Home Tags Posts tagged with "Einzelhandel"

Einzelhandel

Gesichtsmaske tragen, aber richtig

Gesundheitsamt gibt Tipps zur richtigen Handhabung

Mit der ab der kommenden Woche angekündigten bayernweiten Maskenpflicht im Öffentlichen Personennahverkehr und im Einzelhandel tauchen einige Fragen auf: Welchen Zweck hat die Maske? Wie trage ich sie richtig? Woher bekomme ich eine Gesichtsmaske?

Eine Mund-Nasen-Maske schützt zwar den Träger selbst nicht vor einer Ansteckung, vermindert aber das Risiko einer Tröpfcheninfektion seines Umfeldes deutlich – und die ist der Hauptverbreitungsweg des Corona-Virus.

Damit die Maske auch ihren Zweck erfüllt, müssen einige weitere Punkte beachtet werden, wie das Gesundheitsamt Landshut erklärt. Mit gutem Grund werden die schützenden Artikel „Mund-Nasen-Masken“ genannt – denn sie müssen unbedingt sowohl den Mund, als auch die Nase des Trägers bedecken. Außerdem sollten die Hände auch beim Anlegen der Maske mit dem Stoff so gut wie nicht in Berührung kommen. Auch deshalb ist weiterhin eine gute Handhygiene unabdingbar. Nach dem Tragen sollte die Maske in keinem Fall einfach lose in der Handtasche oder der Jackentasche verstaut werden: Vielmehr muss sie stets sorgfältig in einem extra Plastikbeutel verpackt werden, um die Berührung mit anderen Gegenständen zu vermeiden. Wiederverwendbare Stoffmasken, mit möglichst hohem Baumwollanteil, müssen immer wieder gewaschen (mindestens 60 Grad) und in einem kleinen Kochtopf ausgekocht werden, ein „Auslüften“ allein reicht nicht aus. Einwegmasken sind regelmäßig zu tauschen.

Dabei benötigt der Bürger für den Alltagsgebrauch sicherlich keine zertifizierte FFP-Maske wie sie im medizinischen Bereich eingesetzt wird. Dabei stellt der Landshuter Landrat Peter Dreier klar, dass der Landkreis nicht flächendeckend Masken zur Verfügung stellen kann: „Die Marktlage ist weiter angespannt und wir haben leider keine ausreichenden Bestände, dass wir jedem Bürger Gesichtsmasken für den Alltag zur Verfügung stellen könnten.“

Auch selbstgenähte Stoffmasken sind eine Lösung. So haben sich in verschiedenen Landkreis-Gemeinden und in der Stadt Landshut mit „Landshut näht“ bereits verschiedene ehrenamtliche Näh-Initiativen gegründet, viele Schneidereien und Nähstuben bieten bereits seit geraumer Zeit Mund-Nasen-Masken an. Aber auch selbstgenähte Versionen (eine Anleitung ist auf www.landkreis-landshut.de  und www.landshut-naeht.de verfügbar) können durchaus ihren Zweck erfüllen – sofern die verschiedenen Hygiene-Maßgaben beachtet werden. Aber mit dem Tragen von Masken allein ist es nicht getan – das Befolgen der eingängigen Hygieneregeln (regelmäßiges Händewaschen, Husten und Niesen in die Ellenbeuge) sowie das weitere unbedingte Einhalten des Mindestabstandes zu anderen Personen bleiben weiterhin unabdingbar, um die weitere Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen.

Seit dem 9. März 2020 – an diesem Tag wurde der erste Fall in der Region bekannt – wurden 850 Bürgerinnen und Bürger, die ihren Wohnsitz im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Gesundheitsamtes Landshut haben, positiv auf das Corona-Virus getestet, 445 davon konnten aus der Quarantäne mittlerweile wieder entlassen werden. Es wurden 3 338 Kontaktpersonen ermittelt. Bisher sind 26 Personen verstorben, bei denen ein Zusammenhang mit COVID19 möglich ist. (Stand: 20. April 2020, 11.00 Uhr).

In den regionalen Krankenhäusern werden derzeit 69 Corona-infizierte Personen behandelt, davon werden 23 intensivmedizinisch betreut (Stand: 20.04.2020, 9.30 Uhr). Dies sind aber nicht nur Patienten aus dem Raum Landshut – auch Bürgerinnen und Bürger anderer Landkreise befinden sich in den regionalen Kliniken zur Behandlung (werden aber von einem anderen Gesundheitsamt als Indexfall gelistet). Vorsorglich werden alle Patienten mit einem Atemwegsinfekt, die ins Krankenhaus eingeliefert werden, auf das Corona-Virus getestet. Bis das Ergebnis eingeht, bleibt der Patient auf einer eigenen, isolierten Corona-Station; auch wenn sich nach Eingang des Testergebnisses herausstellen sollte, dass der Patient sich nicht mit dem Virus angesteckt hat. In der Zwischenzeit ist dieser Platz aber dennoch faktisch wie statistisch belegt.

Foto: Landratsamt Landshut

Zur Erinnerung: Am 27.1.2017 beauftragte der Bausenat den Gutachter GMA mit der Erstellung eines Einzelhandelskonzepts. Als Bearbeitungszeitraum wurden fünf bis sechs Monate vorgegeben. Tatsächlich wurde endlich im April 2018 eine erste Version des Gutachtens vorgestellt, welche einen kompromisslosen Schutz der Innenstadt empfahl und diesen als gültiges Baurecht verankert sehen wollte.

Die sehr dünne Datenbasis der Erhebungen in diesem Gutachten (von 518 Einzelhandelsbetrieben wurden nicht einmal zwei Handvoll befragt, die einmalige Passantenbefragung von 263 Personen kam zu genau umgekehrten Ergebnissen wie die Interviewer des CCL, welche jährlich 1200 Personen befragen….) und eine Menge anderer Ungereimtheiten, auf die jetzt nicht näher eingegangen werden soll, brachte einige kritische Stimmen hervor. Unter anderem stellte CCL-Manager Grah im LZ-Gespräch das Gutachten völlig in Zweifel, wohingegen Obergutachter Dr. Holl in Interviews bei der lokalen Presse mit den Worten „Ihre Altstadt ist ein Schutzgut“ und „Textil, Drogerie und Sport gehören in die Innenstadt“ die eigene Position untermauerte.

Innerhalb der Stadtverwaltung gab es wohl auch sehr unterschiedliche Auffassungen über die Ausgestaltung des Zentrenschutzes, was raschen Fortschritten bei der Konzeptentwicklung offensichtlich nicht dienlich war.

In der Zwischenzeit lehnte der Ergoldinger Markgemeinderat eine Einbeziehung in das Entwicklungskonzept der Stadt mit 22:0 Stimmen ab. Begründung: „Die Landshuter Sortimentsliste (Anm.: Liste der zentrumsrelevanten Einzelhandelssortimente) geht über die Bestimmungen des Landesentwicklungsplans hinaus“. Wer nun dachte Verwaltung und Gutachter würden jetzt vielleicht einen Gang zurückschalten, der sah sich getäuscht, denn in der aktuellen Version des Gutachtens vom 22.03.2019 (liegt den Stadtratsfraktionen zur Beratung vor) wurde die „Landshuter Sortimentsliste“ noch um folgende Bereiche erweitert: Drogeriewaren, Geräte der Telekommunikation (Handys), Unterhaltungselektronik (Radio, TV, DVD-Player), Ton- und Bildträger sowie Fotobedarf sollen künftig nur noch im Zentrum genehmigt werden. Soweit so gut, darüber ist noch nicht entschieden, das Dokument gibt aber die gemeinsame Linie von Stadtverwaltung & Gutachter wieder.

Was nun jedoch am kommenden Freitag dem Bausenat unter TOP 9 „Fachmarktzentrum Landshut Park – Auswirkungsanalyse“ präsentiert werden soll, das schlägt dem Fass den Boden aus:

Verkleinerung des bestehenden Elektronikmarktes von 3100m2 auf 1500m2. Auf der frei werdenden Fläche Ansiedlung eines Drogeriemarktes mit 1200m2 Verkaufsfläche. Erweiterung der Stellplatzfläche von 700 auf 1500 Stellplätze. Neuansiedlung eines Sport-Fachmarktes (Verkaufsfläche 1800m2). Dass es sich hierbei um den geplanten Umzug des Decathlon-Sportmarktes aus Ergolding handelt berichtete die Presse schon letzte Woche, eine Decathlon-Sprecherin nannte eine Erweiterung von 800m2 auf 2000m2, also +150%! Und zu guter Letzt soll auch noch ein sog. „Non-Food-Discounter“ mit 800 m2 dazukommen, der u.a. Papier- und Schreibwaren, Bastel- und Geschenkbedarf anbietet.

Der Gutachter schoss sich in seiner Expertise speziell auf den Ergoldinger Decathlon-Sportmarkt ein, auf Seite 69 des aktuellen Gutachtens ist zu lesen dass u.a. Decathlon eine teils intensive Wettbewerbsfunktion gegenüber der Landshuter Innenstadt übernimmt.

Man könnte meinen, diese Aussage fällt dem Gutachter nun auf die Füße, denn wie rechtfertigt man, dass bisher ein 800 m2 großer Sportmarkt in Ergolding angeblich dem Landshuter Zentrum schadet, aber ein 2000m2 großer im Landshut-Park schadet künftig nicht?

Dazu ersann man eine ganz unglaubliche Vorlage, die der Bausenat wie folgt zu lesen bekam:

Die Ansiedlung eines Drogeriemarktes entspricht den Vorgaben des Einzelhandelsentwicklungskonzeptes, da dort Flächen für zentrenrelevante Sortimente im Bereich Elektrokleingeräte, Geräte für die Telekommunikation sowie Unterhaltungselektronik durch Flächen für ebenfalls zentrenrelevante Drogeriewaren ersetzt werden. Der Sportfachmarkt ist aufgrund der o.g. Ausnahmeregelung ebenfalls mit den Vorgaben des Einzelhandelsentwicklungskonzeptes im Einklang, da dieser aus dem Bereich des Marktes Ergolding (südwestlich Schinderstraßl) in den Ergänzungsstandort Münchnerau verlagert und die Verkaufsfläche gerade noch nicht zu stark (etwa 50%) erhöht werden soll…..Beim Non-Food-Discounter sind die Vorgaben des Einzelhandelsentwicklungskonzeptes nicht ganz eingehalten, da nur ein Teil der geplanten Verkaufsfläche von der Reduzierung beim Elektrofachmarkt aufgefangen wird und der erste Punkt der Ausnahmeregelung nicht zutrifft (kein bereits bestehender Standort, siehe oben). Dennoch wird der Non-Food-Discounter in der Auswirkungsanalyse als unkritisch für die Funktionsfähigkeit des zentralen Versorgungsbereiches „Innenstadt“ angesehen.

Bezüglich der Ansiedlung des Sportfachmarktes wird in der Auswirkungsanalyse mit Umsatzumlenkungen in Höhe von rd. 0,5 Mio. € bzw. rd. 6 % aus der Innenstadt zu rechnen sein. Deutlich höhere Umsatzumlenkungen sind nach gutachterlichem Dafürhalten unwahrscheinlich, da der geplante Sportfachmarkt aufgrund seines speziellen Vertriebskonzepts (Niedrigpreisstrategie, hoher Eigenmarkenanteil, Fokus auf Randsportarten, hoher Verkehrsflächenanteil für großteilige Ausstellungsstücke) nur bedingt mit den Sportartikelanbietern der Altstadt und ihrer Ausrichtung auf Produktberatung und Markenartikel konkurriert.
Es ist nur zu hoffen, dass die Stadträte dieser Argumentation nicht auf den Leim gehen, denn bis dato sind weder Elektroware noch Drogerieware zentrenrelevant , dafür müsste das neue Konzept erst einmal beschlossen werden. Man tut aber so als ob das schon so wäre, um dann eine Ansiedlung einer jetzt zentrenrelevanten Ware (Drogerie) mit der Reduzierung einer anderen jetzt zentrenrelevanten Ware (Elektro) zu rechtfertigen. Freundlich gesprochen ist das eine sehr flexible Auslegung des Konzepts, denn eine Aufrechnung verschiedener Warengruppen wird dort mit keiner Silbe erwähnt. Es ist einfach nur so dass man jetzt einen Drogeriemarkt durchdrücken will, dem man vorher eigentlich die rote Karte zeigen wollte! Eigentlich! Und gab es bei der Genehmigung des Landshut Parks eigentlich nicht die Festlegung, dass Änderungen „durch die Hintertür“ nicht erlaubt sind? Eigentlich schon!

Was die Argumente zu Decathlon betrifft so ist der Verwaltung zugute zu halten, dass sie zumindest nur eine Rolle rückwärts macht. Der Gutachter dagegen scheint wie ein Fähnchen im Wind. Von ihm gibt es eine andere Expertise für einen anderen Auftraggeber, wo er zu dem Schluss kommt, dass die Ansiedlung von Decathlon in den Außenbezirken der Städte Aachen, Bielefeld, Laatzen und Würzburg dem Sportfachhandel der jeweiligen Innenstädte gut getan hat. In diesem Gutachten ist erstaunlicherweise auch zu lesen, dass Decathlon einen hohen Anteil an zentrenrelevanten Sportsortimenten führt (v.a. Sportbekleidung, -schuhe, -kleingeräte) und eine hohe Orientierung auf Einzelsportarten aufweist. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

Wie sich Stadtverwaltung und Gutachter derzeit verrenken, um eine Vergrößerung bzw. gravierende Umgestaltung des Landshut-Parks zu rechtfertigen, dagegen schienen die vielzitierten Wendehälse aus der DDR-Zeit geradezu eine Genickstarre zu haben.

Letztlich stellt sich die Frage, was das immerhin 34.000 Euro teure Gutachten eigentlich wert ist. Ein Sprichwort fällt mir dazu ein: „Trauen Sie keiner Statistik, die Sie nicht selber….“

Martin Forster, 84028 Landshut

 

 

 

Passantenbefragung zum Einzelhandel

„Vorausschauend planen – Innenstadt schützen und stärken”: OB Putz bittet um Unterstützung

An drei Tagen, ab Donnerstag, 21., mit Samstag, 23. September, findet in der Innenstadt und in den Außenbereichen, beispielsweise im Bereich des „Landshut Park”, im Auftrag der Stadt Landshut eine Bürgerbefragung zur Erstellung eines Einzelhandelsentwicklungskonzeptes statt. Die Befragung ist anonym, beinhaltet 13 Fragen und dauert circa 5 Minuten. Ziel des Konzeptes ist es, Maßnahmen für die Erhaltung der zentralen Versorgungsbereiche wie die Innenstadt zu definieren. Die Befragung dient als Grundlage hierfür und soll einen Überblick über das Einkaufsverhalten der Bevölkerung verschaffen.

Anlass für die Erstellung des Einzelhandelsentwicklungskonzeptes ist die vom Stadtrat beschlossene Aufstellung des Bebauungsplanes „Gewerbe- und Industriegebiet Nord” in der Münchnerau. Städtebauliches Ziel des Planes ist, die Funktionsfähigkeit der zentralen Versorgungsbereiche innerhalb des Stadtgebietes, das heißt im Wesentlichen der Innenstadt, langfristig zu sichern. Das Einzelhandelsentwicklungskonzept soll nun definieren, welche Sortimentsbeschränkungen an welchen Stellen zur Erreichung dieses Zieles notwendig sind, und auf dieser Basis künftige Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigen.

„Ein starker Einzelhandel ist das Herz einer funktionierenden Innenstadt und trägt wesentlich zur Attraktivität unseres Wirtschafts- und Wohnstandorts bei”, sagt Oberbürgerbürgermeister Alexander Putz. „Um vorausschauend und strategisch weiterplanen zu können, vor allem im Sinne unserer Innenstadt, ist ein Entwicklungskonzept unentbehrlich.” Hierfür sei eine ausreichende Datengrundlage notwendig. „Daher darf ich Sie, liebe Bürgerinnen und Bürger, um Ihre Mitwirkung und rege Teilnahme an der Befragung bitten.” Derzeit wird bereits eine Reihe von Einzelhändlern in der Innenstadt, aber auch in den Außenbereichen befragt. Zusätzlich sollen zwischen dem 21. und dem 23. September Passanten, ebenfalls in der Innenstadt und in den Außenbereichen, interviewt werden. Das Interview beinhaltet 13 überwiegend „Multiple-Choice”-Fragen, unter anderem: „Was ist der Hauptgrund für einen Besuch hier”, „Wie oft besuchen Sie die Innenstadt von Landshut?”, „In welchen Orten kaufen Sie die folgenden Warengruppen am häufigsten ein?”, „Fehlen Ihnen bestimmte Einzelhandelsangebote in der Innenstadt von Landshut?”.