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Dr. Olaf Heinrich

Bildtext: Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich (links)  traf Siegfried Depold, Vorsitzender des Bezirksverbands Niederbayern/Oberpfalz, und dessen Stellvertreterin Michaela Grashei zu einem Fachgespräch. Das Bild entstand vor den Einschränkungen durch die Corona-Krise.

 

Große Sorgen und kleine Freuden

Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich tauscht sich mit Vertretern der AWO aus

 

Landshut/Passau. Wie alle anderen Wohlfahrtsverbände stellt die Corona-Pandemie die Arbeiterwohlfahrt (AWO) vor große Herausforderungen. Laut Siegfried Depold, Vorsitzender des Bezirksverbands Niederbayern/Oberpfalz, ist die Situation besonders bei den Pflegekräften „sehr angespannt“. Das Personal sei auch wegen des Besuchsverbots in den Heimen („Viele Bewohner leiden darunter, dass sie keinen Kontakt mehr nach außen haben und brauchen jetzt besonders viel Trost und Zuwendung“) und einer steigenden Zahl an Krankmeldungen stark belastet. Depold lobte die Solidarität und den Zusammenhalt der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ihren Dienst allen Schwierigkeiten zum Trotz loyal verrichten und persönliche Sorgen um die eigene Gesundheit und die ihrer Familie nicht selten hintanstellten.

Umso wichtiger sei es, dass sowohl die stationäre als auch die ambulante Pflege ausreichend mit entsprechender Schutzkleidung, Gesichtsmasken und Desinfektionsmitteln versorgt werde. Es könne nicht sein, dass sich Pflegende nach einer Anleitung aus dem Internet ihre Atemschutzmasken selbst nähen müssten, weil keine Ware für die, die sie am nötigsten benötigen, verfügbar sei. Die Krise verlange Heimleitern wie Beschäftigten ganz viel Flexibilität ab, sagte Depold. Er sei stolz darauf, wie diese mit der aktuellen Situation umgehen. Rund 2600 Beschäftigte arbeiten in Ostbayern für die AWO – allein 1820 in 21 stationären Pflegeeinrichtungen. 13 Pflegeeinrichtungen befinden sich in Niederbayern zwischen Landshut, Pocking und Passau.

Weitere Themen eines Fachgesprächs mit Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich waren der Engpass beim Pflegepersonal vor allem in Ballungsräumen. Depold und die stellvertretende Bezirksvorsitzende Michaela Grashei skizzierten die Situation in der Region. Depold zeigte sich besorgt, dass die Quote der Sozialhilfeempfänger in den Pflegeeinrichtungen zum Teil sehr hoch ist. In Vilshofen liegt sie beispielsweise bei 42 Prozent der Heimbewohner. In der Folge steigt auch bei der Sozialverwaltung des Bezirks Niederbayern die Zahl der Anspruchsberechtigten der Leistung „Hilfe zur Pflege“. Depold lobte ausdrücklich die gute Zusammenarbeit mit dem Bezirk – auch im Kinder- und Jugendbereich. Der Bezirksvorsitzende der AWO sagte, eine Reform der Pflegeversicherung sei dringend erforderlich. Das Ziel sei eine Übernahme der reinen Pflegekosten und eine Deckelung des Eigenanteils.

Der Bezirkstagspräsident würdigte das Engagement der AWO für die Schwächeren der Gesellschaft und hob die gemeinsamen Interessen mit dem Bezirk hervor. Dies gelte gerade auch für den Wunsch nach richtigen, möglichst unbürokratischen gesetzlichen Weichenstellungen für die Pflege. Heinrich: „Allen Leitenden und Beschäftigten zolle ich in diesen herausfordernden Zeiten tiefsten Respekt. Nur weil Sie Verantwortung übernehmen und Tag für Tag an ihre Grenzen gehen, funktionieren die Einrichtungen der Wohlfahrtspflege auch im Krisenmodus. Ohne Menschen wie Sie würde unser Gesundheits- und Sozialsystem nicht so gut funktionieren.“

Depold erzählte, dass es auch in Krisenzeiten durchaus kleine Freuden gibt. Über Facebook hatte die Mutter einer Mitarbeiterin des AWO Seniorenheims Betty Pfleger in Passau einen Aufruf gestartet: Kinder, die Zeit und Lust dazu haben, sollten für die Heimbewohnerinnen und -bewohner einen Brief schreiben oder ein Bild malen. Eine Dame hat sich so darüber gefreut, dass sie dem Mädchen, dessen Brief sie bekam, sofort geantwortet hat. Heimleiterin Elisabeth Ljubisic und viele Seniorinnen und Senioren würden sich freuen, wenn dieses Beispiel Schule machen würde.

Die AWO in Bayern feiert in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag. Die Sozialdemokratin und Frauenrechtlerin Marie Juchacz hatte die Arbeiterwohlfahrt 1919 gegründet. Ein Jahr später gab es die ersten Ortsvereine im Freistaat.

 

-ch-

 

Foto: Bezirk Niederbayern/Knott

 

In den Bezirkseinrichtungen sollen mehr regionale Lebensmittel auf den Tisch kommen

Erstes Treffen der Arbeitsgruppe zur Umsetzung der Initiative „Regio 2030“ des Bezirks Niederbayern

 

„Ich freue mich, dass der mit breiter Mehrheit gefasste politische Beschluss, mehr regionale Lebensmittel und Bioprodukte in den Bezirkseinrichtungen zu verwenden, nun mit Leben gefüllt wird.“ Mit diesen Worten begrüßte Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich die Arbeitsgruppe „Regio 2030“, die erstmals zusammentraf, um die Initiative des Bezirks Niederbayern umzusetzen.

Der achtköpfigen Arbeitsgruppe gehören mit Christian Fenzl, Manfred Weikl, Dipl.-Agraringenieur Günther Putz, Hildegard Zißler und Margit Huber Fachleute unter anderem aus den Verpflegungsbereichen der Bezirkseinrichtungen in Mainkofen, Straubing und Landshut-Schönbrunn an; ferner ein Vertreter vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Landshut, Fachzentrum „Ernährung/Gemeinschaftsverpflegung“, Gilbert Bielen als externer Berater mit einschlägigen Erfahrungen in der Bio-Lebensmittelverpflegung sowie als Koordinatorin der Arbeitsgruppe Katrin Landes vom Bezirk Niederbayern.

Der Schwerpunkt des ersten Treffens lag auf der Erarbeitung einer gemeinsamen Grundlage. In Folge wird die primäre Aufgabe der Aufbau eines Lieferantennetzwerkes sein. Da Ausschreibungsverfahren gesetzlichen Vorgaben unterliegen, wird ggf. die Einbindung eines Rechtsexperten erforderlich sein, um Rechtssicherheit zu gewährleisten.

Einblicke in Produktionsketten kann Günther Putz, Leiter des Gutshofs Mainkofen, geben, der auch viele landwirtschaftliche Betriebe in der Region kennt. Ein Aspekt, den Bezirkstagspräsident Dr. Heinrich sehr begrüßt: „Viele Landwirte fühlen sich in der aktuellen Stimmungslage in Sachen Umwelt angeprangert. „Regio 2030“ kann dazu beitragen, dieses Bild zurechtzurücken. Wer mehr über Anbau, Herkunft und Produktion frischer Lebensmittel weiß, bringt der Landwirtschaft mehr Wertschätzung entgegen“.

Weil die Klientel in den Bezirkseinrichtungen ganz unterschiedlich ist – Patienten, Schüler, Studenten – ist auch das Speisenangebot in die Überlegungen einzubeziehen.

Auch bezirkseigene Einrichtungen produzieren gesunde Lebensmittel: So beliefert der Lehr- und Beispielsbetrieb für Obstbau Deutenkofen das Bezirksklinikum Mainkofen, wo schon jetzt 20 Prozent der Lebensmittel aus der Region kommen; wertvolle Erfahrungswerte, die in das zu erarbeitende Konzept einfließen werden. Der Fischereiliche Lehr- und Beispielsbetrieb in Lindbergmühle wäre ein weiterer potentieller Lieferant.

In der praktischen Umsetzung von „Regio 2030“ sieht Heinrich die Herausforderung – auch für den Bezirk, der sich in einem Spannungsfeld befinde in seinem Bestreben, gute Lebensmittel zu verwenden, die regionale Landwirtschaft zu stärken und zugleich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Auge zu behalten.

Die Arbeitsgruppe wird voraussichtlich einmal im Quartal zusammenkommen und sich Etappenziele setzen, um Fortschritte erkennbar zu machen. Einmal jährlich ist dem Bezirksausschuss ein Bericht mit den bislang erreichten Ergebnissen vorzulegen.

Bezirkstagspräsident Dr. Heinrich steht hinter dem Projekt „Regio 2030“ und appellierte an die Arbeitsgruppe, sich keine Schranken aufzuerlegen. „Denken Sie quer, hinterfragen Sie Automatismen, gehen Sie unkonventionelle Ideen mutig an, schlagen Sie neue Wege ein.“

 

– ck –

 

Foto: Bezirk Niederbayern/Knott

 

Weihnachts- und Neujahrsgruß des Bezirkstagspräsidenten von Niederbayern

2019 stand im Zeichen der Europawahl und auch im kommenden Jahr werden die Bürgerinnen und Bürger bei der Kommunalwahl in Bayern erneut zur Wahlurne gehen.

Der XVI. Bezirkstag von Niederbayern kann zum Jahresende auf sein erstes Arbeitsjahr zurückblicken – am 8. November jährte sich die Konstituierende Sitzung des neu gewählten Gremiums. Dem Aufgabengebiet des Bezirks entsprechend, liegt der Fokus im sozialen Bereich sowie der stationären und ambulanten psychiatrischen Versorgung der Menschen in Niederbayern. Der Ausbau wohnortnaher Ambulanzen geht voran: Im Mai ging eine Ambulanz für psychische Gesundheit in Pfarrkirchen in Betrieb, im November eine kinder- und jugendpsychiatrische Institutsambulanz in Zwiesel, eine weitere wird Anfang nächsten Jahres in Waldkirchen eröffnet werden. Intensiv vorbereitet wird gerade das Projekt „Psychiatrischer Krisendienst“, der Menschen in einer Notsituation rund um die Uhr zur Verfügung stehen wird. Wir hoffen, dass die derzeit laufenden Gespräche mit dem Bayerischen Gesundheitsministerium noch in diesem Jahr zum Abschluss einer Vereinbarung führen, auf deren Grundlage erste konkrete Schritte in die Wege geleitet werden können.

Viel getan hat sich auf der „Großbaustelle Bezirksklinikum Mainkofen“: Im Januar wurde für rund 19,5 Mio. Euro das „Sozialpsychiatrische Zentrum Mainkofen“ eröffnet, das unter einem Dach ein Fachpflegeheim und ein sog. „Übergangswohnen“ vereint. Im Juni wurde im Rahmen der Neustrukturierung des Bezirksklinikums der erste von drei Bauabschnitten seiner Bestimmung übergeben. Gesamtkosten: rund 43 Mio. Euro, zeitgleich erfolgte der Spatenstich für den zweiten Bauabschnitt. Und auch die Planungen für die Erweiterung des Bezirkskrankenhauses Passau laufen auf Hochtouren.

Eine Neuausrichtung wird es beim Maßregelvollzug geben: Nach den Plänen des Bayerischen Sozialministeriums soll jede forensische Klinik im Freistaat baulich und personell so ausgestattet werden, dass die bislang in Straubing untergebrachten besonders behandlungsund sicherungsbedürftigen Patienten aus ganz Bayern in jeder Maßregelvollzugsklinik therapiert werden können. Im Bezirkskrankenhaus Straubing werden dann nur noch Patienten aus Niederbayern untergebracht.

Eine stete Herausforderung sind die kontinuierlich steigenden Sozialausgaben, in die alljährlich knapp 90 Prozent des Verwaltungshaushalts fließen. Seit 2017 gilt in Deutschland das neue Bundes-Teilhabe-Gesetz (BTHG), das in vier Stufen eingeführt wird – Stufe drei tritt zum 1. Januar 2020 in Kraft. Dabei orientieren sich die Leistungen stärker am individuellen Bedarf des Einzelnen. Unabhängig von gesetzlichen Maßnahmen müssen wir gemeinsam an einer menschlichen Welt arbeiten, in der sozial schwache, kranke und behinderte Menschen nicht auf der Strecke bleiben.

Seit Mitte des Jahres bietet der Bezirk eine „Pflegeberatung“ an, die Pflegebedürftigen und deren Angehörigen bei rechtlichen und finanziellen Fragen zur Seite steht. In fünf Landkreisen ist die Pflegeberatung mit Beratungstagen bereits vor Ort; kommendes Jahr soll das Angebot in allen Landkreisen zur Verfügung stehen.

Meinen Respekt und meinen Dank möchte ich den vielen ehren- und hauptamtlich tätigen Menschen aussprechen, die mit ihrem Engagement die soziale Arbeit in Niederbayern maßgeblich prägen. Der Schutz heimischer Fließgewässer und Fischbestände als Beitrag zum Erhalt des ökologischen Gleichgewichts ist Auftrag der bezirklichen Fachberatung für Fischerei. Bestens gerüstet für die Zukunft ist der Fischereiliche Lehr- und Beispielsbetrieb Lindbergmühle mit einem neuen Schulungs- und Besucherzentrum. Einschließlich umfassender Modernisierungsmaßnahmen hat der Bezirk rund 3,1 Millionen Euro in den Beispielsbetrieb investiert. Erstmals fand ein „Tag der offenen Fischzucht“ statt, an dem sich zehn Fischzuchtbetriebe beteiligten. Das Ziel war, die Qualität der heimischen Fischerzeuger in den Fokus zu rücken. Der Klimawandel – aufgrund der vermehrt auftretenden Wetterextreme war er 2019 das vorherrschende Thema. Geringere Niederschläge und hohe Temperaturen wirken sich bereits auf die hiesige Fischzucht aus. Als Bezirk haben wir im Bereich erneuerbare Energien und Klimaschutz eine Vorbildfunktion, die wir aktiv wahrnehmen. Für die eigenen Liegenschaften beispielsweise streben wir die Einsparung von Kohlendioxid und eine Senkung des Energieverbrauchs an. Die Umsetzung unseres Klimaschutz-Teilkonzepts wird von einer Klimaschutzmanagerin koordiniert, die ab Januar 2020 ihre Arbeit beim Bezirk aufnimmt. Dass wir das Thema Umwelt ernst nehmen, ist aktuell beim Neubau der Sozialverwaltung des Bezirks zu sehen: Dort wurden unter anderem 110 Bäume gepflanzt und eine große Photovoltaikanlage erzeugt einen Teil unseres Strombedarfs.

Niederbayern hat auch in Sachen Kultur viel zu bieten. Theater, Literatur, Musik, Denkmalpflege, bildende Kunst, Trachten- und Laienspielberatung – der Bezirk fördert im Rahmen seiner finanziellen Möglichkeiten zahlreiche Veranstaltungen und Projekte. Unter der Prämisse Prävention, Entspannung, Therapie und Erholung stehen die niederbayerischen Thermalbäder. Wirtschaftlich gesehen sind sie seit Jahrzehnten ein festes Standbein für die Regionen. Allein der Bezirk stellt über die fünf Bäderzweckverbände, an denen er mehrheitlich beteiligt ist, in den eigenen Kurmittelhäusern insgesamt mehr als 8.600 Quadratmeter an Heil- und Thermalwasserflächen sowie hervorragende Therapiebereiche zur Verfügung. Jedes der fünf Kurbäder im Bayerischen Golf- und Thermenland hat seinen ganz individuellen Charme und damit „seine“ Kurgäste. Um konkurrenzfähig zu bleiben, sind fortlaufende Investitionen in die Qualität, Angebotspalette, und Attraktivität unabdingbar. So sind in der Europa Therme Bad Füssing ab 2020 unter anderem die Generalsanierung des Restaurantbereichs einschließlich Dachterrasse und der Anbau eines Wintergartens vorgesehen. Bad Birnbach punktet neben seinem Wohlfühlambiente mit Gesundheitsleistungen gerade im Bereich der Burnout-Prävention mit der jetzt genehmigten „AGES-Kompaktkur“ und der betrieblichen Gesundheitsförderung. Sehr positiv hat sich die umfangreiche Sanierung der Wohlfühl-Therme Bad Griesbach auf die Gästezahlen ausgewirkt. Die Limes-Therme in Bad Gögging präsentiert sich unter der Marke „Ihre Gesundheitstherme“. Vor allem Tagesgäste im Einzugsbereich von 100 km nutzen regelmäßig das Gesundheitsangebot und das Heilwasser aus den Thermal- und Schwefelbrunnen.  Auch die Kaiser-Therme Bad Abbach behauptet sich seit über 25 Jahren regional wie überregional auf dem Bädermarkt und wird weiterhin durch kontinuierliche Modernisierungsmaßnahmen für die Zukunft gerüstet.

2019 neigt sich dem Ende, was wird das neue Jahr bringen? Prognosen zum Jahreswechsel sind die Regel. Wie auch immer sie ausfallen, die Aufforderung an die Politik wie jeden einzelnen von uns heißt stets aufs Neue: Wir müssen uns Herausforderungen stellen, Lösungen finden, vor allem aber den Blick nach vorne richten und engagiert arbeiten.

Im Namen des Bezirkstags von Niederbayern und persönlich wünsche ich allen Bürgerinnen und Bürgern ein gesegnetes, friedvolles Weihnachtsfest sowie Gesundheit, Glück undZufriedenheit im neuen Jahr.

Landshut, im Dezember 2019

Dr. Olaf Heinrich

Bezirkstagspräsident

 

Bildquelle: Bezirk Niederbaywen

 

BEZIRK NIEDERBAYERN

Pressemitteilung

Landshut, 14.11.2019

Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich hält ein Theater in Landshut für unverzichtbar

Landshut. „Der Fortbestand des Theaters in Landshut liegt mir sehr am Herzen“, sagt Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich. Die überregionale Bedeutung des Landestheaters Niederbayern werde dadurch dokumentiert, dass der Bezirk den laufenden Betrieb mitfinanziert. Der Bezirk Niederbayern ist neben den Städten Landshut, Passau und Straubing Mitglied im Zweckverband Landestheater Niederbayern. Laut Verbandssatzung wird „der gesamte ungedeckte Bedarf auf die umlagepflichtigen Verbandsmitglieder“ – die Städte Landshut und Passau sowie auf den Bezirk Niederbayern je 5/16 und die Stadt Straubing 1/16 umgelegt. Für das Haushaltsjahr 2020 wurde vom Bezirk eine Summe von rund 2,1 Millionen Euro veranschlagt. „Das ist die mit Abstand höchste Förderung im kulturellen Bereich, die der Bezirk jährlich im Haushalt einplant. Das unterstreicht, welche Bedeutung wir dem Landestheater Niederbayern beimessen“, so Heinrich. Darüber hinaus gibt der Bezirk Niederbayern für das Landestheater einen Barzuschuss in Höhe von 52.000 Euro.

Spielfähige Theater zur Verfügung zu stellen, sei ausschließlich Aufgabe der örtlichen Kommunen. Gleichwohl hält der Bezirkstagspräsident in der Regierungshauptstadt Niederbayerns ein Theater für unverzichtbar. Der Bezirk habe großes Interesse daran, dass das Landshuter Theater in einen spielfähigen Zustand versetzt werde.

 

9879: Bei einer Pressekonferenz stellte Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich (Mitte) das Konzept der Pflegeberatung vor. Im Bild (v. r.): Stefan Singer, stv. Leiter des Referats für Bauangelegenheiten, Pflegeberaterin Nicole Bayer und Hermann Baier, stv. Leiter der Sozialverwaltung

BEZIRK NIEDERBAYERN

Pressemitteilung

Landshut, 08.08.2019

Neues Angebot: Pflegeberaterin kommt in alle Landkreise / Immer mehr Aufgaben für die Sozialverwaltung

Landshut. Der Eintritt der Pflegebedürftigkeit bedeutet für Betroffene und deren Angehörige einen tiefen Einschnitt und stellt diese vor große Herausforderungen. Durch das Bayerische Teilhabegesetz I wurde die Zuständigkeit für die Hilfe zur ambulanten Pflege von den Landkreisen und kreisfreien Städten auf die bayerischen Bezirke übertragen. Im Oktober 2018 hatte sich der Sozialausschuss des Bezirks für eine Vor-Ort-Beratung ausgesprochen, die seit Anfang des Jahres umgesetzt wird. Nicole Bayer wird als Pflegeberaterin der Sozialverwaltung niederbayernweit Pflegebedürftige und ihre Angehörigen in den verschiedenen Landkreisen informieren – in Form von Bürgersprechstunden vor Ort in Landratsämtern oder Rathäusern und im Rahmen von Telefonberatungen.

Ob es um die Pflege daheim, im Heim oder in alternativen Wohnformen geht – im Rahmen der vertraulichen und individuellen Pflegeberatung erfahren Betroffene, welche Leistungen ihnen im Rahmen der Sozialhilfe zustehen. Darüber hinaus gibt es Informationen etwa zum Elternunterhalt, der Überleitung von Ansprüchen oder dem Einsatz und der Verwertung von Vermögen. In besonderen Fällen – wie beispielsweise bei eingeschränkter Mobilität des Ratsuchenden – sind auch Hausbesuche möglich. Termine können unter der Telefonnummer 0871 97512-450 oder per E-Mail an pflegeberatung@bezirk-niederbayern.de vereinbart werden. Nicole Bayer startet in Straubing-Bogen. Die restlichen Landkreise folgen Schritt für Schritt. Die exakten Termine werden jeweils in der Tagespresse bekanntgegeben.

Neubau der Sozialverwaltung liegt voll im Plan

Mitte September beginnt der Umzug der Sozialverwaltung in den Neubau in Landshut-Schönbrunn – fast gegenüber in unmittelbarer Nähe zu Hochschule, Sparkassenakademie und Agrarbildungszentrum. Die Referate sollen in Etappen in die neuen Räumlichkeiten ziehen – quasi bei laufender Arbeit. Die Mitarbeiter werden ihre Telefonnummern behalten. Der Neubau wurde für rund 200 Mitarbeiter geplant. Das Gebäude hat vier Stockwerke und eine Gesamtnutzfläche von gut 5.700 Quadratmetern. Nach Angaben des Projektleiters Stefan Singer, stellvertretender Leiter des Referats für Bauangelegenheiten, liegen die Arbeiten im Plan und der vom Bezirksausschuss genehmigte Kostenrahmen von 19,14 Millionen Euro wird voraussichtlich sogar leicht unterschritten. Trotz überwiegend europaweiter Ausschreibungsverfahren gingen fast 80 Prozent der Bauaufträge mit einem Gesamtvolumen von rund 14,5 Millionen Euro an niederbayerische Firmen.

Mit 442,9 Millionen Euro fließen in diesem Jahr fast 90 Prozent des Verwaltungshaushalts in die soziale Sicherung (2018: 423,6 Millionen Euro). Die Ausgaben für die Hilfe zur Pflege und die Eingliederungshilfe haben sich seit 2014 um insgesamt fast 111 Millionen Euro erhöht. Auch haben die Bezirke 2018 die Hilfen im Rahmen der ambulanten Pflege von den Landkreisen und Städten übernommen. Hierfür sind im Haushaltsplan über drei  Millionen Euro vorgesehen. Im Zuge wachsender Aufgaben und Fälle (rund 30 000 in diesem Jahr) hat sich die Mitarbeiterzahl in der Sozialverwaltung binnen zehn Jahren fast verdoppelt. Heute sind rund 180 Beschäftigte in fünf Referaten tätig.

Bezirkstagspräsident Dr. Heinrich zu den Herausforderungen der Zukunft

Und der Personalbedarf wird künftig weiter wachsen. Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich: „Der Bezirk wird zurecht als Sozialparlament bezeichnet. Und Landshut ist die zentrale Anlaufstelle für viele tausende Menschen in Niederbayern die Hilfe suchen.“ Heinrich sagte, die Herausforderung werde es sein, das bestehende soziale Netz auch in Zukunft weiter knüpfen zu können – nicht nur personell, sondern auch finanziell. Ob die Bezirksumlage der Landkreise und kreisfreien Städte auch weiterhin für eine gute monetäre Ausstattung des Bezirks sorge, sei von der konjunkturellen Situation abhängig. So trage der Landkreis Dingolfing-Landau dank der bislang prosperierenden Autokonjunktur und der glänzenden Entwicklung von BMW bislang überproportional zum Bezirkshaushalt bei.

9897: Stefan Singer vom Referat für Bauangelegenheiten des Bezirks führte durch das neue Gebäude der Sozialverwaltung und erläuterte den Verlauf der Bauarbeiten, im Bild rechts Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich.

Fotos: Bezirk Niederbayern, Bäter

Bildtext: Johann Schneck, Leiter der Staatlichen Fachschule für Agrarwirtschaft (v.l.), Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich, Thomas Schneidawind, Leiter des Agrarbildungszentrums, und Günter Wiedemann, der Verwalter des Lehrguts, freuen sich auf den Neubau der Maschinenhalle im Hintergrund. Auch das Wohnhaus rechts davon soll im Zuge der Modernisierungsmaßnahmen erneuert werden. Foto: Lang/Bezirk Niederbayern

 

 

Das ökologische Lehrgut macht sich fit für die Zukunft

Maschinenhalle und Gutsverwalter-Haus sollen für rund drei Millionen Euro neu gebaut werden

 

Beim ökologischen Landbau ist man im Bezirk Niederbayern dem Zeitgeist weit voraus, denn das ökologische Lehrgut, das 1962 in Landshut-Schönbrunn errichtet wurde, wird bereits seit 1994 nach Naturland-Kriterien bewirtschaftet. Nun muss es modernisiert und fit für die Zukunft gemacht werden, wofür der Bezirksausschuss im November 2018 bereits grünes Licht gab.

Am Dienstag stellte Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich vor Ort die Pläne vor und erklärte, welche Bedeutung das Lehrgut für den Bezirk und speziell das Agrarbildungszentrum Schönbrunn hat. Neben der Bewirtschaftung der eigenen Flächen dient es vor allem den Schülern der Fachoberschule, der Fachschule für Agrarwirtschaft (Fachrichtung Landbau) und den Lehrgangsteilnehmern der Landmaschinenschule für den praktischen Unterricht. Hunderte junger Landwirte aus ganz Deutschland wurden im Laufe der Jahrzehnte hier ausgebildet und sind heute „Leuchttürme“ für den Ökolandbau, wie Johann Schneck, Leiter der Fachschule für Agrarwirtschaft, hervorhob. Damit reiche die Bedeutung des Agrar- bildungszentrums weit über die Bezirksgrenzen hinaus und sei für Niederbayern eine wichtige Einrichtung, so Heinrich. Für ihn ist es zudem ein Beispiel, wie die kommunale Familie vor Ort die großen Herausforderungen von Klimawandel bis hin zum Artensterben selbst aktiv angehen kann: „Je mehr gut ausgebildete Landwirte es vor Ort gibt, desto besser können wir manches Ziel erreichen.“

Bezirkstagspräsident Dr. Heinrich: „Der Bezirk war am Anfang der Entwicklung dabei“

Die Schülerzahlen zeigen, in welchem Maß  der Bedarf steigt. Derzeit gebe es mehr Anfragen als freie Plätze. „Wir können mit Stolz sagen, dass wir am Anfang der Entwicklung dabei waren“, so Heinrich. Doch nach der Modernisierung des Schülerwohnheims müsse nun auch der nächste große Schritt in Angriff genommen werden. Geplant sind Ersatzbauten für das Betriebsleiter-Wohngebäude, die Lagerhalle, das Garagengebäude sowie das Sozial- und Werkstattgebäude. Beim Rundgang über das Gelände erläuterte der Leiter des Agrarbildungszentrums, Thomas Schneidawind, mit Blick auf die Statik der bestehenden Lagerhalle sowie auf das energetisch nicht mehr tragbare Betriebsleiterwohnhaus, warum ein Neubau unausweichlich ist.

Günter Wiedemann, der Verwalter des Lehrguts, ist zusammen mit seiner Frau und weiteren saisonalen Helfern und Schul-Praktikanten für die Bestellung der 120 Hektar großen Ackerflächen und die Versorgung der 85 Tiere in Mutterkuhhaltung zuständig. In siebenjährigem Rhythmus – wesentlich länger als in der konventionellen Landwirtschaft – bewirtschaftet er die Felder in wohlüberlegter Fruchtfolge, um den Boden und seine Nährstoffe natürlich „am Leben zu erhalten“. Mit Schulleiter Schneck und den weiteren Lehrkräften stimmt er sich dabei regelmäßig ab, auch Versuchsflächen werden bepflanzt. „Wir experimentieren seit jeher viel, gerade auch was Blühflächen, gefährdete Ackerwildkräuter oder eine abgestufte Gründlandnutzung angeht“, so Schneck. Am 24. Juni findet die jährliche Versuchsfeldführung in Schönbrunn statt, bei der sich Interessierte selbst ein Bild davon machen können.

 

Foto: Bezirk Niederbayern

 

 

Bildtext: Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich informierte im Werk Landshut über Zukunftstechnologien im Automobilbereich. Foto: Harry Zdera/BMW

 

Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich besucht das BMW Werk Landshut

 

Der „Abgas-Skandal“ zieht Kreise, die Autoindustrie steht derzeit am Pranger der Öffentlichkeit. Besonders beim Thema Diesel ist die Unsicherheit der Kunden groß. „Es ist höchste Zeit, den Blick auf die Fakten zu richten und die Diskussion rund um die Thematik zu versachlichen“, betonte Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich bei einem Besuch im BMW-Werk Landshut. Nur durch gezielte Aufklärung könne wieder Ruhe in die Diskussion gebracht werden. Allerdings müsse auch die Bereitschaft bestehen, sich detailliert zu informieren und eine eigene Meinung zu bilden. Es könne nicht sein, dass eine lange Zeit hochgelobte Technologie pauschal in Misskredit gerate.

 

Der größte Arbeitgeber der Region

Mit rund 4.300 Mitarbeitern am Standort Landshut ist die BMW Group der größte Arbeitgeber in der Region. „Die Erfolgsstory, die der Automobilkonzern geschrieben hat, hat einen entscheidenden Anteil an der beeindruckenden wirtschaftlichen Entwicklung Niederbayerns. Für die ganze Region ist es wichtig, dass diese Erfolgsgeschichte weitergeht“, so Heinrich.  1967 hatten die Bayerischen Motorenwerke den in Dingolfing ansässigen mittelständischen Autobauer Hans Glas GmbH übernommen, den Produzenten des legendären „Goggomobil“. 1971 zog die Austauschmotorenfertigung von Dingolfing nach Landshut. Seither wurde der Standort Landshut sukzessive aufgebaut.

Ob Gelenkwelle, Türgriff oder Stoßfänger – inzwischen steckt laut Standortleiter Dr. Peter Fallböhmer „in jedem BMW, MINI und Rolls-Royce ein Teil aus Landshut“. Das BMW-Werk Landshut beliefere alle Fahrzeug- und Motorenwerke der BMW Group weltweit mit innovativen Komponenten. „Unser Anspruch ist es, den Wandel als Vorreiter zu gestalten und unsere globale Spitzenposition zu verteidigen. Damit Mobilität ‚Made in Niederbayern‘ auch künftig Menschen in aller Welt begeistert.“ Dafür wurde die Belegschaft kontinuierlich aufgebaut und kräftig in Gebäude, Anlagen und Technologien investiert. Fallböhmer bedauerte, dass es mit Blick auf die aktuelle Verunsicherung der Kunden schwierig sei, mit sachlichen Informationen gegenzuhalten. Er betonte, beim Diesel handle es sich nach wie vor um eine Spitzentechnologie.

 

Bildtext: Dr. Thomas Wolff, Leiter des BMW Group Leichtbauzentrums,  Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich und Dr. Peter Fallböhmer, Leiter BMW Group Werk Landshut (v. l.) Foto: Harry Zdera/BMW

 

Kompetenzzentrum für Zukunftstechnologien

Landshut – einer von 31 BMW-Standorten in 14 Ländern – ist Produktions- und Entwicklungsstandort zugleich. Daher ist der Facharbeiter-Anteil in der Belegschaft mit über 80 Prozent auch überdurchschnittlich hoch. Das Werk ist laut BMW federführend bei neuen Technologien und fertigt beispielsweise den Elektromotor für den BMW i3 und für den vollelektrischen Mini, der 2019 vorgestellt werden soll. Als Kompetenzzentrum für die Zukunftstechnologien E-Mobilität und Leichtbau gestalte der Standort Landshut die Zukunft von BMW aktiv mit.

Heinrich besichtigte in Landshut die weltweit erste emissionsfreie Leichtmetallgießerei mit formgebenden Sandkernen und die Produktion von Carbon-Bauteilen für die BMW i Modelle. Der Standort gilt als die Wiege der CFK-Produktion im Großserien-Automobilbereich.

 

– ch –

 

Bildtext: Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich bei einem Besuch des kleinen Gotteshauses in Deutenkofen

 

Eine Kirche im Besitz des Bezirkes

1444 erbautes Gotteshaus Pauli Bekehrung in Deutenkofen wird liebevoll erhalten – Bezirkstagspräsident: „Eine Aufgabe, die uns am Herzen liegt“

 

Ein Bezirk, der Eigentümer einer Kirche ist – das ist eine ungewöhnliche Konstellation. In Deutenkofen, einer ehemaligen Hofmark in der Nähe von Adlkofen im Landkreis Landshut, unterhält der Bezirk Niederbayern den Lehr- und Beispielbetrieb für Obstbau. Aber auch ein schmuckes Gotteshaus, das früher zu den Gebäuden des Schlosses zählte und nach mehreren Verkäufen jetzt dem Bezirk gehört: die Filialkirche Pauli Bekehrung. Einmal im Monat wird dort Gottesdienst gefeiert.

Die kleine Kirche wurde 1444 erbaut. Schon eher gab es die Hofmark, die auf eine Geschichte zurückblicken kann, die die Jahrhunderte überdauert hat. Bereits 1027 soll in der zwei Stunden zu Pferde von Landshut entfernten Ortschaft ein Gerichtstag stattgefunden haben, so besagt es die Pfarrchronik aus dem 19. Jahrhundert. Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich ist stolz darauf, dass der Lehr- und Beispielbetrieb für Obstbau des Bezirkes an einem Ort mit langer Geschichte angesiedelt ist, und legt viel Wert auf den Erhalt des Kirchleins: „Wir sehen es nicht nur als unsere Pflicht an, dieses schöne, kleine Gotteshaus für die nächsten Generationen zu bewahren, sondern tun das mit Freude. Wir sind uns dieser besonderen Aufgabe sehr bewusst, die wir gerne übernehmen. Besonders freue ich mich, dass einmal im Monat die Menschen zur heiligen Messe in unserer Kirche zusammenkommen.“

Aus dem Sünder Saulus wurde der heilige Paulus. Diese Bekehrung zeigt das Relief aus dem Jahr um 1500, das noch heute gut erhalten den Hochaltar ziert. Es ist dramatisch gestaltet und lädt zur genaueren Betrachtung ein. Erbauer des Kirchleins waren der Hofmarksherr von Deutenkofen Caspar Pfäffinger und seine Frau Elisabeth. Sie wählten Sankt Peter und Paul als Kirchenpatronen aus. Nachlesen können dies die gern gesehenen Besucher an einer Inschrift, die in Ziegel geritzt und die an der Sockelabschrägung an der Außenseite des Chores angebracht ist. Im Lauf der Jahrhunderte wurde aus der Kirche zu Peter und Paul schließlich Pauli Bekehrung.

Der Erbauer der Kirche war nicht irgendjemand. Hofmarksherr Caspar Pfäffinger zu Teyttenkofen, wie Deutenkofen früher geschrieben wurde, ging am Hofe ein und aus und war von 1433 bis 1444 ein Rat im Gefolge Herzog Heinrichs IV. Danach wurde er Erbmarschall in Bayern – ein bedeutender Vertreter des Hofes also, der sich nicht selten in Deutenkofen aufhielt. Die Kirche seiner Hofmark ließ der gläubige Christ gegenüber seiner damaligen Unterkunft errichten, um immer einen wachen Blick darauf haben zu können und sich dort zum Gebet zurückzuziehen.

Der Bau ist gut erhalten und wird liebevoll gepflegt. Gerade im Dezember sind erst wieder Arbeiten an der Außenmauer abgeschlossen worden. Das Langhaus ist fast quadratisch und hat eine flache Decke. Eine Besonderheit am Chor ist das Tonnengewölbe mit zwei Jochen und Stichkappen.  Wie es zu jener Zeit  Mode war, wurde  die Kirche 1730 barockisiert. Dafür verantwortlich waren Georg Siegmund von und zu Hegnenberg Dux und seine Frau Maria Anna. An beide erinnern Grabplatten mit ungewöhnlich langen Texten, die die Besucher in der Nordwand finden können. Die Altäre entstammen dem bayerischen Rokoko. Besonders füllen wird sich die Kirche schon bald, wenn am 23. Januar im Rahmen des Patroziniums der Kirche eine feierliche Messe gehalten wird. Auch Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich schaut immer wieder gerne in dem Kirchlein vorbei, das unter seine Zuständigkeit fällt: „Es hat eine ganz besondere Atmosphäre und wir sind sehr stolz darauf.“

 

– mbs –

 

Fotos: Bezirk Niederbayern/Bäter

 

 


Weihnachts- und Neujahrsgruß des Bezirkstagspräsidenten von Niederbayern

Was macht eigentlich der Bezirk?

Diese Frage stellte sich heuer für einige Bürger mit Blick auf den Wahlzettel. Dass viele Menschen darauf nicht gleich eine Antwort parat haben, liegt wohl daran, dass die „dritte kommunale Ebene“ hauptsächlich für die Schwächsten unserer Gesellschaft zuständig ist. Meist kommt man erst mit dem Bezirk in Berührung, wenn man Probleme hat. Denn der Bezirk unterstützt Pflegebedürftige, Senioren und Kranke sowie Menschen mit Behinderungen, die auf Hilfeleistungen angewiesen sind.

Mit dem Bezirksklinikum Mainkofen sowie den Bezirkskrankenhäusern Landshut, Straubing und Passau sichert der Bezirk die psychiatrische Versorgung Niederbayerns. Genau hier sind wir aktuell in einem schwierigen Spannungsfeld zwischen Fachärzte- und Pflegefachkräftemangel einerseits und steigenden Patienten- und Behandlungszahlen andererseits. Um aktiv und zeitnah die Situation – sowohl in den eigenen Häusern als auch in den weiteren kommunalen Kliniken Niederbayerns – zu entschärfen, hat sich der Bezirk seit langem um eine Kooperation mit einer privaten Universität aus Krems (Niederösterreich) und damit ein Medizinstudium für Niederbayern bemüht. Es ist eine wichtige Weichenstellung, dass ab 2023 pro Semester 20 Masterstudenten nach Metten kommen werden, um in niederbayerischen Kliniken den praktischen Teil ihres Studiums zu absolvieren. Die Studiengebühren werden über ein Stipendium getragen, das die Studenten für sechs Jahre an Niederbayern bindet.

Um die psychiatrische Versorgung vor allem in ländlichen Gebieten zu verbessern, hat sich der Bezirk für eine Dezentralisierungsstrategie entschieden, die bereits Früchte trägt. Die erste „Ambulanz für psychische Gesundheit“ in Grafenau wurde als Außenstelle des Bezirksklinikums Mainkofen im Mai 2018 eröffnet, im Landkreis Rottal-Inn soll 2019 eine Ambulanz den Betrieb aufnehmen. Außerdem laufen Planungen für weitere Ambulanzen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Selbst wenn dadurch das Bezirksklinikum Mainkofen und das Bezirkskrankenhaus Passau entlastet werden, gilt es auch dort angesichts der steigenden Patientenzahlen kräftig zu investieren. In Mainkofen sind wir mitten in umfangreichen Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen mit Kosten in Höhe von 150 Millionen Euro.

Für den Erweiterungsbau des Bezirkskrankenhauses Passau laufen die Planungen: mit Baubeginn 2021 soll hier die Bettenkapazität fast verdoppelt werden. Damit wird auch hier neben dem Bezirkskrankenhaus Landshut die stationäre Behandlung von Kindern und Jugendlichen möglich.

Rund 90 Prozent des Bezirkshaushalts fließen in den Einzelplan 4 „Soziales“; Ausgaben, die Jahr für Jahr steigen. Mit dieser Kernaufgabe unterstützt der Bezirk vor allem alte und pflegebedürftige Bürgerinnen und Bürger sowie geistig, körperlich und seelisch behinderte Menschen. So ermöglicht er auch Beziehern geringer Einkünfte einen Altenheim- oder Pflegeplatz und finanziert für Menschen mit Behinderung die Betreuung in Werkstätten, Wohn- und Wohnpflegeheimen. 2019 werden wir für die Sozialhilfe insgesamt über 442 Millionen Euro ausgeben – damit steigt der Zuschussbedarf gegenüber dem Vorjahr um 28 Millionen Euro.

Mein herzlichster Dank gilt an dieser Stelle den vielen Menschen, die sich ehren- und hauptamtlich in der Pflege engagieren. Ohne sie wäre die soziale Arbeit in Niederbayern längst nicht in diesem Maße möglich. Neben vielfältigen Aktivitäten im Bereich Kultur unterhält der Bezirk auch eigene Bildungseinrichtungen wie das Agrarbildungszentrum Landshut-Schönbrunn oder das Institut für Hören und Sprache in Straubing, in die es stets Zukunftsinvestitionen zu tätigen gilt. Im Lehr- und Beispielbetrieb für Obstbau Deutenkofen beschreiten wir neue Wege in Sachen Klimaschutz, der Fischereiliche Lehr- und Beispielbetrieb in Lindbergmühle wird derzeit umfassend modernisiert. Außerdem finanziert der Bezirk über seine Zweckverbände zu einem großen Teil die fünf niederbayerischen Thermalbäder, die für ihre jeweilige Region wichtige Arbeitgeber und Wirtschaftsmotoren sind.

Die Europa Therme Bad Füssing belegt mit circa 800.000 Gästen und therapeutischen Anwendungen pro Jahr einen Spitzenplatz in der Kur- und Bäderlandschaft Bayerns. Gerade die Veränderungen im Gesundheitsmarkt, bei der die vom Arzt verordnete Kur sehr selten geworden ist, erfordern permanente Investitionen, um Angebot und Attraktivität zu verbessern. Nur so können die Bäder im Wettbewerb um selbstzahlende Gäste erfolgreich wirtschaften. Abgeschlossen ist die Generalsanierung der Saunalandschaft mit einer Gesamtinvestition von circa 4,3 Millionen Euro.

Auch in der Rottal Terme Bad Birnbach wird kontinuierlich in Qualitätsverbesserungen investiert. Verstärkt im Fokus steht die Prävention. Durch wissenschaftlich begleitete Studien nehmen Bad Birnbach und die Rottal Terme bei Stressprävention und betrieblicher Gesundheitsförderung eine Vorreiterrolle ein. Nach zweijähriger Sanierung und Modernisierung mit einem Kostenvolumen von fast 10 Millionen Euro ist auch die Wohlfühl-Therme Bad Griesbach mit der neuen, attraktiven Badehalle bestens für die Zukunft gerüstet. Einzigartig ist das ortsgebundene Vorkommen der Heilmittel Thermalwasser, Schwefelwasser und Naturmoor, auf dem das Gesundheits- und Wohlfühlangebot der Limes-Therme Bad Gögging basiert, die 2019 auf 40 Betriebsjahre mit fast 20 Millionen Gästen blicken kann. Der Wirtschaftsbetrieb trägt mit der Erweiterung des Wohnmobilstellplatzes auch erheblich zur positiven Entwicklung der Übernachtungszahlen des Kurorts bei, der 2019 mit „100 Jahre Anerkennung des Heilbadprädikates“ ebenfalls Grund zum Feiern hat. Auch in der Kaiser-Therme Bad Abbach werden in den kommenden Jahren Investitionen erforderlich sein, um die Attraktivität des Hauses zu erhalten und konkurrenzfähig zu bleiben.

Was erwartet uns im neuen Jahr? Ich bin der festen Überzeugung, dass wir Niederbayern angesichts unserer wirtschaftlichen, kulturellen und ökologischen Stärke noch selbstbewusster werden dürfen und müssen. Über das Niederbayern-Forum nimmt der Bezirk deshalb auch eine aktive Rolle im Regionalmarketing ein. Gleichzeitig ist es in Zeiten immer stärker werdender nationalistischer Strömungen ganz entscheidend, auch international besser zusammenzuarbeiten. Denn die Zukunft gehört bei einer unaufhaltsamen Digitalisierung und Globalisierung den weltoffenen Bürgern, die sich mit Respekt und Toleranz begegnen. Es bedarf nicht nur großer Anstrengungen der Politik, um Niederbayern so wie wir es lieben zu erhalten, es braucht auch eine selbstbewusste und reflektierte Bürgerschaft, die sich aktiv einbringt. Wir stehen vor vielen Herausforderungen. Doch statt uns nur passiv Angst machen zu lassen, sollten wir aktiv gemeinsam an einer guten Zukunft für uns alle arbeiten. Ich bedanke mich bei allen, die sich schon heute dafür einsetzen. Jeder Einzelne ist wichtig.

Im Namen des Bezirkstags von Niederbayern und persönlich wünsche ich allen Bürgerinnen und Bürgern ein gesegnetes, friedvolles Weihnachtsfest sowie Gesundheit, Glück und Zufriedenheit im neuen Jahr.

Landshut, im Dezember 2018

Dr. Olaf Heinrich

Bezirkstagspräsident

Foto: Archiv Klartext.LA

 

Dr. Olaf Heinrich zum CSU-Fraktionsvorsitzen im Bayerischen Bezirketag gewählt

Dr. Olaf Heinrich ist von den Delegierten der Vollversammlung des Bayerischen Bezirketags zum Vorsitzenden der CSU-Fraktion gewählt worden.

Bereits Anfang November war der Bürgermeister von Freyung vom niederbayerischen Bezirkstag im Amt des Bezirkstagspräsidenten bestätigt worden. 2003 erlangte Heinrich erstmals ein Mandat im Bezirkstag von Niederbayern. 2013 wählte ihn das Gremium zum Bezirkstagspräsidenten. Gleichzeitig wurde er Mitglied der Vollversammlung, oberstes Organ des Bayerischen Bezirketags, der als Dachorganisation die gemeinsamen Interessen der Bezirke gegenüber Landtag und Staatsregierung vertritt. Heinrich zu seiner Wahl: „Es freut mich, dass ich als Vorsitzender der größten Fraktion im Bezirketag einen inhaltlichen Beitrag leisten kann. In den nächsten Jahren stehen herausfordernde Themen an, wie z. B. die Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes und die Herausforderung, wie Pflege in einer älter werdenden Gesellschaft organisiert werden kann. Darüber hinaus brauchen die Bayerischen Bezirke baldmöglichst einen dynamisierten Anteil am kommunalen Finanzausgleich.“

Foto: Simone Kaschner, Freyung