter Westen sowie der Neubau einer Realschule mit rund 1.000 Schülern ist bereits beschlossene Sache, auch weitere Wohnbebauung ist sehr wahrscheinlich. So komme Prof.Dr. Kurzak in seinem kürzlich der Stadt Landshut vorgestellten Gutachten zu dem Ergebnis, dass ” mit einer Verkehrszunahme um nur 10 % an hochbelasteten Knotenpunkten die Stauungen um 100% anwachsen, d.h. sich verdoppeln”. Eine Entlastung sei daher dringend erforderlich, auch zum Wohle aller Anwohner im Stadtbereich. Gleichzeitig mit der Verkehrsentlastung sinkt auch die Lärm-und Feinstaubbelastung im Landshuter Westen, die Lebensqualität verbessert sich. Insbesondere der Schwerlastverkehr könne mittels der Umgehungsstraße künftig besser aus dem Innenstadtbereich ferngehalten werden.

Die Kosten für die Westtangente belaufen sich auf ca. 30 Mio €, dabei gebe es vom Freistaat eine Förderung von mind. 50 % und max. 80% der Kosten. Damit würden sich die Kosten für die Stadt Landshut bei 80% auf ca. 6 Mio € belaufen, gestreckt auf mehrere Jahre wäre dies kein Problem, wie Robert Mader, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler, betonte. Die Ausgaben für Schulen bleiben davon unberührt, notwendige Neubau-und Sanierungsmaßnahmen in diesem Bereich seien bereits beschlossen.