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Energiewende

Angelika Niebler, Oberbayern und München • Ausgabe Nummer 105 – Februar 2020

Klimaneutralität bis 2050 – die Größe dieser Herausforderung ist vielen noch gar nicht bewusst. Denn Klimaschutz und Energiewende bedingen sich gegenseitig: Ohne eine stabile und bezahlbare Energieversorgung können wir weder die Energiewende noch ambitionierte Klimaschutzziele umsetzen. Und für eine verlässliche Energieversorgung ist die Infrastruktur wesentlicher Bestandteil. Darum ging es diese Woche bei der Abstimmung über die sogenannte “Liste der Projekte von gemeinsamen Interesse” (PCI-Liste).

Auf Antrag der Grünen und Linken sollte im Europaparlament die Förderung von Gas-Infrastrukturprojekten, die eine wichtige Brückentechnologie für den Übergang zur Klimaneutralität sind, gestoppt werden. Der Antrag richtete sich gegen die PCI-Liste: Da ein Fünftel der 149 Projekte auf der Liste mit Gasinfrastruktur zu tun haben, lehnten Grüne und Linke die gesamte Liste ab. Diese ideologisierte Herangehensweise ist schwer nachzuvollziehen und hat zum Glück keine Mehrheit im Europäischen Parlament gefunden.

Denn auf der PCI-Liste sind wichtige Infrastrukturprojekte zur Vollendung des europäischen Energiebinnenmarkts, die zur Verwirklichung der energie- und klimapolitischen Ziele der EU beitragen sollen – zur Versorgung aller Bürgerinnen und Bürger mit bezahlbarer, sicherer und nachhaltiger Energie sowie zur langfristigen Umstellung auf eine Wirtschaft mit geringen CO2-Emissionen. Auch bayerische Projekte wie “Südlink” und “Südostlink” stehen auf dieser Liste.

Das Vorgehen der Grünen und Linken in diesem Fall ist nicht nur durchschaubarer politscher Aktionismus, sondern vor allem kontraproduktiv. Der Grüne Deal kann nur funktionieren, wenn wir für eine stabile und leistbare Energieversorgung gerade in der Übergangszeit sorgen. Eine Reihe von Gasinfrastrukturen, die vor allem in Osteuropa die Energiewende erst ermöglichen werden, sind dafür dringend notwendig. Hinzu kommt, dass die Gasnetze und Gasspeicher künftig auch für Transport und Speicherung von Wasserstoff zur Verfügung stehen können.


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Bildtext: Wollen auch künftig ökologisch und wirtschaftlich sinnvolle Lösungen für den Bau von Fischtreppen an Wasserkraftwerken wie hier in Altheim möglich machen (von rechts) Lars Pappert, Bereich Umwelt und Politik der Uniper-Wasserkraftwerke, Infrastrukturpolitiker Florian Oßner und Rudolf Kessler, Fachexperte Elektrotechnik der Uniper-Kraftwerksgruppe Isar.

 

Wasserkraft stabilisiert die Energiewende

MdB Florian Oßner informiert sich im Kraftwerk Altheim über EU-Vorgaben

 

Der Bundestagsabgeordnete Florian Oßner (CSU) hat sich am Donnerstag im Wasserkraftwerk Altheim mit dem Betreiber Uniper Kraftwerke GmbH über die Rahmenbedingungen zur umweltfreundlichen Stromerzeugung ausgetauscht. Ein Schwerpunkt war die anstehende Revision der europäischen Wasserrahmenrichtlinie durch die EU. Oßner sicherte zu, sich mit seinen Kollegen auf EU-Ebene dafür einzusetzen, dass die Kraftwerksbetreiber die nötige Flexibilität behalten, um Projekte wie den Bau von Fischtreppen auch künftig ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll umsetzen zu können.

„Schon jetzt setzen wir zum Beispiel Maßnahmen zur Unterstützung der Fischwanderung nach einem Handbuch um, das unter anderem gemeinsam mit dem Landesfischereiverband entwickelt wurde“, sagte Lars Pappert, Bereich Umwelt und Politik von Uniper Wasserkraft. „Diese sind von den Fachleuten anerkannt. Noch engere Vorgaben von der EU würden solche Projekte unnötig erschweren.“ Uniper wolle sich keinesfalls der ökologischen Verantwortung entziehen. Das Unternehmen habe zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie an Lech, Isar und Donau bereits 23 Fischtreppen gebaut, erklärte Pappert. „Bis zum Jahr 2027 sind insgesamt 43 Aufstiegshilfen und Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe geplant.“

„Deutsche Wertarbeit“

Oßner sagte zu, sich mit CSU-Europapolitiker Manfred Weber für einen regelmäßigen und vertrauensvollen Austausch des Unternehmens mit den zuständigen Behörden und Verbänden zu engagieren. „Diese Art der Zusammenarbeit ist wichtig, um gemeinsam praktikable und ökologisch gute Lösungen zu finden.“ Die Wasserkraft müsse in jedem Fall gestärkt werden, weil sie verlässlich und planbar Strom liefere, während andere erneuerbare Energien wie Sonne und Wind je nach Wetterlage nur schwankend ins Stromnetz eingespeist werden könnten. „Jeder regenerative Energieerzeuger, der unser Netz stabilisiert, muss unsere Unterstützung bekommen.“ Das Wasserkraftwerk Altheim erzeugt im Jahr rund 90 Gigawattstunden Strom.

Erstaunt zeigte sich Infrastrukturpolitiker Oßner beim Rundgang, dass trotz der fast unveränderten 70-jährigen Technik in Altheim alles reibungslos funktioniert: „Das war wahrlich deutsche Wertarbeit – mit den damaligen Möglichkeiten in der unmittelbaren Nachkriegszeit ein immenser Kraftakt.“

Ein weiterer Diskussionspunkt waren die Strompreise. Weil Uniper überwiegend große Wasserkraftwerke betreibt, die nicht über das Erneuerbare-Energien-Gesetz finanziell gefördert werden, ist das Unternehmen weitgehend von den Erlösen an der Strombörse abhängig. Die Preise dort haben sich laut Pappert seit 2011 von rund 60 Euro pro Megawattstunde auf rund 30 Euro heute halbiert. „Durch diese Art der Bezahlung unserer Energieerzeugung werden jedoch alle anderen Leistungen, die wir für die Allgemeinheit erbringen, nicht entlohnt.“ Dabei leiste das Unternehmen einen großen Beitrag zur Gewässerreinigung, zum Hochwasserschutz und zur Entstehung von Naherholungsgebieten. „Hier muss für die Zukunft ein neuer Ansatz gefunden werden.“

Infrastrukturpolitiker Oßner kündigte an, Überlegungen zu einer gerechteren Lösung für die Kraftwerksbetreiber in den Gremien zu beraten, um keine Fehlanreize zu setzen. „Unternehmen wie Uniper mit der Zentrale für die deutsche Wasserkraft in Landshut und ihre Beschäftigten leisten einen wertvollen Beitrag zur Energiewende und zum Umweltschutz – das verdient großes Lob. Außerdem ist es unsere Aufgabe, die erbrachte Wertschöpfung auch wirtschaftlich in der Heimatregion zu halten.“

 

Bildtext: Lars Pappert (rechts), Bereich Umwelt und Politik der Uniper-Wasserkraftwerke, und Rudolf Kessler (Mitte), Fachexperte Elektrotechnik der Uniper-Kraftwerksgruppe Isar, erklärten Infrastrukturpolitiker Florian Oßner die Technik im Turbinenhaus des Wasserkraftwerks Altheim.

 

Fotos: Bragulla

 

*ENDE*

 

Bildtext von links: Stadtrat Rudolf Schnur, Öko-Audit-Koordinatorin der Stadt Landshut Stella Haun, Schulleiter Oberstudiendirektor Reinhold Ostermeier, Standortkoordinator des Umweltschutzmanagements der Berufsschule 1 Tobias Reiter, Laura Osterholzer Regierung von Niederyern

 

„ENERGIEWENDE“ – Ausstellung in der Berufsschule I zur Bewusstseinsbildung – Im Rahmen des städtischen Umweltmanagements

 

Reges Interesse zeigten die Auszubildenden für die Ausstellung “Energiewende” im Foyer der Berufsschule I

 

In Vertretung von Oberbürgermeister Alexander Putz, eröffnete Stadtrat Rudolf Schnur im Beisein von Schulleiter Oberstudiendirektor Reinhold Ostermeier, der Klimaschutzmanagerin und Öko-Audit-Koordinatorin der Stadt Landshut Stella Haun, Laura Osterholzer von der Regierung von Niederbayern sowie dem Standortkoordinator des Umweltschutzmanagements an der BS1 Tobias Reiter, die vom „Landesamt für Umwelt“ konzipierte Leihausstellung, die ab 11. Juni im Foyer der Berufsschule I, Luitpoldstraße 26, gezeigt wird. Die Ausstellung dauert bis 20. Juli und kann während der Öffnungszeiten des Schulgebäudes besichtigt werden.

Die Leihausstellung “Energiewende 2018“ zeigt sich in neuem Design und mit aktualisierten Inhalten. Sie informiert über wichtige Grundlagen zur Energiewende und soll mit Mitmachstationen und Modellen zur Beteiligung an der Energiewende anregen.

In ihren Ausführungen zur Ausstellung betonten die Organisatoren, die Wichtigkeit solcher Ausstellungen in der Berufsschule. Bei dem Zuschnitt der Ausbildungsberufe In der Schule hat man sehr viel mit Energie zu tun, erklärte der Schulleiter Oberstudiendirektor Reinhold Ostermeier, sei es der Beruf des Heizungsbauers oder die diversen Bauberufe. Das Thema Energie erfordert es, sich über das normale Unterrichtswissen hinaus  eingehend zu informieren.  Andere Schulen sollen durch diese Ausstellung dazu angeregt werden, sich ebenfalls über die Möglichkeiten der Energieversorgung und-Gestaltung Informationen einzuholen. „Ein weiter so wie bisher, wird es nicht mehr geben,“ resümierte der Schulleiter Ostermeier. Die Probleme können nicht dadurch gelöst werden, dass man alte Energiesysteme durch neue Systeme einfach ablöst, dazu müsse man schon viele gescheite Ideen einbringen. Vor allem die Energieeinsparung wird hier das Hauptthema sein.

Die Klimaschutzmanagerin der Stadt Landshut Stella Haun, bedankte sich bei Oberstudiendirektor Ostermeier, dass er seine Schule für diese vom Landesamt für Umwelt geförderte Ausstellung zur Verfügung stellt.

 

Laura Osterholzer von der Regierung von Niederbayern,

führte anschließend die zahlreichen Auszubildenden durch die einzelnen Stationen der Ausstellung. Ganz im Sinne des Energie-3-Sprungs sind die zentralen Bereiche: “Energiewende allgemein”, “Energiebedarf senken”, “Energieeffizienz erhöhen” und “Erneuerbare Energien nutzen”. Dabei kommentierte sie die verschiedenen Möglichkeiten in erster Linie Energie zu sparen. Wie dem Athleten beim Dreisprung gelingt durch kluge Kombination der große “Sprung” und damit eine besonders wirkungsvolle und dauerhafte Minderung der Kohlendioxid (CO2)-Emissionen.

 

 

Diverse Inhalte der Ausstellung waren unter anderem:

Beleuchtung

 

Der Ausstellungsbereich „Beleuchtung“ zeigt die Spannweite des heute möglichen Einsatzes der LEDTechnik zur Beleuchtung. Dabei spielen die Lichtausbeute, die Lichtfarbe, der Strombedarf und die damit gegenüber anderen Leuchtmitteln einhergehende Energieeinsparung eine wichtige Rolle. Über die Lebensdauer gesehen sparen LED-Leuchtmittel Kosten. Wie schnell finanzielle Einsparungen realisiert werden können, hängt von der Brenndauer, dem Nutzerverhalten und der Energiekostenentwicklung ab.

Bauen und Sanieren

Die zur Erzeugung von Raumwärme eingesetzte Energie macht mit circa 70 %, abgesehen von der Mobilität, den größten Anteil des Gesamtendenergieverbrauchs der privaten Haushalte aus. Hocheffizientes Bauen von Anfang an und die energetische Sanierung bei bestehenden Gebäuden bieten ein hohes Sparpotenzial. Da viele Sanierungsmaßnahmen gefördert oder mit günstigen Krediten unterstütz werden, lohnt sich zu prüfen, ob eine solche Maßnahme für das eigene Haus in Frage kommt.

Effiziente Heizungsumwälzpumpen und hydraulischer Abgleich

Immer noch ist ein Teil der in Deutschland verbauten Heizungsumwälzpumpen überdimensioniert. Eine Anpassung der Pumpenleistung birgt daher ein großes und sogleich kostengünstiges Sparpotenzial. Wirkungsvolle Maßnahmen sind, neben der richtigen Einstellung der alten Pumpen und dem hydraulischen Abgleich, der Austausch gegen hocheffiziente Pumpen.

Fenstermodelle

Alle Fensterecken der Leihausstellung zeigen Fenster mit 3-fach-Verglasung. Ihr Wärmeverlust ist gegenüber 2-Scheiben-Fenstern um circa 40 % niedriger. Oft sind solche Fenster nicht viel teurer als 2-fach verglaste Fenster. Auch sonst amortisieren sich die Mehrkosten durch die Einsparung an Heizkosten schnell. 3-fach verglaste Fenster erfüllen die vorgeschriebenen Anforderungen an den Wärmeschutz für Passivhäuser und haben beim Neubau inzwischen einen Marktanteil von etwa 80 %. Neue Fenster sind grundsätzlich luftdicht, unabhängig von ihrem energetischen Standard. Ein ungeregelter Luftaustausch kann also – anders als früher – nicht mehr stattfinden.

Gefrierschrankmodell

Das Gefrierschrankmodell zeigt anschaulich die Vorteile der 3-Scheiben-Verglasung gegenüber einer 2- Scheiben-Verglasung.

Grundprinzipien eines Passivhauses

Ein Passivhaus unterscheidet sich von anderen Bauformen insbesondere dadurch, dass es durch seine Art der Konstruktion und seine sehr gute Wärmedämmung einen besonders geringen Heizenergiebedarf aufweist.

Die maximal zulässige Heizlast bei einem Passivhaus liegt bei 10 W/m² und muss auch an ungünstigen Wintertagen über die Zuluft einbringbar sein. In unseren Breiten ergibt sich dadurch ein jährlicher Heizwärmebedarf von maximal 15 kWh/m².

Die Bezeichnung „passiv“ bezieht sich auf den überwiegend aus „passiven“ Quellen wie Sonneneinstrahlung, Bewohner und Elektrogeräte gedeckten Heizenergiebedarf. Für eine optimale Nutzung der Sonnenenergie werden an südlich orientierten Fassaden große Fenster eingebaut. Um eine sommerliche Überhitzung der Wohnräume zu vermeiden, muss zusätzlich ein richtig dimensionierter außenliegender Sonnenschutz vorhanden sein. Gleichzeitig muss der Sonnenschutz so ausgelegt sein, dass die im Winter tiefer stehende Sonne die Wohnraumerwärmung unterstützt. Möglich ist dies mit einem aktiven Sonnenschutz auf der West- und Ostseite und einer passiven Verschattung auf der Südseite.

Wärmedämmung

Aufgrund des niedrigen Wärmebedarfs wird meist eine Flächenheizung (Fußboden- oder Wandheizung) eingebaut, die eine angenehme Strahlungswärme aufweist. Damit die Wärme im Haus bleibt, ist eine besonders gute Wärmedämmung nötig. Die Außenwände und Decken eines Passivhauses erhalten dafür eine mindestens 25 cm starke Schicht aus Dämmmaterial wie Polystyrol, Mineralwolle oder Holzwerkstoffen. So wird ein U-Wert von unter 0,15 W/(m² K) erreicht.

 

A k z e p t a n z

Die Energiewende erfährt nach wie vor eine große Zustimmung. Die Ungewissheit über die Zukunft verunsichert aber auch. Deshalb ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass die Energiewende gut begründet ist:

  • Reduzierung des vom Menschen verursachten CO2-Ausstoßes sowie Feinstaub (Klimawandel, Gesundheit)
  • Abkehr von einer unsicheren Technologie mit ungeklärten Lagerungsfragen (Kernenergie)
  • Verringerung von Abhängigkeiten bei konventionellen Energieträgern (Ressourcen, Nachhaltigkeit)

 

 

-hjl-

 

Fotos: lodermeier

Menschenkenntnis und Klimawandel

Stellen Sie sich vor, Sie hätten von Naturwissenschaften überhaupt keine Ahnung. Keinen blassen Schimmer, nichts was darüber hinaus geht, dass es Schwerkraft gibt, weil Sie ja offensichtlich nicht einfach so davon schweben. In dieser Situation naturwissenschaftlich kompletter Ahnungslosigkeit und Unkenntnis sollen Sie beurteilen, gibt es einen Klimawandel durch Treibhausgase oder nicht.

Die direkte Beurteilung aller Fakten fällt also vollständig aus, weil diese beruht ja auf Naturwissenschaften, die für Sie etwas völlig fremdartiges und unwissbares sind. Bleibt nur die indirekte Beobachtung über: Wie verhalten sich all die Menschen, die eine Sorge wegen des Klimawandels ausdrücken? Ist das Verhalten der Klimaschützer plausibel, um gegen eine die Zivilisation bedrohende Gefahr anzukämpfen, oder ist es nur eine Show, um ganz andere Ziele zu erreichen?

Klimaschützer vollkommen unglaubwürdig

Die erste Beobachtung, diese Klimaschützer demonstrieren seit 1/4 Jahrhundert auf Klimakonferenzen mit der Forderung “mehr Geld für den Klimaschutz”. Was soll mit dieser Forderung eigentlich bewirkt werden? Wie oft wurde diese Kampagne auf ihre Wirksamkeit überprüft und wegen völliger Wirkungslosigkeit neu gestaltet? Wie oft wurde das Management der Klimaschützer wegen totalen Versagens und absoluter Erfolglosigkeit ausgetauscht? Jeder Fan eines Fußballvereins macht sich offensichtlich viel mehr Sorgen, bringt seine Sorgen viel heftiger zum Ausdruck, wenn sein Verein in der Abstiegszone ist, als diese Klimaschützer ums Klima.

Wie reagieren Klimaschützer auf Vorschläge, Ihr Anliegen besser präsentieren zu können? Große Diskussion, Begeisterungsstürme, mit der neu entworfenen Kampange “Rechenfehler” werden wir es schaffen? Oder vollkommen Ignoranz? Das traditionelle “Mit mehr Geld für den Klimaschutz” haben wir schon immer protestiertDa könnte ja ein jeder daher kommen
Nur mit Ihren Menschenkenntnissen beurteilt kann die völlige Sorglosigkeit der sogenannten “Klimaschützer” zum Klimaschutz nur einen Schluss ergeben: Einen durch Treibhausgase verursachten Klimawandel gibt es nicht.

Elon Musk – der endgültige Beweiß

Wer hat von allen Menschen auf der Welt die beste Chance Donald Trump von einem wirksamen Programm für den Klimaschutz zu überzeugen?
Nur ein Selfmade Milliardär kann mit Donald Trump darüber auf Augenhöhe sprechen.
Am Besten sollte dieser ganz beträchtliche Risiken auf sich genommen haben, um den Klimaschutz voran zu bringen
Am Besten sollte dieser sein Vermögen mit Aktionen im Sinne des Klimaschutz gemacht haben.
Es sind mir weltweit 2 Personen bekannt, wo diese Voraussetzungen zutreffen: Wang Chuanfu, Gründer von BYD und Elon Musk – Gründer von Tesla Motors. Einer dieser 2 Personen ist im Beraterteam von Donald Trump.

Kann es einen größeren Triumph für eine Gruppe geben, als wenn der Top-Lobbyist des eigenen Lagers in das Beraterteam des feindlichen Lagers eingeladen wird? Die Reaktion der Klimaschützer darauf liefert den endgültigen Beweiß: einen durch Treibhausgase verursachten Klimawandel gibt es nicht. Die sogenannten “Klimaschützer” feiern nicht den großen Erfolg “Unser bester Mann im Beraterteam des Feindes”. Nein! Ganz im Gegenteil, die fordern Elon Musk auf seine Stellung im Beraterteam wegzuwerfen.

Die sogenannten “Klimaschützer” sind Klimawandelleugner

Das zu begreifen ist von größter Wichtigkeit, um sich wirklich mit dem Thema beschäftigen zu können. Nur so ist es möglich den Ökofaschismus zurück zu drängen, damit endlich wirksame und vor allem auch mehrheitsfähige Maßnahmen ergriffen werden können. Niemand, außer den Ökofaschisten hat etwas gegen:

Investitionslawine – Innovationslawine – Wirtschaftsboom

Der Erhalt von Feindbildern hat jederzeit und immer oberste Priorität gegenüber echten und wirksamen Maßnahmen. Ökofaschismus demaskiert.

Es gibt Logik, es gibt Physik, es gibt Daten und das Gegenteil davon ist Ökofaschismus. Als ich im Herbst 1991 mit dem Projekt GEMINI bewohnbares Sonnenkraftwerk begann, bekam ich zum Studium Recknagel und Sprenger Taschenbuch für Heizung und Klimatechnik. Der hatte damals nur so 1600 Seiten, inzwischen auf über 2000 Seiten angewachsen.

Dieses Buch ist eine geballte Ladung an Logik, Physik und Daten und führte in meiner Auswertung 1992 zum Energiemodell 2040 in meinem ersten Buch “Aufstieg zum Solarzeitalter”.

Kernaussage: Bei einem Umstieg auf 100% erneuerbare Energie wird der Strombedarf in Deutschland von 500 TWh auf 1200 TWh steigen, weil fast alle direkten thermischen Energieverbraucher auf Strom umgestellt werden.
Die Märchen des Ökofaschismus

Der Strombedarf wird sinken. Wieso? Kein Ökofaschist war jemals in der Lage mir darauf eine Antwort zu geben. Es wurden munter Pseudopläne für 100% erneuerbare Energie veröffentlicht, die an eine Neuausarbeitung des Morgenthauplans erinnerten.

2013 untersuchte ich meine Aussagen von 1992 aufs neue und pflegte in die Berechnungen all die neuen Erkenntnisse über Speichertechnik ein. Strombedarf 1200 TWh, Stromerzeugung 1500 TWh, weil 300 TWh Verluste im Sommer/Winterausgleich. Wann würde einmal eine Studie kommen, die auf ähnliche Zahlen kommt?

Das Wunder nach 24 Jahren

Am 20. Juni 2016 geschah schließlich das Wunder, ich selbst wurde leider erst durch ein Leseremail am 28. November darauf aufmerksam:

Sektorkopplung durch die Energiewende
Anforderungen an den Ausbau erneuerbarer Energien zum Erreichen
der Pariser Klimaschutzziele unter Berücksichtigung der Sektorkopplung
Autor Prof. Dr.-Ing. habil. Volker Quaschning

Kernaussagen: Bei einem Umstieg auf 100% erneuerbare Energie wird der Strombedarf in Deutschland von 600 TWh auf 1300 TWh steigen, weil fast alle direkten thermischen Energieverbraucher auf Strom umgestellt werden. Der Umstieg auf erneuerbare Energie sollte etwas beschleunigt werden, damit er 2040 und nicht erst 2150 abgeschlossen ist.

Untersuchung der Reaktion in der Szene

Ich befragte daraufhin einen profunden Kenner der Szene über die Reaktion auf diese Studie, großer Schock weil große Ähnlichkeiten zu den Anfangszeiten des GEMINI Projekts. So 1992 diskutierte ich mit einem Grünen über das GEMINI Projekt. Seine Reaktion:

“Ich hasse das GEMINI Projekt, weil wenn jemand mit dem Strom von seinem Hausdach sein Auto aufladen kann, habe ich ja keine Argumente mehr das Autofahren zu verbieten”.

Im Buch “Aufstieg zum Solarzeitalter” gab es die Tankspur für Elektroautos. In der Prof. Quaschning Studie gibt es Oberleitungen für LKWs auf für den Güterverkehr wichtigen Fernstraßen. Sinngemäß die Reaktion aus der Szene:

“Wenn der LKW mit Ökostrom fährt, haben wir ja keine Argumente mehr den LKW zu bekämpfen”.

Der Erhalt von Feindbildern hat jederzeit und immer oberste Priorität

In der öko-faschistischen Szene hört man auch immer wieder Hasstriaden auf den Kapitalismus. Der ist böse und gierig und zerstört die Welt. Wie reagiert man aber in der öko-faschistischen Szene auf die Forderung nach einer Steuerreform, um den Kapitalismus durch ein neues Steuersystem zum Wohle der Menschheit zu leiten? Die Reaktion kann man in einem Satz zusammen fassen:

Der Erhalt von Feindbildern hat jederzeit und immer oberste Priorität

Hoffnung auf neue politische Kräfte

Echter Klimaschutz bedeutet Investitionslawine – Innovationslawine – Wirtschaftsboom. Der Ökofaschismus hingegen muss als Typ 2 Klimawandelleugner eingestuft werden, weil er den Klimawandel nur als Vehikel zur Umsetzung seiner Diktatur benutzen möchte, wirksame Maßnahmen aber strikt ablehnt.

Die Aufklärungsarbeit für die neuen politischen Kräfte über echten Klimaschutz im Sinne von Investitionslawine – Innovationslawine – Wirtschaftsboom vs Ökofaschismus hat derzeit für die PEGE oberste Priorität.

Roland Mösl + Redaktionsteam

A-5083 Gartenau nahe Salzburg in Österreich

+43 699 17343674 Skype: roland.mosl
founder@pege.org

30.10.2016

 

„Brauchen verlässliche Stromversorgung in Niederbayern“

CSU-Bezirksvorstand für Kabeltrasse des SüdOstLinks entlang B15neu und begrüßt Dialog

 

Straubing. Der starke Wirtschaftsstandort Niederbayern brauche eine verlässliche und leistungsstarke Versorgung mit Strom auch nach der Energiewende. Deshalb unterstützt die CSU Niederbayern die Planungen des SüdOstLink, der seinen Zielpunkt im Umfeld des jetzigen Kernkraftwerks Isar bei Landshut haben wird. „Wir haben Erdkabel statt Monstertrassen gefordert und bekommen“, bilanzierte erleichtert CSU-Bezirksvorsitzender Andreas Scheuer nach der Bezirksvorstandssitzung am Samstag in Straubing.

 

„Die Emotionalität in der Diskussion ist Dank der frühen Einbindung von Kommunen, Bürgern und Landwirten raus und es geht jetzt um die konkrete Trassenführung“, sagte Andreas Scheuer. Neben der Kommunikation habe auch die politische Grundsatzentscheidung, einer Erdverkabelung Priorität einzuräumen, die Diskussionen versachlicht. Für die CSU sei klar, dass die Stromtrasse notwendig ist, um den Wirtschaftsstandort Niederbayern verlässlich mit Strom zu versorgen, sagte Scheuer. Es gehe aber darum, einen Weg zu finden, um Bevölkerung und Grundstückseigentümer möglichst wenig zu belasten.

 

Mit Andreas Herath hat sich die CSU einen Referenten von TenneT eingeladen, der im Bezirksvorstand über Trassenführung, technische Bauabwicklung und Folgewirkungen informierte. Demnach seien aktuell zwei Trassenvarianten in der engeren Prüfung, die entweder westlich oder östlich um den Großraum Regensburg führe.

 

„Es hat sich in der Diskussion sehr schnell ein Vorrang für eine Trasse entlang der B15neu herauskristallisiert,“ sagte Scheuer und bezog sich auch auf einen Bezirksparteitagsbeschluss aus dem Jahr 2015, in dem gefordert wurde, die Trassen in erster Linie entlang bestehender Infrastruktur und auf staatlichem Grund zu verlegen. Auch Landwirtschaftsminister Helmut Brunner unterstrich die Forderung, die Kabel in erster Linie auf Staatsgrund und erst dann auf Privateigentum zu verlegen. Hierzu habe das Kabinett eine Kompensationsverordnung verabschiedet, wonach keine zusätzlichen Ausgleichsflächen für die Trassen notwendig sein werden: „Es widerspricht der Logik, für Trassen zum Transport von Öko-Strom auch noch Ausgleichsflächen auszuweisen.“ In Verhandlungen stehe man aktuell noch über die Frage eines Nutzungsentgelts für die betroffenen Eigentümer, für deren Grundstücke man eine Grunddienstbarkeit benötige.

 

Erfreut zur Kenntnis genommen haben die Bezirksvorstandsmitglieder das Ergebnis der Landratswahl in Kelheim, wo nach 24 Jahren der Landratsstuhl von den Freien Wählern zurückerobert werden konnte. „Unser Kandidat Martin Neumeyer hat im ersten Wahlgang bei sechs Gegenkandidaten über 51 Prozent der Stimmen erreicht, der Freie Wähler-Kandidat landete bei gerade mal 16 Prozent.“ Die Landratswahl hat auch einen Wechsel im Landtag zur Folge: Für Martin Neumeyer rückt Florian Hölzl aus Pfeffenhausen (Landkreis Landshut) ins Maximilianeum nach.

 

Umso schmerzlicher das OB-Wahlergebnis in Landshut. „Wir werden das Ergebnis in Landshut in gemeinsamen Gesprächen aufarbeiten und die notwendigen Schlüsse daraus ziehen“, sagte Scheuer, der zugleich ankündigte an der nächsten Kreisvorstandssitzung in Landshut teilzunehmen. Mit Spannung schaue man nun auf die Bürgermeisterwahl in Zwiesel, wo die CSU-Kandidatin Elisabeth Pfeffer Ende November gute Chancen habe, den parteifreien Bürgermeister nach sechs Jahren wieder abzulösen.

 

Das Ergebnis der Verhandlungen zum Länderfinanzausgleich, mit 1,3 Milliarden Euro Einsparungen für Bayern bewertete der Bezirksvorstand positiv. „Hier ist unserem Ministerpräsidenten Horst Seehofer ein großer Wurf gelungen, im Konsens mit den anderen Bundesländern eine einstimmig verabschiedete Neuregelung zu konzipieren“, sagte Landwirtschaftsminister Helmut Brunner. „Dieses Geld, das nun in Bayern verbleibt, wird auch wieder dazu beitragen, die positive Entwicklung unserer niederbayerischen Heimat voranzutreiben.“ Ferner verwies Brunner auf die von der CSU durchgesetzten Erleichterungen bei der Erbschaftssteuer, die vor allem den klein- und mittelständischen Familienunternehmen in Niederbayern zu Gute kommen wird.

 

Beim CSU-Parteitag kommende Woche werde die Niederbayern-CSU den Leitantrag zum Politischen Islam unterstützen. „Mit unserem Leitantrag wollen wir einen Beitrag leisten, dass der Islam nicht dazu missbraucht werden kann, um Hass und Terror zu begründen.“ Viele Musilme gehören zu Niederbayern und sind hier integriert und engagiert, „und ich glaube, dass wir diesen Menschen helfen, wenn wir gemeinsam gegen den politisch agierenden Islam kämpfen.“ Ferner werde sich die CSU gegen ein rot-rot-grünes Bündnis auf Bundesebene stellen. „Mit der Zusammenkunft von Abgeordneten von SPD, Linke und Grüne ist es amtlich, dass hier die politische Legitimation für ein Links-Bündnis geschaffen werden soll. Rot-rot-grün wäre für die Menschen in Niederbayern eine Katastrophe.“

 

Bild: CSU-Bezirksvorsitzender Andreas Scheuer (M.) und Staatsminister Helmut Brunner (r.), im Bild mit Straubings Bundestagsabgeordnetem Alois Rainer, stellten die Ergebnisse der CSU-Bezirksvorstandssitzung in Straubing vor.

 

 

 

-hjl-

 

 

Durch neue Leitungen mehr Strom transportieren
Im deutschen Stromnetz wächst die Strommenge aus Windenergie- und Photovoltaikanlagen. Dieser Strom muss über große Entfernungen in Ballungsräume und Industrieschwerpunkte transportiert werden. Um über die bestehenden Stromtrassen eine höhere Maximalleistung führen zu können, bieten sich neu entwickelte Hochtemperatur-Leiter an. Das BINE-Projektinfo „Der heiße Draht im Netz“ (13/2016) stellt die neuen Leitungen vor. Bei vergleichbarem Leiterquerschnitt kann sich durch diese die Transportfähigkeit vorhandener Trassen nahezu verdoppeln.

Mit steigendem Stromdurchfluss erwärmen sich Freileitungen infolge des elektrischen Widerstands. Derzeitige Leitungen setzen dem Ferntransport kurzfristig anfallender, regionaler Stromüberschüsse im Netz Grenzen, da sie nur für eine Temperatur von höchstens 80 °C ausgelegt sind. Neu entwickelte Hochtemperatur-Leiterseile halten dauerhaft Temperaturen bis 210 °C aus. Dadurch wird es möglich, höhere Strommengen zu transportieren und somit Netzengpässe zu vermeiden. Im Inneren der Leitung kommen Verbundwerkstoffe auf Basis von Kohlefasern und Aluminium-Keramik sowie spezielle Aluminium- und Stahllegierungen zum Einsatz. Damit wurde das Problem eines stärkeren Durchhängens bei höheren Temperaturen gelöst. Die neuen Leitungen hängen weniger durch als die bisherigen.

Die neuen Hochtemperatur Leiter können die Flexibilität im Netz für kurzzeitige Strommaxima erhöhen. Standardmäßig werden Freileitungen in Deutschland unterhalb der möglichen Höchstleistung betrieben. Das Institut für Hochspannungstechnik der RWTH Aachen hat das Forschungsprojekt gemeinsam mit Industriepartnern durchgeführt.

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Die neuen Hochtemperatur-Leiter halten bis zu 210 °C aus und können dadurch größere Strommengen transportieren. (© 3M Deutschland GmbH)

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Sowohl die Drähte im Kern als auch die Aluminium-Zirkonium Drähte im Mantel tragen zur Zugfestigkeit bei. (© 3M Deutschland GmbH)

„Diesen Dienstag starten wir das bayerische 10.000-Häuser-Programm als wichtigen Beitrag zur Energiewende und zum Klimaschutz. Mit Zuschüssen helfen wir Hausbesitzern bei der energetischen Modernisierung ihrer Häuser“, erläutert Landshuts Stimmkreisabgeordneter Helmut Radlmeier.

 

Mit dem neuen Förderinstrument für selbstgenutzte Ein- und Zweifamilienhäuser unterstützt Bayern die energetische Modernisierung im Gebäudebestand und besonders energieeffiziente Neubauten ebenso wie den beschleunigten Austausch veralteter, ineffizienter Heizungsanlagen. Der Nutzen für die Bürger ist hoch: Mehr Unabhängigkeit, mehr Komfort, weniger Energieverbrauch, weniger CO2-Ausstoß, weniger Heizkosten. Zielgruppe ist vor allem der Altbau; es gibt aber auch Anreize für den Neubau.

 

Radlmeier: „Zur Energiewende gehört die Wärmewende. 40 Prozent der Energie werden in Gebäuden eingesetzt. Mit dem neuen Programm werden daher innovative Heizungen und Energiespeichersysteme gefördert. Bayern schafft damit auch ein Konjunkturprogramm für Mittelstand und Handwerk und macht Ernst beim Klimaschutz.“ Zudem will das Programm neue Techniken voranbringen und Gebäude zum Beispiel über intelligente Stromnetze in das Energiesystem der Zukunft einbinden.

 

Ergänzend wies Landtagsabgeordneter Radlmeier darauf hin, dass das 10.000-Häuser-Programm ein Alleinstellungsmerkmal für Bayern darstelle – eine vergleichbare Förderung gebe es in keinem anderen Bundesland.

 

Um eine möglichst große Breitenwirkung zu erzielen und um die Bürger in unterschiedlichen Lebenssituationen zu erreichen, gliedert sich das 10.000-Häuser-Programm in zwei Teile: den Programmteil „EnergieSystemHaus“ für grundlegende Sanierungen (oder energieeffiziente Neubauten) sowie den Programmteil „Heizungstausch“ für diejenigen, die keinen großangelegten Umbau verwirklichen wollen oder können.

 

Das Programm ist für ein Gesamtbudget von 90 Millionen Euro ausgelegt und hat eine Laufzeit von vier Jahren (2015 bis 2018). Der Zuschuss geht von 1.000 Euro bis maximal 18.000 Euro. Je anspruchsvoller das Bauvorhaben, umso höher die Förderung. Die Antragstellung ist sehr unbürokratisch geregelt. Sie erfolgt in Abstimmung mit KfW-Förderverfahren unter Nutzung vorhandener Daten und Unterlagen. Informationen im Internet und Antragstellung unter www.energiebonus.bayern

13.08.2014 20:01

Das haut die stärkste Fledermaus um

Karl-Heinz Karisch Pressestelle des Forschungsverbundes Berlin e.V.
Forschungsverbund Berlin e.V.

An Windrädern kommen Fledermäuse in großer Zahl um. Forscher haben in einer aktuellen Studie die Herkunft der Tiere ermittelt: Sie stammen nicht nur aus der lokalen Umgebung, sondern manche legten vorher zum Teil große Flugstrecken zurück. So trägt Deutschland nicht nur Verantwortung für den heimischen Artenschutz, sondern auch für Populationen anderer Länder.

Windräder sind wichtig für die Energiewende. Die Technologie ist weit fortgeschritten und Wind ist vor allem im Norden ausreichend vorhanden. Neben dem Problem des Energietransports und der Ästhetik gibt es allerdings noch ein weiteres Problem: Für viele Vögel und Fledermäuse sind die Rotorblätter eine tödliche Gefahr. So könnten jedes Jahr schätzungsweise 300.000 Fledermäuse an Windkraftanlagen in Deutschland verunglücken, wenn die Kollisionsgefahr nicht über nächtliche Abschaltzeiten der Anlagen während der Hauptaktivitätsphasen der Fledermäuse reduziert wird.

In einer aktuellen Studie, die im wissenschaftlichen Fachblatt PLOS ONE publiziert wurde, hat ein Forscherteam unter der Leitung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) die Herkunft von Großen Abendseglern – einer migrierenden Fledermausart – bestimmt, die an Windrädern in den östlichen Bundesländern tödlich verunglückten. Es zeigte sich, dass es sich bei über einem Viertel der Fledermäuse nicht um standorttreue Tiere handelte, sondern um Tiere, die sich auf dem Weg in ihr Winterquartier in Deutschland oder im südwestlichen Europa befanden. Sie kamen aus dem nordöstlichen Verbreitungsgebiet, das sich vom Baltikum über Russland und Weißrussland bis nach Polen erstreckt.

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass besonders viele weibliche und junge Tiere verunglückt waren. Für die Population ist das besonders kritisch, denn mit einem Weibchen fehlen in der nachfolgenden Generation auch deren potenzielle Jungtiere. Fledermausexperte Christian Voigt vom IZW betont: „Die Studie zeigt, dass wir in Deutschland nicht nur Verantwortung für den Artenschutz heimischer Fledermausarten tragen, sondern aufgrund der zentralen Lage als Durchreiseland auch für migrierende Fledermäuse aus entfernten Ländern.“ Deutschland liegt genau auf der Zugroute dieser Fledermäuse, wenn sie aus ihren Reproduktionsgebieten in Nordosteuropa im Herbst zum Überwintern in wärmere Gebiete ziehen, so zum Beispiel nach Deutschland, oder weiter in die Schweiz oder nach Südfrankreich. Für diese Populationen ist es besonders dramatisch, da sie sich bei ungünstigen Klimabedingungen in manchen Jahren ohnehin kaum vermehren. Wenn dann noch viele Fledermäuse in an deutschen Windkraftanlagen verunglücken, wird der Bestand vermutlich empfindlich geschwächt.

Die Methode, mit der die Forscher die Herkunft der Fledermäuse bestimmten, stammt aus der Forensik. Wenn ein Kadaver unbekannter Herkunft auftaucht, untersuchen die Forensiker das Verhältnis von schwerem zu leichtem Wasserstoff im Keratin der Haare. Dieses Verhältnis variiert mit der Umgebungstemperatur; in nördlichen, kühleren Breiten gibt es weniger Deuterium im Niederschlagswasser als in südlichen Breiten. Menschen und Tiere nehmen dieses Wasser direkt oder über die Nahrung auf, wo es sich im Körpergewebe ablagert. Da Keratin im Haar oder Fell biologisch inaktiv ist, bleibt das Isotopenverhältnis dort über lange Zeit erhalten. Wie ein geografischer Fingerabdruck weist es auf die Herkunft des Menschen oder des Tieres hin. Das Praktische an dieser Methode: Die Wissenschaftler können die Herkunft jeder Fledermaus bestimmen, ohne sie vorher beringt zu haben – was einen immensen Aufwand bedeuten würde.

Besonders fatal sind Windräder, weil sie Fledermäuse anlocken. Die Zugzeit ist auch Paarungszeit, dann geraten die Fledermäuse regelrecht ins Schwärmen – im wahrsten Sinne des Wortes. Und das geschieht am liebsten an landschaftlich markanten Strukturen wie Felsen, Kirchtürmen, oder eben Windrädern. Christian Voigt wundert sich darüber, dass nur wenige weit reichenden Maßnahmen gegen diese tödlichen Fallen ergriffen werden: „Fledermäuse sind sowohl nach nationalem Recht als auch nach EU-Recht geschützt und migrierende Fledermäuse stehen zudem unter dem Schutz einer UN-Konvention, die von Deutschland unterzeichnet wurde. Wer eine einzige Fledermaus tötet, kann strafrechtlich belangt werden.“ Bei den Windkraftanlagen würde dagegen großzügig weggeschaut, weil die Energiewende politisch im Hau-Ruck-Verfahren umgesetzt werden soll. „Hier werden Klimaschutz und Artenschutz gegeneinander ausgespielt – doch müssten sie im Sinne eines umfassenden Umweltschutzes Hand in Hand gehen.“ Dabei würden Windräder und Fledermäuse eigentlich gut zusammenpassen: Fledermäuse mögen keinen starken Wind. Sie sind nur bei Windgeschwindigkeiten von maximal sechs bis acht Metern pro Sekunde aktiv. Genau da fangen Windräder erst an, richtig Energie zu produzieren. Würden die Anlagen nur bei kräftigem Wind laufen, ließen sich Kollisionen vermeiden – auch die zwischen Klima- und Artenschützern.

Publikation:
Lehnert LS, Kramer-Schadt S, Schönborn S, Lindecke O, Niermann I, Voigt CC (2014): Wind farm facilities in Germany kill noctule bats from near and far. PLOS ONEhttp://dx.plos.org/10.1371/journal.pone.0103106

Kontakt
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Christian Voigt
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voigt@izw-berlin.de

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(Öffentlichkeitsarbeit)
Tel.: +49 30 5168-125
seet@izw-berlin.de

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Eberhard Brandes, Geschäftsführer World Wide Fund for Nature Deutschland (WWF)